arme
das
Beruhige Dich, — Leo, und danke es
der
± Etwas vom alten Fulda.
Im Fuldaer Geschichtsverein wurde am Mittwoch Abend u. a. auch die begründete Ansicht ausgesprochen, daß das rätselhafte Weiß, frauenkloster auf dem Merian'scheu Kupferstich nur willkürlich hineingezeichnet sei. Merkwürdig bleibt es aber, daß das fragliche Bau- werk, wenn es nie existirt hat, auch auf weit älteren Ansichten Altfulda's (von denen freilich das Merian'sche Bild nur eine wenig abgeänderte Copie darstellt), zu finden ist. Nicht nur in Sebastian Münster's Cosmographie vom Jahre 1550, Indern auch im Städtebuch von Bruin und Hogenberg (vom Jahre 1576) ist es übereinstimmend angegeben. Schreiberin dieses besitzt zwei Originalholzschnitte, welche verschiedenen Ausgaben des Münster'scheu Werkes zu entstammen scheinen. Während aus dem einen unter dem Bilde am unteren Rande „WeißCloster" steht, ist auf dem anderen an der beir. Stelle in
m ®er «a^er Don ^apan hat nach einer .Reuter -Meldung aus Iokohama vom Freitag em Schreiben des Kaisers von China, m welchem dieser ihn dringend ersuchte, seinen Emfluß zur Wiederherstellung des Friedens und der Bewahrung des bisherigen Zustandes in Ostasien geltend zu machen, dahin beantwortet, daß der Blttstkller, falls es ihm ernst sei, und er Anspruch auf Rücksicht seitens der Mächte er- warte, zunächst mit liberalen Staatsmännern nne neue Regierung einrichten, sofort nach Peking zurückkehren und unzweideutige Beweise seines Bedauerns über die begangenen Frevel erbringen solle. ü
Mell M ßtiitihng Dtt Gwerde- Mmzr-NoM von 30. Mi 1900
, △ Aus Anlaß des heutigen Geburtstages
* Ihrer Majestät der Kaiserin haben heute E die öffentlichen Gebäude Flaggenschmuck an» : geleat.
ss Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni : ist von feiner Urlaubsreise zurückgekehrt und hat.
die Dienstgeschäfte wieder übernommen.
rr Seitens einer größeren Anzahl hiesiger Geschäftsleute besteht der Wunsch, es möge der- Ladenschkntz für einzelne bestimmte Branchen statt auf 9 Uhr wenigstens int; Winter auf 8 oder 81/» Uhr festgesetzt werden, da diese Festsetzung mehr den hiesigen Verhältnissen der betr. Branchen entspreche und Licht und Kohlen gespart werden können; andere Geschäftsinhaber, besonders solche der Lebensmittel- • brauche, wünschen den Ladenschluß um 9 Uhr beizubehalten. Die gesetzlichen Bestimmungen gestatten, daß den Wünschen der verschiedenen Kategorien Rechnung getragen werde. Es dürfte^ I sich empfehlen, die beabsichtigten Eingaben an die ‘ Polizeibehörde von den Inhabern der Ladengeschäfte nach Branchen gesondert einzureichen, da auf diese Weise am besten den Eiaenthümlich- keiten der einzelnen Geschäftszweige Rechnung getragen werden kann.
□ Gestern Abend fand im S1. Josephs- vereir; katholischer Arveiter eine Familien- feier statt, zu der sich auch viele Freunde und Gönner des Vereins erngefunden hatten. Es galt, dem hochw. Herrn Präses Domkaplan Ernst, der von seiner Orientreise wieder glücklich zurückgekehrt ist, einen festlichen Empfang zu bereiten. Die Säle der Harmonie waren herrlich dekorirt und bis auf den letzten Platz besetzt. Beim Eintritt in die Säle wurde der Herr Präses mit Hoch- und Hurrahrufen empfangen. Zunächst begrüßte Herr Vizepräses B o n d a in herztichen Worten den hochw. Herrn und gab feiner Freude Ausdruck, denselben wieder gesund und wohlbehalten im Vereine sehen zu können. Hierauf dankte der hochw. Herr Prüfe» für die herzlichen Worte und den freundlichen Empfang, der ihm heute Abend bereitet worden sei; er freue sich, wieder unter den Mitgliedern des Arbeitervereins weilen zu können. Er berichtete dann über seine Reiseerlebnisse und hob besonders hervor, welch' erhebenden Eindruck die hl. Stadt Rom sowie der hehre Priestergreis auf St. Petri Stuhle, der hl. Vater, auf ihn gemacht haben. Einen ausführlichen Vortrag über seins Reise, besonders über das hl. Land, stellte der Herr Präses für einen späteren Vereinsabend in Aussicht. Herr Vizepräses Bonda dankte darauf den Freun» den und Gönnern des Verein?, welche sehr zahlreich anwesend waren, für ihr Erscheinen, insbesondere Herrn Reallehrer Hohmann für seine
0 NetersSnrg, 21. Ott. Aus Sewastopol kommt die Nachricht don einem Attentatsversuch auf das Zarenpaar. Ein Student aus Mo? kau legte auf der Strecke Losowa nach Sewastopol, die der kaiserliche Hofzug passiren mußte, Dynamit. Der Student wurde verhaftet. Der Sprengstoff wurde durch die Polizei am nächsten Tage zum explodiren gebracht. Diesem Experimente rach zu urtbeilen, hätte der Ho'zug in Atome zersttkben müffen. Zahlreiche Verhaftungen in Südrußland und Moskau wurden vorgenommen.
0 Wen, ZZorK, 20. Oft. Von bestunterrichteter Seite wird behauptet, daß die Lage der Amerikaner auf den Philippinnen verzweiflungsvoll sei. Aguinaldo hat ein Manifest erlassen, in welchem er die sofortige Einstellung der Feindseligkelten ankündigt, wenn Bryan zum Präsidenten gewählt wird; dagegen werde er Mac - Kinley und den amerikanischen Imperialisten so lange hartnäckigen Widerstand leisten, bis sie die Unabhängigkeit der Philippinen anerkannt haben.
h Lo«re«zo Marques, 20. Dtt. Das Kriegsschiff „Gelderland" stach heute Mittag in See und lauft die Häfen Dares-Salaam, Tanger, Dschibuti und Marseille an. Also Oom Paul kommt endlich!
„Und Hedwig, mein armes, geliebtes Weib, wie trägt sie die ganze Last des Unglücks, — was ist mit meinen Kindern?"
„Hedwig ist eine starke, rnuthige Seele, — sie hofft fortwährend auf Deine baldige Rückkehr, ich siehe mit ihr in regem Briefwechsel." —
„Und, — und Du glaubst, — daß sie mir verzeihen wird?"
„Gewiß wird sie es, sie that es längst, wie aus ihren Briefen deutlich hervorgeht. Da, nimm und lies, lächelte Alfred, dem Freunde einige Briefe reichend, die er seiner Reisetasche entnahm.
Leo griff hastig darnach. Thränen stürzten ihm aus den Augen, als er die Blätter überflog.
„Die Kinder und ich, wir sehnen uns nach dem Vater," schrieb Hedwig, „hoffentlich sehen wir ihn bald wieder." In diesem Tone ging es weiter. Leo war tief bewegt.
„D ich Thor, ich blinder einfältiger Thor," stöhnte er, „wie unglücklich habe ich das arme Weib, die unschuldigen Kinder und mich selbst gemacht! O man wird nicht lange fackeln mit mir, ich werde den Lohr, für meine Thai ernten, den Ich vollauf verdient habe. Man wird mich einsperren, und diesen Makel muß ich zeitlebens mit
Fulda, 22. Oktober.
die Abbildung die Bezeichnung „Weiscapel" ein. gedruckt. Interessant ist bei dem letzteren Exem- plar der Text auf der auch die Ansicht des alten Erfurt zelgenden Rückseite des Folioblattes:
„Von dem Teutschen Land.
Die Statt Erdfurt. Vnd auch Fuld, et. Mer maß contrahetet wie sie mir überschickt semd zu diesem Werk durch den Hochwirdiaen Herren vnd Fürsten, Herren PhilipAm Schenck vonn Scheimßburg (!) Abt zu Fuld? vnd durch den wolgelerten Herren Heinrichen Bopp en, meister der freyen fünften vnd Astro- nomum zu Erdfurt, welche beide meinem ffimemen gantz geneigt gnedigkliche vnd gar gutwilligflich haben auff mein schreiben jhre Hand zu diesem Werk gebotten.
Bon der statt Fuld in der Buchen gelegen, durch den Hochgelehrten Herren Georgi um Wicelium beschriben.
Die Wirren in China.
Um den Beginn der Friedensverhand- langen in Peking ist die Regierung der SB er« einigten Staaten von der chinesischen Siegte» rung ersucht worden. Eine Antwort auf diesen Vorschlag hat das Staatsdepartement in Washington noch nicht ertheilt, es heißt indeffen, daß die Regierung die chinesischen Angebote nicht als ausreichend ansehe. Der Gesandte Gonget theilte der Regierung mit, daß die Echtheit des chinesischen Ediktes über die Bestrafung der Würden- in Peking in Frage gestellt werde. - Präsident Mac Kinley erhielt einen Brief des Kaisers von China. In seiner Antwort auf diesen Bnef spricht der Präsident die Hoffnung aus auf den Beginn der Verhandlungen, sobald die beleidigten Regierungen davon überzeugt seien, daß der Kaiser im Stande sei, die Hauptschuldigen mit der gebührenden Strenge zu bestrafen.
treuen Fürsorge Deines braven Weibes, daß Dich feine Strafe treffen wird!" —
Leo fuhr auf, feine Augen leuchteten in fast überirdischem Glanze.
„Was sagst Du da? — Keine Strafe? — Höre ich recht,--wie ist das möglich?" —
„Niemand wird Dir ein Haar krümmen. Ich selbst wäre nicht darauf gekommen, — aber Weiber sind erfinderisch, besonders, wenn es gilt. Denjenigen, den sie lieben, vor drohender Gefahr zu schützen. Hedwig beschwor mich, um der Kinder und um — Deinetwillen, die Sache hinzustellen als hätte ich mir selbst aus Unvorsichtigkeit die Wunde beigebracht, — ich ihats, — und man glaubte mir, wie man auch glaubt, daß Du ge- gesckäftlich verreist seiest."
Wortlos, mit thränenüberströmtem Gesicht, reichte Leo dem treuen Freunde die Hand. Auch Konrad, der ein stummer Zeuge dieser Scene war, konnte kaum seiner Bewegung Herr werden.
(Fortsetzung folgt.)
Aus tue von dem Bundes ralhe aetroffenen Anordnungen findet die Bestimmung im § 120 e Abs. 4 Anwendung.
In § Hl Absatz 2 bis 4 ist bestimmt:
Di-Eintragungen find mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeitgeber oder von dem dazu bevollmächtigten Betriebsleiter zu unterzeichnen.
Die Eintragungen dürfen nicht mit einem Merkmal versehen sein, welches den Inhaber des Arbeitsbuches günstig oder nachtheilig zu kennzeichnen bezweckt.
Die Eintragung eines U r t h e i l s über die Führung oder die Leistungen des Arbeiters und sonstige durch dieses Gesetz nicht vorgesehenen Eintragungen oder Vermerke in oder an dem Arbcitsbuche find unzulässig.
In den §§ 115 bis 119 a Abs. 1 und 119 b ist die Auszahlung des Lohnes in baar — Verbot des Trucks und die Beschränkung der Lohneinbebaltung — vorgeschrieben. In § J20e Abs. 4 ist Veröffentlichung solcher Verordnungen im Reichsgesetzblatt und die Kenntnißgabe an den Reichstag vorgesehen.
Die Einführung des Lohnbuches soll auch — und in erster Linie — in der Hausindustrie ermöglicht werden.
mir Herumschleppen! Armes Weib, Kinder!"---
Vom Freitag meldet „Reuters Bureau" aus Tientsin: Die Nachricht von der Besetzung Paotmgfus einschließlich der Eisenbahn durch Franzosen bestätigt sich. Die Stadt wurde von einem Bataillon Zuaoen mit zwei Geschützen und einer Schwadron Kavallerie besetzt. Der Feind leistete während des Marsches keinen Widerstand und als d,e Truppen anlangten, wehte die weiße Fahne von den Wällen der Stadt. Die Stadt ist fast völlig oerlaffen und es wurde kein Wiber- tand geleistet. Die britische Kolonne nahm 17 SJlann von den kaiserlich chinesischen Truppen am 16. Oktober in Menanhsien gefangen. Dieselben bildeten einen Theil der 2000 Mann starken Truppenabtheilung, welche ausgefandt war, die Boxer m lener Gegend zu zerstreuen. Die Gefangenen behaupteten, sie hätten 200 Boxer ae- tödtet und seien auf der Rückkehr nach Pachau begriffen gewesen, als sie von der französischen Kolonne beschoffen und zerstreut worden seien. Die Engländer konfiSzirten die Waffen und Pferde dieser Leute und ließen sie dann laufen.
Der spanische Gesandte in Peking Kologen läßt kein Lebenszeichen von sich per» *4n- ®r. ^t dem spanischen Ministerium dB Auswärtigen wth?r auf Briefe noch Telegramme geantwortet. Die Regierung hat ihm jetzt zum dritten Male telegraphisch anbefohlen, sich sofort von Peking nach Shanghai zu begeben.
Shanghai, 22. Oft. AusPeihotien wird
gemeldet: Die Expeditions-Kolonne ist, ohne auf Widerstand gestoßen zu fein, hier eingetroffen. Die chinesischen Lokal-Behörden legten eine sehr freundliche Gesinnung an den Tag.
Der Unglückliche schlug die Hände vor L„_ Gesicht, und schluchzte bitterlich. Alfred legte den Arm um seinen Hals.
ArtsLavd.
+ Amsterdam, 21. Ott. Rach holländischen Quellen wurde die Verlobung der Königin bereits zu Beginn dieses Sommers, als sich die Königin mit ihrer Mutter in Schwarzburg aufhielt, wo sich auch die mecklenburgische Fürstenfamilie befand, vereinbart. Dieser Tage begibt sich der mecklenburgische Landesgerichtspräsident Dr. Langfeld aus Schwerin nach dem Haag, um bei der Feststellung des Eheoertrages mitzuwirke». Die Hochzeit wird selbstverständlich in Holland vollzogen werden. Ein bestimmter Termin hierfür ist noch nicht festgelegt.
* Aaag, 20. Oft. Die Königin, ihr Verlobter und dre Königinmutter sind heute, von der Bevölkerung herzlich begrüßt, in der Residenz eingetroffen. Zum Empfang auf dem Bahnhose war auch der deutsche Gesandte erschienen. Als die Königin und Herzog Heinrich nach ihrer An- kunft im Palais auf dem Balkon dem Volke sich zeigten, wurden ihnen lebhafte Huldigungen bereitet; die Bevölkerung stimmte das National- lieb Wilhelms von Staffauen an. Am Nachmittag erscheint das diplomatische Korps zur Beglückwünschung.
• Aom, 21. Oft. An Bord des aus New- . Nork hier eingetroffenen Dampfers „Ems" verhaftete die Polizei drei angeblich gefährliche Anarchisten; ebenso wurden 9 aus Ancona hier eingetroffene Anarchisten in Haft genommen.
* Madrid, 22. Oft. GeneralAccarraga ist von der Königin-Regentin gestern Abend empfangen worden. Nach seiner Rückkehr aus dem Palast unterhielt er sich längere Zeit mit h-rn Herzog von Teluan und Silvela. Der General war fthx zurückhaltend.
V. Einführung von Lohnbüchern und Lohn, jetteln durch Kundrsruthsverordnung.
Bei den Erhebungen der Kommission für Arbeiterstatistik für die Verhältniffe in der Konfektionsindustrie sind vielfach Klagen über die Unklarheit der Lohnbedingungen geführt worden, lieber gleiche Erfahrungen auch bezüo. lich anderer Industrien haben die Gewerbegerichtwehrfach berichtet. Dehbalb ist dem Bundes, r a t h das R e ch t gegeben, für bestimmte Gewerbe wÄ*'' ”ber »rb-ttSj-tt-I „Mlu.
3m Einzelnen ist bestimmt r snunhparnth bestimmte Gewerbe kann der ?undesrath Lohnbücher oder Arbeitszettel vor.
$nb”!le* Anb uon dem Arbeitgeber oder dem dazu Bevollmächtigten eivzutragen-
11 und Umfang der übertragenen Arbeit, bei Akkordarbeit die Stückzahl:
2. die Lohnsätze;
3. die Bedingungen für die Lieferung von Werk, zeugen und Stoffen zu den übertragenen Arbeiten Der Bundesrath kann bestimmen, daß in die Lohnbücher ooer Arbeitszettel auch Bedingungen für die Gewährung von Kost und Wohnung einzutragen find, sofern Kost oder Wohnung als Lohn oder Zcheil bei' Lohnes gewährt werden sollen.
Auf die Eintragungen finden die Vorschriften des § ill Abs. 2 bis 4 entsprechende Anwendung. 1 Das Lohnbuch oder der Arbeitszettel ist von dem. Arbeitgeber auf seine Kosten zu beschaffen und dem Arbeiter nach Vollziehung der oorgeschriebenen Ein- tragungen vor oder bei der Uebergabe der Arbeit kostenfrei auszuhändigen.
Die Lohnbücher find mit einem Abdruck der Bestimmungen der §§ 115 bis 119 a Abs. 1, 119 b zu versehen. Im Uebrigen wird die Emrichtnng der Lohnbücher und Arbeitszettel durch den Reichskanzler bestimmt.
Herr Landesbiblivthekar Dr. Seelig machte im GcschichtSverein die Mittheilung, daß ein bezügl. Brief des Georg Wizel ober WizeliuS in hiesiger Landesbibliothek aufbewahn werde. Dieser bekannte Gelehrte des XVI. Jahrhunderts, — der 1501 zu Vacha geboren war und von Wittenberg aus mit Luther, Melanchthon und Karlstadt befreundet, anfangs sehr eifrig für die sogen. Reformation eintrat, später aber wieder zur Mutterkirche zurückkehrte, — hat bekanntlich die Krätzmühle erbaut und darin auch einmal Melanchthon als Gast beherbergt. Im Jahre 1554 verkaufte er sein HauS. das im schmalkaldjscheu Kriege von hessischen und sächsischen Söldner» arg geplündert worden war, und siedelte nach Mainz über, wo er 1573 nach einem sehr bewegten Leben gestorben ist.
Es dürste vielleicht von Interesse sei«, hier noch anzusügen, was der gelehrte Jesuit k. E. M i ch a e l im zweiten Bande seines Werkes „Kulturzustände des deutschen Volkes während des 13. Jahrhun- dertS" über die „Weißfrauen" sagt:
„Deutschen Ursprunges sind die büßenden Schwestern der hl. Magdalena, auch Reuerin - nen oder wegen ihrer Kleidung Weißfrauen genannt. Eine elsässische Quelle vom Ende des 13. Jahrhunderts nennt den Kleriker Rudolf von Worms als ihren Stifter. Sicher hat dieser Orden, deffen Mitglieder die Verirrungen der Vergangenheit zu sühnen beftrebi waren, schon am Anfang; d«s 13. Jahrhunderts bestanden. Papst Gregor IX., welcher den Bischof Konrad II. von Hildesheim zum Beschützer der Magdalene- rinnen aufstellte, hat in einer Bulle vom Jahre 1227 ausdrücklich den Anschluß derselben an die Benediktiner-Regel nach dem Muster von C i t e a u x »ervorgehoben, ihnen jedoch im Jahre 1232 die sogen. Augustiner-Regel bewilligt.« I. Gr.
v. d. Osten-Sacken einen Besuch ab. — Der bisherige Reichskanzler Fürst Hohenlohe gedenkt Anfang November nach Berlin zurückzukehren und die Amts- gcschäfte seinem Nachfolger nominell zu übergeben — E-ne heute erschienene Extra-Ausgabe des Militär- Wochenblattes bringt ziemlich umfangreiche Veränderungen in den mittleren und höheren Kommandostellen der Armee, welche der Kaisn in Homburg am 18. Oktober vollzogen hat. U. A. find zwei Generalmajore in Genehmigung ihrer AbschiedS- mit Pension z. D. gestellt worden; außerdem ° Kommandeure aus dem aktiven
ostafiatischen Expeditions-Korps nant« -rs»s„ed°f°rderun8m von Leutnants zu Oberleut- ber1 »r dr-Mige des Kommandeurs
Armee-Kommandanten Grafen e?tiAtieb beS preußischen Herren- Kleist von Schönburg-Glouchau ist &»^storben. — Dem Staatssekretär Großherzog das Großkreuz des Philippsordens verliehen worden.
. * 20. Oft. Nachdem in der gestern
t»i 14. Bezirk (Tabarz - Fröttstädt) vollzogenen Landtagswahl der Kandidat der Liberalen mit 22 gegen 20 Stimmen gewählt wurde, ist eine sozialdemokratische Mehrheit int Gothaischen Landtag ausgeschlossen. Die noch ausstehenden Wahlen können hieran nichts ändern. Der Landtag soll bereits im November zusammenberufen werden.
Fvlda ist die Hauptstatt dieses lendlins so man die Buchen nennt, und tigt zwischen Thüringen, Franckenland, Wederaw vnd Hessen. Es ist die Buchen zimlich wol erbauroen mit ftetten, schlössern vnn Dörflern, es hat auch fliessende Wasser, feen, wäld, äcker, gärten, reifen, brunnen, vnd nach landsarth ein geschlachtet; Boden, ausgenommen das es kein Wein tregt. Die Wasser, so dardurch fliessen, seind die Fuld, Huna, Guerra vnd Vlstera. Die Dörffer so die nähe vmb die statt Fuld ligen, nennt man Cellen, das noch anzeigung ist des alten zunernenden Benediktiner closters. Dise gantze gegenheit wird mit reelber vmbzeunet, allermeist aber mit herrliche eiche vn buchbäurnen. Jr sprach ist gernischet mit hoch vnd niderlendischem Teutsch. Die Begangenschafft der statt Fuld stath fast auff reullen vnd leinen, vnd die einreoner füren solche war zu verkauffen ghen Wirtzpurg in Franken vnd ghen Cassel in Hessen. Es ist in bifer statt gar ein altfränkisch Münster bas ein sunberlich gezierb ist bes gantzen lanbs, in ber ehr des Seligmachers gebauroen, vnd dahin in ber rauhen art zu den geilen des heiligen blschoffs Bomfacij vnn künig Pipini anno Christi 955 auch die statt Fuld gebauroen. Doch sagen bie anberen, es sey das closter gebauroen worden oon dem gedachten Bonifacio nüber betn großen K. Carlen, Dir darnach mit ber Zeit auch bie statt erwachsen. Es hat biß closter vil geterter männer ge= gogen, bie auch mit jren geschriffte ben nachkommen berrliche unbroeifung haben geben, sonderlich aber Rabanus, Strabus, Adrianus vnd andere mere sich weidlich haben mit schreiben geübt. Item biß clofter hat bischoff geben ghen Mentz, Freisingen, Halberstadt, Hilbißheim rc. Es ist auch größlich gefreiet worden von Bäpsten vnd Keysern, als das es keinem Bischoff oder auch Ertzblschoff vnder- worffen ist, vnd bie Keyser habe auch ein Apt von Fuld zu eim Fürsten des Reichs gemacht, der vyl lehsn hin vnd wider zu verleihen halt. Dise ■ ätuterj ift Äfö groß ono mechtig^ das sie auch manchem bisthumb möchte vergliche werden. Der erste abt hat geheissen Sturmis, der and' Gan- golphus, der drift RatgarinS, der vierdt Eigel, der 5. Rabanus rc. Der 62. Philippus Schenk vo Scheimßburg, so dem regiment mit großer dapfferkeit vn weißheit fürgeftanbe, vn auch mit gnedigem mitte diß buch zu giere, die piclur seiner statt Fuld überschickt halt, darzu bewegt durch den hochgelerten Herren Georgium Wicelium. Im jar 1546 ist H. Hans Friderich ghen Fuld komme vnd den Abt vmb 30000 gülden gescheht, vn vermeinte die knecht die statt zu plünd'n, aber durch hilff Gottes ist es durch die einwoner verhütet worden. 63. Wolffgang vs Vssigkheim ein alter Herr, regiert diser Zeit anno 1558. Diser Wolffgang ist im jar 1558 zu Frankfurt mit tob verscheiden, vnd der tobt Körper wider ghen Fulda vff den andern Mey zur erben bestattet worben, ward gleich den anb’n tag hernach zu Abt erhob? Wolffgang Schutzbar."