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M 227,

Juköa, Mittwoch, den 3. Oktober 1900

27. Jahrgang

(Nachdruck verboten.)

□ Paris, 30. Sept.

iete

Ich habe ihr im

-reklame». und Auzeigerrthei!

a. vvl bis zu

nach der Hauptstadt einzuladen. Inzwischen waren aber die Nationalisten in dar Stadthaus einge­zogen und das Esten hätte eine große Demonstration gegen die Regierung werden können. Dem mußte vorgebeugt werden, und so erließ denn der Prä­sident der Republik selbst eine Einladung an sämmtliche Bürgermeister, die natürlich mit Freuden kamen: 22400 an der Zahl, dazu noch einige Tausend andere Gäste, sodaß die 25 000 mit Leichtigkeit voll wurden. Der nationalistische Ge­meinderath versuchte noch am folgenden Tag ein Gegenesten zu geben, aber er kam damit in Konflikt mit seiner vorgesetzten Behörde, dem Seine-Prä­fekten, und die geladenen Bürgermeister verwahrten sich energisch gegen die Unterstellung, als stünden sie in irgend einem Gegensatz zu der regierenden Macht. So fiel die Gegendemonstration in's Wasser.

Mit solchen Mittelchen wird in Frankreich die Politik gemacht, und das find die Dinge, über welche man streitet, während auf kirchlichem und dem Schulgebiete himmelschreiende Zustände bestehen. Aber hier ist unter allen Wipfeln Ruhe, denn das ist ein dornenvolles Feld — und die Regierung hält den Geldsack in der Hand, aus welchem die Gehälter bezahlt werden!

Nach diesem Intermezzo wieder zurück zur eigentlichen Ausstellung, wo die Fachleute jetzt immer intensiver ihre ernsten Studien und Ver­gleiche machen.

Die Forstausstellung.

Das Holz ist in den Augen des Laien vielfach etwas in Mißkredit gekommen in unserem „eisernen Zeitalter". Wer indeß etwas tiefer blickt, der weiß, daß der romantische Wald, der in Deutsch­land ein ganzes Viertel des bewirthschafteten Landes betragt, doch noch lange kein todtes Kapital ist und es auch nie sein wird. Das einzige, was zu wünschen wäre, ist, daß wir nicht jähr­lich noch 300-400 Millionen Mark für Holz aus dem Auslande geben müßten, sondern, daß auch davon noch etwas unseren schönen Forsten zu Gute kommen möchte.

Hier in der Ausstellung ist ein großes prächtiges Gebäude den Forstpcodukten und der Holzindustrie gewidmet, und davor im Freien sind noch prächtige Ausbauten, theilweise von gewaltigen Riesen­stämmen, bis zu 2 Meter Durchmesser und mehr, I seltene Hölzer, theilweise aus Amerika und I Australien von großen Firmen importirt. Daneben sieht man die großen Stämme denn auch wieder in mannigfaltigster Weise bearbeitet; hier zu praktischen Gebrauchsgegenständen aller Art, dort zu den feinsten Schnitzereien, an anderer Stelle wieder zu kaum papierdicken Blättchen geschnitten. Die schönen Möbel, welche in der Kunstgewerbe- Abtheilung stehen, lassen wir hier ganz außer Betracht. Noch interessanter ist das Verfahren, welches angewandt ist, um dem Holz noch eine weitere Verwendbarkeit zu sichern. Vor allem ist da die Jmprägnirung, welche bezweckt die Widerstandsfähigkeit des Holzes gegen atmo­sphärische Einflüsse, Fäulniß, Feuer, Insekten re. I <

Die Speisung der 25000.

Das war wieder einmal etwas, was ihnen Niemand nachmacht I Und man macht sich draußen gar leinen Begriff, wie ein solches Bewußtsein das Herz jedes Franzosen schwellen macht. Ein Armeekorps oder doch eine Brigade nach China schicken, Schlachten schlagen, Siege feiern — das kann ja schließlich jeder; selbst die Amerikaner bringen das neuerdings fertig, wenn auch besser auf dem Papier als auf freien Felde. Aber fünfundzwanzig Tausend Mann abspeisen, natürlich nicht blos mit Kommißbrod und Konserven, sondern nach allen Regeln der Kunst der feinen franzö­sischen Küche — das kann man nur in Frank­reich, nur in Paris — also stehen wir allein auf der Höhe! Welches andere Land könnte auch zwölf­hundertundfünfzig Küchenchefs in'S Feld stellen, wie es bei dem Essen am 22. September ge­schehen ist? Das Glas und Porzellan könnte man ja vielleicht auch anderswo ausbringen, aber das Kochlöffelgenie der Küchen-Generale — da liegt der Hase im Pfeffer!

Das Essen beherrscht bei den Franzosen Alles — beinahe hätte ich gesagt, wie bei den Deutschen das Trinken — so war es denn nicht weiter ver­wunderlich, daß auch auf diesem Gebiete bei dem großen Weltjahrmarkt die Setzung eines „Clous" versucht wurde. Schon der frühere Pariser Ge­meinderath, der bekanntlich radikal war, hatte die Anregung dazu gegeben, die „Kollegen im Lande"

I zu steigern. Allerdings sind wir auf diesem Ge­biete noch lange nicht so weit wie die Natur, welche ganze Bäume und ganze Wälder völlig versteinert hat, — auch hiervon kann man in Paris Proben sehen — während es uns nur bei wenigen Hölzern und nur in sehr beschränktem Maße gelingt, unbrennbare Stoffe in die feinen Holzzellen einzufüllen.

Interessant ist es ferner, wie die Holzabfälle benutzt werden. Da sind z. B. Sägespäne zum Düngen des Ackers zubereitet, andere mit Asphalt zu einer Jsolirmaffe verarbeitet und zu Warme- schutztigeln geformt, mit Gips zu Gipsdielen verwendet etc. Kunstholz ist da aus Säge­spänen, welche mit Leim und Kreide vermischr und in angewärmtem Zustande gepreßt wurden; es sieht fast aus wie Marmor. Auch zu Streu, sand werden die Sägespäne verwendet und zu Dachpappe.

Die Amerikaner sind die Erfinder eines Ver­fahrens, durch das billiges Holz in theurcs ver­wandelt wird. Auch bei uns kommt es ja vor, daß man billigen Kiefern- oder Tannen-Schränken einen Eichen- oder Nußbaum-Anstrich gibt. Dem Amerikaner genügt das aber nicht. Er läßt die tannenen Bretter zwischen Walzen durchlaufen, von denen sie geritzt werden, genau entsprechend der Faserung des Eichenholzes. Hinter der Walze preßt sich in die kleinen Ritzen gleich eine dunklere Farbmasse, und das Eichenholz ist fertig. Man muß erst ein Spänchen abreißen, um den Schwindel zu entdecken.

Durch AuSlaugen der mineralischen Bestand- theile aus dem Holz gewinnt mau den reinen Zellstoff, Cellulose, der zu den mannig­faltigsten Zwecken Verwendung findet. Die Ni­trocellulose dient bekanntlich zur Herstellung von allerlei Sprengstoffen, besonders auch deS Dyna­mits. Di« Glühfäden der elektrischen Glüh­lampen wurden früher aus natürlichen Pflanzen­fasern von möglichst gleichmäßiger Struktur wie Bambus und Piassava hergestellt; heute macht man sie viel gleichmäßiger aus reinem Zellstoff. Ferner werden Imitationen aus Leder, Gummi, ja sogar Zeugstoffe aus der Holzfaser gewonnen- Hier figuriren diese Sachen als Viscosegummi, Viscosezeugstoff, Pergamoid- und Loreid-Leder usw. Auch die Kunstseide, von welcher man öfters auch schon im praktischen Leben hört, ist nichts anderes als ein Produkt der Holzfaser. Man stellt sie so fein her, daß ein Kilogramm etwa 150 Kilometer Seidensaden gibt, das ist so weit wie von Köln bis Bingen. Das Cellu­loid, aus welchem allerlei Kämme, Knöpfe, Messergriff« rc. gemacht werden und welches meist dem Schitdplatt ähnlich gefärbt wird, ist allen Lesern bekannt. Auch das ist nichts anderes als Zellstoff.

Auch Essig wird aus Holz gemacht, der sog. Holzessig, der zwar eigentlich nur für Färberei­zwecke verwendet werden sollte, von dem man aber nicht weiß, wie viel Salat er schon schmack­haft gemacht hat. Sauer ist er ja, und das ist beim Essig bekanntlich die Hauptsache. Einen Ge­burtsschein läßt sich die Köchin darüber nur in den wenigsten Fällen aurstellen.

AuS allem dem geht zur Genüge hervor, daß man auch in unserer modernen Zeit noch lange nicht das gute alte Holz entbehren kann.

ihrer Verlobung gratulirt?"

vorhinein für alle ihre Verlobungen gratulirt!"

* Druckfehler. (Aus einer Annonce): „Wir lügen noch hinzu, daß alle Anzüge dauerhaftes Futter haben und sehr solid genäht sind. Platzer, Reißer u. Co."

* Schlimme Krankheit. Frau R.: „Was fehlt denn Ihrem Zimmerherrn, daß er sich schon um sieben Uhr in's Bett legt?" — Frau S.: „Geld."

Vermischtes.

□ Deutscher Schiffsbau. Nachdem bereits in den letzten Jahren der deutsche Schiffbau sich durch den Bau von Schnelldampfern allerersten Ranges ausge­zeichnet hat, vor denen „Kaiser Wilhelm der Große" und „Deutschland" die schnellsten Schiffe der Gegenwart darstellen, befinden sich, wie wir hören, gegenwärtig abermals für den Norddeutschen Lloyd in Bremen beim Vulcan in Stettin zwei Schnelldampfer in Bau, „Kronprinz Wilhelm" und „Kaiser Wilhelm II.", von denen insbesondere der Letztere dazu bestimmt ist, das größte und schnellste Schiff der Gegenwart zu werden. Nach Erbauung des „Kaiser Wilhelm der Große" hatte die englische White Star- Linie ein Schiff in Fahrt gestellt, welches nach Länge und Breite dir jetzt als größter Dampfer der Welt anzusprechen war, nämlich den „Oceantc" mit 704 Fuß Länge, 68 Fuß Breite und einer Maschinenstärke von 28 000 Pferdekräften. Der im Bau befindliche „Kaiser Wilhelm II." des Norddeutschen Lloyd mißt

dagegen 707 Fuß Länge, 72 Fuß Breite und erhält Maschinen von 38000 Pferdekräften, welche dem Schiff eine Geschwindigkeit von 24 Seemeilen in der Stunde verleihen werden. Der „Kaiser Wilhelm II." tritt da-

18. Kirf tun der WtmMintg 1900.

Von unserem Spezialkorrespondenten.

Marktberichte.

* Frankfurt, 1. Olt. Amtliche Notirung der Bieh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 451 Ochsen, 59 Bullen, 914 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 273 Kälber, 551 Schafe und Hämmel und 1868 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen:

Soziales.

* Dresden, 1. Okt. In der vorigen Woche tagte hier die Jahresversammlung des „Deutschen Ver­eins gegen den Mißbrauch geistiger Ge­tränke". Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Struck- mann-HildeSheim, hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, daß der Verein in diesem Jahre besonders die Hilfe der Aerzte in Anspruch genommen habe, und es sei zu hoffen, daß eine Mahnung von so autoritativer Seite im Volke nicht unerhört verhallen werde. Nach einer Reihe Begrüßungsansprachen rekerirte Geh. Rath Fiedler, Oberarzt am Stadtkrankenyaus in Dresden, über die Wirkungen des Alkohols auf den menschlichen Organismus im Spiegel der vierzigjährigen Erfahrung eines Haus- und Krankenhausarztes. Er hat vielfach beobachtet, wie sich in Trinkerfamilien an den Kindern und Ktndeskindern Schädigungen zeigen und wie Elend, sittlicher, geistiger und wirthschaftlicher Ruin über die Trinkerfamilien hereingebrochen ist. Bon den meisten Menschen werde die Grenze, innerhalb welcher Trinker zu suchen find, zu eng gezogen. Der Rausch sei noch lange nicht der Maßstab, nach dem die Schädigungen des Alkohols zu bemessen sind, denn der Alkohol übe, auch bei kleinen Quantum eine schleichende Wirkung auS. Die Bier- und Weintrinker blicken meistens mit Verachtung auf den Schnapstrinker und doch enthalte Bier 4 pCt- Wein 10 pCt. Alkohol. In Deutschland werden jährlich 680 Millionen Liter 33 proz. Spiritus, 51/« Milliarden Liter Bier, 322 Millionen Liter Wein getrunken. Auf den Kopf der Bevölkerung kommen 120 Liter Bier, l32/io L. Branntwein, 6a/io L. Wein. Die Ausgaben in Deutschland betragen für Trinkbranntwein jährlich 500 Mill. Mark, die Gefammtausgaben für Spirituosen 21/« Milliarden Mark. Zahllose kleine Be­amten und Arbeiter, namentlich in Bayern, geben '/? bis ’/• des Einkommens für Alkohol aus. Die Gewohn­heitstrinker haben eine um *,« bis 2/s kürzere Lebens­dauer. Vom ärztlichen Standpunkt halte er das Trinken beim Mittagessen für schädlich. Dagegen wolle er nicht sagen, daß jedes Trinken eines Glases Bier oder Wein verpönt sein solle. Allerdings sei die Enthaltsamkeit

Ä p m j n j n Arlsstrim-Vttficheruugen 111 1111111Q mit Auszahlung des Kapitals am

Ners-Ronf Hochzeitstage der Tochter, mag __ „ '■ dieselbe noch so jung heirathen. muncheei— Normal4 dis 10°/otragende, schließt ab: sichere Kapitalsanlage.

auch gegenüber der Mäßigkeit ein Vorzug. Redner be­zeichnet zwei Glas Bier oder eine viertel Flasche Wein als die Höchstgrenze deS zulässigen täglichen Alkohol­genusses. In der therapeutischen Behandlung könne der Arzt den Alkohol nicht entbehren. Vermieden müsse Wein bei alten Leuten und bei Kindern werden. Redner schildert dann eingehend die Krankheitserschetnungen und die pathologischen Veränderungen der inneren Organe der Trinker. Dr. Fo erst er-Dresden bespricht vom Stand­punkt des Kinderarztes die Verwüstungen, welche der Alkohol auf den kindlichen Organismus ausübct. Redner stellt folgende Thesen auf: I. Für das gesunde Kind ist bei der Ernährung des Kindes absolut vom Alkohol abzusehen. 2. Für das kranke Kind darf die Anwen­dung des Alkohols nur von der Entscheidung des Arztes abhängen. 3. Der Kampf gegen die Verabreichung des Alkohols an Kinder muß die vornehmste Aufgabe deS Vereins sein, um die Heranwachsende Jugend zu schützen. Augenarzt Dr. Sch ar z-Dresden schilderte den schäd­lichen E.nfluß des Alkohols auf die Augen, Dr. Bott er mund -Dresden die Elkrankungen der Nasen- und Halsorgane bei Trinkern. Konsul v. Fischer- TreuenfelS-Dresden glaubte, daß bei Arbeitern, Sol­daten auf dem Marsche rc. ein Mittel nothwendig sei, um den Körper wieder zu beleben und empfiehlt den Paraguy-Thee. Kommerzienrath Collenb ach-Dresden empfahl für die Arbeiter die Schaffung von Wohl- fahrtseinrichlungen, da die schlechten Wohnungsver­hältnisse die Leute in das Wirthshaus treiben. — Die Nachmittagssitzung war der Frauenthätigkeit im Kampfe gegen den Mißbrauch geistiger Getränke gewidmet. Fräulein Eigenie v. Soden- Cannsiadt beleuchtete die Mitarbeit der Frau vom moralisch-ethischen Stand­punkte, Fräulein Elben-Stuttgart von der sozialpo­litischen Seite. Sie verlangte für die Frauen größere Rechts für die Ausübung ihres Berufslebens, sowie zur Mitarbeit im politischen und Geineindeleben. Dr. Smith-Niendorf meinte, die Frau werde das zerstörte Famtlienglück nicht wieder Herstellen können, wenn sie den Mann durch ihre Autorität bevormunden wolle. Glücke es der Frau, so werde sie keinen Mann mehr haben, sondern einen Waschlappen. (Heiterkeit.) Die jungen Mädchen müßten zu braven deutschen Haus­frauen erzogen werden. Rektor Neumann-Honnef a. Rh. erblickte ebenfalls ein Hauptmittel im Kampfe gegen den AlkoholiSmuS in der Erziehung der Frauen zu tüchtigen Hausfrauen. Irrenarzt Dr. Hoppe- Allenberg bezeichnete eS als einen Trugschluß, daß der Alkoholismus eine Folge der ungesunden, sozialen Ver­hältnisse sei, denn die oberen Stände gingen auch ins Wirthshaus. Allein Schuld an dem Hebet seien dir Trinkunsttten und Trinkgewohnheiten und der Einfluß der Alkoholproduzenten und Alkoholinteressenten. Fräu­lein Dose-Dresden betonte, daß jede soziale Bestre­bung, mag sie auf sittlichem oder geistigem Gebiete liegen, mit der Frauenbewegung rechnen müsse. Fräu­lein v. Soden bestritt, daß die Frauen einen Kampf gegen die Männer führen wollen. Sie wollen mit den Männern zusammenwirken. Prof. Camp-Frankfurt: Das beste Mittel gegen den Alkoholismus sei ein gutes Haushaltungsbudget, an dem die Frau mitarbeite. Dar­auf wurde die Debatte geschloffen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Zum nächsten Tagungsort wurde Breslau gewählt.

mit absolut an die Spitze aller Schiffe der Welt.

* Wird ist kein Iagdgtpätk. Zur Jagdsaison sei die Bestimmung in Erinnerung gebracht, derzufolge das von den Jägern nach Beendigung der Jagd gleich mit­genommene Wild an den Gepäckabfertigungsstellen unter Erlegung der vollen Gepäckfracht zur Beförderung auf gegeben werden muß. Es wird also nicht als „Reise­gepäck" angesehen. Jndeffen ist es den Jägern gestattet, einzelne unauffällig in Jagdtaschen tragende Stücke Klemwild mit in die Wagenabtheile zu nehmen, wenn die Stücke so verpackt oder die Schußstellen so fest ver­bunden sind, daß ein AuSstckern des Blutes, wodurch der Wagentheil verunreinigt werden könnte, unmöglich wird und zweitens die übrigen Mitreisenden durch die Wildstücke nicht belästigt werden.

♦ Werkins Dervrauch an Wferdesteisch Im ver­gangenen Jahre wurden in den hiesigen Roßschlächtereien 9885 Pferde geschlachtet, deren Fleisch zum Genuß be- limmt war. 297 Stück wurden al? zur Nahrung für Menschen oder Thiere ungeeignet zuruckgewiesen. Ein ansehnlicher Theil des Pferdefleisches wird zur Fütterung von Thteren verwendet. Immerhin aber wurde noch das Fleisch von 9400 Pferden verkauft, um alS Nahrung ür Menschen zu dienen.

* Glänzend widerlegt. Leutnant (sein Porträt betrachtend): „Und da heißt es, es werde heutzutage nichts mehr Schönes gemalt!"

* Praktisch. „Hast Du schon Fräulein Else zu

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ausgemästete und ältere ausgemästete 65—68 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58—62 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischtge höchsten Schtachtwerthes 54—56 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 53—52 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen. (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Ärsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 62—64 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 57—60 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 37 —38 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 29—31 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 27—28 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. fernste Mast- (Bollm. Mast- und beste Saugkälber 76—80 Pf., b. mittlere Mast- und )ute Saugkälber 70—74 Pf., c. geringe Saugkälber 60 >is 64 Pf., d. älrere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 62-64 Ps., b. ältere Masthämmel 48—50 Pf. c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 00—00 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feinere» Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1'/« Jahren 59—00 Pf., b. fleischige 58— 00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—00 Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —.—. Pf. Bezahlt wurde für ein Pfund Lebend­gewicht: Kälber a. 46—48 Pfg. b. 42—45 Pfg., Schweine a. 47-00 Pf., b. fleischige 46 Pfg. - Aus Oesterreich landen 146 Ochsen zum Verkauf. Geschäft gut, Heber« land unbedeutend.

'""liTjiifrMfc 3. p«»,»u»» ie Seite. * mit Ilnler-attuugs -Beilage „Mckrirte Sonntags-Zeitung!'

LandwirtWaMches.

Für den Gemüsegarten ist der Oktober der Einräumungsnwnat. Außer dem Winterkohl und dem Rosenkohl, welchem Fröste nicht schaden, werden sämmt­liche Gemüse theils im Keller in leeren Mistbeetkästen oder in Gruben, welche man mit Brettern und Stroh überdeckt, überwintert. Kohlarten, Sellerie rc. werden mit den Wurzeln in die Erde, Petersilie, Lauch und Sellerie, von welchen man das Laub benützen will, in leeren Mtstbeetkästen eingeschlagen. Einen Theck von Porree, Mecrrettig und Schwarzwurzeln kann man auch im Freien belaffen und nach Bedarf entnehmen. In wärmeren Gegenden kann man in diesem Monate noch Spinat, Petersilie, Karotten und Zwiebeln für das Feühjahr nachsäen, ebenso kann man noch Wintersalat versetzen, den man bei etntretcnder Kälte leicht mit Tan­nenreis bedeckt. Die leeren Beete sollen umgegraben und soweit erforderlich, für das Frühjahr mit Stallmist gedüngt werden. Beim Hmgraben läßt man das Land in rauhen Schollen liegen, um der Einwirkung der Luft und Kälte eine möglichst große Fläche darzubieten. Das Rajolen deS Gartenlandes, welches in einem 70 Cen- timeter tiefen Hmgraben besteht, wobei die untere Erde nach oben kommt, hat den großen Vorteil, daß man wieder frische Erde an die Oberfläche bringt, was nament­lich bei sehr trockenem Gartenboden von Werth ist, weil die Pflanzenwurzeln viel tiefer gehen können und die Feuchtigkeit sich beffer vertheilen kann.

Literarisches.

Die katholische Kirche in Deutschland, Oesterreich- Ungarn, der Schweiz und Luxemburg. Verlag der Allgemeinen Verlags-Gesellschaft in München. Vollständig in 30 Heften ä 1 Mark.

Wir haben dieses Prachtwerk wiederholt unseren Lesern auf das wärmste empfohlen und können jetzt, nachdem das Werk beinahe vollendet vor uns liegt, nur unser Lob ohne jede Einschränkung wiederholen. In den zuletzt erschienenen Heften 27 und 28 finden wir u. A.: Flandrische Teppiche, Kirchen, Porträts, Handschriften, Skulpturen, Denkmäler, Elfenbein- Schnitzereien, Kartons, Zierleisten, landschaftliche und Städte-Ansichten, Altargeräthe, Reliquien, Medaillen, Baupläne, Siegel, Pontifikal-Geräthe und manche son­stige Dinge abgebildet. Dieser reiche Bilderschmuck, der sich zusammen auf 4 Tafeln und 101 Text-Illu­strationen beläuft, bildet nur den Rahmen zu einer ebenso lehrreichen wie künstlerisch durchgebildeten Dar­stellung der folgenden Diözesen: Neutra, Raab, Steinam- anger, Stuhlweißenburg, Waitzen, Wesprim, Kalocsa und Baes, Csanad, Großwardein, Siebenbürgen, Agram, Djacovo und Kreutz. Die sorgfältigste Ausgestaltung des Textes und feinfüh.ige Bilder-Auswahl kennzeich­nen diese Darstellungen, die ein schönes Bild vom Wirken der katholischen Kirche im Marianischen König­reiche geben. Eine ähnliche, abschließende und historisch genaue Darstellung existirt selbst nicht in Ungarn, wo­durch der Werth des monumentalen Unternehmens nur noch erhöht wird. Wir werden bald über die noch ausstehenden beiden Schlußhefte berichten und damit eine allgemeine und eingehende Würdigung dieses zweiten Bandes verbinden. Schon jetzt aber machen wir darauf aufmerksam, daß sich in diesem Jahre kein würdigeres und schöneres Weihnachts-Geschenk auf dem deutschen Büchermärkte finden wird. Der Preis dieses Bandes (in elegantem Artlinnen mit Goldpressung 36 Mk. — 44 Kr.) ist im Verhältniß zu dem Gebotenen geradezu auffallend billig.

Erscheint täglich. H afek.

Fuldaer