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Jutöa, Samstag, den 17. November 1900.
27. Jahrgang.
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Jahres in Petersburg seine erste Aufführung erleben und zwar unter dem Protektorat der Kaiserin-Mutter in der dortigen Dominikaner» kirche. Diese Thatsache verdient um so mehr freudig begrüßt zu werde«, als das Benefiz dieser Aufführung de« katholischen Institutionen
legen, beherrscht daS großartig, nach den Plänen deS Ordensprimas und Abtes Dom Hildebrand de Hemptinne durch den päpstliche« Baumeister Bespignani erbaute Kollegium die ganze Umgegend. Das Kloster, dessen Grundstein 1887 gelegt wurde, ist bereits im Herbste des JahreS 1896 bezogen worden, die Kirche indessen, ein reiner Bau im BafilikenW, konnte erst gestern konsekrirt werden. Leo XIII., der einen großen Theil der Baukosten beigesteuert hatte, wollte dem alten Benediktinerorden einen ganz besonder» Beweis seiner Huld geben und hatte einen „Legatus a latere“ in der Person des Staatssekretärs Kardinal Rampolla del Tindaro entsendet, welcher im Namen des Papstes die Cere- monien voraahm. Der Orden selbst hatte nichts unterlassen, um die Feier äußerst weihevoll und großartig zu gestalten. Die Zahl der eigenS zu dieser Feier nach Rom berufenen Ordensäbte betrug über fünfzig. Unter diesen entfielen auf das deutsche Reich 5. (3 Bayern: die Aebte Gebele von AuaSburg, Mergel von Metten und Metzenleitner von Schegern, sowie zwei Preußen: die Aebte Wolter von Beuron und Benzler von
de« Ceremonien bei.
An die gottesdienstliche« Handlungen, welche im Ganzen fast 7 Stunde« gedauert hatte«, schloß sich ein Mittagsmahl, zu welchem mehr als 400 Einladungen ergangen waren. An der Ehrentafel deS geräumigen Refektoriums faßen die Kar- dinäle, ihnen zur Seite di« Botschafter und die Gesandte«. Die übrigen Plätze nahmen in bunter Reihe — was geistliche Würdenträger und Laien betraf — die übrigen Festgäste ein. U«ter den hervorragenderen Persönlichketten nenne ich nur beit päpstlichen Reisemarschall Prinzen Massimo, den „Träger der goldenen Rose" Co nie Soderini, de« junge« Komponisten und Direktor der Sixtinischen Kapelle, Don Lorenz Perosi, be« P. Angelo beSanti 8. J., einige Herren vom Cioil»Hofstaat beS hl. Vaters, sowie eine große Anzahl von Herren auS der römischen Aristokratie. Vom deutschen Elemente bemerkte man die hochw. Rektoren deS Campo Santo, Dr. Anton de Waal, deS Germanicum, P. Bteder- lack, sowie den Kaplan der päpstlichen Schweizergarbe, Msgr. M a r t y, beten Kommandant, Oberst Graf Courten, ebenfalls am Festmahle theil- nahm. Die deutsche Presse war durch die Berichterstatter der.Wiener ReichSpost', der »Köln. DolkSztg.st der .Germania' und der.Salzburger Kathol-Kirchenztg.' vertreten. Vordem mächttzen Gebäude wehten 14 Flaggen, unter welchen wir diejenigen non Oesterreich, Deutschland, Bayern und der Schweiz besonders nennen wollen. Unmittelbar vor dem Hauptportale sah man die päpstliche Fahne, sowie diejenige deS Kardinals Rampolla.
Unser Germanicum hat in diesen Tagen junge» Nachwuchs erhalten. Unter den neu Eingetretenen befinden sich 10 aus dem deutschen Reiche, 5 auS Oesterreich, sowie 3 Ungarn, 1 Schweizer und 1 Luxemburger; 14 Alumnen erhielten die hl. Priesterweihe in der Kapelle des Kollegium- durch den Vize - Gerenten von Rom, Erzbischof Ceppetelli. ES find dies die hochw. Herren Karl Sonnenschein auS Düsseldorf, Fr.
Rosenbaum, Gerh. Koch (Erzdiözese Köln), A. Wolf und Ant. Lux (Diözese Breslau), Clemens Lonartz (DiözeieTrier), H. Mersch- man« (Diözese Paderborn), gerb. Rabeneck (Erzdiözese München), Barth. Hatzer (Diözese Brixen), Joh. Ube (Diözese Seckau), sowie Jos. Hirschler (Siebenbürgen), Julia» Nagant (Rumänien), Viktor Laczo (Gran) unb Heinrich Bullet aus Lausanne.
Dieser Tage wurde Dr. Lieber in Begleitung seiner Tochter vom heiligen Vater ht Privataudienz empfangen, was vielen unberufenen sogenannten „vatikanischen Reportern" viel Stoff zu phantasievollen Uebertreibunge» und sensattonellen Erfindungen den gewünschte« Anlaß bot. Am 8. b. Mts. war der hl. Vater wieder in St. Peter, wo er den Pilgern auS F erentino, sowie den Gruppen aus Madrid und Frankreich den apostolischen Segen er« theilte. Vorher hatte der hl. Vater die Fahne des katholischen Arbeitervereins von St. Joseph aus Berlin-Moabit gesegnet. Am gleiche» Tage fand im deutschen Campo Santo ei» feierliches Seel en amt für beit am 3 d. MtS. verstorbenen Kanonikus von St. Maria i» Via Lata, Eduarb Fike n t sch er statt, welche- vom hochw. Rektor Anton de Waal celebrirt wurde. Der Verstorbene war päpstlicher Hausprälat, Mitglied des Verwaltungsraths des deutschen Campo Santo und Präsident der St. Vincenz-Konferenz. R. I. P.
Unser talentvoller LandSmann, der Franzis- kanerpater Hartman« von An-der-Lann Hochbrunn, deffen Oratorium „St. Petrus" hier so berechtigtes Aufsehen erregte, hat nunmehr fein neues Werk „St. Franziskus" vollendet. Dasselbe wird am 14. Februar des kommenden
mehr ...... ...... „... ______
zugehen. Es wird also ernst damit werden, man
Römische Briese.
xxxxix.
EZZj Rom, 12. November 1900.
Gestern fand die Weihe der Kirche auf der neuerbauten Benediktinerabtei von St. Anselm statt. Hoch oben auf dem Mons AoentinuS ge
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Frankfurt am Main.
Man obreiftre: Versandt - Athrilung.
DaS kaiserliche Hoforchester wird Mitwirken und P Hartmann ist eingeladen worden, persönlich zu dirigiren und wird diesem ehrenvollen Rufe auch Fqlge leisten.
Gottradienstordrmng in Fnidn.
Sonntag, 18. November. Im«. 5"/i, 6 und 7 Uhr hl. Messen 8 Ubr Umgang, Pfarramt, Predigt und Kommunion der Schulkinder, */>10 Uhr Kathedralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, l*/> Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Pfarrbruderschaft, 7 Uhr Andacht in der Marie» kapelle. Bon Montag den 19. November an beginnt die Pfarrmeffe um 7'/« Uhr. — Ztadtpfarrkirche. 51/» Uhr HI. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe, Predigt und Kommunion der Schuljugend, »*/• Uhr Amt und Predigt, 11 und l1/» Uhr Christenlehre, 3 Uhr Bruderschaft vom Hochw. Gute. — Pfarrkirche ptm hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — J.-S. 2 U»r Mutterhaus. — Franrnbrrg. 5, */»7 und 8 Uhr hl. Messen, 9 Ubr Hochamt, 2 Uhr Predigt und Andacht mit Umgang für die seraph. Bruderschaft.
Svaugelischer Hotteadienst. Bonn. 91/« Uhr: Sen Superintendent Ruhl. Abend- 6 Uhr: Herr farrer Kranepuhl.
Im pommerschen Wahlkreise Randow-Greifen- hagen hat eine Ersatzwahl zum Reichstage stattgefunden, die nach Erwarten zu einem Siege des Konservativen Kandidaten Praetorius geführt hat. Auffällig ist die Zunahme derZahl der sozialdemokratischen Stimmen in diesem Wahlkreise seit 1898; dieselbe beträgt gegen 1500 Stimmen. Ein großer Theil dieses sozialdemokratischen Zuwachses ist zurückzusühren auf eine starke Vermehrung der Industrie, aber doch wohl nur ein Theil. Es müssen noch andere, zunächst unbekannte Gründe dabei mitgewirft haben.
D» preußische Kanalvorlage soll nun- lhlb_ dem Staatsministerium zur Berathung
mit Zlrtteryakttmgs -Anlage „Mußririe Sonntags-Zeitung" Ur * MM.
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Wochen-Wunö schau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 17. November.
Politische Stille, so ruhig fast wie im Hochsommer, lagerte während der jüngsten Zeit in unseren Landen. Es war, als bereite sich alles vor auf die Stürme, die im Reichstage entfesselt werden möchten, auf die Chinadebatten und auf die Auseinandersetzung über den allerneuesten Kurs unter dem Reichskanzler Grafen Bülow.
Die China-Borlage, auf die alle Welt neugierig war, ist dem Reichstage in Form eines dritten Nachtrages zum Etat zugegangen; die Summe, die darin gefordert wird „zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben", beträgt 152 770 000 äRf. und soll „im Wege des Kredits flüssig gemacht werden". Der größere Theil des Geldes ist bekanntlich bereits durch Reichsanleihen beschafft und ausgegeben; noch größere Summen werden vermuthlich fiir China in den nächstfolgenden Etatsjahren verlangt werden. Das mindestens ist vollkommen ausgeschlossen, daß mit diesen 1523/* Millionen nun alles abgethan sein sollte. An der Genehmigung ist -nicht zu zweifeln; die Forderung wird mit sehr starker Mehrheit bewilligt werden. Aber damit ist durchaus nicht gesagt, daß alle diejenigen die Ja lagen, auch mit der ganzen Handlungsweise der Reichsregierung einverstanden seien. Die verlangte nachträgliche Genehmigung der bereits verausgabten Gelder entspricht nicht den Bestimmungen der Ver- faffung: Solche nachträglichen Bewilligungen sollen nur angewandt werden für die Ueberschreitung bereits bewilligter Ausgabeposten, aber nicht für ganz neue Dinge. Dazu hätte die Einberufung des Reichstages und voraufgegangene Bewilligung durch denselben gehört, «nd in den Tadel deswegen, daß der Reichstag nicht zu rechter Zeit zu einer außerordentlichen Sitzung «nberufen wurde, wird ebenfalls ein großer Theil des Reichstages einig sein. So kann man auch in einer Entschließung des Gesammtvorstandes der nationalen Partei lesen: „Der Zentralvvrstand der nationaüiberalen Partei begrüßt die Entschlossenheit, welche die deutsche Reichsregierunz Lei den Wirren in China . . . bewiesen hat. . ..... Dagegen mißbilligt er die verspätete Einberufung des Reichstages, dessen verfassungsmäßige Mitwirkung rechtmäßig hätte herbeigeführt werden sollen." Besonders bemerkenSwerth unter den einzelnen Theilen Der Chinaforderung ist der Posten von 70000 Mk. -für die Beschaffung von Denkmünzen für die Theil« nehmer der China-Expedition . . . rührende Fürsorge, ,nur etwa» kostspielig!
Die Thronrede, mit der der Kaiser im Prunksale deS königlichen Schlosses in Berlin am letzten Mittwoch den Reichstag eröffnet hat, enthält gar keine Ueberraschungen. Die Gesetzentwürfe, die als bevorstehend angekündigt werden, waren uns ihrer Natur nach längst nicht mehr unbekannt: Seemannsordnung, eine kleine Novelle zur Unfallversicherung, Weingesetz, Gesetzentwürfe über dar Urheberrecht und über die Regelung des privaten Der- jicherungswesenS — aber nach der Thronrede braucht man nicht anzunehmen, daß auch das neue Zolltarif-Gesetz im Lause der begonnenen neuen Tagung noch an den Reichstag gelangen werde. Es ist vielmehr nur die Rede davon, daß der Entwurf des Zolltarifgesetzes so weit vorbereitet sei, um noch im Laufe dieses Winters an den Bundesrath zu gelangen. Möglicherweise wird der Gesetzententwurf den Reichstag dann erst in seiner nächsten Tagung beschäftigen.
Warum der Reichstag nicht zu einer außerordentlichen Tagung int Sommer berufen worden ist, «m Stellung zu den Wirren in China zu nehmen, darüber gibt uns die Thronrede keinen Ausschluß als den, den wir schon im Sommer von den Berliner Offiziösen erhalten haben: Der Kaiser, so sagt die Thronrede, hätte im Sommer gern den Reichstag um sich versammelt; aber damals wären die vorhandenen Grundlagen für Beschlüsse des Reichstage« noch gar zu schwankend gewesen. Nun, ganz genau können unS die Verbündeten Regierungen heute auch noch nicht Auffchluß geben darüber, was uns das China-Unternehmen im Ganzen kosten wird; und auf jeden Fall kann es nicht als versassungS- gemäß gelten, daß die Reichsregierung die Expedition nach China sandte und die sehr großen Ausgaben dafür machte, ohne den Reichstag auch nur mit
einem Worte um seine Meinung zn befragen.
Darüber, daß daS nicht richtig gehandelt war, hegt man bis tief in die konservativen Kreise keinen
Zweifel; und somit wird das auch, im Reichstage
S fehr bald und sehr klar zum Ausdrucke gebracht en.
Vermischte«.
* ASLSHknug. „Ach, Erna, ich bin verlobt mit Dr, Müller und mein Bräutigam ist reizend!" — „Damuß wohl wahr seist — denn du bist jetzt seine brüte Braut, die mir dasselbe sagt —"
• Mer einmal lügt, bewt glaubt man nicht. Arzt: „Ist der Patient schon tobt* — Wärterin: „®r sagt nein, aber er soll ein so arger Lügner sein, daß ich eher daS Eegenthetl glaube *
reite bald nach 8 Uhr begoneen hatten, wäre», dieselbe« erst gegen 1 Uhr beendet, worauf sofort die päpstliche Messe unter großer Assistenz vom Kardinal Rampolla gelebrirt wurde. Der Gesang — unter Leitung des Rektors be» Kollegiums, P. Lorenz JanssenS — wurde streng nach gregorianischer Weise, nach der bekannten Ausgabe der Benesikttner an SoleSmeS, auSge- sührt u«d machte aus alle Anwesende be« erhebendste« Einoruck. Da daS Hochamt ein päpstliche- war, wurden auch griechische Gesänge vo« den Alumne» deS gleichnamigen Kollegiums ein- geschattet. Zwölf Karoinäle, eine große Anzahl römischer und auswärtiger Prälaten, die Botschafter Frankreichs, Spaniens und Oesterreich- UngarnS sowie der preußische Gesandte beim Vatikan und eine Unmenge Eingeladener wohnten
vermuthet, daß der preußische Landtag bei seiner Eröffnung im Januar die fertige Borlage vorfinden werde.
Ein wichtiger Personenwechsel hat in Württemberg stattgefunden. Dort ist Ministerpräsident von Mittnacht von seinem Amte zurückgetreten und überhaupt aus dem Ministerium ausgeschieden. Kriegsminister Schott von Schottenstein ist vom König mit dem Ministerpräsidium betraut worden. Herr von Mittnacht ist 75 Jahre alt, 33 Jahre lang Minister gewesen und in neuerer Zeit von einem Augenübel befallen worden, so daß man nach Gründen für seinen Rücktritt eigentlich nicht noch besonders zu suchen braucht. Da der Rücktritt aber gerade nach der Kammerdebatte über den Austausch von Offizieren zwischen Württemberg und Preußen erfolgte und zum Ministerpräsidenten der Kriegsminister ernannt worden ist, der in der Kammer nachdrücklich für den Offizieraustausch eintrat, wollen viele diese Kammerdebatte mit dem Ministerwechsel in innere Zusammenhang bringen. Wahrscheinlich ist der Offizieraustausch und seine Besprechung in der Kammer der letzte Anstoß gewesen für den Ministerpräsidenten, die bereits vorhandene Absicht, aus dem Staatsdienste auszuscheiden, sofort zur Ausführung zu bringen. Herr von Mittnacht will aber noch nicht ganz aus dem politischen Leben verschwinden; er kandidirt von Neuem für die württembergische Kammer.
Die große Pariser Weltausstellung ist nicht mehr. Ihre Pforten sind geschlossen, ihre „Zuckerbäcker-Paläste" werden noch schneller wieder vom Erdboden verschwunden sein, als sie entstanden. Die Pariser können mit den Erfolgen der Ausstellung zufrieden fein, obwohl ihr sehnlichster Wunsch, auch den Zaren unter den Gästen zu sehen, nicht erfüllt worden ist. Außerdem aber können namentlich wir Deutschen mit Befriedigung auf die Ausstellung zurückblicken, denn gerade die deutschen Erzeugnisse haben allgemein die allergrößte Anerkennung gefunden, und sogar die Franzosen selbst erkennen öffentlich an, daß den deutschen Ausstellern die Palme des Sieges gebührt. Noch vor dem Schluffe der Ausstellung hat das französische Parlament sich wieder geöffnet, und sogleich hat das Ministerium des Herrn Waldeck-Rousseau mehrere Stürme zu bestehen gehabt. Es hat sie aber diesmal überstanden: Die Radikalen und Sozialdemokraten wollen Herrn Waldeck-Rousseau und seine Kollegen noch int Amte sehen, und so können diese noch einige Zeit sich halten auf der sonnige Höhe ihrer Amtswürde. Schärfer werden die Parlamentsstürme wehen, wenn die ®e- fetzentwürse gegen-- die katholischen -Ordre-zur Be-- rathung gelangen werden. Dann könnte es sich ereignen, daß die Herren Minister nach einem solchen Sturme am Boden liegen, wie die reifen Eicheln, um nicht wieder in ihre Ministersessel zurückzukehren.
Zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ist der Anarchist Saison verurtheilt worden, der im Sommer den Mordanfall gegen den Schah von Persien verübte. Die Aerzte erklärten den- Mann übereinstimmend für zurechnungsfähig, so daß die Geschworenen die Schuldftagen bejahen mußten.
Mit der sogenannten karlistischen Bewegung in Spanien hat eS ein schnelles Ende genommen. Man kann sie schon jetzt wieder als vollkommen unterdrückt und beendet ansehen. Don Karlos selbst hat öffentlich gegen die Bewegung und ihre Urheber Stellung genommen, hat von diesen letzteren sogar gesprochen wie von Berräthern an Spanien. Seinen Rechten will Don Karlos niemals entsagen; aber auf keinen Fall wollte er nach seiner Aussage den Untergang Spaniens herbeiführen durch das Anfachen einer längeren aufständischen Bewegung. Hätte er aber auf gute Erfolge für sich und feine Sache hoffen können, dann wäre er vermuthlich weniger entsagungsvoll gewesen.
Zu den vielen Skandalen in Italien ist ein neuer gekommen. Es hat sich herauSgestellt, daß in. der Gemeindeverwaltung der Stadt Neapel Mißbräuche, Betrügerei, Unterschleifung und Bestechung herrschten, wie e» sogar für Italien ganz ungewöhnlich ist. Man konnte deswegen die Vorgänge diesmal nicht übersehen; der König hat den Gemeinderath von Neapel aufgelöst.
In China wollen die diplomatischen Verhandlungen nicht vom Flecke gehen. Die Gesandten versichern stets von Neuem, daß zwischen Ihnen fort« Sefetzt volles Einvernehmen herrsche; aber äugen- heinlich sind sie in ihren Berathungen noch nicht über die allerersten Anfänge hinausgekommen. Die Bahn von Taku nach Shanghaikwan ist den Eng. ländere überlaffcn worden, Russen und Belgier haben sich Landstreifen bei Tientsin genommen — eine wundersame Illustration zu dem deutsch-englischen Abkommen, keine Gebietstheile von China abzureißen, und zu der Annahme dieses Abkommens auch durch Rußland. DaS Stück Land, das die Russen sich genommen haben, ist drei Ritometer lang und erstreckt sich von der Eisenbahn Tientsin den Fluß abwärts. Das belgische Gebiet schließt sich unmittelbar an daS russische an. Die Kaiserin von China übt nach wie vor ein wüstes Schreckensregiment auS. Bon einer Versöhnung mit dieser Frau wird im Ernste niemals die Rede sein können. Der junge Kaiser Kwangsü wird augenscheinlich von ihr mit Gewalt von Peking fern gehalten.
Mana-Laach. Oesterreich war durch 6 Aebte unb Ungarn durch den Eczabt von Martinsberg vertreten. Die Schweizer repräfentirte der Abt von Einsiedeln, Kolumban Brügger. Die übrigen veNheilten sich auf folgende Länder: Italien 8, England 6, Veretnigte Staaten von Nordamerika 7, Belgien 3, Holland und Spanien je 2, Schottland und Brasilien je einen. Während der Kardinallegat die Konsekratton des Hochaltars und 2 Bischöfe aus dem Benebiktinerorde« diejenige der beiden Seitenaltäre vornahmen, begaben sich 16 Generaläbte in die Krypta, um die 16 Altäre derselben zu konsekriren. De« dem hl. Benedikt geweihten Hauptaltar konse- krirte der Primas Dom Hildebrand be Hemptinne. Unter ben übrige« Konsekranten befanden sich die Generaläbte von Beuron, Augsburg, Einsiedeln, Seckau, Gottweig, Marienberg, der Erz- abt von MartinuSberg sowie Abt OSländer oo»i——__ St. Paul in Rom. Obwohl die Ceremonie» be- der russische» Hauptstadt zu Gate kommen soll.