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Erscheint täglich, m-Ausnahme der Tonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

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zns»ratr:Die-Äs spalt. Garmond- »eile oder derer Raum 15 Pf., Re­klamen die PeM »eile 25 Pf.; bei Wiederholungen wirdentsprechenL Rabatt gewährL

mit Zlnterhattungs-ISeilage „Illuflrirle Konntags-Ieitung!' "** petersgaSe R«. r (Harmonie).

JuLöa, Mittwoch, den 19. September 1900.

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27. Jahrgang.

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Die Generalversammlung empfiehlt, diese Centralauskunftsstelle zu fördern und zu unter­stützen, insbesondere durch Einsendung solcher gegnerischen Zeitungsblätter, welche Angriffe und Verleumdungen gegen die Kirche und ihre Ver­treter enthalten, an den Leiter der Auskunfts­stelle: Herrn Redakteur Ernst Kley in Aschaffen­burg."

Wir hoffen, daß auch unsere Leser dieser Auf­forderung in gegebenen Fällen nachkommen werden. Dabei sei noch bemerkt, daß, wenn eine besondere briefliche Antwort seitens der Centralauskunfts­stelle gewünscht wird, der Anfrage 1 Mk. in Brief­marken beizulegen ist. Die letztere Einrichtung wurde getroffen hauptsächlich auf Wunsch und im Interesse von Vorständen katholischer Vereine und von Katholiken der Diasporagegenden, die keine katholischen Blätter aufweisen.

Vermischtes.

(♦) Kleine Nachrichten. Essen. Auf der Zeche„Vtctoria"isttm Mathias-Schacht die Gustav- Strecke zu Bruch gegangen. Zwei Arbeiter wurden ver­schüttet. Einer wurde schwer verletzt gerettet, der andere tobt aufgefunden. — Beuel. Am Samstag Nachmittag wurde auf dem hiesigen Bahnhofe zufällig beobachtet, wie eine F r a u e n s p e r s o n mit einem kleinen Kinde auf den Abort ging und bald darauf allein in den Zug nach Köln stieg. Bei Durchsuchung des Ab­ortes fand man daS Kind als L e i ch e vor. Die Mörderin wurde bei ihrer Ankunft in Köln verhaftet und sofort nach hier zurückgebracht. — Bernkastel. In dem benachbarten Veldenz brach durch daS Spiel unbe­

wachter Kinder am Freitag Mittag Feuer auS und äscherte in kurzer Zeit 4 Wohnhäuser mit den dazu ge­hörigen Oekonomiegebäuden ein. Bei den Löschversuchen »ereignete sich ein schwerer UnglückSsall. Bei dem 'Einsturz einer Mauer geriethen einige Mitglieder der Feuerwehr von Dusemond unter die Trümmer. Einer der Verletzten ist bereits seinen Wunden erlegen. — Liegnitz. In eme Soldaten-Abtheilung fuhr die elektrische Bahn. Füstlir Walter wurde ge- tödtet. Grenadier Zabel schwer verwundet. — Zwickau. Die Strickersehefrau Thekla Häßl Chemnitz hat in einem Teich in Limbach ihr Kinder, dann sich selbst ertränkt. — Budapest.

□ Dem Feinde zur Wehr!

Wer Gelegenheit hat, hier und da einen Blick in die kirchenfeindliche Preffe zu werfen, dem kann die Thatsache nicht entgangen sein, daß diese Preffe mit wachsendem Eifer die Taktik eingeschlagen hat, durch eine Fluth von Ver­leumdungen der katholischen Kirche und durch persönliche Verunglimpfung ihrer Bischöfe und Priester, wie auch hervorragender Lairn die Kirche im Ansehen der Zeitgenossen und nicht zum Mindesten der urtheilslosen Maffe herabzusetzen und womöglich auch in der Achtung der Katho­liken, die solche Blätter in die Hand bekommen, zu erschüttern. Nicht nur wird jedes, wenn auch noch so unbedeutende Aergerniß auf katholischer Seite, daS ganz oder theilweise wahr ist, durch die ganze gegnerische Preffe gezerrt, aufgebauscht und verallgemeinert, sondern auch, und zwar in noch weit zahlreicheren Fällen, werden Skandal- geschichten und dergleichen verbreitet, die voll­ständig erlogen oder durch Entstellung deS wahren Sachverhaltes erst zu dem gemacht worden find, was sie sein sollen, nämlich zu Herabwürdigungen der katholischen Kirche und ihrer Vertreter.

Diese Art des Kampfes gegen die katholi­sche Kirche ist sicherlich weit gefährlicher als jede andere, und es hat sich daher auf katholischer Seite mehr und mehr das Bedürfniß heraus­gestellt, eine besondere Einrichtung zu treffen, um dieser systematischen Hetze gegen die katholische Kirche planmäßig entgegenzutreten. Mit Be- friedigung darf festgestellt werden, daß eine solche Einrichtung nunmehr besteht in der Zentralauskunftsstelle der katho­lischen Presse, die unter der Leitung des Redakteurs Herrn Ernst H. Kley in Aschaffen­burg steht. Der Augustinusverein zur Pflege der katholischen Preffe hat in seiner General­versammlung zu Bonn am 2. September sich mit diesem Unternehmen beschäftigt und dasselbe einstimmig gutgeheißen. Sämmtliche katholischen Blätter sollen, den gefaßten Beschlüffen zufolge, ihre Leser von dem Bestehen der Zrntralaus- kunftsstelle in Kenntviß setzen und deren kräftige Unterstützung empfehlen, ein Lusttag, dem wir hiermit nachkommen.

Zugleich wurde ein entsprechender Antrag Namen« der Augustinusvereins an die 47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Bonn geleitet, die in ihrer dritten geschlossenen Versammlung denselben nach warmer Befürwortung durch Herrn Reich«- und Landtagsabgeordneten Gerstenberger in folgender Fassung einstimmig annahm:

„Die 47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands lenkt die Aufmerksamkeit der deutschen Katholiken auf die vor Kurzem errichtete Central- auskunftsstelle der katholischen Presse.

Dieselbe hat die Aufgabe, den unablässigen Angriffen in der kirchenfeindlichen Presse auf die katholische Kirche und deren Vertreter, Bifchöfe und Priester, wie Laien, entgegen zu wirken; ins­besondere soll sie bei entstellter und tendenziöser Wiedergabe thatsächlicher Vorgänge sowie bet der häufig vorkommenden freien Erfindung gänzlich unwahrer Erzählungen, welche die Kirche und deren Vertreter herabzusetzen geeignet sind, die Wahrheit aufdecken und für deren Verbreitung in der Oeffentlichkeit sorgen.

Bei Dunafoelvar schlug ein Kahn mit 14 Arbeitern um. 10 ertranken. — Triest. Gestern brannte hier eine mit großen Vorräthen versehene Dampfmühle ab. Auch die Geschäftsräume find theilweise verbrannt. Menschen sind nicht umgekommen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 2 Millionen Kr. — Balbac. Bei einem Eisenbahn zusammenstoß bei Portugalte wurde ein Passagier getödtet, ein Zugführer und ein anderer Bahnbeamter lebensgeführlich und mehrere Passagiere leicht verletzt. — Madrid. Der Ministerrath beschloß, die konstitutionellen Garantien in Madrid wieder­herzustellen. — Belgrad. Gerüchtweise steht eine Versöhnung zwischen dem Exkönig Milan und Natalie sowie die Abreise des Ersteren auS Biarritz bevor. — London. Die.Times'erklärt heute in einem längeren Artikel, der Weltsriede sei niemals so sehr bedroht gewesen, alS augenblicklich.

X Das Nftiickert des Hvstes. Wie oft sieht man in den Läden, auf den Märkten, ja selbst auf den Obst- auSstellungen schlecht gepflücktes Obst. Statt daß eS „gepflückt" wird, wird eS vom Baume gerissen und da­bei bleibt meistens der Stiel am Baume oder ein Stück­chen Ast am Obste. Mutter Natur hat dabei dem Pflücker einen deutlichen Fingerzeig gegeben, wie Obst gepflückt werden soll. Während dar Obst reift, bildet sich von selbst langsam zwischen dem Ettel und dem Holz eine Korkschicht, die nach Abnahme resp. nach Abfallen deS Obstes daS Holz vor dem Eindringen von Parasiten schützt. An dieser Korkstelle erfolgt die natür­liche Trennung von Obst und Holz, und hier muß das Obst abgenommen werden! In der neuesten Nummer des praktischen RathgeberS, die umsonst von dem Ge­schäftsamt in Frankfurt a. Oder verschickt wird, ist die Pflückstelle wie das richtige Pflücken bildlich dargestellt — wer sich dafür interesstrt, lasse sich die Nummer kommen.

• In» dem Dameuüoupee. Schaffner (zu den Da­men, die das Nothfignat geben): „Ja, waS ist denn loS, meine Damen?" — Dame: „Ach, Herr Schaffner, es ist eine Maus im Koupee."

Dir neuen Gperatisne« im Gebiete non Peking.

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Während über die russischer) cüs aufgeworfene Frage der Zurückziehung der Truppen aus Peking eine allseitige Entscheidung noch nicht getroffen ist, fahren die militärischen Befehlshaber fort, diejenigen Operationen zu unternehmen, die zur Sicherung der von den Truppen eingenommenen Stellungen erforder­lich sind. Der Plan der Kommandeure geht dahin, durch die Eroberung der Forts von Peitang die Basis der gesammten Operationen, die Rhede von Taku, gegen einen Angriff von Norden zu schützen und dann sich im Innern des Landes neben der Hauptstadt Peking einen anderen Stützpunkt zu sichern. Hierzu war die wichtige Stadt Paotingfu westlich von Tientsin auSersehen, da die Verbindung von Paotingfu mit dem Meere während der kalten Jahreszeit leichter aufrecht zu erhalten ist. Das demgemäß für die nächste Zeit in erster Linie in Betracht kommende Gebiet in Norbchina zwischen Peking, Taku und Paotingfu finden unsere Leser in beistehender Karte dargestellt.

Der strategische Plan der Kommandeure der ver­bündeten Truppen geht dahin, aus zwei verschiedenen Wegen Paotingfu zu erreichen. Sowohl von Peking als auch-von Tientsin gehen zwei Heersäulen gegen die Stadt vor. Am 9. September ist eine Kolonne, bestehend aus Engländern in Stärke von zwei Regi­mentern Kavallerie, einer Batterie Artillerie und 300 Mann Infanterie, ferner auS 1000 Italienern, 300 Japanern, 500 Russen und Amerikanern von Tientsin nach Paotingfu aufgebrochen. Es ist in den letzten Tagen — und auch früher schon — wiederholt von einer militärischen Expedition nach Paotingfu die Rede gewesen. Paotingfu ist bekanntlich jener Ort an der projektirten Eisenbahn Peking—Hankau, wo die Boxer durch ihre blutigen Angriffe auf das europäische

Ingenieur-Personal den eigentlichen Anstoß zu den Wirren gegeben haben; nur mit Mühe konnte sich da­mals ein Theil der Ingenieure quer durch das Land nach Tientsin retten. Seit der Eroberung von Peking ist immer die Rede davon, Paotingfu wieder zu be­setzen. Wenn, wie gemeldet wird, ein chinesisches Heer bei Paotingfu im Aufmarsch begriffen war, so war es von militärischen wie politischen Gesichtspunkten erforderlich, ihm sobald rote möglich entgegenzutreten, denn mit der Einnahme Pekings ist militärisch nicht viel erreicht, und der Zweck jeder militärischen Aktion muß bleiben, daS Heer des Gegners zu vernichten. Bon einer solchen Expedition nach Paotingfu war übrigens längst die Rede gewesen, bevor die deutschen Seebataillone in Peking eintrafen; nunmehr ist sie in Ausführung gebracht, und so wird man bald von Kämpfen an den Marschlimen nach Paotingfu hören. Von Tientsin marschirt die eine Expedition auf Tscheng- Hai-Hsien, wo eine große Menge Boxer mit Artillerie den Verkehr der mit Lebensmitteln beladenen Barken auf dem Kaiserkanal behindert.

An der Küste sind die Forts von Peitang, nördlich von Taku, noch in den Händen der Chinesen. Zunächst klärten die Engländer in der Umgegend das Terrain, auf. Die Russen beabsichtigten einen Angriff auf die Forts, haben «6er nicht genügend Artillerie. Eins russische Schützen-Abtheilung wurde von einer explo- birenben Mine in ber Nähe be« einen Forts tu bis Luft gesprengt, wobei mehrere Solbaten getödtet wurden. Nach einer späteren Meldung machten dann die Russen zwei Mal vergebliche Angriffe auf dis Forts. Auch hier sind also Kämpfe bevorstehend. — Unsere Karte gibt den Lesern die Möglichkeit, die Kämpfe der nächsten Zeit genau zu verfolgen.

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