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mit Zlnterßattungs Meitage „JLuffrirte Sonntags-Zeitung"

JK 61.

JuLöa, Donnerstag, den 14. März 1901.

28. Jahrgang. i

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c< Eine neue Scharfmacherei.

Wenn man einer Mtttheilung Glauben schenken soll, die in der liberalen Presse auf­taucht, dann wären gerade jetzt „die Verhand­lungen zwischen dem preußischen Staatsministerium und den beteiligten Reichsämtern über die Frage, ob im BundeSrathe ein Doppeltari für die landwirthschaftlichen Zölle vorgeschlagen werden soll, in daS entscheidende Stadium getreten". Der Beschluß darüber so! „unmittelbar bevorstehen"; die Mehrzahl der preußischen Minister soll dafür gewonnen sein.

Eigentlich sollte man annehmen, daß über die Grundfragen längst die entsprechenden Ver­handlungen geführt und die Beschlüsse darüber gefaßt seien. Aber eS fehlt, wenn man genauer zusieht, wirklich an Beweisen dafür. Aus den verschiedenen Erklärungen von Mitgliedern der Regierung über den Stand der Zolltarifarbeiten läßt sich darüber wenigstens nichts entnehmen. Es ist also möglich, daß die Meldung richtig ist. Immerhin könnten diese Verhandlungen erst entstanden sein aus der Aeußerung von B e den ke n an dem preußischen Staatsminsterium heraus gegen den Entwurf mit dem Doppeltarif; denn der Entwurf war ja, wie halbamtlich be­richtet rouree, im Reichsschatzamte fertig gestellt und auf dem Wege an die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten. Also auch das könnte richtig sein, daß einzelne preußische Minister als Gegner des Doppeltarifs aufgetreten find und vielleicht noch auftreten.

Darauf kommt es hier aber weniger an. Dar Gigenthümliche bei der Sache ist die Art und Weise, wie die freihändlerische Presse in ihrem Sinne auf die Regierung einzuwirken sucht. Dafür ein Beispiel aus der nationalliberalen Berliner ,National-Zeiiung'. Diese schreibt u. A.:

Unterwirft sich die Regierung der Forderung eines Minimaltarifes, so ist sie in den Händen der Agrarier. Und aus welchen Gründen sollte man für wahrscheinlich halten, daß sie später von deren freiwilligem Zugeständnisse eine Nor- mirung der landwirthschaftlichen Zölle, mit welcher die Handelsverträge vereinbar wären, erhalten könnte, wenn man jetzt in der stä ikern Position den Kampf um diesen entscheidenden Punkt nicht wagt? . . .

Und an einer anderen Stelle:

Man würde das auch als formelle Waffe be­deutsame Recht des Kaisers zur selbständigen Verhandlung über Verträge mit dem Auslande und man würde die sachlich unüberwindliche Stellung aufgegeben haben, welche die Regie­rung jetzt für die Abweisung unannehmbarer Zumuihungen in der Thatsache besitzt, daß der bestehende allgemeine Tarif, auf Grund besten die Regierung auch über Handelsverträge zu verhandeln befugt ist, auf unbestimmte Zeit fort­dauert, so lange die Regierung nicht einem andern zugestimmt hat . . .

Genug davon! Die freihändlerische Taktik ist «ichtS mehr und nichts weniger als der Versuch, die Regierung scharf zu machen dazu, gegen die Anschauung einer ganz überwiegenden Mehrheit der Volksvertretung im Reichstage und dem ent­sprechend auch des deutschen Volkes Verhandlun­gen über Dinge einzuleiten, welche die wichtigsten

Don Stufe zu Stufe.

Roman aus dem Wiener Leben.

Bon L. d. Neidegg.

17 ------ (Nachdruck verboten.)

Er stellte ihr öfter feine Equipage zur Ver­fügung, überhäufte sie mit Spenden von Blumen und Obst. Der ersten Einladung waren mehrere gefolgt, «ind der Verkehr war fo rege geworden, als es bei der unverkennbaren Kälte der Windhager Schloßfrau anging. Eitel und gefallsüchtig, fand Stephanie Spaß an den ihr dargebrachten Huldigungen; besonders er­götzlich dünkte ihr, dieselben allen Mastngern zum Trotz entgegenzunehmen.

„Stephanie", sagte ihr die Schwiegermutter an jenem Vorabende von Annas Abreise, „es wäre mir lieb, wenn Du nicht mehr nach Windhag gingest, so lenze Dein Mann abwesend ist."

„Nicht nach Windhag? Nicht zu Ihrer vor­trefflichen Frau von Urbach?" rief Stephanie mit erheuchelter Verwunderung. „Höre ich recht?"

Das Verhältniß zwischen den beiden Frauen war so gespannt geworden, daß Stephanie, wenn ihr Mann nicht zugegen war, sich gar keine Mühe mehr gab, ihre Abneigung gegen die Schwiegermutter zu verbergen. Die alte Frau war scharfsichtig; sie sagte nicht viel, aber der eigenthümliche Blick der grauen Augen be- n>ie3, daß sie str ben Gedanken Anderer za

Jntereffen dieser Volksmehrheit auf's engste be­rühren, die geradezu zu den noth wendigen Da­seinsbedingungen weiter Kreise des deutschen Volkes gehören; und das nicht etwa aus höheren Ge­sichtspunkten heraus, sondern einzig und allein zu Gunsten ganz beschränkter Handelskreise. Denn man weiß doch allgemein, daß auf Unwahr­heit die Behauptung beruht, nur die Agrarier wollten den Doppeltarif in unsere neue Zollgesetz­gebung eingeführt haben. Zahlreiche Entschließun­gen industrieller Körperschaften beweisen das Gegen- theil, und aucd Kundgebungen mancher kaufmän­nischen Vertretungen sind in demselben Sinne er­gangen, so daß man nicht recht weiß, worüber man sich mehr wundern soll: über die Unver­frorenheit, mit der Hoffnungen auf der Unkennt- niß des Publikums aufgebaut werden, oder über die begehrliche Zudringlichkeit, mit der man sich an die Regierung heranmacht und diese dadurch zu beeinflußen sucht, daß man ihr Furcht vor den Agrariern vorwirft.

Das ganze Gebühren ist widerwärtig; und diejenigen, die in dieser Weise Politik zu machen suchen, haben für alle Zeiten das Recht verwirkt, über die Begehrlichkeit Anderer sich zu entrüsten. Schärfer in der Sättigung der eigenen Begehr­lichkeit ohne Rücksicht auf die anerkannte Noth- lage weiter und wirlhschaftlich höchst bedeutungs­voller Kreise des Volkes kann Niemand vorgehen als sie.

Deutsches Deich*

Berlin, den 13. März.

+ Der Mederarrfvau der Aotzfiönigs- 8itrg findet sich im Reichsetat vertreten durch die Forderung von 150,000 Mark als erste Rate des Reichsbeitrag-'s. Aus den Ausführungen des Staatssekretärs Grafen Posadowsky, mit denen dieser die Annahme der Forderung in der Budgetkommission des Reichstages am heutigen Mittwoch empfahl, ist heroorzuheben, daß die Burg historisch getreu in ihrer alten Verfassung wieder hergestellt werden soll, was sehr wohl möglich sei. Die Wiederherstellung der Burg liegt auch im Interesse der Belebung des Fremden­verkehrs in dem Bezirke, in dem die Burg liegt; der Kaiser strebe die Wiederherstellung der Burg an als historisches Denkmal im Jntereffe von Elsaß-Lothringen. Die Gesammtkosten des Baues sollen 1,439,000 Mark nicht überschreiten; da Elsaß-Lothringen die Hälfte der Baukosten trägt, entfallen auf das Reich wenig mehr als 700,000 Mark. Nach längerer Debatte wurde die For­derung bei der Abstimmung mit 15 gegen 9 Stimmen angenommen, also die Wiederher­stellung der Burg bewilligt. Gegen die Forderung stimmten die Freisinnigen, die Sozialdemokraten und einige Mitglieder des Centrums.

• Ein Kompta-ikttät» - Gesetz für das Deich ist ein lange gehegter und oft schon ge­äußerter Wunsch. Leider ist er bisher noch immer unerfüllt geblieben. Die Budgetkommission des Reichstage» hat am heutigen Mittwoch eine von dem Centrumsabg. Speck vorgeschlagene Resolution angenommen, in der der Reichs­kanzler ersucht wird, dem Reichstage ein Kompta- bilitätS-Gesetz vorzulegen.

lesen verstand und jede Abweichung von der Wahrheit merkte, — da lohnte es sich ja nicht, kleine Komödien aufzuführen.

Frau Weingärtner ließ sich auch jetzt durch Stephanies Worte nicht täuschen.

„Du verstehst sehr wohl, was ich meine," er­widerte sie kalt. „Eshandeltsich um Hrn. v. Urbach."

„Aber Mutter, da ich meinen Mann lieb habe, werde ich doch mit dem saden Menschen nichts zu tbun haben wollen?"

„Wenn ich das annähme, hätte ich Dir so­fort die Thür gewiesen," versetzte die alte Frau n einem Tone, daß Stephanie ein Schaudern überlief. „Ich merke aber, daß Herr von Ur­bach Dich mit frechen Augen ansieht, wie man das Weib eines Anderen nicht betrachten darf."

„Das sind so Ihre ländlichen Anschauungen, Mutter."

„Ländlich oder nicht, ich lege sie nicht ab, und wünsche, daß man sich in meinem Hause danach richte. Ist es Dir ober angenehmer, ich theile meine diesbezüglichen Wünsche Eduard mit, anstatt Dir, so sage es gerade heraus."

Stephanie erschrak. Die alte Frau war ja zu Allem fähig. Bester mochte es sein, einzulenken, „Mutter, Sie sind auf unglaubliche Ge- >anten gekommen und thun mir und dem Irbach Unrecht," versicherte sie. „Um des lieben Friedens willen gebe ich aber in Gottes Namen nach. Heute indeffen kann ich nicht anders und muß nochmals nach Windhag gehen, ich Habs versprochen und es ist Annas Abschiedsbesuch. Später will ich nur mehr mit Eduard hin. Jft's so recht? . .

+ Zur Ausführung de» Wechfeksten»- pekstenergefetze». Durch Beschluß vom 8. März d. I. hat der BundeSrath Ausführungs­bestimmungen zum Wechselstempelsteuergesetz er» lasten, welche bereits am 1. April d. I. in Kraft treten. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um eine Zusammenstellung der zur Zeit gütigen Vorschriften, deren Anwendung dadurch erschwert wurde, daß sie in einer Reihe verschiedener Bundesrathsbeschlüsse und Be­kanntmachungen des Reichskanzlers enthalten waren. Bei dieser Gelegenheit haben ~aud) einige als zweckmäßig erkannte Aenderungen Annahme gefunden, welche ausnahmslos von den beteiligten Handelskreisen als Verbesserun­gen und Erleichterungen empfunden werden dürften. So wird die Einführung neuer und namentlich auch höherer Werthe bei den Wech­selstempelmarken die Entrichtung der Abgabe erleichtern, während der eingeführte Farben­unterschied zwischen Marken im Werthe von 0,10 bis 0,50 Mark (grün), von 1 bis 5 Mark (blau) und von höherem Werth (roth und grün) Verwechselungen und damit irrigen Ent­wertungen vorbeugen wird. Die Vorschriften über die Entwertung der Wechselstempelmarken haben eine Vereinfachung erfahren insofern, als künftig auch die Weglassung der beiden ersten Zahlen der Jahresbezeichnung zulässig ist. Auch bezüglich der Erstattung des Berthes ver­dorbener Stempelzeichen treten Erleichterungen ein, indem der erstattungsfähige Mindestbetrag des Schadens von drei auf eine Mark herab­gesetzt und die Frist zur Anmeldung von Erstattungsansprüchen von vierzehn Tagen auf einen Monat verlängert wird. Von den bis­herigen Wechselstempelmarken bleiben diejenigen von 0,10 bis 0,50 Mark unverändert und daher nach wie vor im Verkehr. Die übrigen bisherigen Marken und die bisherigen Wechsel­vordrucke dürfen noch bis zum 1. Oktober 1901 weiter verwendet werden. Nach diesem Zeit­punkt ist ihre Verwendung nicht mehr zulässig, doch ist es gestattet, sie bis zum 1. April 1902 bei den mit dem Verkauf bravstvagten Post- anstalten gegen vorschriftsmäßige Stempelzeichen umzutauschen.

X Der Mangel a« kleinem Papier­gelde wird fortgesetzt empfunden, zum Theil in lästiger Weife. Aus dieser Erkenntniß heraus hat der Centrumsabgeordnete Speck heute (Mittwoch) in der Budgelkommisston des Reichs­tages die Frage aufgeworfen, ob es sich nicht empfehle, Zehnmarkscheine auszugeben und Reichskassenscheine in verme hrter Anzahl auSzugeben. Die Abgeordneten Dr. Paasche (nationalibetal) und Graf Stol­berg (konservativ), unterstützten die Anregung des Abgeordneten Speck, während der Reichs» schatzsekretär Freiherr von Thielemann im Widerspruche dazu auf ein kürzlich einge­holtes Gutachten der Reichsbank hinwies, wo­nach kein Bedarf nach Vermehrung der Reichs kaffenscheine vorhanden sein soll. Abgeordneter Müller-Fulda vom Centrum meinte dazu, er fei kein Freund der Papiergeldwirtbschaft, erkannte aber gleichzeitig an, daß ein Mangel an kleinerem Papiergelde vorhanden fei. Die Etats der Stempelabgaben, des Reichsschatz­

„Alte Hexe!" murmelte sie hinter der ab­gehenden Schwiegermutter her. „Könnte ich dir's nur vergelten! Wie dumm, solch ein Aufhebens zu machen wegen einer harmlosen Courmacherei! Und wie boshaft von ihr, Eduard auf Hetzen zu wollen! Er ist zum Thrü doch noch in Vorurtheilen befangen und wäre im Stande, Skandal zu machen. Gott weiß, ma§ dann noch für alte, lang vergessene Ge­schichten heraus kommen könnten! Nein, Ruhe um jeden Preis. Heute noch nach Windhag, zum letzten Male, dann aber möglichst bald fort aus Mafing — nach dem lustigen Wien.

* * ♦

Wahrer Galgenhumor erfaßte sie, in Wind- Hag angekommen. Sie sprudelte von Witz und treffenden, wenn auch nicht gerade feinen Be­merkungen. Marburger und Holzer wollten sich vor Lachen schier ausschütten, der Hausherr ließ sich herab zu lächeln. Franz allein setzte eine finstere Miene auf. Er sprach wenig, und alle seine guten Vorsätze in den Wind schlagend, be­gegnete er der „frechen Komödiantin", wie er Stephanie im Herzen nannte, mit äußerster Kälte. Frau von Urbach, ruhig und gelassen, wandte immer wieder das Gespräch und wußte durch ihre vornehme Zurückhaltung schließlich selbst der leichtsinnigen jungen Frau zu impo- niren. Ihre gewagten Scherze einstellend, fing diese von ihrem Manne zu reden an, und sagte, wie sehr sie bedauere, daß er heute nicht an­wesend sei.

„Zu fatal, daß der arme Edi erst morgen kommen kann, w» er dann gleich wieder mit

amtes und der Reichsfchuld, wobei diese Debatte fich entwickelte, wurden unverändert genehmigt!

+ IiusSür-schaft des Aeiche« für die ostafrikaaifche Keatralöatz«. Der als un- mUtelbar bevorstehend angekündigte Gesetz­entwurf über die Leistung einer Zinsbürg­schaft des Reiches für den Bau einer Eisenbahn von Dar-es-Salaam nach Mrogoro ist dem BundeSrathe bereits zugegangen. Sein kurzer Wortlaut ist folgender.

§ 1. Behufs Ausführung des Baues und des Betriebes einer Eisenbahn von Dar-es-Salaam nach Mrogoro durch die auf Grund der beigedruckten Sau» und Betriebskonzesfion und Satzungen zu bildende Oftafrikanische Eisenbahngesellschaft wird den Antheil- eignern der genannten Eisenbahngesellschaft die Ga­rantie deS Reiches für

a) eine Verzinsung der in diesem Unternehmen an­zulegenden Kapitals bis zur Höhe von 24 Millionen Mark mit 3 v. H. vom Tage der Einzahlung an —

b) die Zahlung deS um 20 v. H. erhöhten Nenn­betrages der jeweilig gelosten und als solche abzuftempelnden Anthetlscheine nach näherer Maßgabe der vorbezeichneten Konzession hier­mit bewilligt.

§ 2. Der Reichskanzler ist mit der Ausführung dieses GefetzeS beauftragt.

Dieser Entwurf unterscheidet fich tn wesent­lichen Punkten von dem, was man bisher über die geplanten Vereinbarungen mit den Berliner Banken erfahren hatte. Ehedem sollte die Zins- bürgschrft des Reiches erst nach Vollendung der Bahnstrecke eintreten; für die Ausführung der Bahn ist ein Zeitraum von fünf Jahren in Aussicht genommen. Jetzt wird verlangt, diese Zinsbürgschast des Reiches solle vom Tage der Einzahlung ab beginnen. Es ist kaum an­zunehmen, daß durch diese Aenderung die Annahme des Gesetzentwurfes durch den Reichs­tag wahrscheinlicher geworden fei.

• Die AerfieKmrg geeigneter Arveiter- rvohnrmgetk spielt diesmal — zum ersten Male!—• auch eine Rolle im Etat des Reichshaushalte«. Im Extraordinarium des Reichsamtes des Jnnem findet sich die Forderung von zwei Millionen „zur Förderung der Herstellung geeigneter Klein­wohnungen für Arbeiter und gering besoldete Be­amten m b n Betrieben und Verwaltungen des Reiches durch Gewährung von Beihilfen an Private sowie an gemeinnützige Nnternehmungen (Bau­vereine, Baugenossenschaften, Baugesellschaften rc.)." Die Budgetkommission des Reichstages beschäftigte sich heute mit dieser Forderung, die Staatssekretär Gras Posadowsky als einen Versuch be­zeichnete, dem größere Forderungen für denselben Zweck später folgen würden, wenn einige Erfah­rungen gesammelt sein und die Sache fich be­währen würde. Die Forderung wurde bewilligt.

• Das Gesetz über die privaten Mer- ÜHernngvrrsterneHmnngen ist von der zu­ständigen Kommission des Reichstages am heutigen Mittwoch in zweiter Lesung durchbe- rathen worden. Die Kommission hat im ganzen 26 Sitzungen abgehalten. Der.schriftliche Bericht vom Centrumsabg. Zehnter verfaßt, soll noch vor den Osterferien verlesen und vertheilt werden, sodaß dar Gesetz gleich nach den Ferien im Plenum des Reichstages berathen werden kann.

+ Morr der Mrügelstrafe. Zahlreich« Petitionen find beim Reichstage eingelaufen, die um eine Wiedereinführung der Prügelstrafe gegen Rohheitsverbrechen bitten. Wie im Vorjahre, so

Anna abreist. Es hat lange gedauert, ehe er mit dem Librettisten einig geworden ist, der ihn nach Bad Hall bestellt bat."

„Wir müssen eben trackten, Sie so zu unter­halten, daß Sie ihn nicht entbehren, gnädige Frau," bemerkte Urbach mit schlecht verhehltem Spott.

„So bekommen wir wohl bald wieder eine hübsche Operette zu hören?" erkundigte fich freundlich Frau von Urbach.

„Hoffentlich eine recht flotte?" meinte Mar­burger.

„Sine einträgliche vor allen Dingen wünscht« ich;" antwortete Stephanie. „Das bleibt mir immer die Hauptsache."

„Köstlich. Es liegt etwas Erquickendes in dieser Aufrichtigkeit," lobte Urbach.

„Warum soll ich nicht sagen, was ich denke? Ich tigeile die Kompositionen in zwei Kategorien: die, welche bewundert, kaum angehört und schlecht bezahlt werden, und die gut bezahlten, in die es nur so strömt, und die hinterher schlecht gemacht werden. Für letztere bin ich und rede Eduard fortwährend zu, sich ausschließlich auf solche zu verlegen; dazu schüttelt man die nur so aus dem Aermel."

„Ich bezweifle, daß Dottor Buschmann fich zu Ihrer Ansicht bekehren wird," meinte Frau von Urbach. „Er scheint mir nicht der Mann, der beim Komponiren ausschließlich das Geld- machen im Auge hat."

^.Thu' doch nicht immer so erhaben," schalt ihr Mann. „Wovon sollten Schriftsteller und Komponisten denn leben? Alle wollen fle Geld, möglichst viel Geld sogar und chnn recht daran."