Einzelbild herunterladen
 

Literarisches.

Hesammettr Werke »•* Akka» St-»,. Billige Bolksausgabe. Vollständig in 70 Lieferungen k 80 Pfg. Freiburg i. B. Herder'sche «erlag». buchhandlung.

BiS jetzt find 66 Hefte «schienen mit folgendem Inhalt: Kompaß für Leben und Sterben. Die heilmr Elisabeth. DaS »atrruns« und der unendliche Sruß. SvanischeS für die gebildete Welt. Wacholderaeist gegen die Grundübel der Welt. Besuch bei Sem, Stan unb Japhet ob« Stofe in daS hl. Land. Die Nachtigall Gottes. Wtttrrungen d« Seele. SBilb« Honig. — Di« vier letzten Hefte w«den in den nächsten Tagen «scheinen. Wir können allen Familienvätern, insbe­sondere ab« den Vorständen von ««einen und BolkS- bibliothelen dir Anschaffung dies« wohlfeilen und doch »ansgrstattetrn W«ke deS mit Recht so beliebten christstÄl«s wied«holt nur auW Wärmste em- pfichlen.

3

«5

Jahrgang.

Iul'öa, Samstag, dm 29. September 1900

M 224

Dir Kriegsflotten in der Mündung des Iangtseüiaug

9ni nn» TtiU< »» jH»aet MrtItOvUtHl Mmwte He. 1 Ommk).

rinnen standen weinend um sein Grab. Tausende von Arbeiterinnen, die im Hospiz eine ausge­zeichnete Verpflegung gefunden, gedenken des edlen Priesters mit Dank und Verehrung. Was er in wohlwollendster Absicht gethan: auch den ärmsten Familien nach besten Kräften zu rathen und hilfreich zu sein, wird ihm io nach fast zwanzig Jahren noch in solch frevler Miß­deutung nachgetragen. Eine solche Kawpfesweise richtet sich selbst! Herr Liesen aber lebt weiter in seinen Werken!

n-Mfitieeitti*'- •** XtMtHMi J«L »««*, fU 3*wM 3. ta *»«.

■eint täglich, uruoh-n« der

.-.«iatelrShrl.

»<

RamniSPfg.,«-! Hamen die Petit- tote 26 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend, Rabatt gewährt.

eigenen Haushaltes finden wir als „wünschens- werthe Gegenstände" aufgeführt ein Sopha, vier bessere Stühle, . . . eine Sprungfedermatratze, eine Pferdehaarmatratze rc. Und nun diese frivole Unterstellung, als ob Herr Liesen und die „ult­ramontane Sozialpolitik" die Arbeiter mit solchen Mahlzeiten „für sehr dürftige Verhält­nisse" abspeisen wollten! Seine ganze Lebenskraft hat Herr Liesen für Hospiz und Ver­ein eingesetzt, auch durch große materielle Bei­hilfe deren Existenz gesichert. 500 Fabrikarbeite-

Gegenwärtig sind auf der Rhede von Shang­hai, vor Wusung, eine solche Anzahl von zum Theil schweren Kriegsschiffen der Mächte ver­einigt, wie noch nie zuvor. Die vom Stand­punkt des Kaufmanns wichtigste Gegend Chinas ist die ungeheure Ebene, welche von dem Dangt- sekiang und seinen Nebenflüffen bewäffert wird. Ihr Flächenumfang übertrifft um das Zwölf­fache den von England und fast die Hälfte der Bevölkerung deS Reiches der Mitte ist im Dangtse-Thale ansässig. Dort findet sich der größte Handelsmarkt der Welt mit unberechen­baren Entwickelungsaussichten. Der Aangtse ist die einzige praktikable Handelsstraße zwischen dem westlichen und dem östlichen China und längs seiner Ufer sind neue Hafenplätze dem Welt- handelSverkehr geöffnet. Obgleich nicht unmittel- bar an seinen Ufern, ist Shanghai doch unter dem praktischen Gesichtspunkte daS Haupt- Emporium deS Jangtse und zugleich der Brenn­punkt der Handelsintereffen in China.

Im Hinblick auf die große Flottenversamm­lung vor Shanghai befürchten die Chinesen den Angriff einer Koalition von Mächten, unter denen auch Deutschland vertreten sein soll, gegen daS wichttgste Bollwerk, daS noch in den Händen der Chinesen geblieben ist, die Jangtse- FortS bei Wufung. Die Vizekönige haben daher KriegSvorber eitungen getroffen und die chinesischen Kanonenboote werden mit Munttion und Lebens­mitteln versehen. Täglich treffen große Mengen von ReiS ein. Unter den Europäern herrscht die Meinung vor, daß, so lange die Jangtse« FortS nicht zerstört sind, an Frieden nicht zu denken sei.

Bei der Wichtigkeit, welche demnach zur Zeit Wusung und Shanghai haben, geben wir unseren Lesern beistehend eine Karte der Situation am Iaugtsekiang mit Wusung und Shanghai, in welcher die Kriegsschiffe der Mächte ein­getragen find. Im Ganzen befinden sich etwa 30 Kriegsschiffe dort, und unter diesen stellt Deutschland die stärksten. Dor Wusung befinden fich auf dem Iangtsekiang die drei Panzerschiffe

f] Die „billigen Kochrezepte des Herrn Professor Dr. Hitze" durchwandern wieder einmal die sozialdemo­kratische Prefle. Zwar hat Herr Dr. Hitze nichts mit diesen „Rezepten" zu thun; ohne Wissen und Willen des Herrn Hitze sind sie vor nun 18 Jahren in eine spätere Auflage des „häuslichen Glück" ausgenommen, mit Wissen und Willen des Herrn Hitze sind sie aus den folgenden Auflagen ausgeschieden worden. Von dem „häuslichen Glück" erschienen neben der Originalausgabe be­sondere Ausgaben für Schlesien, für die Schweiz, für Süddeutschland, für Oesterreich und für das Königreich Sachsen; ferner 4 Uebersetzungen in fremde Sprachen: ins Polnische, Französische, Holländische und Böhmische und sind nebst dem „Wegweiser zum häuslichen Glück" mehr als eine halbe Million Exemplare verbreitet worden. Geist­liche und weltliche Behörden, politische, soziale und kirchliche Vereine sowie die Presse der verschiedensten Parteirichtungen wetteiferten in der Empfehlung des Buches. Die genannte Schrift ist von dem hochverdienten Gründer des Arbeiterinnen- Vereins und -Hospizes in M.Gladbach, Kaplan Liesen (später Pfarrer in Giesenkirchen, ge­storben 1896) unter Mitwirkung der ausgezeichneten Vorsteherin des Hospizes, Fräulein Dommerque, verfaßt. Herr Dr. Hitze hat dies schon vor Jahren im Reichstage und früher und später auch sonst wiederholt klar dargelegt und auch der ,Vorwärts war loyal genug, davon Notiz zu nehmen, aber das hält nicht ab, immer wieder diese Rezepte als „Beleuchtung" der „ultramontanen Sozialpolitik" und des Herrn Abgeordneten Hitze in Umlauf zu setzen.

Aber wie steht's denn eigentlich mit diesen Kochrezepten: wollte wirklich Herr Liesen „damit die Arbeiter abspeisen"?! In dem „häuslichen Glück" waren in der ersten Auflage (1881) Zu­sammenstellungen von Mittags- und Abendmahl­zeiten als Beispiele zur Auswahl beigegeben. Der Hauptzweck war, die Hausfrauen zu einer richtigen Zusammensetzung der Mahlzeit und zu einer sorgfältigeren Berechnung der Kosten anzuleiten. Solche Zusammen­stellungen waren gegeben für bessere Arbeiter- Einkommenverhältniffe und für dürftige Ein- kommenverhältniffe. In Rücksicht auf die allge­meine Erfahrung, daß gerade die Familien in den ärmsten Verhältniffen meistens die leidige Gewohnheit haben, sich mit Kartoffeln und Kaffee zu begnügen oder gar nicht zu kochen, ließ sich nun Herrn Liesen bestimmen, in einer neuen Auflage auch noch für „sehr dürftige Ver­hältnisse" (wie ausdrücklich dabei steht) solche Wochen-Zusammenstellungen aufzunehmen. Es wird das bezügliche Kapitel (S. 70 der 12. Aufl.) ausdrücklich mit der Bemerkung eingeleitet: „Ist eine Familie durch Krankheit, Arbeitslosigkeit des Mannes oder sonstiges Mißgeschick in Dürftig­keit und Noth gerathen, dann ist ihr eine tägliche gute Mahlzeit, auch mit einem ordent­lichen Stück Fleisch, gewiß ebenso von Herzen gegönnt, wie auch den begüterten Leuten. Aber darin besteht ja gerade die Noth, daß die Haus- frau nicht weiß, woher sie das Geld bekommen soll, um ein Stück Fleisch und die sonstigen Nahrungsmittel zu einer guten Mahlzeit zu be­schaffen." ES wird dann noch die nachdrückliche Mahnung beigefügt: „Unter allen Umständen aber muß sie (die Frau) jeden Mittag kochen und nicht unter vem Vorwande von Armuth nur Kaffee mit Butterbrod auf den Tisch bringen: eS wird daS viel lheurer, als wenn sie Speisen nach den nachfolgenden An­gaben zubereitet."

Jeder, welcher die Verhältniffe der armen Leute kennt, weiß nur zu gut, wie oft dieselben von Kaffee, Kartoffeln und Butterbrot leben, und wie berechtigt die Mahnung ist, auch selbst bei ärmsten Verhältniffen ein warmer Essen zu beteilen, und so werden dann Beispiele solcher billiger Wochen-Mahlzeiten aufgeführt. Und diese Wochen-Mahlzeiten werden nun in der sozialdemokrattschen Presse als die Normal- Speisezettel der „ultramontanen So­zialpolitik" hingestellt! Daß auch wett bessere MittagS-Mahlzette» von Anfang an in großer Zahl in der Zusammenstellung fich befanden, wird verschwiegen. So find z. B. Mittagsmahl- zetten zu Mk. 1,81, 1,45, 1,35, 1,60, 1,96 rc. (für 4 Personen) vorgesehen; wir finden aufge­führt 25 Rezepte für Suppen; unter den Fleisch­speisen sind aufgeführt: Sauerbraten, Kalbsbraten und Kalbsragout, Kalbskotelette, Hammelbraten, Schweinebraten, Frikatellen, selbst Hühnerragout, gebratene Tauben und Beefsteak (für Kranke). Anter den Anschaffungen für die Gründung eine»

Deutsches R^rch«

Berlin, den 28. September.

+ Die christlichen HerverKvereirre werden mit dem 1. Oktober einen neuen Zuwachs er­halten. Mit diesem Tage wird nämlich der Ver­band christlicher Schuh- und Lederarbei­ter Deutschlands mit dem Sitze in Mün­chen konstituirt werden. Bei der vielfach vor­handenen ungünstigen Lage der Leder- und Schuh­arbeiter, die sich namentlich in langer Arbeitszeit bei nur geringen Löhnen äußerte, war schon seit langem eine auf die Organisation zielende Be­wegung im Gange. Dem Verbände sind bis jetzt endgiltig beigetreten auf Grund besonderer Erklärung die Zahlstellen in Köln, Düssel­dorf, Freiburg i. Br., Frankfurt a. M., Osnabrück und München; noch nicht erklärt haben sich die beiden Lokaloerbände der Pfalz und die Lederarbeiter in Siegen. An verschie­denen anderen Orten sind Zahlstellen in der Gründung begriffen, deren Anschluß mit dem 1. Oktober ebenfalls in Aussicht steht. Mit letzteren würde'nach einer vorläufigen Berechnung der Verband etwa 20—25 Zahlstellen mit etwa 1500 Mitgliedern aufweisen. Von den bereits bestehenden freien (sozialdemokratischen) Verbänden der Lederarbeiter und Schuhmacher zählte nach der neuesten ^Statistik im Jahre 1899 ersterer 5369, letzterer 15,996 männliche Mitglieder. Nach der Berufszählung vom 14. Januar 1895 gab es in Deutschland aber 104,467 männliche Schuhmacher, sowie 35,707 männliche Leder­arbeiter, somit waren von ersteren überhaupt organisirt 15,02 Proz., von letzteren 15,67 Proz. Wenn nun auch bei dem Vorwalten vieler kleiner Betrieb« sowie der Verbreitung der Heimarbeit Manche Kreise, in denen die Leder- und Schuh- waaren-Jndustrie heimisch ist, für die Organisation weniger in Betracht kommen, so dürfte dennoch bei reger Agitation sowie der her

anderen christlichen Gewerkschaften in derselben ein großes Feld zur Gewinnung von Mitgliedern sowie zu gewerkschaftlicher Thätigkeit für den neuen Verband noch übrig bleiben. Wie aus den Statuten hervorgeht, erstrebt der Verband die Fördrung der geistigen und gewerblichen Aus­bildung seiner Mitglieder und die Verbesferung ihrer materiellen Lage auf christlicher und gesetz­licher Grundlage. Als Mittel zur Erreichung dieses Zweckes werden angegeben statistische Er- Hebungen, Verhandlungen mit Arbeitgebern bei Lohnfragen sowie bei berechtigten Wünschen und Beschwerden der Mitglieder, Eingaben und Pe­titionen an Behörden, Regierungen und Parla­mente. Errichtung von Unterstützungskaffen, För­derung der Bildung, Einführung eines Fach- organS, Regelung deS Arbeitsnachweises sowie des HerbergSwesens rc. Der Verband gewährt Unterstützung bei Ausständen und Maßregelungen, sowie Reiseunlerstützung bis zu 7 Mk. für die­jenigen Mitglieder, welche mindestens 1 Jahr dem Verbände angehören und ihre Beittäge ent­richtet haben. Vorsitzender des Verbandes ist Joh. Meier, München, äußere Wiener­straße 49, an den man sich um Material oder um nähere Auskunft wenden möge.

vermischtes.

♦ Ks fe-tt an Ztechenmeifler« Die Ausgabe der neuen Postwerthzeichen für die deutschen Schutzgebiete und die deutschen Postanstalten im AuS- lande war zum 1. Oktober m Aussicht genommen, auch die Berliner ««kaufSstelle für diese Werthzeichen sollte schon int Oktob« eröffnet werden. Wie nunmehr sest- stehl, wird zum Anfang der nächsten MonatS wed« die Ausgabe der neuen Kolonial-Briefmarken, noch die EröMung d« ««kaufSstelle erfolgen. Der Grund für die Verzögerung liegt in erst« Linie in den Schwierig­keiten der Umrechnunad« ReichSwihrung in die in Deutfch-Ostafrika übliche Währung. Die an d« Währung beteiligten Staaten haben eine Neuregelung d« Um- rechnungsverhältniffe zum 1. Januar vereinbart; dann sollen auch die nach den neuen Bestimmungen festge­setzten Werthe für Drutsch-Ostaftika auSgegeben werdm.

' In einem Lotet. Wirtbin: „Herr, Eie müM nicht mit den Stiefeln auf dem Bette liegen." — Gast: „O, daS schadet nicht«, Madame, eS find ölte Stiefel, denen die Wanzen keinen Schaden authun können."

„Brandenburg", „Weißenburg" und „Kurfürst Friedrich Wilhelm", der zugehörige kleine Kretqer „Heia" und der kleine Kreuzer „Gefion", ein stattliches Geschwader von durchweg modernen Schiffen. Bei dem unweit von Wusung belegenen Shanghai ankert das Kanonenboot „Iltis". Der Ort, wo diese Schiffe ankern können, ist auf un­serer Karte durch Einzeichnen der Schiffstypen markirt; die deutschen Kriegsschiffe, zu denen fich zeitweise die den Oberkommandirenden Grafen Waldersee von Hongkong über Shanghai nach Taku fahrende „Hertha" gesellt, find durch weiße Schiffstypen und mit ihren Namen bezeichnet, die ftemden Kriegsschiffe durch schwarze Signaturen. So kann fich jeder Leser auf den ersten Blick eine Vorstellung von der respektabel» internationalen Flottenmacht bei Shanghai machen.

Die Wusung - FortS, welche neuerdings von den Chinesen kriegsmäßig armirt und verorovian- tirt find, liegen auf dem linken Ufer des von Süden in den Iangtsekiang einmündenden Wusung- FluffeS und find auf unserer Karte namentlich bezeichnet. Südlich, oberhalb Shanghai'S, daS mit Wusung durch eine kurze Eisenbahn verbun­den ist, liegt ein starkes Fort und unweit des­selben eine Batterie am Ufer, sowie ein befestig­tes chinesisches Lager unterhalb deS Kiangnav- ArsenalS, von dem aus die Ausrüstung der Flotte stattfand.

Shanghai selbst besteht auS der mit Umwal­lung versehenen Chinesenstadt (CH) nebst Vor­städten und den nördlich fich anschließenden Frem- den-Niederlassungen. ES sind dieS die franzöfi- sche (F), die englische (E) und die amerikanische (A) Niederlassung. In letzterer befindet fich am Einflüsse deS Suchau-FluffeS in den Wusung das deutsch« Konsulat. Zahlreiche Schiffswerften und Docks zeigen an, daß Shanghai ein Hauptver- kehrS-Centrum der Seeschifffahrt und von großer Bedeutung für de» Handel ist. Man steht daher allseittg mit großer Spannung auf die Entwicke­lung der Ding«, in die nnt starker Hand einzu­greifen di« überaus zahlreich« internationale Flotte bereit und befähigt ist. >

•XwSoau.

AOZV

plack?!

MuMNAZkKMgkuÜ.

" ' ■ t f ICiLnnehuv

q

<6odUf A

Saiwtdfoy ekw/üock

Waxl ■ —

/e'S<wfZ

"a.