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mit Anleryattungs-Anlage „Issustrirte Sonnlags-Zeitung!' p«te»»aeg« n». 1 (lara»xt<).
27. Jahrgang.
JuLöa, Mittwoch, den 28. November 1900.
Jfä 273.
□ Die Engländer und die Buren.
Bittere Klage führt Herr Krüger, bisher Präsident von Transvaal, über die Barbarei der Engländer in dem Kriege gegen die Buren. „Der Krieg, den man gegen uns in zwei Republiken führt, ist bis zu den Grenzen der äußersten Barbarei gegangen. Die Engländer stecken unsere Höfe in Brand, die wir mit so vieler Mühe erbaut haben, sie jagen Frauen und Kinder fort, deren Gatten und Väter getödtet oder gefangen genommen worden sind, und flbettaffen sie schutzlos ohne Holz, oft sogrr ohne Brod, ihrem Schicksal." So klagte Herr Krüger in Marseille. Herr Krüger ist Partei in diesem Kriege. Aber er ist ein ruhig denkender Mann von hohen Jahren, dessen Worten man Glauben beimessen kann. Aber man müßte ihm auch dann glauben, wenn er jung und leidenschaftlich angelegt wäre; denn er hat zahlreiche Beweise in der Gestalt von Berichten anderer Augenzeugen, auch von Engländern, auf seiner Seite.
Ein junger schottischer Arzt war als Freiwilliger mit in den Krieg nach Südaftika gezogen. In einem der Briefe, die er von dort aus nach der Heimath sandte, findet sich folgende Schilderung: „Unser Marschziel war ein schönes großes Gut, wo wir von den weiblichen Bewohnern, die keine Ahnung von unseren Absichten hatten, freundlich empfangen und ohne Aufforderung mit Speise und Trank bewirthet wurden. Während wir einem alten Großvater, dem einzigen männlichen Bewohner der Farm, auseinandersetzten, daß der Hof niederzubrennen sei, spielte ein junges Mädchen int Nebenzimmer auf einem sehr guten Klavier das alte Lied: Heimath, süße Heimath... Den alten Mann mußten wir vor den General führen, der ihn kriegsgefangen nach Ceylon fchickte; und als der Abend anbrach, lag das ganze schöne Anwesen in Schutt und Asche..."
„Das ist keine ehrliche Soldatenarbeit," so schreibt ein Sergeant der freiwilligen englischen Kavallerie (Yeomanzy) an seine Familie in England. „Wir machen 2—3 mal Märsche in der Woche, brennen einige Farmen nieder und nehmen Alles, was wir finden, mit uns weg. . . Innerhalb von drei Tagen haben wir neulich 20 Höfe niedergebrannt. . . Es war manchmal mehr, als wir ertragen konnten. . .von einer Farm nahmen wir für über 100,000 J». Werth mit uns fort. . ."
Solche Berichte englischer Federn gibt es zu Hunderten. Und gerade jetzt erhebt ein sehr bekannter und sehr verdienter englischer Schriftsteller, William P. Stead, in einem öffentlichen Aufrufe „irn Namen der Menschlichkeit und des Völkerrechtes" nachdrücklichsten Widerspruch gegen die grausame Art der britischen Kriegführung in Südafrika. „Alle Rücksicht auf völkerrechtliche Vereinbarungen wird in den Wind geschlagen," so schreibt Stead. „Die Brandfackel hat das Schwert verdrängt. Brennende Hausstätten bezeichnen die Marschlinien der britischen Truppen. Plündern ist an der Tagesordnung; die Soldaten, welche die unbezähmbaren Männer weder bezwingen noch gefangen nehmen können, führen einen grausamen Krieg gegen Frauen und Kinder . . . Sollen diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit, diese Schand- thaten . . . etwa später als Präcedenzsälle gelten? Gegen einen solchen Rückfall in das Barbaren- thurn muß jedes civilisirte Volk protestiren . . ."
So Herr Stead. Nicht die zügellos gewordene Wildheit schlecht disziplinirter Söldner ist es, aus der diese unmenschlichen Scheußlichkeiten heroorbrechen. Der Befehl des britischen Oberkommandos zwingt die Soldaten dazu. Zahllose Zeugen aus dem britischen Heere sind zur Bestätigung dieser Thatsachen bereit, so daß man keinen Zweifel mehr hegen kann an der Wahrheit derselben. Und dennoch geht die Heuchelei britischer Generäle so weit, im Theaterpathos zu versichern, die englische Armee sei „von Gefühlen ungewöhnlicher Großmuth gegen den Feind beseelt". Die britischen Führer stehen int Lügen den chinesischen Mandarinen nicht nach; die Greuelthaten der englischen Soldaten erinnern stark an die Scheußlichkeiten der Boxer; aber keine Diplomatenfeder wird in Bewegung gesetzt, um dem Wüchen Einhalt zu thun, und das unterbleibt unmittelbar nach dem internationalen Friedenskongreß in der holländischen Residenzstadt mit allen seinen schönen und salbungsvollen Reden von Frieden und Menschlichkeit und Linderung der Kriegsschrecken! DaS ist, man mag die Sache drehen und deuteln, wie man will, eine Schmach für unsere Zeit, die aber nicht allein auf da»
Schuldkonto der Engländer zu setzen ist. Alle Regierungen, die völlig unthätig diesen gemeinen Vergewaltigungen des Völkerrechtes zusehen, machen sich der Verbrechen mitschuldig, die von den Engländern int südafrikanischen Äurenlande begangen werden.
Einen letzten Aufruf richtet Präsident Krüger an die Völker, an die Staaten Europas, die sich eine Ehre daraus machen, als Hüter und Ver- theidiger christlicher Gesittung int fernen Ostasten aufzutreten. Werden die schmerzdurchzitterten Worte des alten Burenpräsidenten wiederum völlig wirkungslos verhallen? Mit den Kultur- grundsatzen solcher Staaten steht es faul, die geringschätzig und theilnahmSlos solchen Hilferufen sich verschließen. Mit denen aber, die in solch schnöder Weise gegen alle Menschlichkeit sich versündigen, wird einst die Weltgeschichte ins Gericht gehen!
Dr. K. Weihnachtsbücherschau 1900. 11.
------- (Nachdruck verboten.)
Bei unserer Rundschau über die neueren und neuesten Darbietungen der katholischen Geschenklitteratur beginnen wir, tote schon seit Jahren mit der Herderffchen Berlagshandlung in Freiburg (Breisgau), deren Verdienste große Lücken auf wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Gebieten, speziell auf denen der Geschichte, der Litteratur- und Kunstgeschichte, der Länder- und Völkerkunde und der Natur- wisienschaften ausgefüllt zu haben, nicht genug anerkannt werden kann.
Von den monumental gedachten, aus 6 Bände berechneten Werke Hartmann Grisars (8. J.) „G es chichte Roms und der Papst e im Mittel- alter" (mit besonderer Berücksichtigung von Kultur und Kunst) wird noch vor Weihnachten der erste Band vollständig vorliegen. Dieser erste Band behandelt Rom beimAusgang der antik en W elt, umfaßt etwa 870 Seiten und 228 historische Abbildungen und Pläne (in Originalband 27 Mk.). Die uns vorliegenden Lieferungen rechtfertigen vollauf die hohen Erwartungen, die man an das Erscheinen des Werkes knüpfen durfte; denn der rühmlichst bekannte Kirchenhistoriker hat Jahre lang Rom an Ort und Stelle studirt und die litterarischen Quellen gründlich durchforscht. Bei aller Wissenschaftlichkeit der Darstellung ist die Sprache dem allgemeinen Verständniß der gebildeten Welt angepaßt. Der Bilderschmuck ist sehr sorgfältig gewählt. „ . .
P. Gietmann's und P. Sorensen's „Kunstlehre" (in fünf Theilen) hat schon nach dem Erscheinen des ersten Bandes („Allgemeine Aesthetik" von Gietmann) in der Tagespresse und in Fachzeitschriften reiche Anerkennung gefunden. Jetzt liegt der zweite Band „Poetik und Mimik" (geb. 8 M.) und der dritte Band „Musik-Aesthetik" (geb. 6,20 M.), beide gleichfalls aus Gietmann's geistreicher Feder, abgeschlossen vor. Der vierte Band wird „Malerei, Bildnerei und schmückende Kunst" von Sörensen, der fünfte und letzte „die Aesthetik der Baukunst" von Gietmann enthalten. Schon jetzt kann dre katholische Litteratur auf diese christliche Kunst- lehre, der anch die Gegner der streng philosophischen Methode und die vornehm-sachliche und versöhnende, alle unnöthigen Schärfen vermeidende Tendenz nicht absprechen können, mit Recht stolz sein. Von der „Musik-Aesthetik" schreibt die Zeitschrift Kammermusik', das Werk biete unschätzbare Belehrung und Anregung, es sei meisterhaft geschrieben und verdiene große Verbreitung. .
Mit besonderer Genehmigung begrüßen totr das „Handbuch der Kunstgeschichte" von Dr. Erich Frank, welches einem wirklichen Bedürfniß entgegenkommt. An Kunstgeschichten ist zwar kein Mangel, aber die meisten kann man schon ihres anstößigen Bilderschmuckes und ihrer dementsprechenden Tendenz wegen nicht Jedermann, besonders nicht der Heranwachsenden Jugend in die Hand geben. Ein mit feinem Geschmack ausgewählter Kreis von Bildern, Titelbild und 393 Abbildungen, belebt die frische und anregende Darstellung. Der Preis von 11 M. (gebunden) für dieses hervorragende Handbuch ist sehr mäßig.
Vom zweiten Bande der „Geschichte der christlichen Kunst" von Prof. Kraus, II. Ab- theilung, Renaissance und Neuheit liegt nunmehr die erste Hälfte abgeschlossen vor. Der Lexikon »Oktav - Band enthält 282 Seiten mit 132 Abbildungen (geb. 8 M.). Die Bewunderung der Gelehrsamkeit des auf diesem Gebiete tonangebebenden Forschers wird durch den neuen Halbband aufs Neue bestärkt.
Zu den gelehrten Werken katholischen Ursprungs, die auch aus gegnerischer Seite geradezu Epoche gemacht haben, gehört des Jesuiten Baumgartner „Geschichte der Weltlitteratur". Es gibt kein Werk, das sich diesem an die Seite stellen läßt. Nunmehr ist auch der dritte Band, welcher „Die griechische und lateinische Litteratur des klassischen Alterthums" behandelt (596 Seiten, geb. 10.80 Mk.) erschienen, und der vierte Band „Die lateinische und griechische Litteratur der christlichenVölker" (708 Seiten, geb. 13.20 M.) wird in den nächsten Tagen zum Abschluß gelangen. Die jüngste Lieferung enthielt u. A. Proben aus den Lichtwerken und eine gründliche Charakteri- sirung der „Nonne Roswitha". Baumgartner'S großartiges Werk wird sieben Bände stark werden. Jedoch ist jeder Band für sich abgeschlossen und einzckn käuflich.
Wer eine auf katholisch-christlichem Standpunkte fußende, kurz gefaßte deutsche Litteratur- geschichte (als Lehrbuch für höhere Unterrichtsanstalten oder zur Selbstbelehrung) sucht, dem können wir der „Abriß der Geschichte der deutschen National- Litteratur" (nach Brugier) von E. M. Harms (E. M. Hamann) nur wärmstens empfehlen. Die dritte verb^serte Auflage berücksichtigt die neueste Litteratur bis in die allerjüngsten Tage. Wir kennen kein zweites Buch, welches in so knapper Form eine so vollständige Uebersicht böte. Die Urtheile und Charakteristiken sind klar, präzis und alles Wesentliche erfassend.
Herder'sJllustrirte Bibliothek derLänder- und Völkerkunde hat durch zwei neue Bände eine werthvolle Bereicherung erfahren und umfaßt jetzt 16 reich illustrirte, einzeln käufliche Bände. Eine günstige Aufnahme verdient das prächtige Werk über „Turkestan", die Wiege der indogermanischen Völker, von Franz von Schwarz (mit Titelbild in Farben, 178 Abbildungen und einer Karte, geb. 15 Mk.). Es ist die erste zusammenfassende und systematische Schilderung Turkestans und seiner Bewohner. Die Darstellung ist äußerst fesselnd; die schönen Bilder unterstützen die lebendigen Schilderungen.
Auch der neue Band „Australien und Tasmanien" von Dr. Joseph Lauterer ist in jeder Richtung ein Originalwerk. Der Verfasser hat in seiner amtlichen Thätigkeit (praktischer Arzt, Friedensrichter rc.) alle Theile des Australkontinents und Tasmaniens bereist und namentlich reichliche naturwissenschaftliche Studien betrieben. Er sucht den vielverleumdeten Urbewohnern möglichst gerecht zu werden und manches Vorurtheil zu zerstreuen. Das hochinteressante Werk ist mit farbigem Titelbild, 158 Abbildungen und einer Karte ausgestattet. Der schmucke Band kostet gebunden mit reicher Deckenpressung 13 Mk.
Von dem allseitig anerkannten Wildermann'schen „Jahrbuch der Naturwissenschaften"liegtder 15. Jahrgang (1899—1900) vor (geb. 7 Mk.). Wer diesen von Fachleuten bearbeiteten Rechenschaftsbericht über alle Erfindungen und Forschungsresultate des Jahres einmal besessen hat, wird sich keinen neuen Band entgehen lasten.
Die „Lebensweisheit in der Tasche" von Fr. Albert Maria Weiß hat bereits die 8. Auflage erlebt; gewiß ein Beweis für ihre zündende Kraft. Wir möchten ihr 25 und noch mehr Auflagen wünschen. Denn solch' krästige Sprache voll Salz und Würze thut unserem schwächlichen Zeitalter noth. Mit Freuden begrüßen wir daher auch das soeben erschienene ergänzende Seitenstück: „Die Kunst zu leben" von demselben Verfasser. Albert Maria Weiß ist kein Leisetreter; er schwingt unbarmherzig die Geißel der Wahrhaftigkeit und zwingt zur Selbsteinkehr. Er rüttelt die Mattherzigen auf und ruft Alle zur aktiven Arbeit, zur heroischen Selbstverleugnung auf.
P. Tilmann Pesch's „Christliche Lebensphilosophie", Gedanken über religiöse Wahrheiten, erreichte nach dem Tode des geistreichen Verfassers die 6. Auflage, die von seinem Bruder, dem gleichfalls dem Jesuitenorden angehörenden P. Heinrich Pesch, mit einer warmen Vorrede begleitet wurde. Möchte das gehaltvolle, geistesfrische Buch, das auf viele Fragen und Zweifel eine beftiedigende Antwort gibt, in gebildeten Kreisen immer mehr Verbreitung finden! (Geb. 4.70 Mk.).
Ein neuer zweibändiger historischer Roman von Joseph Spillmann: „Um das Leben einer Königin", ist die Fortsetzung von „Tapfer und treu" und spielt gleichfalls in der französischen Schreckenszeit. In spannenden, lebenswahren Bildern wird der verfehlte Versuch des Helden, das Leben der Königin zu retten, in allen seinen Einzelheiten geschildert. (Geb. 7.50 Mk.).
i In zweiter Auflage erschien die prächtige geschichtliche Erzählung „Der Stadtschreiber von Köln" von H. Kerner (Dr. Hermann Cardauns). Der Verfasser hat den Ton des selbsterzählenden mittelalterlichen Stadtchronisten meisterhaft getroffen. Dje geschilderten Menschen und Verhältnisse Men plastisch greifbar vor unseren Augen. Die Sprache ist fiisch
und packend. Der „Stadtschreiber" erschien zuerst im ,Hausschatz', ist aber in der heutigen Buchform wesentlich umgearbeitet. Ein anschauliches Stadt-Bild aus dem mittelalterlichen Köln schmückt die Einbanddecke. (Geb. 3.20 Mk.).
Die billige Volksausgabe von Alban Stolz in 70 Bänden ist nun vollständig geworden. Zur Empfehlung dieser ton uns mehrfach besprochenen nie veralternden kernigen Volksbücher braucht kaum mehr ein Wort gesagt zu werden.
Konrad Kümmel's beliebte Erzählungen für Jugend und Volk „An GottesHand" haben durch Erscheinen des 6. Bändchens („Verschiedene Erzählungen") ihren Abschluß gefunden. Jedes dieser hübsch ausgestatteten Bändchen kostet gebunden 2.20 M. Kümmel weiß das katholische Gemüth in seinen Tiefen zu packen und fortznreißen, aber er erreicht dieses Ziel mit den schlichtesten Mitteln.
In der Spillmann'schen Sammlung von illustrirten Jugenderzählungen „Aus fernen Landen" erschien als neues XVI. Bändchen „Selig die Barmherzigen" (aus den Tagen des Negeraufftandes von Haiti) mit 4 Bildern (geb. 1 Mk.).
In zweiter Auflage liegt die ansprechende geschichtliche Jugenderzählung aus Tirol „Fürst und Vaterland" von A. Menghin vor (geb. 1.60 Mk.), in dritter Auflage die beliebte Fleur iot'sche Jugendschrift „Geschichte eines Hühnchens" (illustnrt und geb. 2 Mk.), welche sich namentlich für Mädchen bis 10 oder 12 Jahren empfiehlt.
Nicht bloß den Studenten, sondern allen Freunden des deutschen Liedes bietet die bei Herder erschienene Klavierausgabe des deutschen Kommersbuches, besorgt von Dr. Karl Reifert, eine willkommene Ueberraschung. Der stattliche Hochquartband (inOriginalleinwandband 16.50M-). ist betitelt „Deutsche Lieder" und enthält 5 57 der beliebtesten Vaterlands-, Studenten- und Volkslieder, sowie ein- und zweistimmige Sologesänge und Klavierbegleitung. Das Werk enthält einen tn seiner Art einzig dastehenden mustkaltschen Hausschatz und wird unter dem Weihnachtsbaum ungezählten Sangeslustigen eine Herzerquickung be- teilen.
In zweiter verbesserter Auflage erschien das Frei - burgerTaschen-Liederbuch, 325 Lieder,zumeist mit Melodie (geb. 1.50 Mk.).
Vermischtes»
O Der Yersartd, nicht aver der Versandt. Man findet immer noch vielfach gedruckt und geschrieben „der Versandt", das „Bersandt-Geschäft" usw., und doch ist diese Schreibung sprachlich unrichtig., Dre Form „Versandt" ist nur Mittelwort (Parti,ipmm), soviel als versendet, nicht aber Hauptwort. Letzteres wird einfach aus dem Stamm des Zeitworts ohne Ableitungsendung (vgl. Versend—u n g) genommen, erhält aber häufig den sog. Rückumlaut, wie hier a für e oder einen Ablaut. — Genau ebenso rote „Versand von „versenden" sind gebildet die Wörter der Einwand (Einwend—ung) und der Vorwand von „wenden , bei denen niemand einfällt, ein ungehöriges „t anzu- füaen. Aehnlich find auch die Bildungen Einband, Verband von binden, Besatz. Vorsatz von setzen u. a., ja auch Bund, Fund, Schund von binden usw. und ebenso Fluß, Guß, Schluß, Schuß, Verdruß von flteßen rc. — Aus allen diesen ohne jede Ableitungsendung unmittelbar aus dem Stamme des Zeitworts gebildeten Hauptwörtern, die sich zahllos vermehren ließen — vgl. Verbleib, Verderb, Verkauf, Verkehr, Verlauf, Verlaß, Verputz, Vertreib, Verschleiß usw. — ist das Eine ersichtlich, daß das t am Ende von B e r s a n d t keinerlei Berechtigung hat oder viel mehr durchaus falsch ist. - Eine and ere Bewandtmß hat es mit dem t am Ende sehr vieler werblicher Hauptwörter z. B. die Schlacht (von schlagen), Tracht, Macht, die Flucht (fliehen) Zucht, Bucht (biegen), Wucht (wiegen). Sucht (von stechen, nicht suchen), die Fahrt, Vernunft (vernehmen), Ankunft (kommen) usw.
* Abkühlung. Dichterling (stolz): »Dieser Gedanke ist meinem Kopfe entsprungen!" — Kritiker: Da müssen Sie ein ander Mal besser aufpassen!
Itür den Kreis Inwa-Land stellen fich die Ergebnisse der Bewilligung von Atters-, Anvattden- «. Aran- K Ken-Aente« in der Zeit vorn 1. Januar 1891 bis Ende September 1900 w,e folgt:
s s
Ä
Davon sind erledigt durch
§
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Gesammt- Jahresbetrag der bewilligten Renten
M | H
Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt
8
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Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen
Posten M. H
20
6676
53
4
25
14 779
3
14
13
20
53
10
119
183
Altersrenten . .
80
14 346
117
19
6
1
1
52
80
103
65
24
23 317
181
287
20
268
2
20
2
268
2
2
20
21 291
172
23
80
4
1
65
179
20
34
38 365
302
118
472
Zusammen:
mm
Altersrenten
7 852
30
1 769 126
137
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Invalidenrenten. .
Krankenrenten . . .
13 482
183
M. 84 » 80 „ . 40 ,
628 450 „00
V-«d.rLa«de-^ deren Bezirk di-Regie^gsbezttke Kaffel und Wie«,
baden, sowie das F§rstenthum Waldeck umfaßt, *1 050 246 Ä — -5>
Altersrenten rm Gefarnmt - Jahresveirage von _ t gg
27 113 „ 20
Mithin bleiben Ende September M»»»r«d« 4«*de-.Verstchen»««-- ? * u
»»statt «« Renten zu zahlen jLstrkich ......... iU *
— 21517 Renten mit einem Gefarnmt - JahreSbetrage von ** 50
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten> Absänge Ende September^E noch zu-üihlen: 3 718 Altersrenten un Sesammt - JahreSbetrage von — 144788
8 514 Invalidenrenten „ , » » “ 20111
137 Krankenrenten „ » ------c(n Q77 „ .. .
Renten mit einem Sesammt-JaLreSbetraae von 1 691 977 M 44 Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt