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Jti 248.

Jutlö«, Samstag, dm 27. Oktober 1900.

27. Jahrgang.

Hauptmann Johannes eine neue Expedition, bei der es ihm gelang, ein Kriegerlager überraschend aufzuheben und zahlreiche Gefangene zu machen. Jetzt ist, damit nach dem Abzüge der Soldaten te Ruhe nicht alsbald wieder gestört wird, die Gründung einer dauernden Militärstation am Meruberge in die Wege geleitet und dem Haupt­mann Johannes zu diesem Zweck ein weiterer Offizier mit vierzig Askaris zur Verfügung ge- tellt worden.

Die nun folgende Scene werde ich nicht schil­dern, denn ich kann «8 nicht.

Als ich das Schiff am Halteplatze oerlaffen hatte, drängte sich die Mulattin mit ihrem Sohne zu mir. Anfangs begriff ich nicht recht, was sie außer ihrem Danke mir noch sagen wollten. Aber endlich verstand ich sie. Sie wollten Beide mit mir gehen und bei mir bleiben; sie wußten doch nicht recht, wohin. In Gottes Namen sagte ich und nahm die Beiden mit mir.

Ninnette ist seitdem ein unzertrennliches Glied in meiner Familie; meine Frau erklärt, ohne sie nicht mehr sein zu können. Tommy ist aber Alles in Allem geworden und geradezu unentbehrlich.

Würde es ihm einfallen, heirathen zu wollen, was schon möglich wäre, da er sich seinen Lohn bei mir bis auf den letzten Heller zusammenge- spart hat und bald ein reicher Mann sein wird, so bekäme ich mein Lebtag keinen solchen Diener mehr und wenn ich ihm auch ein Ministergehalt gäbe. Ich hoffe aber, daß er bei mir bleibt. — DaS ist die Geschichte von meinem ersten und letzten Spiel. (Fidelio.)

geschnitten.

Darf ich auch noch etwas sagen über die Audienz in St Peter, deren wir schon wider alle Berechnung am Samstag, also schon am zweiten Tage unseres Hierseins, theilhaftig wurden? Der Vorgang ist so oft beschrieben, mit Begeisterung erzählt und anschaulich ge­schildert worden, daß ich mich nur auf einige kurze Worte beschränken will.

Zunächst also die Konstatirung der That- sache, daß sich gerade bei dieser Gelegenheit die deutsche Ordnung am besten bewährte. Unser Einzug und auch unsere Aufstellung erlitt nicht die geringste Einbuße. Auch das gemeinsame Beten des Rosenkranzes, bei welchem die Pausen energisch innegehalten wurden, machte auf die Tausende von Zuschauern den besten Eindruck. Das gemeinsame Singen ging vortrefflich und erlitt von Niemand eine Störung, es waren diesmal keine Franzosen da. Abwechselnd mit uns Deutschen sangen die Spanier, und zwar ebenfalls recht ordnungsgemäß und erbaulich.

Die Deutschen hatten bei der Audienz einen ausgezeichneten Platz inne: im nördlichen Arme des Querfchiffes von St. Peter, so daß sie den Altar, an welchem der hl. Vater die Zere­monien verrichtete und den Segen spendete, ge­rade vor sich hatten.

Der hl. Vater selbst übertraf durch sein Aus­sehen alle Erwartungen. Man war ja gefaßt, einen 91jährigen Greis vor sich zu sehen, der die Bürde der schwersten Amtsgeschäfte und der Regierung einer ganzen Welt nun schon 22 Jahre auf sich liegen hat. Aber, daß diese Greisen­gestalt trotz alldem noch eine ansehnliche Leibes- Öe verrathe, das hatte man nicht erwartet.

noch weniger, daß dieselbe eine ganz jugend­liche Lebhaftigkeit und Kraft in allen ihren Be­wegungen zeigen würde. Und doch war das der Fall. Der fortwährend zum Segen auSge-

Derrtsches Keich.

Berlin, de» 26. Oktober.

X Sozialdemokratie «nd KetreidezSlle. In dem Kampfe, den die sozialdemokratische Presse nun schon seit langer Zeit gegen eine Erhöhung der Getreidezölle und das Schutzzollsystem überhaupt führt, gibt sie sich den Anschein, als streite sie lediglich für das Wohl der Arbeiter, damit deren Lebenshaltung durch die „Brodvertheuerung" der sogenannten „Hungerpolitik" nicht herabgedrückt werde. Geht man jedoch dieser „Arbeiterfürsorge" auf den Grund, so ist unverkennbar, daß dieser Kampf weniger aus reiner Liebe zu den Arbeitern bezw. aus voller Ueberzeugung von der angeblichen Schädigung der Arbeiterintereffen geführt wird, als im Sinne des Marx'schen Wortes: Das System der Handelsfreiheit be­schleunigt die soziale Revolution. (Marx: Rede über den Freihandel, Schluß.) Nach sozialdemokratischer Betrachtungsweise be­wirkt die Handelsfreiheit nämlich eine schnellere Konzentration der Kapitalien, bewirkt eine rascher sich vollziehende Beseitigung des Mittel­standes, führt eher den Zeitpunkt herbei, wo die ! kapitalistische Produktionsweise zur praktischen Unmöglichkeit geworden ist und der sozialistischen Produktionsweise weichen muß. Nur mit diesem Hintergedanken, daß der Freihandel „den Gegen­satz zwischen Bourgeoisie und Proletariat aus die Spche treibe" (Marx), tritt die Sozial­demokratie unter dem Mäntelchen der Arbeiter- sreundlrchkeit gegen den Getreidezoll auf. Im übrigen läuft jede Bekämpfung der Korvzölle auch auf eine Herabdrückung der Löhne hinaus. „Das Fallen des Preises der landwirthschaft- ltchen Produkte reduzirt die Löhne, nicht nur der landwirthschaftlichen Arbeiter, sondern auch aller derer, die in der Industrie arbeiten oder im Handel beschäftigt sind," sagt wiederum Marx (a. a. O.) Verminderter Arbeitsverdienst macht sich aber jedenfalls im Haushalt des Arbeiters stets viel empfindlicher bemerkbar als eine Getreidepreissteigerung. Dem entsprechen auch auch die Worte Calwers auf dem jüngsten sozialdemokratischen Parteitag zu Mainz: „Schließ­lich kann ich bei hohem Lohn auch theuere Lebensmittel ertragen, aber einem schlecht gelohnten Arbeiter sind billige Lebens­mittel vielleicht nicht billig genug, um sie zu kaufen." All' dieseAeußrrungensollten gegenüber den sozialdemokratischen Schlagworten

sein."

Der Auswärter ging hin und kam nach ein paar Minuten mit beiden Sklaven zurück.

Es war ein kräftiges Mulattenweib von etwa 35 Jahren. Der Junge war ihr Sohn; er mochte wohl 12 Jahre alt sein und hatte eine auffallend hellere Gesichtsfarbe als dir Mutter. — „Ein prächtiges Paar," murmelten die Pflanzer, welche sich auf diese „Maare" wohl zu verstehen schienen. Mir schauderte es: diese beiden Armen sollten also wie ein Stück Vieh, wie eine bewußt- und rechtlose Maare im Spiel von dem Einen an den Andern überliefert werden.

Die Loose begannen jetzt rasch abgesetzt zu werden.

Ich ging auf die Beiden zu.

„Seid Ihr getauft?" fragte ich sie.

„Ja, Mister", war die Antnlort.

Dabei blickten mich die Beiden so herzdurch­dringend an, daß sich meine Augen unwillkürlich mit Thränen füllten. Ich hatte noch niemals ge­spielt und hätte mich um keinen Preis dazu bringen lasten, um Geld zu spielen, aber diesmal dachte ich: zum ersten und zum letzten Mal.

Ich näherte mich rasch dem Spieler.

„Ist noch ein Loos übrig?" fragte ich laut.

„Ja, noch zwei!" antwortete der Herr der beiden Unglücklichen.

„Her damit", rief ich, und warf vier Zehn- dollarstücke auf den Tisch.

„Wie ist Ihr Name?" fragte er mich.

„Schreiben Sie das erste Loos für die Frau

bis zum einundzwanpAen, das neunundvierzig warf.

Die Versammlung befand sich in gewaltiger Aufregung. Neunundvierzig war schwer zu über­bieten.

Wieder klapperten die Würfel im Becher, aber keiner warf mehr hoch bis zum achtund- zwanzigsten Loose. Jetzt kamen die zwei letzten Loose, Ninnetten's und Tommy'S.

.Komm, Ninnette — Du bist d'ran!" sagte der Pflanzer.

Das Weib kam zitternd näher.

Nur das Puffen und Stöhnen der Dampf­maschine unterbrach die allgemeine Stille.

Will der Gentleman, der meinen Antheil be­zahlt hat, nicht für mich werfen?" fragte Nin­nette mit leiser Stimme, mich bittend anschauend.

„Laß Deinen Sohn für Dich werfen," ant­wortete ich, „vielleicht hat er mehr Glück als ich " Tommy trat vor und ergriff den Becher. Die Lippen seiner Mutter waren geschloffen und ihre Hände zum Gebet gefaltet. Der Junge zitterte wie Espenlaub — eine ganze Welt von Wohl und Wehe war in seine Hand gegeben. In seiner Hand hielt er das versiegelte Buch, worin sein und seiner Mutter Schicksal geschrieben stand und — der Fall eines Würfels sollte es öffnen.

wie „Brodrvucher", „Hungerpolitik" den Ar- ieitern zu denken geben. Die Arbeiter stehen sich nicht immer dort am besten, wo die Lebens­mittel am billigsten sind, sondern dort, wo sie ihre Arbeitskraft am höchsten oerwerthen können. Gute und vor allem auch dauernde Absatz- gelegenheit für die Industrie, sowie die für den Industrie - Arbeiter damit verbundene gute dauernde Arbeitsgelegenheit, wie sie nament­lich ein bei genügender Rentabilität der Land- wirthschaft gesicherter inländischer Markt gewähr­leisten kann, sind mindestens so wichtig für die Arbeiterkreise, als billige Preise für landwirth- fchaftliche Produkte. Deshalb ist es auch eine nicht gerade ehrliche Kampfesweise der fozial- demokraiischen Preffe, wenn sie vorgibt, nur im Jntereffe der Arbeiter das Schutzzollsystem zu bekämpfen. Vom Standpunkt des Marx'schen Sozialismus gibt es einen weit tieferen Grund für diesen Kampf, jenen, den Marx selbst an­führt: DaS System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution.

* Reue ZluruHen im Kilimandscharo- bezirk des deutsch-ostafrikanischen Schutz­gebiets sind amtlich nach Berlin gemeldet worden. Nach der ,Nordd. Allg. Ztg/ lassen die Verhält- niffe im Kilimandscharo - Bezirk noch immer zu wünschen übrig. Die Strafexpedition, welche Haupt­mann Johannes im Januar und Februar d. I. gegen die Aruschaleute unternahm, die im Dezember v. I. die Station Mofchi zu überfallen versucht hatten, vermochte nicht, die Ruhe dauernd wieder herzustellen. Es schien zwar eine Zeit lang, als ob die im März d. I. erfolgte Hinrichtung von drei Häuptlingen und sechzehn anderen Haupt­schuldigen eine nachhaltige Wirkung auf die unbot­mäßigen Elemente der Bevölkerung ausgeübt hätte. Bald zeigte e» sich aber, daß die jungen Krieger der am Meruberg sitzenden Aruscha ihre räuberische Tätigkeit wieder aufnahmen und nur bestrebt waren, den Schauplatz derselben mehr nach Süden zu verlegen. Im Juli d. I. unternahm deshalb

vM Wkitki allgnntiatn deutsch» (fttiintgtr) pilgNM

□ Rom, 22. Okt.

Die Deutschen haben den Vogel abge- schoffen! — Monsignore de Waal hat es gestern Abend in der Pilgerversammlung selbst erklärt und mit gewichtigen Zahlen belegt, so möge es denn auch den Freunden in der Heimath freudig verkündigt sein. 3000 Mark waren von den Pilgern beim Einzug nach St. Peter am Sams­tag zum Peterspfennig in eine Kasette gelegt worden, und zwar nur so ganz en passant, ohne daß vorher besondere Anstrengungen zum Sammeln gemacht worden wären. Bis gestern Abend waren dieselben schon auf 6000 Mark ange- schwollen und es tröpfelt immer noch weiter. Das ist, wie Monsignore de Waal erklärt, bis heute noch von keinem Pilgerzug erreicht worden. Die Tiroler, welche vorige Woche hier waren, hatten im Ganzen 5000 Mk. zufammen- gebracht und standen damit bisher an der Spitze.

Aber nicht allein mit diesem „klingenden Spiel" marschiren die Deutschen an der Spitze, sondern auch bezüglich der Betheiligung an der Wall­fahrt selbst: sie sind, abgesehen natürlich von den Italienern, von allen Nationen bei weitem am zahlreichsten hier erschienen. Von der ersten Jubiläums-Wallfahrt im Jahre 1300 er- zählen die Geschichtsschreiber, wie Monsignore de । Waal erwähnte, daß vor allem die Polen, Un­garn und Deutschen eifrig erschienen seien. An dieser Ueberlieferung ist diesmal glorreich ange- rnüpst worden. Besonders auffällig ist es, daß die Franzosen so ins Hintertreffen gerathen sind. Zu der Heiligsprechung des hl. Iran de la Salle im Frühjahr hatte man auf mindestens 40,000 Franzosen gerechnet, aber kaum Zehntausend waren anwesend. Sie haben bis jetzt erst drei bis vier Pilgerzüge nach Rom gebracht, die Deutschen — Oesterreich-Ungarn zählt natürlich mit — dagegen neunundzwanzig oder dreißig.

Auch bezüglich der Ordnung, Haltung und Andacht ist den Deutschen das beste Zeugniß aus- gestellt worden. „Ordnung, Ordnung, Ordnung" — so lautet die Parole des Msgr. de Waal. Immer läßt er die Pilger erst in dichten Reihen zu vier und vier antreten, die Frauen voran, die Männer zuletzt, und die Disziplin wird mit eiserner Strenge aufrecht erhalten. Allerlei zwei­deutige Gestalten, die sich überall vordrängen wollen, werden unerbittlich ausgeschieden. So gelang es uns denn bisher, selbst in dem Völker­getümmel des Weltendomes St. Peter stets ganz unter uns zu bieiben und — verhältnißmäßig auch wenig gerupft davon zu kommen. Trotzdem wurde gestern in der Anima einer Dame die Tasche mit dem Portemonnaie aus dem Kleide

Mein erstes und letztes Spiel.

Es war im Jahre 1855. Ein Dampfer fuhr, angfam den Strom hinaufarbeitend, den Mis- ssippi, den größten Fluß Nordamerikas, aufwärts. Inten in der Kajüte vertrieben sich vier vornehme Herren, reiche Pflanzer, die lange Zeit mit Spielen. Um sie hatte sich eine Menge Zuschauer gruppiri. Das Spiel ging sehr hoch. Ich war auch auf dem Dampfer und unter den Zuschauern. Da erlebte ich eine Szene, welche mir unvergeßlich bleiben wird.

Einer der Spielenden, ein Mann in den mittleren Jahren, er war ein Baumwollpflanzer, etzte eben seinen letzten Dollar gegen die Karte )es Gegners.

Er verlor seinen Dollar und stand aus, als wollte er den Tisch oerlaffen.

„Haben Sie verloren?" fragte der Andere.

„Bis auf den letzten Pfennig."

„Ich borge Ihnen."

„Nein", versetzte der Pflanzer barsch und fuhr ich mit der Hand über die Stirn, als ob ihm ein glücklicher Ausweg eingefallen fei, „ich kann es noch anders machen. Oben auf dem Deck habe ich ein paar Sklaven bei mir, die kaufte ich vor der Abfahrt des Bootes, eine Frau und einen Jungen Sie kosteten mir baar 800 Dollars. Ich würfele um sie. 20 Dollars kostet der Einsatz, 30 Loose mache ich. Wer kauft einen Einsatz, um das Paar zu gewinnen?"

Es wollte Anfangs sich Niemand recht herbei­laffen, so verlockend auch die Aussicht war, mi: 20 Dollars ein Sklavenpaar im Werthe von 800 Dollars zu gewinnen.

„Die Herren müssen die Leute sehen," sagte der Pflanzer, „bann werden sie eher Lust haben zum Kaufen." Und er rief dem Aufwärter zu: „He, Tom, bringe die Frau und den Jungen der, die ich in Natchrz kaufte! Sie werden oben

auf."

„Was?" schrie er, „für die Sklavin?"

„Gewiß , antwortete ich ruhig, „und das zweite für den Jungen!"

Die beiden Sklaven schauten mich an — ihre Augen werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Auch die Umstehenden hatten mir ihre volle Auf­merksamkeit geschenkt.

„Also der vorletzte Wurf gehört Dir Ninette," sagte der bisherige Herr zu der Sklavin, „und der letzte Deinem Tommy, wenn eins von Euch Glück hat, so habt Ihr Euch selber gewonnen, haha!"

Das Spiel begann. Jedes von den dreißig Loosen warf dreimal.

Der kleinste mögliche Wurf war neun, der höchste neun Sechser, vierundfünfzig, die Durch­schnittszahl einunddreißig und einhalb.

Unter den ersten zehn Loosen war sechsund­dreißig die höchste Zahl, das elfte erhielt zwei­undvierzig. Dann folgten wieder niedrige

streckte Arm und alle Körperwendvngen von der einen Seite nach der anderen zeigten an, daß hier noch eine gewaltige Spannkraft verborgen ist, welche nach menschlichem Urtheil die Nähe einer Auflösung noch gar nicht befürchten läßt. Das ist das Urtheil aller, die Leo XIII. gesehen haben. Möge es so bleiben noch ad multo» annos!

Er schüttelte tüchtig — „drei!"

Einen Moment stierte er auf die drei ein­zelnen Augen. Dann ließ er den Becher fallen und trat zurück, bleich und erschrocken.

„Wirf weiter, Tommy", mahnte der Pflanzer.

„Es nützt nichts, Mister, ich kann nicht mehr neunundvierzig werfen!"

„Wirs immerhin nochmal!"

Der Junge warf noch zweimal — sieben und fünfzehn.

Seiner Mutter Loos war verspielt.

„Nun", sagte ich ermuthigend, „das war für Deine Mutter. Jetzt wirf für Dich selber, für den Antheil, den ich Dir gab. Nimm Dich zu­sammen, mein Sohn, faffe ein Herz, und möge der Himmel Dir beistehen!"

Es war eine nichts weniger als zur Religio­sität geneigte Gesellschaft, welche sich hier ver­sammelt hatte, aber meinem warm gesprochenen Wunsch folgte ein einstimmiges Amen!

Wieder näherte sich der Knabe dem Tische und erfaßte mit zitternder Hand den Becher.

Seine Lippen waren aufeinander gepreßt und die bebenden Glieder gleichsam zur Ruhe ge­zwungen. Der einzige Laut im Salon, außer dem Athem der Zuschauer, war das Klappern der knöchernen Würfel.

Da lag der erste Wurf:

„Fünf — fünf — sechs macht sechszehn," sagte der Pflanzer und schrieb ihn auf.

„Sechs — sechs und eine fünf! Gut! ist siebzehn."

Der Junge wurde todtenbleich, als er sich zum letzten Wurfe anschickte. Die Mutter griff nach dem Treppenpsosten, um sich aufrecht zu er­halten.

Da fielen die Würfel:

„Drei Sechser — achtzehn — die drei Wür­fel zusammen macht einundfünfzig! Tommy, mein Junge, ich gratulire! Bist Dein eigener und Deiner Mutter Herr. Bitte, Kapitän, schreiben Sie seinen Namen in den Kaufbrief und ich werde unterzeichnen. Diese Herren sind Zeugen."

Ninnette und Tommy waren frei!