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JE 265.

JuLöc^ Samstag, den 17. November 1900.

27. Jahrgang.

G Auslandspolitik und Parteileben im Jnlande.

Ein eigenthümlicher Wandel in der Stellung der Parteien zu der Politik der Regierung und in der Zusammensetzung der Parteien selbst hat sich in England vollzogen. Der Wechsel der politischen Stellung eines einzige» Mannes be­weist das: Herr Chamberlain war einstmals als Bürgermeister van Birmingham einer der Radikalsten unter den Radikale», einer der heftigsten Gegner der konservativen Torypartei und des Landadels, aus dem diese letztere haupt­sächlich sich zusammeirsetztr; heute ist er einer der Hervorstechenden Charaktere in einem kon­servativen Ministerium unter dem Vorsitze eines Lord Salisbury, der wiederum so recht eigentlich ein ausgesprochener Vertreter jenes Landadels ist, dem Herr Chamberlain einstmals so bitter feindlich war.

Herr Chamberlain ist freilich älter und da­mit auch ein wenig ruhiger geworden. Aber an ihm allein liegt es nicht, daß er seine poli- tische Stellung in dieser scharfen Weise gewechselt hat. Dre konservative Partei ist anders ge­worden; ihre Politik hat eine andere Richtung erhallen. Sie hat sich mit aller Macht auf die Verwirklichung des Gedanke»?, des „Greater Britain" geworfen, des „Größeren Britanniens", auf die Vergrößerung des Reiches durch neue koloniale Erwerbungen; sie ist, um das la»d- läufige Wort dafür anzuwenden, die Trägerin der imperialistische» Politik geworden. Die Kriegsflotte Englands «ar heruntergekommen; durch die Thäügkeit der konservativen Partei hat England eine neue Flotte erhalten von einer Stärke und Bottrrfflichkeit der Ausrüstung und Kriegstüchtigkeit, wie sie das Reich vorher noch niemals besessen hatte.

Das große Kapital, der Großhandel und die Großindustrie haben bei de» praktischen Sinne der Briten bald genug eingesehen, daß da- Wasser auf ihre Mühlen tft, und reichlichen Zuzug erhielt deswegen die Torypartei in England au« diesem Lager, da« ehedem ganz vorwiegend bei der Gegen­seite aufgeschlagen »ar. Da« große Unternehmer- thum schlug sich zu den imperialistisch gewordenen Tories, weil e» gewahr wurde, daß e« mit dieser imperialistischen Politik, mit der Eroberung neuer Kolonieen und unter dem Schutze einer Riesen- flotte vortreffliche Geschäfte machen konnte. Da« Land, die Allgemeinheit des britischen Volke« stellt die nothwendigen Soldaten für die Ausübung der imperialistischen Politik, bringt die Steuern auf, mit denen dir Riesenflotle, die Kriegsrüstungen und die Kriegeführung bezahlt werden; da« große Unternehmerlhum hat den Vortheil davon, steckt den Gewinn in die Tasche. Um den südafrika­nischen Krieg führen zu können, mußte England riesig hohe Steuern auf Bier und Branntwein einführen. Das Volk, das das Bier und den Branntwein trinkt, muß den Krieg bezahlen. Die Chamberlain, die Ereil Rhodes, Jameson, und tote sie alle heißen, freuen sich dessen. Und nun

sollen nach der Ansicht der imperialistischen Kon­servativen die hohen Steuern für Bier und Brannt­wein bestehen bleiben, damit auch in der Zukunft der kriegerische Imperialismus seine Raubvogel­schwingen frei und frech entfalten möge.

Unter solchen Umständen kann eS kaum anders sein, als daß die Wählermaflen auf dem platten Lande und in den kleinen Landstädten, auf deren Gefolgschaft ehedem die Stärke der Konservativen beruhte, diesen allgemach untreu werden. Und so ist es in der That. Die großen Städte in England, ehedem die Hoch­burgen der Liberalen und Radikalen, wenden sich mehr und mehr den Neukonservativrn zu, die durch ihren Imperialismus den Handels- intereffen dieser großen Städte dienen; draußen auf dem Lande aber verlieren die Tories je länger desto mehr an Anhang, denn dort em­pfindet man es schmerzlich, daß die neu- konservative Politik im Gegensätze zu den Ueberlieferungen aus früherer Zeit auf die Jntereffen des platten Landes nicht mehr be­dacht ist. Auch nur so ist es zu erklä«e, daß die jüngsten Wahlen lange nicht die Erfolge für. die Regierung gebracht haben, auf die diese ge­rechnet hatte; beträgt doch die Regierungs­mehrheit im neuen Unterhause weniger Stimmen als im alten! Die Regierung hatte sich ge­täuscht in der Beurtheilung der Wählermaflen auf dem Lande draußen. Diese find, ehemals treue Anhänger der Konservativen, in großen Mengen zu der Opposition abgeschwenkt, um ihrer Unzufriedenheit mit dem herrschenden Im­perialismus Ausdruck zu geben.

Dieses englische Beispiel sollte m»S D e u t s ch e n gerade jetzt immer noch vor Augen stehen. Denn nach dem Punkte, aus dem England sich befindet, möchten auch manche Leute bei uns hinsteuern; und geradeso, wie in England, findet man auch bei unserem deutschen Landvolk« wenig und teilte Begeisterung vor für das, was man deutschen Imperialismus nennen könnte. Eng­land ist zu seinem Unglücke das geworden, was wir in Deutschland nicht mehr werden rooien: ein Industriestaat, ein Staat, der mit s-iner Industrie und mit seinem Ueberseehandel steht und fällt, dessen einziges Heil die Gchiffsabrt ist und ohne diese zi Grunde gehen müßte. Unsere Industrie und unser Handel sollen gepflegt werden, aber die Wurzel» unserer nationale» und wirthschastlichen Kraft sollen nicht jenseits der großen Wasser liege», sondern bei uns im Lande, und deswegen ist e« nothwendig, daß wir unsere Steuerpolitik und unsere Geldwirthschaft danach einrichlen und nicht die große Masse des Volkes Steuern zahlen lassen dafür, daß das Großkapital und daS große Unternehmerthum noch großartigere Gewinne als bisher ein- streichen möge.

DaS Centrum hat bei der Berathung der letzten Flotten-Vorlade und bei der Kostendeckung derselben gezeigt, rote man es machen muß, um die Masse der kleineren Steuerzahler zu schützen vor der ungerechten Ausbeutung zu Gunsten einiger Weniger. Gerade bei der unmittelbar bevorstehen­den Berathung der China-Vorlage ist wiederum an geeigneter Zeitpunkt, an daS abschreckende englische Beispiel zu denken und dafür zu sorgen, daß wir nicht auch einmal, wie jetzt Großbtttan-

Ü65 LlhslhlNtS fl Ukkthstz.

Original-Erzählung von Carl Cassau.

18 ------ (Nachdruck verboten.)

(Schluß)

Da trat eines Morgens wieder der Rath Morgenrot h in die Echulttafle.

Ein strenges Examen ,anü statt und der Herr Rach hatte heute überall zu tadeln. Als die Dchulllaffe nun en buch entlassen war, fragte er:

„Wie alt find Sie, Herr Magister?"

„Dreiundsechzig."

„Da fernen Sie sich wohl rach Ruhe? Könnten um Ihre Pensioninug ehtfentmen !H

„Ich? Ich habe nie daran gedacht!"

„Ich finde Ihre Lehre» abw-'chrnd von den Lehren der Ktnye, Herr Magister"

„Wie? So bin ich einst selbst unterwiesen worden, so habe ich allezeit gelehrt."

Der Herr Rath biß sich auf die Lippen.

»Die hessische Schulbehörde," meinte er, nimmt die Sache genauer; Frömmigkeit thut dem Volke noth, naß solche Zeiten, wir die jüngsten, nicht wieder kehren."

„Echte Frömmigkeit habe ich allezeit erstrebt!"

Der Rach schüttelte ben Kopf, empfahl sich und ging.

Inspektor Lawes war der Erste, den der Magister ins Vertrauen zog.

„Und Ihr ahnt es nicht, alter Freund, -woher der Pfeil kommt, bet Euch verwunden sollte?»--

«Nein!"

„So will ich es Euch fager.: er kommt vom Schlosse! Ich habe heute meine Stellung ge< kündigt; zum Herbst setze ich mich in der Stadt, natürlich in Eurer Rühe zur Ruhe!"

„Und weshalb?"

„Differenzen mit Erlaucht!»

„Welcher Art?"

„Es war um Euch, das heißt um Eure Jungfer Adele!»

„Eie?"

„Erlaucht beschuldigten mich, den Kuppler zwischen Eurer Tochter und dem Baron gemacht zu Haden."

„Die Beschuldigung ist empörend!" sagte let Magister.

Das sagte ich auch und darauf deuteten Er­laucht meine Kommission an," erwiderte Inspektor Lawes.

„Eure Demission!"

„Allerdings! Da wurde ich böse. „Erlaucht," sagte ich, „42 Jahre habe ich auf All-Isenburg hantirt, probirt, urgirt —"

„Agirt, — bleibt doch beim Deutsch, Freund!"

.Nun eben! — Aber das ist zu viel, ich gehe zu Michaelis ab.

Der Magister schüttelte den Kopf Der In­spektor aber fuhr fort:

„Er zieht nach Kassel, der Besitz geht in an­dere Hände über; es ist vielleicht so ganz gut. Glaubt mir Freund, der will die jungen Leute trennen.“

„Wird ihm schwerlich nützen! — Nun, wie Gott will!"

nien, als Koloß mit thönernen Füßen verspottet werden, bei dem ein Stoß von außen her genügt, um ihn im Innern zusammenbrechen zu lassen als wüsten, wirthschastlichen Trümmerhaufen.

Noch ist es Zeit, bei uns dem Unheil vorzu­beugen. Möge die Zell nicht ungenützt vorübergehen!

Deutsches Deich.

Berlin, den 16. November.

• Aks Schriftführer im Iksichstage sind die bisherigen Herren wiedergewählt mit Aus­nahme der Abgg. Graf Kwilecki und Dr. Haffe. An die Stelle des ersteren tritt fein polnischer Fraktionsgenoffe Cegielski, an die Stelle des letz­teren Abg. Dr. Pachnicke von der freisinnigen Vereinigung. Das Ergebniß der Wahl kann amt­lich erst in der Reichstagssitzung am nächsten Montag verkündigt werden.

• Air KentrAMsfraLtio» des Aeichs- tsger hat -reute (Mittwoch) ihren Vorstand gewählt. Darch Zuruf rouroen in den Vorstand gewählt die Herren Abg. Graf Hompesch, Dr. Schaedler, Dr. Spadn, Aichbichlsr, D.. Bachem, ^««tztzdS-Düflechorf, Graf Galen, vor Grand-Ry.,

Freiherr von Heereman, Freiherr von Hertlmg, Professor Hitze, Horn-Neiße. Dr. Lieber, Dr. Singers. Letocha, Marbe, Dr. Rintelen. Erster Vorsitzender bleibt Graf Hompesch, erster stellvertretender Vorsitzender Dr Schaedler, zweiter Dr. Spahn. I« den Senior enkonoent des Reichs­tages werden entsandtGraf Hompesch, Br. Schaed­ler, Dr. Spahn, Freiherr von Heereman, Dr. Lieber, Gröber, Dr. Rintelen.

+ Ire KersteKrmg vorr Krmstrvei« soll, wie eine Blättermeldung wissen will, durch das in der Thronrede angekündigte Weingesetz nicht verboten, sondern nur einer schärfern lieber« wachnng unterstellt werden, auch soll es eine Ver­schärfung der Strafen für Uebertretungen ein­führen. Vor allen Dingen müßte dann doch aber der Kunstwein im Handel auch ganz augenfällig als solcher gekennzr-hnet werden, und es müßten sehr scharfe Strafe» eingefühu werde» für Händler und Gastwirthe, die noch nachträglich Naturwein mit Kunstwein vermischen ober aber gar ihren Kunden Kunstwein unter falschem Ettkett als Naturwein vorsetzen.

h Oise «Leichmiihige deutsche Ztecht schreiö««g bildet den Gegenstand eines An­trages, den der freiftn»ige Abg. Dr. Müller- Sagan im Reichstage eingebracht hat. Der An­trag geht dahin, den Reichskanzler zu ersuchen, baldigst geeignete Schritte zu thun, um für das Reichsgebiet und möglichst auch für die benach­barten deutschen Sprachgebiete in Oestrrreich- Ungant und in bet Schweiz eine möglichst gleich­mäßige deutsche Rechtschreibung zu erzielen.

* Die Aeere» Krgänzimg fär das Kahr 1899. In Heer und Mcrme sind für das Er- satzgeschäft von 1899 274,114 Mann eingestellt worden gegen 267,916 Mann für daS Jahr" 1898 und 269,120 für das Jahr 1897. Es sind also für das Jahr 1899 6198 Mann mehr eingestellt worden als für das Vorjahr. Von den 274 114 Eingestellten kommen 265,926 auf das Heer und 8188 auf die Marine; von den Angestellten deS Vorjahres kamen 259,368 auf das Heer und 8548 auf die Marine. Die erhöhte Einstellung

So verging der Winter in Ungewißheit. Ein neuer Verwalter kam auf's Schloß, dort wurde alle« anders.

An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1816 ging unser Magister Treustem in den Schloßan­lagen spaziren, bei welcher Gelegenheit er dort einen schwarzgekleideter Herrn fand, der sich mit ihm in ein Gespräch einließ und es verstand, schnell das Vertrauen des alten Herrn zu er­langen, so daß der Magister ihm alle seine Ver- hältniffe offen darlegte. Insbesondere klagte er, daß man ihn unter nichtigen Vorwänden zur Niederlegung de« Amtes zwingen wolle, chn, der halb Meerholz herangebildet.

Der Fremde hörte alles lächelnd an und meinte bann: Aber mein wertber Herr Magister, ich denke, man wird Ihnen Recht widerfahren lassen, wenn Sie sich noch rüstig genug fühlen!" Er sah nach der Uhr. „Gleich 7 Uhr? Ent­schuldigen Sie, ich bin auf's Schloß bestellt und muß pünktlich sein."

Er gtn z.

Acht Tage später erhielt der Magister aus Kassel einen Bnef mit großem Sie.el und zwar von der obersten Behörde, worin dir bisherige AmtSsÜhrung des Magisters belobt und ihm vom Kurfürsten der Verdienstorden zugesagt ward.

„Siehst Du, Karolme", meinte nun der Alt-, „wahrhastiger Mund bestehet ewiglich. So ist die Wahrheit doch bis nach Oben gedrungen."

Einige Wochen später langte auch Hann.bal von Nymhemt in Meerholz an. Er brachte die freudige Kunde mit, daß der Gras nichts mehr !

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ist also vorzugsweise dem Heere, offenbar in Folge des neuen Quinquennats-GesetzeS von 1897, zu Gute gekommen. Im Jahre 1899 find überzäh­lig geblieben nur 5187, in die Ersatz-Reserve über­wiesen wurden 83,809, dem Landsturm ersten 'Aufgebotes 112,839 Mann.

* In Folge der Flottenoergrößerung sind seitens der Marine-Verwaltung bedeutende Kr«eiterrmgen der Sestehevde» Werft- atttage« in Aussicht genommen, lieber die ge­planten Vergrößerungen seien folgende Einzel­heiten mitgetheilt: Die Kaiserliche Werft in Danzig, die älteste der Marinewerften, soll mindestens auf jene Stufe der Leistungsfähigkeit gehoben werden, welche die beiden übrigen Reichs - weiften in Kiel und Wilhelmshaven gegenwärtig einnehmen. Zunächst handelt es sich um den Bau eines KriegsschiffsbasfinZ auf dem Holm, das in einer Länge von 500 Mtr., einer Breite von 350 Mtr. und einer Tiefe von 7,5 Mtr. ausgegraben und durch eine 100 Mtr. breite Einfahrt mit der todten Weichsel verbunden wer­den soll. Die Kosten dieses Bassins sind auf 3*/i Millionen Mk. veranschlagt. Eine direkte Verbindung der Werst mit der See unter Be­nutzung der vorhandenen Wafferstraßen wird die weitere Folge sein und die Schaffung neuer Dock- anlagen ist bereits in Aussicht genommen, da die Unmöglichkeit vielfach hervorgetreten, sei unsere großen Linienschiffe und Kreuzer unmittelbar an die Werftanlagen heranzuführen. — Die Erweite- rungSpläne der Werft in Kiel sind ebenfalls schon fertig. Es handelt sich hier um die Ge­winnung des Strandes des Fischerdorfes Ellerbel bis zur Swentine und um einen Theil des Dorfes selbst. Gutem Vernehmen nach soll der Strand zurückgelegt und die neu gewonnene Wasser­fläche durch starke FelSmauern vor östlichen Stürmen geschützt werden, sodaß auf diese Weise ein geräumiges Hafeubassi« entsteht. Nach Süden zu tritt die Germaniawerft der Reichswerft ein nicht unerhebliches Stück Land neben den schon im Bau befindlichen beiden großen Trockendocks ab. In letzter Zeit hieß eS, daß der Bau eines dritten Docks bereits in Ausficht genommen sei. Zu diesen Arbeiten tritt ferner der Bau eines aroßen Torpedobootshafens am gegenüberliegenden Ufer, der Raum für 60 unserer neuen großen Torpedoboote bitten soll. Der Hafen steht in Verbindung mit der dorthin zu verlegende» Zentralstelle des gesammten TowedowesenS, der­gestalt, daß auch eine kleine Werftanlage dort geschaffen und das Torpedoreffort der Reichs- werft dorthin verlegt werde» soll. — Dem Nord- srekriegshafe» Wilhelmshaven wird ebenfalls nicht unerheblich erweitert werden. Wie in Kiel, sollen auch dort zwei große Trockendocks gebaut werden, die genügen, um ben größten Linien­schiffen unserer Flotte Aufnahme zu gewähren. Auch soll eine dritte und eine vierte Einfahrt ge­schaffen werden. Für alle drei Reichswersten kommt eine Erweiterung der Werkstätten, eine Vermehrung der Betriebsmittel, wie Schlepp­dampfer, Prähme, Krähne, Wafferfohrzruge, eine Vermehrung der Ausrüstungsmaterialien für die Schiffe, roie Kohlen, Brennöl, Schmiermaterial und namentlich eine Vermehrung der Marine- und Schiffskammern in Betracht. Da können sich die Steuerzahler freuen.

gegen die Verbindung mit Adele habe, nachdem er er fahren, daß das Schulhaus ihm ben Groß- foh» erhalten, als die Schergen Jerome'S ihn suchte«, um ihn aufs Schafot zu schleppen. In der That schrieb der Graf einen eigenhän- btgen Brief, worin er das Aufgebot selbst bestellte.

Das war ein Aufsehen in Meerholz, als in der Stadtkirche das schöne Paar getraut wurde und gleich daraus «ach dem für dasselbe ge­kauften Gute Sonnenchal abreiste. Siegfried hatte bis dahin geschwankt, was er beginnen wolle. Jetzt hatte et’S gefunden.

„Ich werde auch Landwirth," erklärte er. Mu Hilfe Lebrua's kaufte er em Gut nahe bei Sonnenthal und brwirthschaflete dasselbe mit Erfolg.

Lebruns zogen, nachdem die Verhält--isft in Frankreich geordnet waren, nach Ettaßourg, doch brachte Lenore die Sommerzeit meistens im Schulbau; e zu. Lawe4 sah sie nicht ro;ejer. Die Rabe that ihm nicht gut; eines TazeL starb er am Schlage. Ec hatte LebrunZ zu seinen Erben eingesetzt.

Der Magister fühlte sich vereinsamt. Er hatte alles erreicht, was er gewünscht. Oft murmelten deshalb fr in; Lippen:

„Ich habe Lust, abzuscheiden!"

„Und ich?" fragte Frau Karoline.

„Du hast recht; wir bleiben beisammen."

Da kam eines Tages unerwartet ans dem Kurfürstlichen K-abinet ein Brief mit einem großen Siegel: Oswald ward zu Hof befohlen und wurde Hoforgamst zu Raffel.