Erscheint täglich, an. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
-»sugiprei, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Äulbo und aus» LürttlM.bvPf.
Knsrrale: einspaltige Petitzeile oder deren, RaumlöPfg.Me. llamen die Petit» zcile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt
Ve»a«t»«rtltch: AL» di« »«daltiou I«h Sex*. für Jeierat« 3. P«»3«IU» in Fulda.
mit Ztnterhatlungs-Beilage „Illustrirte Sonnlags-Zeitung!'
Stuf nni Vre'.äj brr Sutdae» Ni-Nendrut-stM peterwag« ar. * (»armunül.
28. Jahrgang.
M 58.
Wahrheit war nämlich gerade wenig davon zu
könnte, die die kulturkämpferischen und kirchen
,3a, wir find altväterisch", mischte sich kampf. t an»«} pt« Sie konnte die Zurück
mngro
Stephanie sie ab
Roman aus dem Wiener Leben.
Bon L. v. N e i d e g g.
G Die beunruhigten Kulturpauker.
Das Gewisien der L-ute, denen der Kulturkampf im Blute steckt, wenn sie das auch nicht zugeben wollen, muß wohl nicht besonders gut sein. Bei der allergeringsten Veranlassung werden sie unruhig: ein Minister braucht nur von fern her die Möglichkeit anzudeuten, daß endlich | und enolich einmal mit den Risten der Kultur- kampss - G.setzgebupg aufgeräumt und wirklicher Friede zwischen dem preußischen Staate und den Katholiken gemacht werden könnte, sofort empört sich ' das Häuflein der Kulturkämpfer und bricht in ein Wehklagen aus über den Rückzug des Staates vor dem Ultramontanismus, vor der Macht des Centr-ims, vor der Herrschaft der katholischen Kirche und was es sonst noch gibt an Redensarten in dem Wörterbucheder Kuliurpaukerei.
Jetzt sollte es der Kultusminister Dr. Studt gewesen sein, der im preußischen Abgeordnetenhause ein „kuchevpolitisches Programm" dargelegt und eine Revision der Kucherges-tzgebung ange- kündizt haben sollte zu Gunsten der katholischen Kirche; und namentlich von der edlen Zunft der Kulturpaukerei fühlte sich beunruhigt die freikon- servatwe ,Post' mit ihrem Freiherrn v. Zedlitz bis ganz tief in das „freisinnige" Lager hinein,
S)n Ausdruck „Revision der kirchlichen Gesetzgebung" ist wirklich in den Darlegungen des Ministers vorgekommen. Aber wie außerordentlich geringfügige Bedeutung diesem Ausdrucke beigem csien ist, geht aus der bereits hinlänglich bekannten Thstsache hervor, daß der Herr j Minister in dem amtlichen stenographischen Sitzungsberichte ganz erheblich „korrigirt" hat: Ec hat rämlich etwas ganz Anderes in den Sitzungsbericht hinetngeschrieben, als er gesagt hat; und nun ist von „Revision der Kirchen-1 gesetzgebung" und dergleichen auch nicht m H: ein Hauch zu spüren. Und darum Räuber und Mörder! Der Herr Kultusminister hat ja nicht einmal Aussicht darauf eröffnet, daß die drückenden Ausnahmebestimmungen gegen die katholischen Krankenpflege-Orden aufgehoben werden!
Außerdem klagt insbesondere die freikonservative „Post" über die „beunruhigende Wirkung der sehr weit gehenden Annäherung" der Konservativen und des CentrumS. Nun, endlich, nach voraufgegegangener langer Periode der gegenseitigen Verkennung, haben diese beiden Parteien sich auf das Viele besonnen, das ihnen gemeinsam ist. Die Annäherung ist weiter nichts, als ein naturnvthwendiger Vorgang, der sich außerdem so öffentlich wie nur irgend möglich vollzogen hat. Im übrigen dürfte es schwer sein nachzuweisen, daß gerade bei der Kultusdebatte der
Euere Frau von Urdach, aber eine solche, d»e Andere in die Hölle treibt. Alle schimpft Ihr über ihren Mann, werft ihm Gott weiß was vor. Die reine Langweile hat den auf Abwege
lächter ein: v,- -
bares Ehepaar, Schwägerin?"
Frau Weingärtner würdigte den Frager keiner
die katholische Kirche, solcher Gemeinheiten macht sich gerade die Presie schuldig, die die M«nung der bevorzüaten Leute „von Bildung und Besitz wiedergeben will ... Man weißi nicht recht, was man dabei erstaunlicher finden soll: die Niedrigkeit der Gesinnung, die zu solchen Mitteln der bewußten Verleumdung greift, oder die F r e ch- heit, mit der auf die Leichtgläubigkeit der Leser spekulirt wird, um statt Leichtgläubigkeit nicht ein ander-s Wort zu brauchen. Wird es denn niemals hell in unserem Vaterlande werden?
«S wäre eine bessere Welt, wenn mehr Menschen dieser Dame glichen.
Deutsches Deich.
Berlin, den 9. März.
-4- Srinzregent Luitpold vor» Aayerv. Am 12. März begeht der Regent des Königreich« Lern' Prinz Luitpold, seinen 80. Geburtstag aus welchem Anlaß wir unseren Lesern beistehend eine nach der neuesten Originalausnahme gefertigte
welche feststellt, daß im Jahre 1900 eine Kohlennoth bestanden habe, und daß hier und da die Konsumenten nur unter wucherisch e n Preisen und unter belastenden Bedingungen Kohlen erhalten konnten. Eme andere Resolution, welche beantragt war und d 1 ;ane nicht überall gesunde Eatrmckelung des Kohlen- verkaufs und des Marktes feststellen will, gab zu einem langen Hin- und Herreden Veran- lassung, ohne daß es zur Abstimmung kam. Die Regierung gab statistische Mitthellung-n über den Vertrieb der oberschk sichen Kohlen.
feindlichen Neigungen auch bei den Freikonser- vativrn wieder aufregt. Gerade aber dadurch aber bekunden die Herren, daß sie ihrem innern Wesen nach mehr mit der Linken gemein haben, als mit denen, mit denen sie gemeinschaftlich das Beiwort „konservativ" sich beigelegt haben.
Geradezu skandalös aber treiben es gegenwärtig wieder einmal nationalliberale Provmz- blätter. In diesen wird den Lesern ein lügenhafter Bericht aus Frankreich aufgetischt, wonach in einem dogmatischen Lehrbuche, das in den französischen Priesterseminaren eingeführt fein soll, folgender Satz vorkommen soll:
„Die Kirche hat von Gott die Vollmacht erhalten, diejenigen, die von der Wahrheit abweichen, zu zwingen und zu unterdrücken nicht nur durch geistliche Strafen, sondern auch
"durch zeitliche und körperliche Strafen, das „heißt durch Beschlagnahme ihrer Güter, durch
Geldstrafen, durch Gefängniß, durch Geißelung, durch Folterung, durch Verstümmelung und
"durch den Tod ..." 1 -«-»
Mit solchen gemeinen Lügen und Verleum- 1845 zu
hielt sie mit jeder Meinungsäußerung möglichst »urück Seit die Schwiegertochter im Hause anwesend, befand sie sich in einer Aufregung, die sie kaum zu unterdrücken vermochte. So wenig vortheilhaft sie sich Stephanie auch vorgestellt, diese blieb ncch hinter ihren Erwartungen zurück. Mit kritischem Blick, schonungslos, studirte und durchschaute sie dieselbe, und blieb in jeder Beziehung unbefriedigt.
Daß sie nicht beten konnte, hatte sie in der
ÄfÄ”; Ä»» । Ä ■ D-,
RäHJiää.*I■*'ISS*• *»**TSäÄ 0
’■ taÄÄ “ ® »W e« *”«” «SK, .MM R-,t. w d-m da
ÄI?ÄSIÄ». ।*■ *•* *■'• *’■***•"
,611 «I Dntel Rast Schtmgs-a - »i* »r den Mann, er ist so übel nicht. Mit der m wandtschaft sind Sie im Jrrthum, da kann er
Famos! Ist das nicht ein kost-1 nichts dafür, ^ladenhatt " S r. Sckwäaerin?" aber da« wäre nicht gegangen, oy w
— * • . deren zu laden, und das hätte eine g 0
Frau Weingartner wuroigie oen oruyti w»» .,»»ben."
Antwort. Der eigenen Heftigkeit sich bewußt, | ®e1eII^cL9,9^etl, Von dem, was Sie da sagen glaub' ich kein Mörtel", lachte Gruber X' wollm mir aber -in- Freud' damit machen und das ist hübsch von Ihnen. Sie und der Eduard sind immer gut zu mir wenn ich m» in Wien einen guten Tag machen will komm ich auch zu Ihnen. Nur von dem Patron, dem Urbach dürfen'« mir da nicht reden . - •
„Aber Onkel Nazi ..." T „ir
Still! wenn ich von dem nur bor, laust mir schon die Gall' über. Da ist sein Sohn, Franz, was anderes. Ist das -in brav-s Burschet. y pt raten an.
Portraitzeichnung des Genannten geben. Bekannt-1 desselben wurde denn auch eine Resolution gr- lick sübrt derselbe seit über 14Jahren die Regent- faßt, daß man den Bau von afrikanische schäft an Stell/ des unheilbar erkrankten König« Eisenbahnen den Privatunternehmern über- Otto von Bayern. Das bayerische Herrscherhaus, lassen solle, allenfalls jedoch mit einem Zuschuß die Wittelsbacher, sind ein altes Dynastengeschlecht, des Reichs zu den Zinsen. Für d,e 8^w Wung aus dem das jetzige bayerische Königsgeschlecht der afrikanischen Bahnen stimmten nm di- Kon entsprossen ist; der Ahnherr desselben war der seroatlven, em J
Markgraf Luitpold von Bayern, der im Jahre der antisemitische Abgeordnete^Werner (Lerrrel-r 907 starb. Die im Laufe der Jahrhunderte schließ- des ^WreMkwch lich allein übrig gebliebene Linie Pfalz-Zweibrücken, »st auffallend, dH es Herrn Werner der docy die vom Jahre 1654 bis 1718 auch den schwe- hauptsächlich von Bauern gewählt ist, vle dis-ben T(non inne hatte erbte im Jahre 1799 neue Lasten drückend empfinden müssen, so wenig di?PfalI und Bayern und nahm im Jahre 1806 darauf ankommt, große Summen aus R-lchskoste den Königstitel an. Sie blüht noch jetzt in Bayern m Afrika zu bewilligen wahrend "'s'-ine^ n[S fnninlicfip Linie (Könia Otto) und als Herzog- Wahlkreise man seit langen Jahren
äi9!5 «ii“Ä«r.uSdÄ S S.Ä”äst"«?
von Oesterreich-Toscana. Er ist am 7. Januar lich dem deutschen Bauern ebenso zur Last fallen
Mit solchen gemeinen xugen unu , i^^zaMünchen geboren, General der Infanterie I wie den ®i^efnbp^^eX^en '
buncen sucht man^ im Lande Stimmung zu machen und mit der Erzherzogin Theres^ von Oesterreich-Este | sitzern der afrikanische P! . . §
aeac« den Toleranzantrag des Centrums und gegen vermählt und hat 10Kinder (3Sohne und ^Tochter). > * Ja der -^vHkeÜkowmisfi Mikstände
9e8eP .... ntAÄf I fe Ja der Nacht vom Freitag zum Samstag, ordnetenhauses, welche über di- wiltzsta
gegen Mitternacht, ist, wie schon telegraphisch ge- heim Verschleiß der Kohlenproduktion benety, meldet, der Reichstags - Abgeordnete Ireiherr ist man bis jetzt laut der ,Freisinnig-nZ-itung
v. Kt«MM Sstverg in seinem Schlosse Halberg nut $tl der Annahme einer Resolution gekommen,
gestorben."Mit ihm ist ein Mann aus diesem > **** 1900 c‘ne
Leben geschieden, der so stark wie selten einer im Vordergründe der politischen Kampfe stand. Mit dem Centrum lebte der Abgeschiedene nicht auf gutem Fuße; aber der ehrliche Mann schätzt die Vorzüge am Gegner ebenso wie am Freunde, und Freiherr v. Stumm besaß der schätzenswerlhen Vorzüge viele. Die Stellung, welche er in der Politik einnahm, ist bekannt genug. Frhr. v-Stumm war geboren in Saarbrücken am 30. März 1836, Mitglied des Reichstages von 1867—1881, und dann wieder von 1889 an. Dem preußischen . oen »tun» »» -7-1--7 •«,
Lerrevhause gehörte er seit 1882, dem Staats- Daraus ergibt sich unter anderem, daß an G- N K 1870 an. Im Reichstage vertrat er nossenschasten 1900 95000 Tonnen begebe» den Wahlkreis Ottweiler-St. M-ndel. I sind und 1901376,000 Tonnen andies-lber getz-ben
I- In derAndgelkommiffio« des Reichs- werden sollen. Darunter stad ,fe unl) tages machte der Vorsitzende heute zu Beginn und Offenbacher,.Konsumverein- Breslau u^ her8 Sihuna den Mitgliedern Mittheilung von und Görlitz, Lagerhausgenossenschast N.us z b-m Abl-b8-n°des Freiherrn v. Stumm. Er di- Textilindustrie in Breslau und etwa 190 erbat und erhielt die Erlaubniß, Namens der kleine landwirtschaftliche
Kommission an die Wittwe deS Verstorbenen ein + Der Gtat ^^Aier Budget- Kondolenz - Telegramm abzusenden, da Freiherr Amtes ist Sams ag Angriff genommen v. Stumm langjähriges Mitglied der Kommission Immission desReichstagesin Angriff g^^^^ gewesen sei. Alsdann wurde m einer kurzen Be- worden. Drr Berathung ist name m ratbuna derKolonial-Etaterledigt, indem die interessant, weil der Präsident des q Forderung der Regierung für eine Eisenbahn von bahnamtes, Geheimerath Dr. Schu ß, 8 Dar-ek-Salam-Mrogro, die 150 Millionen kosten Mittheilungen machte aus d rlüngst °vg- als erste Rate (2 Millionen Mark) mit haltenen Eisenbahn-Konferenz, Dana^ moßer Mehrheit abg eleh nt wurde. ES wurde sollen Versuche unternommen, w-rden, dw M
darauf aufmerksam gemacht, daß, wennb^wan üblichen Signale durch h 0^ sollen die
solche Riesensummen in den afrikanischen Wüs^- ergänzen. .hRffnunüen eingerichtet wer- neien sestlegen wolle, der Eisenbahnbau in Deutsch- Fenster zuNoth ff »-i.nr«n «« bie vor-
Sßttflttt äett sehr beeinträchtigt werden den. Di- Einsetzung von Thüren m die vor
müffe^Ab?Müll r-Fulda wies noch be- handenen I'Wagen isl- unaussti^ dagegen HÄ Ä 6ta. daß .« in D»Uchl-°!> arm« I-° bi«
! G-aenden a-nug gäbe, die einer Eisenbahn gesetzt, und es sollen Schutzvo daß sie b*g«nb b-da,s-n und feit 3**««”« ««»«*>> werden können; auch
9eb^!,t wahr, Du kennst ihn sehr gut, 14 ------ (Nachdruck verboten.) I Cuttet?" fragte Anna neugierig.
Nein;" widersprach Urbach zornig, „Nein; Stephanie fühlte, wie ihr Mann sie Urschend die kannst Du sehen wenn Du allein bist. Ich ansah; sie die Stiestochte.^ae> den S h - maa von der Sippschaft nichts wissen." tern nehmen und schütteln wögen.
^Unterdessen drohte auch bei der heimkehrenden „Sehr gut? Warum sollte ich 0 DoktorsamUi-eine Meinungsoerschiedenhnl sich zum kennen? Ich kenne -ine ganze Menge Me sch , Streite zuzuspitzen. Hier waren die Bewohner ihn nicht besser, w»e hundert andere.
Wstidhag zum Gesp"ächsge«enftand geworden. , „Ich dachte, weil Ihr so viel von früherer Stevbanie die sich unverblümt dahin ausge- Znt gesprochen habt. ., . . y..
wrochen si- habe Frau von Urbach langwellig „Da hast Du hast was Unrichtiges gedacht, unb unlieberSwütbig gefunden, mußte sich eine Jungfer Naseweis; antworteteS^phanie- Art Zurechtweisung von ihrem Manne gefallen An ihres Mannes Arm fich hungr , s ch lassem der sie für eine interessante Erscheinung sie dessen Hand und sang halb. „Nur «
»klärte. Sie habe Durchgeistigtes, das ihn an kenn' ich, nur -men, und hab ihn von Herzen
Fiesole'sche Engel gemahne, wollte er heraus- li-b . . . . diesen dw
y iiS £mten gern «tatm B.rgl-t» H l* st-. .0 Ihr tatofen alt°-I-r>sch-» M-n.
der der Frau, welche sie wahrhaft verehrten, scheu!" Minn-s Sand
einen Platz unter den Engeln anwi-S. Tantel ^iebec _fie tWjRaxmrö jm,
nach, daß um ihretwillen Ignaz, der sonst Masing 8. K a p i t e l.
verabscheute, hieher zurückgekehrt war. „Wir ^-in so was! So ein nette» Weibert! hängen an der guten alten Sitte, und altväterisch schmunzelte der alte Gruber, al« Stephanie im wollen wir bleiben." duftigen Sommerkleid- vor ihm tänzelte, und y
Schauen's, daS hab' ich Ihnen gleich ange- einen tiefen Knix machte, hocherfreut u sem
Buschmann lachte: „Binden Sie mit ihr nicht Schade! Schade!" an, Tante Papi. Sie ziehen sonst den kürzeren,1 — Ql
gerade so wie ich."
Gruber stimmte mit lautem schallendem Gr-
-------------------
Juköa, Montag, den 11. März 1901.