Einzelbild herunterladen
 

Ä täglich, ihmeder

Sem» *ub Fein« jagt. LinteliLhrl.

Itiagiyrtie shneBringerloho «L Bestellgeld in Wald« and auS« ÄSrt»IM.ü0Pf.

4*-<

StftrtUt LL einfpalttge teile ober betet Rau«1SPfg.M» flamen die Petit» zeile2LPfg.; M Wiederholungen wird entsprechens Rabatt gew£&&

ftUuf - fte He XeMttfee Jet Senat jeteeete J. Parzelle» in Falta.

mit Nnterhattungs -Aeikage „IlkuArirte Somüags-Ieilung"

Sn< n» Verla, Hf Ja»«, Xdtea»tWke<

PetrrfgaS« Of. e Cfcoreetut).

M 35.

JuLöcr, Dienstag, den 12. Februar 1901.

28. Jahrgang.

Lk Getreidezölle, Arbeiterinteresserr und verwandte Sachen.

Diejenigen Polittker und Zeitungen, welche den besonderen Inten ffen der Händler und Getreide- Spekulanten mit oder ohne Bewußtsein dienstbar smd, suchen mit großer Hartnäckigkeit den An­schein zu erwecke», als wären alle diejenigen Leute, die für eine entsprechende Erhöhung der Getrerdezölle eintreten, Feinde des Volkes, Brod- wucherer, verrückte Agrarier und namentlich Hasser unserer industriellen Arbeiter-Bevölkerung. Daß unter solchen Umständen alle unsere deutschen Parlamente zum weitaus größtenTbeile aus solchen Volksfeinden bestehen müßten, pflegt man dabei gewöhnlich zu verschweigen; denn diese Thatsache an sich ist ein Beweis dafür, daß eine große wirthschastliche Noch Wendigkeit, daß ein Lebens, rnteresss des deutschen Volkes die Erhöhung der Getrridczölle in zwingender Weise gebieterisch for­dert. Die deutsche Landwirthschaft muß bestehen, darf nicht vergehen, wenn das Reich in alter Kraft und Stärke bestehen soll; und daß auch die Industrie diese Wahrheit vollauf anerkennt, geht mit aller möglichen Klarheit von Neuem daraus hervor, daß der Central»Verband der deutschen Industriellen in diesen Tagen mit allen gegen eine Stimme für eine ausreichende Erhöhung der Grtreidezölle sich ausgr-prochen hat.

Wahrend der jüngsten Zeit hört und lieft man als HLvfizsten Einwand dagegen, daß die deutsche Landwirthschaft in einer Notblage sich befind.', den Hinweis darauf, daß der Verkaufs­preis ländlicher Besitzungen immer mehr in die Höhe gche. Das ist im allgemeinen richtig, daß der Verkaufspreis der Landgüter während der letzten Jahrzehnte beständig ia die Höhe gegangen ist. Ader was wird denn alles dabei mttbezahlt? Es handelt sich doch bei dem Preise eines Land­gutes nicht nur um dis Bezahlung von Grund und Boden; sondern in dem Preise sind lr.be» griffen die Gebäude, der Viehstand, die Maschi­nen, die Wohnungen für Arbeiter und Arbeiter­familien und dergleichen mehr. Mit Recht ver­langt man von der Landwirthschaft, daß sie rüstig und unermüdlich mit der Zeit fortschreite: chren Viehstand verbessere, Meliorationen an Aeckern und Wiesen anbringe, ihr Maschinen- material vervollkommene, bessere und mehr Ar­beiterhäuser baue. Soll der Landwirth, der diesen Anforderungen der Zeit nachkommt und das alles thut, bei einem Verkaufe seiner Be­sitzung das ganze Anlagekapital, das in diesen Verbesserungen steckt, spurlos verschwinden kaffen? Das würde ein höchst ungerechtes Verlangen sein. Der Landwirth hat vielmehr daS gute Recht, seine Besitzung um so viel höher im Werihr an- zuschlagen, als er sie durch allerhand Ver- beffermigen bereichert hat. Und deswegen ist die Bezeichnung der Preise von Landgütern, einfach nach dem Hektare berechnet, eine sehr mechanische Methode, bei der der Laie gar zu leicht über­sieht, daß in diesem Hektarpreise die W-ritze aller Gebäude, Maschinen, alles tobten und lebendigen

Dennoch aufwärts.

Roman vo»L. v. Neidegg.

»1 ------ (Nachdruck verboten.)

Als die Schwäger miteinander das Wohn­zimmer wieder betraten, sand Karl zu seirrrm Aerger, daß Kreszenz eS für nöthig erachtete, ihm ihrs Gegenwart incht zu entziehen. Sie war ihm von jeher unsympathisch gewesen; er konnte es deshalb Helene nachsühien, wie peinlich ihr die Rückbrrufung der Schwägerin gewesen sein mußte, die jedenfalls so etwas wir eine Auf- pafferin oder Zuchtmeisterin vorstrllte. Der scharfe Blick, mir dem das alte Mädchen über ihre Arbeit hinweg nach ihm schielte, mußte ihn in seiner abfälligen Meinung bestärken.

Helenens Gesicht halte sich erheitert. Der Dienst, den ihr Mann dem Vater sowohl durch daS Darlehen, als durch die lange Stundung erwiesen hatte, war ihr in der letzten Zeit so oft und so hämisch vorgerückt worden, daß der Gedanke daran sie wie ein Alp drückte. 8s war ihr ein namenloses Gefühl der Befteiung, sich sagen z« können: nun sei niemand der Ihren dem Mamre länger Dan! schuldig. Selbst die Kunde über des Vaters augenscheinlich gebeff eile Lüge kam dagegen erst in zweiter Linie.

„Wann kommst Du denn den Vater besuch-n? fragte Karl. „Ich finde ihn sehr gealtert. Du solltest öfter nach ihm sehen."

Ehe sie antworten konnte, fiel Kreszenz ein: Wohl nicht eher, als bis Herr Armbruster sich freundschaftlich zu meinem Bruder gestellt hat."

Inventars mit enthalten find. Thatsache ist es, trotz der anscheinend hohen Gürerpreise in neuerer Zeit, daß bei dem Verkaufe einer ländlichen Be­sitzung manchmal nur die Werthe der Gebäude, des Inventars und des Holzbestandes bezahlt werden, Grund und Boden aber unbezahlt als Zugabe in den Besitz des neuen Käufers über­gehen.

Doch das nur nebenbei. Daß man im Volke volles und gutes Verständniß besitzt für das, was noth thut auf diesem wirthschaftlichen Gebiete, be­weisen verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit.

Zunächst die Thatsache, daß auch parlamen­tarische Vertreter der politischen Demokratie klipp und klar für eine Erhöhung der landwirthschaft- lichen Einfuhrzölle eintreten. Daß das im würt- tembergischen Landtage geschah, ist ja bereits hin­länglich bekannt. Nicht ganz so bekannt ist die Art und Wette, wie besagte Mitglieder der süd­deutschen Volkspartei im württembergischen Land­tage diese ihre Stellungnahme für die Erhöhung der Getreidezölle begründeten. Von einer Deckung der Produktionskosten kann bei den heutigen Ge­treidepreisen nicht die Rede fein; so sagte der demokrmische Abg. Stock map er. Die Löhne steigen, die Produktionskosten im allgemeinen steigen, und allgemein ist man in sachverständigen Kressen zu der Ueberzeugung gelangt, daß nur ausreichen­der Schutz gegen den Wettbewerb der Auslandes der Landwirthschaft bald Hilfe bringen kann. So der demokratische Abg. Srockmayer.

Nun hat neulich Herr Odergenoffe Ginger im Reichstage dir Behauptung ausgestellt: es sollten nur unter der Losung der Erhöhung der GrtreidkMe Neuwahlen zum Reichstage statt­finden, dann würde man schon sehen, wie das Volk gegen diese Zollerhöhung austreten würde. Herr Singer hat augenscheinlich nicht daran ge­dacht, daß wenige Tage nach seiner Rede eine Neuwahl zum Reichstage in einem ganz indu- striellrn Wahlkreise stattfiaden würde, nämlich in dem Wahlkreise Äachen-Stadt, sonst würde er verrnurhiich ein wenig vorsichtiger gewesen fein mit seinen Behauptungen. Denn dort ist mit riesengroßer Mehrheit der Centrumskandidat Lehrer Srttart gewählt worden, der kein Hehl daraus gemacht hat, baß er für die Erhöhung der Getreidezölle im Reichstage eintreten würde. Das Volk hat Herrn Sittart und die Lage der Dinge besser verstanden, als Herr Singer. Herr Sittart ist von dem ganz industriellen Wahl­kreise gewählt worden, und die Stimmen der Sozialdemokraten haben gegen 1898 um siebenhundert abgenommen!

Was sagen die Herren Singer und Genossen dazu?

D:e Arbeiterschaft des Wahlkreises Aachen - Stadt hat Lurch ihre Stimmenoboabe bewiesen, daß sie gerechter denkt, als die Singer und Genossen. Das Cent rum wird dafür sorgen, daß die Erträge der erhöhten Getreide­zölle wiederum der gejammten Arbeiter­schaft zum Vortheil gereichen werden durch neue soziale Wohlthaten, zu denen in erster Reihe eine Versorgung derHinter- bliebenen der Arbeiter gehört!

„Ich hatte die Frage an meins Schwester gestellt, Fräulein Blankenhorn."

„Und ich nehme mir die Freiheit, sie zu be­antworten, Herr Armbruster, da ich dis Gesin­nungen meines Bruders genau kenne."

„Möchte nur wissen, wer in diesem House eigentlich die Frau ist!" fuhr Karl unwillig heraus.

„Du hast die richtige Familienart, Karl Arm­bruster: jähzornig und hochfahrend," fiel Blanken- Horn ein. „Ich allein bin hier Herr, kann ich Dir sagen. Frau und Echwester haben beide mir zu gehorchen. Das darfst Du Deinem Vater ausrichten. Ich werde mit meiner Frau zu Euch kommen, wenn es mir paßt. Sie geht ohne mich nicht hin, hat hier Nöchigeres zu thun, als Be­suche zu machen."

Karl mußte an sich halten, um den rohen Mann nicht derb abzufertigen. Bleich vor Zorn wandte er ihm den Rücken.

„Was lassest Du dem Vater sagen?" fragte er die vor Erregung zitternde Schwester.

„Du kannst" Dir wohl selber denken, wie meine Antwort lauten würde, dürfte ich frei reden."

Fernere Unterhaltung mit Helene in Geßen- wart von Mann und Schwägerin war durch den Zwischenfall unmöglich geworden. Karl stand deshalb auf, nach Hause zu gehen. Rasch trat Helene auf ihn zu und schob ihren Arm unter den seinen: „Ich gehe mit Dir durch den Garten; hindert mich, wenn Ihr könnt!" tief sie herausfordernd ihren Hütern zu.

Mit entrüsteten Blicke« sahen ihr diese nach.

Deutsches Drich»

Berlin, den 11. Februar.

© Der Tokera«za»tr«g des Kenlrvm». Die Kommission des Reichstages zur Vorberathung des vom Centrum eingebrachten Toleranzantrages ist nunmehr zu einer neuen Sitzung am 14 d. M. einberufen worden. Die bereits begonnenen Be- rathungen wurden, wie bekannt, unterbrochen, um das erforderliche thatsächliche Material in dem nöthigen Umfange herbeizuschaffen.

h. Dir DeSatlr« i« Ateichstttste bildeten heute (Montag) den Gegenstand von Auseinander­setzungen im Seniorenkonvent des Reichs­tages. Der Vorsitzende sprach den Wunsch au«, die Debatten möchten doch nach Möglichkeit gekürzt werden, damit man nicht Gefahr laufe, die Osterferien weiter als sonst zurückzulegen und sie zu verkürzen. Auch den Kommissionen wurde der dringende Wunsch ausgesprochen, das ihnen vor­liegende Material so schnell wie nur irgend mög­lich aufzuarbeiten. Es bestand im Seniorenkonvent die Anschauung, daß man bei entsprechender Förderung der Arbeiten die Osterferien werde am 22. März beginnen lassen können. Als Wiederbeginn der Sitzungen nach Ostern ist der 16. April in Aussicht genommen worden.

h. Die KKAsL'-KsWWtjlkott des presß. ASgeordÄetsshavses hat von ihrem Vorsitzen­den, dem natl. Abg. v. Epnern, einen Arbeits­plan unterbreitet erhalten, wonach die Berathung der Regierungsvorlage nach einer Reihe bestimmter Gesichtspunkte vorgenommen werden soll. Es sind danach zu nennen die Generaldiekussion über die Gesammtvorlage (Zweckmäßigkeit der Kanäle über­haupt und der vorgeschlagenen Kanalbauten ins­besondere), Berathung über die einzelnen Theile der Vorlage in ihren sinanziellen Anforderungen, in ihrer technischen Ausführbarkeit und in der wirthschaftlichen Bedeutung jeder Linie — weiterhin Veranschlagung und Gesammtkosten der Vorlage, Deckungsfrage, Bauzeit usw.

© Kisenö'h« IlnfäCe. Im Laufe des Monats Dezember sind auf den deutschen Eisen­bahnen, die bayerischen ausgenommen, im ganzen 39 Entgleisungen vorgekommen, davon elf auf freier Bahn und 28 in Stationen und 29 Zu­sammenstöße, davon einer auf freier Bahn. Es wurden dabei 1 Bahnbediensteter getödtet, sechs Reisende und zwanzig Bahnbedienstete verletzt.

Arrs dem Reichstage.

O 46. Sitzung vorn 11. Februar.

Nach Erledigung deS noch übrigen kleinen Restes deS Etats der Reichs just izv er waltung folgt die Berathung des Etats des Reichsschatz­amtes.

Der natl. Abg. Nassermau« bemängelt di: Hand­habung des RcichSstempclgesetzes in mehreren Stücken und bittet um Abhilfe.

Abg. Dr. AoeSek (Antis.) übt lebhafte Kritik an der ganzen Finanzwirthschaft des Reiches, dir es schon so weit gebracht habe, daß man mit Anleihen nach Amerika gehen müsse, während Berliner Banken (die Deutsche Bank) gleichzeitig anatolische Eisenbahnaktten auf den Markt bringen. Dabei stehen immer neue Anleihen in Sicht, so in Preußen für die neue Kanalvorlage. Hinter den Kulissen, meint der Redner, wird gemimt; ich weiß schon jetzt genau, daß die Kanalvorlage bewilligt werden wird. Der Schatzsekretär möge doch ehrlich sein und gleich neue Steuern statt Anleihen vorschlagen.

Blanksnhorn schlug mit der geballten Faust auf den Tisch: „Hätte gute Last, de« Kerl zum Garten hinauSzuw-rfen, der sie zu solch' frechem Benehmen anstiftet!"

„Laß Dich bßöow," rieth die Schwester. „Machst Dir dadurch nur Unannehmlichkeiten mit den Stadtleuren. Sie treiben'«? drin ganz toll mit ihm. Man hört von nichts, als vom alten Armbruster, den sein braver Sohn aus der Patsche reißt."

„Lieber möchte ich daS verwünschte Geld noch länger entbehren; diese Schuld hat mir eine Art Gewalt über die Gesellschaft gegeben. Damit ist'S jetzt aus, und daS weiß die Lene nur zu gut!"

„Ich hab' Dir immer vorausgesagt, wie eS kommen würde, Fritz. Wenn Du die Karoline Kromer geheirathet hättest, wäre alles anders. Die hätte Dich gern genommen, und Kinder hat sie auch."

„Geh' zum Kuckuck mit deinem Gejammer über Dinge, die sich nicht ändern lassen!" fuhr er fir an. Das ist alles dummes Zeug; bi» Karoline hat einen anderen, und ich hab nun einmal die, und pariren wird fie mir noch müssen, ich zwinge sie dazu."

„Aber nicht zur Liebe. Ich bin sicher, ihr Herz hängt noch an dem Julius Merk. Wie wird es erst werden, wenn fie ihn wiederge- srhen hat!" „ L ...

„Ich werde dafür sorgen, daß das nicht geschieht. Wann soll er denn predigen? Ich lasse sie einfach nicht in die Kirche."

„Nächsten Sonntag. Gan, W-Hruaug ist

Abg. Dr. Geriet (konservativ) zweifelt vorläufig noch an der Annahme der Kanalvorlage und bittet den Schatzsekretär um möglichst beschleunigte Ein­bringung des Zolltarifes; er betont, es herrsche in weilen landwtrthschastlichen Kreisen arge Miß­stimmung über die Verzögerung.

' Schatzsekretär Ireiherr vo« Ghietmau« erwidert, es seien über die Zolltariffiage unablässig falsche Nachrichten verbreitet worden; es sei ihm aber unmöglich, alles richtig zu stellen, sonst würden seine Arbeitskräfte allein durch das Demen iren in Anspruch genommen werden, liebet die Fertigstellung des ZolltarifeS selbst thrilt der Schatzsekretär mit. daß diese für die allernächste Zett bevor­stehe. Im Schatzamte sei seit Jahressrist, Hand in Hand mit dem Re'chsamte des Innern, ohne Unterlaß daran gearbeitet worden. Der Schatzsekretär hofft, daß der Zolltarif „binnen kürzester Frist" an den Bundes­rath gelangen werde, nur den Tag könne er noch nicht genau bestimmen.

Abg. Dr. Paasch» (natl) nimmt die Finanz­wirthschaft des Reiches gegen die übermäßig heftigen Angriffe Dr. Boeckels in Schutz.

Äbg. Speck vom Centrum meint, aus die Anleihe­frage wolle er nicht näher eingehen, um dann fort­zufahren: Wenn auch meine politischen Freunde geradeso wie Herr Dr. Boeckel die ungünstige Gestal­tung der Finanzlage bedauern, so wollen sie das nicht allein dem Schatzsekretär zur Last legen. Die Antwort des Schrtzsekretärs auf die Anfrage Dr. Oertels war eigentlich noch nicht die richtige. Herr Dr. Oertel fragte, wann die Zolltarifvorkage dem Reichstage zugehen werde! Aber freilich kann das der Herr Schatzsekretär selbst nicht sagen, weil er nicht wisse» kann, wie lange der Bundesrath sich damit beschäftige» wird. Der Redner fragt sodann an wegen der Aus­prägung von 10 Mark-Siücken, bemängelt die Zwet- hundertjahrf ier-Denkmünze und wünscht Auskunft wegen der Saccharinvorlage.

Schatzsekre är Frhr. v. Tytekma«« erwidert, die Meinungen über diese Saccharinfrage gingen noch aus- einver, die Vorlage fei indrsscn im Schatzamts so weit wie möglich fertig gestellt. In der Denkmünzenfrage bemerkt der Redner, binnen 14 Tagen erhalte er vo» einer neuen 5 Mark-Münze einen weiteren Probe­stempel; im übrigen ließe sich über den Geschmack nicht streiten. Die Prägung roa 10 Mark-Stücken werde eifrig betrieben.

Abg. Dr. Hertek (kons.) bittet um etwas mehr Dampf dinter d-m Saccharin-Gesetz. Von der Antwort des Schatzsekretärs über die Zollta'if-Borl-!ge ist er be­friedigt. Redner wünscht die Einführung einer 25 Pfennig-Münze."

Der antis. Abg. Werner stellt fich in der Kritik der Finanzpolitik auf die Seite Böckels, Abgeordneter v. Kardorff (freit) hält 25 Pf.-Stücke für unpraktisch. Der freis. Abg. Wükker-Sazan meint, so solchen An­griffen wie der Böckel's gegen die Finanzpolitik sei kein Anlaß voiHänden Abg. Kirsch (®tt.) bemängelt die Denkmünze; Abg. Spec» ((Str.) ist gegen die Einführung eineS 25 Pf-nnig-Stückes.

Danach mird der Etat beä Reichsschatzamtes genehmigt, ebenso ohne Debatte die ElatStitel Reichsschuld und Rechnungshof.

Es folgt der Etat der Reichseisenbahnen.

Die Kowmifston beantragt dazu eine Resolution über die Herabsetzung des Gepäcktarifes bei den elsäsfiich-lothrtngischen Bahnen, sowie eine zweite Rrfolution über einen etwa entstehenden Ausfall bet Herabsetzung deS Kilomelersatzes auf 1 Pfennig für Militärurlauber.

Nachdem noch einige Redner zum Etat der Reichseisenbahnverwaltung, zu dem ein An­trag aus Herabsetzung des Tarife- für Militär­urlauber auf 1 Pfennig pro Kilometer vorliegt, ge­sprochen, vertagt fich vas Haus.

Morgen: Fortsetzung, China-Nachtrags- Etat, Ostasiatisches Relikteugesetz.

schon jetzt in heller B getfteiuug. Sre machen ein gewaltiges 'ZufhedeaS von seinem Opfer- muth. Ich gebe ja zu, daß was dran ist; aber schließlich haben andere vor ihm dasselbe gethan."

„Ein Esel ist er, sage ich l" rief Blanken» Horn hest-g- „Uno mich freut’«, zu denken, wie seine Larve zugerichtet werden wird. Ich wollt', fi; wäre es noch, ehr er hier auf der Kanzel steht und allen Weibern die Köpfe verdreht."

Mittlerweile war Karl mit der Schwester an den Ausgang des Gartens gekommen. Sem Aerger hatte sich abgMhtt; er sah nun ein, daß er unklug gehandelt, als er fich hatte hiu- reißen lassen, Kreszenz grob zu begegnen; den Weg zur Schwest r halte er fich damit verlegt, hatte obendrein fie noch mehr aufgeregt, die weit eher einrs betänftigenben Einflusses bedurft hätte. Um ihre Gedanken von dem unange­nehmen Vorfall abjuleiten, unterhielt er sie ttn Gehen ausschließlich von seinen Erlebnissen in Frankreich. Erst an der Gartenthür stehend, wiederholte er die Mahnung, recht bald nach dem Vater zu sehen, in dem eine Veränderung norgegangen sei; ob ihr das nicht auch ausge- fallen wäre?

„Ich habe ihn seit langer Zert immer nur flüchtig gesehen, wenn ich ihm auf der Straße begegnete," antwortete Helene. „Da konnte ich mchrs von einer Aenderung bemerken. Er ist verschlossen — ich vielleicht auch. Ich fürchte, wir verstehen uns immer weniger."

„Vielleicht verficht er Dich nut zu sehr, und ge-

Airs dem Landtage.

Mgeord»e!errharro. — 23. Sitzung von» 11. Febr.

Bei ber fortgesetzten Berathung des Justizetat» bemerkt

Justizminister SchSaftedt auf eine Auf agr des natl. Dr. Göschen, die llm Gestaltung des Zorbereitungs-