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l.P«*»<Ue* t» Sulla. mit AnlerHaltungs -Meilage „Illnflrirte Sonntags-Zeitung" petnsjaB» ll». 2 (»armonte).
M63.
JuLöa, Samstag, den 16. März 1901.
28. Jahrgang.
| Drittes Akatt. ||
Handwerk und Unfallversicherung.
Bon Dr. jur. G. Weyer.
------ (Nachdruck verboten.)
Die geschichtliche Entwickelung der staatlichen Unfallversicherung hat es mit sich gebracht, daß der Kreis der verficherungspflichtigen Personen nach verschiedenen Richtungen hin Lücken aufweist. So konnte bei dem ersten vor nunmehr 16 Jahren in Kraft getretenen Reichs-Unfallversicherungsgesetz der gewöhnliche Handwerksbetrieb nicht in die Versicherung einbegriffen werden, sondern derartige Betriebe fielen nur dann unter die Versicherung, wenn sie sich als Fabriken darstellten, d. h. wenn in ihnen mindestens zehnArbeiter regelmäßig beschäftigt wurden, oder wenn in den betreffenden Betrieben Dampfkessel oder durch elementare Kraft (Wind, Waffer, Dampf, Gas u. s. ro.) bewegte Triebwerke zur Verwendung kamen; es war somit ein Bäcker oder ein Schuhmacher nur dann versicherungrpflichtig, wenn er mindestens 10 Leute regelmäßig beschäftigte, ebenso ein Schneider, es sei denn, daß er mit einem Gasmotor arbeitete, in welchem letzteren Falle er nur einen Lehrling zu beschäftigen brauchte, um verstcherungspflichtig zu sein.
Hierin hat das neue im vorigen Jahr in Kraft getretene Gewerbe-Unfallver- sicherung-gesetz im Wesentlichen nichts geändert.
M.t Rücksicht auf die erhöhte Gefahr im Baugewerbe wurden ix den Jahren 1885 bis 1888 durch Bundesrathsbeschlüffe für versicherungspflichtig erklärt ohne Rücksicht auf ihren Umfang die fämmtlichen Arbeiten der Maurer, Zimmerer und Dachdecker, sowie alle Bau ar beiten der Maler, Glaser, Klempner, Tischler, Schlosser, Lackirer, Ofensetzer, Stuckateure, Tapezirer, Schornsteinfeger, sowie noch verschiedener anderer ihrer Natur nach der Ausführung von Bauten nahestehender Betriebe, wie die der Fußbodenbohner, der Arbeiter an Blitzableitern, Wettervorhängen u. a. m.
Bezüglich aller dieser letzteren arbeiten war bisher nur derjenige Betriebstheil, welcher sich auf Bau arbeit en bezog, versichert, der andere, der WerkstattSbetrieb, unversichert, es fei denn, daß er fabriksmäßig (b. h. mit 10 Arbeitern) betrieben wurde, oder daß er seines geringen Umfanges wegen sich als ein Neben, betrieb des Baubetriebes darstellte. ES tonnte somit vorkommen, daß beispielsweise in einer Klempnerei, in welcher der Werkstätten, betrieb den Baubetrieb an Umfang überragte, ohne jedoch schon eine „Fabrik" darzustellen, derselbe Arbeiter auf demselben Arbeitsplätze nicht versichert war, wenn er an einer Badewanne arbeitete, und versichert war, wenn er eine sogenannte vorbereitende Bauarbeit vornahm, also zum Beispiel an einer Dachrinne arbeitete.
Begreiflicher Weise hat diese Sesetzeslage viel Streitigkeiten zur Folge gehabt. Aber das jetzt in Kraft getretene Gesetz hat diese liebel, stände durch die Bestimmung aus dir Welt ge. schafft, daß nunmehr alle Gewerbebetriebe, welche sich überhaupt auf Bauarbeiten erstrecken, in ihrem ganzen Umfange der Unfallversicherung unterstellt werden, so daß das Gesetz auf sämmlliche im Betriebe beschäftigten Arbeiter, auch wenn sie nicht auf Bauten beschäftigt werden, Anwendung findet. Es haben also jetzt die Tischler, Maler, Glaser, Klempner u. s. w. die fämmtlichen von ihnen gezahlten Löhne den Berufsgenossenschaften nachzuweisen und eS werden dafür alle oorkommenden Un« säüe, so auch z. B. wenn ein Lehrling für feine Meisterin Wasser holt und dabei einen Unfall erleidet, entschädigt.
Soweit in den eben genannten Betrieben teine Bauart» eilen ausgeführt werden, find dieselben nach wie vor unversichert, eS sei denn, daß sie einen fabrikmäßigen Umfang hätten oder mit Motoren arbeiteten. Nur bei den S ch o s s e r n und Schmieden macht das neue Gesetz mit Rücksicht auf die besonders hohe Unfallgefahr dieser Betriebe hiervon eine Au-nahme, indem eS dieselben ohne Rücksicht darauf, ob sie für Bauten arbeiten oder nicht, also z. B. auch die Schlaffer, die nur Geldschränke anfertigen und die sogenannten Hufschmiede, durchweg der Brr- ficherung unterstellt.
Ebenso find wegen ihrer Unfallgefahr die F leifch ere ibe trieb e sämmtlich in die Versicherung hineingenommen, während bisher nur mit einem Schlachthausbetriebe verbundenen Schlächtereien verfichert waren, desgleichen alle gewerblichen Brauereien, von denen bis
her ebenfalls nur die fabrikmäßigen Betriebe der Versicherung unterstanden. MM
lieber die im Vorstehenden' bezeichneten, durch die besondere Unfallgefahr bedingten Grenzen hinaus zu gehen, ist einstweilen vom Gesetzgeber nicht für durchführbar erachtet worden, und es wurde bei der Berat Hang des Gesetzes besonders betont, daß an eine Erweiterung der Unfallversicherung auf das Handwerk und Kleingewerbe sowie auf hä usliche Dienstboten nicht herangetreten werden körne. Nach ven gemachten
spät in tue Nacht hinein hielt das Phänomen an und die außerordentliche Hitze hörte erst gegen Mitternacht auf. In Sizilien trat der sogenannte „Blutregen" ein, d. h. mit röthlichem Staubsand untermischte großeZTropfen fielen zur Erde. Das abergläubische erschreckte Volk strömte massenweise in die Kirchen, und bald wurden Pcozesstonen gebildet, welche die Hauptstraßen durchzogen, denn man glaubte, daß das „Ende der Welt" bevorstehe. Auch in Neapel kam es »u sehr erregten^Szenen.WßAuch hier
regnete es „Blut". Mit einem großen Kreuze bewegte sich eine unabsehbare Menschenmenge durch die Straßen. Aehnliche Nachrichten veröffentlichen die heutigen Blätter aus allen süd- lichen Ortschaften: aus Caflrovillari, Avellino und Cisterna di Roma, wo ebenfalls die erschreckte, abergläubische Menge in die Kirchen stürzte und den jüngsten Tag vor der Thüre glaubte, l Bei der gestrigen — bereits gemeldeten — Feier.im Pantheon kam eS wieder zu antiklerikalen Aus schreitungen.
Erfahrungen sei für diese Betriebe die Organisation nach dem Unfallversicherungsgesetz, also die Einlheilung in Berufsgenossenschaften, nicht zweckmäßig und zum Theil auch wohl nicht durchführbar, sowie auch mit zu großen Verwaltungskosten, zu deren Deckung die gesammten Beiträge der Kleinbetriebe nicht ausreichen würden, verbunden. Bei den Schlosser- und sonstigen der Unfallversicherung bereits unterliegenden handwerksmäßigen Betrieben haben diese Bedenken wegen "bet Größe der Unfallgefahr zu- ruckstehen müssen. Die Frage, wie dem weiter- gehenden Bedürfnisse nach Ausdehnung der Unfallversicherung Rechnung zu tragen sei, wobei neben Handwerk und Kleingewerbe nodi mannigfache andere Betriebszweige in Betracht kommen würden, muß, wie die Motive zum neuen Gesetz besagen, für jetzt im Allgemeinen auf sich beruhen, sie gehört zu denjenigen zahlreichen Fragen auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung, hinsichtlich deren die Ansichten noch zu wenig geklärt sind, als daß es rathsam fein würde, schon jetzt eine Regelung zu versuchen.
Römische Briese, x.
□ Rom, 11. März 1901.
Im hiesigen Stadtrathe ist, wie schon kurz gemeldet, eine Krise ausgebrochen, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Die katholischen Gemetnderäthe waren schon lange mit dem, auch durch ihre Stimmen mitgewähllen, Bürgermeister Colonna unzufrieden und zwar wegen seiner patriotischen Brandrede, welche er, der alte römische Patrizier, am 20. September an der Bresche der Porta Pta vor den daselbst vereinigten Garibaldinern hielt und welche dem Fürsten den Titel eines „Sindaco liberale“ eintrug, was sich hier in Rom mit „Altkatholischer Bürgermeister" deckt. Nun kam noch die schmähliche Aengstlichkeit hinzu, mit welcher Colonna die Autorität des Gemeinderaths gegen den römischen Pöbel im Rathssaale verthcidigte, so- bie famose Geschichte des Nymphenbrunnens auf der Piazza Termini. Aus diesen und noch vielen anderen Gründen reichten die katholischen Stabt- räthe ihre Entlassung ein. Der Geweiderath hat sich noch nicht schlüssig gemacht. E n Wechsel in der Person del Bürgermeisters ist indeß wohl noch nicht zu erhoffen. Hundert junge Burschen brachten Colonna gestern eine „Sympathie"-Demonstrotion dar!
Der bekannte Bologneser Graf Aquaderni, welcher gewifferrnaffen den Geist der italienischen Bewegung auf praktischem Gebiete repräsentirt, hat in seiner Eigenschaft als Präsident des Comitato Jnternaziole per l'Omaggio ein Cir- kular erlassen, in welchem wieder von allerlei Festlichkeiten die Rede ist, welche bereits jetzt (!) für das 25jährige P pstjubilänm Leos XIII., sowie für den Tag geplant werden, an welchem ®e. Heiligkeit genau so lange den päpstlichen Thron inne haben wird, als nach der Annahme der hl. Petrus die Kirche regiert haben soll, nämlich 25 Jahre, 2 Monate und 7 Tage. Das tritt nun erst am 20. Februar 1903 und am 27. April 1904 ein. Scheint es nicht fast, als ob die leitenden Kreise der „praktischen" Bewegung nichts Wichtigeres zu thun fänden, als schon jetzt neue Festlichkeiten und Fest- und Ehrengeschenke zu planen, welche erst in 2—3 Jahren zur Geltung kommen können?
Gestern wurden die guten Italiener auf's Höchste erschreckt. Beim Oeffnen der Fenster wehte uns eine vollkommene Bockofenluft entgegen, und dunstig lag die Atmosphäre über Rom da. Die Hitze wurde immer stärker und mit ihr der Wind, welcher gar bald, gegen die Mittagsstunde, in einen starken Sturm auffartete, dem eine große Anzahl Kamine, Schornsteine und Fenster, Läden und selbst Dächer zum Opfer fielen. Es war bet alles erschlaffende Siroeco, der afrikanische Wüstenwind, welcher den feinen Sandstaub bis nach Italien hinüberträgt. Am Nachmittage ließ der Sturm ein wenig nach und eine das Tageslicht verdunkelnde, undurchsichtige Staubwolke lag Über der Stadt. Die Temperatur war auf 22 Grad gestiegen. Alles brachte die Nachmittagsflunden im Freien zu, aus Furcht vor einem etwaigen Erdbeben. Bis
3. ßxck/wxko mäw.
1. mit
Die deutsche Armee -UistoLe.
078.
In beistehender Zeichnung führen mir unseren Lesern eine genaue Abbildung der deutschen Armeepistole vor, die um deswillen so äußerst intereffant ist, weil sie die erste automatische Schießwaffe barstellt, die in der deutschen Armee eingeführt wurde. Bekanntlich sind mit dieser Pistole die Truppen unserer chinesischen Expedition ausgerüstet.
Die Pistole ist ein Selbst laber. Das Wesen der Selbstlader beruht bekanntlich darin, daß der beim Schuß im Lauf entstehende Gasdruck nicht allein zum Forttreiben des Geschosses, sondern auch zum Oeffnen, Auswerfen, Spannen, Laden und Schließen nutzbar gemacht wird, fodaß nur noch das Zielen, Abziehen und Magazinfüllen der willkürlichen Eigenthätigkeit de» Schützen Vorbehalten bleibt.
Die Uebertragung des Selbstladesystems auf Handfeuerwaffen hat erst in neuester Zett erhebliche Fortschritte gemacht. Die nach diesem System konstruirten Gewehre und Pistolen find theil» mit festem, theil« mit beweglichem Lauf versehen. Die Mauser - Selbstladepistole hat beweglichen Lauf. Ihr Kaliber beträgt 7,63 mm und sie führt im Magazin 10 Patronen.
In unserer Abbildung stellt Fig. 1 eine Seitenansicht der Pistole bar, mit angesetztem Kolben, sodaß dieselbe al» Karabiner gebraucht werden kann.
Hit Seichte eines KkhkiMiWm.
Autorisirte Uebersetzung auS dem Englischen von Karl Erland.
„Sind Sie jemals überlistet worden?" fragen Sie, und ich antworte: Natürlich! Wer hätte denn in seinem Leben keinen dummen Streich gemacht ! Aber ich soll Ihnen eine Geschichte erzählen!
Es ist ein paar Jahre her. Ich war gerade in den geheimen Polizeidienst eingetreten, hatte aber so viel Geschicklichkeit gezeigt, daß ich bald zum Inspektor deS Kensington-Distriktes ernannt wurde. Obgleich ich sehr jung war, kannte ich doch alle Verbrecher Londons. Sie kannten mich auch und wir verkehrten ziemlich freundlich mit einander, außer wenn wir geschäftlich mit einander zu thun hatten.
Wir plauderten, lachten und tranken zusammen, und es war durchaus nichts Außergewöhnliches, als der alte Benjamin Briggs mich eines Nachmittags auf dem Verdeck des Kenfington- OmnibuffeS traf und mir vertraulich die Hand schüttelte.
„Ra, waS thun Sie denn jetzt, Benjamin?" fragte ich. Nachdem er mich um Tabak gebeten »atte, feine Pfeife zu stopfen, sagte et:
„Nichts. Ich warte auf „Arbeit".
„Ah, Sie denken wohl, ich könnte ganz ruhig ein und einen kleinen Abstecher nach Paris machen, oder so," meinte ich scherzend.
„Meinetwegen, Sie soll« mir nicht so leicht
Der Kolben ist hohl und läßt sich aufklappen, so ein Futteral bildend, in welchem die Pistole Platz finden kann. Fig. 2 stellt die Pistole im Längsschnitt bar, sodaß man alle Theile ihres Mechanismus deutlich erkennen kann. Fig. 3 zeigt die Pistole in Seitenansicht mit dem von oben in da» Magazin einzusetzenden, 10 Patronen fassenden Ladestreifen.
Sämmtliche Theile der Waffe sind von Stahl.
Die Länge de» Lauf» beträgt 140 mm (— 18,3 Kaliber), die Seelenweite 7,63 mm. Der 102 mm — 13,4 Kaliber lange gezogene Theil, an den sich hinten das Patronenlager an- schließt, ist mit 4 rechtsgängigen Zügen von muldenförmigem Querschnitt versehen.
In unserer Zsichnung bezeichnet a) dar Schloß, b) das Magazin, c) die Schlagfeder, d) den Hahn, e) den Schlagbolzen, f) den Lauf und g) den Bügel.
Die Geschosse der Pistole, von Hartblei hergestellt, wiegen 51/, gr und tragen einen Rickel- montel um ihren cylindrischen Theil. Da» Kaliber beträgt 7,63 mm, die Anfanqrgeschwindigkeit dec Geschosse 425 m. Auf eine Entfernung von 10 m durchdringt da» Geschoß 12 cm Eichenholz, auf 300 m durchschlägt e» einen menschlichen Arm. Seine größte Tragweite beträgt 1000 m.
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in die Quere kommen," meinte er. „Na, übrigens, ich will es Ihnen nur gleich sagen, in ein paar Tagen gehe ich zum Bankier Schönwetter; wolle« wir um 100 Mark wetten, baß Sie mich nicht kriegen?"
Da» Anerbieten war erstaunlich unverschämt, Bankier Schönwetter war mit seiner Familie in Deutschland, und wir hatten den Auftrag, fein HauS scharf zu bewachen, da es viele Werthsachen beherbergte. Wir thaten natürlich unsere Pflicht redlich.
„Hören Sie mal, Benjamin," sagte ich, „ich nehme die Wette an, und, was mehr werch »st, ich bin sogar willens, zu bezahlen, wenn ich verliere."
Wir tranken ein Gläschen in High Street Kensington und bann trennten wir uns. Ich war froh, von ihm fortzukommen, denn mit einem Male ging mir ein Licht auf, daß sie den Streich vielleicht heute Nacht vorhatten. Anders konnte ich mir das seltsame Wesen deS alten Fuchses Benjamin nicht erklären.
Jackson, mit dem ich die Sache besprach, sagte: „Paß auf, die haben es gar nicht auf Schönwetters Hau» abgesehen, die wollen irgendwo in der Nachbarschaft einbrechen. Wir müssen die Augen offen halten."
„Natürlich," sagte ich und begab mich nach Schönwetters. @8 war ein herrlich:» Gebäude und wurde sorgfältig bewacht. Tin Bedienter »vor als Wächter zurückgeblieben. Ich benutzte die Gelegenheit, mit ihm zu pla ubern und trug