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27. Jahrgang.
Iulöcr, Dienstag den 11. Dezember 1900.
M 284.
Dr. K. Weihnachtsbücherschau 1900.
VIII.
(Nachdruck verboten.)
Die Romane und Novellen aus deni Verlage von P. Hauptmann in Bon» sind begehrt und erfreuen sich des besten Ansehens, wie zahlreiche neue Auflag en beweisen. M. Ludolfs liebt Erinnerungen aus der Franzosenzeit und an den Krieg von 1870. Beide Erinnerungen reichen sich in dem sehr spannend entwickelten Roman „In sturmbewegter Zeit" (Salonband 4 Mk.) gewissermaßen die Hand, während der zweibändige Roman „Felicitas" (2 Salonbände 6.50 Mk.) im deutsch-französischen Kriege seine letzte Verwicklung und auch Lösung findet. In dem Ludolff'schen Roman spielt oft auch das religiöse Element eine nicht unwichtige Rolle. Ihr prächtiger Roman „Die Tochter des Spielers" erschien auch wieder in neuer (3.) Auflage. Des gleichen Vorzuges erfreut sich der mit Recht viel bewunderte historische Roman „Die Tochter der Hexe" von L. de Ridder, der in „Späte Erkenntniß" eine neue Probe seines glänzenden Talentes ablegte und der Jülicher Geschichte neues Interesse vermittelte. A. Joachim's Novelle „Das Geheimniß eines Testaments" haben wir schon vor Jahresfrist mit verdienter Anerkennung gewürdigt. Die Novelle „Licht und Schatten" von Hans Jordans (gebunden 4 Mk.) entrollt ein sehr interessantes und auch lehrreiches Bild aus dem Leben der besitzenden Klaffen.
Der Verlag von F. W. Cordier in Heiligenstadt bietet in diesem Jahre eine reiche Auswahl an vortrefflichen Geschenkwerken. Karl Lorentz bereichert die feinere Jugendlitteratur durch eine Samni- lung „Kriegs- und kulturgeschichtlicher Erzählungen aus den altdeutschen Geschichten" unter dem Titel „Aus der Urzeit germanischen Helden- thums". Von diesen typographisch sehr vornehm ausgestatteten, mit einem prächtigen Einband geschmückten Büchern (Originalband 4 Mk.) liegen jetzt der erste und zweite vor: „Arminius oder der erste Freiheitskampf auf deutscher Erde" und „Alarich oder im Kampfe mit der Weltbeherrscherin". Beide Bände rechtfertigen in hohem Maß den Beruf des Autors zu diesem zeitgemäßen Unternehmen. Der studirenden Jugend und dem wissensdürstigen Volke werden in Form spannender Erzählungen die Helden der germanischen Urzeit und die Sitten und Zustände der letzteren anschaulicher und packender vor die Seele geführt, als es der beste Geschichtsunterricht vermag.
In zweiter Auflage erschien „Emanuel, das Gotteskind von Bethlehem", Dichtungen aus den hinter- laffenen Manuskripten von Franz Reinhard, mit biblischen Illustrationen der Beuroner Kunstschule (Originalsalonband 6.80 Mk.). Wir schließen uns dem Urtheil Prof. Gutberlet's an, der „Emanuel" als eine herrliche Weihnachtsgabe, doppelt willkommen an der Jahrhundertwende, bezeichnete: „Innige Liebe zum Heiland, tiefe Frömmigkeit, warme- Gefühl für Menschenwehe und Menschenwohl bilden den Grundton Vieser Dichtungen." Auch des von der Kritik einhellig anerkannten Weihnachtsbandes „Im Blüthenduft und Winterschnee" von Dr. Kausen sei nochmals empfehlend gedacht.
Originelle kleine Geschenkbändchen, die im vornehmsten Einbande nur je 1 Mk. kosten, sind die beiden sich ergänzenden Gegenstücke „ABC für Evastöchter" und „ABC für Adamssöhne" beide von Friedrich Ernst. Goldene Lehren, ungeschminkte praktische Lebensweisheit werden hier den beiden Geschlechtern in ansprechender Form und mit Berücksichtigung der heutigen Zeitverhältnisse dargeboten.
Damit auch der gesunde Humor zu seinem Rechte komme, gab Cordier in 3. Auflage ein „moralischakademisches Epos" von Emanuel Rim st ein „Gottfried der Student" heraus. (Geb. 2 SOI.). Es ist eine Jobsiade edleren Stiles, der bei aller burschikosen Realistik auch der „moralische" Hintergrund nicht fehlt. Akademisch Gebildeten wird das Büchlein eine Freude bereiten.
Wir glauben eine Ehrenpflicht zu erfüllen, wenn wir nochmals ein kräftiges Wort aufrichtiger Empfehlung für das dreibändige Epos „Jesus Mes- s ia s" von F. W. H e l l e sprechen. Der Dichter dieses in seiner Art großartigsten Werkes, zu dessen Gestaltung das Können von Hunderten moderner Dichterlinge längst nicht hinreichen würde, das in der That ein Ehrendenkmal des katholischen Glaubens genannt zu werden verdient, ist augenblicklich wieder im bedauernswerthesten Zustande an das Krankenbett gefesselt. Jede andere Nation würde einem Dichter von dieser Bedeutung auch durch irdischen Lohn gedankt haben, um ihm wenigstens einen sorgenfreien Lebensabend zu sichern. Katholische Priester und wohlhabende Laien, denen diese Zeilen zu Gesicht komnien werden dem Weltheiland zu Weihnachten kaum eine ersprießlichere Gabe zu Füßen legen können, als wenn sie ihr Scherflein zur befferen Verbreitung des unvergleichlich schönen „Jesus Messias" beitragen. Die drei Bände kosten broschirt 21 M., die Originalprachtcinbände 33 M. Auch Dr- Helle's „Kalanyas Völkcrsang" (mittel- afrikanischer Schöpfungsmythus (Salonband 4,50 M.) sei nochmals wärmstens empfohlen. Um gleich auch das dritte Werk Dr. Helle's anzureihen, bringen wir auch das im vorigen Jahre bei Auer in Donauwörth erschienene gigantische Epos „Die Schöpfung" (geb. 4 M.) in Erinnerung, welches
als Prolog zum „Jesus Messias" gedacht ist und letzteres Epos wirkungsvoll ergänzt. Also nochmals: Vergeffe man zu Weihnachten unseren größten christlichen Dichter Friedrich Wilhelm Helle nicht.
Als kostbare Festgeschenke find auch die int Berlage von Leo Woerl i» Leipzig erschienenen Prachtwerke sehr schätzenswerth. Wir nennen an erster Stelle das neueste Werk des berühmten Forschers des Mittelmeeres, des Erzherzogs Ludwig Salvator: „Ramleh als Winteraufenthalt" (Großoktav mit 77 vollseitigen Bildertafeln theils nach eigenen Zeichnungen des Verfassers, theils nach photographischen Original - Aufnahmen in Prachtband 20 M.) Bisher war von Ramleh, diesem als Kur- und Erholungsaufenthalt so beliebten Küstenstrich westlich von Alexandrien, noch keine Schilderung erschienen. Das gediegene Werk des Erzherzogs füllt diese Lücke in einer bewunderungswürdigen Weise aus. Die sachinteressanten Schilderungen von Land und Leuten werden durch die mustergiltigen Bilder wirksam unterstützt. Eine archäologische Studie über die geschichtliche Entwicklung des in der antiken Welt schon viel besuchten „eleusinischen Riviera" nach Angaben Dr. Bottis vom archäologischen Museum in Alexandrien, verleiht dem Werke einen erhöhten Werth. Wer die Wirksamkeit des Erzherzogs als Forscher und Weltreisender nach authentischen Quellen in gedrängter Kürze kennen lernen will, sei auf den von Leo Woerl verfaßten Prachtband „Erzherzog Lud wig Salvator alsForscher des Mittelmeeres" verwiesen. Dieses umfassende Bild stützt sich auf Quellen, die zum Theil im Buchhandel nicht erschienen sind und nur einem engeren Kreise von Freunden des Kaisersprossen zugänglich gemacht wurden. In elegantester Ausstattung (mit 3 Illustrationen und 1 Karte) kostet dieser Großoktavband in elfenbeinfarbigem Kalliko nur 8 50 Mk. In einer Zeit, da sich die Augen der ganzen Welt wieder nach Ostasien richten, darf das von der Kritik so schmeichelhaft besprochene zweibändige Prachtwerk über Japan („Nippon" von PH. Fr. von Siebold, herausgegeben von seinen Söhnen) erhöhtes Interesse beanspruchen. Das Werk ist in zweiter Auflage er- sch-enen und enthält auch manche interessante Illustrationen (2 Prachtbände 20 Mk.)
Gin Zufriedener.
Es gibt Leute, denen es gut geht und die immer unzufrieden find, und wieder andere Leute, denen es wirklich schlecht geht, bte dabei aber ganz zufrieden scheinen. Ich glaube, die letzten sind die Glücklichen.
So ein Glücklicher war der Pertl-Noz von Ehrnegg. Niemals hatte ihn Jemand noch traurig oder auch nur mißvergnügt gesehen. Seine blauen Augen lachten wie ein Frühlingshimmel, und wenn er einem so von der Seite ansah, wurde men ganz lustig. Man konnte gar nicht ander», al» auch lächeln.
Da saß er auf seiner Kraxen oder dem Wegstein und blinzelte in die Welt hinein. Die blonden Borsten seines Haupthaares guckten durch die Luftlöcher de» Hüll«, und die Ellenbogen schauten au« dem Janker, aber trotz alledem sah er nicht »ernachläsfigt aus. Das mußte so sein; da« paßte zu seiner Figur. Viele Sommerfrischler fanden ihn deshalb auch sehr malerisch, und manche Dame zeichnete sein Porträt in ihre Mappe.
Man konnte nicht behaupten, daß er sich durch diese» Jntereffe für seine Person besonders geschmeichelt gefühlt hätte. Er duldete es, weil ihm da» Abkonterfeien ebenso „Wurscht" war, wie die Thotsache, daß er weder Haus noch Hof, noch Vater und Mutter, noch Freund oder Gevatter und auch nicht einmal einen eigenen Namen besaß. Denn er hieß ebenso wenig Pertl als Naz, noch war er „von" Ehrnegg. Der Pertlbauer hatte ihn am 31. Juli zu Ehrnegg auf der Straße gefunden.
Daher hatte er den Namen und das stolze „von", mit dem manche Leute so dick thun.
E« hütete diesem die Kühe, einem andern besorgte er Botengänge, im übrigen sammelte er Waldbeeren, Schwämme und dergleichen, und zur Nacht kroch er bald da, bald dort unter, denn man mochte ihn überall gut leiden von wegen seiner Gefälligkeit, Ehrlichkeit und des stets gleich- bleibenden Humors, welch' gute Eigenschaften ihm schon manchen Dienstposten gesichert hätten. Er mochte aber nicht gebunden sein.
„Nur koa Knecht sein", meinte er oft. „I arbeit', weil'» mi' g'freut, aber nit, weil i muaß. I bin vom Himmel g'fall'n frei und ledi' und will'» auch bleiben."
Die Gutsherrschaft hätte ihn als Jäger oder Diener ausgenommen; er dankte lachend. Der Pfarrherr bot ihm die Meßnerstelle an, denn er war sehr geschickt im Mintstriren und ging bei Versehgängen, bei denen der alte Meßner nicht mehr mitkonnte, weit ins Gebirge hinein freiwillig mit; aber er schüttelte auch da nur den Struwelpeter-Kopf.
Man ließ ihm also seine Freiheit und versuchte es gar nicht mehr, ihn irgend zu einem Dtenstverhältniß zu zwingen, das seiner Natur nun einmal nicht zusagte.
Nur einmal hat er wirklich geschwankt. Eine reiche Dame, nicht mehr jung, aber würdevoll und sehr anmuthig, welcher er als Modell ge- seffen, hatte ihm soviel von der großen Welt erzählt, — vom Meer, dessen Ufer nicht zu sehen seien, von dem Papste in Rom, der die Welt beherrscht, von den Lokomotiven, die mit dem Menschen durch die weiten Länder der Erde dahinfliegen — daß er schon stark versucht war, ihr zu folgen.
Unruhig hatte er sich die ganze Nacht auf dem mit Maisblättern gefüllten Sack herumgeworfen, der sein Bett darstellte. Die unbekannte Ferne lockte. Menschen sollte es geben, die ganz schwarz waren und in einem Lande leben, wo e« nie Winter wurde; Häuser sollten in dem Vaterlande der Dame stehen, die dreimal so hoch waren wie der heimathl'che Kirchthurm; mit einem Schiffe, das durch Dampf fortbewegt wird, konnte man über das unendliche Meer dahin gelangen; anderswo wieder sollte es Thiere geben, die man Elefanten nennt, und die so stark find, daß sie mit ihrer Nase Baumstämme ausreißen können und die größten Lasten tragen!
Es ist fast unglaublich. Und doch die Dame log nicht — übrigens wußte Naz auch nicht, was Lüge fei — und der Herr Pfarrer hatte ihm da« alle« bestätigt, denn er wußte es, obschon er nicht alles selbst gesehen, au« den Büchern. Ach, wer das sehen konnte! Und er konnte e«, er brauchte nur Ja zu sagen. Aber wo blieben dann seine Wälder, Wiesen, der murmelnde Bach, die Erdbeerhänge? Die alte Lehrerin konnte er auch nicht verlassen, denn die hätte verhungern müssen ohne seine Hilfe.
Und des Pfarrers rothe Kuh und die Gänse der Lehrerin? Es war wirklich schwer, sehr schwer. Und er setzte sich auf und starrte zur Bodenluke hinaus nach den goldenen Sternen, die auf dem dunkelblauen Himmel flimmerten. Er sah nun nach einem besonder» großen Sterne. Wer nun dorthin käme, der müsse erst etwas erzählen können, dachte er. Wie klein mochte die Welt sein, von dort oben gesehen! Dorthin käme man aber doch nicht, und durchschwämme man alle Meere bis an das Ende der Welt. Da hieße es ja doch Halt machen. Zum Himmel hinaus käme der Mensch keinesfalls.
Und nun begannen ihm die Wunder der Welt langsam zu verblassen: die Dampfschiffe, die thurmhohen Häuser, die schwarzen Menschen, die Nasen der Elefanten — alles. Er warf sich wieder auf sein erbärmliches Lager, hauchte: „Gelobt sei JesuS Christus!" und schlief dann endlich ein.
Des anderen Morgens sagte er mit lachendem Gesichte: Nein! Und die Dame wunderte sich wirklich, als er hinzusügte: „In Himmel zum lieben Gott kum'st mV do' nit führen, und so mag' i’ ganz gern dableiben."
Seit dieser Zeit hatte er keine Anfechtungen mehr, insbesondere, als ihn der Pfarrer auf seine Bitte im Lesen unterwies und, als er es endlich ganz gut fertig brachte, mit Büchern aushalf. Er las mit Feuereifer Geographie, Geschichte, Naturkunde und dergleichen, am liebsten aber die hl. Schrift: „Gar g'scheidt kannst wer'n, balst so Bücher liest," meinte er, „aber so recht guit ist do' erst die heilt' Schrift."
Nicht das Dunkle und Geheimnißvolle zog ihn an, aber die Gebote der Liebe und der Barmherzigkeit erfüllten sein Denken und Fühlen. Er war arm und sammelte auch keine Reich- thümer, er fühlte sich, ohne sich dessen bewußt zu sein, auf den Wegen des Herrn, und noch freudiger als sonst half er da und dort für ein „Vergelts Gott", ohne darüber nachzudenken, daß jene Arbeit ihres Lohnes werth fei.
So wurde er fast zwanzig Jahre alt und Pfarrer und Bürgermeister beredeten oft, wie'S der Naz wohl aufnehmen werde, wenn er zum Militär müßte. Zwang kannte er nicht, die Freiheit war er gewohnt! ES mochte wohl recht übel werden.
Aber eS kam nicht dazu.
Um Maria-Schnee pflegen die Bauern eine kleine Wallfahrt zu thun, und an diesem Tage war daS kleine Dörfl darum recht leer. Der Raz allein saß daheim, denn man hatte ihm daS Vieh anvertraut.
Auf einmal züngelte Rauch auf beim Stadlbauer. Der Naz merkte e», schloß die Pferche und lief, waS er laufen konnte, nach dem fernen Bauernhöfe.
Da schlugen aber auch schon die Hellen Flammen auf, denn daS Feuer lag im Stadl und fraß um sich bis an den Stall heran, aus dem ein Knecht gerade die Pferde holte.
„Mei' Naz," schrie die Ahnl, die gelähmt war und vor dem Hause saß, „um Christi willen, i moan, die Kinderla soan im Stadel d'rein."
Der Naz ließ sich daS nicht zweimal sagen. Er sprang in die Glut hinein, alS ob es so fein müßte. Richtig erwischte er das Dirndl und brachte es heraus, balbtodt vom Qualm.
„'S Bübel ’« ho d'rinn," schrie die Großmutter und der Naz legte ihr nur das Dirndl in den Schooß und warf sich wieder in den Qualm, denn er dachte gar nicht an den Sprühregen von Funken, der ihm in Augen und Haare fahren mußte. „Gehst nit, gehst nit," murrte er nur und wehrte mit den Händen das spritzende und fauchende Feuerwerk ab, das von der Decke auf ihn prasselte.
„Lipperl, wo bist denn, schrei' a meng, daß i di' find," rief er in den Qualm hinein und tappte an den Wänden herum. „Heiliger Florian, hilf mir!" hauchte er dann; „irzt find' i aber die Thür auch nit." Aber schon ging ein neuer Funkenregen nieder und verschlang sein Rufen. Er warf fich zu Boden, verhielt den Athem und kroch aus allen Vieren forttappend weiter bi» er an die Thüre kam. Der Knecht riß ihn vollend« au« dem brennenden Gebäude und schleppte ihn zum Brunnen.
Naz' Kleider brannten, seine Haare waren versengt, und wahnfinniger Schmerz tobte in seinen Augen. Aber er ächzte doch zuerst: „Das Bübel Han i nit g'funde."
„Js ja da," sagte der Knecht.
„Gott sei Dank," hauchte der Naz und fiel in Ohnmacht.
Nach langem Siechthum ward er wieder gesund, aber ein Auge hatte er verloren. Zu« Militärdienst wurde er untauglich.
„Das hat Gott so woll'n," sagte der Naz. Er lacht mit dem einen Auge so glücklich in die Welt wie früher. Er sehnt fich nicht hinan« au» seinem Dorfe, er hat keine Wünsche und keine Sorgen, und da ihn jetzt auch Niemand mehr al» „hübscher Diener" anzustellen Lust bezeugt, hat er auch von Bewunderern Ruhe. Ich habe noch nie einen Glücklicheren gesehen, denn ich — kenne keinen, der zufriedener ist.
Aus dem Aachbargebiet.
! ISSstenfckchfe«, 10. Dez. Hier wird in dieser Woche eine hl. Mission abgehalten von den Franziskaner'PatrrS Saturnin, Pactfi- kus und Dominikus.
□ An» der Ilhön, 10. Dez. Der Bundes- rebner macht schlechte Geschäfte in der Rhön; in Lahrbach waren z.B. nur 4 Zuhörer erschienen. Anfang und Schluß der Versammlung fielen deshalb ziemlich nahe zusammen. Man lasse sich durch die schönen Worte deS Redners nicht verleiten, dem Bunde als Mitglied beizutreten. Alle wahren Freunde der Land wirthe find der Ueberzeugung, daß der Bund für unvollständig überflüssig ist. Also nochmal» — Vorsicht! (Von anderer Seite wird unS mit« gethrilt, der Redner der Bundes der Landwirthe habe in einer Versammlung seine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß die.Fuldaer Zeitung' die Bauern vor dem Bunde bet Landwirthe gewarnt habe. Mag der Herr sich wundern so viel er nur will, r Ir werden unS dadurch nicht irre machen lassen und sortsahren, unsere Leser zu warnen, wo tgnen Gefahr droht. Insbesondere hat eS dem Herrn Redner nicht gefallen, daß wir auch aus die gehässige Stellung deS Bundes der Landwirthe zu den Katholiken hingewiesen haben. Er sei auch Katholik, aber die Religion habe mit den Bestrebungen deS Bundes der Landwirthe nichts zu thun. Letzteres ist ja theoretisch wohl richtig, aber weshalb schlagen denn die Blätter des Bunde- so oft die Katholiken mit der Faust in's Gesicht? Die Red.)
(Weitere Mittheilungen befinden fich im ersten Blatte.)
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Vermischtes»
HI Aon«, 10. Dez. DaS erste eigene »er- einShauS, welches in dem Kartelloerbande der katholischen Studentenvereine erbaut wurde, ist daS ArminenhauS zu Bonn. In den edlen Formen der Frühgothik gehalten, trägt dasselbe in interessanter Weise dem Charakter deS Profanbaues Rechnung und er nnert in seiner Erscheinung an ein vornehmes englisches Klubhaus. Der etnmüthige Beifall, den daS Werk bei Laien wie bei Kunst- und Sachverständige« gefunden, beweist am besten, in wie hohem Maße da« gesteckt, Ziel erreicht ist - „daS neue BereinShau» nicht nur im Innern möglichst praktisch und behaglich, sondern auch im «eußeren so zu gestalten, daß eS aus der Höhe künstlerischen Schaffens stände." Bon dem Regierungsbauführer Herrn Georg Güldenpfennig zn Paderborn, einem Mitglied de» KartelloerbandeS (Sohn des durch seine vielen Ktrchenbauten in der Diözese Fulda rühmlichst bekannten BaurathS Güldenpfennig) entworfen und erbaut, ist das neue ArminenhauS eine Zierde der Stadt Bonn. Die kirchliche Einweihung und die Jnbefitznohme fand am 7. Dezember statt unter lebhafter Bethelliguug der alten Herren.