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e*”l|8» 3. t» »tiba. *" mit Zlntertzattungs -Weitage „Mustrirle Somtags-Zeitung"

Inf und Veite« de» Lnldae» Lcttendrnie»«' peUreflag« C». 2 (Bermeelt).

M 242.

Jutta, Samstag, den 20. Oktober 1900.

27. Jahrgang.

Mit gutem Willen und mit Vertrauen

S Reichskanzler Graf Bülow.

Traf Bülow ist nach Berlin zurückgekehrt. Die eigentliche Uebergabe der Geschäfte an ihn durch den Fürsten Hohenlohe soll erst später er­folgen. Vorher ist Fürst Hohenlohe von Hom­burg aus «ach Süddeutschland weiter gereift, um stch von den süddeutschen Höfen, namentlich von dem Münchener Königshofe, zu verabschieden.

Graf Bülow hat als deutscher Botschafter in Rom sich schon eine gewisse Berühmtheit erworben, sowohl durch sein diplomatisches Geschick, als auch durch sein hervorragendes Talent, alle Men­schen, die mit ihm in Berührung kamen, durch sein gewinnendes Auftreten zu fesseln. Als er den Ruf erhielt, an die Spitze des Auswärtigen Amtes zu treten, erzählte man sich, er sei gar nicht sehr bereitwillig dazu gewesen, diesem Rufe Folge zu leisten, denn er habe in Rom oft genug geäußert, er wolle in Rom bleiben und dort sterben. Das sind ansprechende Charakterzüge des neuen Kanzlers: ein feiner Diplomat, von ausnehmend gewinnendem Wesen, nicht str?ber- haft angelegt. Aber aus diesen drei Eigenschaften, obwohl sie alle drei sehr gut sind, baut man noch keinen Reichskanzler auf, wie er sein soll, und wie er gerade zu jetziger Zeit sein muß. Und es kommt hinzu, daß Gras Bülow nicht allein zum Reichskanzler, sondern gleichzeitig zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt ist. Wer- den schon an den Reichskanzler hohe Ansprüche gestellt auf dem Gebiete der innern Politik, so ist das bei dem preußischen Ministerpräsidenten in noch viel höherem Maße der Fall. Von den Fähigkeiten des Grafen Bülow auf dem Gebiete der innern Politik weiß man bisher aber noch gar nichts. Von einem innerpolitischen Programm des neuen Kanzlers und Ministerpräsidenten kann darum vorläufig in keiner Weise die Rede sein.

muthungen, die in dieser Zeitung ausgesprochen wurden. Die ganze Ecenerie macht Überzeugend den Eindruck, daß irgend ein bestimmter Umstand eingetreten fei, der den Rücktrittsentschluß des Fürsten Hohenlohe in unerwarteter Weise früher zur TTatsache reifen ließ, als es ursprünglich in der Absicht des Fürsten lag. Die Bürde der Jahre mußte er am Schluffe der letzten Tagung des Reichstages ebenso stark fühlen, wie jetzt. Und damals, im Frühsommer, würde der Zeit­punkt für einen -kanzlerwechsel ohne Zweifel glücklicher gewählt gewesen sein.

X Die Islkstreöite und die gemischten Transitlager sollen nach dem vorliegenden Entwürfe des neuen Zolltarif-Gesetzes augenschein­lich wirklich nicht aufgehoben werden. Auch der,Nationallib.Korresp/ wird dies bestätigt mit der gleichzeitigen Bemerkung, daß für die Zoll- frebite nur eine angemessene Verzinsung vorge­schlagen wird, deren Höhe vom Bundesralhe be­stimmt werden soll. Die Verzinsung soll fort­fallen bei Zollkrediten für solche Maaren, welche im Jnlande nicht erzeugt werden. Das entspricht nun nicht den Andeutungen, die ehedem die Ver­treter der verbündeten Regierungen im Reichstage gemacht haben. Bon bestimmten Versprechungen derselben kann man nicht reden; denn solche sind in der That nicht gegeben worden. Aber allge­mein sind die Aeußerungen der Regierungs-Ver­treter über die genannten Dinge so aufgefaßt worden, daß die Absicht der Aufhebung der gemischten Transitlager und der Zollkredite be­stehe; und in diesem Sinne kann man sagen, daß der Entwurf des neuen Zollgesetzes starke Ent­täuschungen für viele Betheiligte enthält, die auf ein entschiedenes Vorgehen der Regierung bestimmt

Gerade im gegenwärtigen Augenblicke steht unter allen anderen politischen Fragen an Wichtig­keit die eine oben an: was bedeutet unsere China­politik?

! gehofft hatten, namentlich für die Landwirthschast. Die Regelung dieser Fragen könnte aber auch ganz gut sofort erfolgen ohne Zusammen­hang mit dem Zollgesetze; und sogar die »Nationallib Korresp/, welche doch sicherlich nicht im Verdacht einseitigen Agrarierthunns steht, er­kennt an, daß dieLandwirthschast ein Recht habe auf baldigste Aufhebung der Zollkredite und der Tranfitlager. Man kann sich dieser Auffaffung nur anschließen. Die Aufhebung istnothwendig.

• Ate deutsche MechtschreiSnug sollte, wie vorher mehrfach berichtet wurde, einer Um­wandlung unterzogen werden. Dazu wird jetzt offiziös in der ,Nordd. Allg. Zig.' geschrieben, daß diese Nachrichten „offenbar auf unzulänglicher Information beruhen", daß er „durchaus nicht in der Absicht des preußischen Kultusministers liege, die sogenannte Puttkamer'sche Rechtschreibung durch eine andere zu ersetzen. Zu dem Ergebnisse, daß an ihr festzuhalten sei, habe auch die Be- rathung einer kürzlich von ihm einberufenen Kom­mission geführt. Die dabei betreffs einiger Einzel­fragen gemachten Vorschläge seien unwesentlicher Natur".

* Auf die zur öffentlichen Zeichnung aufge­legten 30 000 Stück AeichsSrmkscheirte find 50 000 Stück gezeichnet worden. Dies Ergebniß faßt die ,Nordd. Allg. Ztg/ dahin zusammen, daß | der aufgelegte Betrag von ernsthaften Zeich­nern zwar glatt aufgenommen worden, von einer nennens werthen Ueberzeichnung aber kaum die Rede sein kann. Wenn auch der Zeichnung? preis nur eine mäßige Ver- zinsung des angelegten Kapitals verspricht, so gilt doch der Reichsbankantbeil für solide Kapi­talisten bei einer verhältnißmäßigen Sicherheit noch immer als ein so aussichtsvoller Anlage­werth, daß er gern erwsr ben wird, zumal gegen­wärtig, da der starke Rückgang des Kurses der Reichs- und Staatsanleihen manche vor deren Erwerb zurückschreckt. Alles in Allem wird man zuzeden müssen, daß die Reichsregierung mit dem von ihr gewählten ZrichnungSpreise das Richtige getroffen hat.

* Die Vorlage.betreffend die Arrtzerknrs- setzim, -er Mereiuslhaker österreichische« Gepräges, die dieser Tage dem Bundesrath zugeqangen ist, bestimmt:

Gedanken und Pläne durchkreuzten sein Hirn. In dem Gewühls, das in Florenz in den Abend­stunden auf den im Cmtrum der Stadt liegenden Straßen und Plätzen besonders zunimmt, war an eine ruhige Aussprache nicht zu denken. Als die Beiden aber bei einem Glase duftenden Weines saßen, fing Alfred zu erzählen an, wie er Julia kennen und lieben gelernt hatte, von Anita, von seinen Befürchtungen und Hoffnungen, kurz von allem, was er erlebt.

Konrad hatte aufmerksam zugehört. Auch er war fest Überzeugt, daß alles ein Werk jenes Weibes sein.

„Nicht genug, daß sie Ihren Bruder, den armeu Roland, betrog," brauste Konrad zornig I auf, „nun greift sie auch noch vernichtend in das i Glück ihres eigenen Lebens ein, nicht einmal daS arme Kind schonend, das jedenfalls so schwer leidet, wie Sie selbst, mein Freund. Das sieht jener Schlange ähnlich, die ich hasse, wie nichts in der Welt. Sie müffen unverzüglich nach Hamburg zurück und die ganze Schändlichkeit dieses Weibes aufdecken, das sind Sie sich und Ihrer Braut schuldig."

Doch Alfred schüttelte trübe den Kopf.

„Eben um Julias willen kann ich es nicht! Soll ich vor daS reine Ktnd, das kaum eine Ahnung hat, was Sünde ist, hiutreten und ihm sagen: „Deine Mutter, zu der Du bisher mij Liebe unö Achtung aufgeschaut hast, die Dir der Inbegriff alles Hohen ist auf Erden, diese Mutter ist eine Betrügerin, ein Weib, daS aus gemeinem Eigennutz und schändlichem Egoismus meinen Bruder, Dich und mich opferte! 3&r Geld ist einem Anderen, — ist mir gestohlen, sie

Auswärtigen Reichsamtes noch selbst vorbehalten. Genannt wird auch Freiherr von Rotenhan

Wenn der Reichskanzler Graf Bülow noch derselbe ist, wie ehedem der Staatssekretär Frei­herr von Bülow, bann brauchen wir Besorgnisse gerade deswegen nicht zu hegen. Gleich in der ersten Sitzung des Reichstages, in der der damals neue Staatssekretär das Wort ergriff zu der Besetzung von Kiautschou, sagte et: „Fürchten Sie nichts meine Herren! Der Reichskanzler ist nicht der Mann, und seine Vertreter sind nicht die Leute, irgend unnütze Händel zu suchen. Wir empfinden auch durchaus nicht das Bedürfniß, unsere Finger in jeden Topf zu stecken. Aber wir können nicht zugeben, daß sich in China die Ansicht festsetze, nnS gegenüber sei erlaubt, was man stch Anderen gegenüber nicht herausnehmen würde. . ." Das klingt nicht nach Abenteuer- j lüft und Angriffspolilik. Aber es wird unter den völlig veränderten Umständen nöthig sein, daß der Reichskanzler dem Reichstage das wieder­holt, was der Staatssekretär damals versprochen hat, wenn man ganz fest davon überzeugt sein soll, daß Graf Bülow in der Beurtheilung und Behandlung dieser Dinge derselbe geblieben sei.

Nach der Chinafrage kommt das Thema von den neuen Handelsverträgen, ein Mittelding zwischen äußerer und innerer Politik. Wie wirb Graf Bülow dieses Ding auffaffen? Es war sehr auffällig, baß nach den offiziösen Ankünbigungen auf einmal von einem einheitlichen Zolltarife die Rebe war, ber durch den Entwurf eines neuen Zollgesetzes verkörpert werben solle, während man vorher nur immer von einem Doppeltarif gehört hakte; und ohne darauf folgenden Widerspruch ist in der Presse unmittelbar die Behauptung aufgestellt worden, Graf Bülow sei ein ent­schiedener Gegner des Doppeltarifs. Da würde denn gleich die Gelegenheit zu scharfen wirth- schaftlichen Fehden im Reichstage gegeben fein, wenn es sich wirklich so verhalten sollte. Aber zu befhmmten Behauptungen in diesem Sinne kann man aus den bisherigen Ereigniffen noch

unbewußt hingeworfene Bemerkungen die Ent­deckung herbeiführen konnten.

Lange, lange faß Alfted in tiefe Gedanken versunken, offenbar wußte er gar nicht mehr, daß noch Jemand bei ihm war, bis ein leises Ge­räusch ihn darauf aufmerksam machte.

„O bitte, verzeihen Sie mir, ich vergaß ganz Ihre Gegenwart!" rief er Konrad zu. „Aber die Entdeckung kam zu plötzlich und unerwartet, wie ein Blitz hat sie mich getroffen."

Konrad wartete geduldig, als Alfred wieder in Schweigen versank.

Der Profeffor zweifelte auch nicht mehr da­ran, baß die That seines Freundes Eilenberg ebensalls auf versteckte Jntriguen Anitas zurück- zusühren sei; leicht hätten ihm die Anstiftungen dieses Weibe« das Leben kosten können. Was mochte diese Teuselin nur der armen Julia, was mochte sie Eilenberg weißgemacht haben?

„Kommen Sie," sagte Alfred endlich aus­stehend und seinen Arm in denjenigen Konrads schiebend, „w r wollen writergehen, seien Sie I mein Führer und mein Gast, — bei einem Glase guten, italienischen Weines will ich Ihnen alles erzählen."

Dar ließ fich Konrad nicht zweimal sagen. Der Wein war etwas gar Seltenes bei ihm. Langsam wanderten fie dahin. Konrad machte den schweigsamen Profeffor auf alle Schönheiten der.lieblich im Abendsonnenschein daliegenden, herrlichen Stadt aufmerksam.

Alfred hörte kaum auf die begeisterten Schil­derungen seines Begleiters, hatte kaum Augen für all' die Schönheiten, die Jenen immer wieder entzückten. Sein Herz war übervoll, tausend I

gewiß richtig; ich vergesse so etwas nicht, auch wurden die Beiden hier getraut, und da können sprach 9en<,U cr^ren' die Wahrheit

^freb roar auf das Bänkchen gesunken; eine ganze Werke verstrich in lautloser Stille. Er hatte dre Hände vor das Gesicht geschlagen, ein leises Stöhnen entrang sich seiner Brust, er schien noch immer mit einer gewaltigen Aufregung zu kämpfen.

Der Andere ließ ihn gewähren.

Alfred sprang wieder auf und schlug sich vor die Stirn.

„Wie man nur so blind sein kann! Warum ich nur nicht früher darauf kam, — aber, — wer konnte denn das denken, und dennoch, — das Gesicht, — die Augen. — es müßte mir doch ein­gefallen sein, — und keine Ahnung hatte ich. — keine Ahnung!" -

Wieder wurde es still, Alfred starrte vor sich hin.

Ein Abend tauchte klar und deutlich vor ihm auf, jener Aberd, da er Julia die Geschichte seines Bruders erzählt, da er von jenem Mädchen gesprochen, das den Armen betrogen und bestoh­len, da er die Gefühle der Rache geschildert, die ein Innere« erfüllten. Ohne Zweifel hatte Anita aus dieser Erzählung sofort herausgefunden, was dr da drohe, welcher Gefahr sie selbst durch »inen täglichen Verkehr auSgesetzt war. Jetzt wußte fich Alfted auch den ihm so unerklärlichen >aß zu deuten, mit dem Anita ihn verfolgte, und zwar feit jenem Abend, an dem er die Geschichte "zählt hatte. Wie Schuppen fiel es ihm von >en Augen, nun war ihm alles klar, sie wollte ich den Feind vom Halse schaffen, ehe einige |

Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

86 ------ (Nachdruck verboten.)

„Nachdem Anita in den Besitz des Gelder ge­langt war, kaufte sie fich ein Landhaus, und lebte als große Dame; sie hatte erreicht, was sie ge­wollt, und Niemandem fiel es ein, der reichen, vornehmen, schönen Signora etwas Unrechtes nach­zusagen. Vielleicht kannten noch recht Wenige ihre Geschichte, es fanden sich natürlich viele Bewerber, und unter allen wählte sie nach kurzer Zeit einen Fabrikbesitzer aus Hamburg, — mit Namen Hans Reinhold." —

Diese Worte übten auf den Professor eine Wirkung aus, wie ein Blitz an« heiterem Himmel.

Alfred stürzte auf den erschrocken einen Schritt zurückweichenden Konrad zu; zitternd erfaßte er dessen Arm, und umklammerte ihn mit beiden Händen so fest, daß es ein schmerzliche« Gefühl erzeugte, und es ihm nicht möglich war, sich davon zu befreien.

„Aber, was ist Ihnen denn, Sie erschrecken mich!" rief Konrad.

„Mensch. — um Gotteswillen, täuschen Sie fich auch nicht? Besinnen Sie fich, sprachen Sie wirklich den rechten Namen au«?4 stieß Alfred hervor. Seine Brust hob und senkte fich in rascher Folge, die Augen starrten unverwandt auf den ver­wundert dreinblickenden Konrad, der fich da« Be­nehmen de« Anderen nicht zu deuten wußte.

„Eine Täuschung ist vollständig ausgeschlossen", begann Konrad ruhrg, „ich habe Anita« Gatten zwar niemals gesehen, aber ber Name ist ganz

I als Nachfolger, jetzt preußischer Gesandter beim Vatikan. Jedoch beruht diese Namensnennung wohl nur auf Vermuthung, dadurch entstanden, daß Herr von Rotenhan jetzt gerade auf Urlaub in Berlin weilt.

+ Akötzttche, «uvorhergeseH-«e Kiuwir- Rttttge# nehmen auch die ,Berl. Reuest. Nach­richten4 als vorhanden bei dem Entstehen des Entschlusses des Fürsten Hohenlohe vom Kanzleramte zurückzutreten. „Wenngleich eS an Anzeichen nicht fehlte, daß die Jahre des Fürsten Hohenlohe seinem amtlichen Wirken in nicht all­zu langer Zeit ein Ziel setzen würden, so ist die so schnelle Entscheidung selbst amtlichen > Kreisen unerwartet gekommen" — so schreibt das genannte Blatt, daS aus der Um­gebung des Fürsten Hohenlohe meist gut unter­richtet gewesen ist: „Fürst Hohenlohe hatte noch zu Ende der vorigen Woche fich dahin ausge­sprochen. daß er für feinen Rücktritt, sofern der Kaiser ihm sein Vertrauen bewahre, keinen An­laß sehe, ja daß ein Rücktritt im gegenwärtigen Augenblicke ihm als Fahnenflucht erscheinen würde. Noch am Sonnabend sah er es als seine selbstverständliche Pflicht an, daß er dem Reichs­tage wegen der Nichteinberufung in diesem Som­mer Rede zu stehen habe. Die Ueberzeugung, daß er feine« Jahren nunmehr den Tribut zollen müffe, den oas Alter von ihm fordert, kann mit­hin erst am Sonnabend oder Sonntag Platz ge­griffen hoben." Diese Auffaffung des genannten Blattes deckt sich vollkommen mit den Ver-

§ 1. Die in Oesterreich bis zum Schluß des JahreS 1867 geprägten Bereinsthaler und Bereinsdoppelrhaler gellen vom 1. Januar 1901 ab nicht mehr al« gesetz­liches Zahlungsmittel. Ss ist von diesem Zeiipunkt ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen Nie­mand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. § 2 Die in § 1 bezeichneten Thaler werden bis zum 91. März 1901 bei den Reichs- und Landrslassen zudem Werthverhältniffe von drei Mark gleich einem Thaler sowohl in Zahlung als auch zur Umwechfelung ange­nommen. § 8. Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausche findet auf durchlöcherte und anders al» durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte, sowie auf verfälschte Münzstücke keine Anwendung. — Nach den der Vorlage beigegebenen Erläuterungen wird nur mit einem geringen Betrag österreichischer Thaler zu rechnen sein, welcher von der Außerkurssetzung be­t'offen wird (höchstens etwas über 1 Million Mark). Die Maßnahme wird daher auf die thatsächliche Ge­staltung des Münzumlaufs keine Einwirkung ausüben. Die bei der Reichsbank noch vorhandenen und später eingehenden österreichischen Thaler werden bei der Prägung von ReichSfilbermünzen Verwendung finden.

* lieber die neuen Aefekigunger» des Hst- fee-AriegsHafe»- Aist verlautet Folgende«:

Man muß es geduldig abwarten, wie Graf kein Recht ableiten.

Bülow auf diesem Gebiete sich betätigen wird F” F __________________

— hat er Sinn für Recht und Gerechtigkeit, bann kommen Inland und Ausland dem Grafen Bülow wird er vor ollen Dingen daran denken müssen, entgegen. Möge dieses gute Vertrauen niemals was der Reichstag nun bereit« fünf Mal beschlossen ernstliche Störung erleiden!

hat, nämlich an die Aufhebung des schmählichen ——g=H^=a=SBHi Ausnahmegesetzes gegen die Jesuiten. Deutsche I

Bürger sollen, weil sie deutsche Bürger find, in Deutsches Reich.

der ganzen Welt mit Achtung und Höflichkeit be-

handelt werden, und das ist eine ganz gerechte Berlin, den 19. Oktober.

Forderung. Aber da« Vaterland stößt deutsche ft A-r «-«- Staatssekretär des X«s- Bürger über fe ne Grenzen in die Fremde hinaus, wärtige« Amtes als Nachfolger des Grafen nur darum, weil diese ihrer Pflicht treu bleiben von Bülow ist noch nicht ernannt Am meisten und ihr Gelübde nicht brechen wollten! Das iß genannt wirb der Name des Frei Herrn von eine Ungerechtigkeitsondergleichen; und gleichzeitig Richt Hofen, jetzt Unterstaatssekretär im Aus­ist e« eine Unhöflichkeit sondergleichen gegen den wärtigen Amt. Die Ernennung desselben ist am Reichstag, einen von diesem bereit« fünf Mal ge- wahrscheinlichsten, da es alsdann zwischen den faßten Beschluß so zu behandeln, al« wäre er gar beiden Herren einer neuen gegenseitigen Ein- nicht auf der Welt. Für den Reichskanzler Grafen arbeitung nicht mehr bedürfen würde Jeden- Bülow muß es darum eine feiner ersten Aufgaben falls wird sich ja Graf Bülow namentlich in fein, hier in dieser Frage Wandel zu schaffen und der nächsten Folgezeit, die eigentliche Leitung des den einfachsten Forderungen der Gerechtigkeit zur m = • - - - ----- - - 1

Geltung zu verhelfen.