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Julöa, Mittwoch, den 12. Dezember 1900,
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g Die ländlichen Personalkredit- Organisationen in Deutschland gellen sowohl nach ihrer historischen Entwicke- ung als auch bezüglich des steigenden UmfangeS ihrer Leistungen im letzten Jahrzehnt ein äußerst anziehendes Bild genossenschaftlicher Selbsthilfe dar: sie legen deutlich Zrugniß davon ab, wie die deutsche Landwirthschaft auS eigenen Kräften ihre Interessen hinsichtlich der Befriedigung deS Areditbedürfnisies zu fördern auf das eifrigste und in wachsendem Umfange bestrebt war.
Einen frischen Impuls erhielt die ® er offen; schaftsbrwegung durch das neue GenoffenschaftS- ß vom Jahre 1889. Seither erfolgte dl- dung neuer Zentralkreditanstalten in der Form der Genoffenschaft mit beschränkter Hastpfl-cht der Bildung selbständiger Landes- und Provinzial-Kreditgenoffenschastsoer- bände auf dem Fuße nach und verdrängte nach | und nach die von den einzelnen Verbänden be-- benutzten fremden Geldausgleichstellen durch eigene Verbandsinstitute. Auf diese Weise entstanden bis zum Jahre 1899 27 Zrntralkaffen im deutschen Reich und zwar 19 im Allgemeinen (Offenbacher) Verband, 6 in besonderen Landes- und Pcooinzialverbänden und 2 für das ganze Reich, nämlich die des Generalverbandes zu Neuwied und die des Bunde« der Landwirthe. Der Nkuwieder Zentralkaffe waren z. B. im Jahre 1999 3095 Spar- und DarlehnSkaffrn
Genossenschaftswesens werden.
Die Hoffnungen, die man bezüglich der weiteren Ausdreitang des Genossenschaftswesens
edlen Todten, daß wir an erster Stelle der meisterhaften religiösen Dichtungen Edmund Behringers gedenken. „Das Vater Unser", „Der hl. Rosenkranz" und „Die Apostel des Herrn" find als wahre Perlen deutscher Dichtkunst anerkannt. Kösel ließ im vorigen Jahre „Das Vater Unser", vermehrt durch den „Englischen Gruß" und einen Nach- gesang, in zweiter Auflage erscheinen, (geb. 2 M. und 2,40 M.)
Die von Konrad Kümmel herausgegebenen drei Sammlungen Katholische Kinder-, Jugend- und Volksbibliothek wurden wieder durch mehrere neue Bände bereichert. Für die lieben Kleinen kann man kaum etwas Ansprechenderes und Lehrreicheres finden, als diese Katholische Kinderbibliothek. Die schmucken Bändchen kosten gebunden nur 1 M. Von den neu erschienenen Bändchen enthalten Hund | 12 unter dem Titel „Freudenquelle" eine große
(Schluß folgt.)
aus Wucherhänd-n rc. .
Me Kreditgenossenschaften, die ländlichen parund Darlehnskaffen, bilden die Grundlace jeder weiteren genoffenschaftlichen Thätigkeit ber Land- wirthschast; an sie schließen sich die L - und VerkaufSgenoffenschaften rc. an. Daher auch ihre große Bedeutung im allgemeinen. Zwar l aben sie sich in vielen Gegenden bereits zu einer gropen ------------ ... , .
Blütbe entwickelt, in anderen aber bestehen sie hält. Manche sonst vorzügliche Erzählungen, ,o aut wie aar nicht, weil ihr Zweck und ihre Novellen und Romane sind dem Prwatmanne Abgaben noch^ niiA genügend bekannt sind. D-.>- >•-<”".......bie
her muß immer wieder Aufklärung in die entlegensten Plätze und Dörfer hineingetraqen werden, dis jedes Dorf, jeder einzelne Ort seine Spar- und Darlehnskaffe hat.
wie den Vereinen und Anstalten zu theuer; die Nachfrage nach billigerundguter UnterhaltungS- litteratur konnte nicht befriedigt werden. Butzon und Bercker liefern 30 Pfg.-Bände von gefälligstem Format, in festem Umschläge und sauber beschnitten. Druck und Papier sind tadellos. Die Sammlung ist jetzt bis auf 25 Bände gestiegen, von denen einige doppelten, dreifachen und vierfachen Umfang haben. Der stärkste Band von 364 Seiten, der „das verborgene Testament" von Aenstoots enthält, kostet nur 1.20 Mk. Die 30 Pfg.-Bände sind 96 Seiten stark. Wir haben im vorigen Jahre die ersten zwanzig Bände einzeln hervorgehoben. Es ind wahre Perlen der Erzählungskunst darunter. Der 21. Band bringt eine Reihe stimmungsvoller Skizzen „Aus dem Bilderbuche des Lebens" von R. Fabri de Fabris, der 21.—24. Band eine packend geschriebene Erzählung von An ton Schott, „Der Einöder", aus der Vergangenheit des Künischen Waldes, der 25. Band einen interessanten Roman von Mrs. Mary Holmes: „B e w e g t e B a b n e n". Wir wiederholen, daß diese Volks-Bibliothek die eifrigste Inanspruchnahme ver
dient. . „ n, M
In demselben Verlage erschien tn 3. Auflage das sehr lehrreiche und zeitgemäße Werk „Die Wahrheit" Apologetische Gespräche für,G e b i l d e t e aller Stände (I. Theil). Das hübsch ausgestattete Bändchen kostet nur 75 Pfg., ferner in 3. Auflage das gleichfalls höchst aktuelle Buch von P. NilkeS 8. J. „Schutz- und Trutzwaffen im Kampfe gegen den modernen Unglauben" (I. Theil 60 Pfg.) Auch diese beiden Ausgaben wahren, wie man sieht, das Prinzip der denkbar möglichsten Billigkeit. Tie reiche G eb etbü cher-Litte- ratur des Verlages sei nur kurz erwähnt. •
Einer der hervorragendsten und beliebtesten süddeutschen Erzähler ist Maximilian Schmidt, dessen Arbeiten in den Feuilletons der katholischen Blätter und in katholischen Zeitschriften stets einen Ehrenplatz einnehmen. Maximilian Schmidt besitzt d,e seltene Gabe, daß er für Gebildete und Ungebildete schreibt. Seine Erzählungen werden im Königspalast und im bürgerlichen Salon mit demselben Interesse gelesen, wie in der Werkstatt und der Bauernstube. Schmidt weiß den unverfälschten Volkston wie Nicht leicht ein Zweiter zu treffen; aus seinen Schilderungen spricht der Naturfreund und der scharfe Beobachter, aus seinen Geschichten der warmblütige, gemüthvolle Men chenkenner, der stets unter die Oberfläche schaut und die Charaktere nicht nach der Schablone, sondern nach der ungeschminkten Wirklichkeit zeichnet. Der Schreiber dieser Zeilen hat Schmidt's Schriften besonders liebgewonnen, weil sie ihm einmal die bleierne Langeweile einer mehrwöchigen Krankheit in der herzerquickendsten Weise kürzen und erheitern halfen. Er begrüßte deshalb mit lebhaftem Interesse die von der
Pit täglich, ltznahmc der
geb. 3 M.) vor, der vier Erzählungen von Rems und eine von Bertha Akermann enthält. Dem gediegenen Texte entsprechen die schönen Bilder in Licht- und Farbenlichtdruck. .
Die Kath. Volksbibliothek bringt drei neue Bände. Band 5 enthält Bilder aus dem Hochgebirge von Schoeffmann und Erzählungen von M. von Biegeleben und Fl. Wengemayr (elegant geb. 3 M.), Band 6 eine Weihnachtsgeschichte von Leitenberger und Erzählungen von Robbert und Loudka, (2,70 M-), endlich Band 7 eine an das Meisterwerk von Wallace (Ben Hur) erinnernde Erzählung aus der Zeit Christi, „Veronika'' von ! Gerhard Hoischer (fein gebunden 2,40 M.)
Auch den bei Kösel erschienenen „Edelstein
mit Zlnterhaktimgs -Aeikagr „Zssustrirte SormtMS-Ierümg?
vr.L. Weihnachtsbücherschau 1900.
IX. ------ (Nachdruck verboten.)
Wenn wir in diesem Jahre den Verlag von Joseph Kösel in Kempten erwähnen, so gebietet es Hochachtung vor einem uns erst kürzlich entrißenen
Allgemeinen Verbandes die Anstellung eines m au8gcaatteter 9. Band (in Leinwand
Generalrevisors seitens des Allgemeinen Der- - - —-------- —
bandes für die Revision der Centralkaffen für erwünscht erklärt und als Hauptgrund für eine solche Einrichtung mit angeführt worden, daß dadurch Revisionen der Crntralkaffen durch Staatsbeamte vermieden werden können.
Um einen Begriff der Leistungen der Zentral- Kreditgenossenschaften sowie der genoffenschaft- lichen Arbeit in den ländlichen Spar- und Dar- lehnskaffen zu bekommen, möge man die Zahlen bezüglich der Geschäftsentwicklung vergleichen. Es sei hier nur daraus hingewiesen, daß z. B. Ende 1897 vom Generalverband ländlicher Genossen-
Mark hatten. Von den aus feste Fristen aus- gegebenen Darlehen im Betrage von 45.753,082 Mark bei 1470 Vereinen wurden die einzelnen Summen verwandt zum größten Theil auf Schuldentilgung und Kaufgelder, sodann auf Meliorationen, Viehankauf, Bauten, Befreiung
ilnftriU: Die ein palt, «armonb- leile ober bereit Raum tbPfg-.Re. Hamen die Petit- jeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wirb entsprechend Rabatt gemährt.
auf die Centralgenoffenschaftskaffe setzte, haben sich erfüllt. Stauden doch im Geschäftsjahre 1898/99 31 Verbandskassen überwiegend ländlichen Charakters mit der Centralgenoffenschafts- kaffe im Verkehr. Der Gesammtumsatz bezifferte sich im Jahre 1898/99 auf nahezu 3 Milliarden Mark. Um unter anderem die Rechte der einzelnen Centralkaffen gegenüber der Centralgenoffenschaftskaffe zu wahren, wurden im Jahre 1897 ein Organ für die Kreditgenossenschaften und Centralkaffen des Allgemeinen Verbandes in den sog. .Konferenzen der Centralkaffen' geschaffen. Es werden hier die gegenseitigen praktischen Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsame banktechnische und sonstige geschäftliche Angelegenheiten, das Verhältniß der Centralkaffen zu ihren Mitglied- „ nu.--;--------
qenoffenschäften, zu ihren Bankverbindungen Rrihe vortrefflicher Erzählungen von P. Schwarz bezw zum Staat und ihr gegenseitiges Verhalt- und Redeatis. Das 13. Bändchen bietet Alfons niß «Lnande- be-athe» »nd di- F«nng S
der beteiligten Institute zu festigen gesuch, "jjeue Märchen und Fabeln" vereinigt.
Ferner ist auf dem 1898er VeremStag des " Inder Kath. Jugendbibliothekliegt ein
angegliedert. „ , . \
Der Allgemeine (Offenbacher) Verband der deutschen landwirthschafrlichen Genoffenschaften hatte von jeher planmäßig darauf hingewirkt, daß in allen Genoffenschaftsgebieten Deutschlands solche Zentralkreditanstalten errichtet wurden, und die ihm angrschloffenen einzelnen Verbände haben sich nach und nach mit solchen versehen. Dagegen war der Generaloerband ländlicher Genoffenschaften zu Neuwied auch noch 1890 trotz des der Vergangenheit ungewohnten Aufschwunges des Genoffenschastswesens ernstlich bemüht, den Grundsatz der Zentralisation aufrecht zu erhalten und wollte nicht die Macht seiner Zentraldar- lehnskaffe durch Entstehen selbständiger Provinzial- bezw. Landesorganisationen zerbröckeln laffen. Unter dem Drucke einer besonderen Agitation sah sich der Generalveiband bald jedoch genöthigt, Korzesfionen an dir Dezentralisation zu machen, und wie der allgemeine Verband seine Verbände mit Zentralgencssenschaftskassen versorgte, so
ging nun der Neuwirder Verband dazu über, systematisch seine GenoffenschaftSgebiete mit Filialen zu versehen. Auf diese Weise stellt nun die Nemviedrr Zrntralkaffe etwa daS Bild der Reichsbank in kleinem Maßstab dar, mit einem Zentralfitz und einem Netz von Filialen über das ganze ReichSgebiet.
Wahrend der Nenwieder Verband von vorn- herein eine Zentralkaffe für das Reich beseffen hatte, machte sich nach der Gründung der provinzialen Kreditanstalten auch beim Allgemeinen Verband daS Bedürfniß des Zusammenschlusses dieser zu einer höheren, abschließenden Organisation zwecks Geldausgleiches unter einander fühlbar. Im Jahre 1895 beschloß man denn auch die Errichtung einer Kreditgenoffenschaftsbank für die Landes- und Provinzialinstitute, und begann mit den nöthigen Vorarbeiten, als die Gründung der preußischen Zentralgenoffenschaftskaffs den Dingen eine andere Wendung gab. Letztere begann mit dem 1. Oktober 1895 ihre Thätigkeit und tritt nach § 2 des Gründungsgesetzes nicht | mit Emzrlgenoffenschaften in Geschäftsverbindung, sondern bedient sich der Verbandszentralkaffen als Zwischenglieder und Vermittler des Geld- und Kreditwesens. Das Grundkapital, das anfänglich 5 Millionen Mark betrug, wurde 1898 ans 50 Millionen Mark erhöht. Da das Königreich Preußen das größte Kontingent zu den Genoffenschaften und Zentralkaffen des Auge- meinen Verbandes damals stellte, wurden weiter« gehende Pläne der Selbsthilfe innerhalb dieser Organisationen fallen gelaffcn und auf einem Vereinstage der Zentralkaffen empfohlen, der neu- gegründeten ZentralgenoflenschaftSkaffe Vertrauen entgegen zu bringen und mit dieser in Verbindung zu treten. Zudem sollte ja genannte Kaffe nach ihrer Bestimmung als organisatorisches staatliches Hilst mittel der einzelnen Zentralkaffen dienen mit ber Hauptaufgabe, eine Geldausglrichsielle der ganz n Monarchie für die Zmtralgenoffenschafts- kaffen der Selbsthilfe zu sem; zugleich sollte sie dadurch ein weiterer Hebel zur Ausbreitung des
Das Strafmandat.
(Nachdruck verboten.)
Es ist ein ungebetener, ungern gesehener, aber bei manchen recht häufiger Gast — dieses Strafmandat, das eigentlich „polizeiliche Straf- Verfügung" heißt. Die Strafprozeßordnung läßt zu daß bei vielen Uebertretungen, z. B. grobem Unfug, die Polizei eine Geld- oder Hafrstrafe im Wege der Verfügung festsetzen kann. Gegen diese Verfügung gibt es einen häufig und gern ergriffenen Rechtsbehelf: man kann binnen einer Woche den Antrag aus richterliche Ent- scheidung stellen.
Aber dieser Antrag ist bisweilen —- und das beachtet man vielfach nicht — eine zweischneidige Waffe. Das Publikum denkt, daß ähnlich wie z. B. bei der Berufung daS angegangeneGsricht jedenfalls | die Vorentscheidung nicht zu Un gunsten des An- I tragstellers ab ändern kann. Dies aber ist im I Falle des Strafmandats ein Jrrthum. Das Gericht ist in keiner Weise an die dort ausgesprochene Strafe gebunden: es kann sie auch erhöhen, und das geschieht recht häufig. Man möge sich also vorher überlegen, ob die Polizei wirklich zu hoch gegriffen hat.
Auch der Kostenpunkt gibt zu denken, denn, selbst wenn die in der Slrasoersügung festgesetzte Strafe erniedrigt wird, so fallen, anders wie bei der Berufung, die ganzen Kosten dem Veimtheilten zur Last. DaS mag eine Lück; deS Gesetzes fein. Man muß aber mit ihr rechnen und wird bann finden, daß es sich oft nicht lohnt, auf richterliche Entscheidung an- zutragen, weil, selbst wenn der Richter die Strafe herabsetzt, die hinzutretenden Kosten den dadurch erzielten Vsrtheil wieder ansaleichen.
* (Weiter« Krg«v«tfl< der Volkszählung l»00 ) Breklau 422415 (+ 49,252) Hannover 234938 (+ 25,451), Linden 50704 (+ 14,870) Men 116151 (+ 13,680), Ulm 42860 (+ 3557), Erlangen 22842 1+ 200 ) Augsburg 89000 (+ 6270), Regensburg 45312 (i 3841), Konstanz 21345 (+ 27«), Eßlingen 27197 (+ 3279), Gmünd 18673 (+ 1391), Tübingen U 3'»3 Sin ^hübsches KkelnSatznidytr hat fi-h laut ,AugSb. Postztg.' erst kürzlich wieder auf der Rot- thaler Bahn erergnei. Der Lokalzug, der um 7 Uhr 35 Min. Abends von Paflau abgedt, kam bis auf die AuSmündung des Neuburger Waldes, wo dann der Zug plötzlich stehen blieb. Man forschte nach der Ursache und sand, daß in der Maschim kein Wafler war, folglich auch diese zu wenig Dampf hatte. Was thun? Man ließ den Zug wieder rückwärts sehen nach Neustift, denn dazu brauchte man keinen Dampf, da es immer ihahrbwärts geht. In Neustift wurde gehalten, die Passagiere stiegen aus den Wagen, ein Herr auS Pockmg begann sofort am Pumpbrunnen Wafler zu schöpfen, und nun wurde mit Krügen, Gläsern, Kannen, ja sogar mit Hüteri und Ci) lindern Wafler getragen und damit die Maschine gespeist, dann heizte man frisch, und mit einer Ber- spätung von zwei Stunden kamen d,e Passagiere an it)r ^ Vorbeigerathe». „Herr Leutnant Sie sind doch sicher für Spanien, die Heimath des Don Juan i — „Vorbeijerathen, meine Jnädigste, mit Leib und Seele für Amerika. Ein Land, das solche Erbinnen exportirt, verdient meine volle und janze Sympathie.
• Ahnenstolz. . Jhre Familie Herr Graf, gehört wohl zu den ältesten Adelsgeschlechtern? — „Allerdings! . . - Ich .s°S' Ihnen, m unser m Familienarchive haben wir «Schuldscheine, die schon seit Jahrhunderten verjährt sind!" •
» iEin weiser Vater. (Beim Abschied.) „.. Mein Sohn, wenn Du weißt, was Du willst, und nur da» willst, was Du kannst, und kannst, was Du willst, und weißt, daß Du kannst, was Du willst dann wirst Du ein ganzer Mann!"
Herrn PH. H. Schleining er (zwei Bändchen) sei ein kurzes Wort gewidmet. Was der Form dieser Dichtungen gebricht, wird gemildert durch die tie empfundenen Gedanken und den hohen Schwung der Begeisterung eines apostolischen Herzens. .
Wer daz» bet!; gt, dem katholischen Volke eine billige und gediegene, auch dem verwöhnteren modernen Geschmaa Rechnung tragende Unter- haltungslitteratur zu verschaffen, ist von vornherein der nfrigsten Unterstützung würdig. Dies gilt unser.s Erachtens ganz besonders
von der Verlags - Anstalt Butzon nnd Bercker I in Kevelaer am Niederrhein, die in ihrer von Stanislaus A nstoots begründeten Volksbibliothek „Aus Vergangenheit und Gegenwart" vor I Allem auch den Grundsatz der Wohlfeilheit hoch- . Manche sonst vorzügliche Erzählungen,
Uermifchtss.
• Schleiz, 11. Dez. Der langjährige Direktor ber Baugenossenschaft Schleiz, Noack, ist nach Unter» chlagung von angeblich 80000 bis 90 000 MaPk tüchtig geworden. Da die Unterschlagunsen durch älsche Buchungen verbeckt sind, läßt sich bie Höhe ber Veruntreuungen noch nicht genau angeben.
(•) Kleine Dachrichten. Siegen. Auf der Grube Alle DreiSbach wurden acht Bergleute v e r - schüttet: sieben wurden geborgen, einer ist tobt. — Hamburg. Beim Brande eines Lagerraums stürzte eine Mauer ein, wobei vier Feuerwehrleute zum Theil schwer verletzt wurden. — Ludwigshafen^Deraus Kaiserslautern wegen Unterschlagung von 12 M0 Mark geflohene Geschäftsagent Peter Schick hat sich hier in einem Hotel erschossen. — Mannheim. ®er Stadtralh beschloß, diejenigen Arbeitslosen, welche seit zwei Jahren in Mannheim ihren Wohnsitz haben, gegen einen Tagelohn von 2,70 Mk. bei Straßen- und Erdarbeiten zu beschäftigen. Wenn kältere Witterung eintritt, sollen sie mit Steinklopfen beschäftigt werden. — Seit dem 10. Dezember ist die elektrische Straßenbahn zum ersten Male im Betrieb. — Halle. Ein in einer hiesigen Blindenanstalt als Seiler beschäftigter löjähriger Knabe gerieth so Unglück- lich zwischen einige Stricke, daß er erdrosselt wurde. — Jena. Ja Langensalza ist das Hotel Kaiserhof niedergebrannt. — Brüssel. Im Hafen Ant- werpen droht ein allgemeiner Ausstand auszu brechen. — Während der Abwesenheit des portugiesischen Gesandten im Haag wird Baron Rosenthal, portugiesischer Generalkonsul und Chef des großen Bankhauses Lipp und Rosenthal, ihn vertreten. — Budapest. Das ungarische Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels hat sich unter Betheiligung der vornehmsten Kreise als Gesellschaft konstituirt und zum Präsidenten den Grafen Albert Apponm gewählt. Der Oberleutnant Martesik, der an den Studenten Jonas die der BataillonSkasse defraudnten Gelder verlor, forderte von diesem das Geld zurück und verletzte Jonas, der die Rückgabe verweigerte, mit drei Rroolverschüssen tödtlich und erschoß sich dann selbst. Athen. Das Schiff, das ausgesandt war, umi die Antiquitäten zu suchen, die bet der Insel CerigoS auf dem Meeresgründe liegen, ist mit den ersten von Tauchern h raufbeförderten Funden zurückgekehrt. Diese alten «unff oerke bestehen aus zwei Marmorbildnissen । ohne Kops Fragmenten von Marmor- und Bronze-
27. Jahrgang.
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Verlagshandlung von Enßlin und Laibli« in Reutlingen veranstaltete Ausgabe der Gesammelten Werke von Maximilian Schmidt. Die bisher erschienenen 13 Bände eignen sich in ihren eleganten grünen Kalliko-Einbänden mit Schwarzdruck-Bild und Goldpreffung auch äußerlich als prächtige Festge- schenke. Dabei ist der Preis (2.25 Mk.) mäßig. Die 8 ersten Bände sind für zusammen 17 Mk. in einem Sammelkasten zu haben. Die weiteren Bände sind mit zahlreichen künstlerischen Illustrationen und mit einem mehrfarbigen Deckenbilde ausgestattet. Band 9 enthalt die in diesem Jahre besonders zugkräftige Erzählung „Der Schutzgeist von Oberammergau", Band 10 die Geschichte „Der Zuggeist" und „Die Ameisenhexe", Band 11 „Starnberger Geschichten" I. Theil („Himmelsbrand", „Fischerrosl"), Band 12 II. Theil („Johannisnacht", „Erbe von Pollingsried"), Band 13 „Die Jachenauer in Griechenland", anziehendeBilder aus der bayerischen Expedition nach Hellas. Maximilian Schmidt versetzt den Schauplatz seiner Geschichten stets in das bayerische Hochland oder in den bayerischen und böhmischen Wald, in welch' letzterem er ausgewachsen ist. Wer echte unverfälschte bayerische Wäldler oder Gebirgler kennen lernen will, möge zu Schmidt's Erzählungen greifen. Dabei sind diese Geschichten im Punkte der Sittlichkeit durchaus einwandfrei, ein Vorzug, der nicht allen Gebirgserzählungen eigen ist. Mehrere der oben aufgeführten Werke erlebten schon mehrere Auflagen.