Einzelbild herunterladen
 

e**ü*y±£ tag«. IIHIW !'1

27. Jahrgang.

Iutöc»- Samstag, den 15. Dezember 1900.

M 288.

Die Wirren in China.

Das Obelkommando in Peking meldet unter dem gestrigen Datum:

Nach dem soeben eingegangenen Gesummt- Berichte sind von Truppe« der zweiten Brigade im Nooember sechs größere und kleinere Expeditionen von Paotingfu in westlich er und nordwestlicher Richtung unternommen worden, wobei auch dort die große Mauer erreicht wurde.

Em .Standard'- Telegramm aus Shanghai vom 12. d. Mts. besagt: Tichavgtschjhlung hat die Mittheilung er halten, die K a i s e r i n - W i t t w e habe fich mit folgenden Friedens - Bedin» gungen einverstanden erklärt: Baldige Rück« kehr des Kaisers nach Peking, Zahlung einer Ent« schädigung in Höhe von 40 Millionen Pfand Sterling, Einführung einer Schutzwache von 2000 Mann für jede fremde Gesandtschaft und Ein­setzung von je einem fremdländischen Berachrr für jede Provinz des chinefischen Reiches.

* Aache«, 14. Dez. Au Stelle des zurüek- getretenen Reichstags-Abgeordneten für den Stadt­kreis Lachen, Professor Dr. Hill« in Pader­born, ist als Kandidat bei der demnächst avzu- beraumenden Ersatzwahl von der EentrumS- Partei der Vorfitzende der Jnvaliditäts- und AltersversicherungS - Anstalt der Rheinprovinz, LandeSrath Brandts in Düffeldorf, in Ausficht genommen. Brandts hat sich einen Ruf durch sein eifriges Wirken auf dem Gebiete der BolkS- wohlfahrt und im Besonderen des Arbeiterwoh­nungswesens erworben. Der Termin der Wahl ist von der Regierung noch nicht festgesetzt.

* Darmstadt, 14. De,. In der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer legte der Finanzminister das Budget für das Finanz­jahr 1901/1902 vor. Nach demselben betragen die Ausgaben 1,979,114 Mark mehr, als die Einnahmen; das Defizit soll, wie der Minister hervorhob, aus den Ueberschüffen der früheren Jahre gedeckt werden; eine Steuererhöhung ist in dsm Budget nicht vorgesehen.

* Lza««over, 14. Dez. Der Kaiser hörte heute früh 9 Uhr im königlichen Schlöffe während des Frühstücks mit seinem Gefolge Vor­träge des Hannoverschen Männergesangvereins. Nach Beendigung der Vorträge stattete der Kaiser den Sängern seinen Dank ab und er- wähnte dabei, daß er wiederum einen Ge­sangswettstreit zu veranstalten beab­sichtige, wahrscheinlich auch diesmal in Kassel. Kurz vor 10 Uhr fuhr der Kaiser nach der Wohnung der Gräfin Waldersee. Von hier aus begab er sich nach der Kaserne des Königs-Ulanrn-Regiments am Königsworther Platze. Der Kaiser schritt die Front des in zwei Glieder ausgestellten Regiments ab und begab sich sodann in das Ofstzierkastno des Regiments zum Frühstück, an welchem auch Prinz Rupp­recht von Bayern therlnahm. Um 1 Uhr Mittags fuhr der Kaiser nach dem Bahnhofe, wo kurz zuvor der Kronprinz von Potsdam eingetroffen war. Nach herzlicher Begrüßung bestiegen der Raber und der Kronprinz den Zug zur Krhrt nach So ringe.

* Sü»tr-«1, 14. Dez. Bei den württem- bergischen Landtagswahlen wurden nach amtlicher Berechnung 315,680 gütige Stimmen abgegeben. Die Zeh! der Wahlberechtigten be- trug 443,005. Es haben also 71,26 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Ge­brauch gemacht. Auf bte Kandidaten der demo­kratischen Volkspartei fielen 77,523 Stimmen, auf die deS Centrums 77,279, der Sozialdemo­kraten 58.666, der Deutschparteiler 63,021, der Agrarier 20,190, der Konservativen 10,200, der Wilden 7083.

mit Nnteröalümgs-Beilage „MuSririe Somstags-Iettmtgi' «TÄtTSÄ"“

Ausland.

• Aolterda«, 14. Dez. Ein hiesiges Blatt wußte zu berichten, daß die deutsche Regierung auf Ersuche» der niederländischen Regierung den deutschen Konsul in Lourenzo MarqueS mit der Wahrnehmung der niederländischen Interessen betraut habe. Diese Meldung ist durch daS Amsterdamer Amts­blatt bestätigt worden.

• N-m, 14. Dez. Die .Neue Bayerische Zeitung' bringt die Nachricht von Ordensver­leihungen vom Vatikan an deutsche Perjönlich- keiten; und zwar wurde dem Reichsrath Frei- bern von Soden, Präsident des Zentral­komitees der bayerischen Jubiläumspilger, und demReichSrrthGrafWalvbs tt von Bassen- heim, Präsident des Augsburger Diözesan- komrtees der bayerischen Romptlgerfahrt, vom Papste das Sroßkceuz des St. Georgiusordens verliehen. Ferner erhielt Prinz Ludwig von Sachsen-Koburg und Gotha vom Papst anläßlich seiner und seiner Gemahlin Mathilde Anwesenheit in Rom das Großkreuz des PiuSordens.

+ Setersvnrg, 14. Dez. Der Zar ist nicht bloß aus aller Gefahr, sondern sein Zu- stavd hat sich bereits so sehr verbeffert, daß die den Kaiser behandelnden Aerzte erklärten, daß der Krankheitsprozeß seinen Lauf beendigt habe und die Genesungs Periode die schon mehr als 2 Wochen dauert, vollkommen regelmäßig gehe; somit wird weiterhin das Erscheinen von Bulletins aufgehoben.

* Nerv.Aork, 14. Dez. Die Amerikaner hängen stch auf den Philippinen jetzt einen Maulkorb um. Präsident Mac Kinley soll sich nämlich von der Unmöglichkeit, die Philippinen zuerobern, überzeugt und beschlossen haben, den Eingeborenen unter der Erhaltung des amerikanischen Protektorats über Luzon Seldstregierung zu gewähren. Die Richtigkeit dieser Meldung erscheint sehr zweifel­haft, nachdem eben erst der amerikanischen Volksvertretung Vorlagen, betreffend die Ver­stärkung des stehenden Heeres zugegangen find.

Deutsches Deich.

Berlin, den 14. Dezember.

4- Die DnrchfüHrn«, der Schntzve- fÄr die IaSrikarveitert««err findet nach den Berichten der Fabrikinspektoren M 1899 noch immer Widerstand. Go betrug z. B. die Zahl der Verstöße gegen den § 137 Absatz 1 der Gewerbe-Ordnung (Verbot der Be­schäftigung an Vorabenden der Sonn- und Fest­tage nach 51/* Uhr), soweit sie ermittelt wurden, im Jahre 1899 noch immer 1038. Der Grund dafür, daß gerade diese Bestimmung noch so viel übertreten wird, ist hauptsächlich in der ge­ringen Höhe der wegen Vergehen verhängten gerichtlichen Strafen zu suchen, weil die Ueber- ttetung der gesetzlichen Bestimmungen und die dadurch erzielten Vortheile dem Unternehmer mehr einbringen, als die Strafe beträgt, wenn er von dem Fabrikinspektor bei einer Uebertretung ge­troffen wird. Uebrigens ist schon seit Jahren seitens der Fabrikinspektoren aus diese Erscheinung hingewiesen und deren Abstellung gefordert wor­den. Auch die Schaffung von Umkleide- und Waschräumen mußte noch in Dielen Fällen ver­ordnet werden. Manche Unternehmer weigerten sich noch, solche anzulegen, und beriefen sich dar- auf, daß die Arbeiterinnen von denselben keinen Gebrauch machten. Letzteres kam jedoch vielfach daher, daß der Unternehmer den Arbeiterinnen nicht genug Zeit zum Umkleiden ließ. Nachdem jedoch auf Anordnung des Beamten z. B. in einer Fabrik besondere Ankleideräume geschaffen worden waren und der Unternehmer einige Minuten vor Arbeitsschluß den Arbeiterinnen ein Zeichen zum Umkleiden gab, geschah dies nicht mehr hi der Fabrik bei vollem Betrieb, sondern in den dafür geschaffenen beson- deren Räumen. Streng zu verunheilen und zu bedauern ist eS, daß aber auch die Ar­beiterinnen in den Umkleide- und Waschräumen häufig nicht für die nöthige Reinlichkeit sorgten und wie z. B. aus Württemberg berichtet wird, Kleiderkästen rc. beschädigten. Daß auf diese Weise manchen Unternehmern die Lust zur An­lage solcher Einrichtungen vergeht, ist bann nur zu erklärlich. Der Umstand, daß die Schutzgesetz, gebuug zu Gunsten der Fabrikarbeiterinnen nicht die gewünschte strenge Durchführung findet, läßt fich dadurch erklären, daß die Arbeiterinnen noch immer nicht genügend unterrichtet sind über den Inhalt der für sie getroffenen Bestimmungen, sowie die Mittel und Wege zu deren strikter AuS- führung. Vielfach scheuen aber auch die Arbeite­rinnen wegen Abstellung von Mißständen an den Fabrikinspektor sich zu wenden, weil sie fürchten, daß chr Name bekannt werde ober sie manche Dinge dem männlichen Beamten nicht gern mit- theilen. Nur ein einziges Mal wirb in den letzt- jährigen preußischen Fabrikinspektorenberichten ein birefter Verkehr von Arbeiterinnen mit dem In­spektor erwähnt. Unter solchen Verhältniffen scheint eS einmal sehr nöthig, daß auch bie Ar­beiterinnen in den Urbeiterinnenvereinen über ben Inhalt ber sozialen Gesetzgebung belehrt werden; vielleicht kann auch mancher Familienvater, besten Töchter bie Fabrckarbeit aufsuchen, und ber durch bie Theilnahme an den in vielen unserer Arbeiter­vereinen bestehenden Unterrichtskursen mit dem Inhalt deS Arbeiterschutzes schon mehr vertraut ist, derartige Kenntniffe diesen vermitteln. So­dann erscheint die Bestellung weiblicher Ver- trauenspersonen sehr angebracht, als welche viel­leicht die Vorsteherinnen unserer Arbetterinnen- hospize, tüchtige ehemalige Arbeiterinnen, oder auch barmherzige Schwestern wirken können und denen die Arbeiterinnen mit Vertrauen entgegen« komme«. Diese könnten etwaige Beschwerden prüfen auf ihre Berechtigung und den Fadrck- inspektoren zur Abstellung mittheilen.

* Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht bie Be­kanntmachung über die Einrichtung eines deut­sche» D»st«mt» i« der Stadt Ltianlsch»«. Sein Thätigkett erstreckt sich auf den Briefpost-, ZeitungS- und Postanweisungsdienst, auf den Austausch von Packeten mit und ohne Werth­angabe sowie mit oder ohne Nachnahme, ferner von Briefen und Kästchen mit Werthangabr. Es wird besonders darauf ausmerksam gemacht, daß bie Stadt Krautschou außerhalb des deutschen Schutzgebietes Krautschou liegt und daß daher Brief'enbungen nach dieser Stabt nicht den für die Schutzgebiete geltenden ermäßigten Taxen, sondern den Portosätzen des Weltpostoereins unterliegen.

* Auf Befehl des Kaisers wirb die Aka­demie der Künste zur 2vvjätzrige« I«vek- feier des Königreichs Preußen eine Aus-

IwftttUi Di« «tw spalt. Härmet* ieile oder beten Raum IS Pfa.,Re­klamen bie Petit­zeile 26 Pfg.; bet Wiederholungen wirb entsprechend. Rabatt gewährt.

stellung historischen Charakter- veranstalten, die vom 15. Jan. bis zum Ende deS Monats dauern soll. Der Kaiser gibt selbst dazu eine Reihe von Werken auS seinem Besitz. Soweit bis jetzt verlautet, handelt eS fich bei dieser Ausstellung im Wesentlichen um Werke, die bie Könige von Preußen unb bie ihnen nahestehenden Persönlich­keiten zum Gestände haben. Bildniffe der Königinnen dürsten hierfür dem Vernehmen nach underück- fichtigt bleiben.

* Im Iürstenlhnm Lippe haben am gestrigen Donnerstag die Landtagswahlen stattgefunden. Der Wahlkampf war dadurch sehr heftig geworden, baß bie Bückeburger Partei es für nöthig hielt, eigene Kandidaten aufzustellen. Nach einem Privattelegramm des .Vorwärts' kommen von den fünf aufgestellten sozial­demokratischen Kandidc ten vier in die Stich­wahl. Andere Nachrichten liegen bis jetzt noch nicht vor.

* Die st a a 11 i dj e n Lehrer- urrbLehrerirrueu- Seminsre ber preußischen Monarchie waren im Sommersemester 1900 von 11,400 Zög­lingen besucht. Hiervon waren 6422 Interne, worunter 4402 evangelisch und 2020 katholisch waren, und 4978 Externe, worunter 3414 evan­gelisch, 1549 katholisch und 15 jüdisch waren- Die staatlichen Präparandenanstalten waren in oem- selben Semester von 2600 Zöglingen besucht, wo­von 63 evangelische Jmerne, 1670 evangelische und 930 katholische Externe waren.

* Nach einer nunmehr vorliegenden amtlichen Bekanntmachung gelten bie Österreichische« Aerei»»1h«ler und Vereinsdoppelthaler, welche in Oesterreich bis zum Jahre 1867 ge­prägt find, vom 1. Januar 1901 nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel und werben von ben Reichs- unb Landeskassen nur noch bis zum 31. März 1901 in Zahlung ober zur Umwechslung angenommen.

* Hege« de« st»de«tische« Driokzwaug. Am heutigen Freitag findet im Auditorium maximum der Bonner Universität eine allge­meine Siudentenversammlung statt, zu welcher bte angesehensten Professoren folgende Einladung erlassen haben: „9Die Bedeutung und die schädlichen Folgen deS sogena nten Trinkzwanges für Gesundheit und öffent­liches Leben gehen »eit über die studentische. Kreise hinaus; sie erfordern bei dem überall zum h men- den Alkoholverbrauch in allen Volksschichten eine ernste allseitige Beachtung. Der bisherige Mangel einer zwickmäßigen Belehrung über die in dem Mißbrauch der geistigen Getränke liegen­den Gefahren in der Jugend läßt eS gerecht­fertigt erscheinen, die Alkoholfrage auch einmal in Verbindung mit dem studentischen Trink- zwange zu erörtern, zumal die Trinkübung bet Studenten für viele unb weite Kreise ber übrigen Gesellschaft vorbildlich ist. Die Unter­zeichneten fordern daher alle Dozenten und Kommilitonen aller Fakultäten, Verbindungen und Richtungen auf, zu der oben bezeichneten Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Regierungsrath Quensel aus Köln hat las Referat über die Trinkzwangftage übernommen, und es wird namentlich auch eine Aussprache darüber stattfiiden, in welcher Weise eine zwick- entsprechende Reform der Kneipordnungen vor­genommen werden kann, ohne ein gemüthlicheS, gesellig kameradschaftliches Zusammensein der Studenten untereinander zu gefährden."

V Merkt«, 14. Dezember. Der Kaiser ist mit dem Kronprinzen und den übrigen Jagdgäste« um 1»/« Uhr in Saupark bet Springe eingetroffen und ohne Aufenthalt nach dem Reuter HallermundSkopf »eitergefahren, wo ein angeftellteS Jagen mit der Findermeute auf Sauen stattfindet. Die fürstlichen Jagdgäste find Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Prinz Rupprecht von Bayern, der Fürst und Prinz Adolf zu Echaumburg-Ltpve, sowie der Herzog Friedrich Ferdinand und Prinz Albert zu EchleSwig-Holstein- Soaderburg-TlückSburg. — Der Kars er har gestern seinem hannoverschen Ulanenregiment durch den Ober­stallmeister Trafen Wedel ein von Kofsack auS- geführtrS Gemälde überreichen taffen, daS den Moment darstellt, wo der Kaiser seine Ulanen auf der Bahren- »alder Haid« bei Hannover zur Attacke führt. — Der Reichskanzler ®taf Bülow trifft schon am nächsten Montag in München ein, um fich dem Prinzregenteu vor­zustellen. — Der Staatssekretär deS Reichs Postamts von P o d b i e l S k t hat auch in diesem Jahre fich die Beglück­wünschungen znrn neuen Jahre von den Beamten feme8 ReffortS verbeten. — Professor Wölff lin-Ba'el, an den ein Ruf nach Berlin als Ordinarius für Kunst- geschichte ergangen war, ist geneigt, der Berliner Berufung zu folgen, hat sich aber noch nicht definitiv entschieden, da große Anstrengungen gemacht werden, ihn seiner Vaterstadt zu erhalten. — Heute find die preußischen Landeshauptleute und Landes­direktoren hier i« einer weiteren Sitzung zusammen­getreten, um auf »rund de» inzwischen gesammelten Materials Über die von den einzelnen Provinzial­verbänden auf den wichtigsten Gebieten der Ver­waltung aemachten Aufwendungen Stellung zur ander­weitigen Regelung der StaatSdotation zu nehmen. — Der Senatsprästdent a. D., Wirklicher Geheimer Ober- justtzrath Wilhelm DeliuS, ist gestern Morgen im Alter von fünfundachtztg Jahren nach kurzer Krankheit gestorben.

(Weitere politische Nachrichten befinden fich im vierten Blatte.)

Der Krieg in Südafrika.

Den Englänbern ist es roieber einmal, wie schon aus einem Telegramm unserer gestrigen Nummer erfichtlich ist, recht schlimm ergangen. Eine amtliche Depesche Lorb KitchenerS aus Pretoria tnelbet: Die Streitmacht General Clements würbe am 13. b. M. bei Tages­anbruch auf bem MagalieSberg von ben 2500 Mann starken Burenkommanbos Delareys unb Beyers, letzteres aus Warm- bat Hs, angegriffen. Clements zog sich nach Heckpoort zurück. Fünf englische Offiziere finb gefallen; bie übrigen Verluste finb noch nicht gemelbet. Das ist bie amtliche Wieder­gabe, bie offenbar bie Größe ber Niederlage so viel wie möglich vertuscht. In späteren amtlichen Nachrichten wirb benn auch bie Schlappe ber Engländer unumwunden zuge­standen. Darnach telegravhirt Lord Kitchener aus Pretoria: General Clements wurde bei Tagesanbruch bei Novit gedacht am Magalies- berg von ben Kommandos Delareys unb B.yers, insgesammt 2500 Mann, angegriffen. Der erste Angriff ber Buren wurde abgeschlagen, es gelang ben Buren indessen, ben Gipfel bes Magaliesberges zu nehmen, welcher von vier Kompagnien Nothumberlanb- Füsilieren vertheibigt war. Die Buren be­herrschten somit das britische Lager und General Clements zog sich nach Heckpoort zurück unb nahm auf einem Berge mitten im Flußthal Stellung. Der Kampf war sehr heftig; ein Oberst unb brei Hauptleute fielen. Verstärkungen sinb sofort von Pretoria abgegangen. — Nach einem Telegramm bes »Reut. B.' aus Lourenzo Marques ist bie Sage um Komati« poort sehr ernst, ©ine 1500 Mann starke Burenstreitmacht btfUbetftd) in derNähe unb man erwartet einen Sturmangriff auf Komatipoort. An anberen Stellen haben in« beß bie Buren weniger Erfolg gehabt. So machten sie angebliche Angriffe auf bie Orte Lichtenburg, Bethlehem, Vrede unb Vryheib. Vor Lichtenburg wurde ber Burengeneral Limmer getödtet.

Wie bie Buren mit Zähigkeit ben Krieg weiter­führen, erhellt, abgesehen von ihren KrieqSthaten selbst, auch aus einer Proklamation von Louis Botha, worin dieser gegen bie zahlreichen von ben Engländern in Umlauf gesetzten falschen Gerüchte proteftirt; er ruft in Erinnerung, daß Schalk Burger während Krügers Abwesenheit bie StaatSgeschäste leitet unb daß ihm ber Staats­sekretär und zwei Mitglieber des ausführenben Raths zur Seite ständen (Lucas Meyer unb er, Botha selbst). Sobann fordert er in feurigen Worten zur Fortsetzung bei Krieges auf, ber durchaus noch nicht hoffnungslos sei. Nichts sei mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen. Wer aber jetzt die Waffen nieberlege, der setze sich zwischen zwei Feuer, denn auch er werbe künftig das Eigen- thum solcher Leute nicht mehr refpettiren. Im Oranjestaat seien laut eingetrcffenen Be­richten noch 12000 Bürger unter Waffen. Ben Viljoen würde Nächstens mit 1200 Mann an sehr günstiger Stelle von Neuem austrelen. Im Komat poort habe er selbst den General Coester mit 1000 Fußsolöaten zurückgelaflen. Warmbad unb Nijlstroom seien wieder in ben Händen ber Buren unb General B-y rs verfüge über ein starkes Kommando. Ebenso General de la R y, von dem gute Berichte ein trafen. Botba selbst sei gerade beschäftigt, im Distrikt von Middel­burg eine Armee za bilden und dem General ©rauet zu übergeben; 1000 Mann seien bereits beisammen. Das Kommando von Heidelberg sei noch immer im Distrikt Lyder burg thälig. Botha schließt mit den Worten, baß, wenn Jeder seine Pflicht thue, der Herr m seiner Zeit einen ge­segneten Ausgang herbrisühren werbe.