Reklamen- «nd Anzeigeutheil.
Haises
Kasseler «MR
Ein Segen
für schwächliche Kinder.
feiffer &Diller’s
arf nur in kleinen Mengen dem Bohnen- Kaffee oeigesetzt werden.
(Originalmarke in Dosen.)
Ii* ohne Ueberhebung trotz der Wirren der Gegenwart behaupten, daß unsere Zeiten besser flnb, als die Zeit vor 50 Jahren, wo die kur- LfftfAe Misöre sammt der Bundesexekution burcb die „Strafbayern" jenen 8. November 1850 möglich machte, der als „Mißverständniß" dou Brouzrll weltgeschichtliche Bedeutung hat. Denn in letzter Linie handelte es sich schon 16 c>adre vor Königgrätz dabei um „hie Zollern, die Habsburg" und wie Moltke schreibt, hing der Frieden Europas von dem mehr oder tninbtr tattvollen Verhalten einer Husaren- »nfrouiBe ab. Heute können wir wohl leicht faaen es war ein Glück, baß Minister von Manteuffel bie Schmach von Olmütz auf sich n0hm. aber bamals konnte Niemand in bie 3u» fünft' schauen. Fulda selbst war damals in großer begründeter Sorge und Angst — es «anden 80,000 Truppen in der Umgegend —, daß die alte Bonifatiusstadt dem Erdboden gleich gemacht würde. — Ueber die eigentliche Feier am 8. November werden wir unseren Lesern jedenfalls rechtzeitig Mittheilung geben.
' * Infolge der durch das Gesetz vom 14. Juni 1900 herbeigeführten Erhöhung der Reichs- Stempelabgabe aus Lotterieloose von 10 Prozent auf 20 Prozent des planmäßigen Preises hat sich auch eine Erhöhung des Preises der Loose der Urentzische« Klasse«-Lotterie für die 204. Lotterie nicht vermeiden lassen. Derselbe beträgt, wie der .Reichsanzeiger' meldet, künftig für ein ganzes Loos 48 Mk., für ein halbes Loos 24 Mk., für ein Viertelloos 12 Mk. und für ein Zehntellos 4,80 Mk. für jede Klaffe. Gleichzeitig ist jedoch der niedrigste Gewinn in der 2. Klaffe von 110 Mk. auf 120 Mk., in der 3. Klaffe von 160 Mk. auf 176 Mk. und in der 4 Klaffe von 220 Mk. auf 236 Mk. erhöht worden. Die hierdurch bedingte Einziehung größerer und mittlerer Gewinne ist insofern auf ein thunltchst geringes Maß beschränkt worden, als die bisher (bei der 3. Klaffe) für die Staatskasse verrechneten 134/s Prozent vom Betrage sämmtlicher Freiloose zu Gunsten der Erhöhung des Spielkapitals (der Gewinnsumme) in Wegfall gebracht und die nach § 11 des früheren Plans für die Lotteriekasse und die Lotterie-Einnehmer von den Gewinnen in Abzug zu bringenden 154A> Prozent auf 151/« Prozent herabgesetzt sind. Im Fortfall gekommen ist ferner die bisher gemäß § 6 des Plans im Falle der Annahme des FreiloofeS für die Freiklaffe zu zahlende Schreibgebühr und damit auch bie von dem Betrage derselben zu entrichtende Reichs-Stempelabgabe, sodaß künftig nur die planmäßigen Beträge für die bereits gezogenen Klaffen nachgezahlt zu werden brauchen.
Vermischtes.
□ Ein folgeuschwererJrrthum vieler Geschäftsleute beruht in der Ansicht, daß eine Ärgere ober längere Benutzung einer Schutzmarke (Wort ober Bildzeichen) ein bestimmtes Anrecht aus dieselbe gewähre, sodaß eine Anmeldung zur Zeichenrolle nicht unbedingt nöthig ei. Der Wortlaut des Waarenzeichengesetzes läßt aber keinen Zweifel darüber zu, und überdies ist es bereits durch reichsgerichtliche Entscheidung festgestellt, daß nicht bie Benutzung, sondern nur bie Eintragung eines Zeichens ein Zeichenrecht verleiht, so daß also ohne Eintragung in bie Zeichenrolle überhaupt kein Zeichen- recht bestehen kann. Wie uns das Patent- und Waarenzeichenbureau F. A. Hoppen in Berlin, Charlottenstraße 3, mittheilt, kommt der Fall sehr läufig vor, daß Firmen bie weitere Benutzung jahrelang geführter Waarenzeichen einstellen nüssen, weil ein Anderer bie von ihnen unterlassene Anmeldung zur Zeichenrolle für sich vorgenommen und dadurch sogar ein gesetzliches Ver- »ietungSrecht gewonnen hat. Hierdurch können unter Umständen ganz erhebliche Vorräthe an Drucksachen, Stempeln usw. gänzlich entwerthet werden, sodaß nur jedem dringend empfohlen werden kann, seine werthoollen Wort- und Bild- marken durch Eintragung in die Zeichenrolle rechtzeitig zu schützen. Ueber solche Anmeldungen gibt >as vorgenannte Bureau unseren Lesern gerne lastenfreie Auskunft.
* Kök«, 25. Oft. Der kurz nach 8 Ubr Morgen? die Station Urbach pasfirende Betzdorfer Schnellzug Strecke Siegen-Köln) entgleiste auf offener Strecke wischen Urbach und Kalk. Tie Maschine und fünf Wagen stürzten die Böschung hinab. Von der Station Kalk wurde alSbald ein Hilfszug mit Hilfspersonal und mehreren Stenten nach der Unfallftätte abgesandt. Niemand ist schwer verletzt, hingegen ist der Materialschaden sehr bedeutend.
* Iterki«, 24. Okt. Eine Art Kriegssteuer hat nach dem ,Vorw/ der kommandirende General des 5. Armeekorps in Posen, v. Siülp- nagel ausgeschrieben. Es wird „gewünscht", daß die Mannschaften und Unteroffinere je 20 Pfg., die Offiziere je 3 Mk. bis herab zu 1 Mk. zahlen sollen als Weihnachrsgabe für die ostafiatischen Truppen. Die zusammen„gewünj chte" Summe soll biS jetzt nach den uns zugegangenen Mittheilungen etwa 14000 Mark betragen.
* 2»«svr«ck, 25. Okt. Ein netteS Kriminal- gefchichtchen wird aus Meran berichtet: Der Knecht eines Bauern in der Umgebung sollte wegen Wilddi-b- stahls eine lOtägige Arreststrafe absitzen. Da der Bauer wegen dringender Arbeit den Knecht schwer entbehren konnte, bewog er gegen eine Entlohnung von 20 Kronen einen anderen Knecht, als „Stellvertreter" des feinigen die 10 Tage zu brummen Am zweiten Tage kam der Schwindel auf und nun fitzen alle drei. Der erste Knecht erhielt 20, der Bauer 14 und der Stellvertreter 10 Tage Arrest ohne Entlohnung. — Bei S. Ilario im Bezirke Rovereto wurde vorige Woche von zwei Finanzwächtern ein mit 10 großen Körben beladener Wagen anxehalten. Der Kutscher betheuerte, daß in den Körben Trauben feien. Als es aber an die Untersuchung ging, nahm er Reißaus und ließ Pferd und Wagen zurück. Es stellte sich heraus, daß es sich um einen großen Tabak- lchmuggel handelte. Die Körbe erhielten 235 Kilogramm Tabak feinster Sorte, der sammt Pferd und Wagen nach Saeco in die kaiserliche Tabakfabrik gebracht
(Landwirthschaftliches.
Das Nachreifen der Winterbirnen kann durch Einlegen zwischen wollene Decken beschleunigt werden. Man breitet in einem trockenen kühlen Raum eine Wolldecke aus, legt die Früchte dicht nebeneinander daraus deckt eine zweite Wolldecke darüber. Nach einigen Wochen find in der Regel die Birnen zum Genüsse reif. Sehr spät reisende Winterbirnen eignen sich aber nicht gut zu solcher Behandlung. Ebenso dürfen abgefallene und beschädigte Früchte nicht verwendet werden.
Hohle Obstbäume bleiben noch lange in guter Fruchtbarkeit, wenn man ihre Höhlungen mit Lehm ausfüllt und diesen mit Theer bestreicht, damit der Regen ihn nicht auflösen kann.
Die Güte der Zuchtschweine hängt wesentlich von der vollkommenen Körperentwicklung derselben ab und ist es daher empfehlenswerth, bis zum Alter von 12 bis 15 Monaten zuzuwarten, wenn man gute Zucht-Schweine erhalten will. Selbst die Eber der großen deutichen und halbenglischen Stämme sollen bei angemessen guter Ernährung erst im Alter von 12 bis 15 Monaten zum Sprunge verwandt werden, während die kleinen englischen Stämme mit 10 dis 12 Monaten zum Sprunge dienen können.
kleech NchrWm Md Tklqnmm.
(Oririnaldepeschen der .Fuldaer Zeitung').
Kerlirr, 26. Okt. Ein Telegramm bes »rutschen Flotten-Vereins aus Tientsin besagt: Paotingsu ist von den verbündeten Truppen erobert worden. Es würbe kein ernster Wieder» tanb geleistet. Eine kleine französische Truppen« Abtheiluvg war schon am 13. Okt. vor Paotingsu angekommen. Die regulären chinesischen Truppen haben sich in südlicher Richtung zurückgezogen; zwei Geschütz; wurden erbeutet. Die zweite deutsche offasiatlsche Brigade bezog einstweilen in Paotingsu Qaarti-r.
London, 26. Oktober. Aus Colesberg wird gemeldet: Die Engländer befreiten gestern die Garnison von Phrlippolis, welche seit einiger Zeit von den Buren belagert war, die sich in der Nähe der Stadt auf einem Hügel verschanzt hatten. Die Buren v ußten sich unter Verlusten zurückziehen.
London, 26. Okt. Nach einer Meldung aus Kapstadt nimmt die Unzufriedenheit der aus Johannesburg Geflüchteten täglich zu. Sie sind über die Verzögerung ihrer Rückkehr nach Transvaal sehr entrüstet.
Kairo, 26. Okt. Der dänische Dampfer „Nordkap", der von Kopenhagen nach Ostasien unterwegs war, ist im Suezkanal auf den Grund gefloßen und hat den Verkehr im Kanal gesperrt.
Literarisches.
Derkehksüarte von Knrops, Nordafrika und dem Morgenlande. Bearbeitet mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Interessen von Paul Langhans.' 1:5000 000. Preis: 8 M., aufgezogen als Wandkarte (1,30 m breit, 1,06 m hoch) 12 Mark Gotha, Justus Perthes.
Diese neue Berkehrskatte Europas, ist wie alle Erzeugnisse der Gothaer Geographischen Anstalt ein Muster an Korrektheit, Deutlichkeit und Schönheit. Zum ersten Male wird hier die Betheiligung der deutschen Schifffahrt am europäischen Hafenverkchr kartographisch dargestellt. Die bisherigen Verkehrskarten begnügten sich mit der Darstellung lediglich der Postdampferlinien, hier sind alle anderen regelmäßigen deutschen Dampferlinien dargestellt und die Angaben der Kar te durch die Beifügung der Schiffsflaggen der wichtigsten am europäischen Schiffsverkehr betheiligten deutschen RHetzereien ergänzt. Farbig unterschieden erscheinen ferner sämtliche Postdampferlinien anderer Nationalität mit Angabe der Rheederei und der Fahrtdauer von Hafen zu Hafen. Alle mit deutschen Häfen in regelmäßigem Schiffsverkehr stehenden fremden Häsen sind besonders gekennzeich - net. Der erschöpfenden Darstellung deS Seeverkehrs entspricht die vollständige Wiedergabe der Verkehrsoer- bindungen auf dem Lande. Unter den Eisenbahnen sind deutlich die von Luxus(Exprcß-) und anderen Schnellzügen befahrenen hervorgehoben; bei größeren Orte« liest man die Fabrtentfernung von Berlin in Stundenzahl ab. Die Sorte zeigt ferner die gejammte europäische Fluß dampfschifffah-t alle Dockanlagen und endlich sämmtliche deutschen und österreichisch- ungarischen Koisularbehörden. Ganz besonderen Werth verleiht der Karte aber noch die Beigabe der Pläne von 48 der wichtigsten Umschlagsplätze und Berkehrsengen, die vor allem die gegenseitige Entfernung der Bahnhöfe der Landungsplätze einander von zeigen. Ganz besonders ist das wohlgelnngene Bestreben zu loben, auch für räumlich beschränkte Kontore einen wirkungsvollen Wandschmuck zu schaffen, der wenig
Auszug aus den Registern des StlMdrsllmtsFllttl
vom 174 bis 25. Oktober 1900.
Hheschtteßnngen.
22. Okt. Sergeant beim Bez.-Kommando Franz Karl Schäfer und Maria Therese Breiding von hier. 22. Kolonialwaarenhändler Franz Hermann Sippel und Anna Patronella Schmitt von hier. 25. Lokomotivheizer Konrad Heinrich Möller von Frankfurt a. M. und Martha Katharina Elrse Schmandt von hier. 25. Schreiner Augustin Joseph Oestreich, Wittwer, und Elisabeth Barbara Häuser von hier.
Geknrlen.
18. Okt. Joseph Wilhelm Ernst, S. des Photographen Johann Leonhard Ernst Melde. 18. Maria Monika, T. des Rohrmeistergehilfen Heinrich Roll genannt Zellhan. 19. Elisabeth Lina Auguste, T. des Kaufmannes Gerhard Adolf Wiegand. 19. Willy Oskar, S. des Barbiers Franz Ludwig Christian Wilhelm Eller. 19. Joseph Paul, S. des Schaffners Franz Wilhelm Taube. 20. Joseph Wenkelin, S. des Bahnarbeiters Sturmius Friedrich Habersack. 21. Elisabeth, T. des Taglöhners Konstantin Heß. 23. Leo, S. des Knechts Damian Mihm.
SkerSefLU«.
19. Okt. Karl Schmrtter, Bahnarbeiter, 48 I. 11 M. 11 T. 21. Eleonore Babette, T. des Gymnafial- oberlehrers Dr. phil. Joh. Gottfried Theodor Haas, 1 I. 3 M. 18 T. 21. Korbmacher HyaeinthuS Kremer von Poppenhausen, 66 I. 2 M. 5 T. 23. Ludwig Schäfer, Wittwer, von Flieden, 60 I. 6 M 22 T. 24. Franz Bofold, Taglöhner, 78 I. 4 M. 29 T.
29. Oktober ZiehsniW
■FKSriiesberger 6240
^Haupttreffer: 50,000,20,000,ML^
Loose ä 3Mk. 30 Pfg. inel. Porto n. Liste versendet a Molline. Hannover. Is Fulda zu haben bei P I. RcppertJ
m. Wetter-KeickachtrmKM.
26. Oktober.
Temperatur 6 Uhr Abends: 10,0° Cel., 8,0° Körmw,
. 7 „ Morg: 81° „ 6,5° „
„ 12 „ Mittags: 11,3= „ 9,0’ „
Die höchste Temperatur des gestrigen LageS betrug 12 0° Celsius (9 6° Reaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug 6,8° Celsius (5,4° RLaumur).
KorometrrSanb Mittags 12 Uhr: 745 mm.
Witterunzs-Mhrrsicht der .Küdarr Zeitung':
Zwischen Schottland und der norwegischen Küste liegt heute das Centrum einer neuen Depression. Der Einfluß des niederen Druckes breitet sich zwar noch weiter in den Kontinent herein aus, doch ist in Mittel- Europa der Luftdruck in ziemlich starker Abnahme begriffen. Am Morgen war die Witterung in Süddeutschland allenthalben ruhig, im Flachlande nebelig, an den Hochstationen wolkenlos. Die Temperaturen find im Allgemeinen gestiegen.
WuthmMiche Witterung für den 27. Oktober: Im Osten Fortdauer des trüben Wetters mit zeitweisen Niederschlägen, im Süden wechselnde Bewölkung. Allgemein mild.
* Gemünder», 25 Okt. In ber Nähe des hiesigen Bahnhofes wurden heute Nachmittag 2 Bahnarbeiter, als sie einem anderen Zuge aus wichen, vom Aschaffenburger Schnellzug tobt- gefahren.
(*) Höttivge«, 25. Okt. 28 hiesige Firmen der Kolonialwarenbranche machen bekannt, daß si- bis auf weiteres ihre Verkaufsräume um 81/» Uhr schließen werben und ersuchen ihre Kunden, sich danach einzurichten.
- zruhla, 25 Okt. Wie die ,Rah!aer Ztg/ schreibt, ist bie im September b. I. tm hiesigen Wahlbezirk vor genommene Wahlmännner -Wahl
10000 Stück. Nun fanden sich in einem Packet, das nur Fünfpfemrigmar ken enthalten sollte, 2000 Stück Zehnpfennigmarken. Das Postamt ist für den Jrrthum nicht verantwortlich, das Versehen ist vielmehr in der Reichsdruckerei gemacht worden, in der dreMarken verpackt wurden. Es muß nun ein andres Packet, das nur Zehnpfennigmarken enthalten sollte, infolge der Verwechselung 2000 Stück Fünfpfennigmarken ausgenommen haben. Um den Verbleib aufzuklären, bevor das zweite Packet unter das Publikum gelangt, müssen jetzt sämmtliche Postämter ihreBestände einer genauen Prüfung unterziehen.
X Diesjährige Aosenneuhetten, Im Versuchsgarten des praktischen Rathgebers im Obst- und Gartenbau wurden über 70 diesjährige Rosenneuheiten angepflanzt und in der neuesten Nummer bericht-1 der Pfleger deS Versuchsgartens, Redakteur Steffen, über diese Neuheiten. Danach haben sich bis jetzt gut bewährt und sind empfehlenswerth: Joao Borges Vieira (kupfer- bronjefatben), Vicomtesse B. de Savignv (kupsiigrosa), Amateur Teyssier (zartrosa) — ist im Rathgeber abgebildet I — Bessre Brown (zartweiß), Marguerite Jurin (dunkelrosa), Admiral Dewey (reinrosa), Konrad Ferdinand M-yer (La France-rofa). — Rosenfreunden fei der ausführliche Bericht empfohlen — die betreffende Nummer wird umsonst von bemg Geschäftsamte in Frankfurt a. Oder zugeschickt.
* Der fitterwe Löffel. Daß die Besucher der Wiener Börse trotz des gegenwärtigen Tiefstandes der Kurse noch bei Humor sind, beweist das nachstehende Geschichtchen, das vom .Neuen Wiener Journal' erzählt wird: „Da ist ein Börseaner, ber nahe daran ist, auszubleiben, ohne insolvent zu fein. Man „feint" ihn o viel. Er will ausbleiben wegen des silbernen Löffels. Kennen Sie noch nicht die Geschichte? Sie ist schon stadtbekannt.... Er weilte mit seiner Familie in irgend einer Sommerfrische bis spät in den schönen Herbst hinein. Da pasfirte es ihm, als er mit feiner Familie im Gasthof oupirte, daß der biedere Landwirth dem Börseaner nachlief und ihn aufforderte, den silbernen Löffel herauszugeben. Das war mehr lustig als dumm. Der Wirth nahm es ernst. Dem Börsenmann blieb, nichts übrig, als sich einer Leibesvisitation zu unterziehen. Damit war die Sache erledigt. Der Finanzier kam nach Wien und erzählte fein Abenteuer auf der Börse. Hätte er es doch nicht gethan! Von diesem Augenblick ab war er das Stichblatt aller Späße. Der Schatten des silbernen Löffels verfolgte ihn auf Schritt und Tritt, sobald er auf dem Schottenring erschien. Ein Bekannter zieht ihn ernst bei Seite und fragt vertraulich: „Mir können Sie es sagen. Haben Sie den Löffel wirklich nicht genommen?" Die Krone wurde diesem Ulk aufgesetzt, als ein Börseaner aus dem Hausrestaurant einen llbernen Löffel nahm, diesen dem Armen in die Tasche naktizirte und ihn später vor Aller Augen aus der Tasche zog, roobei er trocken bemerkte: „Also doch!" Und jetzt hat der Unglückliche wüthend erklärt, nie mehr den Börsensaal zu betreten, wenn noch einmal in seiner Gegenwart von einem silbernen Löffel gesprochen wird. Ich glaube, bei ihm zu Hause dürfen feit einigen Tagen keine Silberlöffel mehr auf den Tisch kommen."
* Katzenzucht. Eine neue amerikanische Industrie, die nicht unbeachtet bleiben darf, ist die Katzenzucht. Newyorker Blätter erzählen, daß in den Big Hern- Bergen, im nördlichen Wyoming, eine Farm existirt, deren Besitzer ausschließlich Katzen großzieht. Er besitzt gegenwärtig die schönsten und die mannigfaltigsten Katzen, die man sich denken kann Bon der gewöhnlichen Hauskatze bis zur Angorakatze mit dem langen, dichten Pelz, ja selbst bis zur Wildkatze findet man in bet Farm auf bcn Big Hein-Bergen alles, was man nur wünschen kann. Der Preis eines Angorakaters und einer Tigerkatze variirt zwischen 15 und 50 Dollars. Eine Wildkatze erzielt geradezu phantastische Preise. Der Farmer besitzt jetzt fast 1000 Katzen, deren Werth er auf ungefähr 7000 Dollars schätzt. Er hofft, bald eine Anzahl Angorakatzen mit schwarzem und cremefarbigem Pelz auf den Markt bringen zu können und will für diese Katzen fabelhafte hohe Preise fordern.
Raum einnimmt und doch in technischer Vollendung und praktischer Brauchbarkeit unerreicht dapeht. Nicht weniger als 75 farbenprächtige Handels- und Kontorflaggen schmücken die Karte, die durch einen wirkungsvollen Rahmen zusammengehalten wird. Mit feinet neuen „Berkehrskarte von Europa" bietet Prof. Langhans aber auch den Unterrichtsanftalten ein werthvolles Anschauungsmittel, baS ben Schüler in baS gerabe für bie Gegenwart unentbehrliche Berstänbniß des weitverzweigten Verkehrslebens Europas einzuführen versteht. Die gleichmäßige Berücksichtigung^der Bedürfnisse von Praxis und Wissenschaft, die alle Langhansschen Karten auszeichnet, sichert auch feiner neuen Europakarte allgemeinen Beifall und Anerkennung.
wurde.
(*) Kleine Nachrichten. Main,. Der Verems- biener Fuchs au8 Höchst, ber nach Unterschlagung von 3000 M. geflohen war, hat hier in Mainz einen Selbstmordversuch begangen. Er wurde schwer verletzt in's Hospital gebracht. — Worms. Dis Stadtverordneten beschlossen, den 56 in China weilenden Soldaten des hiesigen 118. Infanterieregiments eine Weihnachtsgabe, bestehend in Cigarren und Chokolade, zu übersenden. Zu diesem Zweck wurden 500 M. bewilligt. — Karlsruhe. Dee Ehefrau bes Univeisitäls- Jnstlumentenmachers Karl Kümmerle wurde in der Nähe des Deucheleweihets auf dem Wege nach dem Waldsee durch einen Dolchstich ermordet aufgefunden. Das feere Portemonnaie lag neben ihr. — Mühlhausen. Hier wurde ein Restaurant „Zur Stadt Straßburg", eine Filiale von der Kalmarer Winzergenossenschaft errichteten Kolmarer Weinbörse, eröffnet. Zweck dieser Weinbörsen ist, garantirt reine clsässet Weine zum Berkaus zu bringen. — Straßburg. Der Gerichtsvollzieher Schemen in Hagenau wurde wegen Veruntreuung von 900 M. auS einer Konkursmasse verhafte t Er leistete heftigen Widerstand. — Oels- n i tz. (Vogtland). Hier wird am 1. November er. eine Reichsbanknebenstelle eröffnet werden. — Essena. d R. Brgmann Bungarlen wurde wegen vorsätzlicher Tödtung seiner Schwester zu 14 Jahren Zuchthaus verur- r hellt. — Berlin. Der niedrige Wafferstanb der Oder wird zu einer Kalamität für die Schiffahrt Wie aus Fürstenwalde gemeldet wird, zeigte am Sonntag der Pegel ber Tschrcherziger Brücke nur noch 16 (Zentimeter. Die Brücke ist daher vorläufig unpassirbar. Fünf Dampfer und ca. 40 beladene Fahrzeuge sind auf den Sand aufgefahren; ein Dampfbagger ist bereits thätig, bie Fahrrinne auszubaggern. — Eupen. Im Hertogenwalb vor ber Stabt würbe ein belgischen Förster ermorbet aufgefunben. — Saint- Gaubens. Etienne Pontes, ber seine Mutten und seinen Sohn errm rdet hatte, wunde von einigen Tagen auf dem Marktplatze vor 15—20,000 Zuschauern mit dem Fallbeil enthauptet. — Mailand. In der Verwaltung des hiesigen Mufikverlages Sonzogno wurden bedeutende, jahrelang betriebene Diebstähle, die angeblich bie Höhe von 300,000 Lire erreichen, aufgedeckt. Zwei ungetreue Beamte wurden verhaftet, mehrere andere entlasse». Weitere Verhaftungen sollen bevor- stehen. — Paris. In Havre wurde der Sergeant Niel der Feuerwehrkompagnie von Lillebonne unter der Beschuldigung verhaftet, mehrere Brände, bie letzthin bebeutenben Schaden in seiner Gemeinde verursachten, angelegt zu haben, um sich bie ausgesetzten Melde- unb Löschprämien zu verdienen. — Madrid. Plötzlich ist »roße Kälte, verbunden mit Sturm unb Schneefall, in ganz Spanien eingetreten. Biele Fischerboote ftnb ,u Grunde gegangen. In ber Höhe von Alicante kam es zu einem Zusammenstoß zwischen ben französischen Dampfern „Mittdjan" unb „Faidherbes"; letzterer ist untergegangen, acht Mann wurden gerettet, neunzehn find ertrunken. m „
* «in schöner SIS» Arverl erwächst der Post- verwaltung au6 einem Versehen, das im Verlag der .Allgemeinen Fleischerzeitung' aufgebedt worden ist. Diese verbraucht viele Briefmarken unb bezog am Mitt woch vom Postamt 19 in Berlin fünf Packete zu je
Aus dem Nachbargebiet.
—* Iravkfvrl a. HS., 25. Okt. Die Mühlenbesitzer einer Anzahl Gemeinden des höheren Vogelgebirges planen einen Protest zu erheben gegen den Massenankauf von Quellen im Oberwald seitens des Frankfurter Tiesbauamtes.
△ Kassel, 25. Okt. Die Einweihung der im Rohbau fertig gestellten neuen katholischen Kirche in Wehlheiden wird voraussichtlich im nächsten Frühjahre erfolgen. — Ein Hanv- werksbursche wanderte gestern Vormittag hier zu und begab sich nach seiner Herberge, wo ihm ein dort für ihn lagernder Brief von seiner Mutter, die in Schlesien wohnt, ausgehändigt wurde. Darin wurde dem Glückspelz mitgetheilt, daß ein Erbonkel aus Zwickau ihn zum Erben (man spricht sogar von einer Halden Million Mark) eingesetzt habe.
f Amöveörrrg, 28 Okt. Ein hiesiger junger Mann hat sich der dankenSwerthen Aufgabe unterzogen, die interessantesten Gebäude unseres alter- thümlichen Brrgstädichens photographisch aufzu- nehmen und diese in Album-Form herauszuoebe«.
* IfroHnharrse« bei Marburg, 25. Oktbr. Gestern Nachmittag entgleiste von dem um ca. 4 Uhr hier passtrenden Frankfurter Eilgüterzuge Nr. 2015 der Postwagen auf freier Strecke. Es wurde Niemand verletzt. Der Verkehr mußte, ehe der Wagen aufgeglerst und abgefahren war, eingleisig geschehe«. Der Eilgüterzug fuhr mit 21/« Stunden Verspätung weiter nach Gießen.
* Mainz, 25. Okt. Der Vorstand und Ausschuß des V ereins Mainzer Kaufleute beschlossen in ihrer vorgestrigen Sitzunp, den hessischen Handelskammer-Gesetzentwurf der am 4. November in Hanau fiattfisdenden Konferenz südwrstdeutscher Detaillisten - Vereine als wettern Bera hungsgegenstand zu überweisen. Es soll in Hanau beantragt werden, eine aus hessischen Detaiüistex-Vereinen zu bildende Kommission mit der näheren Prüfung des Gesetz- enlwurfs und einer entsprechenden Eingabe an die hessische Regierung und die Landstände zu betrauen. — Die Einnahmen dhr vereinigten P reu ßischen und Hessischen Staats eisenb ahnen betrugen im Monat Septemb-r 113 351,000 Mk. gegen 116,105,000 Mk. im September vorigen Jahres.
zum gothaischen Landtage «egen grober Verstöße jegen daS gsthaische Wahlgesetz für ungiltig irklärt worden. Der für beute im Thal ange- etzte Termin zur Wahl eines Abgeordneten findet )aher nicht statt.