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mit Zlnterhakümgs-Meilage „Illuffrirte Sonniags-Zeitung!'

27. JahrgMg.

Iueöa, Mittwoch, den 5. Dezember 1900.

M 279

Reklame«- «ud Auzeigentheil.

Voe trx-tSrhee AMorlttun pKnxeede ¥-»- Hp «feN ■* „Sanatotren“. Ze heb« la Apotheke» end Drogen««, Bauer * Cie, Bertie 66. U.

Heliogravüre „Christkindlein in der Krippe ' (nach dem Original von Raff) sehr zu empfehlen (4 Mk.) _________

gesehene und außeretatsmäßige Ausgaben, über Etatsüberschreitungen, Dispositionsfonds und dergleichen mehr. Dem Reichstage hat ein solcher Entwurf schon einmal Vorgelegen, nämlich in der Tagung »ou 1874/75, und damals war es Niemand Anders als der jetzige preußische Finanzminister Miquel, unter besten Vorsitze eine besondere Kommission des Reichstages diesen Gesetzentwurf berieth. Damals scheiterte der Entwurf an dem Widerspruche deS Kanzlers, der die Befugniffe der einzelnen Verwaltungen nicht in dem Sinne der von der Kommission ge­faßten Beschlüste eiuschränken lasten wollte. Aber was damals scheiterte, braucht nicht ausge« hoben zu sein für alle Zeiten; und nun, da aus dem Abgeordneten Miquel der groß­mächtige Finanzminister v. Miquel geworden ist, der auch dem preußischen Staate sein Komp- tabilitätsgesetz bat zu Teil werden lasten, würde ein neuer Versuch in diesem Sinne im Reiche vielleicht mehr Aussicht auf Erfolg haben.

Der Ordnung und Klarheit in dem Finanz- wesen des Reiches würde ein solches Gesetz jedenfalls ganz außerordentlich förderlich sein.

Literarische».

Di« kathoNsH« Kirch« auf dem grbenriub, unter besonderer Berücksichtigung bet Heidemnisfionen. Allgemeine BerlagSgesellschaft in München (Prinz- regentenstraße 26). 20 Lieferungen ä 1 Mark.

Das wiederholt an liefet Stelle besprochene Pracht- werk „Die Katholische Kirche unserer Zeit und ihr« Diener in Wort unb Bild" sollte von Anfang an drei Bände umfaffen. Daß diese sich aber unmittelbar an­einander anschließen sollten, war im Prospekte nicht vorgesehen, und ebensowenig war eine bindende Ver­pflichtung, alle drei Bände überhaupt zu machen, aus­gesprochen worden. ES durfte fich daher Niemand wundern, wenn die Oesterreichische Leo-Gesellschaft nach der Herausgabe deS ersten Bandes „Rom" und deS zweiten „Deutschland, die Schweiz, Luxemburg und Oesterreich-Ungarn" nunmehr die Hände in den Schoß fielest hätte, um den beiden monumentalen Werken ihren teien Lauf zu lasten. Doch stehe da! Raum liegt der zweite Band abgeschlosten vor un8, belehren unS die Thatsachen eines Anderen. Mit staunenswerther Aus­dauer verfolgen Schriftleitung und Verlag das thXmat vorgesteckte Ziel, so daß wir die ftrnoiüt Teuugthuung haben, heute das Nu« Heft des dritten Bandes unseren I Lesern anzeigen zu können. In glänzender Zusammen- I fassung erhält der Leser zunächst eine zum Herzen sprechende Darstellung *6« Stoßen Werkes der Bekehrung, der Erde, womit in dem vorliegenden Hefte der niqmtg gemackt wirb. Des Weiteren werden die Verhältnisse der Kirchemegierung in allen Staaten und endlich die Heidenmisfionen behandelt werden. — Wenn wir nach dem übersandten ersten Hefte urtheilen dürfen, und das kann than ja auf Grund der Erfahrung bei den schon erschienenen beiden Bänden, so ist dieses Buch vor Allem dazu bestimmt, auch in die kleinste Hütte einzudringen, in der in regelmäßigen Zwischenräumen der „Pfennig der armen Wittwe" für unsere Missionen gespendet wird. Zudem ist auch der Umfang und Preis dieses Bandes derartig, daß auch dem minder Bemittelten die Anschaffung leicht möglich ist. Probehefte zur Ansicht und Prospette find durch alle Buchhandlungen zu be­ziehen.

Verwischte».

♦ Sin salomonische« Mriheit Ho« Uanks. Es ist bekannt, daß Präsident Krüger häufig in Streitigkeiten zwischen Buren als Schiedsrichter angerusen wurde. So «ähllen ihn auch eines TageS zwei Berwandte zum Schiedsrichter. ES handelte sich darum, ein Besththum, daS ihnen bisher gemeinsam gehört hatte, zu theilen; aber sie konnten sich darüber nicht einig werden, welchen Theil deS Gutes jeder haben sollte. Krüger, der unter dem Schutzdach seines Hauses saß und Rauchwolkeu zum Himmel emporblieS, hörte ihre Beschwerden schweigend an. Eie wurden bereits heftig, und der Streit schien einen schlimmen AuSgang nehmen zu wollen, als Dom Paul sie plötzlich unterbrach. Zu einem bet Kläger sagte er: „Du wirst daS Gut nach beiner Idee in zwei Theile theilen." Und zu dem anderen: „Du wirst den von den beiden Theilen nehmen, der dir am besten paf­fen wird." Der alte Salomon selber hätte kein befferes Urtheil fällen können. Da der erste Kläger nicht wußte, welches Stück fein Verwandter nehmen würde, hatte er das größte Jntereffe daran, die beiden Theile voll­kommen gleich zu machen. So wurde dank der Klug­heit des Präsidenten ein Streit entschieden, der, wenn er vor gewöhnliche Gerichte gebracht worden wäre, zu großen Schwierigkeiten Anlaß gegeben hätte.

• Hin« sehr nngalanl« Motschrift hat die Po­lizei in Hildesheim erlassen. Gegen die Backfische auf Spaziergängen will sie eine schärfere Tonart zur An­wendung düngen. Sie macht nämlich bekannt, daß fie fich genöthigt sieht, auf Grund des § 24 der Straßen- Polizeiverordnung gegen die Unfitte, daß junge Damen und Mädchen zu zweien ober dreien, auch zu vieren untergefaßt die schmalen Bürgersteige pasfiren, einzu- schreiten. Die Polizei droht, Uebertretungen unnach- sichtlich zur Bestrafung zu bri tgen, und richtet an die Mütter das Ersuchen, durch geeignetes Sinwirken auf ihre Töchter diese vor Bestrafung zu schützen.

♦ Schlimmes Einverständniß. Besuch: „Weß- halb streiten doch Ihre Kinder in Einem fort?" — Mutter: „Weil sie halt ein Herz und ein Sinn sind!" — Besuch: „Das ist aber ein toller Wider­spruch!"—Mutter: „Im Gegentheil! Wissen Sie, was das eine will — will eben das andere immer auch!"

• Biel verlangt. Redakteur: „Was wollen Sie? — Strolch: „Vier Mark, So viel kostet mir mein Hut, den mir gestern der Regen verdorben hat, trotz- dew schönes Wetter in Ihrer Zeitung stand. Und Sie sind doch nach dem Preßgesetz verantwortlich.

* Im Botanischen Garten. Professor: „Hier meine Damen, erblicken Sie die Tabakpflanze." — Höhere Tochter: „Ach, wie intereffant! Herr Professor, wie lange dauert es denn, bis die Cigarren reif find?"

Dr. K. Weihnachtsbücherschau 1900. v.

------ (Nachdruck verboten.)

Der altberühmte Verlag von Beuziger n. Co., Einfiedelu, Waldshut, Köln a. Rh. ist den deutschen Katholiken schon durch das nun im 35. Jahrgang er­scheinende illustrirte katholische Familienblatt „Alte und Neue Welt" geläufig geworden. Die „Alte und Neue Welt", deren 34. Jahrgang (geb. 8.40 M.) abgeschlossen vor uns liegt, ist von jeher ein Liebling der katholischen Familien gewesen. Mit lebhaftem Interesse folgt sie in Wort und Bild allen Vorgängen in der Kirche und in den katholischen Kämpfen der Gegenwart. Es ist das Verdienst der „Alten und Neuen Welt", die epochemachenden Romane von Sien- kiewicz in guter Uebersetzung den Katholiken zugäng­lich gemacht zu haben. Auch der 34. Band enthält zwei Werke dieses polnischen Meisters. Daß die „Alte und Neue Welt" an Belletristik einen hohen Maßstab anlegt, beweisen auch die abgeschlossen vorliegenden Arbeiten von M. Herbert, Ad. Jos. Küppers, Anton Schott, P. Coloma, R. F. Jezma, Hervey, Mar­garethe von Oerzen, Karl Lingen, Hedwig Wigger u. A. Der Belehrung ist auf allen Gebieten des modernen Strebens der weiteste Spielraum gelassen. Auch die Frauen und Kinder kommen nicht zu kurz. Der Bilderschmuck läßt nichts zu wünschen übrig und verräth feinen Geschmack und zugleich praktischen Blick für das, was die modernen Menschen interessirt. Mehrfach ist der Farbendruck angewandt. Die Voll­bilder haben größtentheils Kunstwerth.

Wer Prachtwerke religiösen und kirchlichen Charakters sucht, findet im Benziger'schen Verlage eine seltene Auswahl in allen Preislagen. Als kost­bares Geschenk für Künstler und Kunstfteunde empfiehlt fich das äußerst vornehm ausgestattete Pracht­album „Die Glorie des heil. Thomas von 3quin", in saubersten Lichtdruck ausgeführte Nach­bildungen der berühmten sechs großen Freskengemälde von Ludwig Seitz in der Gallerte der Kandelaber im Vattkan. Album und Bilder sind im Jmperial- folio-Format (45 X 66 cm) gehalten. Die Mappe ist reich verziert. (Geb. 24 Mk.) Der Text von Prof. Berthier erläutert die sechs Bilder, deren Komposition und klassischer Stil den verwöhntesten Geschmack befriedigt. Kraftvoller Ernst paart sich in diesen Fimrren und Gruppen mit gefälligem Liebreiz, In drr Thai ein begehrenswerthes Geschenk!

Ein Meisterwerk in seiner Art ist auch der heil. Kreuzweg nach den Kompositionen von Professor Martin Feuerstein (in eleganter Leinwandmappe 20 Mk.). Diese 14 Stationen athmen nicht nur der Geist eines großen Künstlers, der mit vollendeter Technik das Erlösungswerk zu unmittelbar packendem Ausdruck bringt, sondern auch die tiefe Innerlichkeit eines gläubigen GemütheS.

Das Prachtwerk „Der Vatikan", nach dem Französischen von Karl Muth (geb. 30 Mk.) brachten wir bereit- in bet Einleitung in empfehlende Er­innerung, nachdem wir vor zwei Jahren das hochbe­deutende Buch schon näher gewürdigt. Das Historische Jahrbuch der Görresgesellschaft übertreibt nicht, wenn es schrieb: „Schöner ist die weltumspannende Wirk­samkeit des Papstthums noch von keinem Geschichts­schreiber dargestellt worden als hier" (von Goyau).

Dr. Albert Kuhn's herrliches „Roma", die Denkmale des christlichen und heidnischen Rom in Wort und Bild, hat in diesem Jahre die 6. Auflage erlebt, gewiß die wirksamste Empfehlung für dieses Prachtwerk. 690 Holzschnitte, 4 doppelseitige Ein­schaltbilder und 2 Porträts Pius' IX. und Leo's XIII. schmücken den Quartbaud von 576 Seiten. Ein glänzender Einband und Goldschnitt erhöhen den fest­lichen Charakter. Der Preis von 16 Mk. ist äußerst wohlfell. Als Andenken an das Jubiläumsjahr ist Kuhn's „Roma" ganz besonders zu empfehlen.

Ein höchst zeitgemäßes Geschenkwerk ist auch Prof. Anton Ender's „Geschichte der Katho­lischen Kirche". (Prachtband von 1072 Seiten 20 M. Dieses Werk sieht in seiner Art einzig da! ES enthält die ganze Kirchengeschichte nach den besten und berühmtesten Quellen, aber nicht in fortlaufender Darstellung, sondern in syftemathisch ausgeär- beiteten Dispositionen zu Vorträgen. Das Material ist in bewundernswerther Weise den Be­dürfnissen der Vertheidigung und der Berhrrrlichnng

ö Etatsüberschreitungen und uubewMgte Ausgaben.

Die 'Finanzwirthschaft des Reiches wird diesmal vom Reichstage besonders genau unter die Lupe genommen; und daS ist wirklich sehr nothwendig. Würde das nicht geschehen, dann würde fich wahrscheinlich nach und nach bei der Reichsregierung die Arschauuug festsetzen, der Reichstag könne in solchen Dingen als die vielgerühmte „quantite nägligeable“ behandelt werden, als so ein Ding nebenher, das zwar nicht vollkommen übersehen werden dürfe, mit dem man aber auch nicht viel Federlesen zu machen brauche. Abg. Dr. Lieber wies schon am ersten Tage der Berathung der China-Borlage darauf hin, daß man in den Kreisen des Bundes» rathes theilweise geneigt war, die Leute vom Reichstage als die guten Kerle zu behandeln, die zwar allerhand Reden halten, am Ende aber doch alles so bewilligen, wie die Regierung es haben will; und eine solche Auffassung der Dinge darf natürlich nicht Regel werden, wenn nichts anders der Reichstag eine ganz erhebliche Schmälerung eines seiner wichtigsten Rechte er­leiden soll, nämlich des Budgetrechtes. Und der Verlauf der ReichStagsfitzung am letzten Freitag hat durch die ausführlichen Debatten über Vor­lagen, die sonst nur als kleine RechnunqSvor» lagen kurzerhand erledigt zu werden pflegten, ohne daß man besonders darüber zu reden für nothwendig hielt, aufs neue dargethan, daß dies­mal der Reichstag recht finanzkrittsch veranlagt ist. Abg. Dr. Fritzen vom Centrum gab bei der Denkschrift über die Anleihegesetze seit 1875 den Anstoß zu einer sehr ausführlichen Aus­einandersetzung über die Begebung deutscher Retchsanlechen, und ein drittes Mitglied bei ReichstagscentrumS war es, Abg.Dr. Bachem, daß bei der Ueberficht der Ausgaben und Ein­nahmen des Reiches für 1899 die allgemeine Aufmerksamkeit lenkte auf den Unterschied zwischen der nachträglichen Genehmigung von Etat-Überschreitungen und der späteren Be­willigung, der Erthellung der Indemnität für Ausgaben, von denen vorher noch gar nicht die Rede gewesen war.

Die Grenze zwischen diesen beiden Finanz» begriffen ist nicht immer ganz leicht zu ziehen. Man konnte in diesen Tagen in den Zeitungen lesen, daß die Artillerie-Ausrüstung für Linien- schiffe neuerdings um nicht weniger als die Hälfte kostspieliger werde, als kurz vorher bei der Durchberathung des letzten FlottengesetzeS angenommen worden war. Abg. Richter führte noch ein besonderes Beispiel dieser Art an: die EtatSüberschreitung bei dem Bau eines kleinen KriegSfahrzeuges, deS „Bussard," beträgt fast ein Viertel der ganzen Bausumme. Sind solche Mehrausgaben nun wirklich nur Ueber- fchreitungen oder reichen fie schon in daS Gebiet dessen hinein, wofür noch nachträglich die besondere Genehmigung deS Reichstags nach» -gesucht werden muß? Solche Fragen müffen recht genau von der RechnungSkommisfion deS MeichStageS erwogen werden und Abg. Dr, Bachem erntete den Dank der Redner ver­schiedener Parteien für seine wichtige Anregung, so von den Abgg. Dr. Sattler, von den Nationalliberalen und den Vertretern der beiden freifinnigen Richtungen, den Abgg. Rickert und Richter.

Daß die Ausgaben, die ohne vorauf- tzegangene Genehmigung des Reichstages für die Ehina-Expeditio» gemacht worden find, zu den­jenigen gehören, die der ausdrücklichen Er- theilung der Indemnität bedürfen und ganz und gar nicht als Etatsüberschreitungen be- handelt werden können, ist bereits vollkommen Lar gestellt und auch vom Reichskanzler sowohl «lS auch von dem bayerischen Vertreter im BundeSrathe, dem Gesandten Grasen zu Lerchen» feld-KSfering, in öffentlicher ReichStagsfitzung zugegeben. Darüber bedarf es also kaum »och besonderer Auseinandersetzungen, obwohl »icht einmal in der China-Vorlage in ihrer ursprüngliche» Form davon die Rede ist. Aber »icht immer liegen die Dinge so klar wie in diesem Falle und deswegen ist die Anregung Dr. Bachem'-, die Rechnungskommission möge doch noch genauer als bisher auf diese Unter­scheidungen eingehe», ganz besonder- zeitgemäß.

Die erwünschte Klarheit und damit eine «roße Vereinfachung dieser parlamentarischen Rechnungsarbeiten, würde ein Komptabili» lätSgesetz für da- Reich bringen wie CB Preußen nun endlich vor einigen Jahren er- haften hat. Siu solche- Gesetz stellt feste und bestimmt umgrenzte Begriffe auf über «»vorher-

der Kirche angepaßt und im Einzelnen streng logisch unb sehr übersichtlich gegliedert. Keine bebeutfame Frage, kein Vorwurf der Gegner ist übersehen. Professoren, Geistliche, Vereins- und Versammlungs­redner finden hier den Stoff zu geschichtlichen Vor­trägen mundgerecht vorbereitet. Ein m u st e r g i l t i g e S Werk, das sich auch als Nachschlagebuch und als Lesebuch für Schule und Haus vorzüglich eignet

Als erstes Volksbuch empfiehlt fich „die Ge­schichte der Kirche Christi" von Prälat Ibach (mit 65 Einschaltbildern, 1020 Setten in reich ge­preßtem Leinwandband 10,80 M.). Der Verfasser führt den Gedanken durch, daß Gott es ist, der die Geschicke der Menschheit regiert. Ein warmer katho­lischer Hanch durchweht das Ganze.

Das Schönste und Großartigste, was auf dem Gebiete der Heiligen-Legeuden existirt, ist „Das Leben der Heiligen" von Prälat Dr. Franz Hergenröther (Würzburg) in der Benziger'schen Prachtausstattung. Das ist in der That ein würdiges Denkmal, das katholische Begeisterung den Helden des Glaubens gesetzt hat — in Wort und Bild! Zwölf Gmppenbilder der Heiligen in farbenschöner weicher Aquarell - Nachahmung und mehr als 1000 auf das Leben der Heiligen bezügliche Kompositionen beleben die Darstellung. Jede Seite des 864 Seiten starken Bandes ist von einem stimmungsvollen, künst­lerisch gezeichneten Rahmen eingefaßt. Man kann fich an dieser Fülle von dekorativem symbolischem- und figürlichem Beiwerk kaum satt sehen. Den Gold chnitt und hocheleganten Maroquin-Band (als Deckenpressung u. A. die Königin der Heiligen im Medaillon) kostet dieses Prachtwerk 40 M.

Wir schließen hier gleich einige andere Werke religiösen Charakters an. Baernreither's lehr­reiches „Bonfilia" (für Heranwachsende kath. Töchter) erreichte bereits die vierte Auflage (Goldschnittbanb 3,40 M.). Ein prächtiges Kinderbuch von an­sprechendster Ausstattung ist Berthold'S„Jllu- ftrirte Kindertugenden" (mit 12 farbigen Bildern von Kunz gebunden 2 SD?.), das jetzt in 2. Auflage vorliegt. Auch „Mit ins Leben", Gedenk­blätter für katholische Töchter von P. Cölestin Muff (geb. 1,60 M. und mehr) sei warm empfohlen, desgl. „Der Tempelberg in Jerusalem und feine Heiligthümei" von B. Bauer mit 2Lichtdruckbllderu und 6Phototypien broschirt 1 M.

Als Geschenk für Bräute und jungt Frauen darf ein neues Buch von Baernreither, „Martha", Rathschläge für Hausfrauen, rühmend hervorgehoben werden. Wer „Bonfilia" kennt, wird vertrauensvoll auch zu diesem neuen Wegweiser für katholische Frauen greifen (Goldschnittband 3,40 M.)

Der Benziger'sche Verlag hat auch auf dem Ge­biete der Belletristik einen guten Ruf. Die vor­nehmsten Autoren „Der Alten und dienen Welt" treffen wir in zahlreichen, gut ausgestatteten, zum Theil auch illustrirten Bänden wieder an.

An erster Stelle ist hier der zu einiger Be- rühmthett gelangte historische Roman aus der Zeit des Kaisers Nero „Quo vadis?“ von Heinr. Sieukiewicz, übersetzt vonEttlinger,illustrirt von Rothaug (geb. 6 M.) zu nennen. Es gibt mehrere Ausgaben von „Quo vadis“, von denen wir z. Bsp. die bei Lutz in Lindau erschienene „unpurgirte" als Familienlektüre nicht empfehlen könnten. Aber die vorliegende Benziger'sche Ausgabe ist einwandfrei. Dem denkenden Leser gewährt die Lektüre dieser packenden, farbenglühenden Schilderungen des rö­mischen Verfalls und daneben des heldenmüthigsten christlichen BekennerthumS einen hohen reinen Genuß. „Quo vadis“ erlebte inzwischen die 4. Auflage.

In zweiter Auflage erschien: „Die Familie P o l a n i e ck i" Roman aus der Gegenwart, gleichfalls von Heinr. Sieukiewicz und übersetzt von Ett- linZN (Mit Titelbild geb. 5 M.). Eine lliterar­historische und biographische Skizze von Karl Muth ist dem Roman vorangestellt. Die originelle, in mo­dernen Verhältnissen wurzelnde Geschiße §eu«t von meisterhafter Gestaltungskraft und enthält auch manches ergreifende religiös-christliche Moment.

Soeben erschien auch der erste Banh des Sie«-- kiewicz'schen Romans „Die Kreuzritter" (über­setzt von Ettlinger, illusttirt von Schwormstädt). Diese Buchausgabe ist vollständiger, als die in „Alte und Nene Welt" erschienene Fassung; sie wird nur dazri beitragen, dem genialen Autor auch in Deutschland immer weitere Freunde zuzuführen. Urtheilsfähige Krittter rechnen die „Kreuzritter" zu den bedeutendsten Schöpfungen der Weltlitteratur. Der erste Band kostet gebunden 5 Mk.

Gerne begrüßen wir zwei Bände von Mar­garethe von Oertzen „Lebensstreiter" (geb. 4 Mk.) und „Aus einsamen Thälern" (geb. 4 Mk.). „Lebensstreiter" bereinigt die Novellen „Ruth" und „Luzifer", zwei Kabinesstücke ursprünglicher Schilderung der Menschen und des Lebens, wie sie sind, nicht, rote fie scheinen. Den gleichen Vorzug haben die sechs Waldgeschichten „Aus einsamen Thälern". Ungekünstelter, kräftiger Wald- und Heidegeruch strömt anheimelnd aus diesen tief empfundenen Geschichten.

Georg Baumberger bietet sowohl in „Grüeß Gott!" (geb. 4 Mk.) als auch in „Aus sonnigen Tagen" (brosch. 1.60 Mk.) anziehende, poesievolle Volks- und Landschaftsbilder aus der Schweiz. Die Jllustrattonen sind von Hans Wieland.

Als spannende und zugleich lehrreiche Erzählung für die reifere Jugend empfiehlt sich „Das geheim - nißvolle Strandgut" nach dem Französischen von Ranteuil (Originalband 3.60 Mk.)

Zum Weihnachtsfest dürsten auch die mannig­fachen „Christkiudlein"- und „Krippen"-Bild- chen des Benziger'schen Verlages (100 ä 2 Mk.) wegen ihrer lieblichen Darstellung sehr willkommen fein, desgleichen die in der That reizenden Weih­nachtspostkarten. Als Wandschmuck ist die prächtige

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