SrUeml täglich, gL AuSn«hme der
« und «u6- »1«.bOPf.
Sinn- unb Fe-er- tage. Lierteliährl.
|t|egiyrtli kchne Bringerlohn und Bestellgeld in
FuldaerMIertung
jeftrelti Dti einspaltige Setifc zeile oder deren RaumlbPfg.Fre- klamen die Petitzeile 25 Psg.; bei Wiederholungen wird entsprechens. Rabatt gtwe^Et
28. Jahrgang.
Inwa, Mittwoch, den 6. Februar 1901
© Die österreichische Thronrede
ihren Anfang nehmen werden.
26
sagte sie umnebelt war, die geheimen vor sich
Mit großem Interesse, nicht nur in Oesterreich, ist die Thronrede erwartet worden, die Kaiser Franz Joseph an den österreichischen Reichsrath richten würde. Im letzten Herbst hatte der Kaiser zu einer galizischen Abordnung die Aeußerung gethan, die Auflösung des Abgeordnetenhauses und Ausschreibung der Neuwahlen für dasselbe seien die letzten verfassungsmäßigen Mittel, die der Regierung zu Gebote ständen, und nun hatte wohl mancher eine Thronrede in der Tonart des donnernden Jupiter erwartet. Aber davon ist keine Rede; und namentlich das ist in der Thronrede hervor- gehoben, daß die Regierung niemals den Boden der Verfassung zu verlaffen gedenkt. Die Regierung will von dem Reichsrathe selbst, „sobald eine ernstliche Beruhigung eintritt", cin: „schärfere Fassung der bisherigen VerfassungS- bestimmungen über die Vollmachten der Regierung in Fällen außerordentlicher Dringlichkeit" genehmigt erhalten, damit „die Rechte der Volksvertretung voll gewahrt werden und die Verantwortlichkeit der Regierung fest begrenzt werde". Nichts kann verfassungsmäßiger sein, und die Regierung des Kaisers Franz Joseph verdient alle Anerkennung dafür, daß sie in dieser Weise
entwickelt, das ebenso vollkommenes Lob verdient, wie die streng versaffungsmäßigenGrundsätze, auf denen sie aufgebaut ist. Die Regierung will eine Alters- und Invaliden - Versicherung einführen, bestehende Abgaben und Steuern erleichtern, neue große Verkehrswege schaffen, namentlich eine zweite große Verbindung zwischen Wien und Triest, will eine Gesetzesvorlage einbringen über die Schaffung von guten und gesunden Wohnungen für die Arbeiter-Bevölkerung — kurz, das Programm, das die Thronrede entwickelt, ist prächtig; aber noch fehlen die Leute, mit denen die Regierung es ausführen kann; noch fehlt die bewußte „ernstliche Beruhigung".
Die Beziehungen Oesterreich-Ungarn« zu den auswärtigen Staaten werden in dem herkömmlichen Stil der Thronreden al« fortdauernd freund-
diese Verordnung als ungiltig anzusehen, weil sie im Widerspruche steht mit der Gewerbe
ordnung und mit dem Reichkstrafgesetz- buche.
+ Zur Aotzlenfrage. Von denjenigen Blättern, die nicht gern fortgesetzt von Kohlenfrage und Kohlennoth reden hören, ist zwar schon oft behauptet worden, er könne darüber nicht» Neue» mehr gesagt werden. Jede neue Gelegenheit aber, darüber zu reden, beweist immer wieder da» Gegentheil, und so ist es auch wieder mit der Berathung de« Anträge« de» konservativen Abg. von Korn-Rudelsdorf im preußischen Abgeordnetenhause: „die preußische Regierung zu ersuchen, die geeigneten Maßregeln zur Beseitigung der Mißstände bei dem Verschleiße der Kohlenproduktion und der daraus entstehenden erheblichen sozialen und materiellen Schäden zu ergreifen". Montag Abend ist die K o m m i s s i o n zur Berathung dieses Antrages gebildet und als Vorsitzender ist der Centrumiabg. Letocha gewählt worden. Nach voraufgegangener Verständigung mit den Mitgliedern der Kommission hat nunmehr der Vorsitzende vorgeschlagen, die Berathung in folgender Reihenfolge vorzunehmen: 1) Feststellung der Produktion gegenüber dem Bedarf, 2) die Stellung des Staate» als Produzent, als Verkäufer zur Syndikatsbildung, 3) die Frage des behaupteten Monopols von Großfirmen, 4) genofienfchaftlicher Einkauf, 5) Schlußfolgerungen und Beschlüsse der Kommission. In der ersten Sitzung der Kommission wurde der erste der genannten fünf Punkte verhandelt, und man kann als Ergebniß dieser Verhandlung Folgendes verzeichnen : Eine unmittelbare Kohlennoth haben wir nicht und nicht gehabt; wohl aber eine Kohlenknappheit, namentlich am Ende des Jahres 1899 und im Frühjahr 1900. Augenblicklich liegen die Verhältniffe so, daß für die, nächste Zukunft eine Kohlennoth keineswegs zu befürchten ist. Die Kommission wird ihre Berathungen erst fortsetzen, nachdem die Staat«regierung auf ihren Wunsch weiteres Material vorgeleat haben wird über die Produktion und die Verkauf veise der Staatsgruben, damit man ein klares B ■ i darüber erhalte, wer haupt-
Dermoch aufwärts.
Roman von 8. v. Neid egg.
------ (Nachdruck verboten.)
willst."
„Beffer, ich versuche es nicht," fertigte sie ihn ab; „denn ich habe gelernt, auf meine Kosten gelernt, daß Du einer bist, der niemand was zu Liebe thut."
Er lachte roh. „Freilich, zuerst komme ich und nochmals ich und noch lange niemand. Das gefällt Dir nicht? Ich Dir vielleicht auch nicht? Einerlei. Da bist Du, da bleibst Du: da gehörst Du her."
Er war gegen die Gartenbank getorkelt und
„Meinetwegen. Wer sich nicht allem forthelfen kann, ist nicht werth zu leben."
Helene sah in daS breite Gesicht ihres Mannes, auf welchem der Zug von Verbiffen- heit und Härte sich mit unbarmherziger Schärfe festgesetzt hatte, und dachte bei sich, wie nutzlos ihre Bemühungen jedenfalls geblieben wären, hätte sie als Fürbitterin für den Vater auftreten wollen.
„Sie ist vor mir ausgekniffen," scherzte er im Weitergehen mit etwas schwerer Zunge. „Als ob ich einem sauberen Mädel je was zu Leide gethan hätte! Aber gelt. Lene, Du kneifst nicht vor mir aus! Komm her, laß Dir einen Kuß geben." Er strrckte den Arm auS, sie an sich zu ziehen.
Sie wich mit einer Geberde des Ekels zurück. „Wie riechst Du nach Bier! Hast wieder bis zum Abend im Wirthshaus sitzen müsfen!"
„Soll ich mich etwa beeilen heimzukommen, wenn mich die Frau so empfängt? Ja, ich war im Wirthshaus, wenn Du es wissen willst. Ich mußte mich stärken nach der bewegten Stadt- rathsfitzung. Es hat was gebraucht, ehe ich die Schlafmützen dazu gebracht habe, zu bestimmen, daß die Weberslrute den Wohnsitz wechseln müssen."
„Schon wieder? Was Du nur gegen den Mann hast! Burghausen . . . EppiShofen . . . ich glaube noch einen Ort. Meines Wissens ist es wenigstens das dritte Mr.l, daß er durch Dich aus seinem Wohnort gedrängt wird "
„Und wenn es das fünfundzwanzigste Mal wäre, fände ich es noch zu wenig. Der Kerl hetzt mir meine Ziegelarbeiter auf."
„Da muß er nothwendig herunterkommen und schließlich zu Grunde gehen bei dem Herum- geworfenwrrden ton Oct zu Ort."
Deutsches Reich*
Berlin, den 5. Februar.
„Du bist hart und unerbittlich," beklommen.
drucke gelangten."
Diese herzlichen Worte des Kaisers Franz Joseph finden im Deutschen Rüche ebenso herzlichen Widerhall. Sie sind für uns Deutsche von besonderem Werthe, da sie gesprochen werden kurz vor der Zeit, in der die Verhandlungen über den neuen Handelsvertrag zwischen beiden Reichen
Er sah sie aufmerksam an. So sein Hirn in diesem Augenblicke auch angeborene Schlauheit ließ ihn ihre Gedanken errathen. Er kicherte leise . hin: „Ja ja, Lene, man muß mir sehr freund, lich kommen, wenn man was von mir haben will. Das vergissest Du immer und meinst, es müsse mir eine Gnade sein. Dich überhaupt hier zu haben. Das hat auch Dein Vater gemeint und mich schwer beleidigt, das vergesse ich ihm nicht. Du mußt Dich sehr zusammennehmen, Schatz, wenn Du etwas aus mir herausschmeicheln
die Einführung des Fernsprechverkehrs auf de« Lande für dieses schon einen wesentlichen Fortschritt bedeute. Ueber die Beschwerden, die vielfach wegen des Nachbarortkverkehrs geführt werde«, bemerkte der Staatssekretär, man dürfe nicht vergeßen, daß dieser Verkehr eben erst eingeführt worden sei, und daß man erst eine Summe vo« Erfahrungen gesammelt haben müsse, um Schritt für Schritt vorwärts kommen zu können. Nichtsdestoweniger hatte wohl aber der freikonservative Abg. Dr. Arendt recht, der die bestehenden Einrichtungen im Nachbarortsverkehr als vielfach ungerecht und verbefferungsbedürftig bezeichnete.
* OroßgrrmdSesttz in Schlesien. Aus Anlaß der Erhebung des Grafen Henckel von Don- nersmarck in den Fürstenstand wird berichtet, daß sein Grundbesitz in Schlesien nicht weniger als 22,750 Hektar beträgt, also eine Größe erreicht, wie sie im Westen und Süden Deutschlands unerhört ist. Uebrigens ist der schlesische Besitz nicht der einzige deS neuen Fürsten von Donnersmarck. Er besitzt auch große Güter in Rußland und Galizien. Er ist Erbherr der Fideikommiß-Herr- schasten Tarnowitz-Neudeck, Zyglin, Koslowgora und Alt-Tarnowitz im Kreise Beuthen, Lunscha« und Woischnik im Kreise Lublinitz, ferner der Allodial - Güter Repten, Kamin, Chropaczow, Schwientochlowih, Mikultschütz, Heyduck, Moko- schan, Stollarzowitz und Grzybowitz im Kresse Beuthen in Oberschlesien, ferner der Starostei Klobucko mit den Schlüsseln Wrze«cz!cza, Zagorze, Recht und Ostrom, sowie der Güler Tadkowice und Dobierzowice in Russisch-Polen und der Herrschaft Lipowice in Galizien. Der Besitz in Oberschlesien ist besonders werthvoll durch die Kohlengruben, Erzgruben und industriellen Werke, welche sich auf ihnen befinden. Aber trotz diesem gewaltigen Besitze ist Fürst von Donnersmarck noch keineswegs der größte Grundbesitzer in Schlesien. Es besitzen nämlich mehr als er: Fürst Pleß mit 46,500 Hektar, Herzog von Ratibor 32,750, Herzog von Ujest 35,250, Graf Schaffgotsch- Warmbrunn 30,000, Graf Arnim - MuSka« 31,250, die Stadt Görlitz 36,250, Herzog von Sagan 23,551, Prinz Hohenlohe- Ingelfingen 25,450, Fürst Stolberg-Wernigerode 25,422 Hektar. Erst nach diesen kommt Fürst von Donnersmarck mit, wie erwähnt, 22,750 Hektar. Nach ihm folgt das kgl. preußische Hausfidei- kommiß mit 21,882 Hektar, der König von Sachsen (Fürstenthum Oels unb Herrschaft Gutentag- 21,198, Prinz Biron 15,000, Fürst Carolath- Beuthen 14,607, Graf Hugo Henkel-Nacklo 14,386, Graf Thiele-Winkler 13,420, Herzog Günther vo« Schleswig 12,898, Prinz Albrecht von Preuße« 12,612, Graf Maltzahn-Mielitsch 10,650 Hektar. Damit sind die Besitzer von mehr als 10,000 Hektar erschöpft. Erwähnenswerth ist auch noch der Besitz des preußischen Staates in Schlesien: der Domänenfiskus hat 23,200, der Forstfisku»
schaftlich gekennzeichnet. Aber ganz besonderer eine I Erwähnung bedarf der außergewöhnlich warme
Ton, in dem die Thronrede des befreundeten Nachbarreiche« Deutschland gedenkt. Der betreffende Satz lautet wörtlich: „Unverändert ist die Herzlichkeit, welche das engere Verhältniß zu den uns verbündeten Mächten kennzeichnet, und freudig erinnere ich mich der Beweise von Sympathie, welche gelegentlich meines Besuches bei Kaiser Wilhelm auch feiten» der Bevölkerung der Hauptstadt des deutschen Reiches so rührend zum Aus-
mit Ztnterhattungs -Weitage „Illustrirte Sonntags-Zeitung!' *"
vorzugehen sich entschlossen hat.
Natürlich sind nun diejenigen höchst unzufrieden mit der Thronrede, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen bleiben, die ganze österreichifche Verfassung vielmehr umstürzen und aus den Ruinen für sich ein eigenes Königreich bauen wollen, also die Tschechen. Deren Blätter toben förmlich. Die jungtschechischen ,Narodni Listy' behaupten, in dieser Thronrede sei etwas ausgesprochen, das noch niemals in einer Thronrede ausgesprochen worden sei, daß „die deutsche Sprache den Vorrang vor der tschechischen haben solle! Und dabei sagt über die Sprachenfrage, „ ,
die Thronrede weiter nichts, als daß „die Regie- x ^t in °or
runq verpflichtet sei, die Einheitlichkeit der (Amts-) seiner Adresse den englsschen Mtmsterpräsidenten Sprache in bestimmten Verwaltungssphären als > Lord Salisb ury in besonderer Arotenz altbewährte Einrichtung zu erhalten". Aber die empfangen, nachdem der Mimfler uur delbar frech gewordene Gesellschaft in Prag will schon vorher von Röntg Eduard empfangen worden dieses ganz Selbstverständliche nicht mehr zugeben, war. Nun werden bte Leute, die behaurn m, das Böhmen, so wollen diese Leute es, soll ein be- Gras wachsen zu hören, vrrmuthltch vo» neuem sonderes Königreich unter der ausschließlichen versuchen, Gerüchte in Umlauf zu setzm über den Herrschaft des Tschechenthums werden, in dem Abschluß wichtiger polttsscher Abmachung^ im das Deutschthum, dem das Land Böhmen seine Windforschlosse. Aber man darf nicht vergessen, Kultur verdankt, einem allmählichen Erstickungs- daß ja der Kaiser ohne .irden verantwortlichen tode anheimfällt. Ob dadurch der Fortbestand politischen Rathgeber nach England Stresst und der ganzen österreichischen Monarchie in Gefahr fchon deswegen die Annahme unwahrscheinlich tst, gebracht wird oder nicht, ist ein Punkt, der für es handele sich bei dem Besuche m London um die Helden des modernen Tschechenthums nicht politische Geschäfte. Gleichzeitig wird von London mehr der Beachtung und Erwägung werth ist. aus darauf au merksam gemacht, daß Lord Salts-
Desto freundlicher wird die Thronrede von bury oom Katser nicht bet dessen .etzter Anwe,en- allen wirklichen Freunden des österreichischen Kaiser- heit in England empfangen wurde, und das; dieser staates ausgenommen, wenn es nun auch freilich Empfang jetzt deswegen um so erklärlicher sei. eine schwer oder vielmehr gar nicht zu beantwor- Man wird allen Vermuthungen und polttsschen tende Frage ist, wann endlich die in der Thron- Luftschlössern der englischen Presse mit kühler rede herbrigesehnte „ernstliche Beruhigung" ein« Kritik entgegentreten müssen.
treten webe. Denn daß auch das neu gewähre D Die LüV-ck-r Aerordnmrg gege« das Abgeordnetenhaus nicht arbeitsfähig sein wird, ist Str-iKpok-nrvesett ist nun auch vom Reichs- nach den wüsten Auftritten gleich am allerersten gericht für ungiltig erklärt worden. Nach Sitzungstaae kaum noch zwei elhaft. DaS ist um einem Urtheilsjpcuche des Reichsgerichtes »st so mchr zu bedauern, als die Thronrede ein 1 ki-f* -----
wirthschaftliches und sozialpolitisches Programm
sächlich an be i Preissteigerungen die Schuld trägt.
h Di- Micder-i«lührimg der prügel straf- bei Rod-. - tsoerbrechen wird neuerdings von rund vierh dert Petitionen verlangt, die mit etwa 12000 Unterschriften beim Reichstage eingegangen ft**b. Nach mehrfach übereinstimmenden Zeitungsmeldungen soll das ein kleiner Theil derjenigen Petitionen in demselben Sinne sein, die noch in der nächsten Zeit zu erwarten sind.
X Die SostS-st-Kim« auf d-m platten Laad- war am heutigen Dienstag wiederum Gegenstand von Besprechungen in der Budget- kommission des Reichstages. Der konservative Abg. Fürst zu Inn- und Knyp- hausen berührte dieses Thema von neuem, indem er diese Postbestellung als ganz ungenügend bezeichnete. Staatssekretär von Podbielrkt erwiderte, die Postverwaltung sei seit Jahrzehnten bemüht, die Postbestellung auf dem platten Lande in gerechter Weise zu ordnen, leider bisher ohne den gewünschien Erfolg, das werde ihn indessen nicht daran hindern, weiter bemüht zu bleiben, den Wünschen auf dem platten Lande gerecht zu werden. Uebrigens dürfe man nicht vergessen, daß halte sich schwer darauf niedergelassen. Die Augen roch unterlaufen, einen Cigarrenstummel im Munde, bot er einen Anblick dar, der Helene nicht fremd war, der sie aber mit steigendem Widerwillen erfüllte. „Vorausgesetzt, ich entlaufe nicht aus diesem Gefängniß," stieß sie hervor.
„Wohin denn, wenn ich bitten darf? Schwerfällig stand er auf und griff nach ihrem Arm. „Der Herr Papa hat Dir nicht lange mehr ein Obdach zu bieten, und daS Gesetz spricht Dich mir zu. Du hast zu gehorchen in allem was ich befehle, hörst Du? ... . Ob's gern geschieht oder nicht, einerlei. Parirt muß werden."
Damit brachte er fein Gesicht dem thren näher, sie zu küssen, und sie, von Widerwillen überwältigt, suchte ihren Arm aus seinem Griffe zu befreien. Zu ihrem Glücke erschien Kreszenz unter der Thüre; ihr Erscheinen machte dem widerlichen Streit ein Ende.
„Soll ich, nachdem ich wie eine Tagelöhnerin gegraben habe, auch noch das Effen kochen?" tief sie kreischend, „über geruht die hohe Dame, in die Küche zu kommen?"
„Das mach' mit Deinem Bruder aus!" tief Helene, die — bei ihr ein seltener Fall — alle Selbstbeherrschung verloren hatte; „jede niedrige Arbeit wäre mir lieber, als jetzt seine Gegenwart ertragen zu müffen."
Blankenhorn ließ ihren Arm mit plötzlichem Ruck fahren, daß sie taumelte: „Geh' kochen... geh' . . . Daß Du mir aber keinen Arsenik in die Suppe thust. Wieder kicherte er.
gar 159,994 Hektar.
* Darmstadt, 5. Febt. Die CentrumS- Landtagsabag. Dr. Schmitt, Sch lenzer, Dr. Frenay, Molthan, von Brentano, Horn und Pennrich haben in der Zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht: Hohe Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung um ei« Gesetzesvorlage zu ersuchen, durch welche bte Volksschullehrer in der Berechnung der
„Dir nicht — mir vielleicht," murmelte sie vor sich hin.
„Was hat's denn nur wieder gegeben! Warum keift sie nur wieder?" fragte Kreszenz, die dem Bruder in das Wohnzimmer gefolgt war, wo er sich der Länge nach auf das Sofa warf und die schmutzigen Stiefel auf den fchönen Möbelreps hetaufzog. Diese Prozedur hatte bett Beifall der alten Jangfer nicht; sie faßte de« Bruder nun scharfer ins Auge:
„Du, Fritz, in guter Verfaffung bist Du mcht."
„Nun fängst auch Du noch zu keifen an,“ brummte er. „Ihr Weiber seid doch alle gleich. Warum Lene giftig wurde? Weiß ich's? Sie ist oft so."
„Das weiß Gott, und Du warst doch so gut zu ihr. Was hast Du nicht alles an schöne« Kleidern und Sachen an sie gehängt, hast sie i« der Welt herumgeführt, und Geld wegen ihr aus- gegeben . . . fündlich viel Geld, und mich hast Du aus dem Haus geworfen wegen ihr . . . Wa» ist nun Dein Dank?"
„Laß das," antwortete er mürrisch. „Jetzt bist Du wieder da, gib Dich also zufrieden. Ei« Jeder muß ausessen, was er sich eingebrockt hat, dagegen gibt's keine Hilfe. Ich werde sie übrigen« noch zahm kliegen." .
„Glaubst Du? Worüber habt ihr nur letzt gestritten?" , „
„Ein Wort gab das andere. Ich hatte erzählt, wie ich Weber neuerdings aus Wöhrnan- hinausekele." , ,, ,,
„Wieder einmal? Du, das würde ich bleibe« lassen. Es hat keinen rechten Sinn."