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Inserate: Die ein« fpoit. Garmond­zeile oder deren Rauml5Pfa.,Re- Hamen die Petit» geile 25 Pfg.; bei Wiederholungen I wird entsprechend. Rabatt gewährt.

»erontoertU* *: AS» Me Rc!>-tUon Set. Sa««, tu» Inserate 3. p^w-ette» in Aulda.

mit An1er§aktu»ss-Meiürge „IMßrirte SsMlags-Zeilung"

M 264.

gfitTöa, Freitag, den 16. November 1900.

»nur en» Verla« de, Anldae» XcttnUrafcwi ptteragage «». » (Sarmenk).

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27. Jahrgang.

£ Die China-Vorlage.

Die Summe, die die China-Verlage in der Gestalt eine« dritten Nachtrages für da« laufende Etatsjahr ferbert, ist bekannt: sie beträgt 152770000 Mark. Die Summe soll im Wege des Kredits flüssig gemacht werden — also eine neue Retchsanleihe! Die Summe setzt sich aus folgenden Eingelposten zusammen: 119 800000 Mk. Ausgabe» der Verwaltung des Reichrheeres; 28857000 Mk. Ausgaben der Marineverwaltung; 3800000 Mk. Ausgaben für Post und Telegraphie; 243 000 Mk. an Pensionen, Wtttwen- und Waisen­geldern, und 70000 Mk. Ausgabe für die Prägung einer Kriegsdenkmünze.

Diese Ziffern, die hier der Vollständigkeit wegen nochmals wiederholt werden, waren bereit« bekannt. Nunmehr ist dem Reichstage noch eine Denk­schrift zu der China-Vorlage zugegangen, die sich über die politische Nothwendigkeit und über die Finanzirung de« Unternehmens ausführlich ver­breitet und einige genauere Angaben enthält über die Maßnahmen bei der Militärverwaltung, bei der Marine, bei der Post und Telegraphie, und schließlich auch über die Verleihung der KriegS- denkmünze.

lieber den Ausgabeposten für die Denk­münze ist mehrfach in der Presse gespottet wor­den, wohl aber mit Uwreajt. Von jeher sind solche Denkmünzen an alle Theilnehmer eines Krieges verliehen worden. Warum sollten gerade diejenigen keine erhalten, die ganz auS freien Stücken diesen unangenehmsten aller Feldzüge ousfechten und ihre Knochen bis nach dem fernen Ostasien zu Markte tragen? Die kämpfenden Soldaten können nicht verantwortlich gemacht werden dafür, daß Deutschland in die chinesischen Wirren verwickelt worden ist. Sie thun ihre Pflicht genau so, wie die Theilnehmer aller vor­aufgegangenen Kriege, und damit eine noch härtere Pflicht als diese letzteren. Also verdienen sie auch allermindestens dieselbe Behandlung und Auszeichnung.

Sebr ausführlich verbreitet sich die Denkschrift über die politische Nothwendigkeit des Feldzuges. Als Giünde für diese Rschwrndigkeit werden namentlich angeführt die Ausschreitungen gegen die europäischen Gesandtschaften, die Zer­störung der Niederlaffungen in Tientsin, die Ver­nichtung der MlifionSanstatten uno die Vertrei­bung oder Ermordung der Missionare. Auch wird in der Denkschrift, waS besonders zu be­achten ist, ausdrücklich darauf hingewiesen, daß lüe Bewegung „zweifellos von Seiten des chine­sischen Hofes Begünstigung erfahren hat". Durch diese Ausführungen wird die Thronrede in wesent­lichen Stücken ergänzt. Dort fehlte der H.nweis auf die christlichen Missionen, dort fehlte auch die bestimmte Angabe, daß man den chinesischen Kaiserhof silbst als betheiligt an den begangenen Schandthaten betrachten müsse.

Es berührt angenehm, daß die Denkschrift auf die Nothwendigkeit und Kultur-Aufgaben für alle Staaten hinweist, das christliche Mijsions- wesen in China zu schützen; und es berührt auch angenehm die warme Tonart, in der das geschieht. Es würde eine nur mangelhafte Begründung der Nothwendigkeit gewesen sein, wenn die Denkschrift einzig nur zu sprechen gewußt Härte von dem

D«s LlhxlhMS fl Atkthgh.

Original-Erzählung von Carl Cassau.

17 --(Nachdruck verboten.)

„Ihr überrascht mich heute angenehm, alter, erprobter Freund!" meinte nun der Maaister freundlich, „ich wäre jetzt auch ga z glücklich, wenn ich um das Schicksal meiner Söhne be­ruhigt wfire. Von Siegfried keine Spur, von Oswald nur spärliche Nachrichten."

„(Sott wird das Beste geben. Aber noch eins: Gras Isenburg kommt ins Schloß zurück."

„Wie? Der Graf zurück?"

„Ja, ich habe alle Hände voll zu thun. Adieu!"

Der Magister geleitete Lawes hinaus und wollte eben die Thür schließen, da kam die Straße herauf hopp hopp ein Zug dänischer Kosaken in blauer Uniform, mit Säbel, Lanze und Büchte bewehrt, auf kleinen braunen Pferdchen daher gesprengt. Vor dem Schulhaufe hielt der Zug der bärtigen Steppensöbne, während der Hei­mann, ein noch junger Krieger, abstieg und die Zügel dem nächsten seiner Untergebenen zuwarf. Adele war neugierig hmausgeeilt und stand hinter dem Vater. Jetzt tief sie:

„Hannibal, Hannibal!"

,§a. ich diu's!" sagte der Heimann freudig und schloß die Braut in seine Arme. Dann reichte er Dem Magister die Hand und sagte:

„Es ist nur ein kurzer Besuch, denn wir find nicht sicher. Von Mainz kommt General Dodrovx mit 5000 Mann."

ausreichenden Schutzs für den deutschen Handel und die Millionen - Unternehmungen der großen Kapitalisten in Eisenbahnen, Bergwerken und bergt. Das ganze China - Unternehmen würde in den breiten Volksmasse« noch weniger Antheilnahme finden, als das ohnehin schon der Fallest,' wenn es sich dabei nur darum handeln würde um eine Volksausgabe und dem entsprechend Volkssteuer von Hunderten von Millionen einzig zu dem Zwecke, einigen wenigen Millionären die Gelder zu retten, die sie in chinesischen Unternehmungen angelegt haben. Gerade diese Kreise haben ohnehin den meisten Gewinn sowohl von den Verstärkungen der Kriegsflotte, als auch von den Aufwendungen für diese Kriegführung in China. Diese Auf­wendungen werden noch viel größer werden. Die Denkschrift sagt selbst:

„Anzeichen dafür, daß die in Gäbrung „geratheuen Massen rasch zur Ruhe „kommen werden, sind bis jetzt nicht her- „vorgetrete». Der Ausbruch des Fremden- „hasses hat diesmal weitere Kreise mit sich „gerissen, als je zuvor. . . ."

Man hat also vorläufig noch gar keine Vor­stellung davon, wann der chinesische Krieg beendet fein wird — uferlos! Wer im Gegensätze dazu berührt es angenehm, daß das Ziel des Feld­zuges nicht die Eroberung chinesischer Grbiets- theile fein soll, sondern nur „die Wiederherstel­lung der Ruhe int chinesischen Reiche" zu Gunsten der Missionen und der Handels-Unternehmungen.

Die Reichs schuld, so meint die Denkschrift In lern Abschnitte über die Finanzirung, oll durch den ch nesische« Feldzug nicht vermehrt werden, wenigstens nicht auf die Damr. Denn die Reichst egierung aehe davon aus, daß „die Kosten später durch China dem deutschen Reiche wieder erstattet werden". Später — wann? das ist die Frage. Nicht nur Deutschland ze:gt dem chinesischen Reiche seine R chnung vor; auch alle anderen Staaten thun das, die an dem Kriege und an den verübten Zerstörungen be­theiligt sind, und auf diese Weife kann ganz leicht eine Milliarde Kriegsrechnung für C ina zusammen kommen. Wovon soll China solche große Summen bezahlen? Davon schweigt die Denkschrift vollkommen. Es fehlt jegliche An­deutung darüber. Im Reichstage wirs eS also die Aufgabe der Regierungsver­treter fein, wie die Regierungen die Rückzahlung der Kriegsschulden durch China sich denken, denn das gehört zu den allerersten finanziellen Hauptsachen!

Derrtschrs Keich»

Berlin, den 15. November.

X Die MerchKLsgswahL im MsHMreise Weseritz-AlomK wirb vermuthlich die Noth- wenbigkeit einer Stichwahl ergeben zwischen dem polnischen, auch vom Centrum unterstützten Wahlbewerber Rechtsanwalt vonChrzanowski und dem konservativen Kandidaten von Gers- borff. Von vielen ländlichen Wahlorten fehlen bis zur Stunde noch dir Wahlergebnisse, so daß noch am Tage nach der Wahl deren Ausfall sich nicht genau angeben läßt. Auffallend ist die Thatsache, daß in den Meldungen über das Wahleraebmß jede Angabe über Stimmen für

„To seid Ihr in Gefahr?" fragte Adele voll Angst und hielt seins Hand gesoßt.

„O nein, mein Herz; wir und die Tobten reiten schnell! Guten Tag, liebe Mutter," be­grüßte er die herbeieilende Frau Karoline, die ihm erfreut beide Hände reichte

Trotzdem der Magister Hannibal gleich ins Haus gezogen, batte sich draußen^doch schon eine Menge Volks angesammelt, die sich von Minute zu Minute vergröberte.

Frau Karoline wollte einen Imbiß anrichten, aber Hannibal protestirte.

„Nur einen Trunk! Ich bin nur gekommen, um zu zeigen, daß ich wohl bin und daß ich meine Adele nicht vergessen habe. Ihr habt doch hoffentlich Nachrichten von Siegfried?"

„Nicht die leiseste Andeutung, Herr Baron!" rief nun der Magister leidenschaftlich. „Bitte sagen Sie mir, was Sie wiffen."

„Beruhigen Sie sich, Papa," gab Hannibal lebhaft zurück, „Siegfried ist russischer Offizier. Mit Frankreich ist er fertig für alle Zeit, von seinen Träumen ist er geheilt."

Hier trat auch Lenore ein und der Magister stellte Hannibal vor.

„Ah, mein Fräulein," küßte ihr her Baron chevaleresk die Hand, „mit Ihrem Verlobten habe ich gekämpft, aber ungefährlich. Wir waren in der Ueberzahl und die Flüchtlinge mußten ent­eilen, übrigens ist Ihr Lebrun ein Tapferer. Bei dieser Gelegenheit — wandte er sich wieder an den Magister — fiel Siegfried in unsere Hände. Er kam nach Smolensk ins Hospital und hier vollzog sich seine Wandlung. Er trat später als

den Propst von Krzesinski fehlt, der neben Chrzanowski von deutschen Katholiken als Kan­didat aufgestellt war. Sollten im allerletzten Augenblicke alle deutschen Katholiken sich auf die Kandidatur Chrzanowski's vereinigt haben, bann würde das ein neuer, ganz besonderer Beweis dafür fein, daß die Hakatisten sich ganz vergeb­liche Hoffnungen machen auf die Erregung von Zwiespalt in den Reihen der Katholiken in der Vrooinz Posen. Aber die Polen sollten die Unterstützung, die ihnen hier vom Centrum zu Theil geworden ist, auch niemals vergeffen!

* gilt Gesetzentwurf üöer das Ansver- kanfswese« ist, wie der ,Kons. Korr/ mitge- theilt wird, int Reichsamte des Innern vorbe­reitet und b»m Abschluffe nahe. Es ist bereits früher osfiz'ö; gemeldet worben, daß ein Vor­gehen gegen bas unreelle Ausoerkaufsunwesen in Aussicht fei und daß dabei namentlich die „Nachschübe" von Waaren und die endlose Ver­längerung der Ausverkäufe verboten werden soll.

* Dem Mttndesrsltz ist der Entwurf eines Gesetzes wegen Verwenoung üb-rschüssiger Reichseinnahmen aus dem Rechnungsjahr 1901 zur Schulbeiitilgung zugeaangen. Der Entwurf schloßt sich nach Form und Inhalt dem für das laufenbe Rechnungsjahr ergangenen gleichartige- Gesetze vom 30. März 1900 an.

+ D?e Sadischerr AstioKsMöeralen treten nunmehr offen für bas unbeschränkte und direkte Wahlrecht bei den badischen Landtagswahlen ein. Der engere Ausschuß der badischen nationallibetalen Partei erläßt in diesem Sinne einen Aufruf an die Partei- bezirksvereme des Landes und verwirft die Vorschläge, die die Lationalliberale Lanotags- fraktion in der vorigen Tagung zur Veränderung des bisherigen Wahlrechtes gemacht hatte, also namentlich die damals vorgeschlagene Verstärkung der Zweiten Kammer durch Abgeordnete aus den städtischen V rtretungskörpern. In dem Aufrufe wird die Hoffnung ausgesprochen, es werde daraus kein Konflikt mit der Regierung entstehen. Aber allem Anscheine nach will doch auch der neue Herr Minister des Innern nichts von dieser Reform wiffen. Sollten die National­liberalen wirklich loffen, durch ihre veränderte Wahlpolitik dem Zentrum Abbruch zu thun, so werden sie sich darin ganz gehörig täuschen.

Parlamentarische Nachrichten.

ft Pie 12000 Mark-Angek-genhett bildet den Gegenstand einer Interpellation, die die Sozialdemokraten im Reichstage eingebracht haben. Die Interpellation ist betitelt „Inter­pellation betreffend die Einforderung von 12 000 Mark seitens des Reichsamtes des Innern von dem Centralverbande deutscher Industrieller zum Zwecke der Agitation für bas Arbeitswilligen- Schutzgcsetz". Nach bet Geschäftsordnung muß die Interpellation auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt werden, die der heutigen Sitzung folgt. Da die nächste Sitzung aus Montag an­beraumt ist, muß also die Interpellation an diesem Tage verhandelt werden. Außerdem ist von den Sozialdemokraten ein Antrag angekündigt worden, der zum Gegenstände die vom Kaiser vorgenommene« pokilische« Kandknnge«

Obrist ins Wittgenstein'sche Korps unn Gott wird ihn am Leben erhalten haben. Uebrigens muß in Sachsen bald die Entscheidung erfolgen. — Und nun lebt Alle wohl, die Pflicht ruft."

Er küßte Adele und sagte:

„Harre geduldig, Soldatenbraut! Es wird noch alles gut werden."

Er eilte hinaus, schwang sich auf und dahin brauste der Zug. Adele saß weinend am Fenster. Da trat der Magister zu ihr und legte ihr die Hand auf's Haupt:

„Des Herrn Rath ist wunderbar, aber er führt es herrlich hinaus. Hoffe, meine Tochter."

* *

*

Bei Leipzig tobte der Kampf. Es war bei Libertwolkwitz, wo an der Spitze der Kürassiere Lebrun Wanoer der Tapferkeit that.

Napoleon hielt auf einem Hügel bei der ver­fallenen Wmvmühle, dem Symbol seines Glückes, welches auch zur Neige ging.

Eben brauste der Reitersturm dahin, die Verbündeten waren vollständig geworfen.

„Man soll in der Stadt die Glocken läuten," befahl Napoleon, „und der General, der soeben die Reiter führte, soll mir vorgestellt werden."

Beides geschah.

Als Lebrun mit gesenktem Pallasch vor dem Kaiser präsib.rte, fragte dieser mit einem scharfen Blicke:

„Sie heißen Lebrun?"

„Zu Befehl, Sire!"

„Ich ernenne Sie hiermit zum Marschall!" „Ich danke Ihnen, Sire!

und Aeußerungen hat. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: „Es soll durch Abänderung der Reichs­verfassung für alle vom Kaiser in Ausübung der Reichsgewalt vorgenommenen politischen Hand­lungen und Aeußerungen, auch wenn sie nicht vom Reichslanzler gegengezeichnet find, der Reichs­kanzler dem Reichstage verantwortlich gemacht werden." Die Abgeordneten Auer und Dr. Schönlank werden die zuerst ange­führte Interpellation im Reichstage vertreten. Nach der wüthenden Tonart, die die sozialdemo­kratische Presse vorher in dieser Angelegenheit an­geschlagen hat, kann man sich auf sehr lebhafte Reden der genannten Herren gefaßt machen.

* Die Kentrvmsfraktiov des Reichs­tags hielt heute Vormittag vor Beginn der Plenarsitzung des Reichstags ihre erste Frak- tionssitzung ab, welche überraschend zahlreich besucht war. Besonders lebhaft wurde der Abg. Dr. Lieber begrüßr, dessen Gesundheitszustand erfreulicher Weise ein vortrefflicher ist. Die Ver­handlungen in der Fraklionssitzung betrafen haupt­sächlich die Wahl des Reichstagspräsidiums und die Zusammensetzung der Kommissionen des Reichs­tags.

* In der Besetzung der Dorfihendenkekkerr der ständige« Kommifsionr« des Reichstags ist insofern eine Amderung eingetreten, als im Seniorenkonvent das Zentrum den Anspruch erhob, daß aus seinen Reihen der Vorsitzende der Petitionskommission entnommen werde, zumal die Centrumsfraktion doppelt soviel Mitglieder zählt, als die nationalliberale, welche bisher auch diesen Posten inne hatte, obwohl sie bereits den Vorsitz in der Rechnungskommission führt. Seitens der Vertreter der übrigen Parteien wurde die Forderung des Centrums als berechtigt an­erkannt, während nationalliberalerseits die Position zu halten versucht wurde, dies aber ohne Erfolg.

Ans vem Reichstage

•QP 2. Sitzung vom 15. November 1900.

Reich besetzt ist der Sitzungssaal deS Reichstages. Er war eS gestern in der kurzen geschäftsmäßigen Sitzung, in der nach alter Geschäftsordnung die Be­schlußfähigkeit des Hauses sestgestellt werden mußte. Er ist es heute in noch höherem Grade, um die Wahl des Präsidiums vorzunehmen. Mancher mag dabei gedacht haben: ach, wenn es doch immer, immer so wäre!

Die Wahl des ersten Präsidenten wird durch die Abgabe von Stimmzetteln vorgenommen, also im Wege der geheimen Wahl. Naturgemäß erregte es die stürmische Heiterkeit des Hauses, als Abgeordneter von Fr ege, der als erster Vizepräsident der letzten Tagung die Abstimmung leitet, die Frage an das Haus richtet: ob und wie (!) der Abg Förster-Sachsen abgestimmt habe.

Das Ergcbniß der Wahl ist em glänzendes: eS sind 294 Zettel abgegeben worden. Von diesen sind 26 unbeschrieben. Die anderen 268 Zettel tragen ohne Ausnahme den Namen des Centrumsabgcordnetcn Grafen Ballestrem, des ersten Präsidenten in der voraufgegangenen Tagung Auf die Frage des Ab­geordneten von Frege, ob Graf Ballestrem die Wahl annehme, erklärt

Abg. Graf AalleKrem - Ich nehme die Wahl an. Meine Herren, Sie haben mir wieder die große Ehre erwiesen, mich zum ersten Präsidenten des' deutschen Reichstages zu wählen Sie haben mir hierdurch nicht nur eine große Ehre erwiesen, sondern mir auch eine große Genuglhuung bereite«, denn diesmal haben Sie mich nicht gewählt als einen Unbekannten, wie beim letzten Mal, sondern Sie haben mich gewählt, nachdem

„Sahen wir uns nicht an ber Beresina, mein Braver?"

„Allerdings, Sire!"

Ein finsterer Zug ging über Napoleons Ge­sicht, Loch bellte es sich sogleich wieher auf.

„Ich übergebe Ihnen das Kommando in Leipzig; ich bente, meine Person wirb unter Ihrem Befehl sicher fein?"

„Meinen Kopf barauf, Sire!"

Der Kaiser nickte, werf noch einen Blick auf bis Stellung ber Verbündeten und ritt in die Stabt, Lebrun folgte mit ber Suite.

Aber l ec Kaiser hatte zu früh jubilirt; am 19. Oktober des Abends bei Mondschein bewegte sich der Zug ber Fliehenben, eine ungeheure Menge von Wagen, Kanonen und Troß aller Art, die einzige Rückzugslmie entlang über die Elsterbrücke dem Westen zu. Mittags 12 Uhr am andern Tage batte Napoleon auf schnellem Rosse Leipzig verlassen und war dem Zuge der Fliehenden nachgeeilt; er hinterließ Lebrun den Befehl, bei zu starkem Andrange der Verbündeten die Brücke za sprengen.

Lebrun sah den Adjutanten groß an: „Sprengen? Und die Abgeschnittenen?" Der Adjutant zuckte die Achseln: „Befehl des Kaisers!"

„Ja, entgegnete der Marschall bitter, „er denkt wie bei der Beresina, nur an sich selbst!"

Damit wandte er sich ab.

Der Adjutant aber sprach heimlich mit einem Feuerwerker und ging bann, sich selbst in Sicher­heit zu bringen.

Jndeß benannten die Verbündeten die Thore