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Zeitung

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27. Jahrgang.

Iul-a, Montag,Den 10. Dezember 1900.

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kirchlichen Armenpflege der ersten Jahrhunderte j gleicht, indem da, wo mehrere Kmiferenzen^ an bewundern. Und Sott sei Dank! Auch aus demselbeu Ortt bestehen, ^te stch regelmäßig

Sache. In Esten,'m München, in Straßburg, gäbe eines eigenen Handbuchs der Wohllhälig.

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sie war es aber auch in der musterhaften, plan» mäßigen Ordn -ng in der Fürsorge, und das war eben, meine Herren, die Armenpflege der christlichen Gemeinden mit ihren Diakonen. Be­wundern wir nicht blos diese umfaffende, diese wohlgeordnete Liebesthätigkeit unserer christlichen Vorfahren, sondern suchen wir sie, den heutigen Verhältniffen angepaßt, Nachnahmen und unS ihrer würdig zu zeigen. (Bravo!) Suchen auch wir in der freien Ordnung und tm plan­mäßigen Zusammenwirken aller unserer in dem­selben örtlichen Bezirk für die Charitas arbeiten­den Kräfte — selbstverständlich unter voller Wahrung der Selbständigkeit der einzelnen Veranstaltungen — das zu erreichen, was man in jenen ersten christlichen Jahrhunderten er­reichte. Der natürlichste Unter- und Ausbau dieser freien Sammlung der charitativen Kräfte in demselben Ort wird sich im Anschluß an dir kirchliche Ordnung und Abgrenzung bieten, rote sie in den Pfarrbezirken gegeben ist. Thun wir das mit verständigem Sinn und mit Eifer, so wird auch uns der Segen und die umfaffende Wirksamkeit nicht fehlen, welche wir an der

Zeit:

In Peking: Armee-Oberkommando, I. und II. Seebataillon, 1. Infanterie-Brigade (ohne I. Bat. Infanterie-Regiments 2 und die 9. Kom­pagnien), Jäger-Kompagnie, 2. Eskadron des Reiter-Regimenes, I. Abtheilung des Feld-Art.- Regiments, Marine-Feldbatterie des Ostasiatischen Expeditionskorps, Pionier-Detachement; im Ganzen: 5V< Bataillone, 1 Eskadron, 3 Batterien, 1 Pionier-Detachement gleich ca. 5800 Mann;

in Tientsin: Kommando >8 Ostasiatischen Expeditionskorps, 3. Jnf.-Brig. (ohne die 9. Kom­pagnien), Stab, 3. und 4. Esk. des Reiter-Reg., Stab und 3. Abtblg. des Feld-Art.-Regts., Pion.- Batl. (ohne 2 Detachements); im Ganzen: 4 Bat. Inf., 2. Esk., 2. Bat)., ca. 3/* Pion.-Bat. gleich ca. 4360 Mann;

in Paotingfu: 2. Jnf.-Brig. (ohne die 9. Kompagnien), 1. Esk. des Reiter-Regts., 2. Abthlg. des Feld-Art.-Regts., Pion. - Detachement; tm Ganzen: 4 Bat., 1 Esk., 3 Batt., 1 Pion.-Det. gleich ca. 4055 Mann.

In Peking und Paotingfu stellen die Deutschen das größte Kontingent der verbündeten Truppen, in Tientsin die Engländer. Während von diesen drei Garnisonen aus das Gebiet der hauptsäch­lichsten bisherigen Operationen in der Provinz Tschili beherrscht wird, ist die Unterbringung der folgenden Gruppe vornehmlich mit Rücksicht auf

nach Pfarreien abgrenzen und andererseits wieder in einem örtlichen Verwaltungsrath zusammen- soffen. Schon in den ersten Jahren deS Vincenzvereins hat man in Paris die Heraus-

diesem Gebiete keimt und sproßt es! Der auf- blühende deutsche Charitasverband, der sich unter den Schutz der Hochwürdigsten deutschen Bischöfe gestellt hat, wirkt mit Eifer für diese

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in Wien ist man mit der freien Ordnung und Zusammenfassung der katholischen Charitas vor­gegangen. Berlin steht im Begriffe, als Frucht des neulichen CharitaStageS, einen örtltchen Charitasverband zu schaffen. (Bravo!)

Auch hier ist ein Feld, wo rotr Katholiken der heutigen Zeit zeigen können, daß auch heute noch unsere Kirche in freier, planmäßiger Ent­faltung der in ihr wohnenden Kräfte den Auf­gaben der Zeit gewachsen ist. (Bravo!) Und gerade für diese Aufgabe dürfen wir ganz gewiß in erster Linie den Vincenzverein aufrufen. Der hl. Vincenz, meine Herren, war ein großer Organisator der christlichen Charitas. Er hatte einen klaren Blick da- für, daß Mangel an Organisation die Wirk- samkeit der christlichen Charitaswerke gefährden könnte. Die Gründer des Vincenzvereins hielten kein gutes Werk sich fremd. Der Charakter des Vincenzvereins ist somit ein ganz allgemeiner. Der Verein hat sich selber die musterhafte Or- ganifation gegeben, die wir an ihm bewundern, welche die Freiheit und die Zusammenfassung der Kräfte in so glücklicher Weise vereinigt und aus-

keitswerke veranlaßt. Diese Vorgänge seitens der Väter deS Vincenzvereins sollen unsere heu­tigen Leiter der Bin cenzvereine anspornen, auch hier anregend und zusammensaffend zu wirken, auf daß alle katholischen Kräfte sich unter der Fahne der CharitaS sammeln. (Bravo!) Und to, meine Herren, machen wir unsere 33in» cenzvereine mobil für daS ganze weite Feld der Charitas und der sozialen Fürsorge. (Bravo!) Das neue Jahr» hundert muß unter dem Zeichen der so­zialen Fürsorge, der Gerechtigkeit und der Liebe, stehen. (Bravo!) Groß sind die Aufgaben, die zum Heile der mensch­lichen Gesellschaft zu leisten sind. Die Ernte ist reif aber der Arbeiter sind verhaltnißmaßig wenige. Wir brauchen im Vincenzverem thättge Mitarbeiter, thätige Kräfte aus allen Standen. DaS Gebot der Nächstenliebe, das neben der GotteSliebe das wichtigste Gebot ist, dieses Ge­bot der Nächstenliebe, die daS Wahrzeichen der Jünger des Herrn fein soll, — es ist an uns alle ergangen. Diese Nächstenliebe soll uns nicht thatenloS im Schrein des Herzens schlummern; sie soll sich betätigen, sie soll werkthätig und geordnet fein, und sie soll Segen verbreiten Wenn wir die vorbehaltlose persönliche Hingabe unserer Ordensgenoffenschaften, dieser herrlichsten Blüthen am Baum der christlichen Charitas, be- wundern, wenn wir die opferwillige, reiche Thätigkeit unseres hochwürdigen Klerus im

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Heber die Distocirung der deutschen Truppen ... Nordchina (Petschili) geben wir unseren Lesern beistehend eine Hebersichtskarte, die für den be­ginnenden Winter von dauerndem Interesse ist. Die bedeutendsten Truppenlager befinden sich in Peking, Tientsin und Paotingfu und zwar garni- soniren von den deutschen Truppen für die folgende

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Kolonne Mühlenfels:

2 Komp., 2 Geschütze und berittene Mann­schaften.

Die Rückkehr beider Kolonnen nach Peking kann Anfang des Monats Dezember erwartet werden. Ob jedoch an einem der von der erstge­nannten Kolonne berührten größeren Orte ein vor­geschobener Posten belassen wird, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen.

Die ungefähre Anzahl derfremdenTruppen in Nordchina beläuft sich jetzt auf 7500 Eng­länder (auSscklicßlich derjenigen in Schanghai und Hongkong), 25000 Deutsche, 15000 Japaner, 15000 Franzosen, 3000 Russen (ausschließlich derjenigen in der Mandschurei), 2100 Italiener, 1800 Amerikaner, 300 Oesterreicher.

gehörig), außerdem: 1. Komp. Oesterreicher, 1. Bail, und GebirgS-Batt. Italiener.

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wandte Zwecke verfolgen und die Thätigkeit des einen sich nicht überall ohne weiteres von der des anderen abgrenzt, so ist eine planmäßige Fühlung, ein Hand in Hand gehen unserer ver­schiedenen Werke und Vereine in demselben örtlichen Bereich zur Erreichung des allgemeinen Gesammtzieles dringend zu empfehlen. Solches Zusammenwirken, solche Fühlung der ver­schiedenen Veranstaltungen der katholischen Cha­ritaS untereinander, soll nicht bloß der Aus­beutung der Wohlthätigkeit vorbeugen; sie liegt auch int Interesse der Hilfsbedürftigen selbst, denen damit der Weg zu baldiger und richtig bemeffenrr Hilfe gebahnt wird. Sie wirkt durch den Austausch der Erfahrungen und rechtzeitige und verständige Stellungnahme zu neuen Be- Mrfniffen belebend auf die ganze charitatioe Thätigkeit; sie zieht auch weitere Kreise und Mittel heran, die einer geordneten und Wirksamen CharitaS zu helfen gern bereit sind, sich jedoch bei unzureichender Gewähr fftr wirklich nutzbringende Verwendung und Wirkung der Gaben zurückhalten. Sie bietet auch der privaten Einzelroohlthätigksit einen Anhalt, zweckmäßige Aufgaben und Anregung. SS ist aber ganz besonders dieses Zusammen- Wtrken der katholischen Charitasbestrebungen tartereinanöer gegenwärtig erforderlich, um ihnen in ihren Beziehungen zu der fest geordneten Sffentlichen Armenpflege und zu den vielfach sehr anerkennenswerthen Leistungen anderer ge­schloffener Richtungen den nöthigen Zusammen- Wt, die Stärke und den Einfluß zu verschaffen, | die stets in der Einigkeit liegen. In der Zer­splitterung bedeutet der einzelne katholische Verein, die einzelne katholische Anstalt oft wenig: int freien Zusammenwirken aller katho- üsch-charitativen Kräfte gewinnt jeder Einzelne, «d ganz gewiß würden manche Klagen über die nicht angemessene Stellung, welche hier und d« die öffentliche Armenpflege der katholischen <Q)aritaS zuweist, beseitigt werden, wenn diese katholische Charitas zunächst in sich planmäßig zusammemvirkte und nach außen geschloffen . «tftrete. (Sehr richtig!) Vielfach wird ein solcher Zusammenschluß der katholischen Charitas unter sich in größeren Orten geradezu die noth- wenbige Vorbedingung ihrer richtigen Behand­lung seitens der öffentlichen Armenpflege fein .

Die Blüthe, die seitdem unerreichte Höhe der christlichen Charitas, finden wir in den ersten Jahrhunderten, und zwar zunächst darin, daß eßen Bedürfnissen Genüge geleistet wurde. War bed) nach der Apostelgeschichte kein Armer unter chnen und war doch selbst nach dem Zeugnisse eine- der schärfsten Verfolger des Christenthums, Julians des Apostaten, den Christen der da­maligen Zett die Fürsorge für die eigenen Glaubensgenossen noch nicht genug, sie sorgten ^tuch für die Heiden mit. Also insofern war die christliche Charitas in den ersten christlichen Jahrhunderten eine musterhafte und vollendete;

die Sicherung der Operationrbafis erfolgt. Diese — anfänglich auf den Hafen von Taku be­schränkt — hat bekanntlich durch die Eroberung der Peiiangforts und die Besetzung von Schanhaikwan mit dem Hafenort Tsing- rv antau eine nicht zu unterschätzende Erweiterung erfahren. Es ist einleuchtend, welche Bedeutung gerade der Hafen von Tsingwantau in Verbindung mit der Eisenbahn Schanhaikwan-Tangku-Peking für den Nachschub Der Armee während des Winters dadurch hat, daß in ihm, im Gegensatz zum Hafen von Taku, die Schifffahrt auch während der kalten Jahreszeit möglich bleibt.

Im Verein mit den Truppen anderer Mächte stehen zur Sicherung dieser Operationsbasis Die deutschen Truppen folgendermaßen:

in Schanghaikwan:

Stab und 2 Komp. 1. Batl«. Jnf.-Regts.

2 — etwa 425 Mann; diese kehren jetzt nach Peking zurück;

in Yungpingfu (etwa 80 km westlich Schanhaikwan): 2 Komp. I. Batls. Jnf.- Regt«., 2 = etwa 425 Mann;

in Tangfn:

Eiappen-Kommsndo,

die 9. Komp, der Jnf.-Regtr. 3,Ä 4 und 6 — etwa 6000 Mann;

in Taku (Südfort):

1. Batt, vom Bat. schwerer Feldhaubttzen — etwa 250 Mann.

Abgesehen von den in der Provinz Tschili untergebrachten Truppen befinden sich in China noch an folgenden zwei Punkten deutsche Garnisonen:

in Schanghai:

9. Komp. Jnf.-RegtS. 1,

9. „ „ „ 2 — etwa 400 Mann;

Die neuen Ausgaben der Vincenz- Vereine.

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(Schluß.)

S. Sei« Mieke« für die kokake Hrgarrisa- tio« der Kharitas.

Neben all diesen und manchen anderen tzinzelaufgaben, die der christlichen Charitas und insbesondere der Anregung und Förderung der Mncenzvereine sich bieten, gibt es noch eine Aufgabe allgemeiner Art, die in der heuttgen Zeit, besonders in den größeren und mittleren Orten, für die katholische Charitas von ganz be­sonderer Bedeutung ist; ich meine das plan­mäßig freie Zusammenwirken inner­halb der einzelnen Veranstaltungen der katholischen Charitas selbst. Die Ausübung der katholischen Charitas an einem bestimmten Orte vollzieht sich ja auf einem ge­meinsamen Arbeitsfelde; sie muß sich im ganzen bas Ziel fetzen, daß all die verschiedenen birfniffe, die vorliegen, richtig erkannt und fest- gestellt werden und nach Art und Umständen tyre richtige Abhilfe finden, und daß der falschen Armuth, dem Mißbrauch der Wohl- Ihatigkeit mit all feinen üblen Folgen vorgebaut wirb. Die reiche Opferwilltgkeit im katholischen Volke, die Fülle und Vielseitigkeit von Liebes- werken, die dieser Opferwilligkeit entsprießen, find ganz gewiß herrliche 33ortSge am Baume ber christlichen Charitas. Diese Opferwilligkeit und diese Thätigkeit müssen aber richtig ein­gesetzt und vor Mißbrauch geschützt werden. Da die verschiedenen Liebeswerke, wie Hilssoereine und Stiftungen, vielfach dieselben oder ver-

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in Tsingt/u:

9. Ksmp. Jnf.-Regts. 5,

2. Batt, vom Batl. schw. Feldhaubitzen und, als nicht zum Expeditionskorps gehörig, da­lli. Seebataillon mit der zugehörigen Marine-Feldbatterie — ca. 1700 Mann.

Zum Schluß fei noch die Zusammensetzung der beiden augenblicklich auf dem Rückmarsch von Nord­westen nach Peking unterwegs befindlichen Expedi­tionen genannt, deren Truppen als zur Garnison Peking gehörig dort mit aufgeführt wurden.

Es befinden sich bei der

Kolonne York:

I. Batl. Jnf.-Regts. 1 (ohne 3. Komp.), Jäger-Komp., 2. Esk. des Reiter - Regts., i/s 7. (Gebirgs-) Batt, (zur I. Abthlg.

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