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Das Zcholhms?« Uttthal?.

Original-Erzählun« von Carl Cafsau.

15 ------ (Nachdruck verboten.)

„Ich aber," fuhr nun Lebrun fort, „sagte: Auf nach Meerholz, zu Vater und Mutter, eine Ahnung sagt mit, sie werden jetzt unfern Bund segnen."

„Ja," erwiderte der Alte gerührt, „seid glück­lich, Kinder! Gott möge eS walten."

Am andern Tage mußte der General mit seinen Truppen weiter. Herzzerreißend war der Abschied von Lenore, der Magister selbst begleitete -en zukünftigen Schwiegersohn eine Strecke weit ans der Heerstraße. Dann drückten sie sich die Hände und fort waren sie; in der Ferne glänzten «och Helme und Küraffe im Sonnenstrahl.

Tante Sybille hat in der nächsten Zeit das Amt einer Trösterin für die ganze Familie.

Während der nächsten Zeit zog nun die ganze aroße Armee den Grenzen Rußlands zu. Auch Hessen mußte seine Söhne dazu stellen.

Das klägliche Ende des mit so viel Stolz unternommenen Zuges ist bekannt genua. Als das stolze Moskau von dem patriotischen Rostoph- schin den Flammen übergeben war, mußte sich die große Arme« zum Rückzüge entschließen und siel auf diesem in die Hände Gottes, durch Frost und Schnee vernichtet.

Bis zur Beresina war noch alles gut gegangen, obwohl die Kälte höher stieg, der Schnee dichter und dichter fiel. Bei den letzten Bivouakfeuerv lagen schon Tausende erfroren, während der Rest

fich als der Schatten der einstigen großen Armee dahinschleppte.

Die Ruffen nahmen ihren Vortheil wahr. An der Berefina, über welche die Sappeurs bei Mangel an Material nur drei schwache Schiffs­brücken schlagen konvten, folgte die Katastrophe. Kosaken griffen die hinüber marschirenden Regi­menter an, russische Kanonen bestrichen die Brücken, die fich bald mit Tobten, mit Geschütz, mit Wagen ansüllten und fich für den Weiterzug verstopften. Bald brach die eine Brücke und Taufende kamen in der Berefina, deren hohe Ufer mit Birken be­standen waren, um; die Ufer konnte selten einer erklimmen.

Aber noch durften die Ruffen fich nicht unge­straft heranwagen. Eilig schwenkten Kürasfier- regimenter unter dem tapferen Lebrun ab, den Napoleon bei Smolensk eigenhändig mit dem Großcordon der Ehrenlegion dekorirt hatte. Sie zerstoben den Feind, aber inzwischen hatten sich so viele Menschen auf die zweite Brücke gestürzt, daß diese auch verstopft wurde.

Schon waren die Bande des Gehorsams ge­lockert, da erschien in Begiessung reitender Garden der Schlitten Napoleons. Eine Weile starrte der Kaiser bleich und faffungslos da» Schauspiel vor sich an, dann rief er dem Adjutanten etwas halb­laut zu und dieser sprengte zu Lebrun:

„General, der Kaiser befiehlt, im vierfachen Glieds durch zwei Schwadronen die Mittelbrücke zu räumen!"

„Aber Tausende find darauf, mein Herr!"

„Der Kaiser muß hinüber! Sie sollen den Weg bahnen!"

Fuldaer

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27. Jahrgang.

Iutöa, Mittwoch, den 14. November 1900.

M 262.

bekanntlich

Die

6eaa« «d Feier- ta-e.Oiertrijührl.

Zustimmung einer sehr starken Reichstags-Mehr­heit durchaus sicher sein, so daß es geradezu un­verständlich ist, warum die Reichsregierung den paffenden Zeitpunkt im Sommer verstreichen ließ. Nachher, als dieser Zeitpunkt einmal verpaßt war, kam eS nicht mehr auf einige Wochen früher oder später an. Nachher war es beffer, bis zu der üblichen Zeü zu warten, um nunmehr den Reichs­tag mit der hinreichenden Menge Arbeitsstoff ver­sehen zu können.

Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst ließ noch wenige Tage bevor er aus dem Amte schied durch eine halbamtliche Notiz ankündigen, er werde im Reichstage die Gründe ausein­andersetzen, warum die Einberufung des Reichs­tages im Sommer unterblieb. Jetzt haben wir ■bie entsprechende Antwort aus dem Munde eines Nachfolgers zu erwarten, von dem es im Sommer hieß, daß er gar nichts gegen eine außerordentliche Einberufung des Reichs! ages einzuwenden habe. Und käme die E klärung nicht willig, dann würde parlamentarische Ge- watt ft» zwingend herausfordern.

gründ treten, die man jetzt mtt vollem Rechte als die Kennzeichen zunehmender Parlaments- Müdigkeit deutet.

152,770,000 Mark, ist eingebracht als dritter Nachtrag zum Reichsetat für das laufende Etatsjahr. Früher sagte man einmal, die Kosten der Expedition ließen sich aus etwa 80 Millionen abschätzen; nun beträgt schon diese Forderung ungefähr das Doppelte, natürlich aufzubringen durch neue Reichs anleihen. Und natürlich wird die Sache damit nicht abgethan sein. „Wettere entsprechende Vorlagen, so bald die Verhältuiffe sich genügend übersehen lassen", werden schon jetzt auch für das Rechnungsjahr 1901 angekündigt. ES handelt fich zunächst also um eine unübersehbare Sache — „uferlos" lautet der hergebrachte Kunstausdruck dafür. Die Vertreter der Verbündeten Regierungen werden trotz der Thatsache, daß an der Bewilligung der Geldmtltel nicht zu zweifeln ist, der Kritik des Reichstages gegenüber keinen ganz leichten Stand haben.

Leider droht der neuen Tagung des deutschen Parlamentes schon jetzt wieder ein alter, schon oft schmerzlich empfundener und doch immer wieder hervortretender Uebelstand: das verspätete Einbringen höchst wichtiger gesetz­geberischer Stosse. So wird eS diesmal nach allem Anscheine wiederum mit bem neuen Zollgesetze gehen: der Bundesrach wird in diesem Jahre nicht mehr dazu kommen, daS Ge­setz zu berathen. Es kann also bis tief in den Februar hineindauern, bis dieses an den Reichs­tag gelangen wird. Woher kommt das? Man weiß es auS unwidersprochen gebliebenen Zeftungs- meldungen: die maßgebenden Personen waren lange Zeit hindurch uneinig über dir allerwichtigsten Grundsätze, auf denen der Entwurf aufgebaut werden soll! Der alle Zickzack-Kurs übte noch einmal seine verderbliche Wirkung aus, hemmend und lähmend. Möchte ks nun dem Grafen Bülow wirklich gelingen, nach seiner Verheißung endlich einmal Einheitlichkeit, Festigkeit und Stetigkeit in den Gang der Regierungsmaschine zu bringen! Dann wird die gesetzgeberische Vor- arbeit der Regierung rascher vorangehen, und viele Erscheinungen werden wieder mehr in den Hinter-

f] Wiederbeginn der Reichstags­verhandlungen.

War es die Stille vor dem Sturm, 'die während der letzten Zeit herrschte ?• Es fehlt nicht an Anzeichen dafür, daß nicht alles so ruhig und ftiedlich bleiben wird auf dem Felde der inneren Politik, wie es jetzt zuletzt ausgesehen hat. Sogar in konservativen Blättern liest man Aussprüche über Rechte des Reichstages, die man vertheidigen müsse gegen die Ver­bündeten Regierungen; und wenn auch vielleicht die Thaten hinterher nicht so groß sein werden, wie jetzt vorher die Worte, so geht daraus doch hervor, daß auch in den Kreisen der politischen Rechten das eigenmächtige Verfahren in China­dingen mißbilligt wird. Was die National- liberalen darüber denken, geht aus einer Ent­schließung hervor, die der kürzlich in Berlin ver­sammelt gewesene Gesammtvorstand der national- liberalen Partei gefaßt hat. Dieser „billigt die Entschloffenheit, die die deutsche Reichsregierung bei den Wirren in China in der Vertretung der deutschen Jntereffen bewiesen hat, mit voller Genugthuung, mißbilligt aber die verspätete Ein­berufung des Reichstages, deffen verfaffungS- mäßige Mitwirkung rechtzeitig hätte herbeigeführt werden sollen".

Dieses Letztere ist es, worauf es hierbei an­kommt! Die Leitung der auswärtigen Politik ist die Sache der Reichsregierung selbst. Sie -braucht, wenn sie nicht will, in diefe vom Reichs­tage fich nicht hineinreden zu laffen. Aber wenn zur Ausführung dieser Politik Hunderte von Mil­lionen und Zehntausende von Soldaten nothwendig werden, dann ändert fich das Bild. -3a, wenn der Reichstag vor seinem letzten AuS- «mandergehen etwa hundert Millionen für China bereits bewilligt hätte und es fich jetzt nur um die Bmvilltgung einer Überschreitung jener Summe handeln würde, dann wäre Alles in Ordnung. Aber hier handelt es sich um eine ganz neue Forderung, und für diese Ausgaben hätte eS, wenn Alles mit rechten Dingen zuging, unbedingt der Genehmigung des Reichstage- be- durst. Außerdem stehen wir vor einer ganz neuen Erscheinung in unserer Politik überhaupt; und schon deswegen hätte eine Reichsregierung, bei welcher der Reichstag in dem ihm von Rechtswegen gebührenden Ansehen stände, aus Liebenswürdigkeit für die parlamentarische Vertretung des deutschen Volkes und aus A ch t u n g für diese den Reichstag im Sommer einberufen, um ihm in einer kleinen außerordentlichen Tagung eine China-Vorlage zu unterbreiten. Und wenn einige sozialdemokratische Querköpfe lange Reden dabei gehalten hätten gegen die China-Politik der Meichsregierung und für ihre besonderen Freunde, die wüsten Barbaren im Reiche der Mitte, was HLte es unS geschadet? Nichts. Denn daS An­sehen des Deutschen Reiches wird zum Glück nicht beeinflußt durch das, waS Sozialdemokraten im Reichstage reden. Im Heb eigen konnte man der

mit Zlnter-artungs-Weitage „Müllriric Sonntags-Zeitung:'

Denlsches Keich.

Berlin, den 13. November.

* Der Kaiser empfing heute (Dienstag) SJlittag den Eisenbahnministers v. Thielen zum Vortrag Über das Eisenbahnunglück bei Offen­bach. — Für heute Abend hat der Kaiser sich beim Reichskanzler zum Diner angesagt.

* Für die Wiederherstellung der dem Kaiser geschenkten KohKönigsönrg soll nicht nur im diesjährigen Etat eine Baurate von 150 000 Mk. vom Reichstage verlangt, sondern die gleiche Forderung auch an den Landesausschuß von Elsaß-Lothringen gestellt werden. Die »Köln. VolkSztg/ schreibt: Diese Zumuthung ist stark. Sie läßt es aber dahin gestellt sein, ob die leitenden Staatsmänner und Reffortchefs in Straßburg Rückgrat genug haben, um in Berlin von der gänzlich aussichtslosen Forderung abzu- rathen. Wenn sie dies aber nicht thun, so hänge über mehr als einer Exzellenz das Damoklesschwert der — Amtsmüdigkeit.

Keine Schnkvorkage für Frentzen — diese bedauerliche Thatsache wird von Neuem be­stätigt durch eine hochoffiziöse Mittheilung der ,Nordd. Allgem. Ztg/ Dieselbe lautet kurz und bündig: „Die Meldung verschiedener Blätter, über die Reform des höheren Unterrichtswesens in Preußen werde dem preußischen Landtage in der kommenden Session ein Gesetzentwurf zugehen, welcher die Beschlüsse der Schulkonferenz vom Mai zur Unterlage habe, ist ... . unzutreffend." Die nothwendige Reform des Gymnafialunter- richtes und die noch viel nothwendigere Reform der Volksschule müssen zurückstehen vor der Kanal­vorlage, deren Annahme sehr zweifelhaft, deren Erledigung schon in der bevorstehenden Tagung aber ohne Zweifel nicht nöthig wäre.

X Die Iolkfrage« rücken immer mehr in den Vordergrund der politischen Auseinander­setzungen. Bon gewisser Sette ist man bestrebt, die Sachlage nach Möglichkeit zu verwirren und die Annahme zu erwecken, daß die Einführung eine« befferen Zollschutzes noch immer nicht mit Sicherheit auf die Annahme im Reichstage zu rechnen habe. Gegen solche Machenschaften wen­det sich eine bemerkenswerthe Aeußerung des nationalliberalen Partei-Organs, der Nationcl- liberalen Korrespondenz. Der Vorstand der nationalliberalen Partei hat soeben in Berlin eine Sitzung abgehalten, um Stellung zu nehmen zu den polttischen Fragen, die gegenwärtig am wichtigsten find; und im Anschluffe daran heißt es in dem genannten Partei-Organ: „Erstens hat die nationalliberale Partei verlangt, daß den Bedürfnissen der Industrie und des Handels nach Handelsverträgen mit längerer Geltungs­dauer Rechnung getragen werde; zweitens, ge­mäß der bereits vor zwei Jahren zum Ausdruck gebrachten lieberjeugung, daß bei der bevorstehen­den Feststellung des Zolltarifs und dem Abschluffe künftiger Handelsverträge die Interessen der LandiRrthschaft durch einen höheren Zollschutz für landwirthschaftliche Erzeugnisse besser gewahrt

Der General biß die Zähne zusammen: „Teufel!"

Er konnte dem davoneilenden Adjutanten nicht« mehr sagen, stieß den Sarras aber in die Scheide und übergab dem nächsten Obersten den Befehl.

„Sie hörten, handeln Sie wie Sie wollen; ich — kann es nicht."

Langsam ritt er hinter die Front.

Der Obrist war gefügiger. In der nächsten Viertelstunde hatte Napoleon» Schlitten die Brücke pasfirt, aber diese lag voll von äberrtttener Krüppel.

Noch hielt Lebrun bei seinen Rettern, al« eine Jnfanterieabtheilung vorbeidefilirte. Siegfried ritt an der Spitze, ließ aber die Seinigen jetzt vorbei marschiren.

„Hinter uns ist das Verderben, Lebrun, komme mtt hinüber."

Lebrun schüttelte den Kopf. „ES ist auS mit dem französischen Ruhm, feit der Kaiser das be­fehlen konnte."

Siegfried mahnte abermals: „ES ist Zeü, Lebrun. Denke an Lenore."

„Ich bin der letzte von meinen Leuten." „Dann ade."

Ade."

Der Donner des Geschütze- schnitt ihnen da- Wort ab, doch fest stand Lebrun mit seinen Leuten, den Rückzug deckend. Ein Vorstoß der Rettermaffen und der Rest der französischen Armee kam hinüber. Lebrun war der Letzte. Er sand die Brücke verstopft, setzte ohne Bedenken in die eisigen Fluthen der Berefina und kam glücklich an da- andere Ufer. Am anderen Morgen hiessen fich die Schwäger glückssch um­schlungen.

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werden müßten als bisher." Die Freihändler und überhaupt die Gegner der Einführung eines »efferen Zollschutzes werden danach wohl endlich elbst einsehen, daß sie auch bei den Nationalliberalm auf Unterstützung ihrer Pläne nicht zu rechnen habm.

4- Anreneinwandernng nach Aentfch- Südrvestafrika. Die Einwanderung von Buren nach dem deutschen Schutzgebiete in Süd­westafrika, ein neuer „Burentrek", wird äugen« fcheinlich von recht stattlichem Umfange fein: man fpricht von einer Zahl von 15 000, Männer, Frauen und Kinder, die durch die Kalahari- Wüste die Wanderung nach dem deutschen Ge­biete antreten wollen, von allen Deutschen auf- freundlichste willkommen geheißen. Auch die Buren haben ihre unlieb mswürdigen Seiten, wie alle Menschen und Dinge; sie find hals­starrig, eigenfinnig und erheben sehr hohe An­sprüche an persönliche Freiheit. Aber im deutschen Südwestafrika können sie diese un- liebenswürdigen Seiten getrost haben, ohne daß sie mit den Deutschen dort in Konflikt zu gerathen brauchen. Die englischen Kapttalisten und ihr Einfluß sind auf jeden Fall ganz er­heblich unangenehmer; und man mag von den Buren sagen, was wan wolle, Eines kann ihnm Niemand abstreiten: Daß sie näml ch vorzüglich« Muster find an Fleiß, Bedürfnißlosigkett, Aus­dauer und Unerschrockenheit — das denkbar vorzüglichste Volkselement für die Besiedelung des Damaralandes.

4- Amtlicher Nachweisung zufolge find im Monate Oktober in den deutsche« Münz­stätte« Doppelkronen für 6,177,060 Mark, Einmarkstücke für 159,837 Mark, Zehnpfennig­stücke für 397,939 60 Mark, Fünfpfennigstacke für 52,607,10 Mark und Einpfennigstücke für 75,444,73 Mark geprägt worden.

* Grier, 12. Nov. Der jetzt im Prozeß Sternberg viel genannte Polizeidirektor von Meerscheidt-Hüllessem ist in unserer Stadt und der Umgegend au» der Kulturkampfszeit gut bekannt. In Anerkennung seiner besonderen Findig­keit und Schueidigkeit war er damal» als ge­heimer Kriminalkommissar hierher gesandt worden, um auf die katholische Geistlichkeit ein wachsame« Auge zu richten. Die,Trierische LandeSztg/ er­innert daran, daß er sich bei der bekannten Mar- pinger Angelegenheit in der Maske eines Eng­länders dem Pfarrer von Marpingen genähert habe, um diesen zu vertraulichen Aeußerungeu zu verleiten, die vielleicht eine Anklage und Vernr- theilung des Pfarrers zur Folge gehabt hätten.

Parlamentarische Nachrichten.

* DerMeichrtag wird seine erste Plena'-- sitzung morgen (Mittwoch) Nachmittag 2 Uhr abhalten mit der Tagesordnung: Feststellung der Beschlußfähigkett deS Hauses. Die Präfi- dentenwahl soll in der zweiten Plenarsitzung am 15. d. Mts. erfolgen. Da dem Reichstag in den ersten Tagen nicht viel Arbeitsmaterial vorliegt, fo rotrb die erste Berathung des dritten Nachtragsetats (für den Feldzug in China) am Montag, den 17. d. MtS., stattfinden.

• Zweiter Vizepräsident des Aeichs- tage» möchte Herr Abgeordneter Baffer- mann von den Nationalliberalen werden.

Von nun an glich aber der Rückzug einer Flucht. Die Waffen wurden fortgeworfen, Kopf und Füße mit Lumpen umwickelt, alles, was bei der fibirischen Kälte zur Erwärmung dienen konnte, umgehängt, so daß die Ueberrefto der einst so stolzen Armee einem Zuge von Bettel­leuten ähnsscy sah.

Die Garden machten keinen besseren Eindruck, fie sahen ebenso elend und abgerissen aus, wie alle anderen Truppen.

Lebrun und Siegfried hielten treu zusammen. Ein Rest von etwa fünfzig Garden hatte fich zu timen gesellt; die Hälfte besaß noch Waffen und Munition. LebrunS Pferd ward dem Hunger geopfert. Siegfried hatte daS feinige schon an der Berefina verloren.

Da, eines Morgens, erklärte Siegfried, nicht wetter zu können.

„Ich beschwöre Dich, Schwager, laß mich," sagte er trostlos, „rette Du Dich wenigstens, denke an Lenore, grüße die Ettern. Ich bezahle meine Verehmng des Kaisers mtt dem Tode."

„Und ich mit dem Glück meines Lebens!" murmelte der General.

Da sprengte ein Trupp dänischer Kosaken heran, an der Spitze ein junger Hetmanu.

„Ergebt Euch!" rief er auf Deutsch. Aber Lebrun griff zu den Waffen.

Lange fetzte man sich zur Wehre, bis es dm Kofaken gelang, die Fliehenden vom Feuer abzu- drängen. So fiel Siegfried in die Hände der Kosakm. Der junge Hetmann ritt dicht an Siegfried heran und schaute ihm mitleidig in daS bleiche Gesicht, wobei er murmelte: