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Muröa, Donnerstag, den 10. Januar 1901
28. Jahrgang.
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läßlich. Ich für meine Person gehe lieber solchen um, die etwa« auf mich halten, al« mit diesen Merk«, denen wir Staub unter Füße find."
„Dem alten Doktor und Herrn Julius?
Die Chinavorlage steckt, wie bekannt, noch in der Budgetkommission. Aber lange wird die Kommission nicht mehr damit zu thun haben, so daß das Plenum des Reichstages wahrscheinlich in etwa vierzehn Tagen die zwette und die dritte Lesung dieser Vorlage wird vornehmen können. Die Heren Bebel, Singer und Genoffen werden dabei noch einige Brandreden halten, ohne den gerinsten Eindruck auf den Reichstag oder auf die Regierung damit heroorzurufen, und dann wird die Chinaoorlage im allgemeinen in der Form angenommen werden, wie die Regierung sie eingebracht hat. Rur in demjenigen Theile der Vorlage, der die Kostendeckung behandelt, wird verschiedenes geändert werden; und außerdem muß ausdrücklich in dem Gesetze ausgesprochen werden, daß die Verbündeten Regierungen Indemnität für das Voraufzegangene beim Reichstage nachsuchen und erhalten. Diese grundsätzlich sehr wichtige Bestimmung fehlt in I dem ursprünglichen Regierungsentwurfe. Große und begeisterte BewilltgungSfreudigkeit wird in der zweiten und in der dritten Lesung der Chinavorlage ebenso wenig zu spüren sein, wie in der ersten Berathung und in der Budgetkommission.
Von dem Entwürfe des ReichshauS- haltS-Etats wurden einige Theile, ohne in die Budgetkommisfion zu gehen, sofort im Plenum des Reichstages berathen. Sie werden unmittelbar nach den Gesetzentwürfen über das Urheber- ■ recht uns das Verlagsrecht an die Reihe kommen, da es gegenwärtig an geeignetem Berathungs- stoffe für das Plenum fehlt. Denn die See- mannsordnung steckt in der Kommission, die angekündigten Gesetzentwürfe über die Be- steuerung derSchaumweine, der künstlichen Süßstoffe und die Novelle zum Wringe setze sind noch gar nicht eingebracht. Es ist gerade, als gehöre die pünktliche und rechtzeitige gesetzgeberische Arbeit der Regierung in neuerer Zeit zu den Unmöglichkeiten. Gerade diese Entwürfe würden jetzt in erster Berathung erledigt und an Kommissionen verwiesen werden können, um alsdann noch vor Ostern verabschiedet zu werden. Alsdann würde es wahrscheinlich möglich gewesen sein, den Reichstag vor Ostern noch zu schließen oder aber bis zum Herbste zu ver- tagen, und durch eine solche Abkürzung der Be- rathungen würde man dazu beigetragen haben, . bte Parlamentsverdroffenhrit der Mitglieder des , Reichstages ein wenig zu mildern. Denn eS :
Im Allgemeinen ersieht man aus der voraufgegangenen Aufzählung der gesetzgeberischen Stoffe, daß große Aufregungen dem Reichstage diesmal nicht beoorstehen. Und da es nun in Folge des verspäteten Einlaufens der Regierungs-Entwürfe nicht möglich sein wird, die Berathungen bis zur Osterzeir zu Ende zu bringen, darf man jedenfalls annehmen, daß dies bis zum Pfingstfeste möglich sein werde. Denn auf eine Verabschiedung des großen Sensationsstückes, auf das man anfänglich für diesen Winter gerechnet hatte, nämlich des neuen Zolltarif-Gesetzes, ist bk- I kanntlich innerhalb des laufenden Tagungs - Abschnittes durchaus nicht mehr zu rechnen. Es handelt sich dabei, genauer gesprochen, um zwei Gesetzentwürfe, um den eigentlichen Zolltarif und um das Zollgesetz; und nach dem Anscheine, den die Sache jetzt genommen hat, wird erst der Bundesrath gegen Ostern hin in der Lage fein, die eigentliche Berathung dieser Gesetzentwürfe vorzunehmen. Die glücklichste Lösung der Frage würde ohne Zweifel die sein, die erste Berathung der Zollgesetze noch vor Pfingsten vorzunehmen, alsdann die Gesetze einer Kommission zu überweisen und den Reichstag bis zum Herbst zu vertagen, um alsdann die Berathung zu Ende zu führen. Allzu viel Spielraum für die Berathung dieser Gesetz- entwürfe ist gar nicht mehr vorhanden; und sie bedürfen einer ganz besonders bedächtigen und gründlichen Behandlung.
Der evangelische Oberkirchenrath hat einen Erlaß c.n die Konsistorien gerichtet, wonach auf Anordnung des Kaisers für den 18. Januar in allen evangelischen Kirchen ein Fest- gottesdienst stattfinde» soll. — In gleicher Weise ist von verschiedenen (wahrscheinlich von allen) bischöflichen Ordinariaten Preußens ein Erlaß in Betreff der Feier in den katholischen Kirchen ergangen.
X Der angekündigte Gesetzentwurf über die Nersorg«»« der Ttzett«-H«er der Kyina- Expedition und ihrer Hinterbliebenen ist dem Bundesrathe nunmehr zugegangen und wird diesen letztern schon morgen (Donnerstag) beschäftigen. Rach dem ersten Paragraphen dieses Gesetzentwurfes werden auf die genannten Personen die Vorschriften angewandt, die auch für die Angehörigen der Schutztruppen und ihre Angehörigen gelten. Jndeffen sollen nach dem j Entwürfe noch besondere Beihilfen gewährt werden, nämlich für die Wittwe eines Sub-
Derrnoch aufwärts.
Roman von L. v. Neid egg.
------ (Nachdruck verboten.)
Die Interpellation ist eingebracht von dem Abgeordneten der Stadt Köln, dem Rechtsanwalt Trimborn, unterstützt von sämmtlichen Mitgliedern der Centrumsfraktion des Reichstages. Es wird höchste Zeit, daß diese Unsitte des Duellzwanges gründliche und nachdrückliche Besprechung im Reichstage finde.
X Aus Anlaß der Feier des zweihundert- jayrig-rr Kesteheus des KSnigreichs Zfireuhen ist den Oberprästdenten der nachstehende Erlaß zngegangen:
Berlin, den 6. Januar 1901. Der Minister des Innern.
I e 11 1. Aug.
« Der Reichstag.
Am Dienstag hat der Reichstag seine Berathungen nach der Weihnachspause von Neuem begonnen. Der Stoff, dem diese erste Berathung nach den Ferien gewidmet ist, ist nicht danach angethan, das allgemeine Jntereffe auf sich zu ziehen. Es handelt sich um eine neue Regelung des urheberrechtes und des Verlags, rechtes, geht also eigentlich nur die Schrift- steller, Künstler, Tondichter, Verleger von Zeitungen und Zeitschriften etwas an. Dazu kommt, daß in den Gesetzentwürfen große grundsätzliche Fragen nicht berührt werden. Auch in diesem Falle wird wieder die Kommission die Hauptarbeit zu leisten haben.
stellt, daß die Ergebnisse dem Wahlkolleaium mttaetbeilt ■ • . ««IW™ DUV»
und daß daraufhin biejenigen Aspiranten, "ie S^lluüg Feldwebels oder Unterarztes 426, eines gegen ben Zweikampf genommen haben, nicht gewählt Sergeanten oder Unteroffiziers 348, eines Sol- worden baten 270 Mark. Außerdem find entsprechend«
Unterstützungen vorgesehen für jedes vaterlose Kind und auch für Eltern und Großeltern von solchen Angehörigen des Heeres, bte in oder durch die China-Expedition ihr Leben verloren haben. Die oberste Verwaltungsbehörde ist hinsichtlich der Angehörigen der Marine der Reichskanzler bezw. das Reichsmarineamt, im übrige« das preußische Kriegsministerium. Natürlich soll das Gesetz auch rückwirkende Kraft erhalten.
st Die Aohkeuvoth bildet den Gegenstand eines Antrages, den nach vorher gegangener Ankündigung die beiden konservativen Fraktionen im preußischen Abgeordnetenhause eingebracht haben. Der Antrag will die Regierung ersuchen, die geeigneten Maßnahmen zur Beseitigung der Mißstände bei dem Verschleiße der Kohlen und zur Verhütung weiterer Schäden zu ergreifen. Thatsächlich bleibt trotz der voraufgegangene» wiederholten Verhandlungen über denselben Gegenstand gerade noch für Preußen und die preußisch« Regierung sehr viel darüber zu reden übrig.
I Bei dieser Gelegenheit wird man hoffentlich auch genauem Aufschluß erhalten über das geplante oberschlefische Kohlensyndikat, an dem auch di« staatlichen Bergwerke sich berheiligen wollen.
h Aas nette Scharruttveiusteuer - Gesetz steht auf der Tagesordnung der Sitzung deS Bundesrathes an diesem Donnerstag. Endlich I । Es ist demnach zu hoffen, daß es im Laufe der nächsten Tage an den Reichstag gelangen werde. Wann das Gesetz über die Besteuerung künstlicher Süßstoffe erscheinen wird, ist noch unbekannt.
* liebet die Aunattditäksverstchertmg für 1899 find die Rechnungs-Ergebniffe jetzt de« Reichstage mitgetheilt worden. Danach habe« die Ausgaben betragen 56 983 767 Mark. DaS find 7 Millionen Mark mehr als im Vorjahre. Die Entschädigungsbeträge haben darunter betragen 49099114 M. gegen 42605 959 M. im Vorjahre. Insbesondere find gewachsen die Invalidenrenten von 19 407 400 M. auf 24074208 Mark. Aber auch die Beitragserstattungen in Fällen von Verheirathungen und in Todesfälle» haben sich vermehrt. Die Kosten des Heilverfahrens betrugen 3714496 M. gegen 2460148 Mark im Vorjahre. Die wirklichen Einnahmen betrugen 137 912164 M. Das sind
„Nein, nein," oetbefferte Dr. Julius Merk. „Ihr dürft nicht übertreiben, Regine. Der Vater hat den Zustand der Frau Armbruster nur ernst genannt."
„Bemühen Sie sich nicht, die Wahrheit zu verschleiern, Herr Doktor," erwiderte Helene bitter. „Ich fände e« weichlich, mir verhehlen zu wollen, daß die Mutter verloren ist."
„So dürfen Sie nicht denken," widersprach Dr. Julius Merk. „Wo wir Aerzte keinen Ausweg sehen, tritt bisweilen der liebe Gott ein, und seine Weisheit hilft unserem geringen Können nach."
„Da habt Ihr Recht, Herr Doktor," lobte die Alte und klopfte ihm treuherzig auf den Arm. „Das ist schön gesprochen. Der liebe Gott wird eine so brave Frau wir Eure Mutter nicht verlassen, Fräulein Helene. Mau muß nur recht beten. Bittet auch die armen Seelen um ihre Fürbitte. Mir haben sie immer geholfen."
„Eure Schwester hat aber trotz der Fürbitte doch sterben müssen," meinte Helene spöttisch.
Der junge Arzt schüttelte den Kopf über die unfreundliche Rede. Die Zuversicht der alten Frau blieb jedoch unerschütiert. „Recht haben es die armen Seelen doch gemacht," bestand sie. „Mir haben sie die Gnade et betet, mich geduldig in Gottes Willen zu fügen; der Theres', daß sie ergeben zur ewigen Ruhe emgegangen ist."
„Ja, freilich, wenn Ihr es so auffaßt!" lachte Helene bitter; doch enthielt sie sich weiterer abfälliger Bemerkungen. In ziemlich trockenem Ton schlug sie der alten Frau vor, sich nun rasch den Fuß verbinden zu lassen, da sie Ecke habe, zur Mutter zurückzukehren.
Vater, rote entgegenkommend find die doch immer I" „Sie sind höflich, wie man e« gegen Tieferstehende ist. Und sie, die Frau Doktor, ist ein hochmüthiges, döse« Weib, stolz wie ein Pfan! Ich weiß recbt wohl, roa« ich der Madam verdanke, vergesse ee ihr nicht."
- Helene kannte der Vater« zornig aufbrausende Art und ließ ihn sich eu«toben, ehe fragt
Helene verzog das Gesicht. Sie dachte bei sich, darin jedeufalls habe der Vater Recht, wenn er der Mutter übertriebenen Eifer im Dienste der Armen vorwerfe. Wozu denn heute, wo es im Hause so mancherlei zu thun gab, sich auch noch um die alte Äettelfrau bemühen? Jndeffen um nichts in der Welt hätte sie in diesem Augenblicke einen Wunsch ihrer Mutter unbe- rückfichtigt gelaffen; wenn auch widerwillig, trat sie sofort öen Weg zur alten Regine an.
Au- der wackeligen, schadhaften Holztreppe, bte nach deren Kämmerchen hinaufführte, tönte thr aus diesem eine bekannte Stimme entgegen. Die alte taube Frau mußte also Besuch haben. Obwohl Helenens Hand schon dir Thürklinke be»
2nr$!e ^ne Bewegung umzukehren; I unwiderstehlich zog sie eS jedoch h nein. Sie öffnete die Thüre
Es war ein höchst ärmliches, wenig reinliches xannnerchen, in das sie trat. Die alte Regine °e atz wohl hervorragende Tugenden, Sauberkeit yatte aber nie dazu gehört. Sie saß aufrecht in recht unordentlich aussehenden Bette, aus b^ ?e?er Eintretenden da« runzlige Gesicht mit
^.en' freundlichen Augen zuwandte. Ein g t, den besseren Ständen angehörender Mann, am Bette saß, stand bei Helenen« Eintritt
Zr seinen Platz zu überlassen.
die 'am ,?ie, seht'« doch Eurer Mutter?" rief m-r 5 » thetlnehmend. „Der Herr Doktor hat r ^en gesagt, er ?.,nde schlecht mit ihr." ।
„Das habe ich besorgt," fiel Julius Merk ein. „Ich weiß, Ihre Mutter hat es bis jetzt gethan; da ich durch den Vater aber von ihrer Krankheit hörte, meinte ich, sie vertreten zu dürfen. Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen dadurch ins Handwerk pfuschte; es geschah in bester Absicht, Ihnen eine Mühe zu sparen."
„Ich bin Ihnen im Gegentheil sehr dankbar, Herr Doktor," versicherte Helene. Ein feine» Roth war in ihre Wangen getreten. Sie hielt die Augen gesenkt, um deren freudiges Aufleuchten zu verbergen. „Da kann ich also getrost gleich nach Hause gehen. B'hüt Gott, Regine. Guten Abend, Herr Doktor."
„Saget nur der Mutter, ich wolle recht beten, daß Gott alles so schickt, wie es zu ihrem Besten I ist," rief ihr Regine nach.
Auch Dr. Merk hatte sich erhoben. Er reichte der Alten die Hand und folgte Helene hinunter.
„Wir erquickend ist doch die echte Frömmigkeit, der naive Kinderglaube der alten Regine!" bemerkte er zu dem jungen Mädchen.
„Ja," seufzte diese. „Sie ist immer mit allem zufrieden, die Glückliche! Wer es doch auch so träfe wie sie!"
„Sie ist durchaus kein ideales Wesen", redete der Arzt weiter, seinen Gedankengang verfolgend, „ihre Hände find so schwarz wie ihre Wäsche. ."
„Darin ist fie unverbesserlich", unterbrach ihn Helene lächelnd. „Die gute Mutter hat ihre Gesundheit eingesetzt, um etwas Reinlichkeit in die Kammer zu bringen. Mit der alten Regine selbst hat fie aber nicht das geringste ausrichten können."
Auch der Doktor lachte. „Was Sauberkeit anbelangt, würden selbst die armen Seelen bei der nichts erreichen", meinte er. „Dennoch — schwarz!
»Was hat der Herr Reichskanzler gethan, um diejenigen Stellen, welche in Verletzung der von dem Herrn preußischen Kriegsminister in der Sitzung des Reichstages vom 11. Dezember 1897 mitgetheilten allerhöchsten Befehle die fraglichen Offizieraspiranten über ihre Stellung zum Zweitampfe befragt, oder Erkundigungen über fie einzogen, oder welche über die Ergeb- wffe dieser Fragen oder Erkundigungen bei dem Wahlakte Mittheilung gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen?'
.. »Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu thun, um die Wiederkehr solcher Fälle zu verhüten?"
Deutsches Deich.
Berlin, den 9. Januar.
+ Je* Auekk Zwang im rkorps hat fich, wie berichtet, erst ganz kürzl;^ in der unliebsamsten Weise bemerkbar gemacht i-> einem Kölner Falle. Drei junge Leute aus Köln wur- den nicht zu Reserve-Offizieren gewählt, weil fie den Duellzwang für sich nicht anerkennen wollten: und es blieb bei ihrer Ablehnung, obwohl der Kriegsminister das erste Wahlergebniß aufhob und eine zweite Wahl anordnete. Mit den genannten drei Herren ist ein förmliches Verhör angestellt worden: ob fie einer katholischen Studenten-Ver- bindung angehörten und bergt, mehr. Gleich im Anfänge, als der unliebsame Fall bekannt wurde, ist in diesem Blatte darauf hingewieseu worden, daß er höchst wahrscheinlich im Reichstage besprochen werden würde. Jetzt hat das Cent rum eine Interpellation darüber im Reichstage eingebracht. Dieselbe lautet:
»Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß zur Vorbereitung einer am 4. Januar 1901 in Köln angestandenen Wahl zum Reserveoffizier den allerhöchsten Befehlen zuwider Nachforschungen über die grundsätz-
liegt klar auf der Hand, daß die übermäßig I licht Stellung des Aspiranten zum Zweikampfe ange- i altemoftiner« nhor «wi* Knn
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Uebermüdung und damit auch an dem sogenannten Absentismus der Reichstagsabgeordneten, also an dem in neuerer Zeit allermeist so mangelhaften Besuche des Reichstages. Es ist recht sehr zu wünschen, daß Reichskanzler Graf Bülow auch in diesem Punkte Wandel schafft und für schneidigere Arbeitsleistung innerhalb der Retchsämter sorgt.
11 Millionen Mark mehr als im Vorjahre. Der Berrnögensbestand der Anstalten belief fich am Schluffe des Jahres auf 701583 530 Mark. Davon waren angelegt in Werthpapieren zum Ankaufspreis 672 505 Mk. gegen einen durchschnittlichen Zinsertrag von 5,50 Prozent. Der Werth der Grundstücke am Schluffe deS Jahres betrug 14801507 Mark.
* Die Nechrruugsergevrriffe der Aerufs- genossen schäfte» find dem Reichstage für 189» jetzt mitgetheilt worden. Danach umfaffen di« BerufSgenoffenschaften in 5144 374 Betrieben 17847642 versicherte Personen. Davon dürsten indeffrn P/a Millionen gleichzeitig in gewerbliche« und landwirthschaftlichen Betrieben beschäftigt und verfichert fein, als doppelt erscheinen. Die Ent- und rußig wie sie ist, hat sie für mich etwas ungemein Gewinnende« durch die reine Kinderseele, die ihr au« den Augen guckt. Sie ist da« Bild jufrtebener Armuth. Aber da find wir schon an Ihrer Thür, Fräulein Armbruster. Ich «A wünschen, daß Sie Ihre Mutter in Hoffnung«- [ vollerem Zustand finden. Nicht Regine allein, sehr 1 viele nehmen Antheil an Ihrer Sorge."
Er ging weiter. Helene, in der Thürbrüstnnt halb verborgen, sah ihm nach: „Viele nehmen Antheil an Ihrer Sorge, viele, hat er gesagt I" Sie lächelte still in fich hinein, schüttelte dann rote abwehrend den Kopf und lief die Treppe hinauf.
Der Vater, der fie hatte kommen sehen, trat aus seiner Thüre. „Mit wem bist Du gegangen?" fuhr er fie an. „Mit Dr. Merk etwa?"
„Jawohl. Ich bin ihm bei der alten Begine begegnet, und er begleitete mich hierher. E« thnt wohl, einmal mit einem gebildeten, gefitteten Menschen zu verkehren, statt immer nut Blanken- hornr rohe Spässe anhören zu müssen."
„Laß Deine beständigen Aurfälle auf Blanken- Horn! Fein ist er freilich nicht, dafür aber ver-
Setne Majestät der König haben durch die in beglaubigter Abschrift beigefügte Allerhöchste Ordre vom 2. d. M. zu bestimmen geruht, daß am 18. Januar d. I. zur Feier des zweihundertjährigen Bestehens des Königreichs Preußen die Staatsgebäude befiaggt werden und daß an allen Orten, in denen am 18. Januar d. I. aus Anlaß dieser Gedenkfeier eine allgrmetne Illumination stattfindet, die fiskalischen Gebäude, soweit fie nicht als Dienstwohnungen benutzt werden oder nach ihrer Zweckbestimmung zur Erleuchtung ungeeignet sind, für Rechnung des Staates erleuchtet und die bezüglichen Kosten auf die betreffenden Bureaubedürfniß- fonds angewiesen werden, wogegen die Kosten der Erleuchtung der Dienstwohnungen von den Inhabern derselben zu tragen find.
Ich, der Miniftcr des Innern, ersuche in der Erwartung, daß bicir Behörden sich an der Beflaggung und der Jllumiv -on betheiligen werden, die Provinzial- und Kon malbehörden, von der für die Staatsbehörden ergangenen Allerhöchsten Anordnung Kenntniß zu geben, auch dafür Sorge zu tragen, daß diese Anordnung i > weiteren Kreisen bekannt wird.