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-TSSSS®’ mit Nnteryattungs-Neikag- „Illuffrirte Sonnlags-Zeitungi' ~^^*?Ä**
4.
Irrtöa, Samstag, den 5. Januar 1901.
28. Jahrgang.
c>/ Oesterreich und Ungarn.
Nicht weniger als fäuj Regierungen sind im Verlaufe von nur 3'7» Jahren in Oesterreich an dem Versuche gescheitert, mit dem Äbgeordneten- hause auszukommen Es waren das die Ministerien Badeui, Gautsch, Thun, Clmy, Wittek. Das sechste Kadinet deS Herrn von Körber hat die Sachs anders angefaßt und das Abgeordneten- Haus aufgelöst, nachdem dieses zweimal in ner- schiedenartiaer Weise durch parlamentarische Ob. strnktion an aller gedeihlichen Arbeit gehindert worden war, an der wüsten Obstruktion der Deutschnational n und nachher an der wüstern Parlamentshetze der Tschechen, die das nachmachten, was ihre erbittertsten Gegner ihnen vorgemacht hatten.
Die Neuwahlen zum Ldg-ordnrtev Hause haben begonnen. Aber da inOesterreich die verschiedenen Kronlälrder und auch die verschiedenen Wahlkörper (Wohlkurien) zu ganz verschiedenen Zeiten und sogar auch nach verschiedenen Systemen wählen, dauert es ziemlich lange, bis die Wahlen beendet sind. Am Anfänge des Monats Dezember haben sie begonnen. Die erste Hälfte dieses Monats wird noch verstreichen, bis man einigermaßen einen Ueberblick über den Ausfall dieser Wahle» haben wird. Aber leider ist wenig Aussicht darauf vorhanden, daß durch diese Neuwahlen die parlamentarischen Verhältnisse im Abgeordnetenhause eine wesentliche Besserung erfahren werden. ' Der Wahlaufruf der Jungtschechen, mit dem der ganze Wahlfeldzug eigentlich eröffnet wurde, hat in bestimmter Tonart erklärt, daß die Tschechen an ihrer Forderung des sogenannten böhmischen Staatsrechtes festhalten wollen, also der Errichtung eines selbständigen böhmischen Königreiches, mit den übrigen österreichischen Kronländern nur so vereinigt, wie es jetzt Ungarn mit Oesterreich rst, und bse Erfahrungen dieses Wahlkampfes geben nicht dre geringste Berechtigung zu der Hoffnung, daß die Tschechen in dem neuen Abgeordnetenhaus« mildere Saite» anschlagen werden. Wohl aber ist es leider Thatsache, daß der böhmische Hochadel diese tschechischen Forderungen vielfach zu unterstützen geneigt ist.
Man sollte meinen, angesichts dieser That- sachen müßte alles, waS deutsch ist in Oesterreich, nichts Eiligeres zu thun haben, als ein« ßnbtr die Hände zum Abwehrbunde gegen das austürmende Tschrchenthum zu reichen und vor- läufiz einmal alles das, was trennt, zu ver- geffen. Die deutschen Katholiken find mit gutem Beispiele vorangegangen. Die Wahlaufrufe derselben in Oberöfterreich und in Stty-rmark nerurtheilten die tcheschischen Anmaßungen ganz entschieden und namentlich die Oberösterreicher erklärten klar und fest, daß fie „unverbrüchlich festhalten an der Untrennbarkeit und Untheil- barkeit der im RrichSrathe vertretenen König- reiche und Lander", und daß fie gegenwärtig
„entschieden auf der Seite der anderen deutschen Parteien stehen«. Und in Tirol herrscht zum Theil geradezu deutsche Begeisterung. Aber diejenigen Leute, die sich „deutschnational" nennen oder „alldeutsch« sein wollen, ermangeln zum großen Theile des Verständnisses für die Sachlage vollständig. Dir tollen Draufgänger 'von der Farbe der Herren Wolf und Schönerer gehen wieder ihre eigenen Wege.ASie schädigen dadurch die deutsche Sache und beweisen von neuem, daß es ihnen weniger auf diese selbst, als vielmehr auf das Sprktakelmachen ankommt — schlechte Zeichen für den Verlauf der Dinge in dem neuen Abgeordnetenhause!
In Ungarn verfolgt man die Vorgänge in Oesterreich natürlich mit dem gespanntesten In« tereffe. „Das Dämmerlicht der Ungewißheit herrscht am politischen Horizonte Oesterreichs" — sagte Ungarns Ministerpräsident Koloman von Szell in seiner Nsujahrsrede; und ziemlich unverblümt deutete der Minister an, daß man in den Kreisen der ungarischen Regierung bereits mit der Möglichkeit rechnet, die finanzielle Auseinandersetzung mit der österreichischen Reichs- Hälfte gar nicht mehr in der üblichen und gesetz- l-chen Form zu Stande zu bringen. Herr von Szell sprach bereits von der „Ausschaltung« des Ausgleiches und von der Ersetzung desselben durch eine andere Vereinbarung mit der Krone.
Auch in Ungarn müssen in diesem Jahre allgemeine Neuwahlen stattfinden. Darüber, was diese bringen werden, ist nun freilich kein Mensch im Unklaren. Seit mit der liberalen Regierungspartei auch die Nationalpartei unter ihrem Führer Graf Apponyi sich verschmolzen hat, ist der Regierung eine Riesenmehrheit auch in dem neuen Parlamente unbedingt sicher. In Ungarn arbeitet der Regierungsapparat bei den Wahlen ja auch ganz anders, als wir Deutschen uns das im allgemeinen vorstellen können. Der Druck, der in der allerschlimmsten Bismarckzeit in diesem Sinne bei uns in Deutschland ausgeübt wurde, ist ncch immer ein Kinderspiel gegen die rohe Art und Weise, mit der von den Behörden in Ungarn bei parlamentarischen Wahlen verfahren wird. Ja einigen Zeitungen tauchten Gerüchte o f von Verhandlungen zwischen dem Ministerpr« üdenten und der katholischen Voikspartei in den Sinne gewisser Vereinbarungen. Die Gerüchte si >d indessen unbegründet gewesen; die katholische Volkspartei wird vollkommen selbständig und unabhängig in den bevorstehenden ungarischen Wahlkampf einziehen.
In Oesterreich handelt es sich jetzt nicht allein um die Abweisung der tschechischen Ansprüche und um die Wiederherstellung geordneter parlamentarischer Verhältnisse, sondern auch um die Beziehungen zu Ungarn. Gelingt es nicht bald, in der österreichischen Reichshälfte wieder Ordnung zu schaffen, werden die Ungarn die Schwäche derselben sich zu Nutze machen zum Schaden Oesterreichs und zum eigenen Vortheile. Diese echt ungarischen Begehrlichkeiten klingen ganz deutlich aus der Neujahrs-Rede Koloman v. Szell's und aus seinen Andeutungen heraus von „anderen Vereinbarungen mit der Krone". Darum versündigen sich diejenigen Deutschen in Oesterreich, die jetzt nicht mit der Mehrheit der
Stammesgenossen zusammengehen zur Abwehr des schechischen Ansturmes, nicht nur an dem Deutsch- hum allein, sondern am ganzen Oesterreich zu Gunsten des ebenfalls deutschfeindlichen Magyaren- thums. Es ist schwer zu fassen, daß es Deutsche geben kann, die vor allen Anderen der deutsch- nationalen Sache dienen wollen und diese durch ihre radauwüthige Halsstarrigkeit gerade am allermeisten schädigen.
Deutsches Keich.
Berlin, den 4. Januar.
fi Kr»«z Aeirrrich von Sreutzerr, der Bruder des Kaisers, arbeitet gegenwärtig im Auswärtigen Reichsamte, um den Gang der Geschäfte in der auswärtigen Politik kennen zu lernen. Nachher soll er auch in die Geschäfte der inneren Politik eiugeführt werden. Soll das eine Vorbereitung des Prinzen fein zur Urbernahme der Regentschaft, wenn vieleicht einmal der Kaiser längere Zeit außethalb der Grenzen des Reiches weilen sollte?
X Der Mcktritt des StsstsseLr-tärs Grsf Ios«dorvsky wird von mehreren Zeitungen als unmittelbar bevorstehend bezeichnet. Im Gegensätze hierzu bringt die ,National-Ztg.', augenscheinlich auf Veranlassung von amtlicher Seite, folgende Mittheilung: „Seit einigen Tagen wird in der Presse vielfach der angeblich beoor- stehende Rücktritt des Staatssekretärs Grafen PosadowSky erörtert: die Zeitungen regen sich gegenseitig zu Kombinationen darüber an, und jeder "derartige Artckel ruft eine Menge anderer Artikel hervor. Nach unseren Informationen hat sich seit den Reichstags-Verhandlungen über die 12,000 Mark an dem Stande der PosadowskV- Frage nichtsgeändert." Danach müßte also, wenn das offiziöse Orakel einen Sinn Haden soll, Graf Posadowstp im Amte bleiben, woran man im allgemeinen wohl auch noch nicht gezweifelt hat. Der Reichs k mzler kann den Staatssekretär d-S Innern nicht ;ut gehen lassen, nachdem er im Reichstage es t act hat, er werde sich niemals als bad) malt A1 e ex Jnlrigue mißbrauchen lassen. Im übrigen würde aber, auch wenn Graf Posa- dowsky etwa bom in absehbarer Zeit aus dem Amte scheiden fo;lte, cn dem System dadurch nichts geändert w.ven; und darauf kommt es in allererster Reihe an. — Die Schweinburgischen »Berliner Neuesten Nachrichtens häufig zu halbamtlichen Kundgebungen benützt, schreiben heute: „Nach unserer Information gibt es weder eine Poladowsky-Frage, noch hat es eine solche gegeben." Und die «Deutsche Tageszeitung' erfährt aus „zuverlässiger Quelle", daß „die Krisengerüchte in jeder Richtung unbegründet sind. ES liege zum Rücktritt irgend eines Staatssekretärs oder Ministers zur Zeit nicht der mindeste unmittelbare ober mittelbare Anlaß vor«.
* Wie der .Franks. Ztg/ mitgetheilt wird, werden die Landtagsabgeordneten für Frankfurt, I»«k und Säuger, im Landtage gleich nach feinem Zusammentritt eine Interpellation über das Offenbacher Eisenbahnunglück an die Staatsregierung richten.
• Hrgev uerdervLiche Ileöergrisse von Aerzle« wendet sich ein Erlaß des preu-
D Auf gefährlicher Höhe.
Novelle von Emil Otte.
7 ------ (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
Der Kranke schüttelte traurig den Kopf und flüsterte:
«Es ist alles vorüber, meine Stimme ist tobt, für immer!"
»Leo«, sagte der Proseffor, plötzlich sehr ernst werdend, „ist das gewiß? — Ich glaubte, es fei dies für den Moment nur durch die Krankheit hervorgerufen worden?"
„Nein, im Gegentheil! Gerade der Verlust ist die Ilrfache der schweren Krankheit gewesen. — Theilweise Stimmbandlähmung!" setzte er leiser hinzu.
Ebert sah ihn starr an, als begreife er seine Worte nicht. Dann schritt er schweigend im Zimmer auf und ab; Leo blickte nachdenkend auf das Zettelchen über dem Bette.
»Nun," sagte der Professor wie im Selbstgespräch, stehenblechend, „schließlich müssen alle einmal bie Summbandlähmung mümachen! Aber es ist doch zu furchtbar! — Diese Stimme!" — Gr nahm feine Wanderung wieder auf.
Dir Arzt kam und da er dm Kranken viel besser, aber sehr aufgeregt fand, verlangte er energisch Ruhs für denselben.
Der Professor verabschiedet» sich. Er wanderte planlos durch die Straßen. Zufällig firl fein Btrck aas die Photographien des Personals der Oper in einem Kiosk. Ec blieb stehen und
betrachtete die phantastisch kostümirten Damen und die übereleganten Herren. Im Weitergehen dachte er: „Wie viele find dabei, die an den Bauernsohn nicht reichen können! Und ein solches Talent muß--"
Ec hatte wie bekannt sein Gprichwörter- lexikon nicht bei sich, sonst hätte er vielleicht jetzt vollendet: Was Gott thut —; wenigstens ging ein ähnlicher Gedanke durch den gesenkten Kopf.
Bald war Leo so weit wieder hergrstellt, daß die Reise ins Gebirge gemacht werden konnte. Ebert wollte Mutter und Sohn nach Hause geleiten.
Als Gertrud mit den beiden Herren und dem Pater BlsonL, der fie am Grafenfelder Bahnho abgeholt hatte, durch Spardorf ging, gab es große Aufregung im ganzen Weiler.
„Guckt, Bärbel, Michel, Genooef! Die Kraut-Trude mit ihrem Leo! — Jerum, hat der abgestellt! Aber der vornehme Herr! — So fein wie der Professor selber!"
Die vier traten in das Häuschen. Als Leo in dem kleinen, ntbrigen Stübchen stand und umherblickte, da brach er in Thränen aus und umschlang die weinende Mutter. Der Professor trat rasch an's Fenster und beirachkete angelegent- lichst die Gemüsepflanze; Pater Alfons legte die Hand über die Augen.
Nun saßen fie am Tische, sprachen wenig zusammen und jedes dachte viel für sich.
„Jetzt heißt's sür mich alte Orgelpfeife wieder in Reih' und Glied!" sagte der Proseffor.
„Nun," neckte Pater AlfonS, „will sich der Herr Proseffor nicht am Hriligenberge neben der schönen Aufsicht einnisten?"
„Pater, in letzter Zeit habe ich so manches erlebt," et stresste dabei mit einem Blicke Leo, „daß ich immer mehr zur Ueberzeugung komme, Ihr Klosterleute habt den richtigen Takt im Leben. Urbrigens werde ich, so Gott roiU, alljährlich kommen und nachsragen, ob Ihr keinen Bruder Musikproseffor braucht; denn schließlich läßt die Katze das Maust n nicht." —
Bald nachher kam Spardorf wieder in Aufregung. Bei der Kraut-Trude wurde eine riesige Kiste abgeladen. Was war das wohl? Einige vermutheten, es fei das viel; Geld, das Leo in der großen Stadt verdient habe, darin. Die guten Spardörfer sollte« bald aus ihrer Unqerrnßhrit erlöst werden. Eines Abends hallten wundervolle Töne in das Thal hinaus. Ein Fenstrrchen öffnete sich nach dem andern und vor der Hütte der Kraut-Trude standen die K'.nder und lauschten und sagten zu einander! „es ist der Seo!" — Der alte Erlenbauer winkte verstäadnißinnig und ries seiner Annemarie zu, mit der Pfeife über dis Schulter nach dem Harschen der Trude deutend:
„Der will sich jetzt nicht mehr so angehen; der singt nicht mehr, der macht jetzt Musik!
Wäre nicht so Sicht in die Sache gekommen, dann hätte man schließlich denen Recht geben müssen, die da meinten, in der Kiste seien große Schätze gewesen; beim die Trude und der Leo brauchten sich gar nicht mehr so zu plagen, aber ft; mußten doch leben! Keiner wußt: sich das zu erklären. Aber der Brave, der eine arme Gebirasbäusrin und ihren Sohn । nicht oh.»? Klavier läßt, wird fir auch nicht ! ohne das tägliche Brot lassen. — ‘
ßischeu Kultusministers. Es wird darin angeordnet, daß in Kliniken, Polikliniken und sonstigen Krankenanstalten medizinische Eingriffe zu anderen als diagnostifchen, Heil- und Im- munisirungszwecken unter allen Umständen aus - geschloffen find bei minderjährigen Personen und ohne die Zustimmung einer erwachsenen Person nach ausreichender Aufklärung über die etwa möglichen nachtheiliaen Folgen eines solchen Eingriffes. Auch sollen solche Eingriffe nur von dem Vorsteher einer solchen Anstalt ober mit dessen ausdrücklicher Erlaubniß vorgenommen werden. Augenscheinlich steht diese gute Verordnung im Zusammenhänge mit dem Falle Reißer. In Breslau hatte, wie bekannt, der Univerfitätsproseffor Reißer zu Ver- üchszwecken Kindern Syphilisgift eingeimpft! Seiber konnte strafrechtlich gegen den gewissenlosen Professor nicht mehr vorgegangen werben, weil der Fall bereits verjährt war, als man ihm auf die Spur kam. Aber Proseffor Reißer ist Univrrsttätslehrer geblieben, und das sollte doch nicht sein. Ein Mann, der in so gewissenloser Weise mit der Gesundheit und mit dem Seben . von Menschen spielt, sollte nicht mehr würdig jefunben werden, Professor an einer Universität zu fein!
h AjmfmSrmifche Schiedsgerichte Set de« Amtsgerichte« nach dem im Reichstage eingebrachten Anträge der Abgg. B a s s e r m a « n und Genossen will der Verein deutscher Kaufleute nicht haben. In diesem Sinne hat der Generalrath des genannten VereiwS eine Petition an den Reichstag gerichtet und darin gleichzeitig darum gebeten, gemäß einem frühem Beschlüsse des Reichstages die Zuständigkeit der Gewerbegerichte auch auf den kaufmännischen Beruf auszudehnen. Rach der Eingabe des genannten kaufmännischen Vereins sollen bei den bestehenden Bewerbegerichten besondere Kammer« für Kaufleute eingerichtet und gleichzeitig die Berufungssumme auf 300 Mark erhöht werden.
h, Die elektrische Aekenchtuug der Aiferr- Saß»W«ge« ist neuerdings wiederholt dringend empfohlen worden «n Stelle der Gasbeleuchtung, die nun schon mehrfach bei Eisenbahnunsälle« als sehr gefährlich sich erwiesen hat. In verschiedenen halbamtlichen Auslassungen wurde dem entgegen gehalten, daß die Einsührung der elektrischen Beleuchtung mit großen Schwierigkeiten verknüpft sei, sich auch nicht bewährt habe, in den Vereinigten Staate« von Amerika eingeführt und bann wieder abgeschafft worden fei und dergleichen mehr. J.r sehr wirkungsvoller Weise sind diese Ausflüchte widerlegt worden in der letzten Sitzung deS Elektrotechnischen Vereins zu Berlin. Vor allen Dingen wies der Vorsitzende dieses Vereins, Dr. von Hefner-Alteneck, auf die vollständig durchgeführte elektrische Beleuchtung der Eisenbahnwagen der Reichspost hin, die sich überall trefflich bewährt hat. Thatsächlich hat man bei uns in Deutschland mit der elektrischen Beleuchtung der Eisenbahnzüge noch viel zu wenig Versuche angestellt, um behaupte« zu könuen, daß bufe Beleuchtung sich nicht bewährt habe. Es ist dringend zu wünsche«, daß der in Aussicht gestellte neue
Am Thalabhang am Rande deS Buchenwäldchens, just an der Stelle, an welcher vor Jahren einem jungen Burschen beim Anblick der Heimalh eine stille Ttzräne in's Auge getreten war, stand eine bequeme Bank; die hatte ein Mann errichten lassen, der fie mit Vorlirbe die „Prophetenruhe" nannte. Er wollte alljährlich kommen und fie eifrig benutzen, einstweilen sollte der, dem zu Ehren er fie so sonderbar getauft hatte, feine Stelle vertreten.
So saßen den« auch heute Seo Heilbach und seine Mutter an dem stillen Plätzchen und redeten von ihrem treuen Freunde im großen München.
Drüben hinter den Bergen verschwand die feuergleiche Sonne und fie färbte noch die Wolken und Wölkchen um sich lichtroth. Vom Grasrain trotteten die Kühe herab und ihre Glocken hatten trotz ihrer Eintönigkeit einen melodischen Klang. Die kleinen Hirten liefen jauchzend dem Dorfe zu.
Dachte Seo an die Zeit, in der er selber als froher Bub unter Hellen Abendliedern dem Elternhäusche« zugeeilt war. Er schien so eigenartig ergriffen. Er blickte oft nach der Mutter, die aber schaute unverwandt nach den Wölke«, di; jcht au8 dem zarten Roth in glänzendes Gold übergingen.
„Mutter" sagte Leo leise.
„Run, Leo?" Sie wandte thm chr friedliches Auütz zu. .......
„Mutter," fuhr, er fort, thr in die Augen sehend, „ich habe heute unter meinen Sachm ein Sieb gefunden das mich an einen Tag in meinem S;ben erinnerte, von dem wir noch nie