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P«f 3<iu* tu jhtlta. ** mit Nnterhallungs -Meilage „Jllustrirte Sonnlags-Jeilung"
28. Jahrgang.
Auwa, Mittwoch, den 23. Januar 1901
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größtenteils Erinnerungen an ihren Gatten und aus ihrem eigenen Leben enthalten, die auch ins Deutsche übersetzt worden sind. Die Annahme des Titels „Kaiserin von Indien", die 1876 erfolgte, ist auf ihren eigenen Wunsch zurückzuführen.
Am (20.) 21. Juni 1887 war es ihr vergönnt, das 50jährige Jubiläum ihrer Thronbesteigung zu begehen, das in ganz England festlichen Widerhall fand; nicht weniger auch ihr 60jährigen Jubiläum, zu dem alle Fürsten der Welt Vertreter nach der Welt-Stadt an der
* Heschiitz Liefe-AAgE a« Wt-
baS Allgem. Nachrichten - Bureau hört, qat tue Firma Krupp an die maßgebende: Stellen Berlins brieflich die offizielle Mittheiluno gelangen [affen, daß sie sich bisher den Wünsche: her Regierung gefügt und die Geschütz»Liefern t«« an England eingestellt habe, daß sie sich aber für die Folge nicht mehr an diesen Wunsch kehren, sondern Aufträge von Geschütz- und Waffen-Lieferungen an England ausführen werde. Den Anlaß hierzu hat offenbar der Umstand gegeben, daß andere Firmen trotz des Verbotes der Regierung Waffen - Lieferungen an England bis in die neueste Zeit ausgeführt haben. — Dies bezieht sich offenbar auf die Firma Ehrhardt in Düsseldorf.
+ Tin „WekchLrvohecharrs" zu bauen und einzurichtsn für die „diätenlosen" Abgeordneten schlägt Proftssor Ziegler aus Jena vor, um der Präsenz im Reichstage einigermaßen auf- zuhelfen. „Man könnte zuerst ein Haus für hundert Abgeordnete bauen und die Wohnungen i den Parteien nach dem Verhältniß ihrer Stärke zuweisen, so daß der Reichstag sich mit der Vsrtheilung an die einzelnen Abgeordneten nicht
Dermsch aufwärts.
Roman von L. v. Neid egg.
------ (Nachdruck verboten.)
0 Königin Viktoria von England t*
Gestern Abend, 6’/* Uhr, ist die Königin von England, die Großmutter unseres Kaisers, auf Schloß Osborne gestorben.
Deutsches itetxty.
Berlin, den 22. Januar.
auf 2,514,147 Tonnen zu schätzen, während die Mehreinfuhr von Brodgetreide in demselben Zeiträume 2,052,739 Tonnen betrug. Aus den Gutachten der Vertreter der landwirthschaftlichen Wissenschaft und Praxis geht übereinstimmend hervor, daß die Versütterung von Brodgetreide ür unser« Viehstand nicht nothwendig ist und besser durch andere Futtermittel zu ersetzen wäre. Jedenfalls steht es also fest, daß, wenn durch angemeffene Schutzzölle die über- lüssige Getreide-Zufuhr eingedämmt wird und mgemeffene Preise für das Getreide seitens der Landwirthe erzielt werden können, das einheimi- che Brodgetreide in Zukunft zur menschlichen Nahrung in erhöhtem Maße wird verwendet werden.
* In den ra«dWir1HschsftttHe« Kreise» wird es vielfach als eine Schädigung empfunden, )aß die Proviantämter Getreide von auswärts mit 33 Prozent Frachtermäßigung beziehen, da hierdurch die Preise in der enger« Heimath vielfach gedrückt und Produzenten wie Händler in ihrem natürlichen Absatzgebiet geschädigt würden. Vertreter preußischer Land- wirthschaftskammern sind deswegen bereits bei den zuständigen Ministerien vorstellig geworden, haben aber die Antwort erhalten, daß der Mi- litärfiskus nur von seinem guten Rechte Gebrauch mache, wenn er die Beförderung von Getreide im Inlands zu zwei Drittel des eigentlichen Frachtsatzes verlange. Trotzdem soll neuerdings der Versuch gemacht werden, in einer näher zu begründende« Eingabe an den preußischen Kcregsminister darauf hinzuwirken, daß die Proviantämter angewiesen werden, ihren Bedarf in erster Linie innerhalb der Provinz zu befriedigen, und erst, wenn dieser Bedarf größer ist, ihn anderswo zu decken.
* ES ist nicht ohne Interesse zu beobachten, wie der beginnende frsrrzo fische Kulturkampf von der nichtkatholischen deutschen Presse be- urtheilt wird. D>e wenigsten möchten das Risiko des Kampfes auf sich nehmen („gebrannte Kinder fürchten das Feuer"), die meisten aber machen kein Hch! aus den Wünschen ihres antiklerikalen Herzens, darunter auch sog. „parteilose" Blätter. Aus einem der letzteren die folgende Probe:
Der Quartband von 1045 Seiten, der die liegenden Güter der männlichen Orden Frankreichs registrirt, hat der Regierung 20,000, ohne die Bewilligung der Kammer ausgelegte Francs gekostet, aber „das Werk ist reichlich seinen Preis werth, wenn es dazu dient, der Nation oder wenigstens den Volksvertretern die Augen zu öffnen. Es handelt sich um „die Sicherstellung des Laienftandes gegen die U e b e r g ri f se der to d t en Hand." Dieses Gespenst, die tobte Hand, erscheint in jedem Kulturkampf, sie haben es auch in Frankreich wieder citirt; was aber noch schauerlicher ist, die Existenz der Musterrepublik steht aus dem Spiele. In Frankreich gibt es 3216 Ordenshäuser. „Dem Unterrichts- und Erziehungswesen widmen sich 2748 jener geistlichen Niederlassungen, und daS in denselben thätrge Lehrerpersoual beziffert sich auf 22,827. Da ist es denn freilich nicht verwunderlich, daß die von Staat und Gemeinden unterhaltenen Unterrichtsanftalten zusehends veröden und daß das Offizierkorps sich immer aus- schließlicher aus Leuten rekcukirt, welche die nicht kle- ' titaten Kameraden in Verruf thun, die israelitischen des Landesverrathes verdächtigen und die in Civilehe lebenden aus der Armee „hinauszuekeln" versuchen. Die angedeuteten Verhältnisse find so schlimm geworden 1 daß es für die Republik eine Leb ens f r ag e ist, ihrer I forlschreitenden Verschlimmerung vorzubeugen. Das ist
sucht; wirre Gedanke« von Haß und Rachsucht wirbelten in seinem Hirn. In diesem Augenblick glaubte er das Mädchen zu hassen, das ihm so unverhüllt seine Abneigung zeigte: vor dem Wunsche, ihr die erlittene Kränkung zu vergelte«, trat selbst die täppische Rücksichtnahme zurück, die er ihr sonst immer bewies.
Helene würdigte ihn keines Blickes. Der Mann stand ihr zu tief, um sich in ein Wortgefecht mit ihm einzulaffen. Ihre Augen, die jetzt ungewöhnlich sanft und rührend blickten, hielt sie unverwandt auf den Vater geheftet, auch die Simme klang weich, als sie die Hand auf seine« Arm legte, und ihn bat, ihr das bissen Freude, das Lesen der ihr geliehenen Bücher, nicht zu rauben.
Armbruster sah erst Blankenhorn an und dann sie. Der Mann zeigte allzu offen die Freude über den Triumph, der ihm sicher schien, und kein Gedanke war Armbruster störender, als der, gegängelt zu werden. Etwas in Helenens Augen erinnerte ihn an Agathe — Agathe, an die er jetzt öfter zurücksachte und bisweilen zu vermiffen anfing. Seine Kinder sorgten ja für ihn, aber er merkte recht wohl, daß sie eilte Art Scheu vor ihm empfanden. Er entbehrte dre bewundernde, selbstoergesfene Liebe, die seine Fcau ihm entgegengebracht hatte; er glaubte jetzt, ihre Augen zu sehen, wie sie in jener letzten, klaren Stunde auf ihn gerichtet gewesen waren.
„Behalt' meinetwegen oen Kram," gab er nnA» * c
„Ich gehe," fuhr Blankenhorn ärgerlich aus. „Bist Du eigentlich hier noch Herr im Hause, Armbruster?"
„Der möchte uns am ltebsten alle komman- diren; Gottlob, daß auch für ihn dis Bäume nicht in den Himmel wachsen," meinte Helene.
Sie lächelte glücklich in sich hinein, als sie, die Bücher im Arm, ging, ihren Schatz zu bergen.
Helene hatte das Packet geöffnet und eines der Bücher, Webers Goliath, aufgeschlagen. Ihr Athem stockte in überwältigender Freude, als sie auf dem Titelblatt dem Namen Julius Merk begegnete. Er hatte sich feines Versprechens also doch noch erinnert; für ihn war sie nicht, was sie seiner hochmüthigen Mutter bedeutete: ein niedrigstehendes Mädchen, das an der Aufsicht über Arbeiterinnen fein Genüge haben mußte; sie war ihm die an Erziehung und Bildung Ebenbürtige, die ihm Freundin fein konnte. Ihr Blick hing wie gebannt an den Buchstaben. Visionen eines unermeßlichen Glückes stiegen dabei vor ihr auf, nicht länger unklar und verworren, sondern in greifbare Nähe gerückt; wie mit einem Zauberschlage erhellten sie das bisher so farblose Leben zu sonnigem Glanze.
Blankenhorn hatte sie eifersüchtig beobachtet und sah ihre Verwirrung, E: stand auf. Ito er ihre Schulter hinweg sah er ins Buch: „Wenn Sie Bücher wolle«, Fräulein Helene, damit kann ich auch dienen. Freilich, was so ein junger Keck schickt, bleibt immer willkommener."
Helene klappte das Buch unsanft zu: „Danke, Herr Blankenhorn. Ich nehme nicht ein jedes Buch und nicht von jedermann."
„Spar vor allem die schnippischen Reden," verwies der Vater, „sonst kannst du erleben, daß ich ich dir befihle, den Krempelzurückzuschicken."
Sie erzitterte. Mit einem Male war der Sonnenglanz verpflogen; eine Wolkenwand legte sich zwischen sie und ih^e Freude. Sie drückte das Packet an sich und sah bittend zum Vater auf.
„Befiehl es ihr, befiehl es!" zischelte Blankenhorn ihm zu. Er bebte vor Zorn und Eifer-
zu befaffen brauchte. Sin zweifenstriges Wohn- i und Sprechzimmer und ein einfenstriges Schlaf- ' zimmer dürfte wohl de« meisten Reichsboten als eine genügende Wohnung erscheinen. Wer । uxuriöser wohne« will, mag für sich selbst ' sorgen. Es würde also für hundert Abgeordnete ein Haus mit zweihundert möblirten Zimmern nebst den nöthigen Wirthschafts- räumen, einem Frühstückssaal, Lesezimmer usw. erforderlich fein.“
+ Gi« öelieSter Kinwnnd gegen eine KrhöHimg der Gelretdezökke ist von freihändlerischer Seite der, daß ein Schutzzoll der deutschen Landwirthschaft gar nichts nützen könne, da Deutschland bei der ungenügenden Produktion an Getreide auf die Zufuhr des Auslandes angewiesen sei. Die Wirkungen eines Schutzzolles für die heimische landwirthschaftkiche Produktion würden durch die Nothwendigkeit der Einfuhr vom Ausland und das dadurch gegebene Fortbestehen der ausländische« Konkurrenz wieder hinfällig gemacht. Nun ist es aber Thatsache und durch besondere Erhebungen des deutschen Landwirthschaftsrathes am Ende vorigen Jahres bestätigt worden, daß bei den niedrigen Ge- treidepreisen ein großer Theil des einheimischen Getreides versüttert wird, und daß bei Einschränkung der Versütterung von Brodgetreide und bei fortschrei ender Bodenkultur die deutsche Landwirthschaft ohne Schwierigkeit im Stande ist, den Brodgetreide-Bedarf im Inl an o zu decken. Bei den genannten Erhebungen handelte es sich vor allem darum, festzustellen, wie viel Brodgetreide im deutschen Reiche jährlich verfüttert wird, und ob die Verfütterung des Brodgetreides unbedingt für unfern Viehstand nothwendig ist, oder ob nicht die verfütterten Mengen zur Befriedigung deS menschlichen Konsums herangezogen werden können. Zu diesem Zwecke wurde« zahlreiche Gutachten sowohl von Pro- fefforen der land mrthschastlichen Wissenschaft als auch der landwi hfchaftlichen Vertretungen aus den Erfahrung- der Praxis eingeholt. Die angksteWsn UM rchungem erstreck-n-sich auf den weitaus größten Theil der deutschen Landwirthschaft, so daß aas ihnen auf den Umfang der Verfütterung v -i Brodgetreide und deren Gründe annähei. d zuverlässige Schlüffe gezogen werden können. Danach darf angenommen werden, daß der Großgrunddi sitz im Allgemeinen nur geringe Mengen, circa 10 pEt. der Roggenernte, ^verfüttert, während der großbäuerliche, mtttelbäuer- liche und kleinbäuerliche Besitz weit größere, mit der Abnahme der Besitzgröße steigende Mengen des Ernte-Ertrages zu diesem Bedarf verwendet. Nach einer schätzungsweisen Berechnung werden mindestens 27^2 pCt. der Roagenernte gleich 2,317,559 Tonnen im deutschen Reiche versüttert. Die Mehreinfuhr von Roggen hat im Durchschnitt der Jahre 1895—1899 int deutschen Reiche da- : gegen nur 778,742 Tonnen betragen. Die ver- fütterte Weizen- und Spelzmenge darf nach den Erhebungen durchschnittlich auf etwa 5 pCt. der ’ gefammten Ernte geschätzt werden oder 196,588 i Tonnen. Die Mehreinfuhr von Weizen betrug tm ! fünfjährigen Durchschnitt 1895—1899 1,273,997 : Tonnen. Die Gesammt-Menge des verfütterten t Brodgetreides ist für 1898—1899 durfchnittltch
Im Wohnzimmer traf er Blankenhorn an, der jetzt zuweilen gegen Abend kam und beharrlich sitzen blieb, bis Helene, die sich dann mit Vorliebe in der Küche zu schaffen machte, wenigstens auf einen Augenblick sich zeigte. Dann richtete er allemal Scherzworte an sie, die sie vorgab, nicht zu verstehen, oder er machte ihr fade Komplimente, die sie nicht beachtete, bis er endlich ging. Heute jedoch war sie im Zimmer geblieben, faß am Fenster und schaute nach dem Bruder aus. Bei seinem Eintritt flog sie ihm entgegen: „So spät am letzten Abend!" sagte sie vorwurfsvoll. Sie war überzeugt, Lina Rudhart habe ibn festgehalten; heute jedoch vermochte sie ihm kein böses Wort darüber zu sagen
„Was bringst Du da?" fragte sie, als sie das Packet bemerkte, das er ihr entgegenhielt.
„Herr Dr. Merk schickt Dir hier Bücher; Du machst Dir keinen Begriff, wie freundlich und gut er gewesen ist. Du darfst andere holen, sowie diese ausgelesen sind."
„Vorausgesetzt, ich gestatte ihr, soviel Zeit auf die Leser ei zu verwenden," äußerte sich Armbruster. Das Entgegenkommen der Familie Merk, das nur seiner Tochter galt und nicht ihm, verletzte ihn in seinem Stolze; am liebsten hätte er es zurückqewiesen.
„Werden wohl Legenden und Erbauungsbücher fein," spottete Blankenhorn.
Themse entsandt hatten.
Während der 63jährigen Regierungszeit der verstorbene« Königin hat die Regierung viele Schicksale erduldet, die zwar nicht so tief einschneidend in das Staatsleben sich erwiesen haben als die Katastrophen auf dem Festlande. Schwer lasteten gewiß die Kriege in der Krim, in China und der indische Ausstand auf ihrem Gemüthe und noch mehr der in unverantwortlichem Frevel heraufbeschworene Burenkrieg, de« noch heute Englands Kräfte voll und ganz in Anspruch nimmt und ihm vielleicht sogar die Hegemonie in Südafrika entreißt. Es heißt, Königin Viktoria habe ihren Viktoria, Alexandrine, Königin von Groß- ganze« Einfluß aufgewandt, den südafrikanischen britannien und Irland, wurde am 24. Mai Raubzug zu verhindern; aber ihr Geschlecht, so- 1819 im Kensington-Palast zu London als ein- wie die staatsrechtlichen Verhältnisse und das ziges Kind des Herzogs von Kent und der Prin- politische Herkommen in England brachten es mit zessin Maria Louise Viktoria von Sachsen-Ko- sich, daß die Königin nicht selbstherrlich in die bürg geboren. Als 18jährige Jungfrau folgte Speichen des weltgeschichtlichen Rades greifen sie am 20. Juni 1837 ihrem kinderlos ver- konnte, die mit Ministerrang ausgestatteten Räu- storbenen Oheim Wilhelm IV. auf dem Throne her Chamberlain re. waren mächtiger als selbst und ließ sich am 28. Juni 1838 krönen. Am der Wille der Königin.
10. Februar 1840 vermählte sie sich mit ihrem Ziehen wir das Facii aus der langen Regie- Vetter, dem Prinzen Albert von Sachsen-Koburg- rungszeit Viktorias, so muß man sagen, daß es Gotha. Dieser Ehe, die als sehr glücklich ge- jhx gelungen ist, England eine bevorzugte Stellung schildert wird, entsprossen 9 Kinder, von welchen unter den Großmächten zu sichern, das heute noch besonders die Mutter des deutschen Kaisers, Ge- die Königin der Meere ist und es auch bis in mahlin des verstorbenen Kaisers Friedrich, die | unabsehbare Zeit bleiben wird.
Kaiserin Friedrich, und der Thronfolger, Prinz | « — ■1 — .
von Wales, der nunmehrige König Eduard VII., zu nennen sind.
Königin Viktoria hielt sich bei allen Wechseln der Regierung streng an die konstitutionellen Formen, und trotzdem ist es ihr mehr als anderen Fürsten, die über streng konstitutionelle Länder herrschen,, gelungen, weittragenden Einfluß auf die Geschicke der Regierung und des Landes nach außen und innen auszuüben. So ist es z. B. ihr persönliches Verdienst, daß in dem deutsch - däuischen Konflikt 1848 eine englische Einmischung nicht erfolgte. 1861 wurde sie von ihrem Gatten durch den Tod getrennt. Seit dieser Zeit bemerkte man an iyr einen großen Hang zur Zurückgezogenheit. Sie verfaßte nach dieser Zeit verschiedene Schriften, die
X. Kapitel.
Karls Abreise hatte eine empfindliche Lücke zurückgelassen. Es vermißte« ihn die jüngeren Schwestern, denen er ein heiterer Kamerad gewesen war; Helene, die ihm ihre Klagen anver- ttaut hotte; nicht zum wenigsten, wenn auch aus rein eigensüchtigen Grüadm, sein Vater.
Der neue Buchhalter entsprach den in chn gesetzten Erwartungen keineswegs. Mit jedem Tage stellte sich deutlicher heraus, daß ihm des Vorgängers Geschäftskenntniß, sowie deffen Äe- wiffenhaftigkeit mangele. Auch seine Geduld ließ viel zu wünschen übrig. Er hatte eine Art, wenn sein Brotherr zornig auffuhr, diese« anzu- sehen, die ihn noch ganz anders reizte, als des Sohnes lehrhaftes West«. Um nichts in der Welt hätte Armbruster dies aber eingestehen oder gar Karl zmückbemftn mögen, wenn er sich auch täglich ärgerte, ihn fortgewiesen zu haben. Die üble Laune, die er in Gegenwart Herrn Büchners, des Buchhalters, zügeln mußte, brach dafür im Familienkreise um so unverhüllter hervor. Nichts konnte man ihm mehr recht machen, an allem nörgelte er herum. Täglich wäre es zu unangenehmen Austritten gekommen, hätte Helene nicht so musterhaft verstanse«, sich zu beherrfchen.
Ein Ideal hatte einer ihre Mutter genannt, deffen Worte ihr als Orakel galten. Sie wollte