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Der« und Verlar brt gulbaet XrtlrtttraOtNI xelerssaS« ß». 1 Cbarmonit).

J$59.

Juköa, Dienstag, den 12. März 1901.

28. Jahrgmig.

Deutsche« Keich.

Berlin, den 11. März.

+ Neste» das Befinde« des Kaiser» i. theilt der amtliche ,Reichsanzeiger' mit, daß der Kaiser infolge der erlittenen Verletzung genSthigt -tip, noch längere Zeit sich eine besondere Schonung ( aufzuerlegen. Aus diesem Grunde ist auch eine für den 22. d. Mts. in Aussicht genommene Enthüllung von Denkmälern in der Berliner Siegesallee bis auf Weiteres verschoben worden, lieber das Befinden ist folgender ärzliche Bericht ausgegeben worden: „Der Wundverlauf vollzieht fich in normaler Weife. Die Schwellungen der Augenlieder sind geringer. Schlaf und Allge« meinbefinden gut. Dr. von Leuthold. Dr. von Bergmann. Dr. Jlberg."

+ Dem Brinzregente« Luitpold von Bayer« widmet der amtliche ,Reichsanzeiger' einen Glückwunsch, in dem er heißt: „Wird dieses seltene Geburtstagsfest in den bayerischen Landen mit Kundgebungen treuer Anhänglichkeit für den geliebten Regenten begangen, so richten sich auch in allen andere» Bundesstaaten des Reiches die Blicke der Patrioten dankbar und verehrungsvoll auf den greisen hohen Herrn, der als Zeuge und Mitstreiter aus der großen Zeit des Einigungskrieges mit nur noch wenigen Fürsten der Nation erhalten geblieben ist. Dem erlauchten Verbündeten des Kaisers und Königs, dem getreuen Verwalter des bayerischen Röntg» thums, dem edelsinnigen Förderer der Kunst, der Wiffenschasten und der Humanität widmen wir ehrerbietige und herzliche Wünsche für noch viele Jahre einer gesegneten Alters 1" Der Kaiser hat ein herzlicher Glückwunschtelegramm an den Prinzregenten gerichtet, in dem er mit lebhaft empfundenen Worten seinem Bedauern darüber Ausdruck gibt, daß er an dem Ehren­tage des Prinzregentrn von Bayern diesem fern bleiben muß. Ais Vertreter des Kaisers reist der Kronprinz rach München.

0 Der «e«e Nachtragselal für Ah!«a ist beim Reichstage eingegangen. Tr beziffert sich, rote bekannt, auf ISO Millionen Mark.

X Der Beichstag har am Montag in rascher Arbeit den ganzen Kolonial-Etat erledigt. Dem Anträge der Budget-Kommission gemäß ist die Forderung von 2 Millionen für den Bau einer Bahn von Dar - es - Salaam bis Mrogoro durch das Reich abgelehnt worden, worauf Kolo- ntal-Direktor Dr. Stübel ankündigte, daß so­fort den gesetzgebenden Körperschaften eine Vor­lage zugehen werde über eine Zinsbürgschaft des Reiches für ein entsprechendes Prioatunternehmen. Sympathisch berührte daS energische Eintreten des Kolonial-Direktors für den frühere» Gouver­neur von Ostafrika, General-Major v. Lieb er t, deffen Verdienste er hoch rühmte im Gegensätze zu den vielen Angriffen, die der Genannte aus­zuhalten hatte. In Kamerun will der Kolonial- Direktor die Mißstände, welche auS den riesigen Landvergebungen seines Vorgängers entstanden find, nach Möglichkeit zu beseitigen suchen. Am Dienstag wird der Etat desReichseisenbahn-Amtes berathen.

h. Ai«e „Gesammtorganifntio« der I«de« De«tfchka«ds" wird von israelitische» Zeitschriften von Neuem angekündigt. Man et«

Roman auS dem Wiener Leben. Bon L. v. Neidegg.

16 ------ (Nachdruck verboten.)

Mit Frau Buschmann wußte er sich gleich auf freundschaftlichen Fuß zu stellen. Allerdings fand auch sie ihn lächerlich — war hätte sie aber Einem nicht verziehen, der gleich ihm un­verhohlene Bewunderung ihrer Person zur Schau trag! Dieser Jüngling wußte obendrein Be­scheid in allem; Theaterklatsch schien sein Lebens­element. Zwischen ihm und dem Hausherrn fitzend, unterhielt sich Stephanie vortrefflich; fie schwätzte und lachte überlaut, verdrehte dem blasirt thuenden jungen Manne den seichten Kopf, — entlockte sogar dem tatsächlich blafirten Urbach manches Lächeln. Nichts vermochte sie in ihrer geräuschvollen Heiterkeit zu beirren, weder die entrüsteten Blicke, die Franz von Zeit zu Zeit ihr zuwarf, noch die nicht mißzu verstehen­den Winke ihres Mannes. .

„Bet welcher Truppe wollen Sie denn ein­treten?" fragte fie Marburger, als es fich im Verlaufe des Gespräches gezeigt, daß er eben­falls Zögling der Militärakademie gewesen.

»Natürlich bei der Kavallerie. E n Gentle- vann kann nirgends anders dienen."

»Darfst froh sein, wenn fie Dich beim Train brauche« können," rief unbarmherzig Holzer, der Nch keine Gelegenheit entgehen ließ, den andern zu hänseln. Wirst schon sehen, was auS Dir

sieht daraus von Neuem, daß die Juden gar nicht daran denken, in der deutschen Bevölkerung auf­zugehen.

+ A«- Gesetz Aller die fiüvfikiche« Süß- fioffe ist dem Bundesrathe zugegangen. Süßstoffe im Sinne dieses Gesetze« sind alle auf künstlichem Wege gewonnenen Stoffe, die al« Süßmittel dienen können und eine höhere Süßkraft al« raffinirter Rohr- oder Rübenzucker, aber nicht entsprechenden Nährroerth besitzen. Solche Süßstoffe dürfen, wenn nicht besondere Ausnahmen vorgesehen sind, den Nahrung«- und Genußmitteln bei deren gewerbs­mäßiger Herstellung nicht zugesetzt werden. Die ge- werbrmäßige Herstellung von süßstoffhaltigen Nahr- ungs- und Genußmitteln soll nur gestattet sein in Kranken- und Kuranstalten und in Kurorten, wo der Zucker durch den Arzt verboten ist. Die gewerbsmäßige Abgabe von Süßstoff ist nur Inhabern von Süß­stofffabriken und solchen Personen gestattet, die die Erlaubniß der Steuerbehörde dazu erhalten haben. Als Strafe für Uebertretungen dieser Bestimmungen ist Gefängniß bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bi« zu 1500 Mark festgesetzt. Bei fahrlässiger Zuwiderhandlung tritt Geldstrafe bis zu 150 Mark oder entsprechende Haft ein. Der zum Verbrauche im Jnlande bestimmte Süßstoff unterliegt einer in vie Reichskaffe fließenden Verbrauchsabgabe (Süßstoff-Steuer), die achtzig Mark für ein Kilogramm chemisch reinen Süßstoffes beträgt. Die Steuer ist zu entrichten, sobald der Süßstoff auS der Steueraussicht in den freien Verkehr tritt. Außerdem enthält der Gesetzentwurf eine Reihe sehr wohlthätiger Kontrollbestimmungen für die Herstellung der Süßstoffe und gegen Steuer­hinterziehungen. Das Gesetz soll am 1. April 1902 in Kraft treten. Den Erzeugern künst­licher Süßstoffe soll also sehr viel Zeit gelassen werden, um sich auf die neuen Verhältniffe ein­zurichten. Der in Aussicht genommene Steuer­satz entspricht den gehegten Erwartungen und voraufgegangenen Ankündigungen; man kann damit zufrieden sein Die Vrrkehrsbeschränkungen bewegen sich aber nach dem Entwurf- in so weiten Grenzen, daß man nur den einen Wunsch hegen kann, diese Grenzen möchten durch die gesetzgebenden Faktoren ja nicht etwa rrch mehr erweitert werden.

• Weimar. 11. März. Der Vorst-Her der KultuSabtheilung im Ministerium, Herr Prwel- Rammingen, hat, laut der ,Frkft. Zig/ un­erwartet seine Entlassung erhalten.

A«s dem Reichstage.

-V 65. Sitzung vom 11. März.

Bor dem Eintritt in die Tagesordnung macht Präsident Graf Mall,Krem Mitthei'ung von dem Ableben deS Abgeordneten Freiherr» von Stumm. DaS Haus ehrt dar Andenken der »erstorbenen Mitgliedes durch Erheben von den Sitzen.

Auf der TageSorbnung steht der Kolonial» Etat, und zwar zunächst der Etat für Deutfch- O stafrtka.

AuS den Borfchlägen der Budgetkom- m i f f i a n ist Folgendes hervorzuheben: Für Bauten sollen nur 148000 statt der geforderten 398000 Mark bewilligt werken. ES sollen gestrichen werden die ge­forderten anderthalb Millionen Mark für die Fort­setznr, der Bahn Tanga—Koro,»e bis Mombo. Gestrichen sollen ferner werden die geforderten zwei Millionen Mark «lS erste Rate für eine Bahn

wird, jetzt wo kein Franz mehr da ist, Dir zu helfen."

„Ach ja, kein Franz!" seufzte der dicke AlphonS, und zum ersten Male kam ein natür­licher Ausdruck in fein Gesicht, als er dankbar auf Franz Urbach blickte. „DaS ist freilich schlimm!"

„Wird sich schon machen," tröstete dieser. „Unentbehrlich ist kein Mensch."

„Wie kommt es, daß Sie nicht gleich­zeitig mit ihren beiden Kameraden austreten?" er» km di sie sich Stephanie, mehr neugierig als taktvoll.

„Ich ... ich bin kein Vorzugsschüler, und mein Alter . . . pardon . . . mein Papa, ver­langt, ich solle noch ein Jahr büffeln. Er ist furchtbar aufs Lernen, der alte Herr. Ich will aber in ihn bringen, daß er mich herauSnimmt und zu einem Einpauker thut. Am Wiffeu liegt mir nichts, ich möchte nur Offizier werden. Auf Avarcement diene ich nicht und habe nicht den Ehrgeiz wie Franz, her mit fliegenden Fahnen vorwärts kommen will."

„Ehrgeiz ist etwas recht unbequemes," mur­melte Urbach in einem Tone, als ermüde eS ihn, das Wort nur zu hören.

„Nicht wahr? mir etwas Unbegreifliches;" pflichtete Marburger bei.

„Oho!" höhnte ihr Mann. „Ich dachte, ihr Frommen verpöntet derlei; aber freilich . . . der Magen der Kirchs ist groß, ihre Herrsch­sucht unbegrenzt. Freut mich, daß Du das in­direkt zugibst."

von Dar-eS-Salaam bis Mrogoro, als erstes Stück der vielbesprochenen Ostafrikauifchen Zentralbahn. Gleichzeitig beantragt die Kommission die nachfolgende Resolution:

„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, behufS Erbauung jenes TheilstückeS bis Mrogoro ent­weder auf Grund eines mit einem Privatunter­nehmer abgeschloffenen Vertrages, oder mit Hilfe des Privatkapitals auf annehmbarer Grund­lage dem Reichstage eine Gesetzes - Borlage zu machen."

Abgeordneter Wetzek (sozd.) hält nach wie vor gar nichts von unseren Kolonien. Er meint, noch mcht einmal die Sklaverei sei in denselben abgeschafft. Redner fragt, ob eS wahr sei, daß Hauptmann Kannenberg Nachts, durch daS Schreien eines KindeS gestört, aufgesprungen sei und Mutter und Kind er­schaffen habe.

Der nationalliberale Abgeordnete Aaste steht auf dem entgegengesetzten Standpunkte, lobt die Verwal­tung unserer Schutzgebiete durchaus und empfiehlt zur wetteren Hebung derselben Schaffung neuer Verkehrs­wege. Namentlich hebt der Redner die verdienst­volle Thätigkeit des letzten Gouverneur- hervor, des Generalmajors von Liebert.

Kolonialdirektor Dr. Stützet: Wenn Ostafrika noch nicht nach Wunsch sich entwickelt hat, so liegt das an dem Mangel an Verkehrswegen. Die Angriffe gegen Gouverneur von Liebert sind vollkommen un­berechtigt. Es ist eine phantastische Unwahrheit, daß die Eintreibung der Hüttensteuer ein Opfer von zweitausend Menschen in Folge ider entstandenen Re­volten gekostet habe. Die Kolonialabtheilung hat den Rücktritt Lieberts sehr bedauert. Sklaverei besteht nicht mehr. Auch die sogenannte Haussklaverei beruht nicht auf gesetzlicher Grundlage. Hauptmann Kannen­berg ist zur Dienstentlaffung und drei Jahre» Gefäng­niß verurtheilt worden.

Abgeordneter IreiHerr »•* Aertting vom Cen­trum wünscht Maßnahmen zum Zwecke der allmähligen Abschaffung der Haus-Sklaverei und der Schuld­knechtschaft.

Abg. Hraf Stoktzerg versichert im Namen der Konservativen, daß auch diese die Abschaffung der Sklaverei als ein Hauptziel betrachten.

Bei den einmaligen Ausgaben empfehlen die Abgg. Dr. Aaste (natl.) und Dr. Arendt de» Bau der Bahn bis Mombo für daS nächste Jahr. Nach einigen Bemerkungen der vbgg. Itichter (freis. Bp.), Aaste wird nach dem Anträge der Kommission diese Bahn gestrichen.

Zu dem Titel Ostafrikanische Centralbahn theilt

Kolonialdirel! Stützet mit, eS werde den gesetz- gebe>ven KL perst' en unmittelbar eine ZtnS- g arantie-Bor t a ge für eine von privaten Unter­nehmern zu erbeut >e Lentralbahn in dem Sinne der Resolution der K-a Mission zugehen.

Daraufhin w o heute nur die Forderung von zwei Millionen fiit eine durch das Reich zu bauende Bahn gestrichen und die weitere Debatte biS zum Eintreffen der angeluadigten Vorlage vertagt. Damit ist Ostafrika erledigt.

Der Etat für Kamerun wird nach kurzer Debatte genehmigt, ohne Debatte auch der Etat für Togo. SS folgt sodann daSSchutzgebiet inbüdweftafrika, wobei Abg. Wetzet die Begnadigung des Prinzen Aren- berg zu Gefängniß krittstren will, aber von dem Präsi­denten Graf«« Waltefirem daran gehindert wird mit dem Hinweise darauf, daß daS Begnadigungsrecht aus­schließlich ein Recht der Krone sei.

Abg. von WoKmar (sozd.) wünscht Burcnein- wanderungrn nach dem Schutzgebiete, trbenso der sret- kons. Abg. Arendt, der natl. Abg. Aast« und der freis. Abg. Mülter-Sagan.

Der Etat wird bewilligt. Ebenso werden bewilligt die Etats für die Schutzgebiete in der Eüdsee.

DienStag 3 Uhr: Etat des ReichSeisenbahnamteS.

A«s dem Landtage.

dB* Atzgeordnetenha»». — 46. Sitzung vom 11. März.

Die Berathun, deS Kultus-Etats wird fort­gesetzt bei der Position Schulaufsicht. Hierbei hat bekanntlich die Budgetkommisfion fünf der neu ver-

Sie schien feine Bemerkungen nicht gehört zu haben.

„Sie müssen mich aber recht verstehen, Alphons. Nicht den niedrigen Ehrgeiz, nur sich empor zu bringen, wünsche ich Euch jungen Leuten: den Ehrgeiz, Großes, wahrhaft Gutes zu leisten, sollt Ihr haben. Ich denke dabei an den Ehrgeiz der Meister, die unsere Dome bauten. Gott zur Ehre, der Nachwelt zur Er­bauung, strebten fie, der Nachwelt Vollendetes zu hinterlassen. Die eigene Person trat in den Hintergrund. DemÜthig blickt das Bild des namenlosen Meisters, der Herrliches zu schaffen verstand, aus irgend einer verborgenen Ecke seiner Schöpfung hervor. So soll ein jeder zu wirken suchen."

„Zu hoch für mich, viel zu hoch," näselte ihr Mann. „Wer fich abplagt, sollte wenigstens etwas davon haben. Für mich bleibt übrigens die Hauptsache das Leben und genießen; das ist das einzig Wirkliche. Was die Nachwelt von mir denkt, ist mir schnuppe."

„Mir auch!" stimmte der dicke Jüngling bei, einen Berg Gefrorenes auf feinen Teller ladend."

„Der Anficht find wir doch wohl Alle," meinte Stephanie. „Sich des Lebens freuen ohne Rücksicht auf das, was vor uns war und was nach uns kommt, ist daS einzig Praktische."

Franz widersprach ihr sofort: „Es wäre traurig, wenn Alles so dächte," sagte er in seiner «en Weise. „Aller Idealismus wäre aus

!t geschafft, würde Ihre Anficht allgemein." „Idealismus! Abgedroschene Phrase! Mir ist fie zum Ekel geworden;" gähnte sein Vater.

langten KreiS-Schulinspektoren gestrichen und beantragt, di« entsprechenden Gelder für KreiSschul- Jnspektoren im Nebenamt« zu verwenden. Es handelt sich um Schulinspektoren in Eschweiler, Preußisch Holland, Stutthof, Itzehoe und Recklinghausen.

Kultusminister Skndt erklärt sich bereit, für die nebenamtliche Verwaltung der KreiSschul-Inspektion nach Möglichkeit einzutreten, er kann aber nicht ver­sprechen, daß die entsprechenden Mittel schon im nächsten Etat eingestellt werde» würden.

Abg. Dr. v. A«tzdetzra«d (kons.) dankt dem Mi­nister für sein Entgegenkommen; dagegen verwahrt fich der freisinnige

Abg. Hrnst gegen die Annahme des, wie er sagt, einseitig konfessionellen Standpunktes deS Ministers.

Die Abgg. Frhr. v. Iedlitz (freikons.) und Aa»««- Serg (natl.) treten für die Bewilligung der gestrichenen Kreisschulinspektionen ein.

Abg. Dr. Mirich (Ctr.) erklärt, ein Theil seiner politischen Freunde »erde in den Fällen, wo ein Be» dürfniß anerkannt sei, für die hauptamtlichen KreiS- schulinspektionen eintreten. Andere halten an der Auf­fassung fest, daß die Kreisschulinspektion im Nebenamt« das allein richtige sei, worauf der

Anlt«vmi«ister erwidert, das Centrum habe durch diese Erklärung seine grundsätzliche Stellung aus- gegeben und wolle künftighin nur nach seinem Willen entscheiden. Die Stellung, meint der Minister, mag bequem fein; vielleicht ist sie zu bequem.

ES werden hierauf fünf Stellen im Hauptamt« be­willigt, nämlich Bochum katholisch und protestantisch, Itzehoe, Recklinghausen und Charlotten- burg. Die geforderten Stellen i» Eschweiler, Preuß.-Holla»d und Stutthof werden in di« nebenamtliche Verwaltung der Kreisschulinspektionen eingestellt.

Bei dem Titel „Remuneration für die Thätigkeit der OrtSschulinsprktoren" bringen die Abgg. Simmermann (freikons.), Stanke (Ctr.) und zmula (Ctr.) verschiedene örtliche Angelegenheiten zur Sprache. Namentlich die Centrumsredner führen Beschwerde darüber, daß bestimmte Geistliche nicht zur Schulinspektion zugelaffeu werden und auf erhobene Be­schwerden keine oder nur ganz ungenügende Antworten erfolgen.

Bei dem Kapitel „Höhere Mädchenschulen" beweist

Abg. Da-tzach (Ctr.) durch Ziffernmaterial, daß katholische Schulen hinter protestantischen zurücktrete« müssen, worauf

Geheimrath Afigker antwortete, er halte die Zahlen für keine Beweise. , __

Auf ‘eine Anregung des Centrumsabg. Schmich bemerkt der Minister, daß er ein Votum deS Hause« über eine gesetzliche Regelung der Schulpflicht für sehr wichtig halten würde.

DienStag 11 Uhr: Fortsetzung.

AnsLarrd.

fz A«sterd«m, I I. März. Dem.Handels- Hab' wird aus B alavia über einen Zu­sammenstoß von Regierungstruppen und Atchi- nefen gemeldet: Die Festung Pajareube, westlich des Pebirfluffes, ist von holl ändische» Truppen genommen worben; 77 At chi- nefen würben getöbtet; viele sind ertrunken. Auf holländischer Seite würben zwei Mann getöbtet, ein Kapitän und sieben Mann verwundet.

0 London, 11. März. Vom südafrika- nischen Kriegsschauplatz meldet Reuters Bureau aus Bloemfontein, baß Dewet fortgesetzt nordwärts marschire, um die Eisenbahn in östlicher Richtung zu Überschreiten; wahrscheinlich ist er j»tzt irgendwo westlich von Kroonstab. Viele früheren Feinde Englands in Bloem­fontein, Braadfort und Kroonstab haben sich jetzt den Englänbern angeschloffen. — Hier heißt es, bie Kapitulation« -Bedingungen

„Ganz unmodern!" unterstützte Marburger, wurde nun aber von Holzer angegriffen, der witzig und schlagfertig den Gegner trefflich ad absurdum zu führen verstand. Ein kleiner Wortwechsel entspann sich zwischen den junge» Leuten, und es war gut, daß bie Tafel auf­gehoben würbe, ehe das Geplänkel zum Streite auSartete.

Marburger wich nicht von Ttrphanie'S Seite. Als er im Salo» einen SteinwayflÜgel erspähte, drang «r in sie, bie Gesellschaft durch ihren Ge­sang zu erfreuen. Erst zierte fie sich ein wenig, sagte, fie müffe sich sehr schonen, dürfe höchstens ein paar Lieber singen; schließlich setzte sie fich an« Klavier.

Sie besaß unleugbar musikalische Begabung, ihre Klaviertechnik verbiente alles Lob; im Vor­trag einer gewissen Gattung Lieder entwickelte fie eint Kraft, eine prickelnde, überschäumende, oft bachantisch wilde Lebhaftigkeit, welche Fein­schmecker in diesem Fach zur Begeisterung hinriß. Als Schauspielerin verfügte fie über ganz unge­wöhnliches Talent. DaS Komödienspiel war ihr so in Fleisch und Blut Übergegangen, baß fie e8 auch aufs tägliche Leben ausdehnte. Einest fehlte aber ihren Talenten: der sittliche Kern; so war fie bei aller Begabung doch keine echte Künstlerin geworben, sondern nur dasjenige ge­blieben, was die Franzosen bezeichnend „une cabotine” nennen.

Ihren Vortrag mit einem einfachen Liedchen beginnend, das ihr Mann in Musik gesetzt, wo­bei fie, den Kopf nach ihm gewenoet, ihn zärtlich ansah, gewann fie durch diese Aufmerksamkeit