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mit Jlirterhaüungs -Meikage „Jflustrirte Sonntags-Zeitung" Ket«r»«-St Ui. 2 Otarmonie).
M50.
Jul^öa, Freitag, den 1. März 1901.
28. Jahrgang.
«X Landflucht.
Dir letzte Volkszählung gibt sehr lehrreiche Aufschlüffe über die Abnahme der Landbevölkerung und die überraschend starke Zunahme der Städte an Einwohnern, namentlich gerade auch der an sich schon großen Städte und der ausgesprochenen Jndustriebezirke.
Diejenige preußische Provinz, die am meisten Anspruch hat auf die Bezeichnung einer land- wirthschaftlichen Gegend in Preußen, man kann sagen im ganzen Reiche, ist gleichzeitig diejenige Provinz in Preußen, die im Vergleiche mit der Volkszählung von 1895 eine unmittelbare Abnahme der Bevölkerung aufzuweisen hat, nämlich um 0,61 o. H.; und dabei hat gerade die Provinz Ostpreußen den stärksten Geburtenüberschuß in ganz Deutschland aufzuweisen! Die Abwanderung aus Ostpreußen muß also ganz außerordentlich stark sein. Greift man aber einzelne Kreise heraus in den Provinzen mit überwiegend landwirthschaftlicher Bevölkerung, so bekommt man noch ganz andere Zahlen. So haben von 1895 bis 1900 abgenommen die Kreise Kulm (Westpreußen) um 3,19 v. H., Graudenz Land (Westpreußen) 3,91 v. H., Schlochau 2,24, Deutsch-Krone 2,05 v. H. und so fort. Ganz genau so steht es anderswo aus: in Schlesien hat die Bevölkerung in den Gegenden mit Bergwerk und Industrie stark zugenommen, so stark, daß die Zunahme der Bevölkerung in einigen oberschlesischen Bezirken von 1895 bis 1960 mehr als 39 ». H. beträgt; aber nicht weniger als 25 Kreise derselben Provinz mit überwiegender Landwirth- schast haben an ihrer Bevölkerungsziffer Einbußen zu verzeichnen. Dasselbe Bild läßt Hessen erkennen: die landwirthschaftlichen Bezirke Fritzlar, Hofgeismar, Kirchhain, Schlüchtern und Gersfeld haben an Bevölkerung abgenommen, am stärksten Hünfeld mit 3,24 und Wolshagen gar mit 5,50 v. H.
Und nun die Kehrseite des Bildes! Städte mit mehr als 10000 Einwohnern gab es im Staats Preußen — nur für diesen Bundesstaat liegen bis jetzt di« entsprechenden Zusammenstellungen vor! — i. I. 1885 nur 196, i. I. 1890 schon 205, t. I. 1900 aber 245. Im ganzen genommen haben diese Städte gegen 1896 eine Bevölkerungszunahme um mehr als ein Fünftel aufzuweisen, manche davon haben um mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl zugenommen. An der Spitze steht Recklinghausen in Westfalen, mit 64,90 v. H.; ähnliche Beispiele aus Mittelpunkten der Industrie find Herne mit 45,04 — Linden bei Hannover mit 41,20 — Oberhausen mit 40,10 — Kattowitz mit 39,5 v. H. und andere mehr. Und die Zahl der Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern in Preußen hat zugenommen von vier i. I. 1871 bis auf zweiundzwanzig i. I. 1900. In der Gruppe der Städte von 50000 bis 100000 Einwohnern standen i. I. 1871 nur 14 Städte mit zusammen 1009 380 Einwohnern ; jetzt gehören dieser Gruppe an 24 Städte mit 1551177 Einwohnern. Städte mit 20000 bis 50000 Bewohnern gab es i. I. 1871 im ganzen 31; jetzt beträgt ihre Zahl bereits 89 !
Won Stufe zu Stufe.
Roman auS dem Wiener Leben.
Bon L. v. Neideg,.
------ (Nachdruck verboten.)
4. Kapitel.
»Sie würde mit ihm zufrieden sein" hatte Buschmann beim Abschied seiner Mutter versprochen; dennoch that er gerade dasjenige, was die entschlossene Frau vor allem mißbilligt haben würde. Unentschieden zwischen Ja und Nein schwankend, fand er nicht die Kraft, nach irgend einer Richtung hin einen herzhaften Entschluß zu fassen.
Stephanie hatte sein Herz, mehr noch seine Sinne gefangen genommen, dennoch fragte er sich seit der Begegnung mit der Mutter, ob sie auch das ideale Weib sei, das seinen Jugendträumen vorgeschwebt. Er erinnerte sich an Beweise mangelnder Feinfühligkeit, die sie gegeben; bisher hatte er dieselben nicht beachtet oder nicht beachten wollen, jetzt drängten sie sich ihm auf und verletzten sein Gefühl. Dennoch wußte er, daß er nur eines Wortes, eines Blickes von ihr bedurfte, um ihre Macht über ihn wieder herzustellen. Im Bewußtsein der eigenen Schwäche wich er deshalb jeder Begegnung mit ihr sorgfältig aus und vertraute auf einen günstigen Zufall, der ohne Kampf und ohne peinliche Erklärung die Lösung des Verhältnisses ermöglichen würde.
So vergingen Tage. Es kostete wohl einigen Kampf, die Sirene zu meiden, doch zu seinem
Berlin hat mit seinen Vororten während der letzten fünf Jahre wiederum um ein Fünftel zugenommen. Seit 1871 hat sich die Einwohnerzahl der Stadt Berlin um 128 v. H. vermehrt, diejenigen der Berliner Vororte verzehnfacht.
Alle diese Zahlen reden eine erschreckend deutliche Sprache, grausam deutlich für die Land- wirthschaft und für die Gegenden, in denen die landwirthschaftliche Bevölkerung überwiegt. An den Zahlen zu zweifeln ist unmöglich. Es müssen also die Leute, die kein Interesse für die Landwirth- schaft haben und gern spotten über die Klagen, daß die Landwirthschaft schwer leide unter dem Leutemangel, ohne Weiteres der Beweiskraft dieser Zahlen weichen und zugeben, daß diese Klagen der Landwirthe ihre vollkommene Berechtigung haben. Man wird an dar unliebsame Wort de« Reich«- kanzlers Fürsten Hohenlohe erinnert: Deutschland wird Industriestaat! Aber nicht nur die Leute, die man die Agrarier nennt, sind durchweg von der unerschütterlichen Ueberzeugung durchdrungen, daß eine weitere Fortentwickelung des Deutschen Reiches in dieser einseitigen Richtung unserem Lande zum allergrößten Unheil gereichen würde. Der Industrie darf nicht geschadet werden; aber niemals darf die Landwirthschaft einer überwuchernden industriellen Entwickelung als Beute überliefert werden, und der Landwirthschaft fortan zu derselben kräftigen Entwickelung zu verhelfen, wie die ist, deren die Industrie sich erfreut, ist und bleibt die vornehmste wirthschaftliche Aufgabe der nächsten Zukunft!
Deirtfches Mrich.
Berlin, den 28. Februar.
X Die Aeralßrms des M-rrmeHtats ist heute (Donnerstag) von der Budgetkommisston des Reichstages um ein erhebliches Stück gefördert worden. Es wurden die gesammten einmaligen Ausgaben nach der Forderung der Regierung bewilligt. Eine längere Debatte entspann sich über den Munitions-Ring. Die Fabriken, die Munition machen, haben "ach berühmten Mustern einen Ring gebildet, um die Preise i» die Höhe zu schrauben. Mehrere Redner, so di; Abgeordneten Müller Fulda (Eentrum). Prinz Areuberg (L trum), Dr. Müller-Sagan (freisinnig), machen auf die Unzuträglichkeiten aufmerksam, die daraus für die Reichskaffe entstehen; Staatssekretär von Tirpitz ließ aber leider gar keine Neigung erkennen, dem Gedanken der Errichtung einer staatlichen Munitionsfabrik näher zu treten. — Am Freitag wird die Kommission die außerordentlichen Ausgaben des Marine- Etats, am SamStag den Etat des Auswärtigen Amtes erledigen.
ft At»fSesser««g der Kriegsinvakide«. Zu der angekündigten Aufbesserung der Bezüge der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen wird noch nachträglich gemeldet, daß es sich bei dieser Vorlage um eine Summe von etwa 13 Millionen fortdauernder Ausgaben handelt. Diese 13 Millionen sollen nicht dem Etat zur Last fallen, sondern aus dem Reichrinvalidenfonds bestritten werden. Natürlich darf man diese Vorlage nicht verwechseln mit dem in Vorbereitung befindlichen
eigenen Erstaunen merkte er, daß ihm das Herz darüber nicht brach. Und dann — als Folge einer augenblicklichen Aufwallung, — die bei Menschen von seiner Naturanlage hinreicht, einen Wechsel in der Gesinnung herbeizuführen, kam eine Stunde, in der eine gewaltige Veränderung in ihm vorging. Er hatte allerlei über Stephanie flüstern hören, und beschloß, sich von ihr loszumachen — schriftlich natürlich.
In welche Worte aber die Thatsach« kleiden? Den Kopf in beide Hände gestützt, sann er an seinem Schreibtisch sitzend, über die schwierige Aufgabe nach. Die richtigen Ausdrücke wollten ihm nicht kommen; hingegen stieg Stephanie'« Bild, verführerischer als je, vor ihm auf. Er sah re wieder, wie sie — ein halbes Kind noch — einen ersten Operetten mit zum Erfolg verholfen, richt durch den Zauber ihrer Stimme, denn die lang schrill und scharf, sondern durch die Macht hrer aufblühenden Schönheit, durch die kecke Rück- ichtSlofigkeit ihres Spieles. Gar bald war sie in Zolge eines Kehlkopfleidens zu vorübergehender Inthätigkeit verurtheilt worden, und eifrig hatte man erörtert, wie sie oenn ihr Leben fristen werde. Da hatte der alte Börsenmakler Kornegger rettend eingegriffen, indem er sie heimgeführt. Wie sehnlich sie damals gehofft, Buschmann werbe es sein, der sie aus ihrer traurigen Lage befreie, hatte sie diesem unter Thränen kürzlich eingestanden.
Und nun sollte er aufs neue und ungleich schmerzlicher ihre Erwartungen täuschen, — sollte kalt und roh von ihr sich losmachen! Die Abschiedsworte wollten ihm nicht in die Feder — war geschrieben, stand dann unwiderruflich fest;
Gesetzentwürfe über die Reform des genannten Militärpensionswesen«. Wann dieser ketzere dem Reichstage zugehen wird, ist noch unbestimmt. Manche wollen wissen, das würde noch im Laufe der gegenwärtigen Tagung geschehen. Indessen ist das wohl recht zweifelhaft. Der Reichstag würde ja auch zufrieden sein, wenn dieser neue Gesetzentwurf ihm zu Anfang der neuen Tagung im Herbste dieses Jahres zugehen würde.
+ Der Dortmrmd-AHei« Kartal hat die Kanalkommission des preußischen Abgeordnetenhauses am heutigen Donnerstag in zwei langen Sitzungen beschäftigt, ohne daß natürlich ein Abschluß der Debatte darüber erreicht worden ist. Abg. Schwarze vom Centrum befürwortete den Bau der Lippe-Linie und widerlegte die finanziellen und wiithschaftlichen Bedenken, die gegen diese Vorlage vorgebracht wurden. Namentlich widerlegte er die Annahme, daß auf dem Lippe-Kanal kein Verkehr sich entwickeln werde, indem er auf das Vorhandensein von Lippstadt, Hamm und anderen Städten hinwies. Minister v. Thielen brachte keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Lippe-Kanal vor; er machte nur darauf aufmerksam, daß man bisher nur von der Strecke bi« Vinnum gesprochen habe, nicht von einer Kanali- sirung der Lippe bis Hamm. Die freikonservativen Abgg. Stengel und Freiherr von Zedlitz sprachen gegen den Dortmund-Rhein-Kanal, der nationalliberale Abg. Schmieding dafür. Ein neuer Antrag für Ostpreußen ist eingebracht worden von den Abgg. Gamp (freikons.), Graw (Centr.) und Graf Kanitz: „Die Regierung zu ersuchen, die für den Ausbau de« masurischen Schiffahrtskanals in Aussicht genommenen Staatsmittel von etwa 25 Millionen Mark zum beschleunigten Ausbau de« Eisenbahnnetzes in Ostpreußen zu verwenden."
+ Die Geistlichen «Ls Schulinspeklsre» beschäftigten am heutigen Donnerstag wieder einmal die Budgetkommisfion de» preußischen Abgeordnetenhäuser. Im vorigen Jahre waren, wie bekannt, mehrere weltliche neue Schulinspektorstellen abgelehnt worden; diesmal wurde von mehreren Centrum«rednern darauf aufmerksam gemacht, daß e« dem Centrum darauf ankomme, im Interesse der Erziehung die Verbindung der Schulinspektion mit der Kirche zu erhalten Und möglichst noch erheblich weiter au«zubilden. Verwegen ist eine Durchsicht der bisher getroffenen Anordnungen erwünscht und gleichzeitig eine Ausbildung der Geistlichen in schultechnischer Beziehung schon auf der Universität. In demselben Sinne ist ein Antrag eingebracht worden: „die Regierung zu ersuchen, im nächsten Etat eine wesentliche Verstärkung der Fond» vorzunehmen, damit die im Allgemeinen al« unzureichend zu erachtenden Remunerationen für nebenamtliche Wahrnehmung des Kreisschulinspektorates angemessen erhöht und zugleich die Möglichkeit geschaffen werde, in geeigneten Fällen kleinere nebenamtliche Schulaufsichtrbezirke neu zu bilden". Kulturminister Dr. Studt erklärte, die Regierung denke nicht an die systematische Beseitigung des nebenamtlichen Kretsschultnspektoren; die acht neuen Stellen ergäben sich nur aus dem vorliegenden dringenden Bedürfnisse. Gegen die Verkleinerung von Aufsichtsbezirken äußerte der Minister Bedenken. Der Antrag wurde schließlich mit 12 gegen 9 Stimmen
sie blieb für ihn verloren, gab sich vielleicht einem Anderen zu eigen . . .
In diesem Augenblicke klopfte e« an die Thüre und Gruber trat ein.
„Störe ich etwa? Jage ich eine unsterbliche Melodie in die Flucht, oder unterbreche ich nur eine langweilige Aklenschreiberei?"
„Keines von beiden. Du unterbrichst nur eine lästige Gedankenfolge."
„So, so. Nun Frennderl, das hätte ich mir eigentlich denken können . . . schaust gar so trübselig ans . . . ich weiß auch weshalb. Der alte Gruber Nazi kennt sich aus. Willst Abschied nehmen von einem sauberen Weiberl, und weißt nicht wie es ihr sagen . . . gelt?"
Betroffen über das Ahnungsoermögen des Alten sah Buschmann auf. „Woher weißt Du das?"
„Woher? Ja, Freund, das ist so was wie Seelensympathie. Ich komme von einer, der bang und weh zu Muths ist, weil sie Deine Absichten ahnt!"
Buschmann erbleichte: „Du kommst von Stephanie?"
„Ganz richtig. Das arme Weiberl! Sie ist o vernünftig, so lieb, sie gibt Dir Deine Frei- ,eit zurück "
„So gibt sie mich auf?" fragte Buschmann von eifersüchtiger Regung ergriffen.
Ihr zu entsagen aus Liebe zur Mutter war er im Stande; unerträglich berührte ihn ober der Gedanke, von ihr über Bord geworfen zu werden, etwa um eines anderen willen.
„Red' nicht so battet! Sie denkt nur zu edel, um zwischen Dir und Deiner Mutter stehen zu
angenommen, und in der Nachmittagrsitzung wurden von den acht geforderten neuen Schu^ inspektorstellen wiederum fünf abgelehnt, dieselben Stellen, die auch im Vorjahre abgelehnt wurden (Eschweiler, Pr. Holland, Mull- Hof, Itzehoe und Recklinghausen).
O ZM Merechtitznvg der höhere« Lehr- a«fi«tte« wird der,Nat.-Ztg.' geschrieben, daß es (natürlich! RedZ für das theologische Studium bei den bisherigen Bestimmungen bleiben, also nur das humanistische Gymnasium die erforderliche Berechtigung verleihen soll, lieber die Bedingungen für das Studium der Heilkunde und der Jurisprudenz schweben noch Erwägungen; man hofft aber auf die Möglichkeit, hier de» realistischen Anstalten Erleichterungen zu gewähren. Gänzlich ist diesen letztere» bisher also nur die philosophische Fakultät eröffnet.
O Das Schanmrveinsteuergesetz ist »on der entsprechenden Kommission des Reichstages in erster Lesung nunmehr durchberathen. Die Berathung der Novelle zum Weingesetze wird nicht mehr in dieser Woche, sondern erst am 5. März in Angriff genommen werden.
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Air» dem Reichstage.
•aa SS. Sitzung vom 28. Februar.
Set Reichstag setzte dieBerathungdeS Militär- Stats fort.
Bei dem Kapitel „Militär - Justizverwaltung" bemängelte der freis. Abg. Neekh-Koburg verschiedenes an der neuen Ordnung der Militärgerichtsbarkeit, namentlich die Handhabung deS Ausschlüsse« der Oeffentlichkeit. Diese widerspricht nach seiner Ansicht dem Sinne des Besitzes, eine Auffassung, die
Kriegsminister v. Haßler durchaus bestreitet. Auf den Mörchinger Fall, den der Vorredner berührt hatte, geht der Minister nicht ein, weil er noch nicht erledigt ist. Das Kapitel wird darauf genehmigt.
Bei dem Kapitel „Höhere Truppenbefehls- haber" befürwortet der Abg. Kaußmauu-Böblingeu (südd. Bp.) die Abkürzung der Dienstzeit bei der Re« «atterie, ohne daß vom Tische deS Bundesrath« eine Antwort darauf erfolgt.
In dem Kapitel „Geldverpflegung der Truppen" beantragt die Budgetkommisfion zwei Resolutionen, von denen die eine eine Erhöhung der Roßarzt-Sehälter, die andere eine Versetzung der Stabs ho Hoisten in die Servisklaffe der Feldwebel wünscht. Die erste der beiden Resolutionen wird einstimmig angenommen. Sodann bringt der konservative
Ab,. IaKo»,»ötter die Rede auf die Oeko- nomie-Handwerker, deren Verminderung er drin- iienb empfiehlt, um die Arbeiten so viel wie möglich au elbständige Handwerksmeister zu übertragen. Redner ührt einen Fall an, in dem die Militärverwaltung einem Schneidermeister entwertete, man lehne sein Angebot ab, denn man könne die Sachen weit billiger au»- fübren, wenn man sie von Strafgefangenen arbeiten lasse.
Kriegsminister w. Haßler äußert sein Erstaunen über die Ausführungen de« Vorredner«, nachdem die Sache in der Budgetkommisston ausführlich besprochen und »en ihm, dem Minister, dar größte Sntgegen- kommen zugesagt worden sei. Der Minister fügt hinzu, daß seit einem Jahre die Zahl der Oekonornie-Hand- werter von 8400 auf 6400 gesunken sei. In dem von dem Vorredner erwähnten besonderen Falle habe e« sich um einen Nothstand in Breslau gehandelt, der schnell hätte beseitigt werben müssen.
Abg. KaKollsKättev (tons.) bestreitet daS Vorhandensein eines Nothstandes und nimmt daS Recht in Anspruch, Dinge, die in der Kommission besprochen wurden, auch im Plenum nochmals ausführlich zu besprechen.
Bei dem Untertitel »Dienstprämien für Unteroffiziere befürwortet der kons. Abg. vraf
wollen. Uneigennütziger schöner wie sie kann man gar nicht handeln."
„Wie kommst gerade Du zu ihrem Vertrauen?"
..Weil ich Dein Freund bin, Dein Verwandter, und weil ich fie zufällig in der Stimmung fand, we ihr da« Herz überquoll. Sie hätte am liebsten fort und fort von Dir gesprochen . . ."
Schwelgend im Hochgefühl in ein Liebe-drama eingeweiht zu sein, fing Gruber an weitläufig von seinem Besuche bei Stephanie zu erzählen, wobei er sich immer mehr in Rührung hineinarbeitete, ohne sich Rechenschaft darüber zu geben, daß seine Reden weit eher geeignet waren, Buschmanns Liebe zu entflammen, als sie zu unterdrücken.
„Meine arme Stephanie!" seufzte Buschmann, der den gefaßten Entschluß bitter zu bereuen an fing.
„Sie meint ... fie meint . . . beinahe schluchzend brachte Gruber die Worte heraus, — „sie meint der Segen Deiner Mutter müße fie für ihr Opfer entschädigen. Weiß Gott, so viel Edelmuth hätte ich ihr gar nicht zugelrarrt. Nur ein Mr! möchte sie Dich noch sehen. Wird >as aber ein peinlicher Abschied für Dich werden, Edi! Bin froh, nicht in Deiner Haut zu stecken."
Buschmann hörte gar nicht auf den Alten: „Unverzüglich muß ich zu ihr!" rief er erregt. „Je länger ich zögere, um so schwerer fällt mir )er Abtchitd."
„Glaub's gern. Sie wird Dir ihn aber nicht erschweren, das arme Ding. Vorwürfe brauchst Du nicht zu fürchten." (Forts, folgt).