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Julöa, Samstag, den 29. Dezember 1900.

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Der Krieg m Südafrika»

Die vom Kriegsschauplatz vorliegenden Nach­richten beziehen sich vornehmlich auf die Vor­gänge im Norden der Kapkolonie. Am Mitt­woch bat Lord Kitchener aus Pretoria gemeldet, daß General Knox in ein Gefecht mit de Wets Truppen verwickelt sei, der von seiner Stellung bei Leeuwkoop nach Süden durchzubrechen hoffe. Die östliche Burenabthrilung in der Kapkolonie werde anscheinend am Reilpoort-Spruit von den englischen Truppen in Schach gehalten. Die westliche Abtheilung ist, wie gemeldet wird, in zwei Therlen nach Norden gegangen, der eine in der Richtung auf Prieska, der andere auf Strydenburg. Die englischen Truppen folgen denselben. Nach einem weiteren Telegramm Kitcheners vom Donnerstag seien die Buren bei einem Mittwoch Nacht auf Utrecht unternom- menen Angriffe zurückgeschlagen worden. Auf der östlichen Eisenbahnlinie in der Nähe von Pan-Station hätten die Buren einen Zug zum Stehen gebracht, seien jedoch sodann ebenfalls durch dorthin entsandte Truppen zurückgeschlagen worden. Die Ostabtheilung der Buren werde gegenwärtig nach Venterstad zu, die West- abtheilung nach Norden zurückgedrängt. — Ferner wird aus Vryburg gemeldet, daß südlich von dieser Stadt, also in der Gegend, wo der Krieg vor Jahr und Tag zum Ausbruch kam, Burenabtheilungen auftreten. Eine derselben führte 150 Wagen mit sich, eine andere zählte 270 Mann und hatte ein Geschütz. Die Zugrtchtung ging nach Westen.

Li-Hung-Tschang und Tsching sollen nach Melsungen Londoner Abendblätter aus Peking dem Throne zusammen mit der Note der Mächte eine Darlegung ihrer Ansicht gesandt haben, daß die gestellten Bedingungen sofort ohne Ausflüchte angenommen werden ollen. Ferner sollen sie beschloffen haben, die Mitwirkung der Streitkräfte der Verbündeten zur Wiederherstellung der Zivilregierung in Peking nachzusuchen und dies Ersuchen sofort zu stellen, nachdem der Thron die Annahme de? von den Mächten gestellten Bedingungen erklärt Haden werde.

Eine in New-Jork eingegangrne Depesche aus Peking vom Donnerstag besagt: Tsching und Li- Hung-Tschang haben Nachricht vom Kaiser er­halten. Tsching besuchte Li-Hung-Tschang und zatte mit ihm eine Besprechung, die über eine Stunde dauerte. Der Hof erhebt ernsten Widerspruch gegen die Schleifung der Forts owie gegen die Zulassung ständiger Gesandt- chaftswachen, die nach Ansicht des Hofes zu eder Zeit, wo man es wünscht, so stark gemacht werden könnten, daß sie eine Drohung für den Hof selbst bedeuteten. Es wurde beschloffen, vor einer Zusammenkunft mit den Gefandten nochmals mit dem Hof in Verbindung zu treten.

* ZLochvm, 28. Dez. Wie zum 22. Mär» 1897, so auch zum bevorstehenden Nationalfeste am 18. Januar 1901 hat der Vorstand deS westfälischen Provivzial-Vereins des Katho­lischen Lehrerverbandes in Verbindung mit der litterarischen Kommission der „Hermann- Hubertus-Stiftung" ein hübsches Festspiel heraus, gegeben. Es trägt den Titel „Allweg gut Zoll re", Festspiel in den vier Bildern: Preußen im Königglanz, Borussia im Siegeskranz, das Vaterland in Leid und Freud, des Kaiserreiches Herrlichkeit, von Jos. Dierkesmann und Gerh. Hoischen. In diesen vier Abschnitten kommt die Idee des Festes, nämlich die Befragung der Machtentwickelung unserer Monarchie von den bescheidenenAnfängen bis zur jetzigen Glanzstellung in vornehmlich dramatischem Charakter vorzüglich zur Durchsührung. Nach einer Regierungsmr- fügung soll di« Vorbereitung der Feier der Er­hebung Preußens zum Königreiche schon jetzt »e* ginnen. Aehnlich wie bei der Feier des 22. März 1797 werden auch diesmal vielen Gemeinden allen oder einem Theile der Schulkinder ein Festbüchlein zur Erinnerung schenken. Mehrere Stadt- und Landgemeinden, auch ganze Aemter haben bereits dahingehende Beschlüffe auf Grund eines Antrages der Ortsschulinspektoren und Schulleiter gefaßt.

ftimmungen nothwendig, daß der Entwurf der­selben trotz eifriger Arbeit bis jetzt noch nicht hat fertiggestellt werden können. Ob und inwie­weit die Bestimmungen für das Ausland früher in Kraft gesetzt werden können, wie sür das In­land, wird, so schreibt die ,M. Allg. Ztg/ noch eingehender Erwägung bedürfen.

* Der deutsche Handelstag hat eine Um­frage veranstaltet, ob der ZAa»gek au Zeh«- marükircüerr noch weiter besteht. Nach den bis­her eingegangenen 19 Antworten aus verschiedenen Theilen des Deutschen Reiches besteht der Man­gel an Zehnmarkstücken in unveränderter Stärke fort und namentlich wird er in industriellen Ge­genden unangenehm empfunden, weil die Krone ein zur Lohnzahlung sehr vequemes Geldstück ist.

„Es ist auch wahrhaftig ein Kreuz! Mir geräth kein ordentlicher Kopf mehr."

Nun ging es weiter vom Kraut, dann von den Kartoffeln, dann von den Runkelrüben und von diesem und jenem; so batten sie denn der Trude Stoff zu verdanken, der für mehrere Besuche aus­gereicht hätte.

Leotzellbach halte mittlerweile an derKlosterpforte geläutet und ein Franzirkanerbruder lugte heraus.

„Gelobt sei Jesus Christus!" grüßte die Mutter und auch Leo. „Grüß Gott!" rief der Profeffor frisch und: „Griß Sie Gott!" gab schmunzelnd -er alte Bayer zurück.

„Nun, Bruder", nahm der Profeffor das Wort, „melden Sie mal dem hochwürdigen Pater Alfons, ein großer Sünder aus München/der schon mancher Geige den Garaus gemacht und manches Klavier zu Tode geschlagen habe, wünsche ihn zu sprechen."

Der Bruder öffnete vergnügt lachend den ihm recht gut bekannten Besuchern die Thüre und führte fie in das Sprechzimmer.

Bald trat ein Franziskaner, der im Alter des Professors sein mochte, ein. Er hatte schneeweißes Haar, jedoch war sein runzeliges Gesicht fast jugendlich geröthet, was wohl mit feinen lebhaften, durchdringenden Augen harmonirte.

„Grüß Gott den berühmten Herrn Professor der heiligen Frau Mufika und feinen von Be­geisterung glühenden Jünger, fammt der besten Mutter im ganzen Gebirge!" Mit diesen Worten schüttelte er allen herzlich die Hände.

tzuSa Ksb asS- VÜUt»1».SVPs.

Deutsches Keich.

Berlin, den 28. Dezember.

* Zwischen den Regierungen des Deutschen Reiches, O ester r eich-Ungarns und Italiens fanden bereits Vorbesprechungen wegen der Erneuerung der demnächst ab­laufenden Kandersverträge statt. Deutscher­seits wurden hierbei folgende Fragen unter­breitet: 1. Sollen die Verträge im Wesentlichen unverändert erneuert werden? 2. Soll im Falle der Erneuerung der Prozentsatz sämmtlicher gegenwärtig bestehenden Zölle ermäßigt werden? 3. Sollen alle Rohstoffe sür Jnduflriezwecke zollfrei bleiben?

* Zur Frage der WaffermirsfuHr «ach K«gka«d wird der .Münchener Wgem. Zeitung' offiziös aus Berlin geschrieben: Als die öffent­liche Meinung sich gegen diese Waffenlieferung aussprach, ist der Firma Krupp von der Regie­rung dementsprechend bedeutet worden. Nachdem Krupp aufgehört hatte, zu liefern, fingen aber andere Firmen an, dasselbe zu thun, was man Krupp verdacht. Die Regierung mußte es als eine Sache des patriotischen Taktes be­trachten, daß die betreffenden Firmen alsbald ihre Lieferungslhätigkeit einstellten oder der Re­gierung die Gründe bekannt gaben, welche sie als zwingend ansahen, um weiter zu liefern. Die einzige rechtliche Handhabe, um solche Firmen zu veranlaffen, dasselbe zu thun, was Krupp aus eigener Entschließung that, würde der Erlaß eines Waffenausfuhroerbots liefern. Wenn man sich in den deutschen maßgebenden Kreisen bisher nicht dazu entschließen konnte, einen derartigen Schritt zu thun, so ist dabei di« Rücksichtnahme in erster Linie auf die in Betracht kommenden Arbeiterklassen und auf den Umstand ins Gewicht fallend gewesen, daß, wenn deutsche Firmen fick ihm versagen, das Geschäft höchst uahrfcheinlichrr Weise von anderssäLdiMen be­sorgt werden würde.

* Aeformerr im Kisenöstzsmefe«. Die neueste Reform richtet sich gegen die Unsitte, daß in den Speisewagen der Züge, besonders an der Küchenseite, die Ausgänge vielfach durch Auf­stellung von Geräthen und Materialien vor den Thüren beschränkt, mitunter auch gänzlich versperrt werden. Der Minister der öffent­lichen Arbeiten hat die Eisenbahn-Direktionen an­gewiesen, die Wirthsch asts-Unternehmer anzuhal­ten, daß ihr Personal mit entsprechender Weisung versehen wird, ein solches unzulässiges Verfahren zu vermeiden. Die Zugänge zu den Speisewagen müffen den unbehinderten Gin- und Ausgang ge­statten, insbesondere auch, um im Nothfalle eine schnelle Entleerung der Wagen zu ermöglichen. Das Zug- und Aussichts-Personal soll angewiesen werden, hierauf strengstens zu achten.

* Für die Einführung des IkeifchSefHa«- gefetze» sind so umfassende Äusführungsbe-

natürlich die Italiener vertreten, aber nach ihnen haben die Deutschen den Vorrang, sie übertreffen an Zahl jede andere Nation.' Diese Thatsache muß man besonders der vortrefflichen Organisation der deutschen Pilgerzüge zuschreiben.

□ Auf gefährlicher Höhe.

Novelle von Emil Otte.

------- (Nachdruck verboten.)

Die Nebel steigen im Thal;

Bon Westen mit glühendem Glanz Des Sonnenlicht's letzter Strahl Umwebt Dich mit goldenem Kranz, Du Mutter der göttlichen Macht! Und feierlich nahet die Nacht.

O wenn in irdischer Lust Mir jemals ein Abend anbricht, Der Frieden entflieht der Brust, Ser Du mir dann rettendes Licht Durch irrende sündige Nacht, Du Mutter der göttlichen Macht!

Leo's Stimme zittert« bei den letzten Versen. Als er geendet, bedeckte er das Antlitz mit den Händen.

Die Mutter unten in der Kirche trocknete unaufhörlich ihre Thränen; Profeffor Ebert

abzulenken.

„Jetzt nicht, Hochwürden," sagte Leo, „aber nachher unten zur Orgel ihr Lieblingslied, das auch mein Lieblingslied geworden ist."

Damit war Pater Alfons sehr einverstanden und die vier stiegen langsam abwärts.

Nachdem sie der bescheidenen Kunst des Bruders Koch Ehre angethan hatten, gingen sie zum Chore der Kirche; die Mutter kniete unten im Schiffe in einer Bank nieder. Der Pater setzte sich an die Orgel. Von gedämpften Tönen

Instrumentes begleitet sang Leo:

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27. Jahrgang.

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Die Wirren in China.

Die Einigkeit der Mächte scheint nur bis zur Ueberrrichung der gemeinsam aufgestellten Friedensbedingungen an die chinesische Regierung angedauert zu haben. Alls Pari» kommt näm­lich die Meldung, die Unterzeichner der Kollektiv­note seien übereingekommen, derzeit keinen der Vorbehalte osfizell bekannt zu geben, welche von dieser oder jener Seite bei Unterzeichnung der Note zu Protokoll gegeben worden sind. Man weiß allerdings, daß Conger Namens der Vereinigten Staaten erklärte,die Washing­toner Regierung sei durch die etwaige Ablehnung aller oder einiger Friedensvorschläge seitens des chinesischen Hofes nicht verpflichtet, an der Fortsetzung der Feindseligkeiten gegen China theilzunehmen. Man weiß ferner, daß die Washingtoner Regierung sich nicht ge­willt zeigt, ihrer Pekinger Gesandtschaft eine stärkere Schutzwache als vor Ausbruch der Un­ruhen zu geben, aber es gibt noch einen dritten und vierten amerikanischen Vorbehalt, worüber absolutes Stillschweigen gewahrt wird, letzten Male gehörig an, daß Du nicht ver­gissest, in welchem Paradiese Deine Wiege stand!" _

„Er vergißi's nicht!" flüsterte die Mutter bewegt.--

„Singe mir noch einmal zum Abschied, Leo I" forderte der Pater diesen auf, um ihn und die Mutter von ihren schmerzlichen Gedanken

ßoüairSch

Fulda, 29. Dezember.

cf Frl. Emma Schäffer, Lehrerin an der stadtpfarrlichen Mädchenschule dahier, tritt am 1, Januar in den Ruhestand. Die Stelle ist bereits zur Neubesetzung ausgeschrieben.

hatte unwillkürlichste Hände gefaltet und saß mit geschloffenen Augen da; Pater Alfons er­hob sich langsam, legte die Hand auf die Schulter des jungen Mannes und sagte tief« bewegt: , . ,

„Leo, hoffe auf dieses Licht, immer, immer! — Dein Weg wird oftmals düster und gefähr- lich fein, vergiß darum die himmlische Mutter nicht — und bleibe Deiner irdischen Mutter treu. Und was ich Dir schon so ost ans Herz legte: Lasse Dich nie von Ruhmsucht und Ehr­geiz verblenden und verleiten, nach einer Stellung zu streben, in der Du Deine innere Ueberzeugung, Deine religiösen, sittlichen Ge- fühle nothgedrungen verletzen müßtest. Der Dien» der Kunst ist heilig, aber es gibt soge­nannte Kunsttempel, in welchen die wahre Kunst, die rein und göttlich ist, ins Angesicht geschlagen wird, in denen der Sinnlichkeit, der gemeinen Lust gehuldigt wird. Meide diese, werde ein Künstler von Gottes Gnaden!"

Der Profeffor stand auf und sagte fest:

Nein, Leo soll nie seine Triumphe da feiern, wo er sie einer ur,künstlerischen, gewinn­süchtigen Mache verdanken müßte. Er soll nicht an einem Lorbeer theilnehmen, der von Lebe- männern und Geldprotzen an Künstler, deren moralisches Bewußtsein meistens auf dem Gefrier­punkte steht, verschwendet wird.«

Ueber den Brrgspitzm glühte es dunkelroth und auS den Fenstern des Klosters schienen Feuerflammen zu leuchten. Das Aveläuten der Klosterglocke mahnte zum Aufbruch.

Helles Licht durchflathete das Vorhaus der Oper mit seinem spiegelglatten Boden, marmor«

Ausland.

* Kasg, 28. Dez. Dr. Leyös sucht eine Begegnung des Präsidenten Krüger mit dem Zaren herbeizuführen für den Fall, daß die Aerztr dem Zaren einen Aufent­halt in Mentone aurathen sollten. Nach dem Pariser .Petit Journal' wäre bereits dort die Villa Kahn für den Zaren gemietet worden, wahrend das Gefolge tm Gasthof Kap Martin untergedracht werden solle. Die enbgiltige Ent­scheidung werde in etwa 10 Tagen getroffen werden.

* Jaris, 28. Dez. Im Dorfe Sennecep bei Chalon-sur-Saöne stellte sich den hiesigen Blättern zufolge ein seit dem Kriege 1870 vermißter Mann Namens Pariset ein, der behauptet, in Berlin während dreißig Jahren in einem Mtlttär- Gefängniß eingesperrt gewesen zu sein wegen Widersetzlichkeit gegen die Brutalität eines preußi­schen Offiziers. Sechs seiner Kameraden seien noch im Berliner Gefängnisse. (Der Mensch ist offen­bar ein Schwindler. D. Red.)

* Lovdo«, 28. Drz. Ein Riesendesizit ist dem englischen Volke dies Jahr als Weih- nachts-Ueberraschung zu Theil geworden, Die .London Gazette' (der englische Regierungs­anzeiger) veröffentlichte am 15. Dezember das Staatsbudget dieses Jahres in allen feinen Einzelheiten. Die Ausgaben betrugen darnach 179 370000 Pfuny Steil., wahrend sich die Einnahmen trotz der wesentlich erhöhten Steuer nur auf 137071000 Pfund Sterling beliefen. Die Bereinigten Königreiche haben also ein Defizit von 42 Millionen Pfund — 840 Millionen Mark!

* Asm, 28. Dez. Es sind ungefähr 230 Pilgerzüge während dieses Jahres in Rom eingetroffen, und die Voraussicht des römischen Pilgerkomitees wurde weit übertroffen. Das­selbe hatte den Eifenbahnoerwaltungen vor dem Beginn des heiligen Jahres 200000 Pilger garantirt, um dadurch für die Pilger züge eine Preisermäßigung zu erhalten. Man berechnet aber, daß beinahe 800000 Personen nach der ewigen Stadt pilgerten. Der Zudrang war besonders groß im Frühling und im Herbst, dcch auch im hohen Sommer waren immer noch Pilger in den Straßen der Stadt zu treffen. Am zahlreichsten waren

Dann machte er den Vorschlag, auf den Berg­gipfel zu steigen, derweil Bruder Koch den Kaffee braue. Unter heiterem Plaudern langten sie oben bei dem großen Holzkreuze an und ein wunder­volles Panorama bot sich ihren Augen.

Idyllische Dörfer und Dörfchen waren auf dem mächtigen Teppich der gelben, wogenden Felder, saftigen Wiesen, dunklen Nadel- und satt- grünen Buchenwäldern verstreut. Eine romantische Burgruine grüßte von da drüben, in weiter Ferne leuchteten die schönen Bauten größerer Städte und blitzte das Silberband eines Flusses im Sonnenglanze.

„Hier ist gut fein!" rief der Professor be­geistert aus, „es fehlen nur Klavier und Geige —

„Und Oper und Konservatorium und Künstler­zirkel und Gott weiß, was alles!" unterbrach ihn belustigt Pater Alfons. „Nichts für so einen Weltweisen! Ein Bett und eine Suppe und vor allem — der Heiland, das muß hier genügen."

„So, so, Herr ArcetikuS, und Ihr Klavier und Harmonium u. f. w.?"

„Nur Beilage, Nebensache! Die hielten keinen hier oben fest."

Zufällig blickte Pater Alfons flüchtig auf Leo, der traurig ins Weite starrte.

„Ei, et, den Leo reut es fcheint's, daß er feine Berge verlassen will?" sagte er neckend.

Leo erwachs wie aus einem Traume und er­widerte :

„Reuen? Nein, nein! Aber ich kann meine Wehmuth heute gar nicht los werden.«

Die Mutter wischte sich eine Thräne aus dem Auge.

„Was, hi« den Kopf hängen lassen?" schalt Ebrrt. „Steh Dir das herrliche Bild zum