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mit Arrterhaktungs-Mlage .Llkustrirte Konnlags-Mlung^
27. Jahrgang.
Iutöa, Samstag, dm 15. Dezember 1900,
jetzt (1874), so äußerte Windthorst u. A., „in den protestantischen Bolkskreisen weithin noch bestehende und mit Eifer genährte Aufregung und Abneigung gegen Katholizismus und Centrum sogar dazu benutzt werden, eine positive soziale Thätigkeit, welche das Centrum vertrete, sogar an stchzu diskreditiren und einem Erfolge jener dadurch nur schaden. Sobald aber in diesen Beziehungen (Kulturkampf) die Lage bester sei, müffe sofort sozialpolitisch vorgegangen werden, und er werde ganz gewiß mit dabei fein*. Windthorst hielt also ein sozial-politisches Vorgehen des Centrums damals noch für unangebracht, um nicht die Sozialpolitik als solche von vornherein zu diskre- ditiren und ihrem Erfolg zu schaden. Das war die Hauptsache seiner Aeußerung, und gerade diese verschweigt der gründliche sozialdemokratische
Autor.
Aehnlich macht er es mit einer Rede deS Abg. Dr. Hitze in der Reichstagssitzung vom 26. April 1899, wo Hitze darauf hinwies, es sei der sozialdemokratischen Partei gelungen, einen Gegensatz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schaffen, der verderblich wirke, und u. a. fortfuhr,: „Auch die Arbeiter verlangen ihren Antheil an dem Fortschritt der Entwickelung ; sie wollen als gleichberechtigter Stand den anderen an die Seite rücken. Sie haben i ihre Wünsche an die Staatsregierung, an die Arbeitgeber, an die Gesellschaft, und sie wollen die Wahrung ihrer Jntereffen selbst in die Hand nehmen:c." Die sozialdemokratische Logik folgert hieraus, das Centrum habe alfo durch den Abg. Hitze die genannten Bestrebungen „für verderblich erklärt". Ein Beweis dafür wird nicht erbracht und kann auch nicht erbracht werden. Wenn der Abg. Hitze den Gegensatz zwischen Arbeitern und Arbeitgebern als verderblich bezeichnet, so wird kein vernünftig denkender Mensch diese Aeußerung auf die weiter genannten Bestrebungen der Ärbeitrrschaft beziehen, zumal Hitze unmittelbar darauf in derselben Rede sus- ! drückli» erklärt: üJir müssen den Arbeiter« ermöglichen, daß sie selbst die Vertretung ihrer Jntereffen unmittelbar in die Hand nehmen können." Auch d'ese Erklärung — es handelt | sich um die Einriä ung von ArbeitSkammern — verschweigt die sozi ldemokrattsche Broschüre, weil sie ihr nicht in den Kram paßt.
Zum Schluß möchten wir die Sozialdemokraten nur fragen, welche T hat en sie — außer ihren vielen Reden — zum Beweise ihrer Ai- beiterfteundlichkeit anführen können? Erst seit kurzem haben sie für soziale Resormgesetze gestimmt, „mehr der Roth gehorchend, als dem eigenen Triebe". Denn das Bewußtsein der segensreichen Wirkungen unserer sozialen Gesetze ist inzwischen zu tief in das Volk eingedrungen, der Arbeiter, auch der fozialistisch gefärbte, ist vor allem unter dem Einflüsse der erstarkenden Gewerkschaftsbewegung zu sehr auf praktische erfolgversprechende Gegenwartspolitik bedacht geworden, als daß die Sozialdemokratie noch länger bei ihrer bisher verfolgten Alles- oder Nichts-Taktik hätte verbleiben können. Da haben die Sozialdemokraten wahrlich keinen Grand, in der Kritik der Arbeiterfreundlichkeit
«ar nicht wahrgenommen, das Ganze hatte sich überhaupt in einer Sekunde abgespielt. Theo stürzte herzu, er hatte den Schrei gehört. Mit Entsetzen bemerkte er das zwischen den Wellen auftauckende, bleiche Gesicht Lori?. Rathlos lief er am Ufer hin, — die Haare standen ihm zu Berge, aber was chun? — Er konnte nicht schwimmen, war auch eine feige Natur, und viel zu ängstlich, um der Verunglückten nachzuspringen. Er schrie fürchterlich um Hilfe, doch alles blieb still, im rächtlichen weiten Garten. Endlich erblickte er einen Rachen, den der Gärtner stehen gelaffen haben mochte, er versuchte, ihn Lori hinzuhatten, doch die Er-tfernang war zu groß, sie konnte ihn nicht erfassen. Nun galt kein Zögern mehr, Leben und Tod hing von der nächsten Minute ab, Theo warf seinen Rock auf die Erde, und sprang, all seinen Muth zusammennehmend, der sich müh«am übet Wasser haltenden Lori bei. Jetzt hatte er sie erreicht, — er schlang seinen Arm um die leichte Gestalt und suchte mit ihr das Ufer zu gewinne?. Es war freilich keine leichte Arbeit für Theo. Er hatte gehofft, daß der Fluß an dieser Stelle nicht so tief fein würde, doch fühlte er keinen Boden unter seinen Füßen. — Endlich, nach vieler Mühe, gelang es ihm, sich herauszuarbeiten, indem er einen Baumstamm erreichte, der in das Waffer hjneinragte.
Er legte Lori, die inzwischen ohnmächtig geworden war, sachte in das hohe Gras, und hoffte, sie zum Bewußtsein bringen zu können. Da ihm dies jedoch riebt gelang, trug er st-, kurz entschloffen auf seinen Armen so schnell er konnte ins Haus, wo das schr-ckliche Ereigniß eine allgemeine Bestürzung Hervorruf.
Tante Kathinka war fassungslos. Sie schickte gleich ein paar der jammernden Mädchen nach verschiedenen Aerzten; die alte erfahrene Köchin war die einzige, die den Kopf oben behielt; sie war eS auch, die Lori rasch inS Bett brachte, ihr die Schläfe mit kölnischem Waffer rieb, und sie, ehe noch der Arzt, kam zum Bewußtsein brachte. Der Doktor ordnete das Nölhigste an. Der Zustand der Patientin war keineswegs be- sorgmßrrregend. Da sie nur, zumeist wohl in Folge des großen Schreckens, ohnmächtig geworden war, erholte sie sich bald wieder. Man rief nach Wally, doch diese war nirgends zu entdecken. Sie blieb auch am folgenden Tage verschwunden. Lori, die am anderen Morgen noch ein wenig fieberte, und deshalb das Bett bflten mußte, sann und grübelte umsonst, wohin Wally gegangen sein mochte, und wer es wohl gewesen, brr sie mit furchtbarem Stoß in den Fluß geschleudert. Daß gerade Wally es gewesen, daran dachte sie am allerwenigsten, weil sie zu der Zeit, wo es geschehen war, das Mädchen abwesend glaubte, um den Brief zu besorgen, und woher sollte ihr auch eine solche Annahme kommen. Sie hatte wohl gehört, daß Jemand von hinten auf sie zulief, doch in der Eile, mit der dies geschehen, und in der Durkelheit konnte Lori nichts unterscheiden.
Theo allein ahnte den Zusammenhang, doch hütete er sich wohl, etwas laut werden zu loffen. aus guten Gründen. Loris Bries, den Wally besorgen sollte, lag aus dem Tisch in seinem Z-mmer.
Lori fühlte sich sehr niedergeschlagen. Das zarte Gesicht zeigte eine durchsichtige Bläffe, und
anderer Parteien, vor allem das Centrum, den Mund so voll zu nehmen.
Deutsches Keich.
Berlin, den 14. Dezember.
* Die Aierproduktion i« Deutschland hatte auch im Jahre 1899 eine erhebliche Zunahme aufzuweisen. Erzeugt wurden an Bier: im Brausteuergebiet 43,2 (1898: 42.3) Millionen Hektoliter, in Bayern 17,7 (1898: 17 5) Millionen, in Württemberg 4.13 (1898: 4 07) Millionen, in Baden 3,1 (1898: 2,9) Millionen, in Elsaß-Lothringen 1,13 (1898: 1,06) Millionen und im deutschen Zollgebiet (einschl. Luxemburg) 69,5 (1898: 68,0) Millionen Hektoliter. Bei Bayern und Baden gelten diese Zahlen für daS Kalenderjahr 1899, bei den übrigen Steuer- gebieten für das Rechnungsjahr 1. April 1899 bis 31. März 1900. Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr ist der jährliche Bierverbrauch auf den Kops der Bevölkerung berechnet worden: für das Brausteuergebiet auf 104,4 Liter (1898: 103 8), für Bayern auf ! 247,5 Liter (1898: 247,6), für Württemberg auf 192,2 Liter (1898: 181,2), für Baden auf 171,6 Liter (1898: 164,2), für Elsaß-Lothringen auf 85,7 Liter (1898: 82,3) und für daS deutsche Zollgebiet auf 125,0 Liter (1898: 124 2). ‘
* HsSakSiM in Deut sch land. Nach den amtlichen Listen hatten im Jahre 1899 im deutschen Zollgebiet 116,318 Pflanzer eine Gesammsfläche von 14,618 Hektar mit Tabak bepflanzt (1898 139,171 Pflanzer 17,652 Hektar) und davon geratet 30,075 Tonnen Tabak in dachreifem, ttockenem Zustande, d. i. auf 1 Hektar 2058 Kilogramm (1898 32,559 Tonnen, 1845 Kilogramm). Der Gefammtwerth der Ernte (Verkaufswerth einschließlich Steuer) wurde ermittelt zu 24 Mill. Mk. (1898 24 Mill. Mk.), so daß 1 Doppelzentner dieser Ernte in dachreifem, trockenem Zustande durchschnittlich einen Preis von 81,79 Mk. (1898 75,30 Mk.) gebracht hat. Im Jahre 1900 sind nach den vorläufigen Er-> Ermittelungen 14,781 Hektar mit Tabak bepflanzt worden, also nur 163 Hektar mehr als im Vorjahre, n ährend die Zahl der Pflanzer auf 114,716 zurückgegangen ist.
• Die vom Ministerium deS Innern heraus- gegebene ,Berl. Korresp/ weist auf die Agitation in Kreisen des Baugewerbes hin, in die Ver- träge die Streik-sek einzufügen, und be- mertt, diese Wünsche würde« auch von den be- theiligten Central - Behörden Preußens und des Reiches berathen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten erklärt nun in einem Erlasse an den Vorstand der Baugeschäfte Berlins es für nicht mit den Staats - Jntereffen vereinbar, jenen Wünschen in der beantragten Allgemeinheit ; Rechnung zu tragen. Der Minister behalte sich vielmehr vor, von Fall zu Fall zu entscheiden, ! wie weit der Ausstand der Arbeitnehmer oder die ! Sverre der Arbeitgeber einen gerechtfertigten An- - laß bieten, die Unternehmer von ihren verttag- : lichen Verpflichtungen zu entbinden, Friftoerlän- i gerunfl zu gewähren oder eine verwirkte Rönnen» : tionalftrafe nachzulassen. Die Behörden sollten
folglich, so schließt nämlich die sozialdemokratische Logik, sei das Centrum eine „durchaus arbeiter-
sie äußerte in diesen Tagen mehrmals den Wunsch, nach Hause zurückkehren zu wollen. Dort hoffte sie, eher wieder völlig gesund werden zu können. Als sie eben den Entschluß gefaßt hatte, an den Vater zu schreiben wegen ihrer Heimkehr, da traf ein Brief von ihm ein, worin er sich bei Tante Kathinka für längeren Besuch anmeldete. In etwa einer Woche wollte er eintreffen. B s dahin hoffte er, die nöthigen Arbeiten bewältigt zu ha- beit.
Nun hieß es dableiben, denn der Vater schien sich auf seinen Besuch bei der Schwester sehr zu freuen, und Lori mochte ihm die Freude nicht verderben. Jedenfalls aber wollte sie zugleich mit ihm nach Hause zurückkehren.
Dem Briese, der die Adreffe der Tante trug, lag noch ein besonderer Zettel bei, den Fräulein Kathinka unbemerkt wegnahm. Er schien in großer Eile geschrieben zu sein und enthielt nur die wenigen Zeilen:
.Liebe Schwester! Mein kluges Pflegetöchterchen Helene hat eben ansgekundschaftet, daß Loris ehemaliger Verehrer, von dem ich Dir bereits schrieb, die Absicht Hot, persönlich nach 31 ... . zu reifen, um womöglich mit Lori zusammenzutref- fen. Suche zu verhindern, daß die Beiden sich sehen, laß das Mädel, die Lori, nicht aus den Augen, der junge Mann wird morgen oder übermorgen bei Euch eintreffen.. Wenn ich mich losmachen kann, fo komme ich bis dahin selbst. Konrad."
„Nein, nein, das darf nicht geschehen, daß die Beiden sich Wiedersehen".
Kathinka tief ihren Neffen und zog diesen zu Rathe.
feindliche" Partei.
Wir wollen davon absehen, daß die Rechnung von der „maßgebenden" Partei doch nicht so genau stimmt. Bei vollzählig versammeltem Reichstag ist da» Centrum nicht im Stande, mit den Sozialdemokraten allein eine Mehrheit zu bilden; es müffen noch Mitglieder anderer Fraktionen hinzukommen, sodaß keinesfalls da» Centrum allein verantwortlich gemacht werden kann, wenn die Sozialdemokraten mit einem Antrag nicht durchdringen. Jndeß abgesehen hiervon, genügt etwa die Annahme eine« Antrages im Reichstage, umetwaeinGefetzzuStandezubringen? Angenommen, Centrum und Sozialdemokratie zusammen könnten und würden jeden sozialdemokratischen Antrag zur Annahme bringen, genügte das etwa, um die „sozialdemokratischen Tauben vom Dache zu holen?" Diese Frage umgeht die genannte Schrift wohlweislich aus guten Gründen; denn mit ihrer Verneinung fällt das ganze sozialdemokratische Anklagegerüst einfach zusammen. Zum Zustandekommen eines Gesetzes ist bekanntlich auch die Zustimmung des Bundesraths erforderlich. Wir brauchen nur an die schon fo oft erfolgte Annahme des Antrages auf Aufhebung des Jefuiteng-setze» zu erinnern, welche I bisher noch keinem einzigen Jesuiten die Rückkehr ins Vaterland ermöglicht hat. Es ist gewiß kein Schaden für die Arbeiterschaft, daß das Centtum in der Frage des Arbeiterschutzes anders verfahren und die Fortführung desselben sowie die Reform der sozialen Versicherungsgesetze stückweise durchsetzen kann, also — nach sozialdemokratischer Auf- faffung — „ganz ungenügende" Fortschritte wenigstens erreicht, anstatt sich auf die Unterstützung größerer, aber einstweilen aussichtsloser Reformanträge beschränken zu muffen.
Wenn man dielen Gedanken festhält, daß das Centrum weitergehende Arbeiterfchutz-Anträge der Sozialdemokratie, trotz vielfacher prinzipieller Uebereinstimmung mit denselben, nur deshalb ablehnen mußte, weil die Haltung der Regierung und anderer Parteien sonst überhaupt j gliche Reform in Frage gestellt hätte, so ist daw t der I größte und wichtigste Theil der ganzen foj- demokratischen Anklageschrift widerlegt. Auf alle Einzelheiten derselben können wir hier nicht eir;ehen.
Nur auf zwei charakteristische Stellen sei noch besonders hingewiesen, weil diese zugleich die Zitierkunst des sozialdemokratischen Verfaffers ins rechte Licht rücken. So führt derselbe gleich anfangs eine Stelle aus der vom Volksverein für das katholische Deutschland heram gegebenen Schrift „Arbeiterschutz und Centrum" an, nach welcher Windthorst im Jahre 1874 ein positives sozialpolitisches Vorgehen des CenttumS ab- gelehnt habe, um letzteres nicht in de« Verdacht der Demagogie zu bringen. Also, so folgert die 1 sozialdemokratische Schrift, .schätze das Centtum - den Verdacht der „Volksverführung" für schlimmer ! als die Nichtachtung von Gerechtigkeit und 1 Nächstenliebe". Dabei unterschlägt der Ver> f aff er aber die weiteren an der angegebenen • Stelle ebenfalls mitgetheilten Gründe Windt- : horst's, warum er den „Verdacht der VolkS- . I Verführung" vermeiden wolle. Es werde die
Wer in den jüngsten Jahren und auch im lHten Jahre die Zeitungen gelesen und insbesondere die Reichsiagsberichte mit etwas Hellem Klick und eigenem Nrtheil verfolgt hat, der wird diese Frage zum mindesten seltsam finden. Man braucht nicht einmal erklärter Anhänger der Sozialpolitik des CenttumS, braucht nicht einmal Mitglied des Volksvereins für das katholische Deutschland zu sein, dieses — auch | nach dem Unheil nichtkatholischer Kreise, z. B. der „Sozialen Praxis" (des sozialpolitischen Centralorgans in Deutschland) — „bedeutendsten Vereins zur Förderung der Sozialreform", man braucht nicht die zahlreichen Flugblätter und Schriften dieses Vereins über die Leistungen und Fortführung des gesetzlichen Arbeiter- schutzes gelesen zu haben, um obige Frage beantworten zu können. Die noch in frischer Erinnerung stehenden Verhandlungen bei Ab- | lehnung der sogenannten Zuchthausvorlage, bei I Berathung der Gewerbeordnungsnovelle und vor allem bei der Reform der Jnvaliden- und Unfallverficherung haben zahlreiche Beweise ergeben, daß sich das Centrum als wahrer Freund auch für den Ardeiterstand gerade da gezeigt hat, wo es galt, etwas zu erreichen. „In der Beschränkung" auf das zunächst Erreichbare „zeigt sich erst der Meister", das kann man wohl vom Centrum sagen, welches Schrftt vor Schritt voranschreitet, statt große Sprünge zu machen und dabei regelmäßig das Ziel zu verfehlen. Und einem vernünftigen Arbeiter können in dieser Fortführung des | ArdeiterschutzeS wahrlich die Centrums-„Sperlinge in der Hand" lieber fein, als die sozialdemokratischen „Tauben auf dem Dach".
Der Arbeiterstand hat ja auch solche sogenannten „guten Freunde", welche mit großem | Munde, aber meist leeren Händen ihre Freund- i schäft beweisen und dann ba8 Bedürfniß fühle«, abermals mit großem Wortschwall, mit vielen | Bücklingen, Verdrehungen und Entschuldigungen dem Arbeiter zu versichern, daß sie dennoch seine „einzigen und zu»erläsfigsten Freunde" seien. Da« ist auch die Aufgabe einer neuen sozialdemokratischen Flugschrift „Worte und Thaten des arbeiterfreundlichen Crnttums". Schon gleich die ersten Sätze dieses Machwerkes sind kennzeichnend für die ganze, auf die Gedankenlosigkeit der Arbeiter sprkulirende Art der Beweisführung. Das Centrum fei im Reichstage die „maßgebende" Partei, heißt es da, es könne mit der Rechten sowohl als mit der Linken eine Mehrheit für oder gegen eine Borlage bilde«. Da nun der Ausbau des gesetzlichen ArbeiterschutzeS trotzdem „ganz ungenügend" erfolge, mit anderen Worten die weitreichruden Anträge und Vorlagen der Sozialdemokratie nicht angenommen würden,
Die kleine Lori.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
23 (Nachdruck verboten.)
Wo mochte er weilen? Warum schrieb er nicht mehr? Sollte er sie schon vergkffen haben? Auf all' die flehentlichen Bitten hatte sie keine Antwort erhalten, der heutige Brief an ihn war der letzte gewesen, — nun wollte sie, da alles nutzlos erschien, nicht mehr schreiben.
Aber baS Herz that ihr zum Zerspringen weh. Was hätte sie alles hingegeben um eine Zeile von deS Geliebten Hand!
Eine eigenthümliche Beklemmung bemächtigte sich des MädchenS, das schweigend am Flußufer entlang schritt.
„Darf ich von jenem Strauch dort einen Strauß Rosen für Sie pflücken, Lori?" fragte Theo leise, mit seltsam vibrirender Stimme.
Sie nickte nur, ihr ward unheimlch unter seinen glühenden Blicken; sein Athem streifte ihre Wange, so tief neigte er sich herab, um in die schönen Augen bl den zu können.
Er trat etwas seitwärts und ging rings um den Busch herum, die schönsten BlÜthen auszusuchen.
Da plötzlich sprang, einer Katze gleich, Jemand zwilchen den Bäumen hervor, Lori fühlte einen heftigen Stoß, und flog mit lautem Aufschrei klatschend in das Waffer, — das hoch aufspritzte. — Dann war es lautlos still, wie zuvor. — Ehe Theo «och begriffen hatte, was eigentlich gefchehen, war die dunkle Gestalt wie ein Spuk verschwunden, der junge Man« hatte sie
■». ■ OmmH.
z-ile 36 Pfg. ; M Wiederholung«
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Ist das Centrum „arbeiterfeindlich" ?
Wertes Matt