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mit ZlnLerhaltungs-Aeikage „Illustrirte Sonntags-Zeitung" “Xt “

20.

JuLöcr, Donnerstag, den 24. Januar 1901.

28. Jahrgang.

seit

Verwüstungen er

1«

@ Tod und Thronsolge in England.

Nach einem langen, - an' Thatsachen, Er­fahrungen und Lehren ungewöhnlich reichen Leben ist Königin Viktoria von Großbritannien und Ir­land (seit 1877 auch Kaiserin von Indien) durch die erfolgreichen Bemühungen ihres hervorragend­sten, wenn auch persönlich nicht angenehmsten Ministerpräsidenten Lord Bsaconsfi ld — auS dem Leben abberusen worden. Während eines Lebens von 82 Jahren 64 Jahre Regentin ihres Landes! — em gleicher Vorzug wird kaum wieder einem Sterblichen zu Theil; kaum ein gleicher Vorzug, aber damit gleichzeitig auch keine ähn­liche Verantwortung!

Ais junges Mädchen von siebzehn Jahren mußte Viktoria den britischen Thron besteigen. Aber noch ehe sie das er sie Lebensjahr vollendet hatte, war sie bereits die erklärte und berufene Thron erb in. Wie wurde das durch den Tod ihres Vaters, des Königs Georgs des Vierten. Denn deS Herzogs von Clarence, nachmaligen Königs Wilhelm des Menen einzige Tochter war bald nach ihrer Geburt gr starben. Als darum auch dieser König nach einer kurzen Regierungs- dauer von dem Leben Abschied nahm, war das junge Mädchen nicht unvorbereitet auf die Ehren und Würden, die ihr beoorstanden; und die Ge­schichte erzählt, daß sie in der Nacht vom 20. zum 21. Juni 1837, als der Erzbischof von Canterbury und Lord Cuningham kurz vor fünf Uhr Morgens ihr den Tod des Königs Wilhelm zu melden kamen, sich nicht einmal ausreichende Leit zum Ankieiden ließ. In fliegender Hast, in einen Frisirmantel gehüllt, die unbekleideten Füße in leichten Pantoffeln, kam sie aus ihrem Schlaf­zimmer herbei, um die wichtige Botschaft entgegen- zunehmrn, die sie zur Königin von Großbritannien und I land machte.

Vo h r hatte es gar nicht gut ausgesehe« um den Thron von England. Man kann sogar sagen, daß die Dynastie während der Regierungs­dauer Georgs IV. schwere Erschütterungen er­fahren hatte. Dieser hatte schweres Aergerniß erregt durch die Scheidung seiner Ehe mit Karotin« von Braunschrvelg; und sein Vertrauter und amt­licher Vertreter seiner Politik, Lord Castlrreagh, «ahm sich in einem Anfälle von Schwermuth selbst das Leben. Und diese Kluft zwischen Herrscher und Volk konnte auch Wilhelm IV. nicht voll­kommen wieder überbrücke«; diese Aufgabe zu lösen blieb der jugendlichen Prinzessin vorbehalten, die in kindlicher Ungeduld das Ankleide» nicht erwarten konnte, um die gewichtige Kunde ent- gegenzunehmen, daß sie Königin von Groß­britannien und Irland sei.

Unmittelbar vor dem Regierungsantritte der Prinzessin Viktoria hatte dir englische Verfaffung eine hoch bedeutsame Umwälzung erfahre«. Bis­her hatte im britischen Parlament das Oderhaus das erste Wort zn sprechen gehabt; noch mehr, es hatte durch die herrschenden Mißbräuche bei den Wahlen, die hauptsächlich in einer unge- heuern Bestechung bestanden, Herrschaft über die Besetzung eines großen Theils der Witze im Unter- Hause. Durch das Reformgesetz vo« 1837 wurde diesen unleidlichen Zuständen ein Ende gemacht. DaS Unrerhaus erhielt dadurch die Gestalt und

die Bücher durchzulesen und dadurch neue An­knüpfungspunkte herzustellen.

Der Herbst kam und mit ihm eine unruhige Zeit für das stille Städtchen. Ein mit einer Ge­werbe-Ausstellung verbundenes landwirthschaftliches Fest sollte dort abgehalten werden. Die Aussicht darauf bereitete den genügsamen Wöhrnangern ungeteilte Freude. Besonders Blankenhorn zeigte sich begeistert. Als Besitzer einer Musterwirthschaft gedachte er gar vielerlei auszustellen und rechnete darauf, viele Prämien zu erhalten. Bei seinen immer häufiger werdenden Besuchen im Arm- bruster'schen Hause sprach er beinahe von nichts als von den Triumphen, die er zu feiern erwartete. Dabei lachte er und zwinkerte mit den Augen nach Helene hinüber mit einem Blicke, al« wünsche er auch sie zu seinen Besitzthümern zu zählen als sein allerkostbarstes Ausstellungs-Objekt.

Eines Tages kam er mit seiner Schwester. Er war bestrebt, einen freundlichen Verkehr zwischen

meist sehr derb aurfielen. Helene blieb ihr nichts schuldig; ihre feiner gehaltenen Stichelreden konnten das alte Mädchen zu wahrer Wuth entflammen.

Diesmal hatte sie den Bruder nothgedrungen begleiten muffen, für den sie in der Fabrik allerlei Einkäufe besorgen mußte. Mit essigsaurer Miene saß sie nun auf einem der hartgepolsterten Sessel und blickte höchst mißbilligend drein, als ihr Bruder in Armbruster drang, mit den Töchtern der Preis- vertheilung beizuwohnen. .So kurz nach dem Tode der Mutter würde mau es einen wahren Skandal

Durchsicht der ärztlichen Schriften statt, damit zu rechter Zeit auf ungehörige Versuche an Menschen und Thieren aufmerksam gemacht und dagegen eingeschritten werden kann. Diese Anordnung ifl^sehr zu loben. Wenn die sogen. .Berühmtheit" für eine gewisse Gruppe von allzu trebsamen Medizinern dornenvoll zu werden droht, ö werden diese Herren fortan nicht mehr nach ölchen zweifelhaften Ruhmes - Lorbeeren streben. Bisher handelte es sich ja meistens auch nur darum, „bekannt" zu werden und in Folge deffen stärkeren

die Bedeutung einer wirklichen Volksvertretung, und in diesem einen Punkte gebührt der nunmehr abgeschiedenen Königin uneingeschränktes Lob; sie hatte Verständniß für den Pulsschlag der neuen Zeit und neben den Vertretern des Adels, die bis dahin allein die politischen Machtstellen erklimmen konnten, öffnete sie diese Bahn auch Angehörigen des Mittelstandes, des Bürgerthums. Und noch ein anderer Zug vo» echtem Liberalis­mus zeichnet ihre Regierung aus: endlich, endlich wurde den Katholiken in England wieder die politische Gleichberechtigung mit den Protestanten gewährt.

Daß das britische Reich während der langen Regierung der Königin Viktoria eine vorher un­geahnte Erweiterung erfahren hat, wißen wir ja. Die Kriegsflotte immer großartiger auszugestalten, gehörte zu den ersten Grundsätzen der abberufenen Herrscherin; und die britischen Waffen hatten lange Zeit ungeteiltes Glück unter ihrer Regierung. Das ganze ostindische Reich wurde dem britischen Köuigthum angegliedert. In Afrika, im übrigen Asien — überall gelang es den Engländern, mit manchmal überraschendem Glücke festen Fuß zu offen, und „Britannien herrschte auf den Wogen". Aber diese Kolonialpolitik, die zugleich eine aus­gesprochene kriegerische Eroberungspolitik ohne Ausnahme gewesen ist, hat ihre düsteren Schatten- eiten. Das Blut, das Elend, die Hungersnoth vieler Millionen Indier — sie schreien zum Himmel; und bis in die allerjüngste Zeit hinein hat die britische Ueberseepolittk diesen brutalen Charakter beibehalten. Die geschwärzten Trümmer nieder- gebrannter Wohnstätten im südafrikanischen Buren­lande, in denen bisher fleißige und friedliche Menschen hausten und arbeiteten, legen schauriges Zeugniß dafür ab. Muß man der Königin, die soeben vor den Thron des Höchsten berufen worden ist, die Verantwortung auch für diese Aus­schreitungen ausbürden? Klare Antwort auf diese Frage wird erst die Geschichte geben nach ge­schehener Klärung späterer Jahre. Aber da« Eine steht wohl scsi, daß ihr die volle Verantwortung dafür nicht aufgebürdet werden kann. Und nun ist sie geschieden in dem niederdrückenden Bewußt­sein, daß diese Koloniolpotitik mit dem Schweue in der Faust in beschämender Weise in Südafrika versagt gegen das kleine Volk der Buren, da« die hochmüthigen Engländer mit ein paar Regimentern zu Boden zu werfen meinten I

Auf dem britischen Throne folgt der Königin Viktoria ihr ältester Sohn Albert Eduard, geboren am 9. November 1841, und mit ihm folgt ihr ein ganz neue, die zehnte britische KönigS- dynastie des Hauses Sachsen - Koburg - Gotha. Politisch ist der neue König noch nicht heroor- gstreten; und die Annahme ist nicht unwahr­scheinlich, daß er dies auch als König nicht thun werde König Eduard, wie man nunmehr den bisherigen Prinzen von Wales nennen muß, ist bisher mehr heimisch gewesen auf dem Felde der vornehmen und üppigen Geselligkeit der reichen Leute, in deren Kreisen er sich einen gewissen Rus erworben hat als geistreicher Tisch- redner mit dem schäumenden Sektbecher in der Rechten. Aber der neue Herrscher auf dem britischen Throne, der als jüngerer Prinz einst­mals der To«anft-ber war für die neuen Herren-

Der Kamps auf Cuba, auf dm Philippinen und in den Burenrepubliken ist in diese Statistik noch nicht aufgenommen, auch fehlt jede Liste der Kranken und Siechen, welche auS jenen blutigen Aktionen hervorgegangeu sisd. Die gegebenen Ziffern aber kann man als uu» anfechtbar erachten, denn sie stammen vo« Dr. C. Engels, dem früheren Direktor des preußischen statistischen Bureaus.

nennen, wollten die Töchter einem Feste bei­wohnen", äußerte sie sich, und ihre schmalen Lippen preßten sich ganz fest zusammen, als sie dies Gutachten abgegeben hatten.

Das sei einfältiges Gerede, meinte Blanken- horn brüderlich grob; es handle sich ja um keinen Ball, sondern um einen mit allerlei bescheidenen Vergnügungen verbundenen Aufenthalt in Gotte« freier Natur. Für diese Vergnügungen suchte er Agathe und Marie zu gewinnen, stellte ihnen als höchstes Reizmittel einen Kaffeeschmaus mit Bergen von Süßigkeiten in Aussicht und erreichte auch, daß die jungen Dinger ihr sehnsüchtiges Ver­langen kundgaben, nach dem Festplatz geführt zu werden. Blankenhorn dankte ihnen, daß sie seine Einladung angenommen hätten. „Sie werden es auch tbun, Fräulein Helens und werden sich Herbei­laffen, mit uns Männern, für die anders gesorgt sein wird als mit Süßigkeiten, ein Glas Wein zu trinken auf die Gesundheit des Preisgekrönten "

„Ich denke, die Preisgekrönten sind die Ochsen und Pferde?" entfuhr es Helene. Die Schwestern kicherten, Blankenhorn runzelte die Stirne und

moden der Welt und viele Stunden der Be- rathung darüber mit feinem Schneider Psole ^brachte, wird einen solchen ober auch nur ent» ernt ähnlichen leitenden Einfluß auf die euro« läische Politik niemals gewinnen. Die britische Macht innerhalb der europäischen Mächte, die unter der Herrschaft der „Großmutter von Europa" eine so bedeutende geworden ist, wird unter ihrem Sohne und Nachfolger mehr in den Hintergrund treten; und die Erkrnntniß dieser Thatsache mag auch ein Stachel für die ge- chiedene Königin gewesen fein. Möge sie in Frieden ruhen!

Dennoch aufwärts.

Roman von L. v. Neid egg.

------ (Nachdruck verboten.)

Etwas Besonderes? fragte sich Helene und dachte dabei an die ehrgeizigen Pläne, die Frau Merk, wie aller Welt bekannt, für ihren Bohn hegte. Sollte es ihr gelingen, ihn aus dem stillen Städtchen hinaukzudrängen? Aber nein, nach besonderen Ehrungen, nach besonderem Ruhm strebte dieser nicht. Sein Blick war auf­wärts gerichtet, doch nicht nach jenen Höhen, die der Allgemeinheit als zu erstrebendes Ziel vor- schweben. Auch sie verstand ihn nicht immer; sie hätte sich ihn menschlich näher, mit sicht­bareren Fehlern gewünscht — und doch meinte sie wieder: sie hätte vor Schmerz vergehen müssen, wenn der Strahlcnglanz, mit dem sie ihr Idol umkleidete, auch nur durch einen Hauch getrübt worden wäre.

Ein paarmal des Sonntags hatte sie Frau Merk besucht, Bücher und Zeitschriften umzu­tauschen. Frostig ausgenommen, blieb ihr kein Zweifel darüber, welch unwillkommener Gast sie fei; alle Freundlichkeit des alten Doktors ver­mochte sie darüber nicht hinwegzutäuschen. Aber ihr blieb die Möglichkeit, mit Julius einige Worte zu wechseln, der sich immer erfreut zeigte über das Zusammentreffen. Ihr blieb auch die Genugthuung, daß er ihren Geschmack genau studirt hatte und immer ein Buch, nach dem sie besonderes Verlangen trug, für sie bereit hielt. Es war das ein Band zwischen ihm und ihr; gern opferte sie von ihrem SGafe, um rascher

„Ich kann nur wiederholen, daß ich es un« paffend finde, in Trauerkleidern solch einem Feste beizuwohnen", sagte sie. „Aber freilich, bis heutige Jugend ist über solche Bedenken hinaus, und bte sich gleichgiltig stellen, sind vielleicht noch am aller- erpichtesten aus diese Vergnügungen."

„Meinen Sie etwa mich, Fräulein Blanken­horn?" fragte Helene. In diesem Falls stimme ich ganz und gar mit Ihnen überein und könnte mir keine härtere Buße vorstellen, als der Preisvertheilung beizuwohnen."

Aber Blankenhorn ließ nicht nach und führte immer neue Argumente ins Feld. Namerttuch verlegte er sich darauf, Armbruster herumzu­bringen, der, ein menschenscheuer Mann, sich bisher ganz ablehnend verhalten hatte. Er ver- sicherre/ der Landtagsabgeordnete Rohrwasser, der herüberkomme und im Lindenhof absteige, freue sich hauptsächlich darauf, mit Armbruster wieder zusammen zutreffeir, den er als einen weißen Raben unter den Wöhrnanger schwarzen Wü-ln bezeichne, als einen ausnehmend klugen^qDW Hätten Mann. In der Tonart ging es wM«., Abwechselnd versuchte er es mit Schmeicheleien beim Vater und bei der Tochter,, wurde sogar recht zudringlich; er schien gar nicht zu merken, wie Helenens Züge immer kälter wurden, ihre Antworten immer kürzer und aowsffrnder.

Um so empfindlicher zeigte sich Kreszenz. Sie konnte nicht ruhig anhören, wie dieses Mädchen sich herausnahm, Len Bruder kurz ab­zufertigen : den Mann, nach dem so viele aus- schauten.

Endlich vermochte sie nicht langer an sich zu halten. „Hör doch auf, dem Fräulein zuzu<

Zulaus von Patienten zu bekomme«.

* Der Moloch Krieg hat eine grauenvolle Statistik. Hier eilte Tabelle darüber, welche dem Jahre 1850 an»

Deutsches Asrch.

Berlin, den 23. Januar.

* Aus Anlaß des Fades der Kö«kgi« vo« Kttgkaud ergriff bei Beginn der heutigen Sitzung des Reichstages der Reichskanzler Gras von Bülow das Wort zu folgender Ansprache:

„Meine Herren! Nach 63jähriger Regierung ist Ihre Majestät die Königin von England (das Haus erhebt sich) im 82. Lebensjahre zur ewigen Ruhe einge- gaugen. Während ihrer langen Regierungszrit ist Königin Viktoria immer bestrebt gewesen, ein friedliches und freundschaftliches Berhältniß zwischen Deutschland und England zu pflegen. Nicht nur die nahen ver­wandtschaftlichen Beziehungen zwischen unserem Kaiser­haus und dem englischen Königshaus, sondern auch die mannigfachen wirthschaftlichen, politischen und kulturellen Interessen, welche Deutschland und England verbinden, lassen uns aufrichtigen Anlheil nehmen an der Trauer des britischen Volkes um seine ehrwürdige Herrscherin. Ich bin gewiß, daß ich mich mit den Empfindungen dieses hohen Hauses begegne, wenn ich dieser Theil- nahme hier Ausdruck verleihe."

Gleich barauf sprach ber Prästbent Graf von Ballestrem:

„Im Anschluß an die Trauerbotschaft, welche uns öeben der Herr Reichskanzler mitgetheilt hat, nehmen auch wir vollen Anlheil an dieser tteferfchütternden Trauerkunde. Ich konstatire, daß der Reichstag das Gedächtniß der erhabenen verstorbenen Fürstin stet« in hohen Ehren halten wird und an der Trauer um die­selbe herzlichen Antheil nimmt. Ich bitte, mich zu er­mächtigen, diese Kundgebung Sr. Majestät dem Kaiser «nd Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich Namens des Reichsiage? auszusprechen Ich.stelle dies als V-schlnß deS Reichstages fest"

* Die chcschäftskage des ASse»rd«-S-»- H««ses. Rach den derzeitigen Dispositionen über bie Geschäfte des Abgeordnetenhauses liegt es in ber Absicht, bie nächste Woche zur Förderung der zweiten Lesung des Etats zu benutzen, um bis Ende ber Woche den Fraktionen Zeit zur Stellung­nahme zur Kanalvorlage zu laffen und bie erste Lesung dieser Vorlage selbst in der mit dem 28. d. M. beginnenden Woche vorzunehmen. Die Initiativanträge, sowie die Fortsetzung der Ver­handlung über die Interpellation betreffs des Offenbacher Eisenbahnunglücks dürfen erst nachher vorgenommen werden.

h Die ärztliches Derfuch- an Krau Ke« bildeten, wie bekannt, den Gegenstand einer Ver­fügung des preußischen Kultusministers in der jüngsten Zeit: diese Versuche sind durch eine Reihe von Bestimmungen eingeschränkt worden. Diese eine Verfügung hatte aber eine Lücke: es fehlte noch ein Ueberwachungs-Bienst; auch dieser ist nunmehr eingerichtet worden. An den amt­lichen Stellen findet von jetzt ab eine regelmäßige

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Ans dem Reichstage.

«8» 31. Sitzung vom 23. Januar.

Am Bundesrathstische: Reichskanzler Gras Bülow, Gras Posadowskp.

Tagesordnung: Initiativanträge Dr. Hieber (ntl.), Schrader (fr. Vgg.), Albrecht (©sc) bett, die Woh­nungsfrage. t ... .

Vor Eintritt in die Tagesordnung richten der Reichskanzler Graf Bülow und der Präsident Graf Ballestrem anläßlich des Todes der Königin von Eng­land kurze Ansprachen an das Haus, die wir an anderer Stelle im Wortlaut wiedergeben. ,

Darauf begründete Abgeordneter Aiever (national« liberal) in längerer Rede seinen Antrag und erläuterte die dreifache Aufgabe der in demselben geforderten Kommission. Dieselbe soll durch eine Wohnuugs- enquete die einschlägigen Verhältnisse untersuchen, die die in der Bewegung für allgemeine Wohnungsreform aufgetretenen Vorschläge prüfen und selbst Vorschläge machen über die zweckmäßige Organisation der öffent­lichen Wohnungssürsorge und dergleichen.

Den zweiten (sozialdemokratischen) Antrag be­gründete Abg. Schmidt-Frankfurt a. M. Der Redner schilderte das Elend der Arbeiterwohnungen in den großen Städten und auf dem Lande, dad Normativ- bestimmungen bezüglich der Beschaffenheit der Woh­nungen dringend erheische. Durchführung der Woh-

ihr und Helene anzubahnen; es wollte ihm dies aber durchaus nicht gelingen. Helene sah gering schätzig auf die ungebildete, mürrische Krescen herab, und diese haßte in dem jungen Mädchen diejenige, die sie aus ihrer regierenden Stellung im Lindenbose verdrängen sollte. So rücksichtslos der Bruder auch mit ihr umsprang: im Hause herrschte sie unumschränkt, war auch sehr empfäng­lich für die Ehre, in dem schönsten Hof der Gegend das Szepter zu führen. Der Gedanke, zu Gunsten gerade dieses Mädchens abddanken zu sollen, war ihr so unerträglich, daß sie sich nicht überwinden konnte, je ein wirklich freundliches Wort an sie zu richten. Immer strotzte ihre Rede von Anzüglich ------- , .

feiten, hie ihrer Charakteranlage entsprechend ! Kreszenz blickte wüthend drein.

Mevschenspfer Mann

Geldopfer Mill. Mk.

Der Krimkrieg

750,OVO

7,950

Der italienische Krieg 1859

45.005

1,200

Der dänische Feldzug 1664 Der nordamerikanische Bürger­krieg von 1861 bis 1865:

3,000

140

a) Nordstaaten

280,000

18,000

b) Südstaaten Preußisch-öfterretchischer Krieg

520,000

9,200

von 1366 Expedition nach Mexiko,

45,000

1,320

Cochinchina

Der deutsch - französische Krieg von 1870 71:

65,000

SCO

a) Frankreich

155,000

12,000

b) Deutschland

60,000

——

Bulgarisch-serbischer Aufstand

25,000

700

Der russisch-türkische Krieg

250,000

4,500

Die südafrikanischen Kriege gegen

30,000

25,000

35

die Aschanti, Matabele usw.

Der afghanische Krieg

53

2,253,000

55,908 Mill. Mk.