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27. Jahrgmg.

Iutda, Freitag, dm 2. November 1900.

M 252.

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Mit kirn lettttitbrilige. ä

leporia! Viele Gewehre sind des Hasen Tod!- „ _

Der Magister mußte trotz des ernsten Gegen­standes überlaut auflachen.

„Lieber Freund, redet doch einmal Deutsch und laßt Eure welschen Brocken daheim! Ist unsere Sprache denn nicht schön und edel genug? denn zum Flitterkram der Fremdwörter greifen, zumal, wenn man sie stets verkehrt anwendet? Mit Gunst, Herr Giwatter! Dieses Mal sollte es heißen: ,Multi cane»“ — viele Hunde — zur gefälligen Berichtigung.

Der Thorschreiber lachte, er gönnte dem In­spektor, der seine Neugier nicht immer befriedigte, diese Lektion. Der kleine, dicke Oekonom schwieg zuerst still wie ein begoffener Pudel, dann aber meinte er: _

„Verzeiht, Freund, diese leidige Angewohn­heit, die ich von Sr. Erlaucht Höchstseligen An­denkens angenommen habe. Es ist, wie Ihr sagt «nd soll mir nicht mehr vorkommen. Ihr dürstS mtt mir nicht so genau nehmen. Also — mein Rath geht dahin: Ihr habt eine Schwester in Langenselbold, die verwittwete Zolleinnehmerin Schwab; dahin schickt dir Betöre, daß sie den beiden verliebten Franzosen ans den Augen komme; Kutsche, Pferde und Kutscher leihe ich gern her."

„Ich will'S mit meiner Eheliebsten und Haus- ehre überlegen und Such morgen früh Nachricht senden. Sure Gefälligkeit nehme ich gern an. Doch es schlägt 7 Utzr, ich muß zum Abend läuten." ~ ' „

Sir erhoben sich und gingen. Frau Karolma aber lüftete das Zimmer vom Tabaksrauch. (F. f.)

H Discite moniti — hütet euch, ihr seid gewarnt!

Nu» wird der Lärm wohl ein End« haben: Herr Generalsekretär Bueck hat, wie schon kurz gemeldet, durch eine Erklärung, die gleichzeitig in den Berl. Pol. Nachr/ »nd in der,KSln. Ztg. erschienen ist, festgestellt, daß sein 12 000 Mark- Brief, oder wie er sich ausdrückt, die Angelegen- beit, auf welche sich die bekannten Angriffe der Leipziger Volkszig/ beziehen, sich im August 1899 zugetragen hat, und daß alle anderen mit dieser Sache in Verbindung gebrachten Behauptungen, insbesondere in Bezug auf einen angeblich ähn­lichen Vorgang aus dem Jahre 1898, unwahr ^nb®ie Erklärung des Herrn Bueck ist kurz und gut. Man kann nur nicht recht begreifen, warum sie nicht schon viel früher erfolgt ist. Und dann handelt es sich doch nicht nur um die An­griffe des genannten Leipziger Sozialdemokraten­blattes. Wären nur diese gewesen, dann hätten sich nicht sonderlich viele Leute darum bekümmert. Das war vielmehr doch nur das verabredete und erwartete Signal. Als das geblasen war, ging der Lärm ja erst in Dutzenden von anderen Blättern lo»; allein die nationalliberale Berliner ,National-Zeitung' hat die Geschichte in zwölf Nummern hintereinander bis aufs Aeußerste ausgenützt. Dem ganzen Chorus kam e« dabei ' sichtlich gar nicht auf die Sache selbst an: man hatte die kleine Hetze veranstaltet, um den Grafen Posadowsky als Staats­sekretär unmöglich zu machen, und man glaubte damit den Bestrebungen, in den neuen Handels- vertrügen und in dem benorstehenden neuen Zol- gesetze den deutschen Erwerbsständen einen aus­reichenden Zollschutz zu verschaffen, de» wichtigsten Förderer zu entreiße«. Etwas Besonderes in ihrer Art leisteten sich noch die sozialdemokra- tischen Blätter, indem sie aus dem einen Miß­griffe des Geheimrath es von Woedtke auf ein ganzen „Panama" schloffen, ein ganze- Korrup« tionSsystem im ReichSamte deS Innern, und wo- möglich nicht nur im ReichSamte deS Innern, son­dern überhaupt in unserem ganzen Behördenwesen. Die Herren von der sozialdemokratischen Feder schlugen ordentlich Purzelbäume »or boshaftem Vergnügen über die ihnen zugewandte Entdeckung und schrieben sich in eine Wuth hinein, alS gelte eS, einen ganzen Riesensumpf, einen riesigen Fänl- nißherd au» unserer deutschen Bureaukratenwelt herauszuschaffen. Gegenüber diesem maßlosen Riesmichwall von unnützen Redensarten berührt die kurze Form der Bueck'schen Erklärung alle Menschen von anständiger Gesinnung sehr ange- nehm. Nnr «och einmal: die Erklärung hätte früher komme» sollni!

Aber »un die Moral ans der Geschichte, die von zweierlei Natur ist:

Zunächst und vor alle« Dingen möge« sich alle die Herren, die in den ReichSämter«,

Mküsterien und sonst »och in hohen Behörden etwas zu sagen habe», diese unliebsame Ge­schichte doch recht genau werten und nie, ober auch nie mehr de« leisesten Bersuch machen, mit dem Geldbeutel von privaten Jittereffengruppen wirthschaften zu wollen. In was für ein schiefes Licht sie sich damit setzen können, da» hat dieser Fall deutlich und klar zum Er­schrecken gelehrt, $er ganze gute Ruf unseres deutschen BeamtemvesenS würde durch Wieder­holung solcher Versuche aufS Spiel gesetzt werden; denn «an weiß jetzt genau, was alles an schlechter Bedeutung solchen Versuchen unter- gelegt werden kann, ganz abgesehen davon, daß es an und für sich ei« ganz würdeloses Ver­fahren ist, das Herr Geheimrath von Woedtke eingeschlagen hatte, um Geld für die von ihm beabsichtigte Agitation in der Preffe zu ge­winne«. Die Warnung dieses Falles ist laut und eindringlich, sie darf niemals vergessen werden. Und in diesem Sinne hat der ganze Fall eigentlich eine gute Wirkung gehabt. Es war bester, daß gleich dieser eine und hoffent­lich einzige Fall dieser Art bekannt wurde, als daß er verborgen blieb und vielleicht Schule machte bei unseren Behörden ans lange Zeit hinaus.

Zweitens aber mögen auch diejenigen eine gute Lehre daraus ziehen, die das sozialdemo­kratische Blatt in Leipzig in die Sage brachten, den Bueck'schen Brief veröffentlichen zu können. Daß diese Leute nicht hn sozialdemokratischen Lager stehen, versteht sich von selbst; und jetzt, nachdem sie gesehen haben, in welcher wüsten und ungeheuerlich übertriebenen Weise die sozial­demokratische Preffe diesen unliebsamen Fall für ihre besondere Zwecke auSgebeutet hat, werden sie vermuthlich selbst keine Freude mehr an ihrem Dhun empfinde«. Dasselbe gilt aber für all;, die den falsche« Weg schon einmal betreten haben, irgend etwas der sozialdemokrattschen Preffe zur ersten Veröffentlichung zuzuschieben, weil es ihr selbst und ihrer eignen Preffe zu bedenklich und zu schmutzig ist; und leider ist dieser falsche Weg während der letzte« Jahrzehnte schon recht ost eingeschlagen worden, ohne daß die, welche es thaten, daran dachten, daß sie damit der Sozial­demokratie und ihrer Wühlerei im allgemeinen ge« radezu in die Hände arbeiten. DaS sollte auch nie, nie mehr vorkomme«. Ma» sollte nie ver­gessen, daß man sich auf solche Weise selbst zum HanSwurst der Sozialdemokratie erniedrigt.

dem schon im Vorjahre die Veranlagung um rund 8800000 Mark gegen da« Jahr 1898/99 ge- liegen war, hat sich auch im laufenden Jahre tue entsprechende weitere Vermehrung des Ver- anlagungssoll« dieser Steuer herausgestellt. Man wird daher in der Annahme nicht fehlgehen, daß der Ertrag der Einkommensteuer für da» Rech­nungsjahr 1900 den Betrag von 170 Millionen Mark erreichen wird. Da der Etat ein Ein­nahmefall von 159 Millionen Mark von der Ein- ommensteuer nachweist, steht mithin auch im Jahre 1900 wiederum ein nicht unerheblicher Ueberschuß >es JstertrageS über das Etatssoll in Aussicht/

X Ai- Areskuner Lemdtag-wEhk-« ja&eu, rote nicht anders zu erwarten war, zum Swgeder drei frei finnigenWahlbewerber geführt. Die Herren Gothein, Schmieder und Wetekamp sind durch die Hilfe der Sozialdems- raten wiederum in das preußische Abgeordneten­haus gewählt worden. Manche freiftnnige Blätter stellen sich an, als handele es sich dabei um einen großen Sieg der fteisinnigen Bolkspartei Über die mit einander verbundenen Konservativen und EentrumSleute in Breslau, und eigentlich nur des­wegen bedarf der Fall einer wiederholten Klar­stellung. Die Freisinnigen an sich waren voll­kommen unfähig, einen Sieg zu erringen. Sie verdanken den Sieg nur der Gnade der S o z i a l d e m o k r a t i e und der Hilfe eines Theiles der Nationalliberalen; und die Sozialdemokratie wird nicht zögern, doppelten und dreifachen Lohn für die geleisteten Knappendienste bei anderen Gelegenheiten zu fordern. Noch mehr: aller Vor­aussicht nach wird schon bei der nächsten Land« tagSwahl in BreSlau selbst die Sozialdemokratie ich rodgetn mitzuthun, wenn nicht eines der brd Breslauer Mandate ihr selbst eingeräumt wird. Der Sieg jetzt ist ein EintagSsieg. Er ist der Anfang vom Ende, um ein altes geflügeltes Wort dafür zu gebrauchen; und dnst wird kommen der Tag, an dem der Freisinn betrübt den Fellen nachschauen wird, die die sozialdemokratischen Ge- wäffer ihm fortschwemmen. Zum Triumphe haben die Freifinnigen wegen dieses sogenannten Sieges in Breslau nicht den geringsten Anlaß!

+ Sildevtzeim, 31. Ott. Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute Nachmittag 1 Uhr 30 Min. bei prachtvollem Wetter hier dn, um an der Enthüllung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. theilzunehmen. Unter großem Jubel der Menge erfolgte die Fahrt des kaiserlichen Paares vom Bahnhofe durch die festlich geschmückte Stadt zum Denkmalsplatze. Am Denkmal be­grüßte der Regierungs-Präsident von Philipsborn die hohen Herrschaften mit dtter Ansprache, die In einem Hoch auf den Kaiser auSklang. Der Kaiser besichtigte das Denkmal, nachdem die Hülle gefallen war, von allen Seiten und sprach dem Schöpfer desselben, dem Bildhauer Lessing Worte der Anerkennung über das Werk aus. In einer Ansprache, die alsdann Bür germ eister Struckmann an den Kaiser hielt, erinnerte dieser an ben Besuch König Wilhelms im Jahre 1868 und gab seiner großen Freude über ben heutigen Besuch des kaiserlichen Paares Ausdruck und hieß dasselbe auf dem altehrwürdigen Boden der Stadt Hildesheim herzlich willkommen. Der . Bürgermeister gab in feiner Ansprache noch einen

Das Lchlllhaus zu Umhch.

Origmal-Skzählung von Carl Cassau.

5 ------- (Nachdruck verboten.)

III.

Lenore schien von des Vater« wiederholter Einsprache überzeugt, denn sie erhob keinen Wider­spruch dagegen und schwieg geduldig zu allen seinen Erörterungen still. Dabei trug sie so viel Entsagung zur Schau, daß der gute Magister fest an eine Sinnesänderung bei der geliebten Tochter glaubte. Der gute Man» kannte aus der Praxis noch nicht die Wahrheit des Volksspdchworte«: lieber einen Scheffel Flöhe hüten, al« ein Mädcheu- herz. Und dabei ertappte sich der gute Mann noch dazu oft auf dem Gedanken, daß er Lenore lieber habe, als alle fdne übrigen Kindar.

tzs war am Abend »nd Inspektor Lawo« saß mit der langen Pfeife gemülhlich im Sopha und erzählte. Siegfried war noch auf der Schreib­stube, Adele half in der Küche, Lenore bügelte Wäsche und Oswald war in dieMusikstunde zum Organisten Neuröder gegangen. Das Feuer knisterte im Ofen und die beiden alten Herren fühlten sich angesichts dessen »nd allaln recht ge- müthlich. j ,

„Was ich fagex wollte, thvurer Freund," be­gann der Oekonom nach ein paar Zügen au« der Pfeife, „mit dem Kapitän und Eurer Tochter Jungfer Lenore ist'« nicht richtig. Die Bdden haben zusammen eine heimliche Verbindung."

Der Magister fragte beklemmt: „Woraus schließt Ihr das, «erther Freund?"

Deutsches Deich.

Berlin, den 1. November.

+ Stscktsf-Lrelär

ist in der kritischen Zett, als die 12,000 Mark- Angelegenheit mit dem General-Sekretär des EentralverbandeS der Industrielle« sich ab­spielte, allem Anscheine nach gar nicht in Berlin gewesen, sondern auf Urlaub. Es ist also gar nicht ausgeschloffen, daß Graf Posadowsky erst viel später, vielleicht gar erst jetzt durch die Veröffentlichungen in der Presse von der ganzen Angelegenheit erfahren hat. Unter solchen Um­ständen kann ihm eine Verantwortung dafür

„Ich habe den Kapitän de« öfteren konser- nirt. —"

„Observirt!"

„Ganz richtig, und gefunden, daß manches heimliche Briefchen an Lenore abgeht!"

„Und wer besorgt diese Korrespondenz?"

„Mit Verlaub zu sage«, der schändliche Ser­geant Lallemand, der immer mit Eurem Müsse Siegfried in bei Schloßanlagen promenitt."

„Eie ptomeeiren dort?"

Er nickte: „Ich habe sie selbst gesehen."

Der Magister ward bleich. Auch Siegfrieb im Komplott? —

,U«b wovon sprachen fie?" fragte er nach einer Pause.

„Von wem sonst als von dem Menschen - schlächter Napaleon und dem Ruhm beS franz - zöstsche« Sternes. Mit Verlaub, Euer MuSjö Sieg—fried schwärmt sehr für Napoleon —*

»Ich Eiß; ja Idber."

„Und mtt Verlaub außzusprechen, der Lalle- maud wirb ihm ben Kopf ganz zurechtsetzen. Ihr müßt diese« Umgang imttiren." —

„Asterdings, ich »erbe ihn inhibire», Freund." Eben Hopfte auch Ollendorf, der Thor­schreiber an.

„Drei bilden dn Kollegium", meinte der Magister. Setzt Euch, Freund, in den Sorgen­stuhl am Fenster."

Der neugierige Thorschreiber nahm Platz und begann hierauf: In Spanien, so besagen die neuesten Nachrichten, soll'S dem Napoleon doch nicht gar so gelingen. Ec hat dort viel zu kratzen, wenn er alles nach seinem Willen er­halten will!"

schon gar nicht aufgebflrbet werden. Doppelt auffällig ist darum eine Notiz der Münchener Mgern. Zeitung', wonach „in parlamentarischen Krrisen die Zweffel daran sich verstärken sollen, ob Graf Posadorosky ... im Amte verblriben werde." Diese „parlamrnttarischen Krdse" müßten doch recht genau bezrichnet werden, ehe eine solche Notiz Anspruch auf ernstliche Beachtung erheben kann. Und wenn Graf PosadowSky, was gar nicht anzunehmen ist, dennoch aus dem Amte scheiden sollte, wer entscheidet denn eigentlich Über Zolltarif und Handelsverträge? Doch zunächst der Reichstag und nach ihm der Bundesrach. Und daß in beiden Körperschaften eine gute Schutzzollpolitik eine gute und feste Mehrheit für sich hat, ist doch so außerordent- ich bekannt, daß darauf nicht noch besonders fingewiesen zu werden braucht. Neuerdings nimmt sie ganze Sache eine noch andere Gestalt an durch eine Blättermelbung, wonach der be­kannte Zeitschriftenoerlag deS protestanti- chen Predigers Hülle an Herrn Gehdmrath von Woedtke mit der Frage sich gewandt haben soll, ob nicht Gelder zu erlang-n seien für eine Preßagitation zu Gunsten des Zuchthausgesetzes. Der betreffende Prediger soll sich dabei auf eine sehr hoch stehende Dame berufen haben, die diese Agitation wünsche. Geheimrath von Woedtke soll dann „als Privatmann" der Sache und ihrer Vermittelung sich angenommen haben ufro. Das würde keine ausreichende Ent­schuldigung für Herrn von Woedtke fein, aber immerhin ein „mildernder Umstand" für ihn. Die Bestätigung bleibt abzuwarten.

4- Zu der 12,000 Mark Attg-k-gentzeil veröffentlicht Herr Bueck, der Generalsekretär de« Central-Verbandes deutscher Industrieller, folgende weitere Erklärung: „Der sozia­listischen Preffe genügt meine gestrige Erklärung nicht. Ich bin gern bereit, diese dahin zu er­gänzen, daß der von der Leipziger Volkszeitung' veröffentlichte Bries das Datum 3. August 1899 trägt. Ein Brief gleichen ober ähnlichen In­halts aus dem Jahre 1898 existirt nicht."

h cheuerakmujor vo« Lieöert, der bis­herige Gouverneur des deutschostafrikanischen Schutz­gebietes, über den in der Presse während der letzten zwei Monate ganze Bände geschrieben wor­den sind, wird vermuthlich in den atttven Militär­dienst zurückkehren. E« heißt, Herr von Liebert solle zum Generalleutnant befördert werden und das Kommando der 5. Division in Frankfurt a. d. Oder übernehmen, lieber seinen Nachfolger in Ostafrika verlautet noch nicht«.

* Der.Reichsanz/ schreibt: „Entgegen ben von mehreren Blättern Derbreiteten Angaben, wo­nach jubembenlsch eVgkifchenNot-»Et««fti vom 16. Oktober noch irgendwelche bisher nicht veröffentlichte Zusatzbestimmungen vereinbart sein solle», sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß außer der am 20. Oktober in Berlin und London gleichzeitig im vollen Wortlaut veröffentlichten Note keinerlei Vereinbarung getroffen ist. Die Blätter, welche gegenteiligen Behauptungen Raum gegeben haben, find von ihren „Gewährsmännern" mit Unwahrheiten getäuscht worden."

* lieber das KrlrLgnitz d-r Kiukomme«- stener berichten die ,Berl. Pol. Nachr/: „Nach-

„Der Krug geht so lange zu Waffer, er bricht!" warf der Magister ein.

„Ich denke a«ch so," murmelte Lames.

„Wo hält sich denn Se. Erlaucht jetzo auf?" fragte nun Ollendorf ben Inspektor.

„Am Genfer See wohnt er, in der freien Schweiz; feine Ordres schickt er pünktlich ans Rentamt und im Uebrigen ist's ihm gewiß gleich, wer hier regiert, schwerlich wirb er selbst wieder das Scepter führen."

„Meint Ihr?"

„Sie sprechen so, als sollte das Fürstenthum zu Hessen, oder sonst wohin geschlagen werden."

„Hm, Hm!" machte der Thorschreiber. „Such Gevatter Treustein," wandte er sich bann an ben Magißer „wollte ich auf ein fein geschniegeltes unb gebügeltes französisches Kerlchen aufmerksam machen, welche« schon eine Reihe von Tagen, be­sonders des Abends Euer Haus umlauert, wie der Marder de« Taubenschlag."

„Noch ei;et", stöhnte der Magister.

„3«, ja," lachte Lawes, „schöne Mädchen find d«e vielbegehrte Waare. In Raffel soll'S toll genug hergehen."

„So ist der Mensch eom Hofe?" fragte Lawes.

„Jawohl," bestätigte Ollendorf. „Ich habe feinen Paß in der Hand gehabt und irre selten in den Personen, die ich einmal gesehen habe. E« ist Monsieur Klernent be Ramafferie, ber Günstling und Tafelgenoffe König JeromeS!

„Da sei unS Gott gnädig!" rief der Magister.

Hier mischte sich Lowes inS Gespräch: „Da hütet die Jungfer doppelt, Freund! Denn rote sagen die Lateiner? Malti canonea sunt mors