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L 239.
Jutöa, Mittwoch, den 17. Oktober 1900.
27. Jahrgang.
Walt md Skdkgtmz der GmeM- Mmss-NmSe mm 30. Iml 1900.
VIII.
B. Sonstige IteßimmLngsN der HewerSe- Hrdnrmg.
I. Deus Kestimmnngen dezügUch genrhmigungs- pflichtrzer Anlagen.
Bezüglich der geuLhmigungkpfltchtigen Anlagen find einerseits Erleichterungen vorgesehen/? andererseits ist dir GenehmigungLpflicht ausgedehnt.
1. Zur Errichtung von Anlagen, welche durch die örtliche -Lage oder die Beschaffenheit der Betriebsstätte für die Bescher ober Bewohner der benachbarten Grundstücks ober für das Publikum überhaupt erhebliche Nachtheile, Gefahren oder Belästigungen herbei- führen können, ist eine besondere Genehmigung crsorderlich (§ 16) Diese genehmigungspflichtigen Anlagen sind im § 16 der Gewerbeordnung namemlrch aufgeführt. Gegen den Bescheid (in Preußen: des Kreis- resp. Stadt-Ausschuffer) ist Rekurs (in Preußen: an den Handetsminister) zulässig. Dadurch kann eine ungerechtfertigte Verzögerung entstehen, die um fo bitterer empfanden wird, wenn der Tm- fpruch auf ganz unzutreffenden, ja frivolen Angaben bericht. Hier soll nun die in erster Instanz entscheidende Behörde berechtigt sein, dem Unternehmer auf feine Gefahr die unverzügliche Ausführung der baulichen Anlagen zu gestatten, ohne die Entscheidung zweiter Instanz abzuwarten. Fällt dann allerdings diese Entscheidung gegen den Unternehmer aus, dann ist er doppelt geschädigt. Die Novelle geht eben von der Annahme aus, daß sowohl die Behörde erster Instanz als auch der Unternehmer mit der nöthigen Vorsicht von dem Recht Gebrauch machen werden.
Zum Schutz der Unternehmer ist dann noch die weitere Bestimmung ?msgrnommen, daß die bei dem Konzrssions - Verfahren zugezogenen Sachverständigen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind und sich des Gebrauchs der so zur Kenntniß gekommenen Betriebsgeheimnisse zu enthalten haben.
In der Novelle ist zunächst hinter dem § 19 der Gewerbeordnung neu eingeschaltet:
§ 19 a. In dem Bescheide kann dem Unternehmer auf feine Gefahr unbeschadet deS Rekursversahrens (§ 20) die unverzügliche Ausführung der baulichen Anlagen gestattet werden, wenn er dies vor Schluß der Erörterung beantragt. Die Gestattung kann von einer Sicherheitsleistung abhängig gewacht werden.
Weiterhin bestimmt ein neuer
§ 21a. Die Sachverständigen (§ 21 Z,ff. 1) haben über die Thatfachen, welche durch das Verfahren zu ihrer Kennlniß kommen, Verschwiegenheit zu beobachten uns sich der Nachahmung der von dem Unternehmer geheim gehaltenen, zu ihrer Kennlniß gelangten Betriebseinrichtungen und Betriebsweisen, solange als diese Betriebsgeheimnisse sind, zu enthalten.
2. Gemäß § 23 Absatz 2 der Gewerbeordnung kann durch die Landesgesetzgsbung der sogen. Schlachthauszwang eingeführt werden, aber nur für solche Orte, in welchen ein öffentliches Schlachthaus besteht. Nun kann es zweckmäßig fein, daß zwei oder mehrere be- nachbarte Orte ein gemeinsames Schlachthaus errichten. Um dann auch für diese sämmtlichen angeschloffenen Orte den Schlachthauszwang eiusühren zu können, hat j-tzt dieser Absatz 2 folgende Faffung erhalten:
Der Landesgesktzgebung bleibt Vorbehalten, die fernere Benutzung bestehender und die Anlage neuer Prioatschlächtereien in solchen Orten, für welche öffentliche Schlachthäuser in genügendem Umfange vorhanden sind oder errichtet werden, zu unterfagrn.
3. Aus Rücksicht auf die Gesundheit und die Schönheit des Stadtbildes haben viele Stadt Verwaltungen in ihren Baupolizeiordnungen die Errichtung von gewerblichen Anlagen, insbesondere solcher, die durch starken Rauch, V-rbreitung schädlicher Dünste oder durch starkes Geräusch für die Nachbarschaft und das Publikum lästig sind, in bestimmten Stadttheilen verboten oder von erschwerenden Bedingungen abhängig gemacht. Um Zweifel der Zuständigkeit za beskitigen, sollen die nach § 16 der Gewerbeordnung genehmigungspflichtigen Anlagen ohne
Weiteres diesen Beschränkungen unterworfen fein, indem der § 23 Abs. 3 folgende Füffung erhält:
Soweit durch landesrechtliche Vorschriften Bestimmungen getroffen werden, wonach ge- wiffe Anlagen oder geroiffe Arten von Anlagen in einzelnen OrtStheilen gar nicht oder nur unter besonderen Beschränkungen zugelaffrn sind, finden diese Bestimmungen auch auf Anlagen der im § 16 erwähnten Art Anwendung.
(Fortsetzung folgt.)
Gedenke mein!
Eine Geschichte aus dem Leben.
„Anna, kommst Du heute zum Tennis-Spiel in den Stadtpark?" fragte ein modern gekleidetes junges Mädchen von auffallendem, freiem Auftreten eine jüngere Freundin, mit der fie an der Thüre ihres Vaterhauses zusammentraf.
„Ich darf nicht, Dora; ißapa erlaubt mir nur eine Stunde wöchentlich hinzugehen; er sagt, das sei vollkommen genug für diese Art Vergnügen." . . .
„Ha, wie streng Dein Vater ist! Meine Eltern kümmern sich zum Glück nicht viel darum, wie ich meine freie Zeit verbringe . . ."
„Ich habe leider nicht viele freie Augenblicke übrig", klagte Anna. „Den ganzen Tag heißt es thätig fein, bald in der Küche, bald im Bügelzimmer oder am Flickkorb. Tante Christine, die feit Mamas Tode bei uns ist, läßt mich keinen Augenblick zur Ruhe kommen. Sie sagt, die Arbeit fei uns fo nöthig, wie dem Fisch das Waffer. Nicht einmal lesen darf ich am Werktage. Du glaubst nicht, wie ich die Bücher entbehre, Dora."
„Und ich habe gerade eine fo amüsante Geschichte gelesen! Ich fand das Buch im Studir- zimmer meines Bruders und habe es ihm entführt! Das maßt Du lesen! Da werden Dir einmal die Augen aufgehen, Fräulein Einfalt, wenn Du hörst, wie es in der großen Welt zu- geht."
„Aber die Tante! . . . Und ich habe Mama auf ihrem Sterbebett versprochen, nur gute Bücher und niemals heimlich zu lesen."
„Das war im vorigen Jahre. Da warst Du ein Kind, und jetzt bist Du ein junges Mädchen. Und was das Buch betrifft: weißt Du, ich lese auch keine schlechten Bücher. Es ist nur amüsant und pikant, wie mein Bruder sagt, und ein rohes oder gemeines Wort kommt in dem ganzen Buche nicht vor. Wir sind doch alt genug, um zu wissen, wie es in der Welt aussieht, und man muß doch auch über die Bücher, die soviel Aussehen machen, ein Wörtchen mitreden können."
„Wenn das Buch also nicht schlecht ist . ." „Du beleidigst mich, Anna!"
„So leihe es mir, liebe Dora. Ich vergehe vor Verlangen, endlich einmal wieder etwas zu lesen. Meine alten Kinderbücher kenne ich fast auswendig und das Buch aus dem Barromäus- verein darf ich auf Vaters Wunsch nur alle 14 Tage wechseln."
„Armes Kind, Du lebst ja wie ein Nönnchen!" sagte Dora mitleidig und herablaffend. Dann drängte sie die Freundin, mit ihr ins Haus zu treten und Überreichte ihr das besprochene Buch. Ein flüchtiger Blick auf das Titelblatt zeigte Anna, daß es eine Uebersetzung aus dem Französischen sei. Zu ihrem Unbehagen fiel ihr ei«, wie ihre Lehrerin in der französischen Litera- turstunde sie immer und immer wieder vor den modernen französischen Unterhaltungsschriften gewarnt hatte. Aber sie hatte nicht den Muth, das Buch der Freundin sofort wieder zurück zu geben, ihre Lesewuth und die feige Furcht, die mehrere Jahre ältere, vornehme und verwöhnte Dora zu beleidigen, hinderte sie daran.
Sie wollte jedenfalls das „pikante und amü- fante" Buch einmal durchblättern, das würde ihr wohl nichts schaden, dachte fie.
Am Abend schützte sie Kopfweh vor, um zie- tiger als sonst in ihre Schlafkammer zurückziehen zu töxnen. Die böse Saat der Heimlichkeit und des Ungehorsames fing schon zu keinem an: Die sonst fo aufrichtige Anna hatte eine Lüge gesprochen. Statt wie sonst vor dem Kruzifixe über ihrem Bette niederzuknieen und ihr Abendgebet zu sprechen, setzte sie sich ans Fenster, um beim letzten Schein des Tageslichts sogleich die heimliche Lesung zu beginnen. Begierig Überflog sie die ersten Seiten. Wie hinreißend war die Sprache, wie glühend die Schilderung deS Lebens und Treibens der großen Welt, die für Anna bis dahin ein unbekanntes Zauber land gewesen! Ihr Herz klopfte, ihre Wangen glühten: nein, daS Buch fing zu schön an, das mußte sie zu Ende lesen! Aber sie war noch nicht viel weiter gekommen, da stieg ihr die Schamröthe blutroth ins Gesicht, und mit einer Geberde des Entsetzens
schloß sie das Buch. Wie war es nur möglich, so etwas zu schreiben — um zu lesen. Solch eine Entschuldigung und Beschönigung des Lasters, die Gottes Gebote geradezu auf den Kops stellte! Wenn der Vater und die Tante da unten wüßten, welch böser Geist ihren Liebling oben bedrohte! Em Weilchen blieb Anna unthätig sitzen. In ihrem Herzen stritten zwei Gewalten: die Reinheit ihres GemÜthes, die sich vor neuem Schrecken fürchtete, und die leidenschaftliche Neugier, den Fortgang der Geschichte zu erfahren. Ihr Blick schweifte unentschlossen durch das schon dämmernde Gemach; einen Augenblick haftete er an dem Bilde, das ihr der fromme Priester, der sie zur ersten heiligen Kommunion geführt, zur Erinnerung geschenkt hatte.
Ach, wenn er sie jetzt sehen könnte! Es gab Anna ordentlich einen Stich ins Herz, als sie daran dachte. Aber da stieg auch schon der Trotz auf in ihrer Seele und flüsterte: „Du willst ja nichts Böses, du willst ja nur wissen, wie bie Geschichte zu Ende geht! Und die schlimmsten Stellen kannst Du ja Überschlagen!" log die Selbsttäuschung ihr vor.
Schon fing sie von neuem zu blättern an, hin und wieder abgeriffrne Sätze mit den Augen streifend. Sie glich dem UebermÜthigen, der, feine Kraft überschätzend, den schwindelnden Pfad wandelt, den der Vorsichtige meidet, und der fo dem Abgrund entgegen eilt, der schon wartet, um ihn zu verschlingen. Auf einmal hielt Anna inne in dem fieberhaften Hin- und Herblättern. DaS Buch entsinkt ihr; sie fällt auf die Kniee und birgt ihr Gesicht in den Händen.
„Mutter, Mutter!" schreit sie auf, halb in Erlösung, halb in Schreck.
Ein schmales Streifchen weißer Seide ist aus dem weggeschleuderten Buche zu Boden geflattert. Tin Vergißnreinnicht-Kränzlein ist zierlich darauf gemalt und darunter stehen in Goldschrift die Worte: „Gedenke mein!"
Ein kleines Lesezeichen ist's, dasselbe, daS die geschickte Hand der todten Mutter einst für sie gemalt, und das sie selbst in kindischem Unverstand — freilich vor der lieben Mutter Heimgang — der bewunderten Freundin geschenkt hatte. Wie lebhaft stand die Stunde vor Annas Seele, da sie im Krankenzimmer an der Seite ihre- Mütterchens faß und neugierig beobachtete, wie Blümlein um Blümlein dem kunstfertigen Pinsel entsproß.
„Wenn du später beim Lesen dies Zeichen gebrauchst, mein Kind", hatte die Mutter damals gesagt — wohl in wehmüthiger Vorahnung, wie bald sie ihr Töchterchen nicht mehr selbst werde behüten können, — „so denke daran, waS du mir so fest versprochen hast. Lies niemals ein schlechtes Buch und lies Überhaupt nichts, waS dein Vater oder sonstige Vorgesetzte nicht gut geheißen haben."
Damals hatte sie sich stürmisch an die Brust der Mutter geworfen und gerufen: „Nie, nie, Mütterchen; aber du bist ja auch da, um Bücher für mich zu wählen!"
Und nun fiel ihr wieder ein, daß die Mutter nicht geantwortet, sondern ihr nur zärtlich Stirn und Wangen gestreichelt hatte. Aber auf dem Sterbebette hatte sie sich das feierliche Versprechen ihres Kindes wiederholen laffen, und nun war es Anna, als ob der tobten Mutter Hand sich warnend aus dem Grabe streckte und die liebe Stimme ihr traurig zurufe:
„Gedenke mein! Gedenke des Versprechens, das ich in die Ewigkeit mitgenommen habe!"
Ihre ganze Seele war erschüttert. Sie weinte Thränen aufrichtiger Reue. Am anderen Morgen aber hatte sie der Tante alles erzählt; dann hat sie sich aufgemacht und der Freundin das schlechte Buch zurückgebracht. Mit der Freundschaft der beiden war es allerdings aus von diesem Augenblicke, aber nur zum Heile von Annas unsterblicher Seele.
Da die Geschichte aus dem wirklichen Leben genommen wurde, muß ich noch kurz erzählen, was aus den Mädchen geworden ist.
Sie haben sich noch einmal wiedergesehen.
Es war in dem Kloster der Borromäerir.nen zu Potsdrm.
Dora erkannte freilich dis frühere Freundin nicht; denn Dora, die alle Genüsse der großen Welt durchgekostet hatte, die glänzende, reiche, vergötterte Doru — war irrsinnig, unheilbar irrsinnig. Ihr ungezügeltes Leben hatte sie dazu gebracht. Sie hatte das Leben der Welt gelebt, die in den „pikanten und amüsanten" Büchern geschildert ist, die die Seelen morden, und nun, da sie den Becher des Taumelweins geleert, war ihr Gehirn vergiftet und ihre Seele — ? Nun, Gott der Herr ist über alle Maßen barmherzig, — und Schwester Felicitas, die Anna von einst, die die arme Wahnsinnige zufällig im Mutterhause ihre- Ordens sah und' erkannte, betete alle Tage zum guten Hirten für das verlorene Schäs- lein.
Vermischtes.
(") Kleine Nachrichten. Hamm. Der Plan eines Falk-Denkmals in fyimm ist gescheitert. Nach der ,Vofs. Ztg.' hat sich der Magistrat mit Rücksicht auf die Katholiken ablehnenv verhalten. — Berlin. Im Keller des Hauses Schulzendorfer-Straße Nr. 7 wurde die 48 Jahre alte Auguste Nerger geb. Böttcher in einer Blutlache aufgefunde». Es ist noch ungewiß, ob ein Verbrechen oder Blutstur, vorliegt. Für den Fall einer Strasthat setzte das Polizeipräsidium lOt'O M. Belohnung auf die Ergreifung deS Thäters aus. — Essen. In der Krypta der hiesigen Münster- kirche wurde eine neugeborene Knabenlerche entdeckt. Kopfverletzungen weisen auf einen gewaltsamen Tod hin. — Koblenz. Der Wirkliche Geheime Rath von Kusserow, früher preußischer Gesandter bei den Handelsstädten, ist auf seinem Gute Bassenheim, 63 Jahre alt, gestorben. — Wetzlar. Seit dem 6. d. Mts. ist der 13jährige Knabe Adolf Schreiner von hier verschwunden. Er hat ein frische-Gesicht,schwarzes Haar und stottert etwas. Der Vater bittet um Verbreitung der Notiz. — Köln. Ein Süterzu, der Bergheimer Kreisbahn fuhr gestern in Moedrath auf einen dort stehenden Personenzug auf. Der Lokomotivführer des Güterzuges wurde getödtet. Mehrere Wagen sind demolirt. — Auerbach (Sachsen). In Anwesenheit der Königin von Sachsen und deS sächsischen Kultusministers wurde die zweite LandeS-Lun gen Heilanstalt „Carolagrün" eröffnet. — München. Der Chef des JngenieurkorpS und Inspektor der Festungen, General der Infanterie Ritter von P o p p, ist gestorben. — Paris. Nach der amtlichen Zollstatistikbetrug der Werth der Einfuhr in den ersten 9 Monaten deS laufenden Jahres 3 282 623,00vFr«n cs gegen 3 807 731,000 Francs im gleichen Zeitraum der Vorjahres, der Werth der Ausfuhr 2,981963,000 gegen 3012,254 000 im Vorjahre. — Prag. Der Komponist Zdenke Fibich ist gestorben. — Budapest. Die Aufhebung deS obligatorischen deut schen Unterrichts an den kommunalen Schulen ist in Budapest von der städttschen Un- terrichtS-Kommission beschlossen worden. — Belgrad. Gestern hielten serbische Kaufleute und Financiers unter dem Vorsitze des BolkswirthschaftsministerS eine Konferenz ab, worin die Gründung einer Erportbank be« rathen wurde. — Das Amtsblatt veröffentlicht einen polizeilichen Ausweis, wonachdiediesjährigeTrauben- ernte in Serbien 9,834,083 kg. ergibt. — Algier. Anläßlich des Eintreffens von Max RegiS kam eS zu Ruhestörungen. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor.
* Drei Männer int Most erstickt. Aus vllle- neuve am Lot in Frankreich kommt folgende Nachricht: Sin Weinbergsbefitzer Namens Delsol war dieser Tage damit beschäftigt, die Trauben in einem Bottich, wo sie schon in Gärung übrrgegangen waren, zu treten, alS er von der dem Brei entströmenden Kohlensäure erstickt, umfiel. Sein Küfer, der Zeuge dieses Unfalles war, wollte ihm zu Hilfe kommen. Aber kaum hatte der Mann sich üb.r daS Gefäß gebeugt, um den Besinnungslosen zu ergreifen, alS auch er betäubt in den Bottich fiel. Die beiden Männer m Gefahr sehend, sprang ein Mllchmann, der sich zufällig im Hause befand und wohl keine Ahnung von der Gefährlichkeit der Gase hatte, hinzu, um sie zu retten. Aber auch er fand bei dem Versuche seinen Tod. Erst gegen Abend konnten die drei Leichen von Nachbarn herausgeschafft werden.
* Hin seltsamer Beitrag zur postalische« „Iiu- digllett" wird von einem ZeitungSbertchterstatter mit» getheilt:Der Berliner Lehrer E., Grünthalerstraße wohnhaft, der Vorstandsmitglied eines Vereins ist, hatte eine Anzahl Einladungsschreiben zu einer Sitzung, ein solches auch zur Kontrolle an sich selbst, gesandt. Wiewohl Herr S. seit 13 Jahren dieselbe Wohnung in seinem eigenen Hause inne hat, daS Amt eines Schiedsrichters bekleidet und such im Stadttheile eine sehr bekannte Persönlichkeit ist, ging der Brief mit dem Vermerk „Adresfat Grünthalerstraße . . nicht zu ermitteln", an das Postamt zurück. Da der Adreffat trotz der genau ange-ebenen Adreffe nicht zu ermitteln war, sollte nun der Brief dem Absender zugestellt werden. Die Behörde, der es nicht möglich gewesen war, den Adressaten zu ermitteln, konnte jetzt mit Leichtigkeit dem Absender, der ja mit dem Adressaten identisch war, den Brief zustellen.
Literarisches.
Roma aeterna. Stimmungsbilder in Poesie und Prosa aus der ewigen Stadt. Von Antonie Jüngst. Münster, Verlag von Heinrich Schöningh.
Diese neueste Gabe unserer beliebten westfälischen Dichterin zeichnet sich neben höchst interessantem Inhalt und vorzüglicher Ausstattung auch noch durch außergewöhnlich billigen Preis aus und wird sicher eine vorzügliche Aufnahme in den weitesten Kreisen finden. Der Inhalt interessirt jeden Gebildeten, vorzugsweise aber auch die Tausende und Abertausende frommer Pilger, die im gegenwärtigen Jubiläumsjahre die ewige Stadt besuchen. Für fie gibt eS thatsächlich kein besseres Andenken an die Romfahrt als „Roma aeterna“, das sich namentlich auch vortrefflich als Festgeschenk eignet.
Reklame«- und Anzeigeuthetl.
& Sorgsame Mütter!
Die Pflege der Haut bei Kindern, besonders im zartesten EäuglingSllter sollte eine Hauptaufgabe jeder Mutter sein, denn hiervon hängt in vielen Fällen daS Gedeihen und die Gesundheit unserer lieben Kleinen ab. Von größter Wichtigkeit ist es, eine milde, reizlose Seife anzuwenden, welche die Thätigkeit der Haut fördert, sie geschmeidig macht, vor Wundsein und «usspringen schützt, überhaupt in vielen Fällen Hautleiden verhütet und beseitigt. Da nun hervorragende Aerzte die „Patent-Myrrholin- Seife" als die beste Kinderseife ertlarten, dieselbe" auch auf der Ausstellung von Erzeugnissen für Kinderpflege rc. ii München-Nymphenbucg die höchste Auszeichnung, die „goldene Medaille" erhielt, so liegt eS im Interesse einer zeden Mutter, nur diese Seife für den täglichen Gebrauch zu nehmen. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich.