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mit Zinieriiattungs -Anlage „Illustrirte Sonntags-Zeitung

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Jutöa, Samstag, den 5. Januar 1901

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Zur Gruppirung der Mächte

Die Behandlung, die dem Transosalpräst- o ö, „„„ M„„

benten Krüger von Berlin aus zu Tyeil i wünschen kann, daß er recht bald wieder in das geworden ist, hat iw Auslaude mehr und namentlich nachhaltigere Beachtung gsfunben, ____... 3

C1'^ anfänglich bei uns in Deutschland an- > ziehungen sich gebessert haben und gegenwärtig

Gegentheil sich umkehren m-ge.

Laß zwischen Berlin und Paris die Be

Man könnte sage«, die russische Presse ist nicht die russische Regierung; diese letztere brate anders. Aber man darf nicht vergessen, daß in Rußland eine sehr strenge Preffrzensur besteht. Wenn die Blätter etwa- schreibe», das der Regierung nicht gefällt, dann erhalte» sie Verwarnungen; und tatsächlich haben sie vordem mehrfach solche Verwarnungen erhalten, wen» sie einen kräftigen Ton gegen Deutschland und die deutsche Regierung anschluzen. Jetzt läßt man sie gewähren. Man hat also gar nichts dagegen, daß die öffentliche Meinung im Zarenreiche gegen Deutschland und Oesterreich-Ungar» in starker und herausfordernder Weise aufgereizt wird, und das ist ohne Zweifel sehr bedauerlich. Das be­deutet einen Umschwung in der Haltung der russischen Regierung, von dem man nur das Eine

garte« mißtraut; und die Engländerfei»dschaft hat einen Hitzegrad erreicht, wie er selbst im Zarenreiche bis jetzt nur sehr selten zu beob­achten »ar.

Erörterungen darüber, daß das im Bereich der Einzrlstaateu leichter auszuführen sei, als von Reichswege»; über das Wie macht man sich noch keine Kopfschmerzen. Natürlich wird dieses völlige Versage» der Regierungsmaschine nach Kräften von der Sozialdemokratie ausgrnützt. Diese bemächtigt sich neuerdings der Wohnung«- frage und so hat ganz kurz 'vor dem Jahres­wechsel in Berlin eine Versammlung sozial­demokratischer Gemeinde - Vertreter aus der

genommen worden ist. Die Engländer find ratzückt davon, wie sich von selbst versteht. In Rußland aber hat die Abweisung Krügers eine Aufregung hervorgerufen, die noch fortgesetzt ihre Kreise zieht. Außerdem baut man in England ganz« politische Häuser auf dieser einzelnen Thatsache auf, daß Präsident Krüger in Berlin nicht empfangen worden ist, und das ist jeden- falls das Bedauerlichste an der ganzen Sache.

Zunächst folgern die englische» Blätter immer von neuem daraus, daß Deutschland augenschein­lich die Sache der Buren für vollkommen ver­loren und die Bure» selbst gar nicht mehr als Vrrtherdiger ihres Vaterlandes, sonder» als Freibeuter ansehe, die nur für ihre» eigenen persönlichen Vorthril kämpfe». Und zweitens nützt man in England das Verhalten der deutschen Regierung in der den Engländern von jeher eigenthümlichen Unverfrorenheit in geradezu unerhörter Weise für sich selbst aus. Ein Londoner Blatt, der ,Daily Telegraph/ vrr- steigt sich sogar zu der Behauptung, man ersehe aus den gegenseitigen Zugeständnissen und Liebenswürdigkeiten ganz deutlich, daß Kaiser Wilhelm gemeinsame Handlungsweise mit England zur Erreichung gleicher Ziele im Auge habe, weil er einsehe, daß beide Nationen in ihrer^ sozialen Entwickelung einander immer ähnlicher werden und von gleichen Gefahren bedroht seien.

I Worten — „’ne Grsawmtheit müsse für die Gesammtheit vruen- usw. ns». Der lange« * Rede kurzer Sm» ist der: »ir von der Tozinl- demskratie dürfen »ur agitiren, dürfe« in Wirklichkeit aber nicht- für die Arbeiter thn», sonst könstra diese gar zu zisriede» »erben und dann würden sie für unsere Agitatioa nicht mehr empfänglich sei«. Herr Wurm hat seinem GefinnungSgenoffe» Singer zwar hrimgeleuchtet: man sollte nicht immer Augst davor haben, durch einige praktisch; sozial­politisch« Thate» den Klaffenkampf z» wilder»; und man sollte keine Versammlungen z rr Er­örterung der WohnungSnoth einberuft», wea» man in Wirklichkeit dieser Roth gar nicht abhelse« »olle. Aber schließlich ist doch nichts heransgekommen bei dieser ganzen V.r- sammlung.

Die Regiernngra sollten sich den Verlauf dieser Versammlung und die Lehren zu Herzen Lehmen, die ihnen Herr Singer ertheilt hat: die sozial­demokratische Parteileitung fürchtet weiteres Ab­flauen der sozialdemokratischen Neigungen bei

de» Arbeiter«, wen» diesen ei» Grund zur Un­zufriedenheit genommen wird durch die Schaffung geeigneter und billiger Wohnungen. Warum ergreift die Reichsregieruug, weshalb ergreifen die Regierungen der einzelnen Bundesstaate« nicht schleunigst diese Gelegenheit »ach dem Finger­zeige des Hern» Singer, um auf praktische und nachhaltige Weise der Sozialdemokratie Abbruch zu thunf Wen» man immer und immer wieder in de» Regierungsblättern liest, daS A und das O unserer ganzen irmer» Politik müffe der wirk­same Kampf gegen die Sozialdemokratie sein, baan sollte man meinen, nichts könne den Re­gierungen willkommener sein, als solche F.nger- zeige, und nichts erwünschter und dringender, als die Befolgung und Ausnützung derselben. Aber jedesmal wird man in unliebsamer Weise enttäuscht; es fehlt bei den Regierungsherren noch gar zu sehr an der »olhwend gen sozialpoli­tische« Einsicht und a» dem erforderlichen Eifer dazu, die Sozialdemokratie auf praktische Weise «achdrückich z» bekämpfe». Diese erste WohnungS- nothversammlunz der Sozialdemokratie ist auSgo»

In Regierungskreise» scheint man noch gar nicht durchdrungen zu fein von der zwingenden Rothwendigkeit, so bald wie nur irgend möglich einen gejetzgebenschen Versuch zur Linderung

PnentewtUdr. -Nr die Nedakti»« 35«nw, fiir Jxfnttt 3. Pojelle» ht SelW.

Provinz Brandenburg getagt, um sich mit der kommunale» Wohnungsfrage zu beschäftige». ES ist freilich nichts dabei herauSgekomme«. Die Herre?. Obergenossen habe« oielmehr selbst Streit untereinander bekommen. Der Ab-

«a Wieder einmal die Wahnnngs- Frage.

Von Zeit zu Zeit müffen die Offiziösen die Versicherung abgebe», daß die Regierung eifrig mit der Wohnungs-Frage sich beschäftige. Leider aber erfährt man dabei niemals etwas von bereits erzielten Erfolgen btefer- eifrigen Beschäftigung oder von neu gewonnenen Aussichten darauf, daß solche Erfolge in naher Aussicht ständen; dagegen wird jedesmal mit größter Gewissenhaftigkeit von Neuem hervorgehoben, daß die Lösung der Woh-. nungs-Frage mit außerordentliche» Schwierigkeiten verknüpft sei. Das heißt aus der offiziösen Rede­weise in gutes und klares Deutsch übersetzt: vo i läufig find noch gar keine gesetzgeberischen Maß­regel» irgend einer Bundesregierung ober gar der Reichsregierung auf dem Gebiete der WohnungS- Frage za erwarte».

G "Zweites

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Wochen-Hlunöschcru.

(Rachdruck verdaten.)

X Fulda, 5. Januar.

Die erste Woche im neuen Jahre, im neuen Jahrhundert! Die Kulturwelt starrt in Waffen und in eiserner Rüstung. Die Staaten über­bieten einander in riesenhaften Krieg-Vorbereitungen. Ein einziger Schuß aus einem modernen Kanonen­ungeheuer kostet ein kleines Vermögen, das einer Arbeiterfamilie zu einem eignen Wohnsitze helfen würde für Lebenszeit. Länder, die bisher diesem Bewaffnungswettrennen sich fern gehalten hatten, wie beispielsweise die Vereinigten Staaten von Amerika werden von dem allgemeinen Taumel fortgeriffen und schaffen stehende Heere großen Stils, zum Hohne auf die Internationale Friedensversammlung, die vor wenig länger al- einem Jahre in der holländischen Residenzstadt ihre Berathungen beendete. Die Kultur die uns das neunzehnte Jahrhundert als Erbtheil für das zwanzigste mitgibt, hat also ei» recht stach­liges Wesen. Man muß sich in acht nehmen mit chr, damit man sich nicht unversehens in die Finger steche, wenn man sie anffaßt. Alle Welt beklagt es daß es so ist. Aber Niemand weiß dem Uebel abzu- helfen. Wer weiß, welche Opfer den Völkern die unheimlich schnell fortschreitende Kriegstechnik in dem neu begonnenen Jahrhundert noch auferlegen wird' Die Geschütze donnern zur Begrüßung des neuen Jahrhunderts: Nicht Geschütze auf den Parade- vlätzen, sondern im blutigen, wilden Kriege,tanze Fern von uns liegen die Schauplätze der Kriege Aber an beiden Kriegen sind wir betheiligt, sowohl in Südafrika als auch im fernen China. Und obwohl nur in China auch Söhne deutscher Erde bluten müffen, ist unser Interesse an dem Kriege in Süd­afrika, an dem wir unmittelbar nicht betheiligt sind beinahe noch größer. Da» hängt zusammen mit dm wnckhfchaftlichen Beziehungen, die uns mit Südafrika verbinden; denn da, deutsche Kapital, das in Süd- aftika angelegt ist, bemißt sich »ach Hunderten van Millionen.

Zaserate: »te einspaltige Petit­zeile ober Set« Raum1SPfg.Lie- klamen die Petit­zeile 25 Pfa.; bei Wiederholungen wird entsprechen». Rabatt gewährt.

Von schwerer Krankheit wurde der G r o ß h e r r o a v o n S a ch s e n - W e i m a r betroffen. Die Krankheit nahm eme so schlimme Wendung, daß man bereits das Schlimmste zu fürchten begann. Aber am letzten Tage des »bgelaufenen Jahres trat eine Besserung -m Befinden des Patienten ein, so daß jetzt wieder Hoffnung auf Genesung des Großherzogs besteht.

Die Unruhen im Hafen von Antwerpen gehören zu den überwundenen Standpunkten. Die Energie, mit der man den Unruhestiftern begegnet ist, hat ihre guten Früchte getragen; ein großer Theil der ausständig gewordenen Arbeiter hat die Arbeit wieder aufgenommen, so daß man auf eine recht baldige Beilegung des Streiks rechnen darf.

Von großer Wichtigkeit find einige Kundgebungen des Papstes gegen die französische Regie­rung. DaS Ministerium des Herrn Waldeck-Rousseau zusammengesetzt aus Radikalen und Sozialdemokraten, hat es, tote sattsam bekannt, auf die kirchlichen Orden und Kongregationen abgesehen. Nach alten Mustern mochte man gern diese Genossenschaften auf ihr Ver­mögen und ihr Eigenthum bringe«; »nd außerdem möchte man alle diejenigen, die man gerade los werden möchte, ganz einfach »der die Grenze Frank- reich» hinau,jagen können. Man will dies erreiche» durch ein neue, sogenanntes verei »sgesetz. Da- »ach müßte« alle Orden und Kongregationen als „Vereine" sich «»melde« und nur diejenigen „Vereine" dürften bestehe», die von der Regierung die Geneh- »ignug dazu erhalten. Diese Genehmigung könnte «der »erjagt werden, wenn ei« Verein einen Oder« j i« «»-lande Haden sollte; «nd »oh denjenigen Ber- eiHen, die anfgeltst werden würde», würde La, Ver­mögen de« Staate zufalle«. Man sieht es diesem sogenannten VereinSgesetze ohne weiteres an, daß es «»em Raubzuge gegen die kirchliche« Orden so ähn- uch fieht, wie ein Ei dem andern. Außerdem aber läuft es den Bestimmungen de« Konkordates unmittel­bar zuwider, also der zwischen de» Vatikan und der franzöfische« Regierung getroffene« Vereinbarung über die Stellung und die Befngniffe der Kirche in Frank­reich Deswegen hat der hl. Vater Widerspruch gegen diesen Gesetzentwurf erhoben, und der Vertreter de« hl. Stuhle« in Pari« ist bemüht, Milderung«-« de» Gesetzentwürfe« in einige« Punkte« durchzusetze». Ls ist sehr zu bezweifeln, daß er wesentliche Erfolge »it seine« Bemühungen erziele» werde. Wahrschei». lich ist vielmehr, daß e« in Frankreich zu« offenen Knltnrkampfe kommen werde. Der Kampf wird sehr heftig werden, daran ist nicht zu zweifeln! Zwischen der Regierung und dem Erzbischof von Pari« besteht schon jetzt ein sehr gespannte« Berhältniß.

Auch Schwede», da« friedliche Schwede», m»ß dem Militarirmu« seine Opfer bringen. Der Fi»a«z- minister Graf Wachtmeister hat im Staatsrache eine Vorlage über eine »eue Heerekordnuug eingebracht, >te eine jährliche Mehrausgabe von 22V« Millionen reone« verursachen wird, für Schweden eine schwere Nehrbelastnng. Zum Ausgleiche dieser neuen Au«- gabc« sollen Grundsteuer und Einkommensteuer erhöht und andere Steuern „reformirt" werden. Möglicher- »«It wird e, nöthig sein, auch die Einfuhrzölle für i kaffee, Wein und Tabak zu erhöhen. Und das alle, ! geschieht fast unmittelbar nach der Versammlnug in der holländischen Residenzstadt, die man die internattonale FrredenSversammlung nannte. Wann und wo wird der Wettlauf der Völker in der Bewaffnung enden? Ein Ende dieser unselige« Wettläufer ist fürs erste mcht abzusehen; das neue Jahrhundert läßt sich noch härter an als das alte. Unser Herrgott möge alle« zum Besten wenden!

Münchener Versammlung war einmüthig der Ansicht, daß man schon jetzt noch nichts sagen könne über die Be­messung der Höhe der künftigen Getreidezölle. Nur hat man von neuem den Wunsch ausgesprochen, daß die Zölle für alle Getreidesorten gleich hoch festgesetzt werden möchten. *

Wann der Entwurf der neuen Zolltarifs an den Reichstag gelangen wird, ist noch vollkommen un­gewiß. Vorläufig weiß man noch nicht einmal genau, wann die Sache so weit gediehen sein wird, daß der Entwurf dem Bundesratb- zugehen kann. Jetzt be­findet er sich noch immerhin Reichsschatzamte. Dann muß er den Regierunge^ der einzelnen Bundesstaaten zur Begutachtung unterlffeitet werden; und erst nach- her, nachdem diese Prüfung erfolgt sein wird, wird bte Berathung im Bundesrathe beginnen können. Man kann getrost annehmen, daß der Entwurf vor Ostern mcht an den Reichstag gelangen werde. Daß der Reichstag die B-rathung des Gesetzentwurfes alsdann bis zum Sommer werde beenden können, ist natürlich ausgeschlossen. Entweder muß also die ganze Be- rathung bis zum nächsten Herbste verschoben, ober ober der Reichstag muß, wie beim sogenannten Zucht­hausgesetze, nach der ersten Lesung des Entwurfes vertagt werden.

Die preußische Kanalvorlage befand sich nach der Verstcherung eines Berliner Offiziösen in btefen Tagen noch im kaiserlichen Civilkabinet. Man dürfe aber, so versicherte dieselbe halbamtliche Feder, bestimmt annehmen, daß die Vorlage zeittg genug an den Landtag gelange« werde, um gründlich durch- berathen zu werden. Die Kanalisirung von Mosel und saar wird in dem Gesetzentwürfe nicht verlangt werden. Man scheint eingesehen zu haben, daß diese Vorlage unmöglich mit noch weiteren Forderungen belastet werden kann.

Der »Daily Telegraph' in London möchte,------- o-,._,o 6„.

schreiben. Was er nur immer wollte, es könnte »er Roth an kleinen Wohnungen in de» unS gleichgiltig sein. Ader eS ist sehr auffällig, Städte» und Jndustriebezirken zu machen. Ma» daß diese anscheinend phantastischen Ausgeburten begnügt sich noch immer mit akademische» erhitzter britischer Begehrlichkeit für würdig ----------- *" ----- - ■ -

befunden werden, brühwarm in großer Um­ständlichkeit und Ausführlichkeit durch das offiziöse deutsche Telegrophenbureau verbreitet zu werden. Wenn man die Ausführungen deS genannten Londoner Blattes für unfinnig oder für vollkommen nebensächlich hielte, dann würde man sich schwerlich diese Mühe damit machen. Die Sache hat also im Geaentheil den Anschein, als lege man große» Werth auf die Deutungen, die der Londoner ,Daily Telegraph' der Politik der deutschen Regierung angedeihe» läßt. Und da nun diese Deutungen auf nichts weniger als ei» förmliches Schutz, und Trutzbündniß zwischen Dentschland und England hinauslaufe», lohnt eS fich durchaus, den ganzen Vorgang genau anzusehen und fich ihn zu merken für die Zukunft. DaS Londoner Blatt kennzeichnet die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Deutschland und England sicherlich nicht richtig. Aber wenn diejenigen Preßorgane, die der deutsche» Regierung dienstbar find, solche ZritungSftimmen so außrrordentltch liebevoll be- . ,

I handel«, kann man doch mißtrauisch werden und tunge» dürfe die Sozialdemokratie nicht befür« > ans de» Sedanken verfalle«, man halte in----- " '------*“'*■ ~ “

Berlin diese Londoner Gelüste für erwägenS- »erth und am Ende gar für die Richtschnur deutscher auswärtiger ZukunstSpolitik.

Leider finkt dar Thermometer der Freundschaft für Dentschland ix Rußland genau in dem- selben Maße, wie <S in Britannien steigt. Die öffentliche Meinung in Rußland neigte fich wäh­rend der ersten Morrate bei abgelauftneu Jahres vmS Deutsche» sehr freundlich zu; jetzt ist daS gerade Gexeuthril davon eingetrete». Seit langer Zeit hat man in den russische» Blätter» nicht mehr so kräftig auf Deutschland geschimpft, wie seit einiger Zeit, und allgemein bezeichnet man alS Veranlaffunge» zu diesem Umschwünge der Gesinnungen daS zwischen Deutschland und Eng­land abgeschlossene Ehina-Lbkomme» und die Behandlung deS TranSnaal-Präfidentra Krüger. Gleichzeitig hat fich auch die Stimmung gegen­über Oesterreich-Ungarn wieder verschlechtert, weil man dem Auftreten der Oesterreicher in Bul-

28. Jahrgang.

so angenehm find, wie vorher noch nie seit 1871, tft unter solchen Umständen doppelt erfreulich. Im Interesse Deutschlands kann man nur recht dnngend wünsche», daß die Beziehungen in ihrer angenehmen Verfassung fich recht lauge erhalte» möchten.

. Ausgang Wirren in China ist trotz der endlich erzielten Einigkeit der Mächte noch ebenso dunkel wie jemals. Nach de» letzten Drahtmeldunaen hat die Kaisen« »en China ein neue« Mittel ,e- Wben, um die Mächte hinter« Licht zu führen, »der wenigstens die Verhandln»,en aufs äußerste zu ver- wickeln und zu erschweren: diese« Meld»»,e« z« Zolge soll sie nämlich eine« neuen Kaiser ernannt habe«, emra fünfzehnjährigen »naben Namen« ^«ngh su Kwangsü wäre demnach ,ar nicht mehr Kmser Und wenn dieser nun auch wirklich, wie er wen Freunden mit,etheilt haben soll, «ach Pekin, den Vertretern der Mächte abschlösse, s» würde« diese «ereinbaruneen 8« nicht mehr bindend für die chinesische Reaierun, El*-, ®’ rechnet verwuthlich die Kaiserin »in China teJ*4 “‘1’! sie ihre Rechnung auch mit h'ben wird, nämlich mit den Vertretern drr »achte. Die Nachrichte» über per- tontlche Zwisti,ketten zwischen dem Grafen

ü. Aschen Gesandte» Mumm

ȣV.i<w*e,H beruhen augenscheinlich

Jehnnten englischen Lieben«to»ldi,keit Deutschen so viel un»n,e»ehme Dinge anfz»lä,en «ne nur trgenb möglich.

?rie,«bild in Südafrika hat fich $c! t vcl IeIVa$e«e kaum ,eändertt M** bntlsch-» Oberbefehlshaber L»rd »itchener S deutlich zu Mathe j» sein.

Unruhe ,a,t er von Tranlvaal »ach lttne ^"scheinlich in der Annahme, daß

» er^bsenhnt dort em nöthi,sten sei; und kaum angefimmen, ,eht die Fahrt wieder zurück Ä Ohne Grund macht Lord »itchener >ri6en^rrle"cT,*te "»ji also hüben und i, b°» schlecht stehra für die «n,län»er. Daß «an m En,l.nd selbst den l.n,wierigen S beffe» Ende ,«r nicht abznsehen, 2,'mcr f,tt bekommt, macht fich

^n7s Ä, bemerkbar. Wer weiß, ob nicht Seit nnl h- Regierung ihre Haltung

für Erklärung abgibt, daß sie nunmehr

fei unempfänglich

Sn j *u* holländische« «efißenz

M fe,n' ber Zar den Präfidratra

wnde- demnächst doch empfangen

dunaem heißt e« in diese« Äel-

*Kaet daß da« russische

Suar «aÄ?Or1l,em «»fange der Monat« Inr h.7. Peterrbur, znrückkehre« wird. Der land »Eera^' b'e schärfste Wmterkilte m NordNlß-

p,;t » "aXÄ- Oder die Zusammen im Süden Erü,er müßte eben auch

& ber Ä ist nicht ausgeschlossen,

der Smel Kori»^ ^rzen Aufenthalte nach ,n die Riviera kommt.

merkenstoertbe q t" ’n diese« Tagen eine be- Lentrum«v?^Emenkunft der bayerischen i« i Ä u stattgesunden. Mehrfach war

Centum b.l,?^uptet worden, das Reichs- J h°be bereits bestimmte Stellung «etreiderölle » 8rage, wie die künftigen Getreldezolle z» gestalten seien. Aus der Kundgebung der Münchener Versammlung ikdee, der noch tm Zweifel darüber war, klar ersehen, daß jene Behauptungen falsch waren. Die

geordnete Wurm war naiv genug, »uzunehmea, man «olle den Arbeiter» wirklich gern zu ge­eignete» Wohuu: ge» i» de» Städten verhelfe», «urde dann aber von seine« Oberkollege« Singer eines Ander» belehrt. Sichere u»d bMge Wohnungen, meint Herr Singer, würde» die Arbeiter „gegen dir Lohnbewegungen ab- stumpfrn" — bürgerliche WohlfahrtSeinrich-

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