Einzelbild herunterladen
 

«4,

■ KuldaerMZertuW W

»■■i—«H* ü* Mr MMi M Bei*. Id jdmte J dnjdltf ß» M*e-

mit Zlrrterßaltungs-Anlage „Issukrirte Smmtags-Heitung" “txxi’rs.

JE 225.

1y°«- jjii

© Die neue Strafgerichtsordnung für das Heer.

Dieser 1. Oktober ist ein wichtiger Tag, denn er bringt für daS deutsche Reich daS Inkraft­treten mehrerer Gesetze von hoher Bedeutung für unser wirthschastlicheS Leben und für unsere Rechtspflege. Auf bürgerlichem und sozialem Gebiete find eS die Novelle zur Gewerbeordnung und die Abänderung der Unfallversicherung; für die Rechtspflege gelangt als hoch wichtige Reform die neue Strafgerichtsordnung für daS Heer zur Geltung.

Für den größten Theil des Reiches bedeutet die neue Militärstrafgerichtsbarkeit einen Ueber- gang von veralteten, starr bureaukratischen Formen zu einer Strafrechtspflege auf modernen Grund­sätzen. Namentlich in Preußen bestand bisher das Mllitärstrafverfahren von 1845 zu Recht, und dieses beruht auf den Grundsätzen der Schriftlichkeit und des Geheimnisses. Wenn eine Civllperson und ein Soldat gleichzeitig und ge­meinschaftlich sich desselben Vergehens oder Ver- brechens schuldig machten, konnte es vorkommen, daß die Civilperfon ganz anders bestraft wurde als der Soldat, shne daß irgend Jemand etwas davon erfuhr; und wenn ein Mann wie der Prinz Prosper von Arenberg die abscheulichsten Dinge sich zu Schulden kommen ließ, erfuhr die Welt gar nichts von dem Verlaufe des Prozesses, denn dieser spielte sich in größter Heimlichkeit ab, weil es sich um einen Offizier handelte.

Gegen solche Ungerechtigkeiten sträubt sich das Rechtsgefühl des Menschen der Gegenwart mit aller Macht; und dennoch hat es sehr viele Mühe und recht viele Zeit gekostet, bis es gelungen ist, dieses veraltete preußische Militärstraf­gesetz zu beseitigen, daS für das ganze Reichs­heer galt, mit Ausnahme von Bayern, Sachsen und Württemberg. Namentlich sträubte man fich in militärischen und in preußssch-konservativen Kreisen gegen die Einführung der Oeffentlichkeit in der militärischen Strafrechtspflege. Man führte als Grund für dieses Sträuben an, daß die mili­tärische Manneszucht leiden müsse unter dem System der vollen Oeffentlichkeit, ohne daran zu denken, daß Bayern längst diese Oeffentlichkeit auch für die Strafrechtspflege im Heere hatte und sicherlich niemals einem Tadel ausgesetzt war wegen ungenügender Mannszucht bei seinen Truppen. Die Vorurtheile waren aber so tief eingewurzelt, daß es sehr schwer war, sie auszurotten, und als nun endlich am 1. Dezember 1897 der Entwurf einer neuen deutschen Militärstrafprozeßordnung dem Reichstage vorgelegt wurde, drehte sich der Kampf zu allermeist um das Maß und die Art der Oeffentlich- keit. Der Kampf war lang und heftig; und da auch noch so manche andere Punkte auftauchten, über die die Meinungen außerordentlich getheilt waren, schien es manchmal, als sollte da« so lange schon herbei­gesehnte Reformwerk noch einmal scheitern.

Die Aerke von Ikorenz.

Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

19 ------ (Nachdruck verboten.)

Indessen war auch der Professor eingetreten.

„Ah, — schönen, guten Tag, — Fräulein Mohrchen!" begrüßte er Julia in neckendem Tone.

Hei, wie funkelten ihn da die schwarzen Augen des Mädchens an, so voll Zorn, voll Entrüstung.

Julia streckte ihre zierliche Gestatt zu ihrer ganzen Höhe, kampfberett stand sie vor dem sie halb belustigt, halb bewundernd anblickenden Manne.

„Herr," sagte sie zornbebend, „ich weiß zwar nicht, wer und waS Sie find und in welcher Eigenschaft Sie das Haus meiner Eltern besuchen — aber wenn Sie öfters hierher kommen und wir friedlich mit einander auskommen sollen, dann rathe ich Ihnen, nennen Sie mich nie wieder so — hören Sie, sonst kratze ich, und, auf meine — Nägel kann ich mich verlassen. Ich heiße Julia — merken Sie sich das ein- für allemal, das heißt — nein," verbesserte sie sich erröthend, „für Sie bin ich nicht Julia, sondern Fräulein Reinhold!" —

Sie wandte fich ab. Der Professor hielt noch den Hut in der Hand. Gr mußte immer auf das Mädchen schauen, dem der Zorn so gut stand, es sah so schön auS mit den lebhaft gerötheten Wangen, den blitzenden Augen.

Ein Lächeln ging über seine Züge und gut gelaunt zitirte er:

„Julia, — welch stolzer Name, Julia, laß Dich herab,

. Stulia, Du yceie Dame, Nimm mir Hut und Mantel ab!"

Irrlöa, Montag, den 1. Oktober 1900.

So kam es denn, daß bei dieser parlamen­tarischen Arbeit wieder einmal das Kompromiß eine hervorragende Rolle spiette, der Kuhhandel", wie man sich volksthümlicher und derber auszu­drücken pflegt; und die Freunde einer durch­greifenden Reform mußten mehr als unliebsames Zugeständniß machen, um nicht da« ganze Werk in Gefahr zu bringen. Das Endergebniß war die Annahme de« Gesetze» im Reichstage am 4. Mai 1898 mit der stattlichen Mehrheit von 177 gegen 83 Stimmen.

Gegen die Einführung des mündlichen Ver­fahrens an Stelle des schriftlichen find ernsthaft gemeinte Einwände kaum erhoben worden. Aber gegen die Oeffentlichkeit wurden leidenschaft­liche Kämpfe geführt, und diese ist denn auch in mehrfacher Weise arg beschnitten worden. Paragraph 282 lautet zwar kurz und bestimmt: Die Hauptverhandlung erfolgt öffentlich. Aber dann kommen die Ausnahmen von der Regel; und diese sind umfangreich und vielgestaltig. Vor allen Dingen wird nach Paragraph 283 „deS Oeffentlichkeit für die ganze Verhandlung oder für einen Theil derselben durch Beschluß die Gerichtes ausgeschlossen werden, wenn sie eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung, ins­besondere der Staatssicherheit, oder eine Gefährdung der militärdienstlichen Jntereff en, oder eine Gefährdung der Sittlichkeit besorgen läßt". Außerdem bleibt eS noch dem Kaiser vorbehalten, „allgemeine Vorschriften dar­über zu lassen, unter welchen Voraussetzungen das Gericht die Oeffentlichkeit der Verhandlung wegen Gefährdung den Dikciplin auszuschließen hat". Diese Vorschriften sind kürzlich erlassen worden. Jetzt muß die Erfahrung der Zukunft lehren, ob die mehrfach in der Presse laut gewordene Besorgniß recht hat, daß nämlich durch diese Vorschriften die ganze Oeffentlichkeit des Ver­fahrens wieder hinfällig gemacht werden wird. Eingeschränkt wird sie jedenfalls in ziemlich er­heblichem Maße, und es wird nöthig sein, die Wirkungen dieser Vorschriften genau zu beobachten und zu prüfen.

Daß Bayern, um ihm seine verfassungs­mäßige Militärhoheit zu wahren, einen eignen Senat im Reichsmilitärgericht erhalten hat, ist bekannt genug. Es hat langer und umständ­licher Verhandlungen bedurft, um endlich die berechtigten Ansprüche Bayerns zu befriedigen, und dennoch die angestrebte Einheitlichkeit deS Verfahrens nicht zu gefährden. Im übrigen gilt nun auch in militärstrafgerichtlichen Dingen durch das ganze Deutsche Reich ein einheitliches Recht, während vorher Bayern, Sachsen und Württemberg ihre militärische Strafgerichtsord­nung für sich hatten, und dadurch ist ein neuer Zusammenschluß aller Bundesstaaten zu einem einheitlichen Ganzen erreicht worden. Was man auch gegen einzelne Bestimmungen der neuen militärischen Strafgerichtsordnung sagen mag, eines bleibt gewiß, nämlich daß die Einsetzung derselben im großen und ganzen einen erheblichen und erfreulichen Fortschntt gegen früher be­deutet.

Sie mußte lachen, wider ihren Willen.

„Wer ist das eigentlich?" wandte sie sich halblaut an ihre Schwester, diese wollte ant­worten, doch der Professor kam ihr zuvor.

Mein Name ist Professor Dr. Alfted Ham- mon. Ihnen zu dienen, gnädigstes Fräulein Mohr---pardon. — Fräulein Julia 1 —

Ich habe die Ehre, Ihr zukünftiger Schwager zu sein. Wir müßten eigentlich auf Du und Du stehen, bei so naher Verwandtschaft!"--

„Hat's nicht bis morgen Zeit?" lachte Julia, deren Zorn bereits wirklich zu schwinden begann.

Unter Neckereien, in ftöhlichster Unterhaltung verging der Abend. Der Professor schien kaum zu wissen, daß es schon ziemlich spät geworden war, er, der sonsi niemals länger als eine Stunde im Hause seiner Braut blirb, und Abends gewöhnlich mit einigen Freunden einen Skat spielte. Der Skat sei seine einzige Er­holung, behauptete er stets, und wenn Hedwig versuchte, ihn länger aufzuhalten, dann rückte er ungeduldig auf seinem Stuhle hin und her; eine Viertelstunde lang ging das so fort, dann stand er regelmäßig auf und sagte in seiner höflich kühlen Weise: „Aber nicht wahr, Hedwig, Du entschuldigst mich jetzt? Meine Freunde paffen schon auf mich, ich kann sie unmöglich noch länger warten lassen, sonst sind sie wüthend!"

Und heute? Hedwig konnte sich gar nicht genug wundern, — heute schien er die Freunde mttsammt dem geliebten Skat vergessen zu haben, und als ihn Hedwig daran mahnte, äußerte er ungeduldig: »Ach was, — man muß auch nicht jeden Abend, den Gott gibt, Skat spielen, — das ist auf die Dauer langwellig, und kein Ver­gnügen mehr, — ich bleibe hier!"

Deutsches Keich.

Berlin, den 29. September.

+ AeichsKattzker Iürst Aohenkohe ver­zichtet darauf, nach dem ursprünglichen Plane im Laufe des Monats Oktober einen neuen Urlaub anzutreten. Unter den obwaltenden Umständen ist daS sehr erfreulich. Dem bevor­stehenden Parteitage der freisinnigen Volkspartei ist von dem Abg. Dr. Wiemer eine Ent- schließung zur Beschlußfassung unterbreitet, in der das Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß der Reichstag nicht im Sommer zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen wurde, und worin es dann heißt: „Der Parteitag erachtet es für einen ganz unhaltbaren Zustand, daß bei allen wichtigen Verlautbarungen in den letzten Monaten zwar der Kaiser, nicht aber auch der verfassungsmäßig verantwortliche Reichskanzler persönlich zur Stelle war . . ."

+ Der Reichstagsabgeordnete Kesse hat, wie aus Paderborn gemeldet wird, wegen Kränk­lichkeit sein Mandat niedergelegt. Herr Rentner Heinrich Hesse zu Paderborn gehörte als Mitglied der Centrumsfraktion dem Reichstage seit 1884 an, von 1888 bis 1898 war er auch Mitglied des preußischen Abgeord­netenhauses. Geboren am 9. April 1827 zu Paderborn, besuchte er das Gymnasium seiner Vaterstadt und widmete sich dann dem kauf­männischen Berufe. Im Jahre 1885 zog er fich von allen Geschäften zurück und wirkte seit jener Zeit nicht nur in den beiden Parlamenten, sondern auch al» Mitglied des Provinzialland­tags, des Kreistags und des Vorstandes der Provinzial-Blindenanstalt und anderer öffentlicher Verwaltungszweige. Im Reichstage vertrat er den Wahlkreis Paderborn-Büren, in welchem jetzt eine Nachwahl erforderlich sein wird. Herr Hesse kränkelte schon seit längerer Zeit und sehnte sich nach Befreiung vom parlamentarischen Mandat, sodaß die Mandatsniederlegung nicht mehr unerwartet kommt. Dem freundlichen und liebenswürdigen alle» Herrn wird nach seinem Ausscheiden aus dem parlamentarischen Leben auch noch weiterhin ein freundliches Andenken, besonders in den Kreisen des Centrums, ge­sichert sein.

h Legationsrath a. D. v. Kehler in Berlin, lange Jahre hindurch verdienstvolles und eifriges Mitglied der Centrums-Fraktion des Reichs­tages und des preußischen Abgeordnetenhauses be­geht heute (1. Oktober) seinen 80. Geburts­tag. Herr v. Kehler gehört zu den Gründern der genannten beiden Cmtrums - Fraktionen und hat sich namentlich auch um die Katholiken und um die katholischen Einrichtungen in Berlin sehr große Verdienste erworben. Aus dem parlamen- tarkschen Leben ist der Jubilar vor zwei.Jahren geschieden. Die deutschen Katholiken widmen ihm die herzlichsten Wünsche; möge eS dem verehrten Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre in alt­gewohnter geistiger Frische zu leben und zu wir­ken, möge es seinen zahlreichen Freunden beschie- den sein, ihn noch lange in ihrer Mitte zu sehen.

* Die halbamtliche .Berliner Korrespondenz' schreibt über das Ergebniß der Konferenzen

„Ja, ab:r das ist doch etwas ganz neues, Fred, sonst konntest Du ohne Skat überhaupt nicht leben."

„Na, Du übertreibst abrr auch gewaltig!"

„O, bitte," beharrte Hedwig, „ich kenne daS! Wie oft bat ich Dich, hier zu bleiben, — aber Deine Freunde erwarteten Dich immer!"

„So mögen sie mich heute einmal vergebens erwarten."

Hedwig war sprachlos. —

Und noch gar manchen Abend wurde der Professor an seinem Stammtisch vergebens er­wartet. Die ungeduldigen Freunde drohten, sich einen andren, pünktlicheren Mitspieler zu suchen, — aber gleich am folgenden Abend nach der fürchterlichen Drohung kam er wieder nicht. Man schüttelte die Köpfe, man rieth hin und her, waS den sonst aus die Minute pünktlichen Skatbruder abzuhalten im Stande sei, aber — man konnte daS Räthsel nicht lösen.

Währenddem saß der Professor Abend für Abend in dem gemuihlichen Ecksalon des Rein- hold'fchen Hause« draußen an der Außenalster, und lauschte dem wundervollen, herrlichen Klavier­spiel Julia's, und schien sich nicht satt hören zu können. Julia besaß auch einen weichen, sehr schönen Sopran, sie sang gern und ost, und da der Professor ebenfalls sehr musikalisch war, übten sie Duette ein, spielten vierhändig zusammen, — e« waren Abende voll ungetrübten Genusses.

Hedwig fühlte sich mehr und mehr als Rull, es kam ihr zuweilen vor, al« ob die Augen ihres Verlobten mit einem Ausdruck von — Mitleid auf ihr hafteten.

„Warum spielst Du denn eigentlich nicht Klavier?" hatte er sie eines Abends gefragt.

27. Jahrgang.

i* Safe«: „Die durch umfassende Vorarbeiten geförderten Berathungen, deren Ziel in erster Linie die Stärkung des Deutschthums und die Befestigung der deutschen Stellung in der Pro­vinz Posen bildete, haben zu einem vollen Ein- verständniß der Vertreter der Staatsregierung mit den Provinzialbehörden und den zugezogenen Sachverständigen über die erörterten Fragen und zur Beschlußfassung über eine Reihe wichtiger und dringlicher Maßnahmen geführt. Zu er­wähnen sind hierunter insbesondere Maßnahmen zur Hebung des deutschen Handwerkerstandes und jur Erhaltung, Festigung und Vermehrung des deutschen KleinbefitzeS in der Provinz Posen. Eine Reihe fernerer Beschlüsse galt der Er­weiterung des beretts in der Durchführung be­griffenen Planes, die Stadt Posen als Mittel­punkt des Deutschthums in der Provinz zu heben und auszugestalten. Es wird zu erwarten sein, »aß ein Theil der beschlossenen Maßregeln bereits im nächsten Staatshaushaltsetat zum Ausdruck gelangen wird.

X Die geistliche« Angelegenheiten ge­hören nach der Ansicht eines nattonallideralen Berliner Blattes „ihrer Natur nach" unter die Vermattung des Justizministeriums, nicht des Kultusministeriums; denn es handele sich dabei „nicht um die Regelung und Entscheidung religiöser, sondern juristischer Fragen." War das genannte Blatt damit eigentlich meint, sagt es selbst an einer andern Stelle der Darlegung: „Damit würde den kirchlichen Ansprüchen auf Mitherrschaft in der Schule am leichsten der Boden entzogen werden." In diesem letztem Sinne, wenn dieser Sinn auch unausgesprochen geblieben ist, liegt dem Parteitag der freisinnigen Volkspartei eine Entschließung vor, in der die Errichtung eines selbständigen Unterrichtsmini­steriums in Preußen empfohlen wird — „zur Entlastung des Kultusministeriums." „Ein selbst­ständiger Unterrichtsminister — bemerkt dazu das fragliche nationalliberale Blatt — würde den kirchlichen Ansprüchen weit freier und un­abhängiger gegenüberstehen, als ein durch die Verwaltung der geistlichen Angelegenhetten zu allerlei Rücksichtnahmen auf jene Ansprüche ge­zwungener oder wenigstens sich geröthigt fühlen­der Kultusminister." Von dieser angeblichen „Rücksichtnahme" können leider die Katholiken nicht das Geringste bemerken. Der Kurs im preußischen Kultusministerium, der dort ganz neuerdings gesteuert wird, geht weit ab von den Wegen, die eine solche Rücksichtnahme vorschreiben würde, noch weiter als unter dem Vorgänger des jetzigen preußischen Kultusministers. Aber im ganzen liberalen Lager scheint man wieder einmal starken Appetit auf ein wenig Kultur­kampf zu bekommen. Nun, die Katholiken werden den Kampf ungern, aber wohl gerüstet aufnehmen, wenn es die Herren danach gelüstet.

ft Die Kinvernftmg des Aeichslage» wird aller Wahrscheinlichkett nach zu einem Tage in der Mitte de» Monat» November er­folgen, also nicht ftüher al» im Jahre vorher. Der Tag der Wiedereröffnung der Sitzungen ist aber auch jetzt noch nicht festgesetzt. Man wird schwerlich fehl gehen mit der Vermuthung, daß MMMMWWWWWWS^SSSSS»SSS»S>SSSSS

„Sehr einfach — ich habe es nicht gelernt." „Aber Du hättest es eben lernen sollen!" „Sehr wahrscheinlich hätte ich gar kein Talent dazu gehabt."

Der Blick des Professor« verrieth, was er dachte, doch sagte er nichts mehr. Und manchmal feufjte er tief und schwer. Er fühlte, wie sich nach und nach, ganz uv vermerkt, eine tiefe Kluft zwischen ihm und seiner Braut aufthat. Merk­würdig, daß er jetzt erst merkte, wie wenig Hed­wig zu ihm paßte. Sie vermochte aus seine Ideen und Ansichten nicht einzugehen, ihr Gesicht»krei» war eben sehr beschränkt.

Ihre Welt war die Kinderstube ihrer Schwester Leonie, sie hatte nie da» Bedürfniß nach Höherem.

Mit Julia konnte Alfted sich von Allem unter­halten, sie war so klug, und trotz ihrer großen Jugend wußte sie überall Bescheid. —

Im Eilenberg'schen Haufe war nun zu den beiden Jungen ein allerliebstes, kleines Mädchen gekommen. Leider bedeutete der letzte Familien­zuwachs für Leo einen großen Verlust; denn das kleine Wesen kostete der Mutter das Leben. Am Tage nach der Geburt rief der Tod die junge, blaffe Hausftau zum namenlosen Schmerze ihres Gatten von den kleinen, nun mutterlosen Kindern.--

Hedwig bemühte fich, so gut fie eS vermochte, den Schwager zu ttösten, und den Kleinen nach Kräften die Mutter zu ersetzen. Hier sühlle fie sich wohl, hier gab eS Arbeit, viel Arbett für fie. Die Kinder hingen mit wahrhaft inniger Zuneigung an der geliebten Tante, und hatten die Mutter kaum vermißt. Hedwig war in kurzer Zett die Seele des HauseS geworden, Julia verstand nicht, die Kinder zu beruhigen.