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28. Jahrgang.

3Mbas Samstag, den 26. Januar 1901

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jenige in der Industriestadt Reichenberg verloren. ES fragt sich nur immer und immer wieder, ob alle diese gemeinsamen Wünsche sich stark genug erweisen werden gegen das ganz bestimmte Ver­langen der nationalen Tschechen, in Böhmen das „böhmische Staatsrecht" eingeführt zu sehen, da« beißt Böhmen zu einem tschechisch-nationalen Staatswesen zu machen, das mit den übrigen österreichischen Kronländern nur durch die Person des gemeinsamen Monarchen zusammenhängt, in dem die Tschechen die Herren und die Deutschen, denen das Land seine hohe Kultmblüthe verdankt, die Knechte sein sollen. Und in diesem Ziele fühlen sich ja auch die tschechischen Agrarier und die tschechisch-nationalen Arbeiter eins mit der großen Jungtschechenpartei.

Trotz aller guten Wünsche wird also wiederum sehr bald die Losung sein: können die Tschechen mit vereinter Gewalt der anderen Parteien im Schach gehalten werden oder nicht? — und es be­steht leider nur gar zu sehr die Wahrscheinlichkeit, daß sehr bald die alten wüsten Kampfauftritte von neuem sich wiederholen werben.

vorauSgesandt worden, sie werde „einen so rein und unbedingt verfassungsmäßigen Geist athmen, daß die Tschechen von vornherein jede Aussicht auf die Verwirklichung ihres sogenannten Staats­streiches benommen sein roerbe", und so beginnt der alte Kampf von neuem, noch ehe die Be- rathungen des neuen Parlamentes ihren Anfang genommen haben.

Was daraus werden wird, kann man nicht voraussehen. Die Parteiverschiebungen, die durch die Neuwahlen hervorgerufen worden sind, sind ziffernmäßig zu unbedeutend, um irgendwie be­stimmte Schlüffe auf die zukünftige Gestaltung der parlamentarischen Dinge in Oesterreich zu- zulaffen; und wenn auch das sehr starke An­wachsen der deutschradtkalen Gruppen Thatsache ist. so verfügten diese letzteren im alten Abge­ordnetenhause eben nur über sieben Stimmen. Jetzt sind diese Stimmen auf 24 angewachsen; und wenn nun auch die Deutschradikale.' sagen können, sie hätten ihre Zahl verdreifach., so will das gegenüber der ganzen Maffe der anderen Abgeordneten noch wenig sagen. -

Das freilich ist nicht zu bestreiten, daß de« österreichischen Volkes und seiner Vertreter im Parlamente ohne Unterschied der Partei, nur immer wieder die Tschechen ausgenommen, noch lebhafter als vorher der Wunsch sich bemächtigt hat, es möchte endlich und endlich mit dem wüsten Gezänks ein Ende gemacht werden, unter besten traurigem Einflüsse das Wohl des Volkes und seine wirthschaftlichen Bedürfniffe aufs schwerste leiden. Und möglicherweise werden mindesten» zehn der neu gewählten tschechischen Abgeordneten zusammen mit den übrigen Parteien dahin zu wirken suchen, daß endlich wieder etwa« an parla­mentarischer Arbeit geleistet werden könne, vor allen Dingen auf wirthschastlichem Gebiete: es sind dies die beiden neuen, von den Jungtschechen ab­gesonderten Gruppen von je fünf Mitgliedern der tschechischen Agrarier und der tschechisch, nationalen Arbeiterpartei. An diese letztere hat die Sozial­demokratie ihre böhmischen Mandate bis auf das-

Dermsch aufwärts.

Roman von L. v. Neidegg.

------ (Nachdruck verboten.)

Deutsches Deich.

( Berlin, den 25. Januar.

ft Kiu deutsches Geschwader i» Kugkarrd. Nach der Drahtmeldung eines Berliner Blates aus Kiel hat der Kaiser den Befehl ertheilt, daß alle in Dienst befindlichen deutschen Kriegs­schiffe nach England gehen sollen zur Theilnahme an einer großen Flottenparade, die anläßlich der Beisetzung der Königin Viktoria stattfinden soll. Den Befehl dieses Geschwaders soll Prinz Hein­rich von P reußen übernehmen; das Geschwader wird aus neun großen Fahrzeugen bestehen, näm­lich zwei Küstenpanzern, fünf Linienschiffen und zwei großen Kreuzern. Am 28. Januar soll das Geschwader von Wilhelmshaven ans in See gehen. Kronprinz Wilhc m ist bereits über Vlisflngeu nach Schloß Ö6bi> ne abgereist.

• Die M des Iriedess zwischen Ilrrlernetzmer uud Arveiter« bleibt den Hauptinhalt der Entschließung, die der Reichs­tag vor einige Tagen auf den Antrag des Centrumsabgeord" »en Proseffor Hitze ange­nommen hat: die Verbündeten Regierungen wer­den darin ersucht, gesetzliche Bestimmungen herbei« zuführen zur Pflege des Friedens zwischen Arbeit­gebern und Arbeitnehmern. Der Antragsteller hat dabei, wie bekannt, die Schaffung von Ar- deirS kümmern im Auge, in denen Unter­nehmer und Arbeiter in gleicher Stärke vertreten sind, und in denen die Arbeiter ihre Jntereffen ebenso vertreten können, wie dies durch die ent­sprechenden Berufsstände in den Handelskammern, Handwerkerkammern u. Landwirthschastskammern geschieht. Bisher wollte der Bundesrath nichts von der Sache wiffen; und auch neulich, bei der letzten Besprechung im Reichstage, glänzte er so ziemlich durch völlige Abwesenheit. Immerhin hat der Bundesrath diesmal die vollendete That» fache als ein Ding angenommen, mit dem er zu rechnen entschloffen zu sein scheint; in seiner letzten Sitzung hat der Bundesrath nämlich die Resolu­tion Hitze gleichzeitig mit anderen Dingen zur

schäft für Zufriedenheit in der Ehe finde ich nur in Gleichheit der Konfession vor allem, sodann des Temperaments, des Standes, der Verhältniffe, wo möglich auch des Vermögens."

Julius lachte herzlich: „Mutter, das ist ja das reine Handelsgeschäft. Da denke ich roman­tischer. Haben zwei Menschen gefunden, daß sie einander alles sein können und trennt sie nicht«, was Sünde ist, so sehe ich wahrhaftig nicht ein, weshalb sie sich nicht heirathen sollten, selbst wenn, wie in diesem Falle, die Familie sich da­gegen erklärt."

„Ist das in Wirklichkeit Deine Ansicht, Julius?"

„Aber natürlich, Mutter! Die Ehe ist ein Sakrament, an das man nie mit kaufmännischen, berechnenden Gedanken herantreten sollte "

„’jßtr wollen das Thema lieber nicht weiter erörtern," schnitt Frau Merk würdevoll das Gespräch ab. Sie war sehr verstimmt und blieb lange Zeit anscheinend in Gedanken versunken. In Wirklichkeit folgte sie aufmerk­sam der Unterhaltung und hörte genau alles, was die jungen Leute sprachen; mehr und mehr gewann sie dabei die Ueberzeugung, daß Julius und Helene sich gar zu gut verständen.

Dieses Vergehen mußte an dem Mädchen ge­straft werden; sie suchte nach etwas Unan­genehmem, was sie ihr sagen könnte, als ihr die harmlose ßtna Rudhart die Gelegenheit dazu bot. In ihrem ärmliche n Sonntagsfteidchen kam sie neben der hübschen, ungleich feiner herausstasficten Schwester eben vorbei. Sie sah recht unansehnlich aus, gar nicht, rote Helene sich ihre künftige Schwägerin gewünscht hätte. Diese erröthete tief, als sie die gering»

schätzige Weise beobachtete, mit der die Doktorin des Mädchens Gruß erwiderte.

„Haben Sie gute Nachrichten von Ihrem Bruder, Fräulein Armbruster?" erkundigte sich Fra» Merk.

„Recht gute, Frau Doktor. Er ist zufrieden in feiner neuen Stellung, weit mehr, als er er­wartet hatte."

„Dann bringt er Ihnen wohl bald eine französische Schwägerin; doch nein .... ich vergesse . ... ich meine gehört zu haben, daß er hier verlobt ist. Hat das seine Richtigkeit?"

Warum fragte nur die Frau nach dem, was Jedermann in Wöhrnang wußte; gewiß nur, um ihr Verletzendes zu sagen, dachte sich Helene.

„Sollte Ihnen unbekannt sein, daß mein Vater nichts von der Heirath wiffen will, Frau Doktor?" versetzte Helene trocken.

„Ach ja . . . freilich ... ich erinnere mich jetzt, daß mir Aehnliches gesagt wurde. Traurig für das Mädchen; sie ist ganz anständig für Jemand von der Klaffe."

„Was willst Du eigentlich damit sagen, Frau?" verwies der Doktor. „Lina Rudhart ist nicht ungebildet und nach meinem Unheil recht bildungsfähig: sie paßt in alle Verhält­nisse hinein."

Auch Julius trat für daS Mädchen ein: „Sie hat einen vortrefflichen Charakter, ist die rechte Tochter ihres VaterS, dem man in An- erkennung seines Heldenmurhes ein Monument gesetzt haben würde, wäre er statt eines einfachen Zugführers ein GchiffSkapitän oder Offizier ge­wesen. So gehi's in der Welt."

Frau Merk überlief ein Gruseln. Iden-

Kaiser Wilhelm II.

vollendet morgen fein 42. Lebensjahr. Diesmal feiert er seinen Geburtstag in fremdem Lande an der Bahre seiner Groß­mutter, der Königin Viktoria von England. Das ganze deutsche Volk nimmt innigen Antheil an der Trauer des Herrscherhauses und erneuert heute dem allverehrten Landes­herrn das Gelöbniß unwandelbarer Liebe und Treue. Soweit die deutsche Zunge klingt, int Palaste des Reichen, wie in der Hütte der Armen steigen heute Gebete für den Monarchen zum Himmel empor und allenthalben klingt es wieder: Seit Whk, stM M) «tzillk unfern Mer nab König

Wistels II.

mit Anlerhaltungs-Anlage „Illustrirte Sonntags-Iritungst

„Die Prinzessin thut entschieden unrecht, sich dem Willen der Familie zu widersetzen, die sich ja energisch gegen die Heirath ausspricht; so etwas sollte man nie thun," bemerkte sie und sah dabei den Sohn mit strengem Richterblicke an.

„Es kommt darauf an, worauf sich ?er Wider­spruch gründet", entgegnete Julius arglos. „Diesen armen, vorn Thron verdrängten Prinzes­sinnen sollte nicht verwehrt sein, sich zu gewöhn- lichen Sterblichen herablaffen zu dürfen."

„Von der Prinzessin zur einfachen .grau oon' werden: welcher Abstand! welche Liebe gehört dazu!" meinte bewundernd Elise Merk. „Ss bleibt ein riesiges Opfer."

„Ein thörichtes, höchst unvernünftigks", ent­schied die Doktorin.

„Sollte es ihr wirklich so schwer fallen, wenn sie den Verlobten aufrichtig liebt?" wendete Helene ein.

„Ich bin ganz Ihrer Ansicht, Fräulein Arm­bruster," stimmte Julius bei. „Opfer bringen ist der Prüfstein aller Freundschaft und Liebe; es ist zügle ch deren tiefstempfundenes Bedürfniß. Wenn die Prinzessin eine echte Frau ist, erbringt sie gern diesen Beweis ihrer Liebe."

Fran Merk sah mißbilligend vom Sohn zu Helene. „Solche Opfer werden immer bereut," dozirie sie in schnarrendem Tone. „Nichts ist thörichter, als ungleiche Ehen; man sollte nie, weder über noch unter sich, hinausgreifen. Bürg-

Vorberathnng an feine zuständigen Ausschüsse verwiesen. Nun bleibt nur zu wünschen übrig, daß das kein Begräbniß der Resolution fein, daß diese vielmehr recht bald in Gestalt einer neuen Vorlage über Arbeitskammern an den Reichstag zurückgelangen möge.

* Eine Konferenz der Vorstände der p r e u ß i s ch enKandwirthschattsstammer« wird am 2 9. Januar in Berlin stattstnden. Auf der Tagesordnung stehen u.A. folgende Gegenstände: Etatsooranschläge der Zentral« stellen für 1901 und Organisation der Zentral­stellen vom 1. April an. Berichterstattung über die Ernteaussichten und die Ernteerträge in den wichtigsten Ländern der Erde. Die wiffenschaft« liche Vorbildung der Landwirthschaftslehrer an den niedrigen landwirthschafttichen Schulen. Errichtung einer Lebensversicherungsanstalt für Landwirthe. Stellungnahme zu den von der Vereinigung der Samenhändler einseitig auf- gestellten Kaufbedingungen. Regelung deS Huf« beschlag-Lehr- und Prüfungswesens

+ Der ASg. Ar. Gsrörk, Vertreter deS Kreises Fulda im preußischen Abgeordneten« Hause, hat zu der zweiten Berathung des Etats des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts« und Medizinalangelegenheiten für das Etatsjahr 1901, und zwar zu dem Titel: „Dauernde Ausgaben", Kap. 120, folgenden Antrag ein­gebracht:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Königliche Staatsregierung aufzufordern,

I. die Bestimmung in dem Normaletat, betreffend die Besoldungen der Leiter und Lehrer der höheren Ünterrichtsanstalten, (ogl S. 403 des diesjährigen Kultusetats) in § 3 Nr. S, vorletzter Absatz, dahin abzuändern, daß der Schlußsatz lautet: „Die über vier Jahre hmauS« gehende Hilfslehrerzeit ist auf das Besol­dungsdienstalter anzurechnen, sofern der Betreffende während dieser Zeit im öffentlichen Schuldienste beschäftigt gewesen ist oder zur Ver­fügung des Provinzial-Schulkollegiums gestanden

IL im nächstjährigen Etat die Mittel bereit zu stellen, daß alle seit 1892 angestellten, durch Nicht­anrechnung der über 4 Jahre hinausgehende» Htlfslehrerzeit (mit der in I vorgesehenen Bc« schränkung) benachtheiligten Oberlehrer alsbald m die ihnen nach Nr. 1 zukommende Altersklasse aufrü cken.

Dieser Antrag ist von 50 Abgeordneten an­dern Centrum unterstützt und wird ohne Zweifel auch von vielen Abgeordneten anderer Parteien befürwortet werden, da er einem in den be­seitigten Kreisen bitter empfundenen Uebelstande abzuhelfen geeignet ist

* In der Audget Komueilsistt des Reichs­tages haben zum Etat über den Reichs-Jn« valid en-Fonds die Abgeordneten Graf Oriol« und Müller-Fulda einen Abänderungs« Antrag eingebracht. Im Kapitel 83 der Aus­gaben sind 6,230,000 Jt. als Zuschüsse zum Dispost« tions-Fonds des Kaisers zu Gnaden-Bewilligun« gen aller Art, Pensions-Zuschüsse und Unter­stützungen ausgeworfen, darunter 4,080,000 Jfc. an die Bundesstaaten und an Elsaß - Lothringen zur Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer aus dem Feldzuge von 1870/71 unö au/8 den von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen. Die beiden genannten Ab- geordneten wollen die letztgenannte Summe auf tifizirte sich Julius bereits so sehr mit Helene, daß er sogar für deren künftige Schwägerin ein- trat? Rasch entschlossen gab sie das Zeichen zum Aufbruch. Außerhalb deS Festplatzes ver­abschiedete sie sich nicht ohne Grandezza von den Armbrusterschen Mädchen und zog, sobald diese außer Gehörweite gekommen waren, den Sohn ungeduldig zur Seite.

„Das Mädchen ist sterblich verliebt tn Dich, Julius," erklärte sie in ihrer kurzen, kategorischen Weise. „Nie mehr darf sie mein HauS wieder betreten." .

Der Ausdruck wahrhaften Schreckens tn den Zügen des Sohnes beruhigte sie einigermaßen. Blieb des Mädchens Liede unerwidert, war ja alles gut.

„Mutter, Du siehst Gespenster," stammelte er ungläubig.

„Keineswegs" . . . sie sah ihn scharf an und ihr alter Verdacht regte sich aufs neue, als sie bemerkte, wie er erbleicht war. „Am Ende bist Du doch in sie verliebt?"

„Sie dauert mich bloß tief. Gewiß hat sie große Fehler, daneben aber schöne Eigenschaften und mit wieviel Schwierigkeiten hat die Arme zu kämpfen" ...

grau Merk sah würdevoller und abweisender aus denn je, als sie, den Sohn unterbrechend, bemerkte: „Das große Mitleid ist mehr als bt» denklich. Darüber gib Dich keiner Täuschung hin: als Schwiegertochter ist sie für mich unmöglich."

„Mache Dir keine unnötigen Sorgen, gute Mutter. Aber nicht wahr, Du würdest ihr hilf­reich die Hand entgegenstrecken, sähest Du, daß

G Der österreichische Reichsrcrth ist nunmehr nach langer und mühsamer Wahl­arbeit vollzählig gewählt. Nahezu fünf Monate sind vergangen, bis Der am 8, September des letzten Jahres heimgeschickre Reichsrath feinen gesetzmäßigen Nachfolger erhalten konnte; denn der schwerfällige österreichische Wahlapparat braucht lange Zeit zum Arbeiten. So besteht denn auch darin ein himmelweiter Unterschied zwischen Oesterreich und Ungarn. In Oester­reich wählen alle die verschiedenen Wahlkörper- schaften und Länder an verschiedenen Tage»; in Ungarn geht die ganze Wahlhandlung so einheit­lich und geschlossen vor sich, wie bei uns im Reiche. In Ungarn übt die Regierung jedesmal einen sehr starken Druck auf den Ausfall der Wahlen aus; in Oesterreich hat sich auch diesmal die Regierung auch des allerleifesten Einflusses auf die Wahlen enthalten. Sie bat sich beinahe angestrllt, als ginge sie die ganze Sache gar nichts an, so vollkommen ist ihre Wahlenthaltsan keit gewesen. Erft jetzt, nach der Vollendung der Wahlen, regt sie sich wieder: der neue Reichs­rath ist auf den 31. Januar einberufen worden.

Aber kaum ist das geschehen, so blasen auch schon wieder die Tschechen zum Sturme, zum Danke dafür, daß augenscheinlich die Regierung ihnen wieder einmal mehr Entgegenkommen und Liebenswürdigkeit zeigt, als sie verdienen. Denn allem Anscheine nach hat man sich mit tschechischen Vertrauensmännern über den Inhalt der Thron­rede berathen, und Prager Tschechenblätter verlangen in sehr bestimmter und sehr wenig zurückhaltender Weise, daß die Stelle der Thron­rede, in der die Sprachenfrage behandelt wird, abgeändert werde, damit die Tschechen dadurch befriedigt würden! Schon im Voraus droht das leitende Jungtschechenorgan in Prag mit er­neuter Obstruktion, falls diese Forderung nicht erfüllt werden sollte; allerdings war lurch andere Blätter der Thronrede die Kennzeichnung