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i3«ri>a, Donnerstag, den 28. Februar 1901.!

Jahrgang

Reklame«- und Anzeigeutheil.

Dewets Operationen im Kapkant»e

niscken „Ziethen aus dem Busch" nie viel Sorge! des Oranjeflusses. Seine Streitmacht marichici und Beschwerde gemacht. I verschtedenen Kolonnen und beabsichtigt offenb

in

verschiedenen Kolonnen und beabsichtigt offenbar,

Sozialdemokratie

Nachdem Dewet vor Kurzem ins Kapland eingedrungen, hatte sich be­kanntlich Kitchener sofort von Pretoria nach de Aar begeben, wohin er die Truppen seiner Generale konzentrirt hatte, und hoffte nun Dewet nebst seiner Schaar umzingeln und fangen zu können. Nach Meldung KitchenerS aus de Aar überschritten Dewets Streitkräfte, nach­dem sie sich nach Passiren der Grenze nach Westen gegen PhilipStown ge­wendet, von dort aus weiter marschirend am 16. Februar bei Tagesanbruch die Eisenbahn bei Baartman Siding nörd­lich von de Aar. Plumer folgte ihm angeblich und wie immer „auf den Fersen". Die von Oberst Crabbe ge­führten Panzerzüge suchten den Feind am Ueberschreiten der Eisenbahn zu ver­hindern. Die Buren hatten jedoch die Schienen nördlich und südlich von der

Soeben werden die ersten amtlichen Nachrichten verSffentlicht über die am 1. Dezember 1900 im Deutschen Reich stattgehabte Viehzählung. Die Veröffentlichung geschieht durch die amtliche preußische „Statistische Korre- spondrnz" und bezieht sich zunächst nur auf den Umfang des preußischen Staates. Die vorhergehende Viehzählung hatte am 1. Dezember 1897 stattgefunden. Außerdem haben Vieh­zählungen im Reich stattgefunden am 10 Januar 1873 und 1883 und am 1. Dezember 1892.

Don besonderem Interesse ist in dieser Statistik die Beantwortung der Frage, inwie­weit einmal seit 1897, dann seit 1892 sich der Viehbestand in Preußen verändert hat. Vom Jahre 1892 an datiren bekanntlich

Für de« Monat März werden Beftellunge« a«f die ,Fuldaer Zeitung^ z«m Preise von

Uebergangrstelle aufgeriffen. Die Eng­länder erbeuteten über 20 Wagen, theils

Dies ist die Sachlage, wie sie sich in Wirk­lichkeit darstellte, und schließlich wurde da« Ende der ganzen berühmten, zum Abfangen Dewet« unternommenen englischen Operationen in einem englischen Telegramm rote folgt angegeben: „Nach­dem Dewet die Eisenbahn im Norden von d e A a r gekreuzt hatte, wandte er sich nach Westen, Plumer zwang ihn jedoch, feinen Weg nach Norden in der Richtung auf Strydenburg zu nehmen. Am 19. d. M. war Dewet wieder in der Nähe

in Griqualand-West einzurücken. Plumer marschirt dicht dahinter. Hertzog mit der tm Westen in die Kolonie eingedrungenen Buren-Ab- theikung zieht sich in nordöstlicher Richtung an Dewet heran "

Unsere beistehende Karte laßt den Verlauf der letzten, wichtigen Operationen gegen Dewet klar ei kennen. Von seiner Anwesenheit in der Kap- kolonie muß man weitere Erfolge der Buren er­warten.

Der P f.e r d e b e st a n d hat zugenommen von 1897 bis 1900 durchschnittlich um jährlich 34861, und vorher von 1892 bis 1897 durch­schnittlich um jährlich 30952 Stück; der

(ohne Bestellgeld) von allen Posta«stalte», Laudbriefträger« nnd vo« unserer Expe­dition (Harmonie) fortwährend entgegen- genomme«.

an‘ Man bezeichnet die nothwendigen Vorkehrungen der Behörden zur Aufrechterhaltung der Ordnung als — „Gewaltthaten der Regie­rung", und der Ministerpräsident Waldeck- Rousseau, der übrigens nach überstandener Krankheit am letzten Montag zum ersten Male wieder in der Deputirtenkammer erschienen ist, ist bereits davon verständigt, daß er in der Kammer von den Sozialdemokraten wegen dieser angeblichen „Gewaltthaten" gegen die Bergarbeiter interpellirt werden würde. Von der sozialdemo­kratischen Leitung des „Nationalbundes der Bero- arbeiter" werden inzwischen Beschlüffe gefaßt, die d.n achtstündigen Normal-Arbeitstag und einen täglichen Mindestlohn, sowie Ruhegehalt von zwei Franken täglich für jeden Bergarbeiter fordern, der 25 Jahre gearbeitet hat, oder aber mit einem allgemeinen Ausstande drohen — kurz und gut, diese Dinge haben sich in sehr bedenklicher Weiss zugespitzt und man wird Herrn Waldeck- Rouffeau beglückwünschen können, wenn er diese sozialdemokratischen Interpellationen mit heiler Haut überstanden haben wird. Es könnte fein, daß alle seine Gegner die Gelegenheit benützen, um das Ministerium Waldeck-Rouffeau zu be­seitigen.

Zu bedauern aber sind die armen, verhetzten Bergleute, die durch den frivolen und völlig grundlosen Streik erst recht in Noth und Elend gerathen, ohne daß sie nachher auch nur um einen Pfifferling beffer daran sein werden, als sie es vorher gewesen sind.

-----!■ Willi 11 M Q1S-

Vermischte«.

* Kerkin, 27. Februar. Der städtische Hau?, halt der ReichShauptst.dt pro 1901/1902 schließt nach

< Streik und Revolution.

Seit einiger Zeit lieben es manche Blätter und Politiker, von einer sogenannten „Mau­serung" der Sozialdemokratie zu reden, als ob die Sozialdemokraten nahe daran wären, sich selbst zu vergessen und eine radikale Bürger- Partei zu werden, die nur noch daran dächte, auf gesetzlichem und verfassungsmäßigem Wege für ihre Ansichten und Grundsätze Anhänger zu gewinnen und die Gesellschaft allgemach in den sozialdemokratischen Zukunftsstaat hinein wachsen zu lassen. Maß sein, daß einzelne der Herren Genossen, die sehr vorsichtig in der Wahl ihrer Eltern oder Schwiegereltern waren, oder bei denen die Geschäfte gut gegangen sind, von einem gelinden Gruseln überlaufen wurden bei dem Gedanken, daß der „große Kladderadatsch" doch am Ende kommen und auch ihre ange- sammelten Kapitalien, Landgüter und dergleichen mitnehmen könnte. Aber im allgemeinen ist von einer „Mauserung" der Sozialdemokratie indem vorher angeführten Sinne ganz und gar nicht die Rede. Sehr viele der ursprünglichen Lehren der Sozialdemokratie gehen in die Brüche, müssen in die Brüche gehen und au fgegeben werden von denen, die ursprünglich ihnen huldigten, weil sie eben auf unsinniger Grund­lage aufgebaut wurden; aber deswegen hat die Sozialdemokratie in Wahrheit noch nichts verloren von ihrem revolutionären Charakter.

* Ergebnisse der Viehzählung.

Rtnderbestand hat durchschnittlich zuge- nommen in den letzten drei Jahren jährlich um 104208 und in den vorhergehenden fünf Jahren jährlich um 136230 Stück; der Schweine, bestand hat durchschnittlich zugenommen in den letzten drei Jahren jährlich um 521 257 und in diesen vorhergehenden fünf Jahren um 332926 Stück.

So ergab denn im Ganzen die Zählung von 1900 2,913,003 Pferde gegen 2,653,661 im Jahre 1892. Der Rinderbestand betrug 10,865,296 gegen 9,871.521. Der Schweinebestand belief sich auf 10,954,002 gegen 9,390,231 im Jahre 1873.

Eine Verminderung haben, wie schon seit vielen Jahren, auch diesmal die Schafe erfahren. Das ist in den veränderten wirthschaftlichen Ver­hältnissen begründet in Folge der Abnahme der Weideländereien. Mit dem Uebergang zu einem intensioeren Betrieb und dem Sinken der Woll­preise durch die Zufuhr überseeischer Wolle nimmt hauptsächlich die Zahl der Wollschafe ab, weniger der Fleischschafe. Deutschland hat such noch eine beträchtliche Ausfuhr von Schafen. Im Jahre 1900 sind 147,247 Stück Schafoieh und 16,664 Lämmer aus Deutschland ausgeführt worden, eine erheblich größere Zahl noch als im Vorjahre.

Von 1897 bis 1900 hat die Zahl der Ziegen sich um 166.733 vermindert. Es wurden 1900 noch gezählt 6,989,430 Schafe und [1,998,692 Ziegen ; während die Zahl der Schafe sich feit 1873 im Ganzen um 12 Millionen vermindert hat, ist die Zahl der Ziegen im Vergleich zu 1899 noch um ll» Million größer geworden und hat in den letzten 3 Jahren auch nur um 165,733 abgenommen. Die Zahl der Maulesel und Esel (329 bezw. 4373) ist so gering, daß es sich nicht lohnt, daran weitere Betrachtungen zu knüpfen.

Das Federvieh ist zum ersten Male 1897 ge- zählt worden; damals ergaben sich 36,472,202 Stück. Diesmal beträgt die Zahl 38,427,835 Stück.

Vergleicht man die Vermehrung des Vieh­bestandes mit dem WachSthum der Bevölkerung, so ergibt sich, daß trotz Eisenbahnen und Auto- mobilen die Zahl der Pferde sich im Verhältniß der Bevölkerung vermehrt hat. Die Zahl der Rinder ist um eine Kleinigkeit hinter der Ver- mehrung der Bevölkerung zurückgeblieben, wäh- rend die Vermehrung der Schweine um das Vier- ache über die Vermehrung der Bevölkerung hin- ausgegangen ist.

her ^mSer («rtrechen, Durchfall) wirb ak» Ä4hr- und «raftlglmgzmrttel von besonderer Wirkung Sanntogen empfohlen. Glänzend begutachtet von Professoren und Aerzten. Erhältlich in Apotheken n. Drogerien. Atteste «ratis und franco. Bauer & Cie., Berlin 8.0. 16.

Wer daran zu zweifeln Lust hatte, der möge bie neuen ßanbe[§„/rfrL, sich durch einen Blick nach dem AuSstandsze- neuen Handelsverträge, biete französischer Bergarbeiter von Montceau- les-Mines überzeugen davon, daß er sich irrte. Diese Ausftandsbtwrgung trägt die Eigenart einer revolutionären Bewegung so deutlich zur Schau, daß es noch deutlicher kaum möglich ist; und auch die radikale französische Regierung muß wohl diesen Streik so bemtheilen, denn sie hat schleunigst durch eine Ansammlung von be­waffneter Macht dafür gesorgt, daß eine Dchutz- wehr vorhanden sei gegen gewaltsame Aus­schreitungen der Streiker. Auch diese Arbeiter- bewegung hat, ebenso wie alle die zahlreichen entsprechenden Ausstände neuester Zeit in Frark- reich, keine berechtigte wirthschastliche Grund­lage, sondern ist rach allgemein übereinstim­mendem Urthrile in frivoler Weise hervorgernfen worden, nur um die Macht zu probiren, die man durch die Arbeitsniederlegungen ausüben könnte; und sie ist, ebrnso wie die Übrigen Streiks der jüngsten Zeit in Frankreich, geweckt und geschürt durch anerkannte Führer der So­zialdemokratie, die zum großen Theile auch der fran­zösischen Deputirtenkammer als Abgeordnete ange- hören. Und diese sozialdemokratischen Aufhetzer haben ganz augenscheinlich auf Blutvergießen gerechnet, denn von verschiedenen Seiten sind Waffensendungen nach dem Ausstandsgebiete von Montceau-les-Mines abgegangen und zum Theil auch auf die Anordnung der Staatsanwalt, schäft hin von den Behörden mit Beschlag be- ___________________________o,.„

legt worden. Auch bei manchen Bergarbeitern mit Munition, ein Msximgeschütz, über haben Haussuchungen stattgefunden und zur Br- 100 Pferde, 20 Buren wurden ge- fchlagnahme von Waffen geführt, und jeder fangen.

Freund der öffentlichen Ordnung kann dieses Nach diesem angeblich großen, die nachdrückliche Verhalten der Behörden nur loben, ganze Schaar Deroetr in schwerer Be- denn die sozraldeMokratischen Hetzer, wie Jules drängniß bringenden Erfolge war man Guesde, Edwards und Genossen benützen in England wieder einmal der schönsten diese Gelegenheit, um ohne Aufhören die blutige Hoffnungen, oder mehr al« das, der Revolution als das einzige Mittel zu festesten Zuversicht voll. In Wirklichkeit preisen, um den Arbeitern zu ihrem Recht zu lag die Sache jedoch ganz anders, denn alsbald verhelfen. ,,^uf, ihr Ausgebeuteten, ihr unter meldete der wieder nach Pretoria zurückqekehrte rer Herrschaft des Kapitals Seufzenden, ermannt Kitchener, nach den letzten Meldungen marschire euch zum guten Kampfe . ." — so und ahn- Dewet nordwärts und siehe jetzt westlich von Hove- lich tönt er ans den Spalten sozialdemokratischer town, er werde wahrscheinlich einen Rückmarsch Blatter zu den Streckern von Montceau-les-Mines. nach Südwesten versuchen. Danach scheint der ver- Man wird ohne weiteres zugeben müssen, daß wegene Burenführer sich also doch noch einer riem- derlel Rezepte gar nicht nach „Mauserung" lich weitgehenden Bewegungsfreiheit zu erfreuen, schmecken. , Lord Kitchener fügte allerdings beruhigend hinzu,

_ Und die offizielle parlamentarische seine Truppen seien aus die Südwesibewegung

»i? Nimmt sich dieser Dewets „vorbereitet". Die englischen „Vorbe- revolutionären Streik-Politik in aller j reitungen" haben aber bekanntlich dem südafrika-

ber vom Kümmerer Maaß ht der letzten Magistrats- sitzung abgegebenen Ueberficht wie folgt: Gesammt- auigabe 114,045,673 Mark und eine Gesarnrnteinnahme (abgesehen von den Steuererträgen) 46,943,010 Mark, sodaß noch 67,102,663 Mark durch Steuern selbst zu decken find. Die in den Stcueretat« festgestellten Ge- fammtbeträge belaufen sich auf 62,704,100 Mark, so daß ein Fehlbetrag von 4,398,563 Mark vorhanden war, der durch Abstriche in den Ausgaben gedeckt wurde. — DaS Vermögen der Stabt Berlin (ohne Stiftungen) hat sich im letzten Etatsjahre um 3,283,725 Mark vermehrt, so daß es auf 293,117,948 Mark gestiegen ist. Die Aktiva bezifferten fich beim Jahres­abschlüsse auf 582, die Passiva auf 289 Millionen Mark. Der städtische Grundbesitz, der ein Areal von rund 13,386'/, Hektar umfaßt, stellt einen Gesammi- werth von 406 Millianen Mark bat; er ist gegenüber dem Vorjahr um 11 Millionen Mark gestiegen.

* tzr witt es aSsttzen. Die „Elbinger Ztg " er­zählt : Zu einem Amtsvorsteher unseres Landkreises kommt dieser Tage ein als armer Schlucket bekanntet Mann mit dem Wunsche, 15 Mark für das Kaiset-Ftiedrich- Denkmal zu zeichnen. Auf die erstaunte Frage, woher er bei feiner dürftigen Sage die Mittel dazu habe, ant­wortete der Verehret des hohen Verstorbenen schlag­fertig: „Na, eck wall et aff fette!" (Ich will es abfitzen!) Er soll schon manche Mark „abgefeffen" haben, daher kam ihm der geniale Gedanke, seine „Sitzsamkeit" auch einmal in Patriotismus machen zu laffen. Es wat schwer, ihm auseinander zusetzen, daß solche Gaben leider nicht angenommen werden können.

* Das Neueste ans dem chesieke der Aandschnst- Wode find „Handschuhe mit Ausschnitten für die Steine an Fingerringen". Wie die „Berliner Berichte über Leder usw." versichern, sah man bereits auf oer könig­lichen Hofbühne „Salondamen", also erste Künstlerinnen, einen solchen Handschuh (tragen. Eine Dame hat sich die Erfindung dieser Handschuhe patentiren laffen. Die Deffnutig im Handschuh, durch welche die Steine ihr Licht leuchten laffen, wird entweder durch eine Schnur ober eine Gummieinsaffung bet Größe be« Steines an­gepaßt.

* Seine Ansicht. Tulpenfeld: „Sag' mit nur, Moritz, wo hat Schiller gelebt?" — Moritz: „In Weimar, Vater." — Tulpenfeld: „Und Goethe?" — Moritz: „Auch in Weimar." — Tulpenfeld: „Aber doch nicht zu gleicher Zeit?" — Moritz: „Doch, zu gleicher Zeit." — Tulpenfeld: „Das is Pech! Müssen die sich Konkurrenz gemacht haben in dem kleinen Nest."

* Der große Piccolo. Gast: „Piccolo!" Piccolo (herbeieilend): Sie wünschen mein Herr?" Gast: »Ich habe dem Piccolo gerufen, nicht Ihnen." Piccolo: „Entschuldigen Sie, ich bin der neue Piccolo." Gast: „Was, Piccolo?" Sie find ja schon das reinste Fagott!" —

mit Ilnterstattungs -Aeikage „Ilkusirirte Sonntags-Ieitung"

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