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27. Jahrgang.

IuLöa, Montag, den 5. November 1900.

JK 254

von einem

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ceremoniös von Siegfried Abschied.

Als er fort war, flüsterte Lebrun: zu seinem Glücke gezwungen werden, denn, mein Freund!"

Ganz Meerholz athmete auf, wie

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„Der muß Vorwärts

Alp erlöst, als die Franzosen unter dem Schalle der Trommeln zum Thore des Städtchens hinaus- zogeu. Lenore blieb gefaßt, Eltern und Ge­schwister behandelten sie rücksichtsvoll. Es war auch schon ein Brief der Tante Sybille einge­troffen des Inhalts, daß sie die Nichte erwarte. Johann war stark und treu, meinte auch Lawes, man könne ihm Kutsche und Insassin getrost an» vertrauen.

Wirklich fuhr auch die Kutsche pünktlich um 8 Uhr beim Schulhause vor. Lenore nahm einen letzten, überaus herzlichen Abschied von Eltern und Geschwistern und eilte zurHauSthür. Als sie aber zum gestirnten Himmel aussah, da schien es ihr gerade, als ob sie dort in Flammen­schrift läse: „Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser, aber der Mutter Fluch reißt sie nieder!" Auf einmal war ihr ganzer Muth dahin. Zur Verwunderung der Alten kehrte sie um, folgte ihnen in die Wohnstube und fiel hier dem Vater zu Füßen:

„Nein, Vater, Mutter, ich will nicht so von Euch gehen. Wiffet, die Flucht mit Lebrun war beschlossen, der Kutscher ist Lallemond und im Geheimniß in Hanau sollte uns die Priesterhand segnen. Aber jetzt fällt es mir wie ein Steiu aufs Herz: nicht ohne Euren Segen gehe ich von dannen."

Lande durch die Wühlerei der Sozialdemokratie ist und wird stets bleiben die Ansiedelung der Arbeiter auf eigener Scholle und die Festigung und Unterstützung der kleinen Besitzer in ihrem Besitze. Wer besitzt, wird wenig Lust dazu haben, von der Sozialdemokratie sich unter „gesellschaft­liche Kontrolle" nehmen zu lasten.

„Wir verwerfen das Privateigenthum an .Produktionsmitteln nicht, so lange es ein .Mittel der ehrlichen Arbeit . . . ist . . . Das volle Eigenthum an Produktionsmitteln .lassen wir jedoch nur als gesell­schaftliches zu. Jede andere Art des Be- .sitzes wird sich einer mehr oder minder tief .eingreifenden gesellschaftlichen Kontrolle unter-- .werfen müssen......"

Kann es einen vollkommenern und dabei auch

T Allerhand Sozialdemokratisches.

Während der allerjüngsten Zeit hat die Srzialdemokraüe wieder einmal eine besondere gespielt. Mit den Wahlerfolgen sieht es aus bei den Herren „Genossen" und da ; chnM jedes Mittel recht, um durch allerhand A'Ueen Lärm über die Verlegenheiten hiuweg- <*fo$®atee, die ihnen die Mißerfolge bei den "Wühle« bereiten. Ob der Lärm ruf unlautere Hk-riss erzeugt wird oder nicht, das ist den OZiere« gleichMg, wie man ssrdrn erst wieder lzhm hat aus dem Falle Bmck, ' Freilich, in zwei der lchi-n Ersatz - Zahlen zum Reichstage hat rie Sozial- emokrüüs gesiegt: im sechsten Beniner Wahl­kreise und im Wahlkreise Bra'rdLÄ?urg-Wrst- Lavelland Und nun hat die fötaler akratische Presse das Kalbfell drr SirzsSpL^ Gearbeitet, ,43 Hütts ihrs Partei ganz erstsuni.cye, riefen» ■'■afte mÄ überraschende Siegeserfolge auf- LUweisen. Wie steht es in Wahrheit mit diesen beiden Wahlen? In Brandenburg - Wrsthavel- !and haben die Stimmen, die für den sozial­demokratischen Wahlbewerber abgegeben wurden, gegen 1898 nur um ein ganz Geringes sich ver­mehrt, und diese Vermehrungsstimmen sind ohne Zweifel auf Hilfe aus dem sreisinmzen Lager zurückzuführen. Im sechsten Berliner Wahl­kreise aber sind diesmal einige tausend sozial» demokratische Stimmen weniger als im Jahre 1898 abgegeben worden. Und das soll Grund genug sein dazu, ein lautes Triumphgeschrei anzustimmen? Dre Herren „Genossen" sind recht bescheiden geworden in ihren Ansprüchen auf Erfolg; sie haben freilich auch allen -Grund dazu.

Seit den allgemeinen Neuwahlen zum Reichs­tage i. I. 1898 haben bis jetzt 25 Ersatzwahlen stattgefunden; und wenn die Summe der sozial­demokratischen Stimmen, die bei diesen Ersatz­wahlen abgegeben wurden, mit der Summe der sozialdemokratischen Stimmen vergleicht, die in denselben Wahlkreisen bei den allgemeinen Wahlen des Jahres 1898 abgegeben wurden, so kommt man zu dem überraschenden Ergebnisse, daß die Sozialdemokratie im ganzen genommen in diesen Wahlkreisen eine Einbuße von rund 16,000 Stimmen erlitten hat. Beziffern sich dort ihre Verluste in einzelnen dieser Wahlkreise allein schon «ach Tausenden, so in dem elsässischen Wahlkreise Mülhausen, in dem badischen Kreise Offenburg- Kehl und in Rinteln-Hofgeismar, so daß die Herren „Genossen" wohl Veranlassung haben zur Niedergeschlagenheit und Trauer, bei Leibe aber nicht zum Trtumphiren. Auffällig ist dabei auch noch der besondere Umstand, daß die sozial­demokratischen Verluste mit dem Fortschreiten bei Leit immer stärker geworden sind. Von den 16,000 Stimmen, die die Sozialdemokratie feit 1898 verloren hat, gehört ein Verlust von rund 12,000 Stimmen allein den sechs Wahlen an, die

neben 311 Kreirschulinspektoren im Hauptamt noch mehr als 900 geistliche Kreisschulinspektoren thätig sind. Es handelt sich hier fast ausschließlich um evangelische Geistliche.

* Eine Korrespondenz auS Berlin weiß einen neuen Fall aufs neue zu berichten, daß man Schulviener, welche an Lehrer und Kinder Milch zum Frühstück abgeben, wiederholt mit Schavkstettev belastet hat. Muß denn immer nach der Schablone gearbeitet werden und hat denn die steuereifrige Behörde gar keine Ahnung von der großen Wohlthat, die man Lehrern und Krndern erweist, indem man ihnen Gelegenheit gibt, sich zum Frühstück ein Glas Milch zu laufen ?

V Aerki«, 3. Nov. Der Kaiser hörte heute Ser« mittag im Neuen Palais die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee Grasen Schliesse» und be8 Chefs des Militär-Kabinets von Hahnkc Später wohnte der Kaiser der Hubertusjagd bei Döberitz bei. — Der Reichstag wird, wie die .Staatsbürger Ztg' berichtet, am 14. November Mittags 12 Uhr im Weißen Saal vom Kaiser persönlich mit der Verlesung einer Thron­rede eröffnet werden. — Das Befinden der Kaiser»» Friedrich ist fortgesetzt günstig. Die Kaiserin ist viel außerhalb des Beltes und bei guter Stimmung. Besuche, die bisher streng abgewiesen werden mußten, dürfen erscheinen. — Die Berliner Stadtverordneten- Bersammlung hat in ihrer letzten geheimen Sitzung be­schlossen, der Kaiserin Friedrich zu ihrem Geburtstage eine Glückwunsch-Adresse zu überreichen. — Der Bundesrath hatte ursprünglich die Absicht gehabt, einem langjährigen Vorsitzenden, dem Fürsten 8ohe »lohe bei beffen Rücktritt ins Privatleben ein bschiedsessen zu geben. Da es inzwischen zweifel­haft geworden ist, ob sich diese Absicht verwirklichen lassen wird, so hat der Bundesrath zunächst be­schlossen, dem bisherigen Reichskanzler durch eine be- ondere Deputation eine Abschiedsadresse über­reichen zu lassen. Dies soll bereits in de» nächsten Tagen geschehen. — Das Staatsmintsterium trat heute Nachmittag 31/« Uhr unter dem Vorsitz des Grafen v. Bülow im Dieustgebäude am Leipziger Platz zu einer Sitzung zusammen. — Im Jahre 1903 und zwar im Winter bis zum Beginn des Frühjahrs 1904 soll wieder ein Weltpostkongreß adgehalten werden. Der letzte Weltpostkongreß fand bekanntlich m Washington statt, es war dies der fünfte seit dem Bestehenl der Weltpostvereins; der sechste wird nach den m Was­hington gefaßten Beschlüssen in Rom abgehalten werden. — Eine Wohnungsgesetz-Borlageifl, wie die,Jdustriellen Berl. Reuest. Nachr/ gegenüber einem Artikel der .Freis. Zt,/ offiziös versichern, weder ausgearbeitet, noch wird eine solche vorbereitet.

* Stuttgart, 3. Nov. In gemeinsamer Sitzung beider Kammern verlas Ministerpräsident Frhr. o. Mittnacht heute Abend ein könig­liches Dekret, wodurch die Auslösung des Landtags verfügt und die demnächsiige Aus­schreibung von Neuwahlen in Aussicht gestellt wird.

Ausland.

ft Krüssel, 4. Nov. Der Ministerrath hat in einer gestrigen Sitzung beschlossen, unver« weilt eine aus Deputaten und Offizieren zu­sammengesetzte Kommission zu bilden, um zu be« rathen, in welcher Art und in welchem Umfange in Belgien militärische Reformen einzu­führen seien.

* London, 3. Nov. Der englische Unter­staatssekretär des Krieges Wyndham hielt am Mittwoch in Dover eine Rede, in welcher er,

Ihre Thränen fielen dabei heiß auf des Vaters Hand.

Treustein stand da wie vom Donner gerührt. „Unglückliches Kind," sagte er dann und wieS Fran Karolina, welche die Hände beschwörend erhoben, dazwischen treten wollte, mit einem ernst­haften Blick zurück, „unglückliches, liebes Kind, so weit war es also schon? Siehe Lenora, Dein guter Genins hat Dich heute bewahrt. Deine Frömmigkeit Dich gerettet. Weißt Du gewiß, daß Euch in Hanau der Segen der Kirche ver­bunden hätte? Stehe auf, komm, setze Dich ins Sopha, daß wir brrathen! Oswald hole Herr« Lawes und Johann herbei! Sied, Lenore, die Ehen werden im Himmel geschloffen, sollst Du Lebruns Frau werden, so wird es doch einmal geschehen. Jetzt füge Dich in unseren Willen. Wir wollen Dir alle mit Liebe entgegenkommen und nahesteyen."

Er überließ die Schluchzende der Mutter und ging hinaus.

„MonfieurLallemond!" rief er dort sarkastisch dem Kutscher zu, „steigen Sie ab, aus der Komödie wird nichts. Grüßen Sie Herrn de Lebrun und sagen Sie ihm, noch gäbe es deutsche Mädchen, die nicht jedem Abenteurer ohne Weiteres folgen. Mag Herr Lebrun einmal wieder anfragen, wenn er von Spanien zurückkehrt!"

Auf diese Anrede kletterte Lallemond hurtig und mit einem derben Fluch vom Bocke und ver­schwand in der Dunkelheit. Aber schon nahte auf der andern Seite Lawes mit dem halbtrunkenen Johann.

„Schöne Dinge, Gevatter," keuchte er, „haben fie angerichtet. Gut, daß Oswald kam. Denn den Johann fand ich betrunken im Stalle und

während des letzten Sommers und feit demselben vorgenommen wurden!

Neuerdings macht fich die Sozialdemokratie Hoffnung aus gute Erfolge des Bauernfanges, auf Stimmenzuzug aus ländlichen Kreisen. Mit welcher ausgemachten Heuchelei die Herren dabei zu Werke gehen wollen, ist sattsam bekannt. Einer der sozialdemokrattschen Millionäre, der bayerische Abg. von Vollmar, hat sich in einer oberbayeri­schen Versammlung mit großer Gelassenheit darüber ausgesprochen, und von neuem ist das­selbe gesagt worden in der Parteiversammlung in Mainz: die Religionshasserei der Sozial- demskratie, ihre ausgesprochene Gottesleugnung wird ganz einfach in die Ecke gestellt, wenn es auf den Bauernfang hinaus aufs Land geht. Später, denkt man, wenn man die Leute gefangen hat, wird erst die Zeit gekommen fein, ihnen all­gemach auch Gottesglauben und Religion abzu­gewöhnen.

Aber bei der Ausübung des Bauernfanges gibt es noch ein anderes großes Bedenken: das ist die Klippe des Privateigenthums. Wenn man die kleinen Leute gewinnen will, welche auf dem Lande angeseffen sind und die vom Vater und Großvater ererbte Scholle bearbeiten, darf ihnen der Sozialdemokrat, der dort die Wühl­arbeit besorgt, nicht sagen, daß der Besitz dieser ererbten Scholle nach der Lehre der Sozialdemo­kratie unstatthaft, Diebstahl, ein Verbrechen ist. DieHerrenBebel, Singer oder v. Vollmar dürfen zwar schwer reiche Leute sein und sich das Leben gut und schön machen; aber der kleine Landmann darf nach der sozialdemokratischen Lehre keinen Acker Landes sein Eigen nennen. Das Ackerland ist Produktionsmittel; Produktionsmittel dürfen aber nicht Privateigenthum sein.

In elendester Rathlofigkrit steht die Sozial­demokratie bei de« Bauernfangversuchen, die sie unternimmt, vor diesem Hindernisse. Die Wahr­heit sagen darf sie nicht; sonst würden die Herren Genossen, die auf dem Lande wühlen wollen, recht schlechte Erfahrungen machen. Sie müssen also wieder einmal zur pslitischen Lüge und Heuchelei greifen, um sich über diese Verlegenheit hinweg- zuhelfen. In den sozialistischen Monatsheften' schreibt ein österreichischer Sozialdemokrat über den Bauernfang und wie er zu betreiben sei; und dabei leistet sich der Mann folgende Sätze:

albernem Widerspruch geben als den, der zwischen diesen beiden Sätzen herrscht: wir verwerfen das Privateigenthum nicht, aber wir lassen es nicht zu? Und doch kranken daran alle sozialdemokra­tischen sogenannten Agrarprogramme und werden stets daran kranken, weil es gar nicht anders möglich ist. Die beste Waffe gegen die Ver­wirrung der Ansichten und Meinungen auf dem

Im Schulhause herrschte große Aufregung, als eS bekannt wurde, daß derRrst der französi. schen Truppen sortzöge. Der Magister aber fal­tete die Hände und fügte frommen Sinnes hinzu: „Der Herr macht Alles wohl."

Rar Lenore ging ruhigen Sinnes dahin. Sie hatte jetzt die Antwort von Lebrun: die Flucht war beschlossen. Heißt es nicht in der hl. Schrift: „Das Weib wird Vater und Mutter verlassen und dem Manne folgen?" Sie war entschlossen.

Arn Donnerstag Mittag, als Valentin Treu- stein eben die Schuljugend entlassen, sah er den Kapitän Lebrun in voller Paradeuniform auf fein Haus zuschreiten. Sogleich schickte er die Kinder nach oben und empfing nebst Frau Karolina den Besuch allein.

„Herr Magister", begann Lebrun artig, „da ich morgen Meerholz verlasse, wollte ich Ihnen Adieu sagen und Ihnen danken für alles, was Sie mir Gutes gethan. Ihre Tochter werde ich nie vergessen, und wenn fie Meerholz einmal ver­läßt, wird ee nur fein als mein Weib."

Der Magister lächelte: „Darüber einmal später, Herr de Lebrun."

„Wie Sie wollen. Leben Sie wohl."

Er reichte Beiden die Hand und ging. Abends saß Siegfried bei ihm, auch Ramafferie war da und Beide priesen da» Soldatenleben unter einem Napoleon auf das Lebhafteste. Siegfried schwankte: sollte er den lockenden Weg gehen, sollte er da­heim bleiben? Es müßte schön fein, unter einem Napoleon zu fechten, aber — aber: „Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser!" flüsterte er und schüttelte den Kopf:

„Nein, meine Herren, es geht nicht. Ohne die Erlaubniß des Vaters nicht, niemals!"

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Berlin, den 3. November.

+ Ais WajeSSts-AekeidigUAgs^rozesse bilden ein unerfreuliches Kapitel in unserer Straf­rechtspflege, daS schon zu vielen Beschwerden in der Presse und in den Parlamenten Anlaß ge­geben hat. In der neuesten Zeit ist die Zahl dieser Prozesse zarückgegangen. Auf je eine Million strafmündiger Personen entfielen bei» spielsiveise wegen Majestärsbeleidigung 14 SJerur» theilungen in 1882, 17 in 1888, 17 in 1893, 17 in 1894, 16 in 1895, 15 in 1896, 12 in 1898 und 11 in 1899. Leider waltet ein um- gekehrtes Verhältniß in der Häufigkeit der Ver­brechen und Vergehen gegen Staat, Religion und öffentliche Ordnung, zu welcher Gruppe die Maje- stätsbrleidigungen als ein besonderer Theil ge» hören. Die Verurtheilungen wegen solcher Ver­gehen und Verbrechen wächst beständig. So wurden vernrtheilt von je 100 000 strafmündigen Personen 106 Personen in 1882, 105 Personen in 1888, 119 in 1893, 125 in 1894, 127 in 1897, 125 in 1899. Daß im Laufe der letzten zwanzig Jahre eine Aenderung eingetreten fei in den Grundsätzen, nach denen diese verschiedenen Verfehlungen strafrechtlich behandelt werden, ist nicht bekannt geworden. Man hat also Zahlen vor sich, die als ein thatsächiiches Merkmal für bestehende Verhältnisse anzusehen find, und man steht damit vor der beklagenswerthen Thatsache, daß diese Vergehen gleich den Rohhetts- und Sitt» lichkeitsoerbrechen ein Kennzeichen der Zeit bilden -und wahrhaftig kein schönes. Durch Strenge in der Anwendung der Gesetze wird man auf diesem Gebiete der Strafrechtspflege keine Besse­rung der Zustände erzielen. Dis Verfehlungen der genannten Art sind Ausflüsse der innern Gesinnung der Menschen ihrer Charakterbildung, ihrer religiösen Anschauung; bekämpft können die­selben nur werden durch bessere Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes, namentlich durch eine sorgfältigere Pflege des religiösen Unter- richtes. Alle Umstände, alle Erhebungen, die auf diesem Gebiete angestellt werden, führen zu einem und demselben Ergebnisse; und doch will es mit der Reform nicht vorwärts gehen. Wird auch hier die Einsicht erst bann kommen, wenn es zu spät fein wird?

* Die vorn Abgeordnetenhaufe in der vorigen Session gestrichenen Stellen von ha«pkamttiche« Kreis schütt« speKtoren werden nach einer offiziösen Meldung im nächsten Etat wiederum ge­fordert werden, da die „Unznträglichkeiten" sich inzwischen bedeutend fühlbarer gemacht hätten. Es wird aber schwer halten, die Majorität des Abge­ordnetenhauses von ihrem vorjährigen Votum ab­zubringen. Man sieht deutlich, worauf es hinaus soll, wenn die .Nationalzeitung' hinzufügt, daß

Die beiden Verbündeten winkten sich mit den Augen zu, dann nahm Lebrun herzlich, Ramafferie

Aas Lchalhaas?a Nenhch.

Original-Erzählung von Carl Cassau.

7 ------ (Nachdruck verboten.)

Am Nachmittag traf Lebrun mit Clement de Ramafferie zusammen.

„Kamerad," sagte er, „auf ein Wort. Ihr wißt ja um meine Herzensangelegenheit Bescheid. Der Alte ist ein deutscher Brummbär, ich muß also die Kleine entführen. Versteht mich recht, bis Hanau, wo uns der Priester vereinigt."

„Fürwahr sehr komisch!"

„Warum? EnerUrtheil wegen der Köchinnen habt Ihr ja längst kassirt."

„Das ist wahr."

„Nun hat Lenore einen Bruder, Siegfried heißt er, ein prächtiges Kerlchen! Gäbe einen Offizier wie er im Buche steht. Dazu ist er ein Bewunderer des Kaisers, aber wieder ist der Alte im Wege, er haßt Napoleon und alles was fran­zösisch ist wie die Pest."

„Zum Kuckuck!"

„Eure Aufgabe wäre nun, da Ihr doch von der Bildfläche verschwinden wollt, den Siegfried nach Hanau zu locken, wo er die Schwester findet. DaS uebrige ist meine Sache. Bestelle also einen Wagen, schreibe ihm, daß er Euch in den Lilien besucht und nun verrathet Ihr ihm Alles, ich kenne ihn. Er wird sogleich mit Euch fahren, die Schwester zurückzurufen. Kellner, eine Flasche Bordeaux!"

Sie tranken und Clement nickte:

„Es freut mich, Euch damit einen Dienst er­weisen zu können. Schreiben wir ihm also."