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Rabatt gewährt.

ve»a»tw.: Mr die Redaktion t. v. Larl Schaffe», für Inserate 3. Parzelle» in Fulda.

mit Zlnterßattungs-Beilage „Zssustrirte Somrtags-Ieiümgi'

Jt$ 215.

JuLSa, Mittwoch, den 19. September 1900.

9nt gxl Verla, de» Mldaer Lette«»», «eret. «» 1 ItaMiil.

27. Jahrgmg.

Mlatt. I

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D Auflösung

Ires britischen Parlamentes.

Die Lebensdauer des letzten britischen Parla­mentes reichte von rechtswegen bis zum Jahre 1902, nämlich 7 Jahre hindurch. Aber selten läßt man ein britisches Parlament so lange bei­sammen. Wenn nicht früher, wird gewöhnlich im 'S. Jahre seines Bestehens das britische Parlament aufgelöst; und so ist dem gegenwärtigen Unter­hause durch eine Verordnung der Königin wiederum ein verfrühtes Ende bereitet worden. Mit dem 25. September gilt das gegenwärtige Parlament für aufgelöst; am 1. November soll das neue Parlament zusammentreten. Da aber dieses letzte Parlament erst im Jahre 1895 gewählt worden ist, ist ihm ein besonders kurzes Leben beschieden gewesen.

Noch ein anderer Umstand ist zu beachten. Es hat keinen Streit zwischen Regierung und Parlament gegeben. Die Regierung hatte eine feste Mehrheit in diesem letzten Parlament und hat es nun doch frühzeitig aufgelöst. Augenschein­lich hängt dies mit den auswärtigen Ereigniffen zusammen. Die britische Regierung, deren Helden- thaten in Transvaal überall außerhalb der Gren­zen Albions berechtigte scharfe Kritik und Ver- urtheilung erfahren hat, strebt noch einer noch festeren parlamentarischen Unterlage für chre Er­oberungs-Politik und hofft, diese Unterlage durch Neuwahlen zu gewinnen. Durch das neue Par­lament und dessen Uebereinstimmung mit dem bis­herigen Unterhause will die britische Regierung beweisen, daß sie für ihre Eroberungszüge in Süd­afrika das Land und das Volk hinter sich hat; und an einer neuen, vermuthlich noch stärkeren Mehrheit für diese Beutepolitik wird es nicht fehlen.

Bisher hatte man angenommen, die Auf­lösung des Parlamentes werde nur der erste Akt zu einem größeren politischen Schauspiele sein, deffen zweiten Aufzug der Rücktritt deS leitenden Ministers Lord Salisbury und deffen Ersetzung durch Chamberlain bilden würden. Denn Herr Chamberlain war von Anfang an die Seele der südafrikanischen Politik und Lord Salisbury eigentlich nur die Bremse dabei; und wäre nun nicht auch noch China dazwischen gekomn»en, dann würde vermuthlich dem Parlamentswechsel auch Lieser Wechsel in den leitenden Regierungsper­sonen gefolgt sein. Aber in jüngster Zeit haben bie Chinawirren und der gute Einfluß, den Sa- liSbury'S klug erwogene und vorsichtig ausge­übte Politik auf diese ausgeübt hat, dem greifen Ministerpräsidenten wieder zu erhöhtem Ansehen werholfen, so daß es in der englischen Presse ganz still geworden ist von bevorstehenden Ministerverschiebungen. Man kann mit ziemlicher Sicherheit annehmen, Lord Salisbury werde Ministerpräsident bleiben und Herr Chamberlain werde noch längere Zett Gelegenheit haben, seine ehrgeizige Ungeduld zu zügeln.

Der Wahlsieg ist der Regierung gewiß; denn auch die Liberalen ziehen zum allergrößten Theil

Air Werke von Ilorenz.

Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

'S ------- (Nachdruck verboten.)

Anfangs schüttelte der Kranke zwar den Kopf und lächelte trübe.

„Du hast mir zu wehe gethan, Anita!"

„Ach Roland, laß das vergeffen sein zwischen uns. Ich habe es lausend Mal bereut, was ich an jenem Abend ohne Ueberlegung gesprochen habe. Denke nicht mehr daran, mein Herz ge­hört Dir, Dir ganz allein! Ich fühlte und wußte erst, wie lieb ich Dich habe, als Du nicht mehr kamst! Zum Zeichen, daß ich die Wahr­heit rede, erkläre ich mich bereit. Dich sogleich zu heirathen. Ich könnte Dich dann sorgfältiger pflegen und brauchte gar nicht mehr fort zu gehen. WaS meinst Du dazu, mein Liebling?"

„Nein, erst laß mich gesund werden!"

Anita biß sich auf die Lippen, sie hatte Mühe, ihre Enttäuschung zu verbergen.

Konrad ging in dieser Zeit umher wie ein gereizter Löwe. Roland, der wohl wußte, daß der Freund mit seinem Handeln durchaus nicht einverstanden war, vermied es, mit diesem »on Anita zu sprechen, er lag überhaupt, sobald die Letztere ihn verlassen, meist schweigsam da; es war, als lebte er nur in ihr. Wenn er sich allein sah, befiel ihn sofort wieder eine trübe HoffmmgS- lofigkett, die Anita durch ihr zuversichtliches Ge­plauder immer wieder zu verscheuchen verstand.

Doch eine» Tages wollte « auch ihr nicht gelingen, den Kranken aufzuhettern.

an dem Strange der imperialistischen Politik; an der Politik der Eroberung. Diese gibt Gelegen­heit zu neuen Finanzunternehmungen, bringt Geld ins Land; was fragt man da noch viel nach zer­tretenen Menschenrechten und VMerfreiheiten! Im neuen Parlament werden wir dieselben Redens­arten dreschen hören, wie im alten, die lächerlichen Phrasen von Freiheit und Bürgerrecht für die Buren, die der Wahrheit gemäß nach dem letzten Erlasse des Feldmarfchalls Roberts niedergeknallt werden können, wie die tollen Hunde, wenn sie mit den Waffen in der Hand gegen England an­getroffen werden; und denen alSdunn ohne weiteres auch Haus und Hof genommen werden kann, um einen Engländer in das warme Rest zu setzen. Denn wer standrechtlich erschaffen wird, verliert auch ftin Eigenthum Aber an solchen hochtrabenden Redensarten sind namentlich die Engländer reich; und sie werden auch diesmal nicht fehlen als neuer Hohn auf die Wahrheit, die gerade das Gegentheil von dem ist, was die widerwärtige Phrasendrescherei anzuzeigen scheint.

Das alte Parlament ist auf dem Gebiete der Gesetzgebung sehr unfruchtbar gewesen. Das neue Parlament wird zunächst zwei harte Nüffe zu knacken haben: die Deckung der Kriegskosten, die auf mehr als eine Milliarde Mark geschätzt werden und die Reorganisation des britischen Heeres, daS sich gerade jetzt als äußerst reform­bedürftig erwiesen hat. Gerade deswegen auch, weil diese beiden Fragen allerhand Konflcktsstoff in sich bergen, braucht die Regierung eine besonders starke Med heit, wenn alles glatt von statten gehen soll.

Deutsches Dlrich.

Berlin, den 18. September.

h Zur jüngste« Ileichsattleihe wird halb­amtlich noch geschrieben, es fei nicht richtig, daß die Anleihe in Amerika begeben worden sei. Die­selbe sei vielmehr im vollen Betrage von der Berliner Diskontogesellschaft übernommen worden, und diese habe in Amerika Rückdeckung gesucht und gefunden. Von einer Ausgabe von Schatz­anweisungen könne eigentlich auch nicht die Rede sein; es seien vielmehr Schuldverschreibungen des Reiche» ausgegeben worden, und zwar auf Grund der aus früheren Kreditgefetzen noch offenen Kredite. Die Schuldverschreibungen seien jetzt zu einem Kurse ausgegeben worden, der dem Nenn- werthe nahe komme. Die Verschreibungen seien im Jahre 1905 einzulösen, könnten aber auch schon vorher gekündigt werden.

h, Aarfrauktrnuge« sollen angeblich zu- gelaffen werden für Massenauflieferungen bei der Post. Die Handelskammer in Halber­stadt hat sich deswegen mit einer Anfrage an das Reichspostamt gewandt und den Bescheid er­halten, daß die Nachricht nicht zutrifft; auch bei Maffensendungen muß jedes einzelne Stück mit der entsprechenden Freimarke versehen werden. Natürlich!

+ Der diesjährige praktisch soziake Kursus des Volksoereins für das katholische Deutschland wird, wie nunmehr feststeht, in den Tagen von Montag den 8. bis Samstag den 13. Oktober d. I. in Köln in den Räumen der

„Was wirst Du denn thun, Anita," begann er plötzlich, wenn ich nun doch sterben muß?"

„Ach laß die dummen Gedanken, Landy," wehrte die Angeredete, „Du wirst nicht sterben."

„Doch den Fall gesetzt, e» geschähe heute oder morgen?"

„Nun, — dann, — dann würde ich furchtbar weinen."

„Ja — und — nachher?" —

„Nachher? — wie meinst Du, — ich weiß nicht, — Du sollst nicht solches Zeug reden, Ge­liebter."

„Ja, nachher wirst Du wieder Blumen ver­kaufen, nicht wahr, Anita?"

„Wir find arm," sagte sie, die Augen wie verschämt zu Boden senkend, „Du weißt e» wohl, daß ich auf den Verdienst angewiesen bin. Dieser Umstand wird mich wahrscheinlich zwingen, den Handel wieder aufzunehmen, so ungern ich es thue. Auch die Mutter kann nicht» mehr arbeiten, essen müssen wir auch, wa» bleibt mir weiter Übrig? Wie e» später werden wird, weiß ich nicht!" —

„Ich will es aber nich.t Anita!" rief der Kranke aufgeregt, „ich will nicht, daß alle Welt Dich anstarrt, — wenn Du dort stehst — den Korb mit Blumen neben Dir. Wirst Du mir versprechen, still und ruhig in einem hübschen Hause weiter zu leben, wenn ich Deine Zukunft sicher stelle?" -

Ein Blitz be» Triumphes glitt über Anita'» chöne» Gesicht, doch nur für die Dauer einer Sekunde. Der Kranke hatte nicht» davon wahr­genommen, wohl aber Konrad, der in geringer

Bürgergesellschaft, Röhrergaffe, stattfinden. Auf ihm Vormittag fallen 2 bis 3 ein stündige Vorträge über die augenblicklich wichtigsten praktischen Fragen der Volkswirthschaftspolitik, denen sich des Nachmittags dann eine Diskussion anschließt. Die Tagesordnung deS diesjährigen Kursus umfaßt in erster Linie die Behandlung der Agrarfrage einschließlich der ländlichen Wohlfahrtspflege in 3 Vorträgen. Eine besondere Berücksichtigung hat ferner die Han d» werkerfrage gefunden; die Organisation des Handwerks in Innungen und Handwerks­kammern, deren praktische Ausgestaltung und Thätigkeit, die Ausnutzung des Genossen­schaftswesens für die Handwerker, die Mitwirkung der Gefellenvereine an der Durchführung der Handwerkerorganisation werden von sachverständiger Seile eingehend in je einstündigem Vortrage erörtert werden. Die Behandlung des Schutzes des Kauf­mannsstandes (Prinziplcke und Gehilfen) sowie das kaufmännische Genossen­schaftswesen als Mittel der Selbst­hilfe ist einem weiteren Bortrage von einer Stunde Vorbehalten. In einem weiteren Vor­trage von 3 Stunden sollen noch die wichtigsten Punkte der Arbeiterfrage im allgemeinen besprochen werden, wahrend einstündige Vorträge noch folgenden Gegenständen zugedacht sind: Aufgaben der charitativen Frauen­vereinigungen, Bolksbildungsbestre- bnngen, soziale Schulung der Arbeiter und Gesellen, Mäßigkeitsbestrebungen. Angesichts der Wichtigkeit der Gegenstände, die augenblicklich zum Theil mitten in der politischen Erörterung stehen und auf dem Kursus von be­rufener Seite werden behandelt werden, dürfte eine allseitige Betheiligung nicht nur feiten» des Klerus und der Akademiker, sondern auch au» den Kreisen der Männer der Praxi» zu erhoffen sein. Namentlich wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Handwerker sich zu den Vorträgen über ihre StandeSfragen zahlreich einfinden, in der nachfolgenden Diskussion Anregungen geben und empfangen und in ihren Innungen sodann die praktischen Resultate der Erörterungen auf dem Kursus im Interesse de» gesammten Standes verwerthen. Dadurch, daß die da» Handwerk be­treffenden Vorträge sowie die anschließende Dis­kussion auf einen Tag gelegt sind, dürste den Handwerkern ein Besuch de» Kursus besonders er­leichtert werden. Ein Nachmittag des Kursus ist für die Generalversammlung des Verbandes „Ar beiter wo hl" in Aussicht genommen. Ueber den Verlauf dieses Kursus wird die ,Fuld. Ztg/ s. Z. ausführlich berichten.

X Kredttschnhvereine für Handwerker sollen beabsichtigt fein. Ein entsprechender Plan wird, wie man in einer vereinzelten Zeitungs­notiz lesen kann, gegenwärtig von Handwerks­kammern erwogen. Diese Vereine würden dann ihre Mitglieder über säumige und unbemittelte Kreditnehmer und anderseits auch über zweifel­hafte Firmen unterrichten rnüffen. Wenn die Notiz richtig ist, kann man einen solchen Plan an sich gutheißen. Nur ist die Frage, ob er ich wird leicht ausführen lassen, und ob dann olche Schuhvereine den an sie gestellten An- prüchen genügen werden.

Entfernung saß, und scheinbar angelegentlich in den Inhalt eines Buches vertieft war.

Zärtlich beugte sich im nächsten Augenblicke Anita über den Kranken, sie schien keines Wortes mächtig zu sein. Endlich flüsterte sie, so weich und einschmeichelnd, als bebe ihre Stimme unter Thränen: „Du Lieber, Guter, — ich will ja alles versprechen, werde nur wieder gesund!" —

Roland haschte nach ihrer Hand.

„Noch eins, Anita, Du mußt mir fest und feierlich geloben, nie, — hörst Du es wohl, — niemals einen Andern heirathen zu wollen, falls ich sterbe; der Gedanke, daß Du einem Andern angehören könntest, ist mir unerträglich."

„Nein, — nein, Landy," — rief Anita, „ich will auch keinen Andern, wenn Du mir verloren wärest. Dich will ich, — Dich allein!"

Der Kranke athmete wie befreit auf.

„Das lag mir schon lange wie ein Alp auf dem Herzen, nun will ich ruhig sterben." —

Eine Welle war er ganz still, dann winkte er Konrad zu sich heran.

„Ter Notar soll kommen, — ich will alles ordnen."

Konrad zögerte. Es that ihm weh, zusehen zu müssen, wie diese Schlange alles, alles an sich riß, und doch — konnte er es ändern? Wenn er dem Willen des Kranken nicht nachkam, mußte dieser denn nicht glauben, daß er nur seinen eigenen Vortheil wahren wollte, daß die Sorge, zu turi zu kommen, ihn leitete?

Der Gedanke, irgend etwas für sich selbst herauSschlagen zu wollen, lag dem biederen, deutschen Charakter KonradS vollständig fern.

x Die sogenannte AöfchrntzprSknug fß* den einjährig-freiwilligen Militärdienst hat mit Recht schon sehr viele Anfechtungen erfahren als eine vollkommen Überflüssige und gleichzeitig lästige Einrichtung, die der Heranwachsenden Jugend eine weitere Bürde auferlegte. Jetzt hat der „Allgemeine deutsche Verein für Schul» gesundheitSpflege", der in diesen Tagen in Aachen versammelt war, den Beschluß gefaßt, in einer Petition an die Bundesregierungen um die sofortige Abschaffung dieser Prüfung zu ersuchen. Man kann der Petition nur Beachtung und Er­folg wünschen. Fast sieht es so aus, als plane man gleichzeitig mit der Reform deS Unterrichtes am Gymnasium eine Vermehrung der Schul­stunden. Wohin soll diese fortgesetzte Belastung unserer Jugend schließlich führen? Jede sogen. Reform, die eine Vermehrung der Schulstunden oder sonstwie eine weitere Belastung der Schüler bedingt, sollte von vornherein als das Gegentheil von dem, was man Reform zu nennen pflegt, grundsätzlich abgewiesen werden. Die Gesundheit des Heranwachsenden Menschengeschlechtes ist ein allzu kostbare» Gut, als daß man allerhand ge­fährliche Experimente damit zulassen sollte.

• Die Kohkerearrsfnhr erfährt, wie sattsam bekannt, erhebliche Begünstigung durch die er­mäßigten Frachtsätze für Kohlensendungen nach dem Auslände. Trotz aller Vorstellungen, Par- lamentsreden, Zeitungsartikel, Handelskammer­gesuche und Eingaben anderer Körperschaften sind bei uns in Deutschland diese Frachtermäßigungen nicht beseitigt worden. In Oesterreich geht man praktischer zu Werke: dort sind die er­mäßigten Frachtsätze für die Ausfuhr von Kohlen nach Bayern und nach Sachsen jetzt aufgehoben worden. Natürlich kann diese Maßregel für die Versorgung der deutschen Verbraucher mtt Kohlen nur von Nachtheil sein, und es entsteht von neuem die Frage, ob die deutschen Regierungen auch an­gesichts dieser neuesten österreichischen Maßregel ihren starren Widerstand gegen nur allzu berechtigte Volksforderungen nicht auf geben wollen. Wenn nicht, so setzen sie sich der Deutung aus, daß ihnen die Versorgung ausländischer Verbraucher mit Kohlen mehr am Herzen liegt als die deut­schen Bedürfnisse. Die Behauptung, man dürfe den Verkehr mit dem Auslande nicht gefährden aus Rücksicht auf spätere, vielleicht anders 'ge­artete Zeiten, 'ist nicht stichhaltig. Ein Volks» bedülsniß der Gegenwart ist unter allen Um­ständen wichtiger als späterhin möglicher, kleiner Finanzausfall des Staates, von dem man gar nicht weiß, ob er auch wirklich eintreten würde, wenn die ermäßigten Frachtsätze jetzt aufgehoben werden.

Ausland.

• Daris, 18. Sept. Zwischen Landet und dem Pariser Gemeinderath ist eSzum Bruche gekommen, da Loubet die Einladung zu dem Riesenbankett nicht angenommen, da man aus diesem Anlaß politischeKundgebungen befürchtet. Das Fest unterbleibt daher. — Der Kriegsminister theilt in einer amtlichen Note mit, daß die französischen Truppen in der Sahara den arabischen Grenzstämmen ein hef­tiges Gefecht geliefert haben. Die Ope-

aber daß dieser falschen Sirene, die er gar wohl durchschaute, alles zufallen sollte, das — wurmte ihn doch.

Sollte er Roland, der alles um sich her ver­gaß, wenn Anita bei ihm war, die Augen zu öffnen suchen? Würde er ihm glauben? — Würde er nicht vielmehr denken, Neid und Mißgunst dikttre seine Worte? Er war zum Schweigen oerurtheilt, und mußte den Dingen ihren Lauf kaffen.

So kam es, daß Anita, einige kleine Legate ausgenommen, zur Universalerbin deS ganzen großen Vermögens eingesetzt wurde. Konrad war in dem Testament allerdings bedacht, doch ebenso, wie Alfted, — Rolands Stiefbruder, — nur mit einem kleinen Theile.

Konrad hatte eS unternommen, Fred von der schweren Erkrankung RolandS zu benachrichtigen; die Antwort traf umgehend ein.

„Soll ich kommen? — Sitte, theilen Sie es mir sofort mit, wenn RolandS Zustand sich ver­schlimmern sollte."

Am Tage darauf ging ein Telegramm von Florenz nach Heidelberg an den Studenten Alfred Hammon, RolandS Bruder, ab.

„Kommen Sie unverzüglich, wenn Sie Roland noch einmal sehen wollen. — Ich fürchte, e8 geht zu Ende.

Konrad Altherr."

Trotzdem vergingen drei Tage, ehe der Ge­rufene in Florenz eintraf. Roland war sehr schwach; zettweise ohne Bewußtsein, lag er in einem Halbschlummer, der einem Hiuüberdämmem glich. Nur der Gedanke an das Wiedersehen