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42 234.

Jutöa, Donnerstag, bett 11. Oktober 1900.

27. Jahrgang.

Praktisch-sozialer Kursus.

Gr. Köln, 9. Oktober.

(Nachdr. »erb.)

einen solchen Brummbären wie Dich nicht zum

„Wie kommt denn aber Petroleum in den Kaffee?" lächelte Hedwig ungläubig.

Erfreulicherweise kann auch heute eine wesent. liche Zunahme der Theilnehmer konstatirt werden. Zunächst fährt Herr Abg. Herold fort in seinen Ausführungen über die Agrarfrage.

Die gestern erörterten Fragen betreffen mittelbar die Landwirthschaft. Es giebt aber auch Mittel, die erst unmittelbar wirken, so ist namentlich das Erbrecht für den Grund­besitzerstand und die Landwirthschaft auf die Dauer von größtem Einfluß. Die Verschuldung ist sehr gewachsen durch zu hohe Kaufsummen der Güter im Erbgang. Die gleiche Theilung im Erbgang eignet sich für die deutsche Land­wirthschaft nicht, und so bestand denn hier auch von Alters her das sogenannte Anerbenrecht. Es fanden freilich unter der Einwirkung der Gesetzgebung viele Aenderungen statt, denn die starke Bevorzugung des Einzelnen wrderlprach dem Gerechtigkeitsgefühl des Volkes. Gesetzliche Maßregeln wurden hauptsächlich in Westfalen getroffen, aber die Volksmeinung war immer sehr dagegen, bis schließlich das Pflichttheilsgefltz zur Geltung kam Am 14. November 1879 brachte nun der Führer des westfälischen Bauernvereins, von Schorlemer-Alst, einen Antrag auf Einführung eines gerechten Anerbenrechts in Westfalen ein. Der Antrag wurde damals von der Regierung abgelehnt, heute freilich ist gerade die Regierung für das Anerbenrecht eingenommen. Die Eintragung in die Höferolle fand seitens der Bevölkerung keinen Anklang und die Einrich­tung wurde kaum in Anspruch genommen. Vielen Anklang fand dagegen die Höferolle in Hannover.

Vertretung ein Dreiklossenwahlsystem eignen. Eine gesunde LandwirthschaftSkammer müßte ruhen, wie das Cent rum gewollt, auf dem breiten Boden der Landwirthe selbst, dann würde auch das Inter­esse in allen Kreisen zunehmen. Doch sei zunächst an eine Aenderung der Kammern nicht zu denken. Wetter hat man Genossenschaften zur Vermittelung des landwirthschaftlichen Kredits ins Leben ge­rufen, ebenso Genossenschaften zum An- und Ver­kauf von landwirthschaftlichen Produkten. Urber- Haupt müsse dem Genossenschaftswesen in der Land­wirthschaft ein hervorragender Platz eingeräumt

D:e ländliche Wohlfahrtspflege hat demnach freien Zeit an Sonntagen und Winterabenden, u erstreben: Die wirthschaftliche Hebung durch durch Reform der bestehenden Feste.

Befferung der äußeren Verhältnisse, und zwar ' ■ - - -

Die Veredelung des Gemüthslebens wird erreicht durch zweckmäßige Verwendung der

macht werden, so cmpfehlenswerth das Gesetz für gewisse Fälle an sich sei. In Deutschland hat von der Gesetzgebung über Fideikommisse fast nur der Adel Gebrauch gemacht. Es wäre freilich eine Steigerung in der Zunahme der Fideikommisse erwünscht, wo sie, wie im Rhein- land, noch so schwach vertreten sind, sonst sei

Hedwig lächelte.

„Du mußt sehen, so bald als möglich eine

Manne haben mag."

„Ich habe sie noch gar nicht gefragt!" fuhr Leo wieder grimmig auf.

„Aber warum denn nicht? he?< —

„Weil es mich doch nichts hilft, — sie ist ja bereits verlobt, — verlobt durch meine--"

Er brach mitten im Satze ab.

„Nun, so eine Verlobung, — daS ist noch lange kein Hinderniß, sie kann sich wieder auf­lösen, — Du mußt eben noch einmal nachfragen. — Die Beiden können sich geirrt haben, oder sonst--"

„Also, ich will schnell Feuer machen," fuhr das Mädchen fort, „aber es geht mir immer wieder aus."

„Wie gewöhnlich," brummte Leo.

„Ich laufe und hole die Petroleumflasche, um etwas in das Feuer zu gießen, die Kaffee­pfanne stand schon auf dem Herd bereit, und da müssen aus Versehen ein paar Tropfen hinein- gerathen sein, — anders ist's gar nicht möglich."

„Schon gut, schon gut, — gehen Sie nur jetzt." DaS Mädchen entfernte sich mit dem Geschirr,

Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

28 ------ (Nachdruck verboten.)

»Und wir werden in Zukunft gute Freunde, treue Kameraden bleiben; versprichst Du mir das Hedwig?"

„Von Herzen gern, — ein treuer Freund thut einem manchmal recht noth."

Sw schlug lächelnd in die dargebotene Hand ein.

„Auf unverbrüchliche Freundschaft!"

Dann trennten sie sich.

„Du, und noch eins," rief Hedwig dem sich Entfernenden nach, „laß mir das Mohrchen nicht zu lange warten, die Kleine dauert mich! Sie sieht schlecht aus, und behauptet, es fehle ihr nichts, — da ist etwas nicht richtig!"

Ueber die Züge Alfreds ging wieder ein Auf­leuchten.

„Ich — komme bald!" rief er zurück.

„Also, — auf Wiedersehen!"

Hedwig schaute der stattlichen Gestalt des Professors nach, bis sie um die nächste Ecke bog, und eilte dann vorwärts, denn es war etwas später geworden als gewöhnlich, und bei den Kindern wurde sie sehnlrchst erwartet, das wußte sie. Es war ihr plötzlich so leicht und froh ums Herz, ihr war es, als sei ihr eine Centnerlast von der Seele genommen.

Als sie im Hause ihres Schwagers ankam, llef ihr der kleine Paul heulend entgegen.

„Was ist denn schon wieder los?“ fragte sie, den weinenden Jungen an der Hand nehmend.

„Papa hat mich gehauen," sagte er schluchzend.

„Aber warum denn, Paul?"

„Ich weiß nicht, — ich habe mit Hans Pferd­chen gespielt, und bann haben wir Beide Schläge gekriegt," heulte er

Dem sanften Zureden Hedwigs gelang es I sogleich, das Kind zu beruhigen. Im Wohn- j zimmer herrschte eine heillose Unordnung. Hans weinte noch ärger, als Paul vorhin, Grete schrie ebenfalls aus Leibeskräften; keines der Kinder war gewaschen Bon dem Kaffeegeschirr, das noch auf dem Tische stand, lag eine Taffe zer­brochen am Boden, der braune Inhalt floß über den Teppich und bildete eine große Lache, während der Hausherr wie ein gereizter Löwe im Zimmer hin und herlief, und sich bei der jämmerlichen Musik seiner Sprößlinge die Ohren zuhielt; er fuhr die soeben eintretende Magd grimmig an: „Scheren Sie sich zum Teufel, Sie einfältige Person. Sie paffen nicht in mein Haus, ich will Sie nicht mehr sehen!" —

„Himmel, wer wird denn gleich wieder so aufbrausen," beschwichtigte Hedwig, „was ist denn passirt?"

„Das halte ich einfach nicht mehr aus," schrie Leo in vollem Zorn.

Er war ein furchtbarer Hitzkopf, aber doch ein seelenguter Mensch.

„Da soll man nicht verrückt werden, den ganzen Tag hat man die Arbeit, die Plage, — im Hause keine Viertelstunde Ruhe, die Kinder, — diese Rangen, machen einen Heidenspektakel, daß man am liebsten davon laufen möchte, und nun setzt mir diese Person hier," — ein grim­miger Blick streifte das schüchtern an der Thür I

stehende Dienstmädchen, — diese alberne Gans — und Hedwig begann, die Kinder, die jetzt mäus- setzt mir einen Kaffee vor, der nach Petroleum chenstill waren, zu waschen, und das Zimmer in schmeckt, und dann leugnet sie auch noch! Ich Ordnung zu bringen, indeß Leo noch immer int wäre gar nicht so in Wuth gerathen, wenn sie Sturmschritt auf und ab marschirte.

es eingestanden hätte, — aber so, — dies Leugnen „Es geht so nicht länger, ich halte es nicht bringt mich immer in die Hitze!" mehr aus!"

Mädchen, „sehen Sie, Fräulein, — ich hatte mich „Nun, sie will Dich wohl nicht?"

heute zufällig ein wenig verschlafen"---Hedwigs Augen blickten schelmisch zu Leo hin-

„Narürlnh blcs heute, sonst kommt so etwas | über. „Mich soll« gar nicht wundern, wenn sie nicht vor," warf der Hausherr sarkastisch da­zwischen.

I aber eine zu starke Ausdehnung der Fideikommisse als ein Uebelstand anzusehen. Wünschenswert!) seien auch bäuerliche Fideikommisse (Erbgüter) zur Erhaltung eines kräftigen Bauernstandes.

Von besonderer Bedeutung ist die Ver- schuldungrfrage, deshalb hat sich die Gesetz­gebung ihrer bereits früher angenommen. So schon Friedrich der Große in seinen Be­stimmungen über die „Landschaften", die prinzipiell freilich die Kapitalschuld nicht beseitigten. Am Vortheilhaftesten für die Landwirthschaft ist jedenfalls die Rentenschuld. Diesem Bedürfnisse kommen die Rentenbanken entgegen, eine solche ist namentlich seitens des westfälischen Bauern­vereins organisirt und durch Mittel fundirt würden. Für die Ablösung der Schuld habe man vielfach auch die Lebensversicherung empfohlen, doch habe diese den Nachtheil, daß sie für viele nicht anwendbar ist und gerade für die mit schwacher Gesundheit Ausgestatteten nicht. Ein anderer Vor­schlag geht dahin, sämmtliche Hypotheken auf den Staat zu übernehmen, dies aber scheint praktisch nicht durchführbar. Auch die Einführung einer sogenannten Verschuldungsgrenze hat praktisch viele Nachtheile, da, wenn die Grenze erreicht ist, auch dem tüchtigen Landwirth die Kapitalsbe- schaffung sehr erschwert und dadurch der Ruin be­schleunigt wird. Wichtig ist auch eine gesetzliche Organisation über den Zusammenschluß der Land­wirthe. In Preußen sind schon zu diesem Zwecke die Landwirthschaftskammern eingeführt. Doch sei deren Organisation nicht als eine durch­greifende zu betrachten, sie sei noch sehr lücken­haft. Namentlich die Wahl durch den Kreistag sei nicht ausreichend und ganz entschieden zu ver­werfen. Am Besten dürste sich für die Standes-

Das neueste Gesetz über die Eintragung in die Höferolle in Westfalen entspricht allen Anforderungen, die an ein praktisches An­erbenrecht gestellt werden können. Trotzdem macht sich eine große Mißstimmung geltend, weil man fürchtet, daß dieses Gesetz auf ganz Deutschland ausgedehnt werde. Gesetze über das Erbrecht können nur erlassen werden m Uebereinstimmung mit den Erbgewohnheiten ö T.„v

be8 bezüglichen Landestheiles. So muß zum werden. Als Mittel zur Förderung der Land- Beispiel in der Rheinprovinz ein anderes wirthschaft sind auch vielfach die Kornhäuser Erbrecht gelten als in Westfalen, wo man die empfohlen worden zur Erzielung besserer Preise. Bevorzugung eines Einzelnen nicht als ein Un- So seien solche Häuser namentlich in Amerika recht ansieht. Neben dem Erbrecht kommen weit verbreitet, doch befinden sie sich nicht in den dann auch die Heimstätten gesetzgebung Händen der Produzenten, sondern größerer Gesell­in Betracht und das Gesetz über die Fidei- schäften. Die Errichtung großer Kornhäuser hält kommisse. Das Besitzthum soll nach diesem Redner nicht für besonders wünschenSwerth, da Gesetz möglichst ungeteilt erhalten bleiben, ohne stch hier große Schwierigkeiten Herausstellen. Doch Rücksicht daraus, ob das Gut in der Familie haben sie eine Bedeutung dahin, den Zwischen- bletbt. Nach der Ansicht des Redners müßte, handel zu reguliren.

wenn auch das Gesetz zu Stande kommt, aus Bei aller staatlichen Hilfe bleibt die eigene besonderen Gründen wenig Gebrauch davon ge-> Tüchtigkeit des Landwirthes dieHaupt- mn x«. i— « - sache, die staatliche Hilfe bleibe gewissermaßen

nur die Aushilfe. Aber es läßt sich nicht leug­nen, daß auch die Landwirthe nicht geruht haben, sie haben sich die Vortheile der entwickelten Tech­nik zu Nutzen gemacht, leider stehe der Rein­ertrag nicht immer im Verhältnisse hierzu. Zum Schluß verbreitet sich dann Redner noch über

„Na hier, — willst Du kosten? Ich hätte Frau in's Haus zu bringen, — eine, die die ihr meine Taffe am liebsten an den Kopf ge- Kinder lieb hat und etwas versteht vom Haushalt." worfen; doch so eine Person verklagt einem zum „Jawohl, — weil die auch zu Dutzenden hier guten Ende auch noch. So begnügte ich mich I herumlaufen, und man nur zu wählen braucht." damit, die Taffe sammt ihrem Inhalt unter den Leo fuhr sich aufgeregt durch die Haare. Tisch zu werfen!" „O, es gibt genug, Du darfst nur die Augen

„Der Kaffee schmeckt thatsächlich nach Petro- etwas besser aufmachen."

leum," sagte Hedwig, nachdem sie gekostet hatte, „Ich sage Dir, — daraus wird nichts, — „aber ich begreife gar nicht, wie Sie das ge- nicht«! Ich wüßte wohl eine, — die wie ge­macht haben." schaffen wäre für mich und die Kinder, —

„Sehr einfach," klagte weinerlich das Dienst- aber--"

bie verschiedenen Schulen, die speziell land-1 endlich durch Schaffung von ständigen Einrich- wirthschaftliche Kenntnisse und technische Fertig- tungen zur geregelten Befriedigung des berechtig- keiten lehren. Eine große Bedeutung sei nament- ten Krebit-Bedürfniffes. Die Haupthandhabe zur lich den landwirthschaftlichen Winterschulen bei« Hebung des mittleren Bauernstandes ist das viel- zumeffen, die vor allen auch von den kleinen gestaltige Genossenschaftswesen, sei es zur Be- Leuten benutzt werden können. Diesen Schulen schaffung der landwirthschaftlichen Brtlirbsmittel, gebührt das Verdienst, an dem Fortschritte der fei es zur Herstellung marktfähiger Waare oder end- Landwirthschaft betheiligt zu sein. Redner schließt, lich zumVerkaufber lanbwirthschastlichenProbukte. wir wollen für die Landwirthschaft keine Bevor- gßer auf materielle Dinge darf sich die zugung, aber, daß sie konkurrenzfähig ebenbürtig Wohlfahrtspflege nicht beschränken, man suche neben den anderen Standen bestehen kann. bie sittliche Lebensstellung zu heben durch Be-

Herr Verbandsdirektor Dr. Mart. Faß- seitigung von Uebelständen, als Unehrlichkeit in b end er verbreitete sich über die ländliche Handel, Klatschsucht, Aberglaube, Thierquälerei. Wohlfahrtspflege und entwickelt darüber Man fördere dagegen den Gemeinsinn, dieOrd- folgende Grundsätze: nungsliebe und die Sparsamkeit. Auf die Volks-

Unter ländlicher Wohlfahrtspflege verstehen gesundheit suche man durch vernünftige wir die gesammte freiwillige, über die im eigent- Lebensweise einzuwirken. In Krankheits- lichen Sinne pflichtgemäße Aufgabe von Kirche und Unglücksfällen muß die nothwendige und Staat hinausgehende, auf die Wohlfahrt der Hilfe zur Stelle sein, man warne hierbei vor den unbemittelten und minder bemittelten ländlichen Kurpfuschern. Für die Volksbildung sorge man Bevölkerungskreise abzielende Hilfs- und Für- von früh auf durch Kinderbewahranstalten, Waifen- sorgethätigkeit. pflege und Schulen (Fortbildung?-, Winter-,

Die Gebiete,.auf welche sich die ländliche Haushaltungs« und Handfertigkeits-Schulen). Wohlfahrtspflege zu erstrecken hat, müssen sich Von besonderer Wichtigkeit ist die allgemeine im einzelnen aus dem Begriff der Wohlfahrt er- geistige und berufliche Fortbildung. Hier geben. Unter letzterer verstehen wir aber den in nennt Redner 1. Verbreitung von Kenntnissen seelischer Zufriedenheit unb leiblichem Wohl- durch Vorträge, Vorlesen, Meinungsaustausch, behagen sich ausdrückenden Zustand des Menschen, 2. Anlage von Versuchsfeldern, Mustergärten, welcher ennteht aus einem regelmäßigen und de- Baumschulen, Baumgärten. 3. Anleitung zur ständigen Zufluß der zur Befriedigung der noth- Buchführung ec. 4. Theaterspiel, Skioptikon. wendigen Lebensbedürfnisse ausreichenden äußeren 5. Bibliothekenanlage unb Lesehallen. 6. Ver» Güter in Verbindung mit einem auf das über- breitung guten Lesestoffes auf dem Wege der rnnliche Ziel des Menschen hinstrebenben, den Kolportage. 7. Gewöhnung an anständiges Be- Zrundsätzen der christlichen Sittenlehre ent- nehmen allein und im Verkehr mit Anderen prechenden tugendhaften Lebenswandel und einer (gesellschaftlicher Anstand und Liebenswürdigkeit vernünftigen Gesundheitspflege, sowie edler Ent- vom christlichen Standpunkt betrachtet), ältung des Geistes- unb Gemüthslebens Rechnung ” ' ' . - ~ -

ragenden Lebensweise.

... .... Die Entwickelung bes Schönheits-

zunächst ber arbe-tsunfähigenDürftigen, sinnes wirb gepflegt durch Weckung der Em-

Dir Wohlfahrtspflege soll selbst auf die Suche pfindung für die vorhandenen Schönheiten von gehen, wohlorganisirt sein, gerecht prüfen. Die Gottes herrlicher Natur, Anleitung zu Kunst- sittliche Pflege, die Fürsorge für die Jugend darf fertigkeiten (Schaffung schöner Anlagen, wie Hecken, nicht fehlen. Arbeitsgelegenheit ist die beste Un- Blumengärtchen re., Musik- und Gesangspflege, tersiützung. Man suche der kommenden Armuth Kunstpflege im Hausrath, Verschönerung des vorzubeugen und ziehe die Frauen in geeigneter Dorfkirchhofes).

Weise mit zu der Armenpflege heran. Die Erhaltung der Anhänglichkeit an die

Den arbeitsfähigen Dürftigen komme Heimath wird gefördert durch Erhaltung der man mit Arbeitsnachweis zu Hilfe, bessere die Denkwürdigkeiten des heimischen VolksthumS VohnungSoerhältnisse und trage für Sparkassen- (Volkssitten und Gebräuche, Volkstrachten, heimath- Einrichtungen Sorge. licher Geschichte und Sage, Sprache und Lieder-

Bei dem ländlichen Mittelstände (der schätz, Ortschronik). Pflege des Heimathsinnes k eineren Besitzer) treffe man Vorkehrungen gegen in der Jugend durch Schule und Haus. Güterschlächterei, Zerstückelung und Verschleude- WünschenSwerth ist die Schaffung eines rung des Grundbesitzes durch Verbindung der Mittelpunktes für die Wohlfahrtsbestrebungen in Real- und Personal-Kreditanstalten. Gegen un- den Gemeinden:

vorhergesehene Unglücks fälle schütze man durch | 1. Gemeindehaus für Versammlungen, Bibliothek, die verfchiedenen Versicherungen. Gegen Lesehalle, Krankenpflegeschrank, Dorfmuseum. Wucher und Schwindel wirke man durch Auf- 2. Bildung von Wohlfahrtsgenoffenschasten aus klärung der Bevölkerung über die verschiedenen I Grundlage des § 21 des Bürgerlichen Ge« Formen des Wuchers bei Geldleihen, bei Viehkäufen setzbuches.

durch Feststellung von Fällen wucherischer Aus- 3. Verfolgung der WohlfahrtSziele durch und beutung, Ertheilung von Rath und Rechtsbeistand im Anschluß an andere soziale Vereinigungen an die Geschädigten, Anzeige der festgestellten und Einrichtungen, besonders in Verbindung Fälle an die Behörden und Hinwirkung auf das | mit Raiffeisen'scheu Spar- unb Darlehns- Uebel einschränkende, behördliche Maßnahmen, kaffen-Vereinen.