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FuldaerMIeitung

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Iu0öa, Samstag, den 16. Februar 1901

28. Jahrgang.

** Zur Polenftage

Aber Herr von Mycrelski dehnt feine sprach«

England und kein Ende.

Man muß stets unterscheiden zwischen augen­blicklich aufwallenden Gefühlsregungen und ernst­haften politischen Erwägungen; und wenn um Deutschen England und die Engländer noch zehn­mal weniger sympatisch wären, als ste es wirklich sind, würve es doch die Pflicht der leitenden deut­schen Staatsmänner sein, Abmachungen freund­schaftlicher Art mit der britischen Regierung ab­zuschließen, wenn diese Deutschlands Interessen und damit dem deutschen Volke offenbaren Nutzen bringen würden. Darüber kann ein Zweifel nicht bestehen.

zuweoden haben. Der Sinn der Veröffentlichungen des Herr» von Mycielski ist aber ein anderes; und namentlich für deutsche Städtenamen in den östlichen Provinzen sollen sie ein Wegweiser fei« für Polen, damit diese wiffen, wie ste diese Städte polnisch nennen, und wie ste im Bedarfs­fälle einen Brief adresstren sollen, der nachdem« solchen Stadt gehen soll.

Und damit find wir auf dem Gebiete der

sachsen hineinreichen und spricht Städte wie Magdeburg, Lüneburg, Oldenburg, Saalfeld, Salzwedel, Ratzeburg, als frühere slavische Städte an! Der Unsinn liegt klar zu Tage. SS kann ja sein, daß die Polen ehedem für diese uralte« deutschen Städte ihre eigenen Bezeichnungen fich gemacht haben, und es ist eine ganz artige Sprachenspielerei, wenn Herr von Myciettki m alten Chroniken und dergleichen Ausgrabungen

heute brennenden Frage angelaugt, die lauter die Post und die Polen — und wie solle« die Polen überhaupt behandelt werde«?

Bor einige» Tagen wurde von eine« Ober- osfiziosus in einer Notiz der .Norddeutschen All« gemeinen Ztg.' den Polen i» Preußen mit d« „harten Hand" deS Reichskanzlers gedroht, wenn ste fich nicht wie loyale preußische Unterthaue« betragen wollten; und daS geschah in Verbi».

In Rumänien und Italien gibt es Ministerkrisen. Dort schied Herr Earp aus dem Amte, in Italien Herr Saracco. In keinem der Länder wird der Ministerwechsel einen System- Wechsel zu bedeuten haben.

ist, ganz abgesehen von den wiederholten ernst* basten und bestimmten Verficherungen der Leiter der deutschen auswärtigen Politik, daß Deutschland niemals in eine überseeische Aben­teuerpolitik fich einlaffen werde. Mit dem Ge­danken, Rußland und England könnten unver­sehens durch ein Bündniß das deutsche Reich schachmatt setzen, lockt man keinen Hund hinter« Ofen vor!

Der gelenkige Minister Chamberlain ist der Vater des Gedankens, ein Bündniß zwischen Deutschland und Großbritannien abzuschließe». Er wird wiffen, warum! Ein solches Bündniß würde für die Engländer von allergrößtemMerthe sein. In England kann man fich aber nicht täuschen über die Stimmung, die in Deutschland herrscht. „ES ist nutzlos," so schreibt der Ber- liner Vertreter der Londoner .Times' seinem Blatte, „die Thatsache zu verschweigen, daß die ganze Dauer des Aufenthaltes des Kaisers in England und einige der Handlungen, die er dort vollzöge« hat, mit den Gefühlen der großen Menge bei deutschen Volkes nicht übereinstimmen . . . Ins­besondere die Botschaft des Kaisers an Lord Roberts und seine liebenswürdigen Aufmerksamkeiten für den Helden von Kandahar und Pretoria wider­sprachen den vorherrschenden Gefühlen der deut­schen Ration, von dem äußersten rechten Flügel der Konservativen bis zur extremen radikal« Linken und selbst bis in die Reihen der Sozial- demokraten. . ."

Wenn König Eduard von England demnächst nach Deutschland kommen sollte, um feinen An­tritts-Besuch als Souverän am Kaiser!. Hofe z« machen, wird er schwerlich in Berlin Geneigtheit ür den Abschluß eines Bündnisses zwischen Deutsch- and und England vorfinden. Aber wenn er gute Anerbietungen mitbringt, die uns Deutsche» von Nutzen sein können, dann würden wir Thor« ein, wenn avir solche Anerbietungen deswegen ablehnen sollten, weil fie von dem König von Großbritannien kommen.

Wochen-Wunöschau.

(Nachdruck verboten.)

Von großem Jntereffe ist ferner eine Aeußerung der Reichsschatzsekretärs Freiherrn von Thiel- mann bei der Berathung des Etats des Reichs­schatzamtes über die Fertigstellung des neuen Z o l l- tarifes. Auf eine aus dem Reichstage heraus an hn gerichtete Anfrage antwortete der Herr Schatz - ekretär, der Entwurf werde bald fertig sein und in der nächsten Zeit dem Bundesrathe zugehen. Die Frage ist nur noch die, wie lange nachher der Bundes­rath mit der Berathung des wichtigen Gesetzentwurfs zubringen wird.

Nach dem Etat des Reichsschatzamtes ist der Etat der Reichseisenbahnen im Reichstage erledigt worden, wobei der elsässische Abgeordnete Riff von Neuem die alten Klagen darüber vorzubringen hatte, daß die Rücksichten des Gewinnüberschuffes vielfach diejenigen des Verkehrs in den Hintergrund drängen. Der el>'ässische Abge­ordnete Schlumberger regte die Vorlage eines Kleinbahngesetzes für Elsaß-Lothringen an. Eisen­bahnminister von Thielen antwortete,der Ge­danke sei ihm ganz recht; aber der Reichstag habe nicht die Macht, ihn auszuführen. Das ist eine Landesangelegenheit und gehört vor den Landesaus­schuß von Elsaß-Lothringen, so antworteten dem Ab­geordneten Schlumberger der Minister und der ftei- konservative Abgeordnete Gamp.

. Eine intere ssante Ersatzwahl zum Reichstage hat indem ganz industriellen Wahlkreise Aache'n-Stadt stattgefunden. Der Vertreter dieses Wahlkreises war bisher, wie bekannt, Dr. Hille, der Generalsekretär der katho­lischen Arbeitervereine in Berlin. Herr Dr. Hille hat aber sein Mandat niedergelegt, um sich ganz seinen neuen Pflichten als Professor an der theolo­gischen Fakultät in Paderborn zu widmen. Nun­mehr ist Herr Lehrer Sittart gewählt worden, der Kandidat der Centrumspartei, bereits Vertreter des Wahlkreises im preußischen Abgeordnetenhause, und zwar gleich im ersten Wahlgange mit mehr als 5000 Stimmen gegen einen Sozialdemokraten, der noch keine 2000 Stimmen, d. h. um etwa 700 Stimmen weniger erhalten hat, als bei der Haupt­wahl im Jahre 1898. Herr Sittart hat frank und frei erklärt, daß die Landwirthschaft zu ihrem Be­stehen höhere Getreidezölle braucht und daß er für die Erhöhung der Zölle stimmen werde. Die Ar­beiterschaft in Aachen denkt aber gerecht und hat daran durchaus keinen Anstoß genommen Die Sozialdemokratie hat sogar noch 700 Stimmen verloren! Das ist ein gutes Merkzeichen für die Zukunft.

X Fulda, 16. Februar.

Zwei Königinnen! — Die sterblichen Ueberreste der einen, die in hohem Greisenalter von diesem Leben abberufen worden ist vor den Richter- ßuhl des Höchsten, werden versenkt in die Gruft ihrer Ahne»; die andere, im Lenze des Lebens, ausgerüstet mit dem Liebreize der Jugend, zieht mit ihrem lungen Gatten, dem Prinzen aus mecklenburgischem Hause «en vermählt in das Schloß Loo ein. „Prinr der M-derlande" soll der Gatte der jungen Königin Wllhelmina von Holland fortan betitelt werden.

In Schloß Loo tagte im Jahre 1899 auch die tnterxotionale Friedensversammlung, die in so unbe­schreiblicher Weise verhöhnt wird durch die Ereignisse die ihr folgen. Der liebreizenden jungen Königin der Nrederlande wollen wir wünschen, daß ihre Regierung verschont bleiben möge von feindseligen Verwickelungen; ihr selbst ist es zu wünschen und j »em Volke der Holländer. Der Anfang ist gut ge­wesen: die Portugiesen, die sich in Lourenzo Marques in ganz ungebührlicher Weise gegen den niederländischen Konsul Pott betragen hatten, weil dieser nicht, wie die Portugiesen es haben wollten alle ungerechten Forderungen der Engländer erfüllte haben fich bei der Regierung der jugendlichen Königin Wllhelmina entschuldigt und haben auch versprochen m Zukunft sollten in ihren afrikanischen Besitzungen solche Dinge gegen Holländer nicht mehr vorkommen Daraufhin ist der holländische Gesandte, der wegen des Streitfalles bereits die portugiefische Hauptstadt Llssabon verlassen hatte, wieder dorthin zurückgekehrt und Herr Pott hat wieder seinen Posten bezogen.

Mit einem friedlichen Ereignisse beginnt die She der niederländischen Königin. Mitten in krie­gerischen Verwicklungen unliebsamster Natur ist Königin Viktoria von England aus diesem Leben geschieden, und vorläufig ist keine Aussicht darauf, daß ihr Sohn,König Eduard VII., Frieden wü den Buren machen werde, so wenig kriegerisch «ch der neue König persönlich veranlagt sein mag. Die Engländer sind in ihrer gegenwärtigen Stärke in Südafrika gar nicht im Stande, mit den Buren fertig zu werden; ihr Oberfeldherr dort, Lord Kit- chener, verlangt nochmals 30000 Mann neue Truppen und wenn diese verbraucht sein werden, vermuthlich wiederum soviel und so fort ins Uferlose. Der un- ermüdliche Christian de Wet hat den Briten eine neue kräftige Niederlage beigebracht zwischen Blum- fontein und Ladybrand in den Tabaksbergen wobei die Engländer schwere Verluste erlitten und auch em Geschütz verloren. Dagegen will es nicht .^deuten, daß es den Engländern gelungen ist, un östlichen Transvaal einen Angriff der'Buren unter LomS Botha zurückzuschlagen. Und die Pest ist im ! englischen Heere! '

Feldmarschall Lord Roberts, vor nicht langer aus Südafrika nach England zurückgekehrt, be- Uslheilt die südafrikanischen Dinge nichts weniger als günstig. Er hat selbst gesehen, wie wenig gegen die Buren auch mit den Grausamkeiten auszurichten ist, die planmäßig gegen fie verübt werden; und deswegen

" schwarz in die Zukunft. Vom deutschen Kaiser ist der britische Feldmarschall ausgezeichnet worden durch den allerhöchsten preußischen Orden, den Schwarzen Adlerorden; und der Kaiser, der von König Eduard zum britischen sFeldmarschall ernannt worden ist, hat dem Lord Roberts gesagt, er rechne es sich zur Ehre an, mit ihm eine und dieselbe Uniform tragen zu dürfen. Lord Roberts wird ver- muthlich alle diese außerordentlichen Auszeichnungen Nicht erwartet haben, so wenig, wie man in Deutsch-1 l?nd darauf gefaßt war. Die hochkonservative Ber­liner ,Kreuzztg.' besprach diese Dinge in einer Kund­gebung, in der sie Zweifel darüber ausdrückte, daß in

Beurcherlung dieser Angelegenheiten und des Ver­hältnisses zwischen Deutschland und England das wünschenswerthe Berständniß zwischen dem Monarchen und seinen Berathern auf der einen und dem Volke auf der andern Seite bestehe. Angeblich soll König Eduard demnächst auch nach Deutschland kommen wollen.

In Spanien sind ernste Unruhen aus­gebrochen, die den Charakter eines organifirten Aufruhrs an sich tragen. Die Bewegung trägt einen ausgeprägt kirchenfeindlichen Charakter, ist aber ebenso sehr gegen das konservative Regiment gerichtet, das am Ruder ist. Die Regierung wird genöthigt sein, mit strengen Maßregeln gegen die Ruhestörer vorzugehen.

Die Berathung des sogenannten Ver­eins-Gesetzes in der französischen Depu- tirtenkammer, bei dem es bekanntlich auf die Vernichtung der Ordensgenoffenschaften und auf die Einheimsung des Eigenthums derselben abgesehen ist, mußte unterbrochen werden wegen einer Erkrankung des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau. Daß der Vatikan mit allem Nachdrucke für die bedrohten Orden eintritt, ist selbstverständlich. Der Kultur- kämpf scheint also unvermeidlich zu sein. Armes Frankreich!

Prrnz Alfons von Bayern sollte angeblich Zwist gehabt haben mit dem Vertreter des Kaisers be, der Beerdigung des Großherzogs von Sachsen- Weimar, so hatte die große Münchener Ententante behauptet. Jetzt müssen fich die Münchener Neuesten Nachrichten die amtliche Berichtigung von Weimar aus gefallen lassen, daß kein wahres Wort an der sogenannten Nachricht ist.

In dem hohen Alter von 82 Jahren hat Professor Max von P e t t e n k o f e^r in München, der berühmte und hochverdiente Ge­lehrte und Forscher auf dem Gebiete der Hygiene, Hand an sich gelegt: Montag früh hat man ihn todt in seinem Zimmer gefunden, mit einem Revolver- schusse in der rechten Schläfe. Ganz augenscheinlich ist die That das Erzeugniß einer geistigen Umnach­tung oder doch hochgradigen nervösen Erregung. Schon längere Zeit hatte der berühmte Gelehrte zu leiden unter dem Drucke einer tiefen Schwermuth.

Ein anderes Drama hat sich vor dem Kriegs­gerichte in Metz abgespielt: Oberleutnant Ruger vom Jnf.-Reg. Nr. 17 in Mörchingen ist wegen Tödtung des Hauptmanns von dem- selben Regiment zu zwölf Jahren Zucht­haus verurtheilt worden. Man kennt den Hergang: Nach dem Festessen an Kaisers Geburtstag hatten die Geister der genossenen Getränke in den Köpfen der Offiziere gespukt. Hauptmann Adams betrug fich ungehörig. Oberstabsarzt Rüger wollte ihn daran hindern, nicht mit Gewalt, sondern I mit Sanftmuth: da erhielt er von dem zornigen Hauptmann einen schallenden Schräg ins Gesicht. Was kommen mußte unter dem Drucke des Duell­zwanges beim Heere, war klar. Oberleutnant Rüger indessen wollte seinen Bruder retten und noch im Rausche schoß er den Hauptmann Adams in dessen eigener Wohnung nieder.

Das österreichische Abgeordneten­haus hat nun endlich einen Präsidenten: den Abgeordneten Grafen Vetter von der Lilie von verfassungstreuem Grundbesitz. Der neue I Präsident ist beinahe einstimmig gewählt worden, mit 344 von 360 Stimmen — ein gutes Vorzeichen, wenn nur nicht im österreichischen Abgeordnetenhause schon so viele gute Borzeicheu als trügerisch sich er­wiesen hätten. Erster Vizepräsident ist Herr Prade von der deutschen Volkspartei, zweiter Vizepräsident der radikale Tscheche Dr. Zacek geworden.

In Wien ist Montag Nachmittag 4 Uhr der frühere König von Serbien aus dem Leben geschieden, erst 48 Jahre alt, einsam und verlassen von seiner Familie, getrennt von seinem Heimathlande. Der Mann hat schwere Verant­wortungen auf fich geladen. Man wird aber zum Mitleide gestimmt durch die beklagenswerthen Ber- hältniffe, unter denen er aus dem Leben scheiden mußte. Mit seinem Sohne Alexander hatte fich der Verstorbene noch versöhnt.

Im deutschen Reichstage und gleichzeitig auch un preußischen Abgeordnetenhause ist während der letzten Tage über die Etats der Justiz­verwaltungen im Reiche und im Königreich Preußen verhandelt worden. Dabei ist ein Stückchen Juden- fragc besprochen worden. Der Mord von Könitz gab die eine Veranlassung dazu. Die andere Ber- anlaffung war eine Anfrage des freisinnigen Abgeord­nete» Peltasohn im preußischen Abgeordnetenhause, warum m Berlin bei der Ernennung von Notaren ?!e 'J 7e,n Rechtsanwälte länger warten müßten als

dw christlichen. Die freisinnigen Redner wollen, daß ohne Berücksichtigung auf die Bevölkerung Juden in I alle unsere Staatsämter einrücken sollen; aber sie sind mit ihrem Verlangen im preußischen Abgeordneten­hause allein geblieben. Auch die Nationalliberalen haoen einem Anträge zugestimmt, der dem preußischen Justizminister Schönstedt für seine Grundsätze bei der Ernennung von Notaren volle Anerkennung ausspricht und den Wunsch enthält, es möge auch in | Zukunft alles so gehandhabt werden, wie bisher. I Leider hat sich der Minister ebenso wenig wie Staats­sekretär Nieberding im Reichstage eine irgendwie! bestimmte Aeußerung entlocken lassen darüber, was i eigentlich die Regierung über den Mord in I Könitz denkt.

Ein Nationalpole Namens oonMycielSki, der jedenfalls sehr viel übrige Zeit habe» «uß, beschäftigt fich seit einiger Zeit damit, Ver,eich, niffe polnifcher Ortsnamen herauSzugeben. I«

Das Eine hat Reichskanzler Graf Bülow im Reichstage klar nachgewiesen, daß nämlich Deutsch­lands Regierung nicht stumm und dumm daneben gestanden hat, als die Wetterwolken des Buren­krieges am politischen Horizont aufstiegen. Da hat die deutsche Regierung ihre Pflicht gethan, um den Krieg zu verhindern, wenn es möglich sein sollte; sie mußte aber einsehen, daß ihre Be­mühungen vergeblich bleiben würden, und des­wegen blieb ihr gar nicht« Anderes übrig, als diese Bemühungen wieder einzustellen, um sich nicht eine Blöße zu geben und nicht nutzlos deutsche Interessen dabet ,u gefährden. Das durfte sie später auf keinen Fall daran hindern, die für Deutschland vortheilhaften Abkommen mit Eng­land über chinesische Dinge abzuschließen, obwohl inzwischen die Engländer im Anfänge des Buren-!...,,. r— ___________...

Aeses sich nichts weniger als liebenswürdig gegen diesen Berzeichniffen führt Herr von MneielSki Deutschland benommen und diese Unliebenswürdig, nicht etwa nur die Namen solcher Orte auf, die m"?A°rdentlich deutlich bekundet hatten durch während der letzten Jahrzehnte von de» preußi« d,e Beschlagnahme der deutschen Dampfer in der scheu Staatsbehörde» verdeutscht worden find und Delagoa-Bucht und durch unfreundliche Behänd- bi« zum heuttgen Tage noch in polnischer Gegend lung deutscher Reich-angehöriger in den Buren- liegen. Mit solchen Kleinigkeiten gibt fich der republlken. Und wenn die politische Lage fich un- Herr Verfasser dieser Verzeichnisse nicht ab. Herr versehens so gestalten würde, daß Deutschland« von MycielSki geht aufs Ganze und führt bei« Interessen nur sicher gewahrt werden könnten durch spielsweise polnische Namen auch für alle Kreil« ein Schutz- und Trutzbündniß zwischen Deutsch- ftädte der Provinz Schlesien und für Städte wie lanb und England, dann müßte diese« Bündniß Friedeberg, GotteSberg, Greifenberg, Hohenftiede« eben abgeschlossen werden. berg, Schmiedeberg, deren Klange man el im

Es gibt einige Blatter in Deutschland, die Augenblicke anhört, daß fie so urdeutsch wie nur fich «n ganz besonderes Vergnügen daraus irgend möglich find. Thatsächlich find die «letzt machen, mit diesem Wenn zu spielen. Wenn nun angeführten Städte und ihre Umgegenden niemall Rußland auf einmal seinen politischen FeldzugS« von Polen bewohnt worden. Die ursprüngliche plan ändern und England dermaßen mit Liebens« Wildniß im schlefischen Berg« und Sebirgslande I umstricken sollte, daß ein englisch- wurde der Kultur erobert durch Deutsche, die von

nisfisches Bündniß zu Stande käme, dann würde Westen her kamen. Deutsch ist diese Erde seit Deutschland auf den Einzelschemel gesetzt sein fie der Kultur erschlossen ist.

und Znt haben, unliebsame Betrachtungen dar- Aber Herr von Mycrelski dehnt seine sprach« anzustellen, daß es nicht selbst durch ein lichen Sroberunglzüge noch viel weiter »ach Bündniß die englische Freundschaft fich gefichert Westen hin auS. Er spricht fvon einem früher« habe, bevor andere ihm den Rang abliefen — Slavenreiche, läßt dieses bis tief nach Riebe».

| und ähnlich »st das Leitmotiv gestimmt bei | sachsen hineinreichen und spricht Städte wie diesen Gedankensprelen. Aber gerade die Politiker an der Newa machen ganz gewiß keine Gefühls. Politik, sondern richten ihre politischen Mnß- nahmen einzig und allein mit rückfichtslos kalter Berechnung danach ein, was die Interessen del Zarenreiches erfordern; und vergebens wird man nach Anzeichen suchen, die Aufschluß darüber

i Zkben könnten, welchen gemeinsamen wichtigen ,--------------- wywu,CH «BOutuvull„ro

Interessen die alten Gegner Rußland und veranstaltet und der Mitwelt erzählt, wie seine England auf einmal Arm in Arm vor dem er- Vorfahren die aufgezählten deutschen Städte ae« staunten Europa ausmarschiren lassen möchte», nannt haben. Dagegen kann niemand etwa! ein« Rur dann würde derlei möglich sein, wenn beide, zuweoden haben. Der Sinn der Veröffentlichung« Großbritannien und das Zarenreich, in Asten einen gemeinsamen Nebenbuhler erhalten würde», dessen Beseitigung gleichmäßig in beider In. tereffe liegen würde. Vergebens aber wirb man nach einem solchen gefährlichen Nebenbuhler auf die Suche gehe»; und vor allen Dingen würde doch Deutschland dabei nicht in Frage kommen. Es wäre eine grobe Beleidigung der deutschen Staatslenker, ihnen solche abenteuer- lichen und geradezu unstnnigen Afienpläne unter- zuschieben, daß man wähnen müßte, Rußland und England könnten ei« gleich lebhaftes Be- dürfniß empfinden, da? eroberungssüchtige Deutschland von Astens Bode» zu verdrängen.

Und gerade die zwischen Berlin getroffenen Abmachungen über astatische Fragen find ein vollkommen deutlicher Beweis dafür, daß an,------- #Hy ö«„ m -oervm.

so^e abenteuerlichen Dmge gar nicht zu denken \ düng mit einigen Sätzen, die sich mit dm pol«

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