Einzelbild herunterladen
 

Krscherm täglich, m. Ausnahme der Soun-und Feier­lage. Bierteyährl.

ß»,us»prri» ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus- wärtSIM.SOPf.

geftrefe: Sie einspaltige Petit­zeile oder deren Raum 15 Pfa.,Re­klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Vtwmtwortll»: Me die Mixrktl»» 3»f. »«**, fat JxftreU I. Parzelle» tu Suva.

mit AnleHcEungs -Mnlags Sonnlügs-Inlung. s"- o». -

28. Jahrgang.

Iutöa, Donnerstag, den 17. Januar 1901

1»

hätte.

II

LM Sozialdemokratie, Getreidezoll und Arbeiterintereffen.

Mit der Konsequenz ist es in der letzten Zeit eine eigenthümliche Sache bei der Sozial­demokratie; der Kampf gegen den „Brodwucher", die „Hungerpolitik" und den „Raubzug aus die Tasche drS Volkes" hat ihre Geisteskräfte in einem Maße in Anspruch genommen, daß das klare Uoterscheidungsvermögen darunter geutten

heute (Mittwoch) dm Gegenstand einer Verhand­lung in der Budgetkommission des Reichs­tages. Abg. Dr. Lieber vom Centrum gab vor dem Eintritte in die Tagesordnung der Hoff­nung Ausdruck, daß die Abgeordneten aus Elsaß» Lotbringeu künftig nicht nur daun in der Kom­mission erscheinen möchtm, wenn ihre besonderen Landes - Angelegenheiten zur Berathung stehen, sondern daß sie als Vertreter des gesamm- ten deutschen Volkes auch an den anderen Arbeiten des Reichstages sich betheiligrn möchten. Abg. Riff-Straßburg, ein Mitglied der frei­sinnigen Vereinigung, erwiderte, die Elsaß-Lothrin­ger hätten den Willen, an allen parlamentarischen Arbeiten theilzunehmen, und sie würden diese Ab­sicht ausgiebig berhätige«. Der nationalliberale Abgeordnete Möller- Duisvurg begrüßte diese Erklärung rr.it Freude als einen nationalen Fort- I schritt, (lieber die Berathung des Etats der I Rcichseisenbahnen, der in diesen Tagen die Budget- kommission beschäftigt, bringen wir nach der Beendigung dieser Berathung einen zusammen- fassenden Artikel. Die Red.)

+ Lipp- AieK-rf-ld rmd kein Kudek Der Graf Erich zur Lippe-Weißenfels hatte gegen den Graf-Reaenten zur Lippe-Biefterfeld zu Det­mold einen Zivilprozeß angestrengt wegen des Empfanges einer gewissen Rente. Das Ober- landesgericht in Celle hatte dem Weißenfelser die Rente zugesprochen, ein Urthril, das sich haupt­sächlich darauf begründete, daß die Großmutter des Graf-Regenten, Modeste von Unruh, nicht freiherrlicheu Standes, also nicht ebenbürtig ihrem Ehemanns gewesen sei. Das Reichsgericht ist auch noch mobil in der Sache gemacht worden, da der Graf-Regent von Lippe-Biesterseid R evision gegen das in Celle ergangene Urtheil ettlegte. Jetzt hat auch das Reichsgericht seinen Wahr- । spruch abgegeben, und zwar in demselben Sinne wie daS Obrrlandesgericht in Celle: die Groß­mutter des Grafen Lippe-Biesterfeld sei nicht ebenbürtig gewesen. Für einen verständigen Mann kann nach allem Vocaufgrgangenen kein Zweifel mehr darüber ob walten, daß Graf zur L^ppe- Biesterfeld rechtmäßig die lippesche Regentschaft angetreten hat und seine Nachkommen ebenso rechtmäßig zur Erbfolge berufen sind. Der Graf würde aber klüger gehandelt haben, wenn er diesen Prozeß um die Reute nicht mit solchem I Nachdrucke betrieben hätte; denn die Gegner seiner

schädigen würde.

Als „Arbeiter" kommen «ach obiger Dar­legung für die Sozialdemokratie lediglich die 5,955,000 in der Industrie thätigen Arbeiter in Betracht; die dagegen in der Landwirthschast br- schäfteten 5,627,794 Arbeiter, die allerdings zum größten Theit das sozialdemokratische Liebeswerben bisher „schnöde zurückgewiesen" haben, erfreuen sich nicht dieser sozialdemokratischen Fürsorge wie ihre StandeLgenoffen in der Industrie. Und doch ist die Lage der ersteren unter den jetzigen land- wirthschastlichrn Verhältnissen an vielen Orten eine ungleich schlechtere, als die letzterer, und ver­langt dringend eine Aufbesserung. Diese wird

zu gehen, ob denn der Nachkomme der für nicht ebenbürtig erklärten Modeste von Unruh auch wirklich als erbfolgeberechtigt in Lippe-Detmold anerkannt werden könne! Denn die Erbfolge­berechtigung nach dem Spruche des Schieds­gerichtes, dos i. I. 1897 unter dem König von Sachsen tagte, wurde unter anderem auch die Ebenbürtigkeit der Modeste von Unruh zurück- geführt. Hier steht Ansicht gegen Ansicht — in beiden Fällen die Ansicht einer höchsten Ent- scheidungsstelle, gegen die es eine höhere Berufung nicht mehr gibt. Und da sollen noch Zweifel vorhanden sein daran, daß die Errichtung eines Staatsgerichtshofes nöthig sei!

-4- Der Gesetzentwurf Mer di- private« Derftcheruus«« ist in der Berathung der

Lina gab keine Antwort, sondern rahm die Arbeit wieder aus; unausgesetzt klapperte die

VII. Kapitel.

Lina Rudhart saß an ihrer Nähmaschine. Sie hatte sich die Erlaubniß ihrer Kunden er­beten, ihre Arbeit mit nach Hause nehmen zu • dürfen, weil ihre Mutter, eine gichtbrüchige, kränkliche Frau, wieder einmal zu Bette liegen mußte. Ihre Maschine ging emsig, ebenso emsig ging aber auch die Zunge der Mutter. Sowie die alte Frau sich besonders leidend fühlte, ver­mochte sie nie ein Ende zu finden mit ihren Klagen. Weinerliche Betrachtungen über vrr- qargene bessere Tage wechselten dann ab mit Gejammer über ihre Kränklichkeit und über die Demüthigung, ihre Tochter um Tageslohn von Haus zu Haus auf Arbett ausgehen zu sehen. Lina war das Jammern so gewöhnt, daß sie dessen kaum mehr achtete. Wenn fie Abends er« Müvet heim kam mit den sauer erworbenen Mennigen, die neben dem Wittwrngehalt dazu dienen mußten, Mutter und Schwester zu unter- halten, und nur mürrischen Empfang fand, verlor sie ihren Gleichmuth doch nicht. Sie beklagte nur die Mutter, die, weil sie meinte, sich beson­ders elend fühlen müsse, um solche Reizbarkeit an den Tag zu legen.

Selbst dafür fand fie Entschuldigung, daß bie Mutter ibr die jüngere, hübschere Schwester weit vorzog. Rosa sei eben viel liebenswertster, dachte fie demüthig, nahm eS auch als etwasSelbstver- ständlichr? hin, daß auf Kosten ihrer Mühen und

Demroch aufwärts.

Roman von L. v. Neidrgg.

------ (Nachdruck verboten.)

aber nur möglich sein, wenn die Landwnthe m i Folge besserer Getreidepreife auch wirklich tm 1 Stande find, höhere landwirthschaftliche Löhne zahlen zu können. Oder sollen die ländlichen Arbeiter nach sozialdemokratischer Suff aff ung ein« fach ihrem Schicksal überlaffen bleiben?

„Aus rein praktischen Erwägungen" wollen die Sozialdemokraten bisher für nur industrielle j Schutzzölle eingetreten sein. Erne derartige praktische Erwägung möchten wir ihnen be­züglich der Industriearbeiter auch in der Frage der landwirthschaftlichen Schutzzölle ent« gegenhalten. Seit nunmehr einem halben Jahre schon macht sich in den Cmtren der Großindustrie \ ein wirthschastlicher Rückgang bemerkbar, dessen Folgen in steigender Arbeitslosigkeit und Lohn-1 reduktionsn sich bemerkbar machen, und besten i Ende vorerst nicht abzusehen ist. Diese Arbeits­losigkeit wird um so schlimmer, je mehr in Folge । niedriger Löhne andere bisher nickt thätige Fa­milienmitglieder, „die industrielle Reservearmee", wie die Sozialdemokratie fie nennt, zur Aufrecht­erhaltung der bisherigen Haushaltsführung ihre Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkte anb toten und oft um jeden Preis loszuschlagen bereit find.- Soll nun etwa die „Reservearmee" noch verstärkt werden, indem immer mehr auch ländliche Arbeiter sich der Industrie zuwenden, weil die Landwirthschast in Folge niedriger Ge- treid-preise zur Zahlung angemestener Löhne un­fähig wird? Und dies wird um so mehr der Fall fein, wenn die Landwirthschast gezwungen würde, in Folge mangelnden Zvll'chutz's den Getreidebau einzuschränken und etwa mehr der l Viehzucht sich zuzuwenden, die große Mengen von Arbeitern entbehrlich macht. Dürfte es unter diesen Umständen nicht praktisch sein, durch Zahlung einer Zollerhöhung auch den ländlichen Arbeitern eine zufriedenere Existenz zu ermsg- lichen und sich diese „Preisdrücker" aus der Industrie sernzuhalten?

Nicht dadurck, daß die Industriearbeiter durch eine maßlose Ämtation die Interessengegensätze auf die Spitze treiben, fördern sie, wie aus Vor­stehendem auch ersichtlich ist, das Gesammtwohl, lo^dern indem sie ihren Standesaenossen in der Land-Dirthschast das zukommen lassen, was sie für sich selbst beanspruchen. Wenn dis Sozial­demokratie im Gegensatz dazu durch ihre Agitatron gegen den landwirthschaftlichen Schutzzoll die In- ----,------------- .

teresfengegensätze schürt, so geschieht dies größten« Regentschaft b-nützen diese Gerichtsentscheidungen, theits aus taktischen Rücksichten. Nach sozial- um von neuem mit der Frage im Lande haufirm demokratischer Betrachtungsweise br- rohtt nämlich die Handelsfreiheit, welche jeden Schutzzoll verbietet, eine schnellere Verelendung der" Landbevölkerung, die bekanntlich am aller­schwersten sür die Sozialdemokratie zu gewinnen ist und führt eher den Zeitpunkt herbei, wo „die gegcnwärtigeWirthschastsordnungdersozialtstückkn ZukunstSgesellschaft weichen muß". EZ ist gut, von Zeit zu Zeit an diese sozialistischen Hintergedanken zu erinnern.

spannen." „ „. ,.

„Ich hatte gemeint, es müßte für Dich leichter sein wenn immer eine von uns bei Dir bleiben könnte, Mutter. Mit Deinen gichtgekrümmten Fingern kannst Du Dir ja so schwer Hfen. Näharbeit findet sich hier jederzeit; bie Städte­rinnen und die reichen Bauerntöchter geben unser­eins tüchtig zu thun. Ob Rosa aber leicht eme Stelle findet, wie Du fie wünschest, steht dahm.

„Freilich; weil Du so was nicht haben kannst,

zu Haden scheint.

„Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht das­selbe": so heißt jetzt bei den Sozialdemokraten der sonst von ihnen so heftig bekämpfte Grund- satz. Wenn die Industrie der Schutzzölle bedurfte, um ihre Existenz zu wahren, neue Ab« sotzgebiete auszusuchen und so ihren Arbeitern lohnende und dauernde Beschäftigung bieten zu können, hotte die Sozialdemokratie nichts dagegen einzuwenden; wenn dagegen die Landwirth- schast in ihrer jetzigen anerkannt schwie­rigen Lage durch einen Schutzzoll Rsttung vor dem weiteren Rückgang sucht, um anderer­seits angemessene Preise sür ihre Produkte er­halten und auch ihren Arbeitern gute Löhne zahlen zu können, dann, Bauer, ist das eitel Hab-, Bereicherungs- und Ausbeutungssucht auf Kosten der breiten Massen des Volkes". „Wahr ist", so hieß es kürzlich in der sozialdemokratischen Presse, „daß Sozialdemokraten sich des O-fterer-. im R-ichHtage und außerhalb befieiben für Schutz­zölle ausgesprochen haben. Ader immer nur durchaus bedingter Weise und niemals für Get-eide-, Vieh- und sonstige den Massen- lonju ? treffende agrarische Schutzzölle. Stets handelte es sich für fie nur um die Frage, ob einzelne Jndustriezölle geeignet seien, den Arbeitern zu nützen. Ein anderer Gesichts­punkt ist für sie nie in Betracht gekommen. Im Jahre 1877 war aus Bismarcks Antrag die Auttubuua der Eisenzölls erfolgt. Da nahm der sozialdemokratische Adveordn-te Bracks Anlaß, auszuführen, daß in solchen Fällen, wo durch Aufhebung industrieller Schutzzölle eine Industrie plötzlich bem AMavde gegenüber konkmrmmn- sähig und damit eine große Anzahl ihrer Ar­beiter brodlos gemacht werden würde, die Aushebung nicht gut zu heißen fei." Aehn- lich verfuhr die Sozialdemokratie seiner Zeit bei der Frage der Textilzölle. Der damalige sozial, demokratische Abgeordnete für Barmen erklär e sich sür Beibehaltung dieser Zölle mit der Be­gründung, daß igre Abschaffung die Textilarbeiter

Deutsches Deich.

Berlin, den 16. Januar.

st BieGH-ttrratzme der Kkssß Lothringer zu den Arbeiten des Reichstages bildete

BSRSS

„Der Vater würde gewiß nichts dabei finden, würde nur sagen: ich solle meine Kunden zusrieden- stelleu."

„Das ift's eben. Traberts Anna wird mehr gesucht als Du, höre ich, wird auch beffer be« zahlt." ,

„Ich habe soviel Arbeit als ich überhaupt annehmen kann," antwortete Lma mit leisem Anflug von Ungeduld; „aber,“ setzte fie sogleich hinzu, „vielleicht hat sie ja eine geschicktere Hand als ich. Mühe gebe ich mir aber und arbeite pünktlich; das wissen auch meine Kunden."

„Die Näherei ist halt eine schlecht bezahlte Arbeit," rebele die Mutter im gleichen klagenden Ton weitert. „Das weißt Du so gut wie eine und möchtest doch Rosa in dieselbe Tretmühle

Bezahlung!" seufzte die Matter.

Vater Dich sehen müßte, non Haus zu Haus laufend um Arbeit!"

lichen Gedul». „Es ist Sommerszeit, da läßt sich's ja machen."

Die Wohnung bestand aus dem Flur. , der zugleich Küche und Durchgang für andere Mieth. Parteien vorstellte, dem Zimmer, dos Wohn- und Schlafzimmer war, und einer kleinen Kammer, in der Roia schlafen durste, während die abge- arbeitete Lina bei Nacht die Sorge um bie Mutter übernehmen mußte.

„Welch einfältiger Gedanke!" rief die Rad« hart der Tochter nach, welche keuchend die schwer- Maschine hinausfchlrppte: „Du hörst mich dort nicht, wenn ich rufe."

Lina nahm eine alte Handglocke und stellte fie der Mutter zur Hand.

So, gute Mutter, die höre ich jedenfalls; das "Surren der Maschine belästigt Dich nun auch weniger. Ich bette Dich noch etwas höher ; da siehst Du vom Bett aus hinüber auf die Fercher, wo die hübschen Blumenstöcke stehen, und aus den Käfig mit dem lustigen Bogel; das '.st gleich unterhaltender."

Wenn Du nur immer Deinen Willen durch­setzen kannst," tadelte die Mutter, während das Liebeswerk mit sich vornebmen ließ. „Bist ja ein gutes Ding, nur furchtbar eigemvill^ . . . und dar in allem. Was mußt Du zum Beispiel Dein Herz an Karl Armbruster hängen, dessen hoffärtiger Vater nichts von Dir wiffen will? Alle Leute reden schon davon, urb der reiche Sonnen-Bäck, der Dich sonst vielleicht geheiratet hätte, schaut jetzt gar n'cht mehr nach Dir um. Der wäre doch was Rechtes gewesen!"

„Er hat ja auch vorher nicht nach mir ge»

Entbehrungen der verzogene Liebling eine höhere Ausbildung bekommen mußte.

Dumpie, stickige Luft erfüllte die Stube, in der Lina arbeitete; aller Staub und Lärm der Straße, alle üblen Gerüche drangen durch die offenen Fenster herein. Die alte Frau, die kaum ein paarmal im Jahre sich zur Küche schleppte, deren einzige Zerstreuung es war, dann und wann | am Fenster zu sitzen und die Vorübergehenden zu I mustern, ließ sich aber nicht bewegen, eine Woy-1 uung in freierer Lage vor dem Städtchen zu be­ziehen; lieber hielt sie in Dunst und Hitze aus. Den Lärm, den die schweren Lastwagen verur­sachten, die knarrend durch die enge, holperige Straße fuhren, behauptete sie nicht zu hören, hingegen konnte sie unausgesetzt fchelten über das Geraffel von Linas Nähmaschine.

Das Peitschengeknall eines vorübersahrenden Biersuhrmannes hatte fie aus dem Halbschlaf emporgeschreckt; weinerlich beschwerte sie sich aber über Linas Ungeschicklichkeit, die sich zum Arbeiten immer denjenigen Platz aussuche, van dem aus das Surren der Maschine sie am meisten be« lästigen müsse; man könne gerade glauben, daß sie die Mutter am Schlafen hindern wolle.

X fiTSlfoaS-Ä'.« * m« * K -.widnI°! .Wi- ge.n. ward, to prafk™, । «“ ■>"" ’"*“»

arme Mutter, wenn ich nicht der Frau Medizinal­rath d.e Arbeit auf heut' Abend versprochen

siebenten Kommission des Reichstages heute und gestern (Mittwoch und Dienstag) um eiu be­trächtliches Stück gefördert worden. Die Para­graphen 3 bis 5 wurden fast unverändert nach der RegierungsVorlage angenommen; es handelt sich in diesen Paragraphen um die Zulaffung zum Geschäftsbetriebe. Zu dem sechsten Paragraphen wurde ein von > em freisinnigen Abgeordneten Müller-Meininflen beantragter Zusatz angenommen, der folgenden Wortlaut hat: „Persorienvereinigungen mit ge­schloffener Mitgliederzahl, die sich auf die Ver- ficherung ihrer Mitglieder nach den Grundsätzen d« Gegenseitigkeit beschränken, fallen mcht unter dieses Gesetz." Sehr wichtig ist der siebente Paragraph, der die Gründe für die Versagung einer Konzession enthält. Die Debatte darüber gestaltete fick sehr eingehend, da eine große Anzahl von Anträgen vorlag. Die übrigen Anträge wurden schließlich zurück­gezogen zu Gunsten zweier Anträge der Abge- oromten Zehnter (Centrum) und Müller- Meiningen (freisinnige Volkspartei), die an bie Stelle einiger sehr dehnbarer Begriffe de« siebenten Paragraphen genaue Thatbestäude setzen wollen. Eine Abstimmung hat am heutigen Mittwoch noch nicht stattgefunbm.

4- Di- s«Kiz - OsmMisfistr des Reichs­tages, welche sich mit derAenderung berStraf- prozeß-Ordnung beschäftigt, hat den § 55 a bttr. Berechtigung der Redakteure zur Zeng- niß-Verweigerung unter folgenden Besinn« mungen angenommen: „Begründet der Inhalt einer periodischen Druckschrift den Thatbestand einer strafbaren Handlung, für welche § 20 Ab­satz 2 des Preßgeletzes vom Mai 1874 für bie verantwortlichen" Redakteure maßgebend ist, so find Verleger, Redakteure und das gesammte Hilfspersonal berechtigt, ihr Zeuoniß über die Per­son des Versaffers und Einsenders zu verweigern.

ft Bei dem gestrigen Empfang der Abordnung des Vorstandes des preußischen

Vextzandes, welchem der Minister des Innern v, Rheinbaden und Ches des Civilkadinets v. LakarmS beiwohnten, überreichte der Führer der Abord­nung, General von Spitz, dem Kaiser de« Be« ttag von 120,000 Mark, welche von den Mtt- gliedern des preußischen Krieger Vereins zu emer Stiftung, die den Namen: „Preußnche ■ Krieger-Stiftung Wilhelm II." führen wird und bezweckt, aus den Zinsen des Kapital« i am 18. Januar jeden Jahres würdigen und be­dürftigen Kriegstheilnehmern und deren Hmter- bliebeneu eine'Unterstützung zu gewähren. Auf die Ansprache des Generals von Spitz au de« kaifrr erwiderte dieser, daß ihn die Ides enter Stiftung zur Erinnerung an den Tag der Be- qründnvg des Königreich? Preußen sehr chm- pathisch berühre, denn eine Stiftung, welche be« iimmt fei, Roth zu Imbern und Thränen zu trocknen, fei viel b sftr geeignet, bie E inner«i« an diesen Tag wach zu halten, als jede anctre Widmung, weiche ihm, dem Kaiser, barg-bracht worden wäre. Ganz besonders habe ihn öte i Höhe der Summe überrascht, welche die Kame­raden zusammengebracht haben. Es freue tdn, daß die Msicht bestehe, das Grundkapital ferner, hin zu verhä ken. Gern konstatire er bei dieser

Maschine weiter.

„ . „Es ist wirklich nicht auszuhalten, fiel nach

Das ewige Arbeiten und keine ordentliche einiger Zeit, während der sie leise geächzt hatte, LL " teufcte bie Mutter. .Wenn der | die Mutter ein. 1

„Dann will ich bte Maschine au| oen Amr tragen," sagte Lina mit der gleichen unerichütter-