KuldaerMZeitung
spalt. OkmM ytie ober d< Raum lb Psi, Nam« die P yttt 86 Pf.; Bkberbotiroi Wirt enyprkch
27. Jahrgang
Iutöa, Freitag, den 14. September 1900.
J&211
h
Deutsches Keich.
Berlin, den 13. September.
Aörfeirspiek ««d IndnSrie. Manche
so müßte dieser letztere weit eher in dieser leidenschaftlichen und wüsten Weise zum Ausbruche gekommen sein.
Außerdem versichern uns die meisten Chma- kenner, der Chinese sei sehr duldsam auf religiösem Gebiete und gegen seine eigene Religion ziemlich gleichgiltig: er lasse gern andere rellg'öse Propaganda zu, wenn man auch seinem eigenen Kultus Achtung entgegen bringe. Also stimmt auch das gar nicht mit der Behauptung überein, daß die Wirren in China Folgen der Missions« Tätigkeit seien. Und vor allen Dingen ist es eine geradezu ungeheuerliche Anschauungsweise für einen Europäer, zu behaupten, man könne es den Chinesen gar nicht, oder doch nicht so sehr verdenken, wenn sie sich der Fremden jetzt zu entledigen suchten.
In China gibt es doch gar kein Gesetz, das die Ausübung fremder Religionen verbietet. Im Gegentheil, diese letztere ist von jeher in China gestattet worden; und deswegen fällt den chinesischen Behörden die unmittelbare Verpflichtung zu, die Fremden und die Missionare, wenn sie angegriffen werden, zu beschützen, anstatt bei der Verfolgung und Metzelung zu helfen, wie es jetzt so vielfach geschehen ist und noch geschieht. Die ganze Haltung der chinesischen Oberregierung und der Bebörden verdient darum unbedingt Strafe, harte'Strafe; und sie müssen auch vollkommen daS ausgebildete Bewußtsein haben, daß sie diese Strafe verdienen. Sonst würden sehr viele der j tzt bei den Chinesen beobachteten Erscheinungen vollkommen unerklärlich sein.
Die E-sahrungen der jüngsten Zeit haben uns die unangenehme Einsicht beigebracht, daß wir bisher die Chinesen gar nicht gekannt haben, daß wir roch recht lange Zeit dazu brauchen werden, um sie wirklich kennen zu lernen. Aus diesem Grunde und aus dem anderen, daß wir mit einem Riesenreiche von 400 Millionen Einwohnern nicht so kurzen Prozeß machen können, wie etwa mit den Samoa-Inseln, müssen wir uns jetzt und in aller Zukunst sehr vorsehen mit unseren Maßnahmen in China. Wir werden neben der Strenge jetzt auch große Vorsicht walten lassen müssen, wenn wir nicht stets von neuem solchen unheimlichen Verwickelungen wie jetzt ausgesetzt werden wollen. Die Kanonen sind jetzt leider nöthig. Aber die Kanonen können es nicht allein und nicht für alle Zeit thun.
© Die Missionen in China.
Die Missionare sind schuld daran. Die Chinesen haben aber eigentlich gar nicht so unrecht, wenn sie sich der Fremden zu erwehren suchen. Denn sie wollen ja nicht Christen sein. Sie wollen gar keine Eisenbahnen und Telegraphen, keine Bergwerke und keine fremden Gesandtschaften im Innern ihres Landes. Sie haben ihre uralte Kultur, und in dieser wollen sie ungestört leben; und wer sie darin gegen ihren Willen stört, der ist ihnen lästig und unangenehm, und sich suchen sich seiner zu entledigen.
So und ähnlich tönt es nicht nur aus den Spalten der freisinnigen und sozialdemokratischen Zeitungen heraus. Nicht nur auf der Bierbank wird solche Weisheit verzapft, sogar der leitende englische Minister, Lord Salisbury, hat öffentlich schon von einer Schuld der Missionen an der fremdenfeindlichen Bewegung in China gesprochen, und eine Ähnliche Tonart hat kürzlich Herr von Brandt angeschlagen, ehemals deutscher Gesandter in China.
Da muß es doch nun wahr sein! hört man won verschiedenen Seiten her. Und es ist doch nicht wahr! Lord Salisbury kennt vermuthlich nur das Wirken der englischen protestantischen Missionare, und das ist eine ganz besondere Art. Man braucht gar nicht an ihre UeberzeugungS- treue zu zweifeln und zu argwöhnen, sie mißbrauchten planmäßig den Deckmantel der Mission, um unter demselben allerhand Geschäfte zu machen. Aber daß die englischen Missionare nicht überall gut wirken, ist eine so außerordentlich bekannte That- sache, daß sie jedem geläufig ist, der nur einigermaßen mit solchen Dingen sich beschäftigt hat. Diesen Missionaren selbst braucht trän deswegen schwerlich persönliche Vorwürfe zu machen. Das, was mitunter einen ungünstigen Eindruck hervorruft bei den Völkerschaften, zu denen die britischen Missionare kommen, liegt mehr in ihrer Erziehung, in der ganzen britischen Eigenart begründet, a!s in der Person oder gar in überlegt bösem Willen dieser Missionare.
In China aber haben von jeher diese britischen Missionare eine ganz untergeordnete Rolle gespielt. Seit Jahrhunderten sind dort hauptsächlich katholische Missionare thätig, deutsche und französische, und den katholischen Mtssionaren und ihrer Thätig- keit stellen auch solche Leute ein gute» Zeugniß aus, die im Allgemeinen für die katholische Kirche gar nicht in freundschaftlichem Sinne voreingenommen sind. Namentlich in den Kreisen der deutschen Reichsregierung und ihrer amtlichen Vertreter in den deutschen Schutzgebieten hat man ihre ^Thätigkeit in hohem Grade schätzen gelernt. Be- Eannt genug ist doch auch die hohe Werthschätzung, die der Kaiser dem katholischen Missionrbtschof Anzer entgegenbringt. Man muß die Thätigkeit der katholischen Missionare als vorzüglich anerkennen, wenn man sie überhaupt kennen lernt, weil sie eben vorzüglich ist. Und Thatsache ist -ferner, daß katholische Missionare seit bereit« zwei Jahrhunderten in China thätig sind, ohne daß eine so allgemeine Bewegung wie jetzt gegen sie ausgebrochen wäre. Wenn die Missionare also schuld wären an dem Aremdenhaffe der Chinesen,
Leute, denen der „Giftbaum" Börse eines der wichtigsten und wertbvollsten Dinge der Welt zu sein scheint, geben sich reichlich Mühe, zu beweisen, daß die Industrie nicht ohne das Speku- lationSspiel an der Börse leben könne. Gegen diese vollkommen unbegründete Behauptung wendet sich in vortrefflichen Ausführungen die .Rheinisch-Westfälische Zeitung', das Essener Organ der Firma Krupp. Das genannte Blatt schreibt: „Welches Jntereffe soll die Industrie
Roland zögerte noch immer. Eine innere Angst und Unruhe quälte ihn, und machte seinen Zustand fast unerträglich.
Endlich entfernte er sich zur großen Erleichterung Anitas.
Als er zu Hause an kam, fand er Konrad, mit dem er nicht nur daS Atelier, sondern auch die Wohnung thellte, bereits seiner wartend. Mißmuthig warf er sich auf einen Stuhl, und stützte den Kopf in die Hand. Trotz der großen Schwüle fühlte er ein Frösteln durch seine Glieder ziehen.
Die klugen Augen Konrads ruhten forschend auf dem schmalen Gesichte des Freundes.
„Was ist Dir?" fragte er theilnehmend.
Roland ge6 keine Antwort; er starrte trübe vor sich hin.
„Ich dachte, wir wollten zusammen daS Theater besuchen, Roland?" —
„Nein, nein, ich habe keine Lust dazu, — mir ist auch nicht ganz wohl, geh Du nur allein, Konrad."
„WaS denkst Du nur von mir?" rief dieser entrüstet, „Du bist wirklich unwohl, ich sehe eS Dir an; da werde ich Dich, meinen besten Freund und Wohlthäter, doch nicht allein laffen, — ich könnte keine Ruhe finden!" —
Wie zärtlich besorgt war der große, „unge- schlachte Mensch" um den sichtlich leidenden Kameraden. Mit rührender Hingabe «ar er bemüht, ihn aufzurichten, ihn auf andere, heitere Gedanken zu bringen, — wahrhaftig, eine Mutter konnte nicht bester für ihr Kind sorgen. — Roland fühlte es, daS war echte, wahre Freundes« liebe. An dieser ksnnteIman nicht zweifeln.
ganzem Herzen lieb, so wie ich Dich? Sieh, wenn ich ohne Dich leben sollte, ich vermöchte es nicht! Du bist der Stern, der an meinem Himmel steht, meine ganze Welt! Schau mir ins Auge und sage mir, ob Du mich lieb hast."
Er wollte etwas von den Befürchtungen, die ihn quälten, und die Konrad heute ausgesprochen, hinzufügen, besann sich aber schnell. Solche Scenen, wie sie heute im Atelier stattgefunden, waren nichts Neue«, und Roland hatte dieselben schon öfter» Anita gegenüber erwähnt, deshalb haßte sie auch Konrad so sehr.
Sie ahnte wohl, daß er ihr wahres Wesen durchschaute.
Das schöne Mädchen senkte nach der ersten Frage Rolands die Augen zu Boden, doch nur einen Moment lang, dann sagte es ungeduldig: „Du quälst mich, Landy! Wie oft habe ich Dir schon die Versicherung gegeben, daß ich Dich lieb habe, laß e» doch endlich genug sein!"
Anita konnte es nicht verhindern, daß sich in ihre Worte ein leiser Ton von Unwillen mischte, Roland aber bemerkte es kaum.
„Warum", beharrte er, „weichst Du meinen Bitten, mir so bald als möglich ganz anzugehören als mein geliebtes Weib, jede« Mal aus, wenn Du «ich so lieb hast, wie Du mir versicherst?"
„Weil, — weil — ich noch zu jung zum Heirathen bin!"
„Das ist kein Grund, Anita, — Andere sind noch jünger und heirathen auch."
„Nun, — so denke, was Du willst, — ich —" sie stockte eine Weile, dann fuhr sie trotzig fort: „Mir gefällt einstweilen das Leben ganz gut, so wie es ist, — mit einem Wort: Ich will noch
KnsLarrd.
* Wie«, 13. Sept. Der bei den galizischen Manövern weilende Kaiser sagte beim Empfange einer vom Landmarschall geführten Deputation in Jaslo: „Ec sei gern in das Land gekommen, das seine stete Fürsorge so dankbar mit der festesten Ergebenheit an den Thron erwiedere und dessen Vertreter, das Wohl des Reiches stets im Auge behaltend, allzeit bereitwillig und mit kluger Einsicht den Bedürfnissen des Staates Rechnung getragen hätten. Zum Abg. B y k, welcher sagte, seit 1897 habe der Reichsrath nichs gearbeitet, bemerkte der Kaiser: „Ja, leider, das wartraurig, und es ist keineHoff- nung vorhanden, daß es bald besser werde!"
* Madrid, 13. Sept. In einem Zeitungsartikel wird die Aufmerksamkeit des Publikums- auf englische Jntriguen in der Umgegend von Gibraltar gelenkt. Englische Agenten würden danach große Geldsummen daselbst vertheilen, um die Gunst der Bevölkerung dieser Gegend zu gewinnen. Englands Zweck sei, eine territoriale Konzession in der Nähe von Gibraltar zu erlangen.
* Zlerv Aork, 13. Sept. In Galveston sind gestern 43 Neger, welche den Leichen die Finger mit Ringen abschuitten, standrechtlich er-
Die Merke von Ikorenz.
Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.
B ------ (Nachdruck verboten.)
Weber des jungen Bildhauers Antlitz flog ein schmerzliches Lächeln. Er wandte sich halb zum Gehen, plötzlich besann er sich, griff in die Tasche -und flüsterte, Anita scharf beobachtend: „So will mein eigensinnige», geliebtes, kleine« Mädchen Heute gar nicht sehen, was ich ihm mitgebracht Habe?"
Sofort veränderten sich Anita« Züge, ein sonnige« Lächeln lag schon wieder um den Mund, und im Nu huschte sie an Rolands Seite, der -ein mit schwarzem Leder bezogenes Etui in der Hand hielt. Sie entriß ihm hastig das Etui, und entnahm demselben eine werthvolle, dreireihige Korallenkette, die sie sich sogleich um den Hal« legte.
Anita war wie umgewandelt.
„Du lieber, böser Roland", schmeichelte sie, indem sie ihm wie ein Kätzchen die Wange streichelte, sichtlich bemüht, den unangenehmen Eindruck von vorhin möglichst rasch wieder zu »erwischen.
„Ich bin Dir doch recht gut, weißt Du, — -meinetwegen magst Du Deinen Freund immerhin behalten, nur bitte, bringe ihn künftig nicht mehr mit!" —
Die Alte kam herzu und ließ die Perlen durch die langen, dürren Finger gleiten, dann nickte sie vor sich hin: „Echt, — ganz echt!"
Roland wandte sich zu Anita und flüsterte: „Nun sag' mir Anita, hast Du mich so recht von
wie alle anderen Leute vor ihnen, die auszogen um ihn aufzufinden.
Berti«, 13. Sept. Dem Oberlandesgerichtsrath, Reichs- und Landtagsabgeordneten Herrn Hermann Roeren in Köln wurde, wie der .Reichsanzeiger' heute mittheilt, die Erlaubniß zum Anlegen des ihm verliehenen Ritterkreuzes des päpstlichenSt-GregoriuS- Ordens ertheilt. — Wie die ,Nerdd. Allg. Ztg.' vernimmt, entsprachen die zur Zeit in Berlin anwesenden Staatsminister und Staatssekretäre heute einer Einladung des Reichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe zur Tafel. — Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Senator der freien Hansestadt Bremen, Dr. Marcus ist hier angekommen und im Hotel Royal abgestiegen. Dort hat auch der Syndicus Dr. v. M e l l e aus Hamburg Wohnung genommen. — Der Hauptmann Freiherr von Rheinbaben, Chef der 3. Kompagnie des 1. See« baiaillons in Peking, ist, wie gestern kurz gemeldet, am Typhus gestorben. ES war ihm nicht vergönnt, in der Schlacht zu fallen, dem gefährlichsten Gegner, der in allen Kolonialkriegen die meisten Opfer fordert, ist er nun ein frühes Opfer geworden. Hauptmann von Rheinbaben führte früher die 7. Kompagnie des Infanterie-Regiments Herzog von Holstein (Hol- steinschen) Nr. 85 in Rendsburg. Im Jahre 1897 trat er zur Marine-Infanterie über. — Die in Königsberg tagende Haupt-Bersammlüng' des Gustav-Adolf-Bereins beschloß, die diesjährige große Liebesgabe von 90,000 Mark der Gemeinde Mundenheim in der bayerischen R h e i» p f a l z zuzuwenden. Zum Ort der nächsten Versammlung wurde in Folge der von dort ergangenen Einladung die Stadt Köln gewählt. — Der Postvertrag, der unterm 11. April 1868 zwischen dem Norddeutschen Bunde, Bayern, Württemberg und Baden einerseits und der Schweiz andererseits abgeschloffen wurde, ist, so meldet heute der ,Reichsanzeiger', in Folge Kündigung seitens der Schweiz mit Ablauf des Monats August d. I. außer Kraft getreten. — Der bisherige serbische Gesandte in Rom Kosta Christitsch wurde zum Gesandten in Wien, der ehemalige Finanzminister Knitsch zum Gesandten in Paris, der frühere Gesandte in Bukarest Michael Georg ewit sch zum Staatsrath ernannt. — Der Gouverneur v. Putt- kamer hat fich nach Kamerun zurückbegeben.
am Börsenspiel haben? Im besten Falle gar feins; in den meisten Fällen aber ein Jntereffe, daS Börsenspiel einzu schränk en, vor allem ans die engsten Börsenkreise zu begrenzen . . . Die Industrie hat ein lebhaftes Jntereffe daran, solchen Auswüchsen entgegenzutreten. Das geschieht aber ant besten und zweckmäßigsten, wenn das Differenzspiel außerhalb des Gesetzes gestellt wird . . ." Sehr richtig; man möge sich diese vortrefflichen Ausführungen eines ausgesprochenen Jndustrieblattes wohl merken!
h Der jkregeride Gerichtsstand der fresse ist nun auch vom deutschen Juristentage, der in Bamberg versammelt war, fast einstimmig verworfen worden. Auch nach dem fast einstimmig angenommenen Beschlüsse des Juristentages sollte für die Verfolgung einer strafbaren Handlung, begangen durch die Preffe, nur dasjenige Gericht zuständig sein, in dessen Bezirk die Druckschrift erschienen ist. Wie lange wird es trotzdem noch dauern, bis die entgegengesetzte peinliche Bestimmung endlich beseitigt sein wird?
x Das Seuchengesetz ist vom Reichstage kaum durchgkpeitscht und angenommen worden, und schon regen fich die Stimmen der sachverständigen Kreise mit Recht gegen einzelne Bestimmungen desselben. So hat der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege", der soeben in Trier versammelt war, den Beschluß gefaßt, den Reichskanzler um die Einführung der ärztlichen und pflichtmäßigen Leichenschau durch Gesetz zu ersuchen. Es war zu erwarten, daß dieses Gesetz sehr bald zum Gegenstände abfälliger Kritiken gemacht werden würde. Im Reichstage ist es in der vorliegenden Form ja auch nur deswegen angenommen worden, weil es vollkommen an der nöthigen Zeit fehlte, ihm eine andere und bessere Gestalt zu geben. Die Bureaufchnecke der Regierung kam viel zu spät mit dem Entwürfe angekrochen, als die Tagung bereits ihrem Ende nahte. Diesmal muß die Regierung prompter arbeiten!
+ Der Affenmensch oder Menschenaffe, wenn man will, spielt wieder einmal eine große Rolle, also das noch immer fehlende Bindeglied zwischen dem Affen und dem Menschen der Gegenwart, durch das die Leute nach dem Schlage des Professor Haeckel die Abstammung des Menschen von dem Affen beweisen wollen. Alles Mühen und alles Forschen, um dieses fehlende Glied zu finden, find bisher vollkommen vergeblich gewesen. Jetzt haben sich wiederum zwei N-itursorscher auf den Weg gemacht, um den Affenmenschen zu finden — jeder für fich, beinahe um die Wette. Sie reisen alle beide nach Java, nämlich von Deutschland der Professor Ernst Haeckel aus Jena selbst, und aus den Vereinigten Staaten von Amerika ein jüngerer Gelehrter, David I. Walters, der von dem Eisenbahnkönig Vanderdilt die nöthigen Mittel dazu bekommen hat. Amerikanische Zeitungen berichten, Herr Walters werde ganz bestimmt Erfolge haben, denn er habe bereits sichere Kennt- niß davon, wo der Affenmensch zu finden sei... Glückliche Reise! Beide Herren werden ebenso sicher ohne den Affenmenschen wieder heimkehren, nicht heirathen, will noch warten und meine Jugend genießen!"--
„Es gefällt Dir, wenn Andere Dir den Hof machen, Dich bewundern, — ich weiß es."
„3a!"
Roland zuckte heftig zusammen bei dem harten Worte. Er war sehr ernst geworden.
„Anita," flehte er, „ich bitte Dich, gib wenigstens den Blumenhandel auf; Du sollst mit Deiner Mutter keine Roth leiden, sieh, ich bin reich, ich will Euch alles geben, was Ihr braucht, — aber der Gedanke, wie Du täglich mit den jungen Herren, die ja nicht wissen können, daß Du mir gehörst, scherzest und lachst, ist mir unerträglich, ich halte das auf die Dauer nicht au«!"
Anita lachte. „Schon wieder eifersüchtig, mein Freund? Da« mußt Du Dir vor Allem abgewöhnen, ich mag e» nicht leiden. So lange Du nicht mit ganz ruhigem Gesicht dabeistehst, wenn ich mit andern Herren plaudere, so lange wird überhaupt nicht Hochzeit gemacht, und damit basta, — das soll Deine Prüfung sein, wie ich Dir schon oft sagte."
Sie wußte recht gut, daß Roland diese Bedingung nie erfüllen werde, und gewann so immer wieder Zeit; sie kannte genau ihre Macht, und wußte sie auszunützen.
Roland seufzte an« tief bekümmertem Herzen.
„Du bist heute unleidlich," begann Anita von Neuem, „Du solltest nach Hause gehen, und die dummen Gedanken verschlafen, lieber Freund."
„Ich glaube, ich bin nicht ganz gesund," meinte Roland niedergeschlagen.
„Ach so," machte Anita gedehnt, „dann geh nur, — geh." —
mit Anterhallungs-Meikage „Iffustrirte Somüags-Zeitung" ““