Einzelbild herunterladen
 

ttfAemt täglich, m. Ausnahme d« 6etm=«b8«W'

-

m

WW KWß w ä

!!»srr«tr: Die rin» palt. Aarmond­zeile oder deren Raum 13 Pfg.,Re­klamen die Petit- zrile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

-weWffti*: >* **» IMa* >*t. »->,«. tif 3*w* 3. tat Je»«.

mit Anterhaltungs -Aeikage „ITustrirtr Soml1affs-Zeiür«g"

JK 260.

nt ■■ i■w»m mi,n

Jul^öa, Montag, den 12. November 1900.

27. Jahrgang.

riet jtenkteNt. 8j

© Kouitzer Prozeffe.

Bekanntlich ist im letzten Frühjahre, kurz vor Ostern, ix der westpreußischex Stadt Könitz ein 17jähriger Gymnasiast Namens Winter er­mordet worden. Der Verdacht der Thäterscha t richtete sich gegen die Juden, xnd eS ist wieder­holt in Könitz zu starken Ausschreitungen gegen die Judex gekommen. Dies hat dann zu einer Reihe von Prozeffen geführt, und da bei diesen Prozeffen von verschiedenen Zeugen die entgegen­gesetzten Behauptungen beschworen worden sind, waren Anklagen wegen Meineides unausbleiblich.

In den letzten Wochen ist nun wiederum ein solcher MeixeidSprozeß vor dem Konitzer Schwurgerichte zur Verhandlung gekommen, und bei dieser Verhandlung ist die ganze Mordge­schichte so eingehend und ausführlich zur Sprache gekommen, als wenn die Mordsache selb« Gegenstand der Anklage gewesen wäre. Ln^e- klagt war der Arbeirer Masloff, seine Frau und seine Schwiegermutter, Frau Roß, sowie eine Frau Berg. Die Zeitungen haben über die zwölftägigen Verhandlungen in der ausführlichsten Weise berichtet, gerade als wenn eS sich bei jeder Zeugenaussage um hochpolitische »der welt- erschütternde Dinge gehandelt hätte. Wir haben in der.Fuldaer Zeitung' diesen Rummel nicht mitgemacht, weil eS unserer Auffassung von der Aufgabe der Preff« widerspricht, die unerquick­lichen Dinge, die ein solcher Prozeß zu Tage fördert. Tag für Taz breit za treten. Jrzend ein Nutzen ist für die Leser davon nicht zu er­warten, es wird nur das SensationSbedürfniß etwas gekitzelt — und dafür ist uxS unser Blatt zu schade. Wir find überzeugt, daß die Mehr- zahl unserer Leser uns darin zustimmt.

Der in Rede stehende Prozeß endigte am Samstag Nachmittag. Der Gerichtshof verur- theilte Matloff zu einem Jahre, die Frau Roß zu 21/» Jahren Zuchthaus, di« letztere auch zu 3 Jahren Ehrnerlust und dauernder EideSux- fähigkeit. Die Frauen MaSloff und Berg wurden freigefprechen. Die Geschworenen haben ihren Wahrspruch wie folgt abgegeben: Sie bejahten die Schuldfrage gegen Maßloff in einem, gegen die Frau Roß in 2 Fällen. Frau MaSloff und Frau Berg wurde« für nicht schuldig erklärt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Masloff 4 Jahre Zuchthaus »nd 5 Jahre Ehrverlust und gegen Frau Roß 9 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust.

Nachdem jetzt der Prozeß Masloff beendigt ist, erscheint eS ««gebracht, einige Worte über dis Verhandlungen zu sagen. Nngeklagt waren zwar der Arbeiter Masloff und drei Frauen wegen Meineides, hauptsächlich aber handelte eS sich darum, ob der jüdische Schlächter Lewy und andere an dem Mord« deS Gymnasiasten Winter schuldig find. Die Angeklagte» sind die Hauptzeugen gegen Lrwy, den sie direkt der Mord- that beschuldigt haben. Deswegen konnte auch der Oberstaatsanwalt Lantz am Ende seines

Sas LchlllhMS fl Nktthch.

Orißinal-Erzühlung von Earl Eassau.

13 ------ (Nachdruck verboten.)

VI.

66 war Anfang« September, al« da« kleine Meerholz förmlich kriegerisch belebt ward, lieber Frankfurt am Main zogen die Regimenter aus Spanien, Frankreich und Italien gegen Hanau und dem Osten zu. Tag für Tag ging es mit Trommelwirbel und JanUscharenmufik vor dem Schulhause in Meerholz vorbei.

Der Magister und Frau Karoline waren schnee­weiß geworden. Ihre einzige Freude war Adele, die aber auch aus Gram um Hannibal heimlich den Kopf hängen ließ. Oswald schrieb öfter, aber seine Briefe sprachen nur von Musik und musikalischen Sachen, sie waren dem Magister gerade kein Trost Bon Siegfried hatte er noch keine Zeile. Lenore schrieb selten und stet« sehr unglücklich. Wie ganz anders hatte er sich einst die Zukunft ausgemalt und nun?

An einem Morgen, als der Magister noch im Bette lag, hörte man wieder Trommeln und Regi- meutsmufik.

Der alte Herr lauschte.

„Schon wieder ein Regiment, das nach Ruß­land auf die Schlachtbank geführt wird!" rief er dann bitter.

Frau Karoline seufzte, sie dachte an Siegftied und Lenore, aber ihr Mund mochte es dem Leidens­gefährten gegenüber nicht aussprechen.

Als sich der Magister erhoben hatte, sah er französische Soldaten mit der Regimentsnummer

Plaidoyers sagcu: „Wenn der Beweis gelingt, daß Lewy an der That uxbetheiligt war, so ist damit ohne Weiteres nachgewiesen, daß die An­gaben der Angeklagten unwahr find."

Nach der Aussage des Oberstaatsanwaltes selbst handelte es fich bei dem Prozeffe um sehr wichttge, hoch bedeutungsvolle Dinge — um, wie Staatsanwalt Dr. Settegast ausführte, „die grauenhafte Ermordung eines hoffnungsvollen Jünglings, um eine Strafsache von der größten Bedeutung". Daxach sollte r.:an annehmen, daß namentlich die Staatsanwälte mit größtem Eifer und mit allergrößter Geduld jed einzelne Zeugen« Aussage anhören und Wort für Wort derselben prüfe« müßten. Das ist aber, wenn dieZeitungS- berichte über die Verhandlungen richiig sind, bei der Behandlung dieses Prozeffes nie: der Fall gewesen; der Oberstaatsanwalt hat viel n hr durch wiederholte Aeußrrungen bei Anderen bu Ansicht erweckt, daß er unter dem Einfluffe einer g wissen Voreingenommenheit stehe. Unter den Z: gen befand sich ein Mann Namens Hellwig, d m der Amtsvorsteher seines Ortes und verschiede Ä? geachtete Personen das beste Zrugniß eines allgemein geachteten Maxxes ausstellen, den man als vollkommen glaubwürdig betrachten müsse. Der Herr Oberstaatsanwalt aber sagte nach den übereinstimmenden Berichten vieler Zeitungen in öffentlicher Sitzung am 29. Oktober zu seinem Kollegen, dem Herrn Staatsanwalt Dr. Settegast, wörtlich: „Wir wollen doch den Mann nicht ernst nehmen"; und spöttisch sagte derselbe Oberstaatsanwalt zu demselben Zeugen: „Das glaube ich Ihnen," als der Zeuge erklärte, er wisse nicht, um was eS fich handele und was den Juden Glück bringen solle Umgekehrt hat derselbe Oberstaatsanwalt mit größter Aufmerk­samkeit den Aussagen der Familie Meyer zu­gehört, einer jüdischen Familie, die vorüber­gehend in Könitz war, dort einige sogenannte „Ausverkäufe" veranstaltete und alsdann nach Berlin verzog. Wenn das wahr ist, dann fragt man mit Recht: Warum das? Die jüdische Familie Meyer braucht nicht mehr und nicht weniger Anspruch auk Beachtung zu haben, als der christliche, von seinen Eltern und Großeltern her äugest ffene Bauer Hellwig. Aber noch weniger Veranlassung lag dazu vor, diesen letzter» so spötttsch zu be­handeln, wie es der Oberstaatsanwalt Lantz ge» than haben soll. Auch liberale Blätter tadeln dieses Verfahren. Wer einen Eid geleistet hat — so bemerkte sehr richttg der Graudenzer »Gesellige' — muß jedenfalls ernst genommen werden, und wir verstehen nicht, wie Herr Ober- taatSanwalt Lantz ... im Hinblicke auf »en Zeugen Hellwig zu äußern sich erlauben konnte: „Wir wollen doch den Mann nicht ernst nehmen." Jeder Zeuge würde sich dergleichen beleidigende Bemerkung nicht gefalle« lassen.

Namentlich dieser letztere Punkt in den Be­merkungen deS genannten Graudenzer Blattes st wichtig. Erne gute Rechtspflege wird wesent- ich gefördert durch die Mttwirkung des Publi« kums in der eifrige» und bereitwilligen Stellung von Zeugen. Wer wird noch fteiwillig zur Zeugenschaft sich melden wollen, wenn er sich der Gefahr auSsetzt, in öffentlicher Schwur­gerichts fitzung so schlecht behandelt zu werden? —■»■—W .............. ...............

120 auf der Straße den Quartieren zueilen. Der Obrist hieß es, liege int Schlöffe.

Dort spielte sich inzwischen eine komische Scene ab.

Inspektor Lame« hatte, da er noch immer das Schloß verwaltete, stet« für den Fall der Ein­quartierung Zimmer bereit. So hatte diese heute Morgen der Obrist des 120. Regiments bezogen, >ald darauf aber den Inspektor selbst zu sprechen verlangt. Lawes war ganz bestürzt, machte eiligst etwas Toilette und erschien dann bei dem Offizier, der bereit« unruhig im Zimmer auf- und abging.

Es war em noch junger Mann, blond, mit langem Barte, sonnenverbrannt, schlank ce« wachsen. Auf der Brust pcangte das Kreuz der Ehrenlegirn.

Sonderbar, an wen erinnerte den Inspektor doch dieses Gesicht?"

„Mein Herr," begann der Obrist int reinsten Deutsch, „Sie sind der Inspektor Lawes?"

„Zu dienen Herr Obrist."

„Sie kennen alle Leute im Städtchen?" Der Alte lachte: „So ziemlich." „Sie kennen den Magister Treustem?" Lawes war erstaunt.

„Allerdings."

„Er hat Familie?" „Ja, eine Tochter." „Ich hörte aber von mehreren Kindern." „Allerdings, Herr Kommandant, es find noch zwei Söhne vorhanden, d. h. sie waren vor- >anden."

„Nun?"

Dabei zuckte es in dem Gesichte des Fragers sonderbar.

Leute aus dem anständigen und ansässigen Bürgerstande nicht, nur zweifelhafte Elemente, denen es darauf ankommt, Zeugengebühren einzu­heimsen.

Auch in der Voruntersuchung find, wie ganz un­zweifelhaft nachgewiesen ist, einseitig solche Zeugen, die in einem bestimmten Sinne aussagten, barsch be­handelt worden. Es ist dort unmöglich das Richtige, in der Voruntersuchung die etüe Zmgen- partei durch barsche Behandlung abzuschrecken, um dann dieselben Leute in den Schwurgerichts­verhandlungen als heitere Figuren hinzustellen, Gott behüte uns davor, daß solche Sitten allge­meiner in unserer Rechtspflege fich einbürgern; das würde nicht ohne verhängnißvolle Folge« bleiben können. Und wenn zehnmal ein Gerichts­beamter, der in den Konitzer Prozessen zu thun hat, überzeugt davon ist, daß der sogenannte Blutmord dir Juden ein unsinniges Märchen sei, so muß er doch mit vollem Ernste seine Pflicht thun, nicht aber nach vorgefaßten persön­lichen Meinungen handeln, ganz abgesehen von dem in diesem Falle schon sehr häufig erhobenen Einwande, daß Juden doch auch ohne Ritual­mord zu Mördern werden können.

Hier ist neben der gerichtlichen Untersuchung und Verhandlung die Hauptsache, daß die Auf­regung, die sich der gesammten Bevölkerung be­mächtigt hat, sich wieder lege. Ganz allgemein herrscht die Auffassung, daß Juden den Mord an dem Gymnasiasten Winter verübt haben. Wie ist es möglich, daß durch solche einseitige Behandlung der verschiedenen Zeugen die Auf­regung, die deS Volkes fich bemächtigt hat, wieder beruhigt werde? Schon wagte fich die Behauptung hervor, „von oben herab" fei Anordnung einge­troffen, alles so einzurichten, daß „nichts heraus- komme". Dieser schmähliche Argwohn kann nur beseitigt werden im Volke durch allergrößten Ernst der Verhandlungen. Durch solches Auftreten aber, wie eS an dem Herrn Oberstaatsanwalt Lantz und an einigen Beamten während der Vor­untersuchung getadelt wird, wird dieser wider­wärtige Argwohn nur neue Nahrung erhalte».

Meich.

Berlin, den 10. November.

* Dem Bundesrathe ist die Kosten­rechnung für die deutsche Khina-Axpedttio« in Form eine« dritten Nachtrages zum Reich«- haushaltsetat für 1900 zugegangen. Die darin zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Aus­gaben geforderte vorläufige Summe von 15277»00* Mik. übersteigt alle Er­wartungen. Wie es in der Vorlage heißt, ent­sprechen die einzelnen Ansätze dem nach überschläg- licher Schätzung ermittelten Bedarf bis zum 31. März 1901; für das Rechnungsjahr 1901 werde „eine weitere entsprechende Vorlage gemacht werden, sobald sich die Verhältnisse genügend übersehen lassen". Nach einer Rachsuchung um Indemnität ist in der Vorlage nicht die Rede. Der Vorlage ist eine ausführliche Denkschrift beigefügt. Im einzelnen setzt fich die Forderung von 152770000 Mark zusammen ax« 119,8 Millionen Mark für die Verwaltung des Heere«, 28857000 Mk. für die Verwaltung der Marine, 3,8 Millionen Mk.

„Der älteste Sohn ist zu den — Herren Franzosen übergetreten, — Eie entschuldige», nein Herr, — die älteste Tochter lebt bei einer entfernten Verwandten auf ihren Wunsch in klösterlicher Zurückgezogenheit. Schade um das Mädchen."

„Und der andere Sohn?"

„Sludirt in Paris die Musik."

„So."

Das Gesicht des Fragers beruhigte sich etwas, dennoch fuhr er fort:

„Sie sagten, schade um das Mädchen. Ich nteressire mich für die Familie, warum also schade?"

Der kleine Inspektor sah dem Obristen in die blauen Augen und lächelte:

„Zu Ihnen, Herr Kommandant, könnte ich Vertrauen habe«. — ©eben Sie, die Leonore, ein schönes Mädchen, liebte einen französischen Kapitän, Namens Lebrun."

„Ah!"

„Aber mein Freund Treustein, ein eifriger Patriot, wollte in viese Verbindung nicht willigen. Sie lebt nun bei einer alten Tante, kann ihren Verlobten nicht vergessen und schließt sich von aller Welt ab. Vater und Mutter wollen sie gern wieder ins Haus haben, sie ober bleibt bei der Tante; zwischen Eltern und Kind scheint das Un­glück — der Kapitän ist verschollen — eben eine zu tiefe Kluft gezogen zu haben."

„Hm! Sagen Sie, Herr Jnspettor, kennen Sie mich denn wirklich nicht?" fragte nun plötzlich der Obrist.

Der alte Lawes erblaßte.

für die Post- und Telegraphenverwaltung, 243000 Mk. für Pensionen, Wittwen- und Waisengelder und 70000 Mk. als Kosten einer Medaille für die Teilnehmer der Expedition. — Insbesondere die Ausgaben für die Heeresverwaltung sind weit höher, als bisher von irgend einer Seite an­genommen wurde. Handelt es fich doch nur um eine Truppe von 20000 Mann; wie in der Be­gründung hervorgehoben wird, beträgt die Stärke des ganzen Expeditionskorps 582 Offiziere, 120 Sanitätsoffiziere, 161 obere Beamte, 18712 Mannschaften, 27 untere Beamte, 5579 Pferde.

X Das deutsche SchntzgeSiet t« SSd- westafrika bildete den Gegenstand einer inte­ressanten Berathung im Kolonialrathe. Kürz­lich war durch die Zeitunzen die Nachricht ge­gangen, daß die „Southwestafrica-Com- pany," auf deren zum Theil englische Leiter der bekannte Herr Cecil RhodeS großen Einfluß auSübr, der Einwanderung von Buren nach dem deutschen Schutzgebiete Widerstand entgegensetzen würde. In dem Kolonialrathe fitzen wie Vor­standsmitglieder der genannten Gesellschaft mit dem englischen Namen: die Herren Wo er mann und Dr. Scharlach aus Hamburg, und diese thaten ein Uebriges, um die gegen die Gesellschaft erhobenen Einwürfe zu widerlegen. So recht überzeugt scheint man indessen von dieser Ver- theidigung nicht gewesen zu fein. Kolonialdirek­tor Dr. Stübel ertheilte deswegen der Gesell­schaft mit dem englischen Namen, die nach der Behauptung der Herren Scharlach und Woer« mann nur von deutschem Sinne geleitet sein soll, den jedenfalls guten Rath, recht bald eine öffent­liche Erklärung zu ihrer Vertheidigung zu er« lassen. An Herrn Dr. Stübel selbst wird es sein, im Reichstage die bindende Versicherung zu geben, daß die Regierung niemals solche An­maßungen fremder Elemente in einem deutschen Schutzgebiete dulden werde.

* Daß es dringend nothwendig ist, das Gesetz gegen den rmkarrtere« MettSewerS weiter auszugestalten und insbesondere den Auswüchsen, welche das Ausverkaufswesen in steigendem Maße zeigt, ernstlich zu Leibe zu gehen, darüber herrscht in den Kreisen des Mittelstandes schon lange kein Zweifel, und es hat ja auch der Staate« fehetär des Innern Graf Posadowsky im Reichs­tage auf da» Erscheinen einer solchen Novelle hin­gewiesen. Neuerdings wird nun von offiziöser Seite erklärt, daß die Vorarbeiten zu dieser Novelle al« abgeschlossen gelten könnten und daß eine Reihe von Handelskammern und Detaillistenvereinigungen fich für energische Maß­nahmen gegen die Ausverkäufe ausgesprochen habe. Es werde al» wahrscheinlich bezeichnet, daß die verbündeten Regierungen fich diesen An­regungen anschließen werden. Wir hoffen, daß die Angelegenheit mit möglichster Beschleunigung ge­fördert werde, damit der kommenden Reichstag«- sesfion die Vorlage zugehen kann. Ob ein be­sondere« Gesetz gemacht werden oder ob man eine Ergänzung de« Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vornehmen soll, ist eine rein technische Frage. Wir würden eine Revifion des bestehen­den Gesetzes vorziehen, um bei dieser Gelegenheit auch die sonstigen ungenügenden Bestimmungen desselben schärfer fassen zu können.

„Mein Gott, diese Stimme, dieses Geficht! Sie sind doch nicht — ?"

„Ich bin Siegfried Treustein."

Lawes stand da wie vom Donner gerührt. Jetzt war ihm das Räthsel der Gesichts« züge klar.

„O mein Gott," sagte er nun mit Thränex in den Augen, „was wird der Vater sagen?"

„Sie müssen ihn vorbereiten, daß ihm die Freude nicht schadet."

Sie sprachen noch eine Weile über die Ver- tältniffe im Schulhause, bann eilte Inspektor Lawes dorthin.

Hier sammelte sich aber die Schuljugend, und der Magister war bereit, in die Klaffe zu gehen.

„Einen Augenblick," bat Lawes, „diese Nacht st Gnquartirung gekommen."

„Ich sah's bereits. Was ist Euch aber? Ihr seid ja sehr aufgeregt."

„Der Obrist wohnt bei mir. Er hat mich, — Nu«, kurz und gut, ich bin einmal kein Diplomatiker — Entlaßt nur für heute die Schuljugend."

„Aber, alter Freund —"

„Nun ja, der Herr Obrist schickt mich als Amadeur!"

„Ihr meint Ambassadeur, als Gesandter?" „Ganz recht. Der Mann kennt — erschreckt nicht — Euren Siegftied und — bringt Euch Nachrichten."

Hier fiel der Alte dem Freunde um den >als und sagte dann: „LaweS, alter treuer und bewährter Freund, „Euer Geficht verräth noch mehr, martert mich nicht, sagt mir alles!"