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28. Jahrgang.

Inwa, Freitag, den 1. Februar 1901

® Die Reichstagsdebatten

hohle Prase.

„Ich bin Ihnen für Ihre Antheilnahme danksar, Herr Doktor, nur dürfen Ihre Worte sich nicht gegen solche richten, die mit nahe stehen: den Mann, der selbstlos genug denkt, mir, dem armen Mädchen, seinen Reichthum zu bieten, den Vater, dem dieser ein willkommener Schwiegersohn ist."

„Hätte Ihre Mutter ihn auch als solchen be­grüßt? Zum letztenmal berühre ich die Frage, und sage Ihnen warnend — der alte Freund dem unerfahrenen Mädchen: besser, Sir treten in der elften Stunde zurück, alS Gie gehen einen Bund ein, zu dem Gottes Segen von dem einen Thrile nur als leere Formalität angesehen wird."

Zwei brennende Augen blickten dem alten Mann finster nach, als er ging. Warum ließ « fie nicht gewähren und ruhig ihren selbstge- wählten Weg gehen, der, wenn nicht zum Glück, doch zur Wohlhabenheit und Lebensgenuß führte? Dir Hilfe, nach welcher sie mit hungrigem Ver­langen, mit aller Kraft ihrer Seele gestrebt hatte, blieb ihr ja versagt, ünd er — er wußte es.

Vor dem Hause begegnete Dr. Merk dem Bräutigam, der ihn mit feindseligem Blicke maß. Blankenhorn haßte in dem alten Herrn nicht

sofort abgebrochen werden, und dann würde am Tage danach das grausame Spiel von neuem be­ginnen — und sofort ins Unendliche. .

Man hat in diesen Tagen in der Presse lesen können, der Präsident habe freie Hand in der Ertheilung des Wortes, also volle Gewalt über den Gang der Debatten im Reichstage. Das ist der Theorie nach richtig. Aber wie soll ein Präsi­dent diese Macht ausüben, wenn ihm die erforder­liche Mehrheit eine« beschlußfähigen Hauses fehlt? Er kann fie ganz einfach nicht ausüben, und darum kommt man bei allen Untersuchungen über diese Dinge immer und immer auf den einen wunden Punkt: auf den mangelhaften Besuch der Sitzungen des Reichstages. Wer ein wirksames Mittel findet, um die Sitzungen dauernd besser besucht zu machen, der wird damit auch die geeigneten Hilfsmittel gegen alle anderen Uebelstände aus­findig gemacht haben. Und damit gelangt man wieder einmal zu der alten Frage von der Ge­währung von Tagegeldern an die Mitglieder des

Wegen des Feiertags Mariä Lichtmeß wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Montag ansgegeben.

Nein, Helene, gewiß nicht. Nur rst man dem Schwiegervater zu mehr verpflichtet als einem bloßen Bekannten. Schau, Mädel, alles könnte ich für Dich thun; rein um den Finger wickeln könntest Du mich. Zum Zorn darfst Du mich aber nicht reizen, dann kenne ich mich nicht mehr. Bist Du lieb, so thue ich für Dich, waS Du nur willst. Sollst aus diesem Nest hinausschauen, sollst etwas von der Wrlt sehen dürfen, sollst er gut haben, sehr gut. Sei Du nur selber wieder gut."

Ter Schleier senkte fich dichter denn je vor ihre Augen: er verhüllte ihr die Aussicht «itf den Pfad der Wahrhaftigkeit und Selbstachtung, den fie vorhin geschaut. Als Blankenhorn gmg, war die Rette festgeschmiedet, deren Last fie fort« tragen sollte.

Karl mußte man natürlich von der Verlobung in Kenntniß setzen, so unangenehm die Aufgabe auch dem Vater wie der Tochter fiel. Seine Antwort ließ nicht lange aus sich warten.

Der Bries an den Vater, im ersten Ingrimm geschrieben, hatte einen verletzenden, zurechtwei- I senden Ton und enthielt Anklagen gegen Blanken­horn, die sich nicht begründen ließen. Karl nahm alles, was je gegen diesen oorgebracht worden war als erwiesen an und stellte ihn hm als den abgefeimtesten Bösewicht, den die Erde ,e ge- tragen. Dabei machte er kein Hehl daraus, sagte eS vielmehr in dürren Worten, daß er des Datei« Thun für nichts anderes ansehen könne als Menschenschacher und S-elenmord. Nicht wenig« scharf war der Brief an Helene. Er schalt sie würdelos und unweiblich und erklärte, unter I keinen Umständen ihrer Hochzeit beiwohnen zu

Reichstages.

Leider schöpfen aber die Gegner der Tage­

geldergewährung gerade aus solchen Vorgängen, wie sie während der letzten zwei Wochen sich ab­spielten, neuen Stoff auch für ihre ablehnende Haltung. „Wenn dieses zwecklose Agitationrreden- halten auch noch durch Diäteuzahlung unterstützt würde, so wäre wahrscheinlich gar kein Ende abzusehen" — so lassen sich die scharfmacherischen ,Berliner Neuesten Nachrichten' vernehmen, von denen man bei dieser Gelegenheit wieder einmal nicht weiß, ob sie damit offiziös schreiben, oder nur ihre eigne Weisheit zum besten geben. In demselben Aufsatze derselben Zeitung steht nämlich zu lesen: „Wir halten es für vollständig ausge­schlossen, daß die Krone Preußen« jemals im Bundesrath ihre Zustimmung zur Gewährung von Diäten an den Reichstag d. h. zu einer funda­mentalen Umgestaltung der Reichsoerfaffung geben würde, die Mehrzahl der anderen Bundesregie­rungen dürfte ebenso wenig dazu geneigt sein ..." — und dann kommt die alte Forderung der i „Kompensationen" im Ausgleiche gegen die Ge- I Währung von Tagegeldern.

I Wie soll es nun werden bei den langen und sicherlich sehr erregten Debatten über die Zoll- gesetzentwürfe, wenn eS inzwischen nicht ge­lingt, den Sitzungen des Reichstages einen bessern Besuch zu sichern? Die Herren von der Linken, namentlich Herr Abg. Pachnicke von der frei-

| finnigen Vereinigung, begannen schon jetzt bei

treten.

Helene bejahte. Sie sah in das Gesicht des Mannes, dem sie angehören sollte und gestand sich mit stillem Schauder, wie unsäglich brutal eS im Zorne aussehe. , . t

Mas wollte er? Dir von der Heirath ab- rathen etwa?"

„Er brachte mir Bücher," antwortete sie aus­weichend.

Blankenhorn griff nach einem derselben und suchte nach dem auf dem Titelblatt eingeschriebenen Namen. ,. ,

„Dacht' ich mit’« doch!" fuhr er auf. „Bücher von seinem Sohn! Macht den Zwischen­träger zwischen dem Pfaffen und Dir! Het- ralhen können die Herren nicht, wohl aber Liebschaften anbändeln und ..."

Sie ließ ihn nicht ausreden. Zornsprühend trat sie vor ihn hin.

„Beleidige ihn und mich nicht. Nie mar die

Deutsches Deich.

Berlin, den 31. Januar. L

* Nach englischen Blättern soll eS der - Wunsch des Kaisers Wilhelm sein, daß der deutsche Kronprinz während dieses JahreS einige Zeit in England zubringt, damit er sich hier mit den englischen politischen, kommer­ziellen und gesellschaftlichen Einrichtungen be­kannt macht. Der Kaiser soll bereits Ende vorigen Jahres der Königin Viktoria diesen Wunsch mitgetheilt haben.

st Der Ktat d-rSoS- n«d GekegrapHen- Aerrvaltnng bat heute (Donnerstag) die Budget- Kommission des Reichstages beschäftigt. Nach der Mittheilung des Staatssekretärs v. Podbielski beziffert sich der reine Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben für das laufende Jahr wahr­scheinlich nur auf etwa 2 Millionen Mark, wäh­rend er sonst 10—12 Millionen Mark betrug. Der Staatssekretär führt das hauptsächlich aus die Abfindung der Prioatposten und die Anlage sehr vieler neuer Telephon - Linien zurück. Die Behauptung, daß eine Verbilligung der Tarife bei der Telegraphie ohne weiteres einen Aufschwung des Verkehrs zur Folge habe, bezeichnete der Staatssekretär nach den gemachten Erfahrungen als falsch. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Bachem (Centr.) gab der Staatssekretär die Auskunft, daß der Fernsprech-Betrieb 1897 und 1898 gute I Ueberschüffe ergeben habe. Das neue Gesetz werde darin wohl aber eine nachtheilige Aenderung Her­vorrufen. Auch Abg. Müller-Fulda (Centr.) mahnte zur Vorsicht bei Forderungen nach neuen Taris-Verbilligungen, eine Mahnung, welcher die Redner mehrerer anderer Parteien sich anschloffen. Staatssekretär v. Podbielski sprach wiederholt das Ersuchen aus, nunmehr eine Ruhepause in der Schaffung neuer Postgesetze eintreten zu lassen.

* In der AudgetÜommisfio» be« ASge- ordnetertynnzes kam am Dienstag Abend der Mangel an Assessoren und Referen- baren auf dem Verwaltungsgebiete zur Sprache. Dabei wurde auch auf den wachsenden Mangel an Philologen hingewiesen und dringend empfohlen, dem Studium der alten wie der neuen Sprachen mehr Studierende zuzusühren. Vielfach muß man, um die Lehrerstellen an den höheren Schulen besetzen zu können, bereits zu den Kandidaten greifen. Da fich immer mehr Progymnasten u. s. w. zu Vollanstalten arrs- bilde», wird der Mangel immer größer werden, wenn die Zahl der Studirenden nicht zunimmt. Die Neuerungen auf dem Gebiete des höheren Schulwesens dürsten gleichfalls einen größeren Bedarf von Lehrern zur Folge haben. Ganz besonders empfindlich macht sich der Mangel an katholischen Ghmnasial- und Reallehrern jeden Faches bemerk­bar. Es ist das in der katholischen Preffe schon wiederholt heroorgehoben worden, mit der Mahnung an Eltern und Abiturienten, diesem Beruf «fache erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, damit wir Katholiken nicht durch eigene Schuld immer mehr ins Hintertreffen gerathen. Mögen die Verhandlungen der Budzetkommission eine neue und wirksame Mahnung sein!___________

Rede von etwas anderem, als Freundschaft zwischen uns."

Blankenhorn lachte höhnisch: „Die Trauben waren wohl sauer? Meinst Du, ich allein wisse nichts von dem, wovon das ganze Städtchen spricht^ wie Du dem schönen Doktorssohn nachgelaufen bist ?

Bleich bis an die Lippen geworden, zuckte sie zusammen. Auch noch die bittere Demüthigung,! zum Stadtgespräch geworden zu sein durch diese unselige Liebe!

„Wenn Du da« meinst," erwiderte sie eiskalt, „so laß uns von der Verlobung zurücktreten . . . sofort."

„Nein, nein!" widersprach er rasch ernüchtert. Sein mußte sie werden; daß sie fich ihm ent­ziehen wollte, machte fie ihm nur begehrenSwerther. So war e« nicht gemeint, Helene, ich habe mich von meiner Heftigkeit nur hinreißen lassen. Wenn so ein alter Kerl glaubt, man zöge ihm einen jüngeren vor, verliert er gleich den Kopf. Nimm das Wort zurück."

Sie zauderte. Einen Augenblick hob sich der Schleier, den Leidenschaft und sündiger Trotz über ihr klares Denken gelegt hatte, und sie blickte hinaus in die Zukunft: auf ein einsames, freude­loses, aber durch in Ergebung getragenen Schmerz geläuterter Leben. War das nicht der Weg, den ihre Freunde sie wiesen, den Selbstachtung ihr "^Wenn^Du^zurücktrittst, werden die Leute meinen, Du kämest über Dkine unglückliche Liebe nicht hinaus. Ich werde der erste fein, der eS glaubt. Für Deinen Vater wird eS auch nicht von Nutzen fein."

I „Drohst Du mir etwa?

Ans dem Reichstag*»

<sp 88. Sitzung vom 31. Januar.

Die Beraihung bei Etats dcS Reich-Samte» de« Innern wird fortgesetzt bei dem Ausgabe!«» von 400000 Mark zur Förderung der Hochsee­fischerei.

Abg. Traeger von der sreis. Bp. regt ausgiebigere Unterstützung der Hochseefischereigenossenschaften ett, ebenso Abg. pachnicke (freis. «00, be5 8Äeit'0 b weitere Bildung von Fischerei-Genossenschaften em- ^^Abg. Fürst zu >«*• «*b Ltntzpyaufe« beklagt ebenfalls den Niedergang der Seefischerei und empfiehlt die Einrichtung von Schonrevieren und scharfes vor- gehen gegen die Raubfischerei.

Staatssekretär Graf ^-sado«-k, erwidert, dre Regierung sei gern bereit, GenoffrnschaftSbrldungen z» unterstützen, aber auch die Unterstützung habe ihre Grenzen. WaS sich nicht alS lebenSfähr, erweise, könne nicht so unterstützt werden, daß schließlich noch Divi­denden herauskommen. Bei der Schaffung von Schou- revieren könne nur auf dem Wege internationaler Re­gelung vorgegangen werden; am künftigen 1. Mat solle ein Dampfer ausgesandt werden, um dre Frage dec Schonreviere an Ort und Stelle zu stndiren.

D-r Ausgabeposten wird genehmigt. Bei dem Ausgabetitel „Herausgabe der Nachrichten für Handel und Industrie' drücken mehrere Redner, Dr. Müller-Sagan (sreis. Bp.), Möller -Duisburg und Cahensly (Ctr.) ihre Genugthuung über diese Einrichtung aus.

Wenn die Berathungen des Reichstages auch nur ähnlich so weitergehen würden, wie sie jetzt bei der endlosen Debatte über den einzigen Aus- gabetitet „Staatssekretär" im Etat des Reichs­amtes des Innern begonnen haben, würde über­haupt niemals mehr eine Pause in den Tagungen des deutschen Parlamentes eintreten. Wmter und Sommer, Frühjahr und Herbst — der Reichstag würde dann immer versammelt sein müffen, und zeitweise würden vermuthlich nur die Herren von den Parteien der äußersten Linken erscheinen, um im Laufe mehrerer Tage hintereinander ihre vielen Stunden langen Reden zu halten. Die Sozialdemokratie verfügt int Reichstage über 57 Sitze und hat bei dieser elftägigen Berathung, ob dem Staatssekretär des Innern sein Gehalt zu bewilligen sei oder nicht, nicht wenigerals 22 Reden gehalten, keine davon zu kurz, die meisten aber recht lang, und jetzt nach­träglich wird es in der sozialdemokratischen Presse sehr unversroreu ausgesprochen, daß die Herren Genoffen den Reichstag „zur Strafe" dafür elf Tage über besagten einzelnen Etats- posten sich Herumstreiten ließen, weil aus der 12000 Mark-Affäre nichts nach dem Geschmacke der Sozialdemokraten herauSzuquetschen war. Das ist nicht nur ein offenbarer Mißbrauch des Reichstages durch die sozialdemokratische Partei, sondern gleichzeitig eine ganz offenbare Ver­höhnung desselben, und wenn mit dem Ansehen deS Reichstages ein so freche- Spiel weitrrge- irieben wird, dann wird der Tag nicht mehr fern sein, an dem man auf einmal mit Schrecken entdecken wird, drß der Reichstag eigentlich gar nicht mehr das Ansehen hat, da« er Haden foä.

Die Freisinnigen mit ganzen vierzig Mandaten in zwei gesonderten Fraktionen haben auch nicht weniger als 13 Redner vorgeschickt, und deswegen nimmt eS sich ein wenig sonderbar aus, wenn die «Freisinnige Zeitung' drS Herrn Eugen Richter..............„ .. .. , - -

Betrachtungen darüber anstellt, daß es so im I diesen letzten Auseinandersetzungen, mtt erneuter Reichstage nicht weiter gehen könne, wenn man und noch viel hestigerer Obstruktion zu drohen, ihr auch in der Sache selbst unbedingt recht geben alS sie bei der Lex Heinze entwickelt wurde, muß. Denn so und mit dieser Geschäftsordnung Die Verbündeten Regierungen sollten sich und mit diesem armseligen Besuche der Plenar- darum die Sache von der Tagegeldergewährung fitzungen ist der Reichstag erbarmungslos allen doch noch einmal recht genau überlegen, damit denjenigen ans Meffrr geliefert, die, so wie jetzt sie nicht einmal unversehens mit hochwichtigen die Herren von der äußersten Linken, ihr Sptel- politischen Vorlagen sich aufs Trockene gesetzt chen mit ihm treiben und ihr Müthchen an ihm sehen, weil der Reichstag infolge der fehlenden kühlen wollen. Denn jetzt ist der schwach besuchte Diäten wieder einmal zu schwach besetzt ist, um Reichstag vollkommen machtlos dagegen: eS mit Erfolg die Obstruktion der äußersten Linken brauchte nur jemand das Thema von der Ge- niederzwingen zu können. Gerade bei den bald schäftSsührung anzuschneiden, so würde sofort die bevorstehenden Zollgesetzberathungen und später Feststellung der Beschlußfähigkeit herausgefordert bei der Berathung den neuen Handelsverträge werden, dieses Verfahren würde die Beschluß- liegen solche Ereignisse vollkommen im Beretche Unfähigkeit des Hauses ergeben, die Sitzung müßte der Möglichkeit.

* ASgeordveter Dr. ZSSckek „im Solde eines Juden". Unter dieser Ueberschrift erörtert ein Leitartikel der in Marburg erscheinenden «Hessischen Landes zig.' eingehend daS Verhältmß res Abgeordneten Böckel zum Journalisten Dr. Hamburger. Böckel liefert dem letzteren gegen Entgelt Berichte aus den parlamenta­rischen Kommissionen (Budgetkommission und Justizkommisfion), zu denen bekanntlich nur Ab­geordnete, nicht sonstige Berichterstatter Zutritt haben. Einem nicht antisemitischen Abgeordneten, so schreibt daS Marburger Blatt, würde auS einem solchen Geschäftsverkehr mit jüdischen Herren nicht der geringste Vorwurf gemacht werden können. Anders sei es bei antisemitischen Abgeordneten, anders vor allen Dingen bei dem „Vater des Antisemitismus", bei Dr. Böckel. Wenn dieser Mann, der in flammender Rede die hessischen Bauern xum Kampfe gegen das Judenthum begeistert hat, der ihnen versprach sie, „vom Judenjoche zu be­freien", der in unzähligen Ansprachen und Artikeln die völlige Ausmerzung des Judenthums verlangte, der noch vor kurzem in Berlin bei der Jubelfeier des zwanzigjährigen Bestehens der antisemitischen Bewegung die Festrede hielt, der sich hier in Marburg wiederholt als Autt- semit hat wählen taffen mit dem Versprechen, stets in diesem Sinne zu wirken —, wenn ein • solcher Mann hingeht und das von Antisemiten erworbene Mandat dazu benutzt, um entgegen allen Parteigrundsatzen von einem Juden Geld zu verdienen — dann habe man ein Recht zu sagen: Ein solches Verhalten ist politisch charakterlos. — Das nationalsoziale Blatt fordert deshalb Herrn Boeckel z.:r Niederlegung seines Mandates auf, da er in diesem Verhältmß zu Dr. Hamburger nicht im Sinne und Geiste derer handele, die ihn in das Parla­ment entsandt haben.

allein den politischen Widersacher, sondern mehr Swylv&rWu noch den sich der allgemeinen Achtung erfreuenden Roman von L. v. Neid egg. Mann. Za dieser Abneigung gesellte sich nun

23 ------ (Nachdruck verboten.) noch der eifersüchtige Groll, den er von dem

Aetene f«h ihn mit (altem Sink- <m. Wie S*.. auf den Vater to-ttr-g. Wa- --A

rn-xhl-n «test Menschen ihr nur von zrmndfchast g*» rmpfanb unb mit «em flamen 8«be

fpred).n? Sem 6*e hatte sie nicht« gegolten, Wteb beat d^ te av

die Mutter behandelte fie wie eine Ausgrstoßene; m.n ma/ihr Herz auch

di- Worte de« alt« Manne« (langen ihr wie | U^stln d«äedeu.

buhker fein Eigenthumsrecht auch nicht bedrohte, er verfolgte ihn mit dem eifersüchtigen Haffe des Türken, der vor keiner Gewaltthat zurück­schreckt, wo es gilt, sein Gut zu schützen.

„Dr. Merk war hier?" fragte er beim Ein-

mit Zlnterßaltungs-Anlage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!" "