Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer

21». BtoteW

Nir« 1 »50 Bf.

27. Jahrgmg.

Iuröa, Samstag, dm 1.' Dezember 1900.

J& 276.

lichkeit nicht allzuweit entfernen.

LoriS empor, sie verzieh ihr gern alles, was sie

Deutsches Keich.

Berlin, den 30. November.

einzige, bei der während der Zählzrit „gewöhn­liche" Postkarten (andere als Ansichtskarten)

schlichtem Abschied entlaßenen Offiziere „zurück­versetzt" worden. Also: Hr. S. wird gemaß­regelt, weil er das Gesetz befolgt hat; das an ihm begangene Unrecht wird bi- zu einem gewiffen Grade wieder gut gemacht, aber diese „Rehabilitation" genügt nicht; noch immer ist der Mann, der das Gesetz befolgt hat, nicht würdig, mit Offizieren oder gar mit Prinzen und vollends mit Sr. Majestät in Berührung zu kommen! Hätte er das Gesetz verletzt, dann wäre nach dieser Theorie alles in Ordnung. Das ist eine Umkehrung der Rechisbegriffe, wie fie nicht toller gedacht werden kann. Unv doch: der Full Salomon ist die logische Konsequenz des nach wie vor bestehenden unerträglichen Zustandes, daß im Heere „die Osfiziersfitte," d. h. oer grobe Unfug des Zweikampfes, dem Gesetz zum Trotz

zwar bestraft aber gleichzeitig geschützt! wird.

* Die Meldung vom Rücktritte be» deutschen Notschalters IürKe« Münster soll, wie die «Berliner Börsen-Zritung erfährt, n Paris ganz unerwartet gekommen fein. Das Blatt bemerkt dazu: Das Plötzliche des Personenwechsels auf dem Botschasterposten in Paris ist fraaloS von besonderer Bedeutung und bängt vielleicht mit der Anwesenheit drS Präsidenten Krüger in Paris zusammen, den nunmehr ein deutscher Botschafter nicht sprechen kann, weil — ein solcher nicht zur Stelle ist.

* Ueber die freiwillig- cherichlsvarkeit im A-ere ist dem Reichstag ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, welcher in der Hauptsache die Kriepsgerichtsräthe und OberkriegSgerichtsräthe für zuständig erklärt, im Felde die Obliegen­heiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit wahrzu­nehmen. Außerdem enthält das Gesetz eine Be­stimmung, wonach nach dem Tode eines Ange­hörigen des aktiven Heeres die Militärbehörde für die Sicherung der amtlichen Akten und der sonstigen Sachen aus dem Dienstoerhältniß zu

führen. m ,

Wohl äußerte Berneck verschiedene Bedenken, doch Lori wußte fie alle zu entkräften und zu zerstreuen. Das Herz that ihr wohl weh, wenn sie bedachte, daß Johannes nun schon fett zwei------------- . . • „ - .

Tagen vergebens auf sie gewartet habe, allein um das gute Gelingen des Vorhabens rang fikh dar mußte überwunden werden. Sie malte sich 1L Ä " dafür in lebhaften Farben die Freude auS, die auch er an den Tag legen würde, wenn sie in feine ausgebreiieten Arme fliegen und ihm sagen durfte: „Nun ist alles gut. Liebster, unsere Väter haben sich versöhnt, wir brauchen jetzt nicht mehr so heimlich zusammenzukommen, nichts, nichts ist | es, das uns trennen tarnt." Wie würden da seine lieben Augen fie so freudig anfehen, wie würde er sie an fein treues Herz drücken, und ihr tausend Schmeichelnamen zuMstern! Dann war sie Braut, — feine Braut — wie wird man sie beneiden um den schönen, stattlichen Mann. Die Mädchen alle drunten in der kleinen Stadt, — o, fie hatte es wohl bemerkt, wie fi- neulich bewundernd Blicke nach ihm geworfen hatten, ja, den edlen Johannes würde Jede von ihnen ohne Bedenken nehmen, und er hatte sich die Heine, unbedeutende Lori erwählt.

Auch an Helene dachte fie; das schöne, stolze Mädchen lirtte Johannes; nun, Helene würde sich schon tt ölten, aber etwas wie Mitleid mit der Cousine quoll doch in dem weichen Herzen

wirken überall ungünstig ein. Die Weihnachts­aufträge sind natürlich schon vor Monaten auf- gegeben, so daß augenblicklich sich nirgends Be­darf zeigt. In der Textilindustrie sieht eS be- sonders schlecht aus. Baumwolle ist sehr tbeuer, angeblich wegen des knappen Ernteausfalles, vielleicht auch aus Gründen, die auf Spekulation zurückzuführen find. Wolle ist sehr billig, aber sehr wenig gefragt. Die Bauthättgkeit liegt fast überall schon seit Monaten darnieder. In den Hotels läßt der Besuch an reisenden Kaufleuten schon jetzt sehr zu wünschen übrig. Mele Firmen, die ihre Reisenden bis gegen Mitte Dezember ausschicken, haben sie jetzt schon nach Hause zurückberufen.

K N«*is, 30. Nov. Ueber die Ankunft des Präsidenten Krüger in Berlin ist noch nichts Sicheres zu erfahren. Sie wird in den ersten Tagen der nächsten Woche erfolgen. Die Reise soll auch von seinem Gesundheits­zustände abhängig gemacht werden. Eine an­scheinend offiziöse Nachricht aus hiesigen Quellen

dieser Kundgebung an.

* London, 30. Nov.

General Kitchener den Oberbef ehlüber die englischen Truppen in Südafrika — Vom Kleinkrieg gegen Dewet berichtet Lord Roberts: Die etwa 400 Mann perle Gar­nison von Dewetsdorp mit 2 Geschützen hat sich am 23. November den Buren ergeben, nach­dem fie 15 tobte und 42 Verwundete gehabt hatten. Die Buren waren 2500 Mann stark. Die 1400 Mann starke englische Kolonne, welche Dewetsdorp zu Hilf- kommen sollte, ist nicht zur Zeit dort eingetroffen. General Knox rückte, nachdem er seine Truppen mit jener Ko­lonne vereinigt hatte, am 26. November in De­wetsdorp ein. Die Stadt war geräumt; nur 75

ihr angethan. t m x

Lori saß am Fenster und schaute dem Vater nach, wie er langsam und bedächtig den stets vermiedenen Weg nach dem Lindemannshof ein- schlug. Sie ahnte, daß er ihr ein Opfer brachte, daß es ihm keineswegs leicht wurde, daß es ihm em saurer Gang war, den er ihr zulieb unternahm, — aber sie wollte dem.guten Vater auch durch dop­pelte Zärtlichkeit vergelten, was er für sie that.

Jetzt war er ihren Blicken entschwunden, und Lori faltete unwillkürlich die Hände; eine Bitte

sichtskarten auf das Jahr entfallen, läßt sich nach den mitgetheilten Zahlen nicht ohne Weiteres berechnen, da anzunehmen ist, daß im August nach Schluß der eigentlichen Reisezeit immer noch bedeutend mehr Karten aufgegeben werden, als im Winter ober Frühjahr. Für 1900 dürfte aber die Schätzung der im Reiqs- poftgebiet eingelieferten Ansichtskarten auf etwa 300 Millionen Stück sich von der Wirk-

nur wenige Zeilen.

„Meine liebe, kleine Son!

Ich verzehre mich in Sehnfucht nach Dtr, warum kommst Du nicht mehr? Du bist botb nicht etwa krank? Ich befürchte es fast. Er­warte Dich bestimmt morgen früh am alten Platze, sende mir unter allen Umständen Nach­richt dahin. Sollte Drin Vater bereit seid, den Versöhnungsversuch zu machen, so möp • er noch einige Tage warten. Mein Vater in nämlich sehr schlechter Laune. — Tausend Küsse, mein Liebling.

Dein treuer Johannes."

da der Vater Loris bestimmt gewünscht hatte, daß jede Zusammenkunft bis zur Entscheidung unterbleibe, und da Lori einsah, daß erbrecht hatte. Sie wollte den guten Vater nicht durch Ungehorsam erzürnen in dem Augenblick- wo er im Begriff stand, ihr das große Opfer zu bringen und die Versöhnung mit Lindemann herbeizu-

aus ihrem Herzen.

Da bemerkte sie einen kleinen, barfüßigen Jungen, der um das Haus herumschlich, alle Fenster musterte, und als er fie erblickte, zaghaft näher kam, und ihr zuwinkte.

„Da," — sagte er, als Lori aus dem Haus- tretend, den Kleinen nach seinem Begehr fragte, und Überreichte ihr ein weißes Couvert; bann lief er eiligst davon. Lori riß ben Umschlag auf, das Brieschen war von Johannes unb erhielt

* Allgemeine Klagen über die gegen- wärtige nngönsiige Geschäftslage kommen aus allen Th-ilen Deutschlands. Es herrscht tn fast sämmtlichen geschäftlichen Zweigen große Flaue. Die reifenden Kaufleute können fast gar keine ober nur sehr wenig Bestellungen an ihre Häuser senben, weil Überall eine abwartende Stimmung vorhanden ist. Gekauft wird nur )as allemothwendigste. Das Geld ist sehr theuer, vielfach gar nicht zu beschaffen unb bie bebeutenben Börsenverluste ber letzten Zett

überhaupt nicht aufgeliefert würben. Also Rekorb! Je eine Ansichtskarte ist als auf- gegeben bei 20 Postagenturen gezählt worben, mithin 1h täglich; es besteht bie Vermuthung, daß diese 20 Karten von Angehörigen der Post- agenten kurz vor Schluß der Ermittelungen aus lokalpatriotischen Rücksichten in den Verkehr gesetzt waren. Keine einzige Ansichtskarte hatten nur 90 von ben 13200 deutschen Post- orten aufzuweisen.

Wie bereits erwähnt, kommen auf jeden Tag der Ermittelung im Durchschnitt 1446 938 auf- gegebene Ansichtskarten, es find dies für jede der 24 Stunden 60289 Stück. Wie viel An-

„Jch werde es Dir danken, Vater, fo lange ich lebe."

„Unb wenn Jener nun nicht will, was bann?" entgegnete er, schon halb besiegt.

„O, er wirb gewiß wollen, Väterchen," er­widerte Lori zuversichtlich, „ein gutes Wort findet einen guten Ort, sagt das Sprichwort."

„Laß mir einige Tage Zeit, damit ich mir alles überlegen kann."

„Und bann, — bann wirst Du gehen, nicht wahr?" jubelte Lori, Du bist ber beste Vater, den es geben kann, das erfahre ich heute aufs Neue." ...

Noch längere Zeit faßen bie Selben bet« fammen. Lori versuchte in ihrer heiteren Weife, ben Vater aufzumuntern, doch er gab einsilbige Antworten. Endlich entschlüpfte sie auf ihr Zimmer. Draußen stieß sie mit Helene zusam­men, bie noch bleicher als gewöhnlich aussah, unb Lori, in bem Glücksgefühl, das ihr ganzes Wesen burchströmte, streckte ber Cousine bie Hanb entgegen unb sagte freimüthig: „Vergib mit, wenn ich Dich kränkte, — ich habe es nicht so böse gemeint, und Du reiztest mich. O Helene, mein Vater wirb sich mit Lindemann aussöhnen. | Wie bin ich glücklich, auch Du wirst glücklich werben, wenn Du wahrhaft lieben lernst."

Helene erwiderte kein Wort. Lori fiel das ['gar nicht auf, auch sah sie bas höhnische Lächeln nicht mehr, welches bas Gesicht Helenens ver­zerrte, ebensowenig wie bie geballte Faust, bie Helene drohend gegen das unschuldige Mädchen

IV.

Zwei Tage waren seitdem vergangen. Lori | und Johannes hatten sich nicht wieder gesehen,

sorgen hat. scheinend offiziöse Nachricht aus yieugen swueutu

-L Der ,Reichsanzeiger' veröffentlicht fol- weist darauf hin, daß an ein Schiedsgericht Wischen genbe Bekanntmachung vom 28. November, be- England und Transvaal nicht zu denken sei, da treffend die Einrichtung von Sitzgelegenheit England jeden Vorschlag dazu al» unfreundliche für NugeSellte itt öffentlich-« Derkanfs- Haltung auffaffen und mit einer Kriegsdrohung gellen: beantworten werde. — So viel steht fest, das

Auf Grund von § iss h Absatz 1 der Gewerbe« Krüger mit Dr. LeydS und seiner Begleitung ordnung hat der Bundesrath über die Einrichtung von SamStag Mittag« Pari« verläßt und Abend» tn Sitzgelegenheit für Angcstellte in offenen Verkaufs-1 $ö[n ^trifft. Er bleibt, da er Sonntag nicht will. bi. RM-g ft-h In SSta. » « «eklen, in welchen die Kundschaft bedient wird, sowie nach Berlin weiterreist, wird er in den zu solchen Verkaufsstellen gehörenden Schreib- mittag in Magdeburg sein, wo er übernachtet, stub-n (Komtoren) muß für die daselbst beschäftigten q -*arjs gg Nov Arn Donnerstag sand Gehilfen und Lehrlinge eine nach der Zahl dieser s....H ?,. ?ine SyM-

P-rsonen ausreichende geeignete Sitzgelegenheit vor- »N oer fr an zon, wen-r an.. »

Händen sein. Für die mit der Bedienung der Kund- pathre - Kundgebung für Krüger slar schäft beschäftigten Personen muß die Sitzgelegenheit Nachdem bte Kammer auf ben Vorschlag ves so eingerichtet sein, daß sie auch während kürzerer Masters Delcass« bie Berathung über bte Arbeitsunterbrechungen benutzt werden kann. ^nterneUation des Antisemiten DeniS, ob bie

zeichneten PÄnen während "dn Zeit, i»" welcher fie Regierung zwischen Transvaal und Englanb zu durch ihre Beschäftigung nicht daran gehindert flnb, tHteroentren gedenke, auf unbestimmte Zen gestattet werden. vertagt hatte, stimmte die Kammer unter stürmt

2) Unberührt bleibt die Befugniß der zuständigen .. 8me;taa efaftimmla einer von Denis vorge- Behörden, im Wege der Verfügung für einzelne offene sch-m Be:s<M emsttmmtg et - richtet Verkaufsstellen (§ 139 g der Gewerbeordnung) oder I schlagenen Resolution zu . „Bte Kammer rugiei durch allgemeine Anordnung für die offenen Verkaufs- gelegentlich ber Anwesenheit des Präsidenten ber stellen ihres Bezirks (§ 139 h Abs. 2 a. a. O.) zu be- Transvaal-Republik in Paris ben Ausdruck ihrer stimmen, weschen besonderen Anforderungen die Sitz- ans fiothacbtuna an Krüger."

sü!° welche* sie"bestimm? ist,"souste bhinfichtlich^N'sage Auch ber Senat schloß sich am folgenden Tage und Beschaffenheit genügen muß. v I dieser Kundgebung an. ,

3) Die vorstehenden Bestimmungen treten mtt dem ♦ canx0H zg, Nov. Heute übernahm 1. April 1901 in Kraft. * -----

Berlin, den 28. November 1900.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers.

Graf von Posadowsky.

Iaserate: Die et»

BBS inalt SkmiWiib

HM

KzK - M. M, &Slungm

'V Sa wird entsprechend.

Rabatt gewährt.

Ansichtspostkarten-Statistik.

Eine intereffante Ansichtspostkarten-Statistik hat da« Reichspostamt vom 9. August d. I. 12 Uhr Mittags bis zum 16. August 12 Uhr Mittags vornehmen lasten. In diesen sieben Tagen, die doch schon nach Beendigung der eigentlichen Reise­zeit fallen, wurden nach der Mittheilung der .Deutschen Verkehrszeitung' im Reichspostgebiet nicht weniger als 10128569 Ansichtskarten aufgegeben, mithin im Durchschnitt täglich 1446 938 Stück. Von tnsgesammt 20808313 aufgegebenen portopflichtigen Postkarten waren 9569350 Stück mit bildlichen Darstellungen verfehen ober mit Sinnsprüchen, Gedichten rc. bedruckt; unter ins- gesammt 11672376 Drucksachen bis 50 Gramm befanden sich 559 219 Karten solcher Art. Der Portobetrag für die siebentägige Ge- fammtmenge der Ansichtskarten stellt sich auf 483 075,32 Mark. Die Führung hat der Ober-Postdirektionsbezirk Berlin mit 1188090 aufgegebenen Ansichtskarten in sieben Tagen ober beinahe 170000 täglich; es folgen Bezirk Dresben mit 627 398 Stück (fast 90000 Stück,

täglich), Bezirk Hamburg mit 523415 (täglich * Zu ber Nicht öestatignng zum be- 75000), Bezirk Düffeldorf mit 455 987 (täglich folbeten Beigeordneten von Kreuznach gewählten über 65000). In acht Postorten wurden Bürgermeisters S a l o rn o n zu Schlüchtern erhalt während ber Zählzeit je über 100000 Ansichts- die »Köln. Ztg.' jetzt folgende zweite Zuschrift: Tarten aufgegeben, darunter an erster Stelle in „Maßgebend waren die Gesichtspunkte, daß m Berlin 960546 Stück, bas sind täglich Kreuznach em Bezirkskommando besteht, runb 137000 Stück Es folgen Dresden mit sodaß der Beigeordnete mit ben Offizieren bes- 267 911, Hamburg mit 263,302, Köln mit 157,707, selben sowie den Reserve- und Landwehroffizieren Leipzig mit 153 138, Breslau mit 120,374, Frank- in Berührung hätte kommen müssen, daß ferner furt a M. mit' 105 632, Hannover mtt 105,570 I in einem Badeorte, ber von Prinzen unb Stück. Besonders zahlreich war der Ansichts- sonstigen Mitgliedern des königlichen Hauses, karten-Verkehr namentlich aus Universitäts- vielleicht gar von Sr.- Mazestat selbst besucht Städten und aus Bädern und Sommer- wird, unmöglich em stellvertretender Bürgermeister frischen. In letzterer Beziehung erwähnen wir weilen dürfe, der mtt schlichtem Akttchiebe aus Wiesbaden mit 65,742, Norderney mit 44,380, dem Offizierstande abgeschieden fei. — Unb Westerland mit 28,697, Baden-Baden mit 27,528, nun erinnere man sich, was tn der ersten Zuschrift Ahlbeck mit 24,824. Heringsdorf mit 23,572, des gleichen BlatteS zu lesen war: Hr. S. habe Swinemünde mit 23,550, Friedrichroda mit 19,422, vor Jahren „ein von einem 2ltjt au8 genng» Rolberg mit 19,343, Misdroy mit 19.208, Saß- fügiger Ursache provozirtes Duell" abgelehn, Nitz mit 18,848, Helgoland mit 17,652, Bad seibafür aus dem Offizierstande „ausgeschieben , Nauheim mit 16,251, Schreiberhau mit 14,917 bann im Gnadenwege in die Klaffe ber mit Stück während ber 7 Zähltage. Vom Brocken 1 gingen 15,430 Ansichtskarten in's Weite, aus Rübesheim (ohne bie vom Niederwald) 31,704, aus Eisenach mit der Wartburg 34,977, aus der Jubiläumsstadt Grünberg in Schlesien 4439 Stück.

In Jmmersatt, bem nördlichsten Postort des Reichspostgebiets, würben 20 Ansichtskarten auf- gegeben, in Schirwinbt, bem östlichsten 90, in Rebingen (Lothringen), bem westlichsten, 46 unb in Wolschweiler (Elsaß), bem südlichsten, 58 Stück, wobei natürlich bie Postorte in ben deutschen Schutzgebieten außer Betracht geblieben finb. Die am höchsten belegene Reichspost­agentur, nämlich bie auf ber Schneekoppe, ist mit 10228 Stück vertreten, unb zwar als

mit AnterHattiings -Aeikage „Illustrirte Somttags-Zeilung"

Die Meine Lori.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

11 ------ (Nachdruck verboten.)

Der Alte starrte wieder sinnend vor sich nieder, bann sagte er mehr zu sich selbst: „Es ist wohl möglich, und doch — ah, die Wahrheit — nur die Wahrheit — wer die zu sagen wüßte."

„Unb erfuhrst Du fie nicht von Deinem ehe­maligen Freunbe?"

„Linbemann besitzt einen ungemein heftigen, | stolzen Charakter. Als ich barnalS nach dem Tode Deiner Mutier zu ihm kam, um Rechenschaft von! ihm zu fordern, da gerieten wir hart aneinander, es fielen schlimme Worte auf beiden Seiten, wir waren Beide zu erregt, um uns ruhig auSsprechen zu können. Ich hielt feine maßlose Wulh für Schuldbewußtem und heute sehe ich wohl ein, daß ich zu weit ging in meinen Anschuldigungen, allein das ist nun nicht mehr zu ändern."

„Wohl ist es zu ändern, wenn Du es willst, Vater! Das ganze Lebensglück Deines Kindes hängt von ein paar begütigenden Worten ab, unb Du wolltest sie ungesprochen laffen ? Wenn Du mich lieb hast, so kannst Du nicht fo grausam sein; ich bitte, ich beschwöre Dich bei bem An­denken an mein tobte« Mütterchen, gehe hm zu Deinem ehemaligen Freunbe, sprich mit ihm, sage ihm ein gutes Wort unb wir werben glücklich sein."

Lori hob mit thrSnennaffen Augen bie bittend gefalteten Hände zu ihrem Vater auf, der sie in seine Anne zog.

„Kind, Kind, Du weißt nicht, waS Du von mir verlangst, es ist fast zu viel."