FuldaerMZettung
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27. Jahrgang.
Zsutöa, Montag, den 29. Oktober 1900.
M 249.
c< Spanisches.
Ein braver Mann, aber kein großer Ministerpräsident ist Herr Silvela, der ganze neunzehn Monate an der Spitze der politischen Geschäfte in Spanien gestanden und nun dem General Azcar- raga Platz gemacht hat. Nicht nur °°m Ministerium tritt er zurück, wahrscheinlich verschwindet er auch für längere Zeit vollkommen von der politischen Bildfläche.
Angenehm ist die kurze Ministerzeit keineswegs für ihn gewesen; denn innerhalb dieses kurzen Zeitraumes hat sein Kabinet nicht weniger als fünf Krisen durchgemacht. Und die letzte Krisis, die gleichzeitig das Ende des Ministeriums Silvela war, war nicht angezettelt von den politischen -Gegnern, sondern entsprang in der Hauptsache aus Zwistigkeiten innerhalb des konservativen Parteilagers selbst. Hätten die Liberalen ernstlich sich bemüht, so würden sie wahrscheinlich schon jetzt wieder ans Ruder gekommen sein. Aber sie haben vorläufig gar keine Sehnsucht danach gehabt, die Erbschaft des Herrn Silvela anzurreten. Desien Spuren schrecken; der greise Liberalenführer Kagasta mag nicht unrichtig denken, was der «ästige Silvela nicht fertig brachte, würde ihm jetzt .ebenso wenig und vielleicht noch weniger gelingen, und so überließ er das politische Schlachtfeld vorläufig ohne weitere Bemühungen der anderen Partei.
-W gibt einen besondern Punkt, der Herrn Sagasta unheimlich erscheinen mag. Das ist die Heirath der Prinzessin von Asturien, der älteren Schwester des Königs mit dem Herzog von Caserta. Dle Verbindung ist wenig volksthümlich. Der He'zog von Caserta hat es nicht verstanden in weiteren Kreisen sich beliebt zu machen; manche wollen in ihm sogar einen heimlichen Karlisten erblicken, und doch könnte sogar seine künftige Gattin in späterer Zeit dazu berufen fein, oas Thronerbe anzutreten! Es ist indessen nichts gegen die Heirath zu machen, denn die Prinzessin von Asturien wünscht dieselbe dringend und wird in der Erfüllung ihres Wunsches von der Königin-Regentin unterstützt; und somit ist Herr Sagasta mit kluger Bescheidenheit im Hintergründe geblieben und hat gegen die spanische Ueberlieserung, daß nach dem Falle eines konservativen Kadinets ein liberales Ministerium an die Reihe kommen soll, daS Feld den Konservativen überlasten.
Aenderungen im System werden darum unter der politischen Leitung des Generals A«carraga nicht eintreten. Höchstens könnte es möglich sein, daß die Fehler, die das Ministerium Silvtla unleugbar begangen hat, von dem neuen Kabinet in noch kiästigerer Auflage wiederholt werden, und ldaß dann Herr Azcarraga noch schneller abgewirthschastet haben wird als sein Vorgänger. Genei al Azcarraga hat schon einmal den Beweis dafür geliefert, daß er der Mann dazu ist, möglichst schnell mit einem Ministerium fertig zu werden, nämlich damals
Uw Schulhans?n Mttlhch.
Original-Erzählung von Carl Cassau.
2 ------ (Nachdruck verboten.)
„Nein! Ich muß überhaupt die Kinder sehen; hab's freilich eilig, aber so viel Zeit muß da sein! Guten Tag Monsieur Ollendorf."
Er trottete davon und der Magister schritt nebenher.
Jetzt war Siegfried, des Magisters Erstgeborener, aufgestanden. Es war ein großer, schön gewachsener Mensch mit geistvollen Augen. Mit freundlichem Gruße bemächtigte er sich des Pferdes und hielt das schnaubende Roß fest, während der Alte heftig auf den Magister einredete:
„Ich wollt'S nicht sagen, werther Freund," Hub er an, „in Anwesenheit des Thorschreibers; ich komme int Auftrage Sr. Erlaucht, meine Mission gilt Euch."
„Mir Eure Mission?"
Der Inspektor nickte.
„Ihr sollt heute noch zum gnädigen Herrn kommen."
„Was will der von mir?"
„Ich weiß eS nicht. Uebrigens sind Erlaucht im Begriff, Schloß Isenburg zu abonniren."
„Ihr meint abandonniren, oerlaffen."
„Sagte ich ja. Derohalben habe ich Anweisung sür das Rentamt erhalten. Euch die Dotation für ein halb Jahr im Voraus zu zahlen. Hier ist sie."
„Meine Dotation für ein halb Jahr — Hurrah!"
Der Inspektor nickte.
als er nach der Ermordung des Ministerpräsidenten Canovas del Castillo den Vorsitz in dem damaligen konservativen Kabinet übernahm. Es ist deswegen einigermaßen verwunderlich, daß die Konservativen nun diesen Mann von neuem auf den Präfidentensessel erhoben haben. Das beweist, daß die spanischen Konservativen leider noch immer nicht die Fehler einsehen und gut machen wollen, an denen ihre Politik krankt: keine Finanzreform, die jetzt für Spanien die allererste politische Bedingung ist; keine Verbesserungen im Verwaltungsdienste, die fast ebenso nothwendig sind, keine Ausrottung des abscheulichen Nepotismus, der Vetternwirthfchast, an der Spanien nun schon so lange krankt; und ob Herr Azcarraga ernstlich gesonnen und auch im Stande sein wird, die erforderlichen Ersparuiffe im Heereswesen und im Marineetat zu machen, ist noch ungewiß. In einer Ansprache an die Beamten des Marineministeriums hat er zwar erklärt, aus Sparsamkeitsrücksichten sei es unmöglich, jetzt die Flotte zu verstärken, es bleibt indessen abzuwarten, ob er auf diesem Standpunkte wird verharren können. Schon regt sich die Mililärpartei mächtig und droht mit offenem Widerstande gegen Regierung und Parlament, wenn das bürgerliche Element auch in diesem neuen Ministerium Oberwasser bekommen sollte; und es kann wohl eintreten, daß General Azcarraga durch zwingenden Druck von außen her vor das Entweder-Oder gestellt wird: entweder Festhalten an der Flottenoerstärkuvg oder Abschi, d.
Den litzten Anstoß zum Sturze Silorla's bildete, wie bekannt, die Ernennung des Generals Weyler, des „Henkers von Kuba" zum Generalkapitän von Madrid. Die Königin und Minister Silvela wollten den frühern Kriegs- minifter Polavieja an diesen Posten stellen. Aber Silvela war nicht im Stande, dem Kriegsminister Linares zu widerstehen, und so wurde General Wryter Generaikapitän. Dieses Armuths- zeugniß, das Herr Silvela selbst sich ausstellte, raubte ihm das Vertrauen bei seinen Parteigenoffen in so hohem Grade, daß er kein Ministerium mehr zusammenbrachte.
Das Land Spanien, das nichts nothwendiger braucht, als Festigkeit und Stetigkeit einer politisch vermittelnden Regierung, die als ihre Haupt- aufaabe die Anbahnung der wirthschafilichen Ge- sundung des Landes betrachtet, leidet schwer unter diesem unaufhörlichen Wechsel; denn aller Voraussicht nach wird auch das Ministerium Azcarraga bald in der Versenkung verschwinden, um einem neuen liberalen Ministerium Platz zu machen. Und dann werden wieder die Konservativen so lange wühlen, bis auch dieses stürzen wird — ein Schrecken ohne Ende!
Deutsches Deich.
Berlin, den 27. Oktober.
4- Die Nosadowsky Aetze wird den gewünschten Erfolg, daß Staatssekretär Graf Posadowsky von der Leitung des Reichsamtes des Innern zurücktrrte, allem Anscheine nach nicht haben. Mindestens ist die Meldung einiger
„So sagten Erlaucht; ein halbes Jahr pro factuia!"
„Pro faturo?“
„Mag auch sein."
„Golt sei gelobt!"
„Sieh," lachte nun der Inspektor, „wie mir das Freude macht, daß Ihr glücklich darüber seid. Nun, ich will Euch nicht länger inkom- wandiren."
„Bitte, Ihr inkommodirt uns gar nicht, Gevatter."
„Ja so, noch eins! Wen» Ihr könnt, seid dem alten Herrn zu Willen."
„Will's versuchen und danke Euch für Euren freundschaftlichen Rath."
„Meine Demission führt mich auch zur Bürgermeisterei; soll die Päsie der Herrschaften holen."
„Gut, vollführt Eure Kommission, Freund; auch mich ruft die Pflicht, denn seht, da kommen schon meine Schüler."
„Gut denn, bis auf heute Abend zu einer Pfeife Varinasknaster."
Er schwang sich auf, winkte Siegftied lächelnd zu und sprengte davon.
Der Magister klopfte dem Sohn auf die Schulter: „Willst Du schon an die Arbeit, Siegfried?"
„Um 9 Uhr, Vater; bis dahin habe ich hier noch zu thun."
Gerade schlug's 7 Uhr, als her Magister die Pfeife in die Wohnstube setzte und sagte:
„Liebe Karoline! Unser Herrgott hat unser Flehen schnell erhört. Auf ein ganzes Semester ist da« Rentamt angewiesen, Gehalt zu zahlen; hab's schwarz auf weiß in der Tasche."
Zeitungen falsch, daß das preußische Staatsministerium in seiner letzten Sitzung am Dienstag mit dieser Angelegenheit sich beschäftigt habe, und daß das Ergebniß dieser Berachungen die Annahme verstärke, es werde an der Spitze des Reichsamtes des Innern über kurz oder lang ein Personenwechsel stattfinden müssen. Nach einer Information der .Nationalliberalen Korrespondenz' beruht diese Meldung auf einem „unbegreiflichen Jrrthum", uvd die oberoffiziöse .Norddeutsche Allgem. Ztg.' bezeichnet diese Information als zutreffend. Jedenfalls ist die Information nicht ohne Absicht durch das nationalliberale Parteiorgan an die Oeffentlichkeit gelangt. Auf diese Weise glaubte man am erfolgreichsten der Posa- dowsky-H-tze die Spitze zu bieten, an der auch nationalliberale Blätter, so weit sie im freihändlerischen Lager stehen, leidenschaftlich sich betheiligen. Zu diesen gehört als Führerin und erste Wortführerin der ganzen Hetzmeute vor allen die Berliner.National-Zeitung'. Diese nimmt nun auch „mit Bedauern" Kenntniß davon, daß die Mationallib. Korr.', wie der Ausdruck in der genannten Zeitung lautet, es „als ihre Ausgabe betrachtet, dem Reichsamte des Innern beizuspringen" — als ob nicht jedes ehrliche und anständige Preßorgan die Pflicht hätte, nach bestem Wissen der Lüge zu steuern und die Wahrheit zu sagen! Daß das den Hetzern in diesem Falle „Bedauern" verursacht, ist ein weiteres Kennzeichen des ganzen Charakters dieser Hetze, die in ihrer wüsten Leidenschaftlichkeit und mit ihren verschiedenen Auswüchsen noch erheblich mehr zu mißbilligen ist, als der bedauerliche Fehler des Geheimraths von Woedtke im Reichsamte des Innern, der mit Herrn Bueck und durch diesen mit dem Zentraloerbande der Industriellen die bewußte Verbindung anknüpfte.
* Der bisherige Präsident des Abgeordnetenhauses, vov Keöcher, hat sich in diesen Tagen in Berlin aufgehalten und am Mittwoch eine Konferenz mit dem Minister des Innern Frhrn. von Rheinhaben gehabt. Es darf nicht als ausgeschlossen gelten, daß Fragen wie die Berufung des Landtages, der Umbau des Plenarsitzungssaales im Abgeordnetenhause zur Sprache gekommen fein dürsten. Man spricht jetzt davon, daß die Staatsregierung an den 10. oder 15. Januar als den Termin des Zusammentritts des Landtags denkt. Präsident v. Kröcher hat bereits Berlin verlassen und sich nach seinem Gute Vinzelberg zurückdegeben.
ft Honveruerrr vor» Deukschostafrika soll angeblich nach Herrn von Siebert Generalmajor von Trotha werden, der gegenwärtig eine Kommandostelle in Ostafien inne hat; so behauptet neuerdings die Berliner ,Tägl. Rundschau'. Der Name des Herrn von Trotha wurde in demselben Sinne bereits vor etwa acht Wochen angeführt, bedeutet also keine Neuigkeit mehr. Früher war Herr von Trotha, so viel uns bekannt ist, ein Gegner der ostafrikanischen Centralbahn. Sollte aus dem Saulus ein Paulus geworden sein? Daß das Kolonialamt seine Absichten geändert und neuerdings auf den Bahnbau verzichtet haben sollte, ist ja leider nicht anzunehmen. Früher war Herr von Trotha Kommandeur der Schutztruppe in Deutschostafrika.
„Gott sei gelobt, Valentin! Aber, das hängt mit den Franzosen zusammen."
„Dann behüt' uns Gott in Gnaden!"
Er sagte es ruhig und trat in seine Klaffe, wo die Meerholzer Jugend bereits lebhafte Demonstrationen mit ihren Bewegungswerkzeugen unternahm, wie sie Jeder aus der eigenen Jugend genugsam kennt.
Aber der Magister schaffte bald Wandel und Ordnung und einige Minuten später sang die Klaffe friedlich ein frommes Lied, sprach das Morgengebet leise und voll Andacht mit und hörte dann den Worten bt8 geliebten Lehrers zu, wie er vom verlorenen Schaf und Groschen und zuletzt vom verlorenen Sohne sprach.
Während des Unterrichtes trat plötzlich ein hoher, schwarzgekleideter Herr herein, der mit einem kurzen Kopfnicken den Lehrer begrüßte und dann stillschweigend den Unterricht verfolgte.
Als die Stunde zu Ende war, trat er näher: „Ich bin der gräflich Jsenburgische und kurfürstlich Hessische Rath Morgenstern; ich bin gekommen, die Schule zu inspiziren und das Schulhaus zu besichtigen."
„Ersteres ist Ew. Wohlgeboren gern gestattet, letzteres wird wohl unmöglich sein."
„Warum, Herr Magister?"
„Halten zu Gnaden, Herr Rath, meine Kinder haben alle — das Scharlachfieber."
„Schar-lach—fieber, und da« sagt Er mir erst jetzt?" Sprach'-, griff Hut und Stock au und lief davon, al« ob der Teufel hinter ihm wäre. ,
Treustem lächelte, fuhr aber mit Rechnen, Schreiben und Lesen fort, bis die Thurmuhr zehn
* Der dem Bundesrathe zugegangene Ktat für Aiawtfchou balancirt mit 11,050,000 Mk. Der Reichszuschuß beträgt 10,050,000 Mk. Die ortdauernden Ausgaben betragen 4,383,391, die einmaligen 6,575,000 Mk. Das Extraordinarium meist für Hafen- und Tiefbauten einschließlich Landerwerb 3,385,000 Mk., für Hochbauten 1,590,000 Mk., für die Betheiligung und Beschaffung von Wohn- und Arbeiterhäusern 200,OOo Mk. auf.
ft Di- deutsche« Katholiken iw der Provinz Sosew machen den Hakatisten immer weniger Freude. Der Hakatisten Hoffnungen auf wlenfeindliche Schritte der neuen deutschkatho« ischen Vereine in Posen sind vollständig zn Wasser geworden: jetzt fordert ein Schreiben des Centrumsabgeordneten Dr. Stephan mit ausdrücklichem Einverständnisse des Abg. Dr. Lieber die deutschen Katholiken im Wahlkreise Meseritz- Bomst auf, keinen Centrumskandidaten aufzustellen, sondern für den polnischen Wahlbewerber Rechtsanwalt von Chrzanowski in Posen zu stimmen. Die Polen werden sich hoffentlich )ieses große Entgegenkommen des Centrums merken und demnächst Gleiches mit Gleichem vergelten!
X Aekigiowszwawg iw Braunschweig. Manches naive Gemüth glaubt vielleicht, bei uns m Deutschland hätten wir es so ziemlich zu dem ge- bracht, was manReligionssreiheit zu nennen pflegt. Wir sind aber noch recht weit entfernt davon. In Mecklenburg dürfen die Katholiken keine Kirche bauen. In Braunschweig haben die Katholiken eigentlich gar keine Rechte, und kein katholischer Priester darf irgendwen in die Kirche aufnehmen, es sei beim, daß er dies vorher bet der protestantischen Kirchrndehörde angezeigt und eine Empfangsbescheinigung über diese Anzeige erhalten habe. Dechant Dr. Grube in Braut^ schweig halte dies nicht ober vielmehr erst nach der Aufnahme eines Arbeiters in die Kirche ge- than und wurde auf die Anzeige der protestantischen Kirchenbehörde hin zu der gesetzmäßigen Geldstrafe von 60 Mark verurtheilt, nach § 14 des braunschweigischen Katholikengesetzes. Sogar die.Kölnische Zeitung', die von dem Verdachte allzu großer Katholikenfreundlichkeit sicherlich^ftet ist, empfiehlt schleunige Aenderung oder Beseit,- gunq dieses Gesetzes. Aber wenn em Katholik über bestehende konfessionelle Imparität tm Reiche klagt, verlacht man ihn, als sehe er Gespenster.
4- lieber den answärtigen handel Deutschkawds in den neun ersten Monaten dieses Jahres (1. Jan. bis 1. Okt. 1900) macht die halbamtliche ,Berl. Korresp.' folgende Angaben :
Einsuhrmerthe für Januar/September 1900 tn 1000 Mark: 4,239,238 gegen 4,233,130 in den gleichen Monaten des Vorjahres, daher mehr 6103. Der Edel- metallwerth beträgt 157,311 gegen 175 388. 30 Zoll« tarifnummern haben höhere Emsuhrwerthe, namentlich Abfälle, Eisen und Fahrzeuge, Kupfer re. und Maare« daraus, Material- rc. Maaren, Steine und Stemmaaren, Kohlen, Thiere und thierische Erzeugnisse, während be- sonders Baumwolle und Baumwollenwaaren, Flachs und andere pflanzliche Spinnstoffe, Leinengarn, Lemwand und andere Leinenwaaren, Seide und Serdenwaaren, Wolle rc. und Waaren daraus, Drogen-, Apotheker- und Farbe- waaren, Leder und Lederwaaren geringere Einfuhrwerte haben. __
schlug. Nun wurde die Jugend entlaffen. Lärmend nahm sie den Weg durch die Straße des Städtchens, während der Magister den Sonntagsrock anzog, den Dreimaster aufsetzte und von seiner Ehehälfte bis an die Hauithür geleitet, den Weg zum Schlöffe einschlug. ,
Es waren allerliebste Anlagen, durch welche der Magister dankerfüllten Herzens schritt, bi« er das Schloß, einen alten Bau, der jetzt der Vernichtung bereits zum Opfer gefallen ist, erreichte. „„ .„
Ein Diener in reicher Livree führte den Magister an die Rückseite desselben, wo unter der Veranda im Garten der Graf, ein Mann von etwa 45 Jahren, in einem Lehnstuhl saß. Eine Wolldecke verhüllte den unteren Theil seines Körpers, das Gesicht war bleich, die Lippen blutle^. Mit Anstrengung konnte er nur sprechen: „Willkommen. Dabei deutete er dem Diener an, daß er sich zu entfernen habe. — _
Treustein stand nun erwartungsvoll vor Sr. Erlaucht.
„Magister Treustem," winkte dieser nun, „trete Er näher, wir haben mit Ihm zu reden."
Der Magister trat näher.
„Wir find im Begriffe, Alt-Isenburg zu ver- laffen, Krankheit zwingt unS, ein wärmeres Klima aufzusuchen. Er kennt doch den Hannibal von Npmhomt, unser« Neffen?"
„Zu Befehl, Ew. Gräfi. Gnaden!"
„Will Er ihn bei Sich ausnehmen, unterrich« ten und erziehen? Ich gebe Ihm für Kost urd Lehre auf ein ganzes Jahr im Voraus, was Er fordert."
Der Magister überlegte.