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27. Jahrgang
Iuköa, Montag, dm 24. Dezember 1900.
Wege« des hl. Weihnacht-festes wird -ie nächste Nummer unsere- Blattes erst am Donnerstag ausgegeben.
Jubelnder Dank und das heiße Gebet um die Gnade, zu lernen, was Liebe ist, Liebe zu Gott und dem göttlichen Kinde, um nach unserer armseligen Art uns dankbar zu erweisen durch Liebe, Iberzeugungstreue Liebe zu Gott, so viel oder so wenig wir das mit unseren schwachen Kräften thun könne«, um den Frieden zu gewinnen in unserer Seele, der verheißen ist asten Menschen, die eines guten Willens stnd. ,
Wenn bet ChrtstbaumeS Kerzen m Hellem Glanze erstrahlen, dann wollen wir an seine ursprüngliche Bedeutung denken: der Christbaum soll ein Sinnbild unseres Heilande» sein, der Baum de» Lebens, der uns an den Marterbaum de» Kreuzes erinnert, an dem Jesus Christus unsere Erlösung vollbracht hat; die Kerzen aber sollen an den Heiland erinnern al« an das Licht, durch das die Nacht de« Heidenthum» erleuchtet worden ist und die Mensche» erleuchtet werden in ihrem Innern. Und wenn wir un« gegenseitig zum Christfeste mit Gaben überraschen, so wollen wir das in dem Sinne thun, daß wir damit an die unendliche Wohlthat denken, die da« Christkind uns Menschen mitgebracht hat vom Himmel.
Das Christkind ist da: möge er Einkehr halten bei Klein und Groß in den Herzen der Menschen!
84,614 Personen. „„
* Mstmtze«. 23. Dez. Der Regierungs-Präsident von Niederbayern, Ludwig Freiherr Fuchs von Bimbach und Doroheim, ist heute Nacht plötzlich gestorben.
* Saffarr, 22. Dez. Eine gestern hier abgehaltene Versammlung sprach sich, laut der,Frkf. Ztg/ dagegen aus, daß der nächstjährige rutsche Katholikentag hier abgehalten werd?. Es mangele au einem geeigneten Lokale und der Bau einer eigenen Festhalle sei zu kostspielig.
rechnen habe.
h Lüge« Haven kurze Meinet Abg.Graf Kliuckowström veröffentlicht i« der ,Ostpr. Ztg/ eine Erklärung, i« der er die Kombinationen, welche da- ,Berl. Tageblatt' an seine Aeußerungen in Königsberg knüpfte, als „in allen Einzelheiten von Anfang bis Ende erfunden" bezeichnet. Natürlich! (Wir haben die Aeußerungen, wonach ein Getreidezoll von 6—7 Jfc. durch ein „Kompromiß" beschloffen sein soll, von vorn herein al- unwahr betrachtet und deshalb auch nicht erst erwähnt. Die Reh.)
X Sa-iat- Wshttußrls • Einrichtungen im Angnstinns Derei« zur Pflege der katholischen Presse. Der Augustinut-Verein, welcher zur Hebung der katholischen Preffe und deren Angehörigen schon so manche nützliche Anregung gegeben hat, hat neuerdings wieder einen bedeutsamen Erfolg zu verzeichnen. Die Satzungen einer Alter«-, Invaliden- und Hinterbliebenen-Kaffe für dis Angehörigen der katholischen Preffe haben nämlich die ministerielle Genehmigung erhalten und die betreffenden Vereinskreise sind zur Zeit emsig beschäftigt, um da« wohlthätige Institut eud- giltig in« Leben treten zu lasten. Schon seit Jahren hatte der Verein eine Sparkaffe gegründet, welcher auch erhebliche freiwillige Mittel zufloffen, mit dem ausgesprochenen Zweck, daß dieselbe nach Erlangung der staatlichen Genehmigung in die Alter»-, Invaliden- und Hinterbliebenen-Kaffe übergehen sollte. So ist ein fester Krystallisation«- punkt schon vorhanden und es kann sofort auf wohlvorbereitetem Boden gearbeitet werden. Möge die neue Gründung, welche keineswegs bloß für
Anstand.
* Aulw-rp-u, 22. Dez. Am Qaui Cockertll wurde heute Nachmittag die Arbeit wieder ausgenommen. Eine Schaar von zweitausend Ausständigen wollte die Arbeiten auf einem Dampfer aus Grimsby verhindern, die Polizei schritt mtt blanker Waffe ein und zerstreute die Ausständigen, welche flüchteten. Die Schlägereien zwischen den Ausständigen und den ans der Provinz gekommenen Arbeitern dauern fort. Kleine Gruppen Ausständiger durchziehen die Stadt und griffen Ar- Jugendlust mit Johannes im Garten herumtollte, mit rothen Wangen, mit blitzenden, blauen Augen. War es möglich, daß dies bleiche Ceschöpfchen hier, und das von Gesundheit strotzende Kind von einst ein und dasselbe Wesen war?
Ein sanfte« Lächeln flog um den kleinen Mund Loris, als sie von der Wandlung erfuhr, die sich ungeahnt vollzogen hatte. Keiner aber wagte ihr zu sagen, daß ihnen der Aufenthalt von Johannes noch immer unbekannt «ar, und wenn Lori mit rührender Stimme und nimmermüder Geduld immer von Neuem fragte: „Nicht wahr, jetzt kommt Johannes bald?" da wurde sie stets ge- tröstet: „Ja, gewiß, liebes Kind, sehr bald, er ist nur recht «eit fort, und hat eine lange Reise zu machen."
Sie fragte nicht einmal, wo er denn sei. Er würde kommen, daran hielt sie fest, die Hoffnung auf ein Wiedersehen war von Neuem erwacht, und wehrte dem Todesengel, der schon die Hand nach seiner Beute ausstreckte.
So saßen die beiden Freunde an den langen Winterabenden am Bette der Kranken, und sprachen von allem Möglichen, um diese zu zer- streuen. , „ ,
Lindemann erzählte gern und viel von Lorchens Mutter, die er geliebt hatte als Jüngling, „doch," fügte er, sich an Berneck wendend, hinzu: „als wir eingesehen hatten, daß wir uns trennen mußten, weil es die Berhältniffe so mit sich brachte», als Klärchens Herz sich nach und nach Dir zuwandte, da trat ich freiwillig zurück, und niemals, das schwöre ich Dir, ist in späteren Jahren ein Wort zwischen uns gewechselt worden, dar unrecht gewesen «äre, und dar sich nicht mit
die Mitglieder des Augustinus-Vereins ftlbs.' sondern für alle zur katholischen Presse, de periodischen wie nichtperiodischen, gehörigen Per sonen als Verleger, Schriftsteller, Redakteure, Expeditionsbeamte rc. bestimmt ist, bald ein er freulicheS Wschtthum aufweisen. Ein besonderer Vortheil ist mit dem Beitritt vor 1. Januar 190. verknüpft, indem bis zu diesem Termin von Ei- Hebung eine« Eintrittsgelder abgesehen wird un auch für die Beitretenden keine Altersgrenze gilt Später werden nur Personen unter 50 Jahren ausgenommen. Satzungen, Anmeldebogen rc. sind von Herrn Generalsekretär Dr. Weilbächer in Kempen (Rhein) gratis zu beziehen. Die Anmeldungen haben an Herrn Direktor Eirund rn Berlin 0., Stralauerstr. 25, zu erfolgen.
* Dresden, 22. Dez. Reichskanzler Graf Bülow, welcher heute Mittag auf dem Bahnhofe von den SAats Würdenträgern empfangen wurde, fuhr in einer Hofequipage nach Vilbr Mrehlen, wo er bei dem Könige eine längere Wudienz hatte. Der König fuhr im Laufe des Nachmittags bei dem Hotel des Reichskanzlers vor und gab seine Karte ab. Zu Ehren des Reichskanzlers fand bei dem Minister de« Aeußerr von Metzsch eine Frühstückstafel statt, zu welcher gn sämmtlichs Minister, an den bayerischen Gesandten und die obersten Hoschargen Einladungen ergangen waren. Am Nachmittag empfing Prinz Georg den Reichskanzler in besonderer Audienz König Albert verlieh dem Grafen von Bülow den Orden der Rautenkrone. Abends findet, tn Villa Strehlen eine größere Hoftafel statt. — Prinz Friedrich August von Sachsen, bei welchem sich schon seit längerer Zeit ein Bruch entwickelt hatte, erkrankte am Donnerstag unter Erscheinungen, die eine Operation erforderlich machten; dieselbe wurde gestern Mittag außge- führt, verlief in normaler Weise und läßt baldige volle Genesung erwarten.
* Stuttgart, 23. Dez. Wie der,Staats- , anzeiger'meldet, ergab die letzte Volkszählung 1 für das Königreich Württemberg 2,165,765 Ein- ; wohner, das ist eine Bevölkerungs-Zunahme von
□ Weihnächte«.
------- (Nachdruck verboten.)
Und wieder ist das liebe, herrliche Weihnacht«- fest gekommen, die Erinnerung an die übergroße Gnade und Gabe, die uns Gott der Herr be- scheert hat durch die zeitliche Geburt seine« ewigen Sohnes — Ehre sei Gott in der Höhe!
Wer begreift das heilige Geheimniß? Unsere Reit forscht und grübelt und findet viel. Die einst mit Entsetzen gefürchtete Gewalt des Blitzes hat der Mensch sich dienstbar gemacht, und nun muß sie ihm Wagen und Maschine» treiben, Häuser und Straßen beleuchten und muß ihm dazu dienen, auf ungeheure Entfernungen hin mit anderen Menschen sich zu verständigen. Die Weltmeere durchquert la« menschliche Wort mit der Schnelligkeit des Blitze«. Der Mond ist uns kein Unbekannter mehr. Die Sonne, den riesengroßen Glut- hall in einem Abstande von uns, dessen Maße sich zu vergegenwärtigen unserem Denken eine Last ist, unterwirft der Mensch mit Erfolg seinen Untersuchungen. Wa« lange, lange Zeiten vor un« auf der Erde gelebt hat an Thieren und Pflanzen — die Wiffenschaft zeigt e« un«. Wa« Jahrhunderte «ach un« am Sternenhimmel vorgehen wird — wir können es zum Theil schon heute berechnen. Aber vor dem Geheimniffe der Menschwerdung unseres göttliche» Heilande« sinkt da« Wiffen de« Weisesten in ein Nichts zusammen. Wir lernen wieder einmal verstehe», «ie armselig klein wir find vor der Allmacht de« Schöpfer«, wie schwach es mit unserem Wissen bestellt ist trotz aller großartigen Errungenschaften der Technik, der Wissenschaft und der Kunst. Wir sehen eine Schranke aufgerichtet für snser Denken und Forschen, un- Lbersteiglich für den irdischen Menschen jetzt und immerdar.
Und damit kommt uns wieder zum Bewußtsein, daß wir schwache Sterbliche find, unterthan dem allmächtigen, unsterbliche» Gott,, dessen Liebe so grenzenlos ist wie seine Zeit und seine Macht: nicht nur da« Wesen der Menschwerdung Jesu Christi ist und bleibt un« ein Buch mit sieben Siegeln; auch seine Bedeutung ist für un« Staub- fleborne mit unserer Selbstsucht, mit unserem kleinlichen Denken und Empfinden fast unfaßbar, überwältigend. Wir fühlen, wenn wir unser Denken |ti versenken suchen in diese« geheimnißvolle Opfer göttlicher Liebe zu un«, daß wir nicht fähig find, die Größe diese» Opfer« ganz zu würdigen und zu erfassen. Unser Geist und unser Herz find zu arm dazu. Aber jubelnder Dank entströmt unseren Herzen:
O Wunder groß!
AuS BaterS Schoost Ist Sott von Sott gekommen Und hat aus Lied', Die Ihn antrieb. Die Menschheit angenommen! —
mit AntaHaktungs -Anlage „Ilkustrirte Smmtags-Ieitung"
»war soll sie kommen ohne Kanalistrung der Mosel und der Saar. Man hat wohl anzunehmen, daß diese Darstellung der Thatsachen richtig ist. Namentltch die Freunde der Vorlage würden unklug handeln, wollten sie darauf drängen, auch diese Pläne noch tn die Vorlage aufzunehmen; denn durch jede ewzelne Vergrößerung wird die Berathung schwieriger, ihr Schicksal ungewisser. Hoffentlich lassen sich diesmal nicht wieder einige Freunde der Vorlage dazu verleite», die Gegnerschaft gegen dieselbe als Handhabe zu allgemeiner politischer Verhetzung und Verdächtigung zu mißbrauchen. Gerade dieser Fehler, den die Freunde der Vorlage bei der ersten Berathung gemacht haben, war der schwerste und mißliebigste aller begangenen Fehler. Aber Niemand pflegt unliberaler als die sogenannten Liberalen zu fein, wenn ihnen etwa- gegen den Strich geht.
X Mo« der Zolltarif. N-rkage meint die »Natiouall. Korrespondenz', man habe mit ihrer Verschiebung bis zur nächsten Tagung des Reichstages schon jetzt als mit einer Thal- fache zu rechnen. Wirklich? Es würde zu bedauern fein, wenn diese Vorlage so spät an den Reichstag gelangen sollte, daß eine gründliche Turchberathung unterbleiben und wieder einmal eine parlamentarische Hetzjagd an ihre Stelle treten sollte; und jedermann wird lieber eine Verschiebung dieser Vorlage hoben wollen als die Gefahr einer überhetzten BerathungSweise. Aber bisher stand es doch fest', daß man mit der Verschiebung als mit einer Thatsache zu
Die Meine Lori.
Original-Roman von Irene ».Hellmuth.
80 ------ (Nachdruck verboten.)
Lange saßen die Freunde beisammen und beriechen über die nächste Zukunft. Sie hielten es für daS beste, Lori vorläufig über das Vorgefallene nicht aufzuklären, bis fie Nachricht von Jo- Hannes erhalten haben würden, um ihre Ungeduld nicht zu vermehren und sie nicht unnöthig aufzu- regen.
Als Berneck sich endlich verabschiedete, geschah es mit herzlichem Händedruck und dem Versprechen, bald wieder zu kommen. Und er hielt Wort.
War eS ihm doch zum Bedürsniß geworden, fein bekümmertes Herz dem Freunde auSzuschütten und sich bei ihm, der selbst des Trostes bedurfte, Beruhigung und neue Hoffnung zu holen.
EineS Tages bestimmte Berneck den Freund, chm zu sagen, wer damals, als er Versöhnung suchend nach dem Lindemauushof kam, der schändliche Verleumder gewesen fei.
Lindemann senkte den Kopf.
„Ich kann es Dir nicht sagen, Konrad; der Bries war ohne Unterschrift."
„Also anonym, und Du glaubtest solchem abscheulichen Lügengewebe?"
„Ich habe es oft bereut in der letzten Zeit. «lS nach und nach die Ahnung in mit aufstieg, daß der Briefschreiber gelogen hatte, da wollte ich zu Dir hin, Dich um Verzeihung bitten, aber mein Stotz litt eS nicht; hätte ich es doch gethan, wie viel Jammer wäre Dir erspart geblieben."
Berncck nickte trübe.
so weiter geht, in nicht zu ferner Zeit nichts mehr da sein wird. Denn Tante Kachinka in ihrer Schwäche vermag Theo so wenig Einhalt zu thun wie ich. Er fordert ungeheure Summen und erhält fie auch. Dazu kommt noch, daß ich mich mUKathinka absolut nicht »ertragen kann; eS ist das Schrecklichste, so ganz und gar von diesem herrschsüchtigen Weibe abhängig zu fein. Das Wenige, was ich für mich verbrauche, erscheint Kathinka immer noch zu viel. An mir will fie sparen, was Theo unnütz verbraucht. Ach, und ich bin so genügsam geworden — die Zukunft aber erfüllt mich mit Angst und Grauen — Du siehst also — daS Schicksal hat Dich gerächt — was willst Du noch?---"
♦ ♦
Da der Winter mit ungewöhnlicher Strenge auftrat, und täglich neue Schneemassen vom grauen Himmel herabfielen, auch Loris Zufiand sich immer mehr verschlimmerte, so wurde es Berneck schwer, den Freund täglich zu besuchen, und er bat ihn deshalb, ganz auf den Gutshof zu ziehen, um bis zum Wiederaufbau der abgebrannten Häuser und Speicher da zu wohnen. Nach längerem Widerstreben willigte Lindemann ein. Lori konnte man nun die Sache nicht mehr verschweigen, auch versprach sich der Arzt, den man endlich in alles eingeweiht hatte, Besserung für feine Patientin, wenn diese von der Versöhnung erfuhr.
Lindemann war kaum im Stande, seine Bewegung zu verbergen, als er zum ersten Mal in die matten, glanzlosen Augen Loris sah, und ihre abgezehrten Hände in den {einigen hielt. In seiner Erinnerung stand Lori al« ein lachendes, jauchzende«, blondlockiges Kind, das in ungestümer
Deutsches Deich.
Berlin, den 22. Dezember.
4- Gebers! - Ietdmarschulk Graf vo« Kkumeuttzsk ist in der SamStag-Nacht auf fernem Gute Quellendorf bei Köthen gestorben. Derselbe hat ein Alter von über 90 Jahren erreicht, von denen er 73 Jahre dem preußischen Heere angehöite. Er war am 30. Juli 1810 in Schwedt a. O. geboren und am 28. Juli 1827 nach Absoloirung des Kadettenkorps als Sekondleutnant in das Garde-Reserve-Jnfanterie- Regiment, daS spätere Garde-Füstlier-Regiment, etugetreten. Den Krieg von 1864 machte Oberst von Blumenthal als Chef des Stabes beim 1. lombiidrten Armeekorps in Schleswig-Holstein mit, wurde am 25. Juni 1864 Generalmajor und »ahm als Ches des Stabes beim Oberkommando der 2, Armee am Feldzug in Böhmen theil. Während des Feldzuges gegen Frankreich fungirte der inzwischen zum General- leutnant beförderte Herr von Blumenthal als Stabschef beim Oberkommando der brüten Armee. An der Spitze des vierten Armeekorps stand Blumenthal feit dem 2. Oktober 1871. Am 19. September 1883 erhielt er den Grafenstand und wurde nach dem Regierungsantritt Kaiser Friedrichs zum Seneralfeldmarfchall ernannt, um kurz darauf die Generalinspektion der vierten Armeeinsprktion und daS reitende FeldjägerkorpS zu übernehmen. Im März 1898 wurde dem 88jährigen hochverdienten Manne unter schmeichelhaftester Anerkennung feiner Leistungen der erbetene Abschied bewilligt. Die Leiche Blumenthals wurde am Sonntag nach Berlin überführt, wo eine Trauerfeier stattfand. Die Beisetzung erfolgt auf dem Stammgute Krampfer bei Perleberg.
• Di-preußisch-Sumakvorkage kommt, so wird nun wieder einmal versichert. Und
„Und den Brief, hast Du ihn noch?"
„Jawohl, hier ist er, ich habe ihn gut auf« bewahrt in dieser kleinen Kassette, der das Feuer nichts anhaben konnte. Wäre er nicht zufällig darin gelegen, so wäre er wahrscheinlich auch mit verbrannt."
Berneck nahm den Brief, den der Freund ihm reichte, aber kaum hatte er einen Blick darauf geworfen, als er auch schon höchst erregt von seinem Stuhle in die Höhe fuhr.
„Gott — wo habe ich doch diese Handschrift schon gesehen — richtig — kein Zweifel, es ist die Helenens! — Und doch, wie käme gerade sie, der ich nichts als Wohlthaten erwies, dazu, solche abscheuliche, wissentliche Unwahrheiten gegen mich auSzuspreche»? Ich muß der Sache auf bett Grund kommen."
Noch an demselben Tage schrieb Berneck an Helene und beschuldigte diese ohne Umschweife al« die Briefschreiberin.
„Wenn mein Kind stirbt — Dich trifft die Schuld — Dich allein, Du elendes, undankbares Geschöpf, stehe zu, wie Du es vermagst, dar Alles zu ertragen.“
Helene leugnete nicht.
Sie bat de- und wehmüthig um Verzeihung. Sie legte in einem langen Briefe den Grund ihres Handelns — bießiebe zu Johannes — bar, unb schrieb dann weiter: „Verzeihe mir, liebster, bester Onkel, ich bin ohnedies gestraft genug für mein abscheuliches Thu». Ich bin unglücklicher als Du, glaube mir! Mein Man» ist ein Egoist, der mich schon jetzt bei Seite schiebt wie ein abgetragenes Kleid. Er spielt und vergeudet das Geld in unglaublicher Weise, so daß, wenn es
k ♦ t . . . .