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JuLöa, Montag, den 31. Dezember 1900

27. Jahrgang.

23 767 790 23116 276

S

fragte wohlwollend:

im Borzimmer für die Künstler stand und aus

Vielleicht ein Südländer?

'M

1899

8 675 792

4323 542

2 983 876

6 882687

38486 202

1900

8 550 659

4 307 512

3002182

7 091 930

40 585 317

Roggen . . . . Weizen und Spelz Sommergerste . . Hafer.....

Kartoffeln . . .

Wieftnheu . . .

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gleich einem Adler *i S dem Felsenhorste hervor- gehen und seinen Siegesflug durch tne kunst­sinnige Welt beginnen werde", in allen Ton­arten gesungen.

Leo war bleich und ernst, als er am Abend

Das Tagewerk des jungen Mannes hatte noch wenig Beschwerden: Neben und Studiren ganz nach Belieben und Spaziergänge in Be­gleitung des Professors. Mehrere Monate gingen so an ihm wie ei« Traum vorüber. Aus dem Bauernburschen war ein gewandter Welt­mann geworden. Jetzt erfolgte der Eintritt i« das Konservatorium, und Leo war da in seinem Element. Der Musikunterricht, der Verkehr mit bedeutenden Künstlern, noch mehr aber die Anerkennung und BewMdrxmrg, die ihm zu theil wurde, wurden gewissermaßen zu seinem Lebensbedürfniß. Zu Hause war er mit Feuer­eifer bemüht, die Lücken seiner allgemeinen Bil­dung anszusüllen, um mit denen, welche er in der Kunst so 'bald überflügelte, auch in dieser Hinsicht konkurriten zu können.

ynd über alldem blieb, ihm gar wenig Zeit an die Heimath zu denken. Vereinzelt und sehr

gutta i«t> aut' BdrtÄlSXSOW-

lag eS noch momentan aus dem Auditorium, dann brach stürmischer Bnsall los, der mit jedem Liede lauter und ungestümer wurde. Der

er wohl auch des

Wiege stand?>- Einmal Heike anderen Kunpjün;

□ Au drr Schwelle des Jahr­hunderts.

(Nachdruck verboten.)

Die Zahlen von eins bis zehn machen den ersten, von elf bis zwanzig den zweiten Zehner. Das erste Hundert schließt mit hundert, nicht mit neunundneunzig; und so kann ganz unmög­lich das neunzehnte Jahrhundert mit 1899 schließen, sondern muß mit 1900 ausgehen, das zwanzigste Jahrhundert aber mit 1901 ansangen. Macht haben die Staaten, Gewalt haben die Herr­scher über viele Tinge in der Welt. Aber die ewig wahren Gesetze der Zahlen können ft; nicht meistern noch model« nach ihrem Belieben. Und wenn auch der Hohe Bundesrath des deutschen Reiches beschloß und bestimmte, daß das neue Jahrhundert mit dem ersten Januar 1900 be­ginnen sollte, so hat ihm das Jahrhundert den Gefallen nicht gethan, weil es ihn ganz einfach ihm nicht thun konnte.

Der Wahrheit gemäß beginnen wir jetzt das neue Jahrhundert: wenn diesmal die Sylvester­glocken ertönen, läuten sie einem Jahrhundert zu Grabe und begrüßen ein neues Jahrhundert, das aussteigt aus den Abgründen der Ewigkeit.

Was hat uns das alte Jahrhundert gebracht? Können wir mit Zufriedenheit darauf zurück­blicken? Nun, tote man es nimmt. Aber überschwängliche Lobeshymnen hat es nicht verdient.

Jeder Mensch, jedes Volk denkt am liebsten an sich selbst. Und wenn wir Deutschen zunächst dasselbe thun wollen, so haben wir ohne Zweifel Ursache, mit dem Wechsel der Dinge zufrieden zu sein, der sich vollzogen hat von 1800 bis 1900, denn als man 1799 und 1800 schrieb, sah es im lieben deutschen Reiche nichts weniger als großartig aus. Das alte römische Reich deutscher Natron war ein Popanz geworden ohne Leben und ohne Kraft; und als Die rohen Fäuste der blutigen französische« Umstürzler es anstttßen, da brach es zusammen wie ejr. ausgebrannter Sqlz- stotz zu einem kleinen Häuflein Äsche. ES hatte auSgeleot und ausgelittsn. Aber kann brachen noch schlechtere Zeiten herein, in denen das alte Wort von deutscher.-Treue zur Chimäre wurde. Denn Generäle, Staatsmänner und Edelleute wetteiferten förmlich Sarin, das Vaterland zu verrathen und den Rücken devot zu beugen vor dem genialen, aber Äutig brutalen Emporkömm­ling Bonaparte. Trotz allen Leides, das dieser Mann uns Deutschen angethan hat, müssen wir dankbar sein für die Folgen seiner kurzen Ge- waltherrschaft. Denn gleich einer Gottesgeißel peitschte er die in ödem Formelkram und starrem Stumpfsinne befangenen Völker von Europa auf aus ihrem dumpfen Dahinbrüten zu neuem Leben — das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht auS den Ruinen.

Mit mächtigen und mit gefährlichen Probleuren hat das neunzehnte Jahrhundert sich beschäftigt — das Jahrhundert des Dampfes und der Re­volutionen! Unserer Väter langsamer und be-

eine Silbe zu erwähnen. Sollte das auf höhere Weisung hin geschehen sein, so müßte man es als mindestens sehr auffällig bezeichnen; und ob dieses wundersame Verstrckenspielr« mit der Vorlage dieser von Nutzen sein sollt«, ist auch sehr zu bezweifel«. Im übrigen ist aus der ge- kennzeichneten halbamtlichen Kundgebung hervor­zuheben, daß eine Reorganisation der Kriminal­polizei und die Neuordnung des höher« Unterichtswssens Mehrforderungen im Etat veranlassen werden. Sodann heißt es wörtlich: „Die in Aussicht stehenden hohen Bewilligungen für Schulhausbaute« weisen ferner auf die Er­örterung der Fragen der Unterhaltung der Volksschulen überhaupt und der Betheiligung des Staates en de« Kosten der Volksschulunter­haltung geradezu hin." Der nächstjährige Etat im ganzen soll „noch" ein durchaus befriedigendes Bild liefern und die Möglichkeit der Bereitstellung reicherer Mittel für die Kulturaufgaben des Staates bieten — und später? Kommen dann auch für den Staat Preußen die mageren Jahre? Die Finarzherren malen jetzt gern grau in grau, um Stimmung zu machen für die sogenannte ReichSfinanzreform und neue indirekte Steuern im Reiche; deswegen ist auf solche düstere Zu- kunftsandeutungen vorläufig wenig zu geben. Auf jeden Fall wird die Etatsberathung im preußischen Abgeordnetenhause diesmal ausge­dehnt und interessant werden.

+ Die Sskerrriecherei hat wieder einmal em herrliches Früchtchen gezeitigt: in Schrimm in der Prosinz Posen sollte angeblich eine ge­heime Verbindung von — Sekundanern zu politischen Zwecken bestehen! Man fand bei einem der jungen Leute einen Zettel mit einem Verzeichnisse von Geldbeiträgen, und man hielt das für die Mitgliederliste der fürchterlichen geheimen Verbindung. Nachher kam heraus, daß die jungen Leute Geld gesammelt batten sür ein gemeinsames leckeres Abendessen. Es wird nun augenscheinlich nicht mehr lange dauer», bis auch die höheren Töchter polnischer Ab­stammung unter bessudere polizeiliche lieber« wachung gestellt werden, und wehe ihnen, wenn dann einmal bei einer von ihnen ein Zettel ge- fundttr. werden.sollte wt dem

Geldbeiträgen für de»'gemeinsamen Genuß von Chokolade und Süßigkeiten; denn auch diese können, mit pol«ischem Geiste verzehrt, am Ende gesährlich werden für dm Fortbestand des preußischen Staates!

© Die AeiHrvauk besteht jetzt genau 25 Jahre. Am Neujahrstage soll in der Reichsbank dieses Jubiläum festlich begangen werden auf Veranstaltung derjenigen Beamten der Bank hin, die bereits länger als 25 Jahre im Dienste Der­selben stehen. Bevor das Institut Reichsbank war, war es bekanntlich die Preußische Bank und besteht als solche bereits seit dem Jahre 1765. Ein wenig eigenthümlich berührt die Zeitungsnotiz, daß unter den Beamten der Bank ein Rundschreiben umgeht, in dem diese Beamten zu Beiträgen für die Jubelfeier auf­gefordert werden. Man sollte meinen, dir Mittel dafür müßten auf andere Weise zur Ver­fügung gestellt und nicht aus den Taschen der Beamten entnommen werden.

□ Anf gefährlicher KSHr.

Novelle von Emil Otte.

------- (Nachdruck verboten.)

dächtiger Schritt im Leben und im Thun ist ver­wandelt worden in das Hasten und Jagen des Dampfes und der Elektrizität. Die ganze Welt hat ein anderes Gesicht bekommen, ein Antlitz mit helleren und schärferen Augen. Aber eine finstere Falte liegt zwischen diesen Hellen und forschenden Bugen, die Falte des finstern Zweifels, die an die Stelle der Treue und des guten Glaubens unserer Väter getreten ist; und ein müder Tag nervöser Abgespanntheit ist das Andere, das dieses Antlitz entstellt. Sonder Ruhe und Rast strömt das wild bewegte Blut durch die Adern unserer Zeit, in dem Handel und Wandel der Bürger und der Kaufleute ebenso wie in unserem Staatsleben kennt man Ruhe nicht mehr; und Tausende und Abertausende vernichteter Existenzen, zu Boden getretener Seelen, sittlich vergifteter Herzen fisb die schreckhaften Spuren deS Weges, den der moderne Zeitgeist in ruheloser und rück­sichtsloser Dampfeshast zurücklegt. ES ist sehr die Frage, ob der Gewinn, der uns aus diesem rastlosen Trerben zufällt, ein Ausgleich sein kann für den Verlust an Seelenruhe und sittlichem Gleichgewicht, den wir in der Neuzeit erlitten haben; und nichts ist für das neu heraufziehende Jahrhundert mehr zu wünschen, als daß wir uns recht bald an die neue Ordnung der Dinge gänz­lich gewöhnen möchten und damit wieder mehr Ruhe und Ordnung einkehre in unsere Hauser, in unser öffentliches und gewerbliches Leben, in unsere Politik und in das ganze Getriebe unserer Staaten.

Das kann aber nur dann geschehen, wenn die Christenheit sich wieder besinnt auf das, wo­von sie ihren Namen hat. Unser Herr Jesus Christus muß wieder in seine alten Rechte ein­gesetzt werden. Unserem Heilande und seinen ewigen Lehren muß wieder Thür und Thor ge­öffnet werden bei Hoch und Niedrig, in den Königspalästen und in den Hütten der Mrmen. Unser gaszes Leben und Treiben muß wieder durchdrungen werden von dem wahren Christen­geiste, durchweht von dem warmen Hauche wahren und edeln Christenthums — dann wird der faustische Zug des forschenden Zweiftls und des unbefriedigten Grübelns in dem Antlitze des neunzehnten Jahrhunderts umgewandelt werden in den freundlichen und warmen Blick der Ruhe «Ad d<c Zafüödeuhett in den Menen des neuen SäkulumS. Das walte Gott, der Weltregierer!

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Stücke, die des edleren Gehaltes ganz entbehren, aufmerksam zu machen, und es war ihm ein Trost, wenn Leo seinen Worten Verstöndniß entgegenzubringen schien. Schließlich mußte eS doch nur die Gewalt der Töne sein, die Leo an­zog und auch aus mangelhafter Musik kann man ja bei scharfer Beobachtung eine Lehre ziehen; auch besuchten gegenwärtig die Schüler des Konservatoriums überhaupt die Oper viel öfter, als dies zu Zeiten seiner eigenen Aus­bildung gebräuchlich war.

Professor Ebert würde seinen Einfluß ent­schiedener geltend gemacht haben, wenn er gewußt hätte, daß schon seit langem Leo viel mehr über die Mustkpartitur als in dieselbe schaute, daß allmählich die Dekoration und

teile ob« betwn Raum15Pfz.,R«» tlamen die Peru, geile 25 Pfg.; frei W'-derholung-« »irdevtspreche-Ä.

Rabatt

- abgelegt; ein bekannter Kunstfreund ließ ihn^M^jWn«m-PbM^ bitten nannte sein Talent ein außergewöhnli

h ML dem IkeifchSesHarrgesetzs hat es noch immer gute Weile. Nach einer Mittheilunz, die augenscheinlich aus amtlicher Quelle stammt, sind „so umfassende AuSsührungSbestimmungen noihwendig", daß „trotz eifriger Arbeit der Ent­wurf derselben bis jetzt noch nicht hat fertig ge­stellt werden können". Die ganze Sache befindet sich noch immer in dem berühmten Zustande der „eingehenden Erwägungen". Was erst diesem Zustande bei den deutschen Regierungen anheim- sällt, das braucht sehr lange Zeit zum Ausreisen. Das weiß man unlridlich genau von der Kohlen- theuerung und den „Erwägungen", die darüber in Szene gesetzt wurden und ein ganzes Jahr bereits dauern, ohne zu befriedigenden Ergeb­nissen zu führen.

ft Würste rmd Düchssstkeisch dürfen be- kanntlich seit dem 1. Oktober d. I. nicht mehr aus dem Auslände eingeführt werden nach der einzigen, bereits ausgeführten Bestimmung des Fleischbeschau-Gesetzes. Dennoch verzeichnet die amtliche Einfuhr- und Ausfuhr-Statistik für den Monat Oktober noch eine größere Menge von eingeführten Würsten und Büchsenfleisch. Dieser scheinbare Widerspruch gegen die Gesetzes-Bestim­mungen beruht nach einer halbamtlichen Mitthei­lung" darauf, daß eine Reihe von Sendungen, die vor dem 1. Oktober eingeführt worden waren, erst nach diesem Tage zollamtlich abgefertigt wor­den sind Eigeuthümlich aber wird man dadurch berührt, daß auch für den Monat November noch eine kleine Einfuhr-Menge der genannten Maaren verzeichnet ist. Ist es denn möglich, daß die zoll­amtliche Abfertigung solcher Maaren länger als einen Monat auf sich warten lassen kann?

* lieber die Grate der wichtigste« Ie!d> trüchte im Deutschen Reiche macht die halbamtliche »Berliner Korrespondenz' folgende Angaben:

Erntemengen in Tonnen (zu 1000 kg)

Deutsche» Deich.

Berlin, den 29. Dezember.

X Die prenhifche Aaualvorkage und ihre vermuthlichen Schicksale in der nächsten Zukunft bieten stets von neuem Stoff zu aller­hand Betrachtungen. Vor etwa 14 Tagen über­wog in der Presse die Anschauung, daß es schr zweifelhaft fei, ob die Kanalvorlage überhaupt den preußischen Landtag in dessen bevorstehender Tagung beschäftigen werde. Dann hieß es: nein, sie kommt bestimmt; sie wird sogar dem Land­tage gleich dessen nach Zusammentritte zugehen. Nun aber erscheinen die .Berliner Polit. Nachrichten' mit einer halbamtlichen Kundgebung auf dem Plane, die von den Aufgaben des preußischen Landtages in seiner bevorstehenden Tagung redet, ohne die Kanalvorlage auch nur mit

Der Gefragte wurde über und über roth vor Verlegenheit und antwortete so leise als möglich:

„Im Gebirge droben ist meine Heimath, Herr Baron!»

Abfichtlich laut schienen ihm die Worte des Barons zu sein:

stehlich mit sich fort rissen. In den Sänger kam feutige Begeisterung, seine Wangen glühren, seine dunklen Augen strahlten; die Menge folgte jeder seiner Bewegungen, lauschte entzückt den herrlichen Modulationen seiner Stimme.

Das Lied war zu Ende. Wie eh Zauber

* Die Schuld a« der Katastrophe der SpielHaseukauSe« wird in erster Linie den Machenschaften des Kommerzienraths Sanden zugeschrieben, welcher es verstanden hat, die wichtigsten Stellungen in der Leitung der Banken mit Verwandten zu besetzen. So war der mitverhaftete Subdirektor P u ch m ü l l e r sein Schwager und der stellvertretende Direktor der Deutschen Grundschuldbank Warsinski sein Neffe. Auch im Aussich.Srathe der Banken saßen nahe Verwandte Sandens, ebenso hatte den wichtig>n Posten eines ständigen Revisors ein Verwandter des Bankdirektors Sanden inne. Nur so konnte es auch geschehen, daß Warsinski, trotz mehrfachen Aufforderungen, an dm Generalversammlungen des Ausfichtsraths thkilzunehmen, schon vier Wochen vor Ausbruch der Krisis sich ins Ausland begab und sei« Fernbleiben durch Sanden mit angeblicher schwerer Erkrankung entschuldigt wurde. Das Tausender von Stimmen kam. Er dachte an den Eindruck, welchen er empfangen, da er zum ersten Male das besetzte Opernhaus gesehen; es ward ihm schwül und beklommen und er war froh, daß gerade Professor Ebert eintrat, der ihn selbst am Klavier begleite« wollte; der rief:

„Jetzt Muth, Seo, nur kein Lampenfirbrr! Es ist draußen überfüllt; — auch der Hof ist vertreten!"

Leo wurde noch um einen Ton blässer und spielte nervös mit der Uhrkette: der Professor warf ihm einen ermuthigeuden Blick zu und ging ihm voraus auf oas Podium.

Das Sttmmengew.rr erstarb, alle Augen richteten sich auf die schöne Gestalt deS jungen Künstlers. Lro sah vor sich ein Meer von Licht und Schimmer, von funkelnde« Brillanten und glänzenden Uniformen. Ihm fchwindelte, er schwankte beinahe. Da erllangeu die ersten Akkorde, das wirkte auf ihn wie ein Zauber­schlag. Neues Leben schien in ihn einzukohren, er verneigte sich leicht und hob das Noten­blatt. —

Jetzt tönte eine wundervolle, einschmeichelnde Stimme durch den Saal, langsam wachsend zu

„So, so! Ein Sohn der Berge!" Leo glaubte aus den Gesichtern der Um­stehenden ein spöttisches, geringschätziges Lächeln zu sehen, als wollten alle die vornehmen Herren sagen:

„So, so, aus dem Gebirge! Aus dem armen Gebirge mit seinen bäuerischen Be­wohnern !" —

Professor Ebert gefiel cs wenig, daß sein Schützling nicht ein einziges Mal die Gelegen- beit der Ferien benutzte, feiner Mutier eine« Besuch abzustatten. Er selbst verlor von Jahr zu Jahr mehr die Reiselust, und so mochte es neben dem Gedanken, Leo paffe nun doch nicht mehr in ferne frühere Umgebung und ein Wieder­sehen have neue Äbschreds schmerzen für Mutter und Sohn im Gefolge, auch ein wenig Egoismus fein, der ihn leicht über diese geringe Anhäng­lichkeit an die heimathliche Scholle ssinwegsehsn ließ. Dec alleinstrhende Mann würde die Ab­wesenheit dessen, an den er sich wie an einen Sohn gewöhnt hatte, schwer vermißt haben.

Ein anderer Umstand noch war Ebert hier und da Anlaß zu ur angenehmen Empfindungen: kzib^bie auffallende Vorliebe des angehenden Künstlers t "für die Oper. Er unterließ es nicht, denselben

Wo find Sie zu Hause, junger Mann? aus die vielen Schlacken, Welche das Gold in _______ ,___________..... ,_____ ____ .......

‘ ' bifj?n Kunstwerken umgeben, und auf jene dem Konzertsaale das Summen und Murmeln

Maschinerie, die schöne Gestalt des ersten Künstlers und die königliche Erscheinung der Heldin mehr Eindruck auf ihn machten als die Töne, und. daß der Beifallssturm stets in ihm einen Hunger, ein Sehnen nach Ruhm, nach gleichen Huldigungen erhielt und nährte.

Wie schnell waren fünf Jahre dahingeeilt! Mr Leo Hellbach erschien die Morgenröthe deS Tages, der daS nächste Ziel aller Arbeit, alle« ________ _

Strebens gewesen war. In den Zeitungen machtvollen Weisen, die den Zuhörer unwider- wurde das Lob des jungen Künstlers, „derbem- “ " •

nächst aus bet Verborgenheit des Konservatoriums