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KuldaerMZeitung

mit Anterhattungs -Mcikage „Muffrirte Sonntags-Zeitung

ver«tt»-»tlich: FSr di« Rrtaktion I«k- »«uw, fit jRferate I. par,ell«r in Jutta.

trat und Verlag der Jnldacr Actiendrngeret petersgaffe Rw. 2 (Mrmonte).

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IrrLHa, Dienstag, den 8. Januar 1901.

28. Jahrgang.

0 Krisen und Spaltungen innerhalb der Sozialdemokratie.

Das Thema von der Spaltung der sozial­demokratischen Partei in zwei oder mehr getrennte Heerlager ist nicht mehr neu. Sogar in Reden des Abgeordneten Bebel hat der Gedanke einer solchen Spaltung bekanntlich schon eine Rolle ge­spielt. Herr Bebel sprach davon in zwei Der- sammlungSreden des Jahres 1899. Er sagte damals, wenn die Sozialdemokraiie nicht ganz energisch gegen gewisse Ünterftrömungen vorgehen wollte, würde ihre Zerfall in zwei verschiedene Parteien nur eine Frage der Zett sein.

Es ist bedenklich, wenn es schon so weit in einer Partei gekommen ist, daß eigentlich die äußere Parteigewalt das Ganze zusammenhalten muß, nicht die innere Einheitlichkeit in Aussichten und Ueberzeugungen. Denn mit Taktik allein kann man auf die Dauer die Maffen nicht fesseln und führen, kann man nicht eine fortlaufende und erfolgreiche Politik treiben, auch nicht allein durch die Uebereinstimmung in bestimmten Ver­neinungen. Das beste und überzeugendste Bei­spiel dieser Art in der neuesten Zeit ist die Ent- wickelungsgeschichte und der Zusammensturz der Fortschrittspartei und späten Deutschfreisinnigen Partei.

Wenn nun innerhalb einer Partei in den leitenden Grundsätzen so ganz verschiedenartige Anschauungen sich geltend machen, wie wir dies bei der Sozialdemokratie im Falle Bern­stein beobachtet haben, als Herr Bernstein in London gegen die Berelendungslehre zu Felde zog und unzweifelhaft nachwies, daß der Wohlstand der Mussen unter der Herrschaft der bürger­lichen Gesellschaftsordnung zunimmt, dann kann es aus die Dauer nichts helfen, wenn an der rein äußerlichen Rücksicht auf den Zusammen- halt oer Partei heraus solche Riffe in der Ein­heitlichkeit der Anschauungen künstlich verkleistert werden. Der Zwiespalt muß über kurz oder lang doch wieder heroorbrechen. Und je länger et künstlich verkleistert worden ist, desto schärfer wird er im gegebenen Augenblicke wieder sein.

Einer derjenigen Punkte, tie in der jüngsten Zeit am häufigsten Anlaß gegeben haben zu Betrachtungen über die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis bei der Sozialdemokratie, ist das Gebahren sozialdemokratischer Unternehmer. Die sächsischen Arbeiterkonsumvereine mit ihren Riesendividenden für die Genoffenschafter und ihren Hungerlöhnen und übermäßig langen Ar­beitszeiten für die Angestellten — die verschiedenen sozialdemokratischen GenoffenschastSbäckereien in Berlin und anderwärts mit genau denselben Er­scheinungen — und endlich der Fall Schönlank in Leipzig sind die geläufigsten Beispiele dieser Art. Der Abgeordnete Dr. Schönlank, Verleger der sozialdemokratischen .Leipziger Volkszeitung', hat sich dem Wunsche der sozialdemokratischen Parteileitung nicht gefügt: er hat die bei ihm ausständig gewordenen Schriftsetzer nicht wieder in Arbeit genommen, sondern hat die „Streik­brecher" behalten, die entgegen dem Losungs­worte des SetzeroerbandeS bei ihm eintraten, als der Streik in seinem Geschäfte auSbrach. „Der «___________

Dermoch aufwärts.

Roman v»n L. ». Reidegg.

2 ------ (Nachdruck verboten.)

Da Armbruster aber kein Jnterrffe für die Tugenden oder Fehler der verstorbenen Frau Blankenhorn an den Tag legte, fing dieser von der nächsten Wahlversammlung in Waldkirch zu reden an, bei der sein Freund, der LandtagS-Ab- -geordnete Rohrwaffer, sich einfinden wolle, ein Mann, den Armbruster kennen lernen müsse, da gescheidte Leute nie die Gelegenheit versäumen sollten, einander näher zu treten. Man erzähle sich, daß bei der demnächst in Wöhrnang statt- zusindenden Versammlung der Gegenpartei der junge Dr. Me k als Redner aufzutreten beab- fichtige. Wenn er dem alten Parlamentarier Rohr- waffrr gefährlich zu werden glaubte, würde er sich wohl getäuscht finden.

„Vielleicht kandidirt er selber für die Wahl, er ist reich und kann's sich leisten; der Alte kann ihn auch recht wohl entbehren."

..Dem wollte ich die Suppe gründlich ver­salzen!" rief Blankenhorn. „Kann den Kerl ohne­hin nicht leiden."

Die Männer politifirten noch eine Zeit lang weiter. Beide huldigten äußerst fortgeschrittenen Ansichten; nur äußerte Armbruster die seinen in maßvollerer Weise, während Blankenhoru ein rück» stchtsloser Draufgänger war. Bis zu einem ge­wissen Grade verstand er aber, sich dem gebil­deteren älteren Freunde unterzuordnen, ging selbst so weit, sich zu dick aufgetragenen Schmeicheleien z« versteigen, die der andere sich gefallen ließ.

Standpunkt solcher sozialdemokratischer Arbett- geber ist genau so verdammenswerth wie der irgend eines brutalen Kapitalisten" — so urtheilt der sozialdemokratische Abg. von Elm in den .Sozialdemokratischen Monatsheften' von seinem Leipziger Genossen Schönlank und von allen an­deren Genoffen, die es ebenso machen. Und auch Herrn von Elm kommt bei seinen Betrachtungen darüber der Gedanke, es sei möglich, daß sich die sozialdemokratische Partei eines Tages in zwei Tyeile spalte. Man sage doch also ja nicht, daß dieser Gedanke nur von den Gegnern der Sozialdemokratie aufgebracht sei und ver­folgt werde. Er hat bereits in den Reihen der Sozialdemokratie selbst eine bleibende Stätte ge- funoen, und Führer der sozialdemokratischen Parte, sind eS, die bereits so sehr von ihm beeinflußt werden, da sie eS nicht über sich ge­winnen können, ihn still für sich allein auszu­denken, sondern sich gedrängt fühlen, mit ihm heroorzutreten an die Oeffentlichkeil.

Richt minder beginnt es zu kriseln in den Kreisen der Arbeiter. Die sozialdemokratischen Maurer-Organisationen gehörten bisher zu den festesten Stützen der Partei; und nun be­ginnt es gerade vei ihnen abzubröckeln, und zwar am stärksten in Hamburg. Dort haben sich schon zwei abtrünnige Maurer-Vereinigungen ge­bildet: der Verein „Humanität" und der „Freie Maurer-Verein". Die von der „Humanität" sind unzufrieden mit der Verwal­tung der Angelegenheiten der Partei; die Leute vom „Freien Maurer - Verein" wolle» sich nicht der von oben herab vorgeschriebenen Maßregel fügen, daß die Akkord-Arbeit im Maurer-Gewerbe gänzlich befehlt werde. Was bedeuten diese Vor­gänge? ES find deutliche Anzeichen dafür, daß die Arbeiter allmählich ein Berständniß gewinnen für die Gewaltherrschaft, für die Beraubung an ihrer persönlichen Freiheit, welche die Sozialdemo­kratie über sie verhängt. Und ist dieses Brrständ- niß erst Einigen von ihnen auf gegangen, dann werden Andere bald nachfolgen.

Auch die Mäßigkeitsbewegung macht den Herren Obergenaffen Verlegenheiten^ Gerade Kneipwirthe und Zigarrenhändler wählte man bisher zu Vertrauensmännern der Partei; es ist ja auch ein recht behagliches Dasein, als Wirth oder TabLkhändler von den Arbeitergroschen er­nährt zu werden! Da kommt nun die Mäßig­keitsbewegung, und natürlich sehen die vernünftigen Arbeiter ein, daß möglichste Enthaltung von Spirituosen und Tabak durchaus in ihrem Vor­theile liegt. Aber was sollte aus den Vertrauens­männern werden, wenn niemand mehr trinken will? Darum geht die Taktik des Partetvor- standeS gegen die MäßigkeitSbewezunz — es wäre ja auch gar zu schade, wenn die Arbeiter endlich einsehen würden, daß der Schnaps und der über­mäßige Biergenuß ihr Verderben ist, ihr körper­liches und wirthschaftliches Verderben und wenn infolgedeffen wieder einige Hunderttausende von ihnen „zufrieden" werden sollten!

Schlecht muß es dem Arbeiter gehen, dann ist er Futter für die sozialdemo­kratische Partei. Mit dem Arbeiter, dem es gut geht und her zufrieden ist mit seinen Ver­hältnissen. kcmn die Sozialdemokratie gewöhnlich MWWSNSSNM^MWWWSWSWNWWW^WM

Als sie miteinenber fich zur Genüge als Arelt- verbefferer aufgespielt hatten, kassirte Blanken- hsrn noch einen ziemlich bedeutenden Betrag für allerhand geleistete Zufuhr von Armbruster ein, deffen Zahlung jenem nicht gerade leicht zu fallen schien, worauf er den Heimweg einschlug.

Mit der Arbeit wollte es aber heute im Kontor nicht vorangehrn; Karl zeigte solche Zerstreutheit, daß der Vater nach rücksichtslos scharfem Verweise ihn für den Nachmittag entließ.

Des jungen Mannes Wangen brannten, feine Hände zitterten vor zorniger Aufregung, während er die Papiere ordnete und einschloß. Kein Wort kam über seine Lippen.

„Waschlappen!" murmelte ihm der Vater übellaunig nach.

Unwillig wandte fich Karl um. 8s verletzte ihn, daß der Vater als Mangel an moralischem Muth auslegte, was den schwer errungenen Sieg über das rechthaberische, heftige Temperament bedeutete. Aber freilich, warum sollte es ihm besser ergehen als der Mutter, neben der der Vater ein langes Leben hergegangen war, ohne sie zu verstehen? „Ich bedauere, daß Du mich so wenig kennst," bemerkte er nicht eben freundlich, als er die Thür hinter sich zuwarf.

Die Ehe der Eltern war keine glückliche zu nennen. Aus blinder Leidenschaft auf der einen, Berechnung auf der anderen Seite eingegangen, mußte sie nothwendig an Enttäuschungen reich werden. Stillschweigend verlobt mit einem armen Mädchen aus angesehener bürgerlicher Familie, war Armbruster in jungen Jahren nach Frank­reich gekommen, sein Glück zn suchen. Das Glück ließ fich aber nicht rasch erjagen; es mußte Schritt

nicht viel anfangen. Wann wird es endlich hell werden in den Reihen der Arbeiter? Wann werden die Dummen endlich alle geworden sein?

Deutsches Keich.

Berlin, den 7. Januar.

* Das ZerttralKsmitee für die Heverak- verfammlnngesr der Katholiken Ienlfch- tands trat am 28. Dezember v. I. zu Mainz zu einer Sitzung zusammen. Zu dem vorgelegten Rechnungsbericht über die Katholikenversammlung in Bonn wurde mitgetheilt, daß das durch den Bau der Festhalle entstandene Defizit am Otte gedeckt ist. Die ebenfalls oorgelegte Rechnung über die deutschen Jubiläumspilgerzüge nach Rom ergab ein erfreuliches Resultat; dem hl. Vater hat eine ansehnliche Summe als Peterspfennig überreicht werden können. Nachdem auf die Ab­haltung der nächsten Katholckenversammlung in einer Stadt Bayerns verzichtet werden mußte, dieselbe auch im übrigen Süddeutschland nicht angängig ist, wurde dem Vorsitzenden des Zentral­komitees die Auswahl eines geeigneten Ottes in Westfalen oder deffen angrenzenden Bezirken überlaffen. Gleichzeitig wurde für das Jahr 1902 die Gewinnung einer süddeutschen Stadt als Ort der Katyolikenversammlung in Aussicht genommen. Ferner wurden wichtige Beschlüsse gefaßt, welche die Arbeiten der einzelnen Ausschüsse, sowie der geschloffenenGeneralversammlungen der Katholiken­versammlungen wesentlich zu fördern geeignet sind.

X Die preußische Aanakvorkage wirft ihre Schatten voraus. Bon einigem Jntereffe ist eine Berliner Zuschrift der konservativen ,Schief. Ztz/, in der den Konservativen zur Mäßigung und Verständigung gerathen wird. Es kommen in der fraglichen Kundgebung folgende Sätze vor: „Richt blos bei den Wahlen, sondern auch in der Politik entschließt man fich am letzten Ende, bas kleinere Nebel zu acceptiren, und bas dürfte mög­licherweise die Kanalvorlage sein, wofern man deren Ausführung sowohl aus finanziellen als auch aus sozialpolitischen Gründen einen etwas weiten Spielraum läßt. Daß die Negierung darauf be­stehen wird, daß ans den Kanalvorlagen diesmal ein definitives Ergebniß herauskomme, glauben wir versichern zu können, und daß einer Ab­lehnung des Entwurfes eine schwere Krise folgen würde, ist außer Frage." Diese augedrohte „schwere Krise" soll dann vermuthlich unter den zwei möglichen Nebeln das größere sein. Das stimmt aber gar nicht zusammen mit einer vorauf­gegangenen Meldung, wonach der neue Reichs­kanzler nach Möglichkeit alle inneren Krisen ver­meiden möchte; und man wirb wohl nicht fehl gehen mit der Annahme, daß die Regierung schließlich gar nicht abgeneigt fein werbe, sich von dem Ungeheuern Umfange der Vorlage etwas abhanbrln zu kaffen. Die Regierung hätte, wenn sie gewollt hätte, schon beim ersten Male den Kanal vom Rhein bis Dortmund haben können. Aber damals wollte fie alles oder nichts. Recht viel Ruhr und Besonnenheit wird für die Berathung der Vorlage allen Betheiligten von großem Nutzen fein ! Die Hauptfragen dabei müffen jedenfalls die fein; ob die Finanzbe- für Schritt eMmpfHerden. In dem heißen Ringen verblaßte allgemach das der fernen Braut; hingegen wuchs das Verlangen nach Er­folg übermächtig. Von feinem Affocie Alphonse Murcier überredet, ließ er fich bestimmen, um deffen Schwester Agathe zu werben. Ihr Vater, der alte Handelsgättner Murcier, galt für sehr reich und war einer her angesehensten Männer in Roisy; fein Schwiegersohn zu werden, bedeutete einen Schritt vorwärts auf der sozialen Letter. Solange die guten Tage währten, war Arm­brusters Ehe eine Ehe wie viele andere: die Frau glaubte sich geliebt, weil her Mann fich ihre Liebe gefallen ließ; das Scheingold ihres Glückes deuchte ihr unvergänglich. Mit dem französischen Kriege fingen aber die schlimmen Zeiten an, denn nun kam Armbruster nicht sowohl die Reue über die unedle Thal al# der Groll, daß sie ihm keinen Nutzen gebracht hatte. Aus Frankreich ausgewiesen, mußte er dem Schwager die Abwickelung der Ge­schäfte überlaffen und wurde schmählich übervor- theilt. Der alte Handelsgärtner sah seine Kulturen vernichtet; fein Vermögen, bas weit überschätzt worden war, ging verloren. Er starb ruinirt — so stellte wenigstens Alphonse die Sachlage bar. Armbruster, der geträumt hatte, als Großkauf­mann in einer Weltstadt eine Rolle zu spielen, mußte froh sein, daß eine alte Tante im weltab­gelegenen Wöhrnang ihn bet fich aufnahm und ihm gestattete, das Haus, das fie ihm später ver­machte, in eine Fabrik umzugestalten.

Auf seinen Nnternehmungeu wollte aber kein Segen ruhen. Es fehlte au Betriebskapital; es fehlte wohl zumeist am ruhigen, kaltblütig über-; legenden Geschäftsgeist. Hitzig war er immer ge-1

rechnung gesund fei, und ob die Ausführung der Pläne der Allgemeinheit zum Vortheile gereichen. Die Gefammtkosten werden, wie be­richtet wird, von der Vorlage der Regierung auf 389 Millionen Mark berechnet.

X Meffervng der wirtßschaftttche« Lags. Die Thatsache, daß der Wohlstand der minder bemittelten Schichten der Bevölkerung während der letzten Jahre sich fortgesetzt gebeffert hat, ist unbestreitbar. Alle Erhebungen und Steuer­ziffern liefern neue Beweise dafür. Ein solcher Beweis ist auch die Statistik der preußischen Einkommensteuer für das Jahrzehnt von 1890 bis 1900. Man ersieht aus ihr, daß die Steuerstusen sür die Jahreseinkommen von neunhundert bis dreitausend Mark von unten her starke Zunahmen erhalten haben. Am besten ersieht man dies aus der folgenden kleinen Tabelle: Auf je zehntausend Köpfe der Be- völkerung entfielen in den Einkommenstufen Steuerzahler

von

900—1200 Mark 367 i« 440 jZ

1200-1500 „ 143(2 160(2

1500- 2100 „ 124 Li 133/^.

2100—3000 „ 75 f_- 88

Das ist eine Zunahme um 19,89 v. H.

» H.89 „ „ » 7.26 „ „ „ 17,33 „ „ Die stärkste Zunahme haben die untersten Steuer­stufen erfahren. Mau kann das nur auf eine entsprechende Erhöhung der Arbeitslöhne zurückführen und es ist in diesem Sinne be- merkenswerth, daß die Zunahme der Steuer­zahler in den ländlichen Bezirken ebenso stark gewesen ist wie in den städtischen und indu­striellen. Der Zuwachs kann nicht von oben her erfolgt sein, denn die Steuerzahler haben fich in den Steuerstufen von mehr als drei­tausend Mark Jahreseinkommen genau ebenso vermehrt. Das ist keine Statistik, an der man drehen und deuteln kann Die Zahlen find un­anfechtbar und darum beweiskräftig.

* Zur Kiufützruug der Maschiueuge- mehre tu die Deutsche Armee erfährt die .Germania', daß man sich in technischen Kreisen der Militärverwaltung damit beschäftigt, sowohl für diese neue Waffe als auch für das Infanterie- gewehr ein und dieselbe Patrone herzustelle». Das Kaliber der beiden Feuerwaffen ist daS gleiche; die Patronenhülse ist indeß bei dem Geschoß des Maschinengewehres von dem beB Jnfanteriegewehres verschieden. Die Eigenart des ersteren, das ungeheuer schnelle Abfeuern, bedingt ein anderes Metall zur Hülse wie beim Jnfanteriegewehr. Die Versuche zur Erfindung eines Einheitsgeschoffes werden in der Munitions­fabrik zu Spandau gemacht, während in der Gewehrprüfungrkommisfion zu Ruhleben bei Spandau fortgesetzt Probeschießen mit dem Moximgewehr stattfindet. Erst wenn die Ge- schoßftage gelöst und noch andere mit der prak­tischen Anwendung der Moximgewehre ver­bundene besondere Umstände hinreichend geklärt sind, wird die allgemeine Einführung dies«: Waffe bewerkstelligt werden,

wesen — die Enttäuschungen steigerten den Fehl«; noch wesentlich. Aus diesem Grunde ßtsebte er «turn Fehlschlag nach dem anderem Glaubt? er ___, . „ *-Mi- M-Kaunwa »h LaKeu. kaL ai SA einmal eine yw.....

im nächsten Augenblick in die Tiefe zurückge- schleudert. Ein zäher Eharakter, hielt er aber atc der Ueberzeugung fest, doch noch sein Ziel zn er­reichen. Der kleine Aufschwung, den die Geschäfte genommen hatten, seit sein Sohn Karl ihm zur Seite stand — ein Aufschwung, beit er einzig der eigenen Thatkraft zuschrieb — bestärkte ihn in dieser Erwartung. Das Glück mußte kommen, daran hielt er fest. Für ihn bebextete es Reich thum und Ansehen. Was er als Jüngling ge­träumt, im Alter mußte er es erringen.

II. Kapitel.

Doktor Merk hatte die Kranke untersucht, beruhi­gende Worte zu ihr gesprochen und dann mit Arm­bruster daSZimmer verlassen. Draußen nahmen feine wohlwollenden Züge einen sehr ernsten Aus­druck an. „Warum haben Sie mich nicht früher rufen lassen?" schalt er. „Ihre Frau ist schwer krank. Dir Lungenentzündung ist allerdings leicht, doch in der Herzschwäche liegt große Gefahr."

Armbrustir schreckte • zusammen, aber nur für einen Augenblick. Dr. Merk fei ein Schwarzseher, sagte er fich, zur Uebertreibung geneigt, schon um seine Patienten zu drängen, geistlichen Zuspruch anzunehmen; gewiß bausche er diesmal eine Kleinigkeit zu einem bedenkichen Falle auf.

„Meine Frau hat nur wenig gehustet," suchte er sich zu rechtfertigen, „hat fich gewiß