FmdaerMZeitung
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Sfutoo, Dienstag, den 19. Februar 1901.
®!e Gerichts-Entscheidung kann die amerikanische
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verant»»rtlich: 3»« H# Meili#« Jef. S««m, für Jnfrrdt I.pirzeller i« 5nltx.
28. Jahrgang.
Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Vierteljährl.
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»Dar kann kein Gott und kein Gesetz fordern, daß ich mich erneuter Mißhandlung anssrtzs. Was heute vorfiel, ist nur der Anfang von dem krrwefe», was mir nun wohl täglich bevorsteht. Dem entziehe ich mich."
Armbruster wollte widersprechen, sie heftig Mückwrism — ein Blick auf das verzerrte Ge- ficht, auf die wildrollenden Augen zeigte ihm aber, daß er es mit einer zu thun habe, die aufS höchste gereizt, ihrer Sinne kaum mehr mächtig war. Sr zwang sich zur Selbstbeherrschung. In liebreichem, ruhigem Ton suchte er fie zu überzeugen.
„Versuche es mit Güte, mit Nachsicht, Helene. 9ch kenne Dich: zweifellos hast Du ihn öfter gereizt, bist lieblos und störrisch gewesen. Erreichst Dn nichts auf diesem Wege, nimmt seine Bru- talrtät noch zu, so wollen wir versuchen, Dich frei zu machen. Wenn Du Dich aber weigerst, überhaupt zu Deinem Manne zurückzukehren, handelst Du unrecht."
„Zurück zu ihm? Nein, da bittest Du ver- geben«. Ich thue es nicht. Niemals."
Armbruster sah ihr in daS Gesicht, das in 'einer Entschlossenheit wie aus Marmor ge- meißelt war.
ersehen, daß bei der Staatsanwaltschaft eine Aenaerung ihrer Anschauung über die Schuld des ^ustizraths Sello Platz gegriffen habe.
jH Die Vorlage betr. Mikdmrg der M«H»eraötH«iln»sem für dis Gemeinde« wählen, die der Magistrat der Stadt Fulda der Stadtverordneten-Versammlung vorgelegt hat, wird von der konservativen,Kreuzzeitung' als ein „anerkennenswerthes Verständniß für die soziale Bedeutung" des Gemeindewahl- Reformgesetzes bezeichnet. Das führende kon- servative Blatt bemerkt dazu:
ist nach der Lntiagiarier Deutschland scheint man zu haben. !
NothWendigkeit an, Abendsitzuugeu abzuhalten, wenn die Etatsberathung nicht rascher vorschreite; denn das Haus sei in diesem Jahre der Etats- berathung um etwa sechs oder steben Tage gegen das Vorjahr zurück. Vielleicht bleibt auch der Reichstag in diesem Winter nicht vor dem Schicksal der Abendsitzungen bewahrt, wenn er seiner Etatsberathung nicht einen schnellem Fort- gang als bisher verleiht.
«Gut- Wenigstens muß Dein Ranu erfahren, wo Du bist. Ich gehe nach dem Lindenhos und
„Vater, Du darfst nicht allein hinaus i« den Sturm. Höre nur, wie er tobt, ich . , . doch was ist das?"
In das Tosen und Brausen des Sturmes mischten sich andere Töne. Die Sturmglocke er« erklang. Aus allen Richtungen, bald stärker, bald schwächer, vernahm man die Trompetenstöße der Feuerwehr. Lautes Sprechen, Ruse«, Schreien drang von der Straße herauf.
Die Thür zum Nebenzimmer wurde hastig aufgemacht und Karl trat ein. Er blickte schr ernst.
„Was bedeutet der Lärm?" fragte Arm« bruster.
„Hört ihr ihn erst jetzt? Ran läutet scho« lange. ES brennt."
„Wo denn?"
„Wo immer es brennt, bei dem Sturme muß eS ern verheerendes Feuer fei«."
„So sag' doch lieber, w» <8 ist!" fuhr ihn der Vater ungeduldig an.
Karl sah zu Helene hinüber, die gedaukes« verloren dastand. Was kümmerte sie, was da draußen vorging? I» ihr war eine Unruhe, auS der fie keinen Ausweg fand, war die quälende Unsicherheit, die fie nicht zu bewältig« vermochte. Ausschließlich von den Gedanken iu Anspruch genommen, die in wirrem Tumulte fet ihrem Kopfe wogten, achtete sie kaum mehr auf d«S, was Vater und Bruder sprachen.
„Man rief mir zu, es brenne außerhalb der Stadt, ich weiß selbst nicht wo — in der Richtung des Lindenhofes. Wir «ollen dort im Eck- zimmer uns umscheö,"
Sie gingen dorthin. Neber Wiese» und Gärten hinüber umfaßte dort der Blick die gaiqe
Dermoch Ärrfwarts.
Roman von t. >. Neidegg.
■------ (Nachdruck verbot,«.)
erstattet über seinen angeblichen Zwist mit dem britischen Gouverneur der Kapkolonie. Es geht aus diesem Berichte hervor, daß die Nachrichten von einem sorchrn Konflikte mit dem Gouverneur Sir Alfred Milner vollkommen erfunden waren. Die oberoffiziöse,Nordd. Allgem. Ztg.' ksüpst an diese Thatsache eine längere Betrachtung in theilweise sehr scharfen Ausdrücken; fie spricht von „einem besonders krassen Beispie dafür, mit welcher Leichtfertigkeit Trndenzlügen aufgebracht und von manchen deutschen Blättern kritiklos weiter verbreitet werden". Man stehe — sagt der Halbamtliche weiter — „vor der Thatsache, daß die öffentliche Meinung Deutschlands irregrführt und erregt werden soll durch Zeitungsartikel über englische Zwischenfälle, die »ä hoc (zu diesem Zwecke) erfunden werden". Man begreift die Nervosität nicht recht, mit der
■ Ansicht unserer Freihändler und das größte Unglück, das treffe« kann. I» Rußland so große Angst vor Amerika nicht Dort eröffnet man ohne viel Umstände die Zollfeindseligkeiten gegen die Vereinigten Staaten, nachdem diese ^fich russischen Wünschen widerspenstig gezeigt habe». Der Anlaß zu der wirthschaftlichen Fehde ist der „Ausgleichszoll", de« Amerika sür Prämienmcker eingesöhrt hat. Wegen dieses Zolles sind be- «nntlich auch zwischen Deutschland und Amerika Meinungsverschiedenheiten entstanden, wen letzteres unsere Ausfuhrprämien für Z rcker höher berechnete, als es nach Auffassung der deutschen Regierung zulässig ist. Doch ging man von unserer Seite nicht gleich zu Feinü- sel'.gksiten über, sondern versuchte eS mit einer Verständigung im Guten, die dann die Amerikaner freilich lange genug hrnausgeschleppt haben. Der russische Zucker genießt eine Hohr indirekte Ausfuhrprämie und war .deshalb von Amerika mit dem weitgehmden Ausgleichszoll belegt worden. Rußland protestirte jedoch mit der Behauptung, daß es gar keine Prämien gewähre und erreichte im April vorigen Jahres, daß da« amerikanijchr Schatzamt dir „Aus- gleichszölle" zur allgemeinen Uederraschung wieder aufhob. Dagegen protestirte« nun aber die amerikanischen Zuckerproduzenten, die mittels Zölle den fremden Zucker fernhalten wollten. Das Schatzamt sandte einen Sachverständigen »ach Rußland, der an Ort und Stelle die Prämtenfrage ustersuchen sollte. Da« Srgelmlß war, daß vor einige« Tagen der Differentialzoll auf russische« Zucker wieder einzeführt wurde. Da der Zollsatz entsprechend der Höhe der Prämien höher ist als der auf deutschen und österreichischen Zucker, so ist damit der russische Zucker von der Einfuhr tbatsächlrch ganz ausgeschlossen. Rußland hat die Sache aber nicht ruhiz hingenommen, sondern sofort mit einer SOprozentigen Zo llerhöhu'n g für amerikanische Ersen- und Stahlfabrrkste geantwortet. Wie der amerikanische Zuckerzoll, so kommt auch die russische Eifenzoll-Ecböhung vor Allem Deutschland zu Gute, da sie die amerikanische Einfuhr von Maschinen u. s. w. ziemlich unmöglich macht.
Die russische Maßregel tritt allerdings erst 14 Tage nach der Verkündigung in Kraft. Da die amerikakische Regierung de» Zollkrieg anscheinend nicht erwartet hat und nicht wünscht, ist vrelleicht bis dahin der Friede schon wiederher« gestellt. Die Schwierigkeit ist nur, daß in Zollfragen in Amerika nicht die Regierung, sondern das Bundergericht zu entscheiden bat. Wenn dre ZuschlagSzöüe a«f russische» Zucker vom Schatz, «mte rote bet aufgehobe« »erden, wende» sich wahrscheinlich die amerikanischen Zucker produzerrten an das Gericht um die Wiedereinführung. Rndern- fallr dürften sich die durch die russischen Zollmaßregeln geschädigten Eise», und Gtahl-Juöu- . seriellen an das Gericht um Aufhebung wenden. '
„Vater," sagte fie zweifelnd. Du sprichst von Sührre, Du?"
„Ja, Helene. Ich war blind und bi« ei »un nicht länger. Bis jetzt habe ich dir Schuld an allem Widrigen, das mich betraf, i« anderen gesicht — fie lag in mir. To geht et wohl «b8 allen. Wie oft bin ich ungeduwig geworden, wenn Deine Mutter des «inen, »aS nochwendi, ist, erwähnte, oder wenn fie betonte, daß alle« gut ist, wie Gott eS fügt, daß aber wir seine Absichten vereiteln. Jetzt sehe ich, fie hatte in allem Recht. WaS ein Mensch für andere leistet, für fie opfern kann, wenn er die« eine Roth- wendige im Äug' behält, habe ich heute gesehen — ich will trachten, die Sehre nicht zu vergessen!"
£ Ein Zollkrieg mit Nordamerika
„Du, Vater, willst in den Sturm, in die m . Nacht hinaus? Obendrein zu ihm, der Dich an-
Vor Gott und dem fahren. Dich roh behandeln wird?"
„Mein Kind, eben hast Du mir selbst sorge» | morsen, daß ich Dein Unglück verschuldet hebe. ! Wenn ich also Deines Mannes ersten Zorn auf mich nehme, liegt darin eine Art Sühne. Laß mich ruhig gehen."
War es wirklich ihr Vater, der von Sühne sprach? Helene sah ihn ungläubig an. In ihrem erstarrten Herzen regte es sich: es war wie daS Wehe« des Frühlingswindes, der über Eisfelder fährt. Eindrücke, die sie auSzu»rsche« gesucht, wurden wieder lebendig. Stimme», auf die fie nicht gehört, wurden laut, alles übertönend, eine Stimme .... oder war es ei» Mahnruf.... ei« Vorwurf .... eine Anklage? .... Sie erschauderte ....
Hebung der Differential - Zölle erhebliche Begün- ftigungrn amerikanischer Lieferungen für die asir- tischen Bahnbauten zugestanden haben soll.
Jndeß, wie die Amerikaner aus ihrer Be- drängniß herauskommen «ollen, ist ihre Sache. Für uns ist vor Allem von Interesse, zu sehen, wie wenig ihnen der Sinn nach Zollkriegen steht. Schon ein Zollkrieg mit Rußland thut ihnen empfindlichen Schaden und bringt einflußreiche Jntereffen- kreise zu Gunsten des friedlichen Ausgleiches auf die Beine. Im Vergleich zu Deutschland führt aber Rußland doch nur sehr wenig amerikanische Erz-ugnisse ein. Einen Zollkrieg mit Deutschland werden daher die Amerikaner naturgemäß noch weit mehr scheuen. Dar bekennt die ,New-Ioik Tribüne', ein ausgesprochener Regierungsblatt, auch offen. Sie schreibt: „Wir sind verpflichtet Deutschland und den anderen Nationen . „lt VKMwiuu* muii «an mir »er
gegenüber Wort zu halten. Wenn die Vereinigten der Oberossi,löse diesen Fall beurtheilt. Wenn SÄL K Deutschlands be- es Leute gibt, die Lügen verbreiten wollen, um
a>.Sr ' "iirde dar sicherllch Repressalien seitens die öffentliche Meinung in Deutschland irre zu QnÄ“ mu und offenbar ist -in führen und gegen England aufzurege«, brauch?«
?i^s°lck-r^.«. Deutschland weit unheilvoller, als sie solche plumpe Geschichten nicht zu erfinden, die Sn S h J»? 6 “11' , Äe Beziehungen zu auf eine einfache Erkundigung hin sofort als b fff“ * UM?rtö Cl^ ^ger als mit Unwahrheiten erwiesen werden. Solche Leute H°"del "ach Deutschland achtzehn- müßten ihr Geschäft wohl ein wenig schlauer mal bedeutender. Vom reinen Jntereffenstandpunkt an fangen! g m
A vielmehr darauf bedacht fein, freund- ® K-vveruenr vo« Kiautscho« soll Kapitän ^«ngen zu Deutschland als zur See, Truppe!, «»erben, gegmwärtig Vor» W »ufcechttuhalten. stand der Central-Abtheilung des ReichS-Marine-
fürk^rten^'slldän-^-^s^ amte5. Daß wiederum ein Lee-O'fizier Gouvrr-
r WOrle r - selbstverständlich keine nmthrmllige neur des deutschen Schutzgebietes in Ostafir« Heraufbeschwörung eines Zollkrieges, wie wir werden soll, wurde früh« bereits berichtel. sÄd^babi^E^^chen Sachlage>auchkeinen * Der Bundesrath gab in seiner heutigen
a &ebo«etn, daß Deutschland Sitzung seine Zustimmung zu der 6üitt»vorfage braunte« ZEneg mit Amerika i* der vom Reichstag beschlossenen Fassung,
begonnen hat. Allem Deutschland muß und Da» vrenbische Nvaearb«ete»Sa»«
MrieKnn^n Regelung feiner wirtschaft- hat heute (Montag) schon mit Abendfitzungen f Q Amerika tmm-r sagen: angefangen, weil die Etatrberathung sehr lang-
Zollkriege hat Amerika mehr zu ver- same Fortschritte macht. Namentlich der Etat Ilm «iA? Z' w TUtn brra^e:t u«S von des Ministeriums des Innern nimmt eine lange 1 f-5«! 18 blten öu lassen. Man hat unS Reihe von Sitzungen in Anspruch; auch in der »Ä" .®cßeR mit ein,m russisch- heutigen TageLsitzung ist diesm Etat noch nicht amerikamschen Bündnisse gegen die Setreidezoll- zu «nse berathen worden. Schon aor letzten m?,a8 e!nc"l äffischen Blatte aufge- Samstag kündigte Präfidknt von Kröcher die taucht war. Eben habe» wir den Beweis, wie' - - — ■ - -
„Iet$t" eine „Verständigung" zwischen den beiden .„aaoern tn wirthschaftlichen Fragen ist. De« Agitatoren gegen die Erhöhung der Getreidezölle ommt der russisch-amerikanische Streit so «nge- wie nur möglich, denn er raubt ihnen die feste Waffe. Mit dem deutsch - amerikanischen Zollkriege wird sich wohl bei uns so bald kein Mensch mehr emschüchtern lassen.
Inserate: rinfpeltige Pettt- zeile »der bereu Raum 15 Pfg.,Reklamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechens Rabatt geivährt.
„Nun bin ich aber mit ihm fertig," schloß sie. „Nie mehr kehre ich zu ihm znrück."
»Du wirst es müssen, Helene; er ist Dein Mann." „Uno ich will rs nicht und thue es nicht!" rief sie guff nach des V-terS Arm und hielt ihn krampfhaft fest. „Du bist mir schuldig, mich hier zu behalten und mir Schutz zu gewähren/ Du hast mich l« diese Ebe gedrängt! Du! Du allein! Jetzt schaffe Hilfe!"
„Du' hast de« Mann freiwillig genommerr," wies Armbruster mit ««sicherer Stimme die An- Aage zurück. „Und glaube mir, ich beurteilte ifesi damals ganz anders; ich wußte nicht, wie er war."
»Du hättest eS aber «iffen sollen! Du wußtest, was die Ehe ist und durftest mich teim-m Manne geben, ehe Du Dich nicht vergewissert hattest, welcher Art er sei. Nun verschnnze Dich nicht hinter daS Gesetz und die Pflicht des Aeibes, Alles z« ertrage«. Schütze mich!"
Ihre Vorwürfe fanden in seinem Herze« bitteren Widerhall. Er vermochte nicht, sie zurückzuweisen, suchte umsonst nach Worten, die Lufgeregte zu beruhigen. Der Maugel an kindlicher Pietät in ihrem Blicke und Ton kränkte ihn tief; ungleich schmeizlicher drückte ihn jedoch das Bewußtsein, durch sein Thun ihre Irrungen veranlaßt zu haben' Schuld zu tragen an ihrem verpfuschten Leben' Gedemüthigt und zerknirscht ließ er de« Kopf auf die Arme finken; Thränen, dem ttefstrn Seelen- schmerze abgerungen, rollten Über seine Wangen.
«Verzrw, bat er, „verzeih'! Bride firid wir theile ihm mit. daß Du voelSufla — wüL'ae- tC? mehr als Du. Ich merkt: vorläufig bei mir bleiben willst."
oatte über Dich wachen sollen." - "* - — - - 1
»Mach' eS gut und behalte mich jetzt bei Dir." „Das kann ich nicht. J...
SeH bist Du schuldig, zu 'Seinem Man«e zurück- Mehren. Er hat in der Trunkrnheit gehandelt, in halber Bemußtlosigkeit, nicht aus vorsätzlicher, böser Absicht."
DaS Bnfahren in Fulda sticht überaus »or- theilhaft ab gegen dasjenige gewisser rheinischer Gemeinden, in denen die nationalliberale Mehr- «emetniwerttetHttg die im Gesetz- gelassene Möglichkeit einer ortsstatutarischen Festsetzung über die Bildung der Wählerabtheilungen benutzt, um die durch Anwendung der gesetzliche» Regel herbeigeführte «er- starkung der zweiten «bthetlung durch die dem bess-r-n Mittelstände angehörigen Elemente zu verhindern und die beiden oberen Abtheilungrn ausschließlich den reichen Leuten vorzubehalten. Man gewinnt auS den Beschlüsse», die r» diesen Gemeinden bisher gefaßt worden find, de« Eindruck, daß dasjenige System gewählt wird, dessen Ergebnisse von der bisherigen plutokratifchen Gestaltung deS Wahlrechts am wenigste« abweichen und der natienalliberalen Partei in den beiden oberen «btheilungen die Herrschaft am zuverlässigsten sichert.
Weiter meint die »Kreuzztg/ bann aber noch, dir relative Zahl bet Wähler ber einzelne« Ab- Heilungen könne nicht überall als Gradmeff-r für die soziale Schichtung derselbe« betrachtet werden. Es sei wohl denkbar, daß in einer Gemeinde 95 pCt. zu de« wirthschaftlich schwache« Klaffen gehörte«, und daher in der dritten Abteilung bleiben müßten, während umgekehrt eine Steurrgrenze von 606 M. zwischen der zweite« und dritte« Abtheiluag selbst dann noch zu hoch sein würde, wenn die beiden oberen Abtheilungen zusammen 15 pEt. aller Wähler umfaßten. Warum devst so ängstlich rechnen? Das ganze „Wahlrecht" sorgt schon dafür, daß in sozialer Hinsicht nicht zu viel geschehen kann, mag nun )er eine MosuS gewählt werde« oder der andere.
+ HeschSftrpraktißei» der Maare«- hamfer. Erstaunlich unfeine Dinge bringen an ne Oeffentlichkeit über die geschäftlichen Gepflogenheiten der Waarenhäuser. Da« Waarenhau« von Tietz in Berlin wollte Maaren der bekannte« Firma I. A. Henkels in Solingen habe«, bekam te aber nicht von der Firma selbst. Nun suchte ia« Waarenhau« auf allerhand Umwegen zu seine« Ziele zu gelangen, und es gelang ihm da«, wie die.Deutsche TageSztg/ mittheilt, mit der Hilfe eine« Lhemuitzer Kunden ber Firma Henkel«, die oust grundsätzlich nicht in geschäftliche Verbindungen mit Waarenhäusern eintritt. Aber durch diese« einen Kunden konnte da« Waarenhaus Tietz seine Wünsche nicht fm vollem Umfange befriedigen, und nun suchte es Veibindung bei noch anderen Abnehmern von Henkels. Namentlich kam e« de« Waarenhanse auch darauf an, in den Schan- eustern Henkel'sche Warten auszulegen; wie e« nun seine Wünsche verwirklichen konnte, war ih« gleichgiltig, ob das auf einem Wege geschah, ber tnan rn der Handelswelt anständig findet »ber
»In dem gegen Justizrath Ar. Seiko ein- Detttschrs Reich« geleiteten Verfahren wegen Begünstigung im
1* Prozeß Sternberg hat die Staatsanwaltschaft, wie
Ä 5 18. Februar. gemeldet wird, bei der Strafkammer beantragt,
© Detttschkared ««»Asrk-gak die Untersuchung einzustellen. Die Wendung zu
2h "h au? Lissabon wüh- Gunsten Srllo's scheint mit der Verurlheilung be«
tesb der Anwesenheit drs KatserS tn London ein Kriminalkommissar« Thiel in Zusammenhang zu JÄ?" S" -di- S°->- »-«<». au. d-, d« 8, Meldungen sind anwalt« Braut, der es in seinem Plaidoyrr gegen ^"tthrflung unzutreffend. [ Thiel diesem zum bessnderen Vorwurf machte, den
mit Anterßattungs -Meikage „IKu^rirte Sonnlags-Ieitung" ,rx< 1Xm^T<e,d